Chapter 25

(151)Ein junger, von Nervosität freier Kollege teilt mir hiezu mit: »Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß ich früher beim Schaukeln und zwar in dem Moment, wo die Abwärtsbewegung die größte Wucht hat, ein eigentümliches Gefühl in den Genitalien bekam, das ich, obwohl es mir eigentlich nicht angenehm war, doch als Lustgefühl bezeichnen muß.« – Von Patienten habe ich oftmals gehört, daß die ersten Erektionen mit Lustgefühl, die sie erinnern, in der Knabenzeit beim Klettern aufgetreten sind. – Aus den Psychoanalysen ergibt sich mit aller Sicherheit, daß häufig die ersten sexuellen Regungen in den Rauf- und Ringspielen der Kinderjahre wurzeln.(152)Sammlung kl. Schriften z. Neurosenlehre. Zweite Folge, 1909.(153)Vgl. des Verf. »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie«, 1905, 2. Aufl. 1910.(154)Die Sprache des Traumes, 1911.(155)Der psychische Hermaphroditismus im Leben und in der Neurose, Fortschritte der Medizin 1910, Nr. 16 und spätere Arbeiten im Zentralblatt für Psychoanalyse I, 1910/11.(156)Ein typisches Beispiel eines solchen verkappten Ödipustraumes habe ich in Nr. 1 des Zentralblattes für Psychoanalyse veröffentlicht; ein anderes mit ausführlicher Deutung O.Rankebendort in Nr. 4. Über andere verkappte Ödipusträume, in denen die Symbolik des Auges hervortritt, sieheRank(Internat. Zeitschrift für Psychoanalyse I, 1913). Daselbst auch Arbeiten über »Augenträume« und Augensymbolik vonEder,Ferenczi,Reitler. Die Blendung in der Ödipussage wie anderwärts als Stellvertretung der Kastration. Den Alten war übrigens auch die symbolische Deutung der unverhüllten Ödipusträume nicht fremd. (Vgl. O.Rank, Jahrb. II, p. 534): »So ist von Julius Cäsar ein Traum vom geschlechtlichen Verkehr mit der Mutter überliefert, den die Traumdeuter als günstiges Vorzeichen für die Besitzergreifung der Erde (Mutter-Erde) auslegten. Ebenso bekannt ist das den Tarquiniern gegebene Orakel, demjenigen von ihnen werde die Herrschaft Roms zufallen, der zuerst dieMutter küsse(osculum matri tulerit), was Brutus als Hinweis auf dieMutter-Erdeauffaßte (terram osculo contigit, scilicet quod ea communia mater omnium mortalium esset. Livius I, LXI). Vgl. hiezu den Traum desHippiasbei Herodot VI,107:»Die Barbaren aber führte Hippias nach Marathon, nachdem er in der vergangenen Nacht folgendes Traumgesicht gehabt: Es deuchte dem Hippias, er schliefe bei seiner eigenen Mutter. Aus diesem Traume schloß er nun, er würde heimkommen nach Athen und seine Herrschaft wieder erhalten und im Vaterlande sterben in seinen alten Tagen.« Diese Mythen und Deutungen weisen auf eine richtige psychologische Erkenntnis hin. Ich habe gefunden, daß die Personen, die sich von der Mutter bevorzugt oder ausgezeichnet wissen, im Leben jene besondere Zuversicht zu sich selbst, jenen unerschütterlichen Optimismus bekunden, die nicht selten als heldenhaft erscheinen und den wirklichen Erfolgerzwingen.«(157)Über die mythologische Bedeutung der Wassergeburt sieheRank: Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.(158)Die Bedeutung der Phantasien und unbewußten Gedanken über das Leben im Mutterleibe habe ich erst spät würdigen gelernt. Sie enthalten sowohl die Aufklärung für die sonderbare Angst so vieler Menschen, lebendig begraben zu werden, als auch die tiefste unbewußte Begründung des Glaubens an ein Fortleben nach dem Tode, welches nur die Projektion in die Zukunft dieses unheimlichen Lebens vor der Geburt darstellt.Der Geburtsakt ist übrigens das erste Angsterlebnis und somit die Quelle und Vorbild des Angstaffektes.(159)FernerRank: Belege zur Rettungsphantasie (Zentralblatt f. Ps.-A. I, 1910, p. 331),Reik: Zur Rettungssymbolik (ebenda, p. 499) u. a. m.(160)Analysen von anderen Zahlenträumen siehe beiJung,Marcinowskiu. a. Dieselben setzen oft sehr komplizierte Zahlenoperationen voraus, die aber vom Träumer mit verblüffender Sicherheit vollzogen werden. Vgl. auchJones, »Über unbewußte Zahlenbehandlung« (Zentralbl. f. PS.-A. II, 1912, S. 241 f.).(161)In der gleichen Weise wie der Traum verfährt auch die Neurose. Ich kenne eine Patientin, die daran leidet, daß sie Lieder oder Stücke von solchen unwillkürlich und widerwillig hört (halluziniert), ohne deren Bedeutung für ihr Seelenleben verstehen zu können. Sie ist übrigens gewiß nicht paranoisch. Die Analyse zeigt dann, daß sie den Text dieser Lieder mittels gewisser Lizenzen mißbräuchlich verwendet hat. »Leise, leise, fromme Weise.« Das bedeutet für ihr Unbewußtes: FrommeWaise, und diese ist sie selbst. »O du selige, o du fröhliche« ist der Anfang eines Weihnachtsliedes; indem sie es nicht bis zu »Weihnachtszeit« fortsetzt, macht sie daraus ein Brautlied u. dgl. – Derselbe Entstellungsmechanismus kann sich übrigens auch ohne Halluzination im bloßen Einfall durchsetzen. Warum wird einer meiner Patienten von der Erinnerung an ein Gedicht heimgesucht, das er in jungen Jahren lernen mußte:»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«Weil sich seine Phantasie mit einem Stück dieses Zitats:»Nächtlich am Busen« begnügt.Es ist bekannt, daß der parodistische Witz auf dieses Stückchen Technik nicht verzichtet hat. Die »Fliegenden Blätter« brachten einst unter ihren Illustrationen zu deutschen »Klassikern« auch ein Bild zum Schillerschen »Siegesfest«, zu dem das Zitat vorzeitig abgeschlossen war.»Und des frisch erkämpften WeibesFreut sich der Atrid und strickt.«(Fortsetzung:Um den Reiz des schönen LeibesSeine Arme hochbeglückt.)(162)Als Beitrag zur Überdeterminierung: Meine Entschuldigung für mein Zuspätkommen lag darin, daß ich nach langer Nachtarbeit am Morgen den weiten Weg von derKaiser Josef-Straße in die Währingerstraße zu machen hatte.(163)Dazu nochCäsar-Kaiser.(164)Ich weiß nicht mehr, bei welchem Autor ich einen Traum erwähnt gefunden habe, in dem es von ungewöhnlich kleinen Gestalten wimmelte, und als dessen Quelle sich einer der SticheJacques Callotsherausstellte, die der Träumer bei Tag betrachtet hatte. Diese Stiche enthalten allerdings eine Unzahl sehr kleiner Figuren; eine Reihe derselben behandelt die Greuel des Dreißigjährigen Krieges.(165)Die Häufigkeit, mit welcher im Traume tote Personen wie lebend auftreten, handeln und mit uns verkehren, hat eine ungebührliche Verwunderung hervorgerufen und sonderbare Erklärungen erzeugt, aus denen unser Unverständnis für den Traum sehr auffällig erhellt. Und doch ist die Aufklärung dieser Träume eine sehr naheliegende. Wie oft kommen wir in die Lage uns zu denken:Wennder Vater noch leben würde, was würde er dazu sagen? DiesesWennkann der Traum nicht anders darstellen als durch die Gegenwart in einer bestimmten Situation. So träumt z. B. ein junger Mann, dem sein Großvater ein großes Erbe hinterlassen hat, bei einer Gelegenheit von Vorwurf wegen einer bedeutenden Geldausgabe, der Großvater sei wieder am Leben und fordere Rechenschaft von ihm. Was wir für die Auflehnung gegen den Traum halten, der Einspruch aus unserem besseren Wissen, daß der Mann doch schon gestorben sei, ist in Wirklichkeit der Trostgedanke, daß der Verstorbene das nicht zu erleben brauchte, oder die Befriedigung darüber, daß er nichts mehr dreinzureden hat.Eine andere Art von Absurdität, die sich in Träumen von toten Angehörigen findet, drückt nicht Spott und Hohn aus, sondern dient der äußersten Ablehnung, der Darstellung eines verdrängten Gedankens, den man gerne als das Allerundenkbarste hinstellen möchte. Träume dieser Art erscheinen nur auflösbar, wenn man sich erinnert, daß der Traum zwischen Gewünschtem und Realem keinen Unterschied macht. So träumt z. B. ein Mann, der seinen Vater in dessen Krankheit gepflegt und unter dessen Tod schwer gelitten hatte, eine Zeit nachher folgenden unsinnigen Traum:Der Vater war wieder am Leben und sprach mit ihm wie sonst, aber(das Merkwürdige war),er war doch gestorben und wußte es nur nicht.Man versteht diesen Traum, wenn man nach »er war doch gestorben« einsetzt:infolge des Wunsches des Träumersund zu »er wußte es nicht« ergänzt:daß der Träumer diesen Wunsch hatte. Der Sohn hatte während der Krankenpflege wiederholt den Vater tot gewünscht, d. h. den eigentlich erbarmungsvollen Gedanken gehabt, der Tod möge doch endlich dieser Qual ein Ende machen. In der Trauer nach dem Tode wurde selbst dieser Wunsch des Mitleidens zum unbewußten Vorwurf, als ob er durch ihn wirklich beigetragen hätte, das Leben des Kranken zu verkürzen. Durch Erweckung der frühinfantilsten Regungen gegen den Vater wurde es möglich, diesen Vorwurf als Traum auszudrücken, aber gerade wegen der weltenweiten Gegensätzlichkeit zwischen dem Traumerreger und dem Tagesgedanken mußte dieser Traum so absurd ausfallen. (Vgl. hiezu: Formulierungen über die zwei Prinzipien des seelischen Geschehens. Jahrbuch f. Ps.-A., III, 1911.)(166)Die Traumarbeit parodiert also den ihr als lächerlich bezeichneten Gedanken, indem sie etwas Lächerliches in Beziehung mit ihm erschafft. So ähnlich verfährtHeine, wenn er die schlechten Verse des Bayerkönigs verspotten will. Er tut es in noch schlechteren:Herr Ludwig ist ein großer Poet,Und singt er, so stürzt ApolloVor ihm auf die Knie und bittet und fleht,»Halt ein, ich werde sonst toll oh!«(167)Dieser Traum gibt auch ein gutes Beispiel für den allgemein gültigen Satz, daß die Träume derselben Nacht, wenngleich in der Erinnerung gesondert, auf dem Boden des nämlichen Gedankenmaterials erwachsen sind. Die Traumsituation, daß ich meine Kinder aus der Stadt Rom flüchte, ist übrigens durch die Rückbeziehung auf einen analogen, in meine Kindheit fallenden Vorgang entstellt. Der Sinn ist, daß ich Verwandte beneide, denen sich bereits vor vielen Jahren ein Anlaß geboten hat, ihre Kinder auf einen anderen Boden zu versetzen.(168)Die noch im TraumeenthalteneMahnung oder der Vorsatz: Das muß ich dem Doktor erzählen, bei Träumen während der psychoanalytischen Behandlung entspricht regelmäßig einem großen Widerstand gegen die Beichte des Traumes und wird nicht selten vom Vergessen des Traumes gefolgt.(169)Ein Thema, über welches sich eine weitläufige Diskussion in den letzten Jahrgängen der Revue philosophique angesponnen hat (Paramnesie im Traume).(170)Diese Ergebnisse korrigieren in einigen Punkten meine früheren Angaben über die Darstellung der logischen Relationen (p. 233). Letztere beschreiben das allgemeine Verhalten der Traumarbeit, berücksichtigen aber nicht die feinsten und sorgfältigsten Leistungen derselben.(171)Stanniol, Anspielung aufStannius, Nervensystem der Fische, vgl.p. 295.(172)Die Örtlichkeit im Flure meines Wohnhauses, wo die Kinderwagen der Parteien stehen; sonst aber mehrfach überbestimmt.(173)Diese Beschreibung ist für mich selbst nicht verständlich, aber ich folge dem Grundsatze, den Traum in jenen Worten wiederzugeben, die mir beim Niederschreiben einfallen. Die Wortfassung ist selbst ein Stück der Traumdarstellung.(174)Schiller ist nicht in einemMarburg, sondern inMarbachgeboren, wie jeder deutsche Gymnasiast weiß, und wie auch ich wußte. Es ist dies wieder einer jener Irrtümer (vgl. p. 149), die sich als Ersatz für eine absichtliche Verfälschung an anderer Stelle einschleichen, und deren Aufklärung ich in der »Psychopathologie des Alltagslebens« versucht habe.(175)Analog habe ich die außerordentlich starke Lustwirkung der tendenziösen Witze erklärt.(176)Diese Phantasie aus den unbewußten Traumgedanken ist es, die gebieterischnon vivitanstattnon vixitverlangt. »Du bist zu spät gekommen, er lebt nicht mehr.« Daß auch die manifeste Situation des Traumes auf »non vivit« zielt, istp. 303angegeben worden.(177)Es wird aufgefallen sein, daß der NameJosefeine so große Rolle in meinen Träumen spielt (siehe den Onkeltraum). Hinter den Personen, die so heißen, kann ich mein Ich im Traume besonders leicht verbergen, dennJosefhieß auch der aus der Bibel bekannteTraumdeuter.(178)rêve, petit roman – day-dream, story.(179)Ein gutes Beispiel eines solchen, durch Übereinanderlagerung mehrerer Phantasien entstandenen Traumes habe ich im »Bruchstück einer Hysterieanalyse« 1905 analysiert. Übrigens habe ich die Bedeutung solcher Phantasien für die Traumbildung unterschätzt, solange ich vorwiegend meine eigenen Träume bearbeitete, denen seltener Tagträume, meist Diskussionen und Gedankenkonflikte zu grunde liegen. Bei anderen Personen ist dievolle Analogie des nächtlichen Traumes mit dem Tagtraumeoft viel leichter zu erweisen. Es gelingt häufig bei Hysterischen eine Attacke durch einen Traum zu ersetzen; man kann sich dann leicht überzeugen, daß für beide psychische Bildungen die Tagtraumphantasie die nächste Vorstufe ist.(180)Tobowolska, p. 53.(181)Siehe p. 256.(182)Zur Einführung des Narzissmus. Jahrbuch der Psychoanalyse, VI, 1914.(183)Von Dr.Otto Rank.(184)Vgl. dazu die Ausführungenoben p. 5ff.(185)Es ist bezeichnend fürNietzschesEinstellung zum Ödipuskomplex, daß er hier einen doppelten Irrtum begeht: nicht Ödipus, sondern seine Mutter sucht Trost in der Bedeutungslosigkeit der Träume, aber Ödipus läßt sich dadurch nicht trösten.(186)Besonders verwendet die an Träumen reiche mittelhochdeutsche Epik diese Eigentümlichkeit des Traumes, die auch der römische DichterClaudiuskennt:»Omnia quae sensu volvuntur rota diurnoPetore sopito reddit amica quies.«(Riese, Anthol. lat. II, 1, II, p. 105.)(187)Mitteilung vonWintersteinim »Zbl. f. Ps.-A.« II, 192.(188)Mitteilung vonWintersteinim »Zbl. f. Ps.-A.« II, 616.(189)Mitteilung im »Zbl. f. Ps.-A.«(190)Diese Auffassung zeigt die wesentlichste Übereinstimmung mit der der typischen Träume.(191)Über andere Traumgedichte Hans Sachsens vergleiche man die Literatur beiHampe; zahlreiche Beispiele von Träumen in der epischen Literatur beiNagele; für die Lyrik besondersKlaiber; eine interessante Zusammenstellung von »Träumen in Dichtungen« »Kunstwart« XX, 4.(192)Vgl. oben p. 249.(193)Näheres in der MitteilungAbrahamsim »Zentralblatt für Psychoanalyse« II, p. 160.(194)Den Text hatRosensteinebenda p. 161 mitgeteilt.(195)Vgl. die Mitteilung vonWinterstein, ebenda p. 291 f.(196)Berlin, S. Fischer, 1911.(197)In der mir leider unzugänglich gebliebenen Novelle »Faira« sollJensenüber die Entstehung der Träume gesprochen haben. (»Sonnenwende«, Berlin 1882).(198)Man vgl. auch die ErzählungBedasvon dem Dichter Caedmon (Beda historia eccl. ed. Holder lib. IV, cap. 24).(199)Kantnennt in der »Anthropologie« den Traum eine unwillkürliche Dichtkunst.(200)Vgl.HebbelsVerse:»Den bängsten Traum begleitetEin heimliches Gefühl,Daß alles nichts bedeutetUnd wär’ es noch so schwül.«(201)Vgl. dazuRankundSachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften, Kap. V.(202)Auf Grund eines Ausspruches vonMozartüber die Art seiner Produktion siehtDu Prel»das Geheimnis musikalischer Konzeption in der Verdichtung von Gehörsvorstellungen« (Phil. d. Mystik, p. 89). Neuerdings hatHans Thomaversucht, auch das Schaffen des Malers aus einem dem Traumzustand verwandten »inneren« Schauen zu verstehen: ». . . Es tritt hier das ein, was man beim künstlerischen Schaffen als das Unbewußte bezeichnet, das der Grund ist des großen Zaubers, den die Unerklärlichkeit der hohen Kunstwerke ausübt. Auch der Schaffende hat keine Erklärung, weil etwas mit ihm geschehen, das von einem geheimnisvollen Wirken der Natur aus sein Schaffen geleitet hat, daß er doch bei aller verstandesmäßigen Findigkeit in bezug auf sein Material und Handwerk wie in einem Traumzustand schaffen konnte.«(203)VglRank: Die Nacktheit in Sage und Dichtung. »Imago« II, 1913.(204)Das kürzlich erschienene Buch vonErich Wulffen: »Shakespeares Hamlet ein Sexualproblem« (Berlin 1913) kommt als mißverständliche Verflachung der psychoanalytischen Auffassung hier nicht in Betracht.(205)Nach L. v.SchrödersÜbers. in »Mysterium und Mimus im Rigveda«, p. 260.(206)»Das Zeitalter des Sonnengottes«. Berlin 1904, p. 338 f.(207)Griech. Mythol. u. Relig. Gesch. Bd. II (München 1906), S. 1415 ff.(208)Ähnlich träumt die mit Paris schwangere Hekuba, sie bringe ein brennendes Scheit zur Welt, das die ganze Stadt in Brand setze. (Vgl. dazu die Legende vom Brand des Tempels von Ephesus in der Geburtsnacht Alexanders.)(209)Der BergenserSchornsteinfegersingt:Morgen, ganz zuerst ich kehreDer Priorin die Röhre. (Anthrop. VI.)(210)Vgl.RankundSachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften, S. 15 f. über die Symbolik des Ackerns. Dazu das schöne Buch vonDieterich»Mutter Erde« (2. Aufl. 1913).(211)In einer ausführlichen Analyse dieser Märchengruppe ließe sich leicht zeigen, daß die Proben körperlicher Kraft, die der Held ablegt (Speerwerfen, ungeheure Mengen essen und trinken, schneller als der Vogel laufen) die eigene Potenz gegenüber der väterlichen herausstreichen sollen.(212)Vater ist von einer WurzelPAabgeleitet, welche nicht zeugen, sondern beschützen, unterhalten, ernähren bedeutet. Der Vater als Erzeuger hieß im Sanskrit ganitar (genitor).Max Müller: Essays, II. Bd., Leipzig 1869, deutsche Ausg., S. 20.(213)Die Brüdermärchen sind so weit verbreitet und für die Mythenforschung so bedeutsam, daßGeorg Hüsingsie für den Urtypus aller Mythenbildung erklärt hat. –Hartlandhat in einem dreibändigen Werk (The legend of Perseus) die Parallelen des Brüdermärchens zusammengestellt.(214)Die ägyptischen Sagen von Osiris und Bata. Vgl. Näheres beiRankundSachsl. c. Cap. II.(215)Vgl.Rank: Das Inzestmotiv, 1912, IX, 1 undLorenzin »Imago« II, 1913, p. 22 ff.(216)Wie unsere Kinder diese Bedeutung aus eigenem wieder beleben, mag der Traum eines etwa vierjährigen Mäderls zeigen, den C. G.Jung(Jahrb. f. Ps.-A. II, 1910) mitgeteilt hat: »Ich habe heute nacht die Arche Noah geträumt und da waren viele Tierchen darin und da war unten ein Deckel daran, der ging auf und die Tierchen fielen alle heraus.«(217)Träume gegen Morgen gesehen, galten für wahr.(218)Wenngleich der Inhalt des gegebenen Traumes hier in dieser Weise aufgefaßt wird, so ist doch nicht zu übersehen, daß er, offenbar aus einem anderen Zusammenhang stammend (ein altes Orakel scheint zu Grunde zu liegen), ursprünglich auch eine andere Bedeutung gehabt haben dürfte.(219)Vgl. die Angst im Traum vom Lebenslicht,oben S. 392.(220)Vgl.Rank: Aktuelle Sexualregungen als Traumanlässe.(221)In einem anderen Traume stellt dieselbe Frau in Anlehnung an die ihr bekannten geflügelten Phalloi der Antike das ganze männliche Genitale (inklusive Hoden) in der Vogelsprache dar: »Es haben mich Löwen und Tiger, auch wildeSchweineverfolgt, die mich fressen oder mit mir verkehren wollten. Ich flüchtete, um mich zu retten; dann waren auch ein Paar von den Bestien schoneingesperrt. Dann kam ich über einen Bergesabhang auf einen Hof, wo ich Vögel herumfliegen sah. Doch hatte ich schon einen schönenkleinen weißen Vogelim Käfigeingesperrt. Ich habe ihn herausgenommen, jedem gezeigt und gesagt, das ist mein eigener Vogel, den ich schon lange eingesperrt habe. Von den herumfliegenden Vögeln sind dannzweivom Dachheruntergefallen; ich habe sie aufgefangen, aber sie waren schonganz hin; da habe ich sie gedrückt undsie sind wieder lebendig geworden.Sie waren zusammengewachsenund es sind mir an ihneneigentlich nurdie schön gefärbtenFlügelaufgefallen.« Die letzten Details (zusammengewachsen und nur die Flügel im Gegensatz zu dem anderen ganzen Vogel) weisen, wenn noch ein Zweifel bleiben könnte, unzweideutig auf das sexuelle Vorbild dieses Symbols hin.(222)Vgl. Thyris’ Wunsch nach Fruchtbarkeit, der ihr Sexualverlangen ersetzt. Es sei hier nicht unerwähnt, daß die wirkliche Fruchtbarkeitsbedeutung in einer zweiten Version derselben Sage einen ganz anderen, in mehrfacher Hinsicht interessanten Ausdruck findet. Dort ist Thyri noch unvermählt und stellt ihrem Zukünftigen folgende Bedingung: er möge ein Haus bauen, wo vorher noch keines gestanden, dort die drei Nächte schlafen und darauf achten, was ihm träume. Er hat dann drei Träume von je drei Ochsen, wodurch Thyri über den Ausfall der nächsten drei Jahre unterrichtet, zur Vorsorge mit Getreidevorräten veranlaßt wird.Henzen, der hier mit Recht an die biblischen Träume des Pharao von den sieben fetten und sieben mageren Kühen erinnert, betont das »Zugrundeliegen alter indogermanischer Anschauung, welche die Zeugungskraft der Natur unter dem Bilde des Stieres und die Fruchtbarkeit der Erde unter dem der Kuh sich vorzustellen liebte« (vgl. Sanskrit gans = Kuh und Erde). So könnte auch dem Pharaotraum ein Wunsch nach menschlicher Fruchtbarkeit, eine Potenzphantasie zu grunde liegen. Die besonders geforderte Bedingung der Neuheit des Hauses und des Bauplatzes, die andere Male zu einem wahren Zeremoniell ausgestaltet erscheint (Unberührtheit des Lagers, des Bettzeugs, der Wäsche), könnte hier die Unberührtheit des Mädchens ersetzen. Noch heute herrscht übrigens der Glaube, daß der erste in einem neuen Milieu geträumte Traum in Erfüllung geht.(223)Vgl. Psychopathologie des Alltagslebens. 1. Aufl., 1901 u. 1904, 4. Aufl., 1912.(224)Vgl. über die Absicht beim Vergessen überhaupt meine kleine Abhandlung über den »psychischen Mechanismus der Vergeßlichkeit« in der Monatschrift für Psychiatrie und Neurologie, 1898. Dieselbe ist später in die »Psychopathologie des Alltagslebens« aufgenommen worden.(225)Solche Korrekturen im Gebrauche fremder Sprachen sind in Träumen nicht selten, werden aber häufiger fremden Personen zugeschoben.Maury(p. 143) träumte einmal zur Zeit, da er Englisch lernte, daß er einer anderen Person die Mitteilung, er habe sie gestern besucht, mit den Worten machte: I calledforyou yesterday. Der andere erwiderte richtig: Es heißt: I calledonyou yesterday.(226)E.Jonesbeschreibt den analogen, häufig vorkommenden Fall, daß während der Analyse eines Traumes ein zweiter derselben Nacht erinnert wird, der bis dahin vergessen war, ja nicht einmal vermutet wurde.(227)Ich bin erst später darauf aufmerksam gemacht worden, daßEd. von Hartmannin diesem psychologisch bedeutsamen Punkte die nämliche Anschauung vertritt: »Gelegentlich der Erörterung der Rolle des Unbewußten im künstlerischen Schaffen (Philos. d. Unbew. Bd. I., Abschn. B, Kap. V) hat Eduard von Hartmann das Gesetz der von unbewußten Zielvorstellungen geleiteten Ideenassoziation mit klaren Worten ausgesprochen, ohne sich jedoch der Tragweite dieses Gesetzes bewußt zu sein. Ihm ist es darum zu tun, zu erweisen, daß ›jede Kombination sinnlicher Vorstellungen, wenn sie nicht rein dem Zufall anheimgestellt wird, sondern zu einem bestimmten Ziele führen soll, der Hilfe des Unbewußten bedarf‹ und daß das bewußte Interesse an einer bestimmten Gedankenverbindung ein Antrieb für das Unbewußte ist, unter den unzähligen möglichen Verstellungen die zweckentsprechende herauszufinden. ›Es ist das Unbewußte, welches den Zwecken des Interesses gemäß wählt: und das gilt für dieIdeenassoziation beim abstrakten Denken, als sinnlichem Vorstellen oder künstlerischem Kombinieren‹ und beim witzigen Einfall. Daher ist eine Einschränkung der Ideenassoziation auf die hervorrufende und die hervorgerufene Vorstellung im Sinne der reinen Assoziationspsychologie nicht aufrecht zu erhalten. Eine solche Einschränkung wäre ›nur dann tatsächlich gerechtfertigt, wenn Zustände im menschlichen Leben vorkommen, in denen der Mensch nicht nur von jedem bewußten Zweck, sondern auch von der Herrschaft oder Mitwirkung jedes unbewußten Interesses, jeder Stimmung frei ist. Dies ist aber ein kaum jemals vorkommender Zustand, denn auch,wenn man seine Gedankenfolge anscheinend völlig dem Zufall anheimgibt, oder wenn man sich ganz den unwillkürlichen Träumen der Phantasie überläßt, so walten doch immer zu der einen Stunde andere Hauptinteressen, maßgebende Gefühle und Stimmungen im Gemüt als zu der anderen, und diese werden allemal einen Einfluß auf die Ideenassoziation üben.‹ (Philos. d. Unbew., 11. Aufl., I., 246.) Bei halb unbewußten Träumen kommen immer nur solche Vorstellungen, die dem augenblicklichen (unbewußten) Hauptinteresse entsprechen (a. a. O.). Die Hervorhebung des Einflusses der Gefühle und Stimmungen auf die freie Gedankenfolge läßt nun das methodische Verfahren der Psychoanalyse auch vom Standpunkte der Hartmannschen Psychologie als durchaus gerechtfertigt erscheinen.« (N. E.Pohorillesin Internat. Zschr. f. ärztl. Ps.-A. I, 1913, S. 605 f.) –Du Prelschließt aus der Tatsache, daß ein Name, auf den wir uns vergeblich besinnen, uns oft plötzlich wie unvermittelt einfällt, es gebe ein unbewußtes und dennoch zielgerichtetes Denken, dessen Resultat alsdann ins Bewußtsein tritt (Philos. d. Mystik p. 107).(228)Vgl. hiezu die glänzende Bestätigung dieser Behauptung, die C. G.Jungdurch Analysen bei Dementia praecox erbracht hat. (»Zur Psychologie der Dementia praecox«, 1907.)(229)Dieselben Erwägungen gelten natürlich auch für den Fall, daß die oberflächlichen Assoziationen im Trauminhalt bloßgelegt werden, wie z. B. in den beiden vonMaurymitgeteilten Träumen (p. 45: pélerinage – Pelletier – pelle; Kilometer – Kilogramm – Gilolo – Lobelia – Lopez – Lotto). Aus der Arbeit mit Neurotikern weiß ich, welche Reminiszenz sich so darzustellen liebt. Es ist das Nachschlagen im Konversationslexikon (Lexikon überhaupt), aus dem ja die meisten in der Zeit der Pubertätsneugierde ihr Bedürfnis nach Aufklärung der sexuellen Rätsel gestillt haben.(230)Die hier vorgetragenen, damals sehr unwahrscheinlich klingenden Sätze haben später durch die »diagnostischen Assoziationsstudien«Jungsund seiner Schüler eine experimentelle Rechtfertigung und Verwertung erfahren.(231)Die erste Andeutung des Moments der Regression findet sich bereits beiAlbertus Magnus. Die Imaginatio, heißt es bei ihm, baut aus den aufbewahrten Bildern der sinnenfälligen Objekte den Traum auf. Der Prozeß vollzieht sich umgekehrt wie im Wachen (nachDiepgen, p. 14). –Hobbessagt (im Leviathan, 1651): »In sum, our dreams are the reverse of our waking imaginations, the motion, when we are awake, beginning at one end, and when we dream at another.« (Nach H.Ellis, p. 112.)(232)»Weitere Bemerkungen über die Abwehrneuropsychosen.« Neurologisches Zentralblatt 1896, Nr. 10. (Sammlung kl. Schriften z. Neurosenlehre, p. 112.)(233)In einer Darstellung der Lehre von der Verdrängung wäre auszuführen, daß ein Gedanke durch das Zusammenwirken zweier ihn beeinflussenden Momente in die Verdrängung gerät. Er wird von der einen Seite (der Zensur desBw.) weggestoßen, von der anderen (demUbw.) angezogen, also ähnlich wie man auf die Spitze der großen Pyramide gelangt.(234)Sie teilen diesen Charakter der Unzerstörbarkeit mit allen anderen wirklich unbewußten, d. h. dem SystemUbwallein angehörigen seelischen Akten. Diese sind ein für allemal gebahnte Wege, die nie veröden und den Erregungsvorgang immer wieder zur Abfuhr leiten, so oft die unbewußte Erregung sie wiederbesetzt. Um mich eines Gleichnisses zu bedienen: es gibt für sie keine andere Art der Vernichtung als für die Schatten der odysseischen Unterwelt, die zum neuen Leben erwachen, sobald sie Blut getrunken haben. Die vom vorbewußten System abhängigen Vorgänge sind in ganz anderem Sinne zerstörbar. Auf diesem Unterschiede ruht die Psychotherapie der Neurosen.

(151)Ein junger, von Nervosität freier Kollege teilt mir hiezu mit: »Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß ich früher beim Schaukeln und zwar in dem Moment, wo die Abwärtsbewegung die größte Wucht hat, ein eigentümliches Gefühl in den Genitalien bekam, das ich, obwohl es mir eigentlich nicht angenehm war, doch als Lustgefühl bezeichnen muß.« – Von Patienten habe ich oftmals gehört, daß die ersten Erektionen mit Lustgefühl, die sie erinnern, in der Knabenzeit beim Klettern aufgetreten sind. – Aus den Psychoanalysen ergibt sich mit aller Sicherheit, daß häufig die ersten sexuellen Regungen in den Rauf- und Ringspielen der Kinderjahre wurzeln.

(151)Ein junger, von Nervosität freier Kollege teilt mir hiezu mit: »Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß ich früher beim Schaukeln und zwar in dem Moment, wo die Abwärtsbewegung die größte Wucht hat, ein eigentümliches Gefühl in den Genitalien bekam, das ich, obwohl es mir eigentlich nicht angenehm war, doch als Lustgefühl bezeichnen muß.« – Von Patienten habe ich oftmals gehört, daß die ersten Erektionen mit Lustgefühl, die sie erinnern, in der Knabenzeit beim Klettern aufgetreten sind. – Aus den Psychoanalysen ergibt sich mit aller Sicherheit, daß häufig die ersten sexuellen Regungen in den Rauf- und Ringspielen der Kinderjahre wurzeln.

(152)Sammlung kl. Schriften z. Neurosenlehre. Zweite Folge, 1909.

(152)Sammlung kl. Schriften z. Neurosenlehre. Zweite Folge, 1909.

(153)Vgl. des Verf. »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie«, 1905, 2. Aufl. 1910.

(153)Vgl. des Verf. »Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie«, 1905, 2. Aufl. 1910.

(154)Die Sprache des Traumes, 1911.

(154)Die Sprache des Traumes, 1911.

(155)Der psychische Hermaphroditismus im Leben und in der Neurose, Fortschritte der Medizin 1910, Nr. 16 und spätere Arbeiten im Zentralblatt für Psychoanalyse I, 1910/11.

(155)Der psychische Hermaphroditismus im Leben und in der Neurose, Fortschritte der Medizin 1910, Nr. 16 und spätere Arbeiten im Zentralblatt für Psychoanalyse I, 1910/11.

(156)Ein typisches Beispiel eines solchen verkappten Ödipustraumes habe ich in Nr. 1 des Zentralblattes für Psychoanalyse veröffentlicht; ein anderes mit ausführlicher Deutung O.Rankebendort in Nr. 4. Über andere verkappte Ödipusträume, in denen die Symbolik des Auges hervortritt, sieheRank(Internat. Zeitschrift für Psychoanalyse I, 1913). Daselbst auch Arbeiten über »Augenträume« und Augensymbolik vonEder,Ferenczi,Reitler. Die Blendung in der Ödipussage wie anderwärts als Stellvertretung der Kastration. Den Alten war übrigens auch die symbolische Deutung der unverhüllten Ödipusträume nicht fremd. (Vgl. O.Rank, Jahrb. II, p. 534): »So ist von Julius Cäsar ein Traum vom geschlechtlichen Verkehr mit der Mutter überliefert, den die Traumdeuter als günstiges Vorzeichen für die Besitzergreifung der Erde (Mutter-Erde) auslegten. Ebenso bekannt ist das den Tarquiniern gegebene Orakel, demjenigen von ihnen werde die Herrschaft Roms zufallen, der zuerst dieMutter küsse(osculum matri tulerit), was Brutus als Hinweis auf dieMutter-Erdeauffaßte (terram osculo contigit, scilicet quod ea communia mater omnium mortalium esset. Livius I, LXI). Vgl. hiezu den Traum desHippiasbei Herodot VI,107:»Die Barbaren aber führte Hippias nach Marathon, nachdem er in der vergangenen Nacht folgendes Traumgesicht gehabt: Es deuchte dem Hippias, er schliefe bei seiner eigenen Mutter. Aus diesem Traume schloß er nun, er würde heimkommen nach Athen und seine Herrschaft wieder erhalten und im Vaterlande sterben in seinen alten Tagen.« Diese Mythen und Deutungen weisen auf eine richtige psychologische Erkenntnis hin. Ich habe gefunden, daß die Personen, die sich von der Mutter bevorzugt oder ausgezeichnet wissen, im Leben jene besondere Zuversicht zu sich selbst, jenen unerschütterlichen Optimismus bekunden, die nicht selten als heldenhaft erscheinen und den wirklichen Erfolgerzwingen.«

(156)Ein typisches Beispiel eines solchen verkappten Ödipustraumes habe ich in Nr. 1 des Zentralblattes für Psychoanalyse veröffentlicht; ein anderes mit ausführlicher Deutung O.Rankebendort in Nr. 4. Über andere verkappte Ödipusträume, in denen die Symbolik des Auges hervortritt, sieheRank(Internat. Zeitschrift für Psychoanalyse I, 1913). Daselbst auch Arbeiten über »Augenträume« und Augensymbolik vonEder,Ferenczi,Reitler. Die Blendung in der Ödipussage wie anderwärts als Stellvertretung der Kastration. Den Alten war übrigens auch die symbolische Deutung der unverhüllten Ödipusträume nicht fremd. (Vgl. O.Rank, Jahrb. II, p. 534): »So ist von Julius Cäsar ein Traum vom geschlechtlichen Verkehr mit der Mutter überliefert, den die Traumdeuter als günstiges Vorzeichen für die Besitzergreifung der Erde (Mutter-Erde) auslegten. Ebenso bekannt ist das den Tarquiniern gegebene Orakel, demjenigen von ihnen werde die Herrschaft Roms zufallen, der zuerst dieMutter küsse(osculum matri tulerit), was Brutus als Hinweis auf dieMutter-Erdeauffaßte (terram osculo contigit, scilicet quod ea communia mater omnium mortalium esset. Livius I, LXI). Vgl. hiezu den Traum desHippiasbei Herodot VI,107:»Die Barbaren aber führte Hippias nach Marathon, nachdem er in der vergangenen Nacht folgendes Traumgesicht gehabt: Es deuchte dem Hippias, er schliefe bei seiner eigenen Mutter. Aus diesem Traume schloß er nun, er würde heimkommen nach Athen und seine Herrschaft wieder erhalten und im Vaterlande sterben in seinen alten Tagen.« Diese Mythen und Deutungen weisen auf eine richtige psychologische Erkenntnis hin. Ich habe gefunden, daß die Personen, die sich von der Mutter bevorzugt oder ausgezeichnet wissen, im Leben jene besondere Zuversicht zu sich selbst, jenen unerschütterlichen Optimismus bekunden, die nicht selten als heldenhaft erscheinen und den wirklichen Erfolgerzwingen.«

(157)Über die mythologische Bedeutung der Wassergeburt sieheRank: Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.

(157)Über die mythologische Bedeutung der Wassergeburt sieheRank: Der Mythus von der Geburt des Helden, 1909.

(158)Die Bedeutung der Phantasien und unbewußten Gedanken über das Leben im Mutterleibe habe ich erst spät würdigen gelernt. Sie enthalten sowohl die Aufklärung für die sonderbare Angst so vieler Menschen, lebendig begraben zu werden, als auch die tiefste unbewußte Begründung des Glaubens an ein Fortleben nach dem Tode, welches nur die Projektion in die Zukunft dieses unheimlichen Lebens vor der Geburt darstellt.Der Geburtsakt ist übrigens das erste Angsterlebnis und somit die Quelle und Vorbild des Angstaffektes.

(158)Die Bedeutung der Phantasien und unbewußten Gedanken über das Leben im Mutterleibe habe ich erst spät würdigen gelernt. Sie enthalten sowohl die Aufklärung für die sonderbare Angst so vieler Menschen, lebendig begraben zu werden, als auch die tiefste unbewußte Begründung des Glaubens an ein Fortleben nach dem Tode, welches nur die Projektion in die Zukunft dieses unheimlichen Lebens vor der Geburt darstellt.Der Geburtsakt ist übrigens das erste Angsterlebnis und somit die Quelle und Vorbild des Angstaffektes.

(159)FernerRank: Belege zur Rettungsphantasie (Zentralblatt f. Ps.-A. I, 1910, p. 331),Reik: Zur Rettungssymbolik (ebenda, p. 499) u. a. m.

(159)FernerRank: Belege zur Rettungsphantasie (Zentralblatt f. Ps.-A. I, 1910, p. 331),Reik: Zur Rettungssymbolik (ebenda, p. 499) u. a. m.

(160)Analysen von anderen Zahlenträumen siehe beiJung,Marcinowskiu. a. Dieselben setzen oft sehr komplizierte Zahlenoperationen voraus, die aber vom Träumer mit verblüffender Sicherheit vollzogen werden. Vgl. auchJones, »Über unbewußte Zahlenbehandlung« (Zentralbl. f. PS.-A. II, 1912, S. 241 f.).

(160)Analysen von anderen Zahlenträumen siehe beiJung,Marcinowskiu. a. Dieselben setzen oft sehr komplizierte Zahlenoperationen voraus, die aber vom Träumer mit verblüffender Sicherheit vollzogen werden. Vgl. auchJones, »Über unbewußte Zahlenbehandlung« (Zentralbl. f. PS.-A. II, 1912, S. 241 f.).

(161)In der gleichen Weise wie der Traum verfährt auch die Neurose. Ich kenne eine Patientin, die daran leidet, daß sie Lieder oder Stücke von solchen unwillkürlich und widerwillig hört (halluziniert), ohne deren Bedeutung für ihr Seelenleben verstehen zu können. Sie ist übrigens gewiß nicht paranoisch. Die Analyse zeigt dann, daß sie den Text dieser Lieder mittels gewisser Lizenzen mißbräuchlich verwendet hat. »Leise, leise, fromme Weise.« Das bedeutet für ihr Unbewußtes: FrommeWaise, und diese ist sie selbst. »O du selige, o du fröhliche« ist der Anfang eines Weihnachtsliedes; indem sie es nicht bis zu »Weihnachtszeit« fortsetzt, macht sie daraus ein Brautlied u. dgl. – Derselbe Entstellungsmechanismus kann sich übrigens auch ohne Halluzination im bloßen Einfall durchsetzen. Warum wird einer meiner Patienten von der Erinnerung an ein Gedicht heimgesucht, das er in jungen Jahren lernen mußte:»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«Weil sich seine Phantasie mit einem Stück dieses Zitats:»Nächtlich am Busen« begnügt.Es ist bekannt, daß der parodistische Witz auf dieses Stückchen Technik nicht verzichtet hat. Die »Fliegenden Blätter« brachten einst unter ihren Illustrationen zu deutschen »Klassikern« auch ein Bild zum Schillerschen »Siegesfest«, zu dem das Zitat vorzeitig abgeschlossen war.»Und des frisch erkämpften WeibesFreut sich der Atrid und strickt.«(Fortsetzung:Um den Reiz des schönen LeibesSeine Arme hochbeglückt.)

(161)In der gleichen Weise wie der Traum verfährt auch die Neurose. Ich kenne eine Patientin, die daran leidet, daß sie Lieder oder Stücke von solchen unwillkürlich und widerwillig hört (halluziniert), ohne deren Bedeutung für ihr Seelenleben verstehen zu können. Sie ist übrigens gewiß nicht paranoisch. Die Analyse zeigt dann, daß sie den Text dieser Lieder mittels gewisser Lizenzen mißbräuchlich verwendet hat. »Leise, leise, fromme Weise.« Das bedeutet für ihr Unbewußtes: FrommeWaise, und diese ist sie selbst. »O du selige, o du fröhliche« ist der Anfang eines Weihnachtsliedes; indem sie es nicht bis zu »Weihnachtszeit« fortsetzt, macht sie daraus ein Brautlied u. dgl. – Derselbe Entstellungsmechanismus kann sich übrigens auch ohne Halluzination im bloßen Einfall durchsetzen. Warum wird einer meiner Patienten von der Erinnerung an ein Gedicht heimgesucht, das er in jungen Jahren lernen mußte:

»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«

»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«

»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«

»Nächtlich am Busento lispeln . . . ?«

Weil sich seine Phantasie mit einem Stück dieses Zitats:

»Nächtlich am Busen« begnügt.

»Nächtlich am Busen« begnügt.

»Nächtlich am Busen« begnügt.

»Nächtlich am Busen« begnügt.

Es ist bekannt, daß der parodistische Witz auf dieses Stückchen Technik nicht verzichtet hat. Die »Fliegenden Blätter« brachten einst unter ihren Illustrationen zu deutschen »Klassikern« auch ein Bild zum Schillerschen »Siegesfest«, zu dem das Zitat vorzeitig abgeschlossen war.

»Und des frisch erkämpften WeibesFreut sich der Atrid und strickt.«

»Und des frisch erkämpften WeibesFreut sich der Atrid und strickt.«

»Und des frisch erkämpften WeibesFreut sich der Atrid und strickt.«

»Und des frisch erkämpften Weibes

Freut sich der Atrid und strickt.«

(Fortsetzung:

Um den Reiz des schönen LeibesSeine Arme hochbeglückt.)

Um den Reiz des schönen LeibesSeine Arme hochbeglückt.)

Um den Reiz des schönen LeibesSeine Arme hochbeglückt.)

Um den Reiz des schönen Leibes

Seine Arme hochbeglückt.)

(162)Als Beitrag zur Überdeterminierung: Meine Entschuldigung für mein Zuspätkommen lag darin, daß ich nach langer Nachtarbeit am Morgen den weiten Weg von derKaiser Josef-Straße in die Währingerstraße zu machen hatte.

(162)Als Beitrag zur Überdeterminierung: Meine Entschuldigung für mein Zuspätkommen lag darin, daß ich nach langer Nachtarbeit am Morgen den weiten Weg von derKaiser Josef-Straße in die Währingerstraße zu machen hatte.

(163)Dazu nochCäsar-Kaiser.

(163)Dazu nochCäsar-Kaiser.

(164)Ich weiß nicht mehr, bei welchem Autor ich einen Traum erwähnt gefunden habe, in dem es von ungewöhnlich kleinen Gestalten wimmelte, und als dessen Quelle sich einer der SticheJacques Callotsherausstellte, die der Träumer bei Tag betrachtet hatte. Diese Stiche enthalten allerdings eine Unzahl sehr kleiner Figuren; eine Reihe derselben behandelt die Greuel des Dreißigjährigen Krieges.

(164)Ich weiß nicht mehr, bei welchem Autor ich einen Traum erwähnt gefunden habe, in dem es von ungewöhnlich kleinen Gestalten wimmelte, und als dessen Quelle sich einer der SticheJacques Callotsherausstellte, die der Träumer bei Tag betrachtet hatte. Diese Stiche enthalten allerdings eine Unzahl sehr kleiner Figuren; eine Reihe derselben behandelt die Greuel des Dreißigjährigen Krieges.

(165)Die Häufigkeit, mit welcher im Traume tote Personen wie lebend auftreten, handeln und mit uns verkehren, hat eine ungebührliche Verwunderung hervorgerufen und sonderbare Erklärungen erzeugt, aus denen unser Unverständnis für den Traum sehr auffällig erhellt. Und doch ist die Aufklärung dieser Träume eine sehr naheliegende. Wie oft kommen wir in die Lage uns zu denken:Wennder Vater noch leben würde, was würde er dazu sagen? DiesesWennkann der Traum nicht anders darstellen als durch die Gegenwart in einer bestimmten Situation. So träumt z. B. ein junger Mann, dem sein Großvater ein großes Erbe hinterlassen hat, bei einer Gelegenheit von Vorwurf wegen einer bedeutenden Geldausgabe, der Großvater sei wieder am Leben und fordere Rechenschaft von ihm. Was wir für die Auflehnung gegen den Traum halten, der Einspruch aus unserem besseren Wissen, daß der Mann doch schon gestorben sei, ist in Wirklichkeit der Trostgedanke, daß der Verstorbene das nicht zu erleben brauchte, oder die Befriedigung darüber, daß er nichts mehr dreinzureden hat.Eine andere Art von Absurdität, die sich in Träumen von toten Angehörigen findet, drückt nicht Spott und Hohn aus, sondern dient der äußersten Ablehnung, der Darstellung eines verdrängten Gedankens, den man gerne als das Allerundenkbarste hinstellen möchte. Träume dieser Art erscheinen nur auflösbar, wenn man sich erinnert, daß der Traum zwischen Gewünschtem und Realem keinen Unterschied macht. So träumt z. B. ein Mann, der seinen Vater in dessen Krankheit gepflegt und unter dessen Tod schwer gelitten hatte, eine Zeit nachher folgenden unsinnigen Traum:Der Vater war wieder am Leben und sprach mit ihm wie sonst, aber(das Merkwürdige war),er war doch gestorben und wußte es nur nicht.Man versteht diesen Traum, wenn man nach »er war doch gestorben« einsetzt:infolge des Wunsches des Träumersund zu »er wußte es nicht« ergänzt:daß der Träumer diesen Wunsch hatte. Der Sohn hatte während der Krankenpflege wiederholt den Vater tot gewünscht, d. h. den eigentlich erbarmungsvollen Gedanken gehabt, der Tod möge doch endlich dieser Qual ein Ende machen. In der Trauer nach dem Tode wurde selbst dieser Wunsch des Mitleidens zum unbewußten Vorwurf, als ob er durch ihn wirklich beigetragen hätte, das Leben des Kranken zu verkürzen. Durch Erweckung der frühinfantilsten Regungen gegen den Vater wurde es möglich, diesen Vorwurf als Traum auszudrücken, aber gerade wegen der weltenweiten Gegensätzlichkeit zwischen dem Traumerreger und dem Tagesgedanken mußte dieser Traum so absurd ausfallen. (Vgl. hiezu: Formulierungen über die zwei Prinzipien des seelischen Geschehens. Jahrbuch f. Ps.-A., III, 1911.)

(165)Die Häufigkeit, mit welcher im Traume tote Personen wie lebend auftreten, handeln und mit uns verkehren, hat eine ungebührliche Verwunderung hervorgerufen und sonderbare Erklärungen erzeugt, aus denen unser Unverständnis für den Traum sehr auffällig erhellt. Und doch ist die Aufklärung dieser Träume eine sehr naheliegende. Wie oft kommen wir in die Lage uns zu denken:Wennder Vater noch leben würde, was würde er dazu sagen? DiesesWennkann der Traum nicht anders darstellen als durch die Gegenwart in einer bestimmten Situation. So träumt z. B. ein junger Mann, dem sein Großvater ein großes Erbe hinterlassen hat, bei einer Gelegenheit von Vorwurf wegen einer bedeutenden Geldausgabe, der Großvater sei wieder am Leben und fordere Rechenschaft von ihm. Was wir für die Auflehnung gegen den Traum halten, der Einspruch aus unserem besseren Wissen, daß der Mann doch schon gestorben sei, ist in Wirklichkeit der Trostgedanke, daß der Verstorbene das nicht zu erleben brauchte, oder die Befriedigung darüber, daß er nichts mehr dreinzureden hat.

Eine andere Art von Absurdität, die sich in Träumen von toten Angehörigen findet, drückt nicht Spott und Hohn aus, sondern dient der äußersten Ablehnung, der Darstellung eines verdrängten Gedankens, den man gerne als das Allerundenkbarste hinstellen möchte. Träume dieser Art erscheinen nur auflösbar, wenn man sich erinnert, daß der Traum zwischen Gewünschtem und Realem keinen Unterschied macht. So träumt z. B. ein Mann, der seinen Vater in dessen Krankheit gepflegt und unter dessen Tod schwer gelitten hatte, eine Zeit nachher folgenden unsinnigen Traum:Der Vater war wieder am Leben und sprach mit ihm wie sonst, aber(das Merkwürdige war),er war doch gestorben und wußte es nur nicht.Man versteht diesen Traum, wenn man nach »er war doch gestorben« einsetzt:infolge des Wunsches des Träumersund zu »er wußte es nicht« ergänzt:daß der Träumer diesen Wunsch hatte. Der Sohn hatte während der Krankenpflege wiederholt den Vater tot gewünscht, d. h. den eigentlich erbarmungsvollen Gedanken gehabt, der Tod möge doch endlich dieser Qual ein Ende machen. In der Trauer nach dem Tode wurde selbst dieser Wunsch des Mitleidens zum unbewußten Vorwurf, als ob er durch ihn wirklich beigetragen hätte, das Leben des Kranken zu verkürzen. Durch Erweckung der frühinfantilsten Regungen gegen den Vater wurde es möglich, diesen Vorwurf als Traum auszudrücken, aber gerade wegen der weltenweiten Gegensätzlichkeit zwischen dem Traumerreger und dem Tagesgedanken mußte dieser Traum so absurd ausfallen. (Vgl. hiezu: Formulierungen über die zwei Prinzipien des seelischen Geschehens. Jahrbuch f. Ps.-A., III, 1911.)

(166)Die Traumarbeit parodiert also den ihr als lächerlich bezeichneten Gedanken, indem sie etwas Lächerliches in Beziehung mit ihm erschafft. So ähnlich verfährtHeine, wenn er die schlechten Verse des Bayerkönigs verspotten will. Er tut es in noch schlechteren:Herr Ludwig ist ein großer Poet,Und singt er, so stürzt ApolloVor ihm auf die Knie und bittet und fleht,»Halt ein, ich werde sonst toll oh!«

(166)Die Traumarbeit parodiert also den ihr als lächerlich bezeichneten Gedanken, indem sie etwas Lächerliches in Beziehung mit ihm erschafft. So ähnlich verfährtHeine, wenn er die schlechten Verse des Bayerkönigs verspotten will. Er tut es in noch schlechteren:

Herr Ludwig ist ein großer Poet,Und singt er, so stürzt ApolloVor ihm auf die Knie und bittet und fleht,»Halt ein, ich werde sonst toll oh!«

Herr Ludwig ist ein großer Poet,Und singt er, so stürzt ApolloVor ihm auf die Knie und bittet und fleht,»Halt ein, ich werde sonst toll oh!«

Herr Ludwig ist ein großer Poet,Und singt er, so stürzt ApolloVor ihm auf die Knie und bittet und fleht,»Halt ein, ich werde sonst toll oh!«

Herr Ludwig ist ein großer Poet,

Und singt er, so stürzt Apollo

Vor ihm auf die Knie und bittet und fleht,

»Halt ein, ich werde sonst toll oh!«

(167)Dieser Traum gibt auch ein gutes Beispiel für den allgemein gültigen Satz, daß die Träume derselben Nacht, wenngleich in der Erinnerung gesondert, auf dem Boden des nämlichen Gedankenmaterials erwachsen sind. Die Traumsituation, daß ich meine Kinder aus der Stadt Rom flüchte, ist übrigens durch die Rückbeziehung auf einen analogen, in meine Kindheit fallenden Vorgang entstellt. Der Sinn ist, daß ich Verwandte beneide, denen sich bereits vor vielen Jahren ein Anlaß geboten hat, ihre Kinder auf einen anderen Boden zu versetzen.

(167)Dieser Traum gibt auch ein gutes Beispiel für den allgemein gültigen Satz, daß die Träume derselben Nacht, wenngleich in der Erinnerung gesondert, auf dem Boden des nämlichen Gedankenmaterials erwachsen sind. Die Traumsituation, daß ich meine Kinder aus der Stadt Rom flüchte, ist übrigens durch die Rückbeziehung auf einen analogen, in meine Kindheit fallenden Vorgang entstellt. Der Sinn ist, daß ich Verwandte beneide, denen sich bereits vor vielen Jahren ein Anlaß geboten hat, ihre Kinder auf einen anderen Boden zu versetzen.

(168)Die noch im TraumeenthalteneMahnung oder der Vorsatz: Das muß ich dem Doktor erzählen, bei Träumen während der psychoanalytischen Behandlung entspricht regelmäßig einem großen Widerstand gegen die Beichte des Traumes und wird nicht selten vom Vergessen des Traumes gefolgt.

(168)Die noch im TraumeenthalteneMahnung oder der Vorsatz: Das muß ich dem Doktor erzählen, bei Träumen während der psychoanalytischen Behandlung entspricht regelmäßig einem großen Widerstand gegen die Beichte des Traumes und wird nicht selten vom Vergessen des Traumes gefolgt.

(169)Ein Thema, über welches sich eine weitläufige Diskussion in den letzten Jahrgängen der Revue philosophique angesponnen hat (Paramnesie im Traume).

(169)Ein Thema, über welches sich eine weitläufige Diskussion in den letzten Jahrgängen der Revue philosophique angesponnen hat (Paramnesie im Traume).

(170)Diese Ergebnisse korrigieren in einigen Punkten meine früheren Angaben über die Darstellung der logischen Relationen (p. 233). Letztere beschreiben das allgemeine Verhalten der Traumarbeit, berücksichtigen aber nicht die feinsten und sorgfältigsten Leistungen derselben.

(170)Diese Ergebnisse korrigieren in einigen Punkten meine früheren Angaben über die Darstellung der logischen Relationen (p. 233). Letztere beschreiben das allgemeine Verhalten der Traumarbeit, berücksichtigen aber nicht die feinsten und sorgfältigsten Leistungen derselben.

(171)Stanniol, Anspielung aufStannius, Nervensystem der Fische, vgl.p. 295.

(171)Stanniol, Anspielung aufStannius, Nervensystem der Fische, vgl.p. 295.

(172)Die Örtlichkeit im Flure meines Wohnhauses, wo die Kinderwagen der Parteien stehen; sonst aber mehrfach überbestimmt.

(172)Die Örtlichkeit im Flure meines Wohnhauses, wo die Kinderwagen der Parteien stehen; sonst aber mehrfach überbestimmt.

(173)Diese Beschreibung ist für mich selbst nicht verständlich, aber ich folge dem Grundsatze, den Traum in jenen Worten wiederzugeben, die mir beim Niederschreiben einfallen. Die Wortfassung ist selbst ein Stück der Traumdarstellung.

(173)Diese Beschreibung ist für mich selbst nicht verständlich, aber ich folge dem Grundsatze, den Traum in jenen Worten wiederzugeben, die mir beim Niederschreiben einfallen. Die Wortfassung ist selbst ein Stück der Traumdarstellung.

(174)Schiller ist nicht in einemMarburg, sondern inMarbachgeboren, wie jeder deutsche Gymnasiast weiß, und wie auch ich wußte. Es ist dies wieder einer jener Irrtümer (vgl. p. 149), die sich als Ersatz für eine absichtliche Verfälschung an anderer Stelle einschleichen, und deren Aufklärung ich in der »Psychopathologie des Alltagslebens« versucht habe.

(174)Schiller ist nicht in einemMarburg, sondern inMarbachgeboren, wie jeder deutsche Gymnasiast weiß, und wie auch ich wußte. Es ist dies wieder einer jener Irrtümer (vgl. p. 149), die sich als Ersatz für eine absichtliche Verfälschung an anderer Stelle einschleichen, und deren Aufklärung ich in der »Psychopathologie des Alltagslebens« versucht habe.

(175)Analog habe ich die außerordentlich starke Lustwirkung der tendenziösen Witze erklärt.

(175)Analog habe ich die außerordentlich starke Lustwirkung der tendenziösen Witze erklärt.

(176)Diese Phantasie aus den unbewußten Traumgedanken ist es, die gebieterischnon vivitanstattnon vixitverlangt. »Du bist zu spät gekommen, er lebt nicht mehr.« Daß auch die manifeste Situation des Traumes auf »non vivit« zielt, istp. 303angegeben worden.

(176)Diese Phantasie aus den unbewußten Traumgedanken ist es, die gebieterischnon vivitanstattnon vixitverlangt. »Du bist zu spät gekommen, er lebt nicht mehr.« Daß auch die manifeste Situation des Traumes auf »non vivit« zielt, istp. 303angegeben worden.

(177)Es wird aufgefallen sein, daß der NameJosefeine so große Rolle in meinen Träumen spielt (siehe den Onkeltraum). Hinter den Personen, die so heißen, kann ich mein Ich im Traume besonders leicht verbergen, dennJosefhieß auch der aus der Bibel bekannteTraumdeuter.

(177)Es wird aufgefallen sein, daß der NameJosefeine so große Rolle in meinen Träumen spielt (siehe den Onkeltraum). Hinter den Personen, die so heißen, kann ich mein Ich im Traume besonders leicht verbergen, dennJosefhieß auch der aus der Bibel bekannteTraumdeuter.

(178)rêve, petit roman – day-dream, story.

(178)rêve, petit roman – day-dream, story.

(179)Ein gutes Beispiel eines solchen, durch Übereinanderlagerung mehrerer Phantasien entstandenen Traumes habe ich im »Bruchstück einer Hysterieanalyse« 1905 analysiert. Übrigens habe ich die Bedeutung solcher Phantasien für die Traumbildung unterschätzt, solange ich vorwiegend meine eigenen Träume bearbeitete, denen seltener Tagträume, meist Diskussionen und Gedankenkonflikte zu grunde liegen. Bei anderen Personen ist dievolle Analogie des nächtlichen Traumes mit dem Tagtraumeoft viel leichter zu erweisen. Es gelingt häufig bei Hysterischen eine Attacke durch einen Traum zu ersetzen; man kann sich dann leicht überzeugen, daß für beide psychische Bildungen die Tagtraumphantasie die nächste Vorstufe ist.

(179)Ein gutes Beispiel eines solchen, durch Übereinanderlagerung mehrerer Phantasien entstandenen Traumes habe ich im »Bruchstück einer Hysterieanalyse« 1905 analysiert. Übrigens habe ich die Bedeutung solcher Phantasien für die Traumbildung unterschätzt, solange ich vorwiegend meine eigenen Träume bearbeitete, denen seltener Tagträume, meist Diskussionen und Gedankenkonflikte zu grunde liegen. Bei anderen Personen ist dievolle Analogie des nächtlichen Traumes mit dem Tagtraumeoft viel leichter zu erweisen. Es gelingt häufig bei Hysterischen eine Attacke durch einen Traum zu ersetzen; man kann sich dann leicht überzeugen, daß für beide psychische Bildungen die Tagtraumphantasie die nächste Vorstufe ist.

(180)Tobowolska, p. 53.

(180)Tobowolska, p. 53.

(181)Siehe p. 256.

(181)Siehe p. 256.

(182)Zur Einführung des Narzissmus. Jahrbuch der Psychoanalyse, VI, 1914.

(182)Zur Einführung des Narzissmus. Jahrbuch der Psychoanalyse, VI, 1914.

(183)Von Dr.Otto Rank.

(183)Von Dr.Otto Rank.

(184)Vgl. dazu die Ausführungenoben p. 5ff.

(184)Vgl. dazu die Ausführungenoben p. 5ff.

(185)Es ist bezeichnend fürNietzschesEinstellung zum Ödipuskomplex, daß er hier einen doppelten Irrtum begeht: nicht Ödipus, sondern seine Mutter sucht Trost in der Bedeutungslosigkeit der Träume, aber Ödipus läßt sich dadurch nicht trösten.

(185)Es ist bezeichnend fürNietzschesEinstellung zum Ödipuskomplex, daß er hier einen doppelten Irrtum begeht: nicht Ödipus, sondern seine Mutter sucht Trost in der Bedeutungslosigkeit der Träume, aber Ödipus läßt sich dadurch nicht trösten.

(186)Besonders verwendet die an Träumen reiche mittelhochdeutsche Epik diese Eigentümlichkeit des Traumes, die auch der römische DichterClaudiuskennt:»Omnia quae sensu volvuntur rota diurnoPetore sopito reddit amica quies.«(Riese, Anthol. lat. II, 1, II, p. 105.)

(186)Besonders verwendet die an Träumen reiche mittelhochdeutsche Epik diese Eigentümlichkeit des Traumes, die auch der römische DichterClaudiuskennt:

»Omnia quae sensu volvuntur rota diurnoPetore sopito reddit amica quies.«

»Omnia quae sensu volvuntur rota diurnoPetore sopito reddit amica quies.«

»Omnia quae sensu volvuntur rota diurnoPetore sopito reddit amica quies.«

»Omnia quae sensu volvuntur rota diurno

Petore sopito reddit amica quies.«

(Riese, Anthol. lat. II, 1, II, p. 105.)

(187)Mitteilung vonWintersteinim »Zbl. f. Ps.-A.« II, 192.

(187)Mitteilung vonWintersteinim »Zbl. f. Ps.-A.« II, 192.

(188)Mitteilung vonWintersteinim »Zbl. f. Ps.-A.« II, 616.

(188)Mitteilung vonWintersteinim »Zbl. f. Ps.-A.« II, 616.

(189)Mitteilung im »Zbl. f. Ps.-A.«

(189)Mitteilung im »Zbl. f. Ps.-A.«

(190)Diese Auffassung zeigt die wesentlichste Übereinstimmung mit der der typischen Träume.

(190)Diese Auffassung zeigt die wesentlichste Übereinstimmung mit der der typischen Träume.

(191)Über andere Traumgedichte Hans Sachsens vergleiche man die Literatur beiHampe; zahlreiche Beispiele von Träumen in der epischen Literatur beiNagele; für die Lyrik besondersKlaiber; eine interessante Zusammenstellung von »Träumen in Dichtungen« »Kunstwart« XX, 4.

(191)Über andere Traumgedichte Hans Sachsens vergleiche man die Literatur beiHampe; zahlreiche Beispiele von Träumen in der epischen Literatur beiNagele; für die Lyrik besondersKlaiber; eine interessante Zusammenstellung von »Träumen in Dichtungen« »Kunstwart« XX, 4.

(192)Vgl. oben p. 249.

(192)Vgl. oben p. 249.

(193)Näheres in der MitteilungAbrahamsim »Zentralblatt für Psychoanalyse« II, p. 160.

(193)Näheres in der MitteilungAbrahamsim »Zentralblatt für Psychoanalyse« II, p. 160.

(194)Den Text hatRosensteinebenda p. 161 mitgeteilt.

(194)Den Text hatRosensteinebenda p. 161 mitgeteilt.

(195)Vgl. die Mitteilung vonWinterstein, ebenda p. 291 f.

(195)Vgl. die Mitteilung vonWinterstein, ebenda p. 291 f.

(196)Berlin, S. Fischer, 1911.

(196)Berlin, S. Fischer, 1911.

(197)In der mir leider unzugänglich gebliebenen Novelle »Faira« sollJensenüber die Entstehung der Träume gesprochen haben. (»Sonnenwende«, Berlin 1882).

(197)In der mir leider unzugänglich gebliebenen Novelle »Faira« sollJensenüber die Entstehung der Träume gesprochen haben. (»Sonnenwende«, Berlin 1882).

(198)Man vgl. auch die ErzählungBedasvon dem Dichter Caedmon (Beda historia eccl. ed. Holder lib. IV, cap. 24).

(198)Man vgl. auch die ErzählungBedasvon dem Dichter Caedmon (Beda historia eccl. ed. Holder lib. IV, cap. 24).

(199)Kantnennt in der »Anthropologie« den Traum eine unwillkürliche Dichtkunst.

(199)Kantnennt in der »Anthropologie« den Traum eine unwillkürliche Dichtkunst.

(200)Vgl.HebbelsVerse:»Den bängsten Traum begleitetEin heimliches Gefühl,Daß alles nichts bedeutetUnd wär’ es noch so schwül.«

(200)Vgl.HebbelsVerse:

»Den bängsten Traum begleitetEin heimliches Gefühl,Daß alles nichts bedeutetUnd wär’ es noch so schwül.«

»Den bängsten Traum begleitetEin heimliches Gefühl,Daß alles nichts bedeutetUnd wär’ es noch so schwül.«

»Den bängsten Traum begleitetEin heimliches Gefühl,Daß alles nichts bedeutetUnd wär’ es noch so schwül.«

»Den bängsten Traum begleitet

Ein heimliches Gefühl,

Daß alles nichts bedeutet

Und wär’ es noch so schwül.«

(201)Vgl. dazuRankundSachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften, Kap. V.

(201)Vgl. dazuRankundSachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften, Kap. V.

(202)Auf Grund eines Ausspruches vonMozartüber die Art seiner Produktion siehtDu Prel»das Geheimnis musikalischer Konzeption in der Verdichtung von Gehörsvorstellungen« (Phil. d. Mystik, p. 89). Neuerdings hatHans Thomaversucht, auch das Schaffen des Malers aus einem dem Traumzustand verwandten »inneren« Schauen zu verstehen: ». . . Es tritt hier das ein, was man beim künstlerischen Schaffen als das Unbewußte bezeichnet, das der Grund ist des großen Zaubers, den die Unerklärlichkeit der hohen Kunstwerke ausübt. Auch der Schaffende hat keine Erklärung, weil etwas mit ihm geschehen, das von einem geheimnisvollen Wirken der Natur aus sein Schaffen geleitet hat, daß er doch bei aller verstandesmäßigen Findigkeit in bezug auf sein Material und Handwerk wie in einem Traumzustand schaffen konnte.«

(202)Auf Grund eines Ausspruches vonMozartüber die Art seiner Produktion siehtDu Prel»das Geheimnis musikalischer Konzeption in der Verdichtung von Gehörsvorstellungen« (Phil. d. Mystik, p. 89). Neuerdings hatHans Thomaversucht, auch das Schaffen des Malers aus einem dem Traumzustand verwandten »inneren« Schauen zu verstehen: ». . . Es tritt hier das ein, was man beim künstlerischen Schaffen als das Unbewußte bezeichnet, das der Grund ist des großen Zaubers, den die Unerklärlichkeit der hohen Kunstwerke ausübt. Auch der Schaffende hat keine Erklärung, weil etwas mit ihm geschehen, das von einem geheimnisvollen Wirken der Natur aus sein Schaffen geleitet hat, daß er doch bei aller verstandesmäßigen Findigkeit in bezug auf sein Material und Handwerk wie in einem Traumzustand schaffen konnte.«

(203)VglRank: Die Nacktheit in Sage und Dichtung. »Imago« II, 1913.

(203)VglRank: Die Nacktheit in Sage und Dichtung. »Imago« II, 1913.

(204)Das kürzlich erschienene Buch vonErich Wulffen: »Shakespeares Hamlet ein Sexualproblem« (Berlin 1913) kommt als mißverständliche Verflachung der psychoanalytischen Auffassung hier nicht in Betracht.

(204)Das kürzlich erschienene Buch vonErich Wulffen: »Shakespeares Hamlet ein Sexualproblem« (Berlin 1913) kommt als mißverständliche Verflachung der psychoanalytischen Auffassung hier nicht in Betracht.

(205)Nach L. v.SchrödersÜbers. in »Mysterium und Mimus im Rigveda«, p. 260.

(205)Nach L. v.SchrödersÜbers. in »Mysterium und Mimus im Rigveda«, p. 260.

(206)»Das Zeitalter des Sonnengottes«. Berlin 1904, p. 338 f.

(206)»Das Zeitalter des Sonnengottes«. Berlin 1904, p. 338 f.

(207)Griech. Mythol. u. Relig. Gesch. Bd. II (München 1906), S. 1415 ff.

(207)Griech. Mythol. u. Relig. Gesch. Bd. II (München 1906), S. 1415 ff.

(208)Ähnlich träumt die mit Paris schwangere Hekuba, sie bringe ein brennendes Scheit zur Welt, das die ganze Stadt in Brand setze. (Vgl. dazu die Legende vom Brand des Tempels von Ephesus in der Geburtsnacht Alexanders.)

(208)Ähnlich träumt die mit Paris schwangere Hekuba, sie bringe ein brennendes Scheit zur Welt, das die ganze Stadt in Brand setze. (Vgl. dazu die Legende vom Brand des Tempels von Ephesus in der Geburtsnacht Alexanders.)

(209)Der BergenserSchornsteinfegersingt:Morgen, ganz zuerst ich kehreDer Priorin die Röhre. (Anthrop. VI.)

(209)Der BergenserSchornsteinfegersingt:

Morgen, ganz zuerst ich kehreDer Priorin die Röhre. (Anthrop. VI.)

Morgen, ganz zuerst ich kehreDer Priorin die Röhre. (Anthrop. VI.)

Morgen, ganz zuerst ich kehreDer Priorin die Röhre. (Anthrop. VI.)

Morgen, ganz zuerst ich kehre

Der Priorin die Röhre. (Anthrop. VI.)

(210)Vgl.RankundSachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften, S. 15 f. über die Symbolik des Ackerns. Dazu das schöne Buch vonDieterich»Mutter Erde« (2. Aufl. 1913).

(210)Vgl.RankundSachs: Die Bedeutung der Psychoanalyse für die Geisteswissenschaften, S. 15 f. über die Symbolik des Ackerns. Dazu das schöne Buch vonDieterich»Mutter Erde« (2. Aufl. 1913).

(211)In einer ausführlichen Analyse dieser Märchengruppe ließe sich leicht zeigen, daß die Proben körperlicher Kraft, die der Held ablegt (Speerwerfen, ungeheure Mengen essen und trinken, schneller als der Vogel laufen) die eigene Potenz gegenüber der väterlichen herausstreichen sollen.

(211)In einer ausführlichen Analyse dieser Märchengruppe ließe sich leicht zeigen, daß die Proben körperlicher Kraft, die der Held ablegt (Speerwerfen, ungeheure Mengen essen und trinken, schneller als der Vogel laufen) die eigene Potenz gegenüber der väterlichen herausstreichen sollen.

(212)Vater ist von einer WurzelPAabgeleitet, welche nicht zeugen, sondern beschützen, unterhalten, ernähren bedeutet. Der Vater als Erzeuger hieß im Sanskrit ganitar (genitor).Max Müller: Essays, II. Bd., Leipzig 1869, deutsche Ausg., S. 20.

(212)Vater ist von einer WurzelPAabgeleitet, welche nicht zeugen, sondern beschützen, unterhalten, ernähren bedeutet. Der Vater als Erzeuger hieß im Sanskrit ganitar (genitor).Max Müller: Essays, II. Bd., Leipzig 1869, deutsche Ausg., S. 20.

(213)Die Brüdermärchen sind so weit verbreitet und für die Mythenforschung so bedeutsam, daßGeorg Hüsingsie für den Urtypus aller Mythenbildung erklärt hat. –Hartlandhat in einem dreibändigen Werk (The legend of Perseus) die Parallelen des Brüdermärchens zusammengestellt.

(213)Die Brüdermärchen sind so weit verbreitet und für die Mythenforschung so bedeutsam, daßGeorg Hüsingsie für den Urtypus aller Mythenbildung erklärt hat. –Hartlandhat in einem dreibändigen Werk (The legend of Perseus) die Parallelen des Brüdermärchens zusammengestellt.

(214)Die ägyptischen Sagen von Osiris und Bata. Vgl. Näheres beiRankundSachsl. c. Cap. II.

(214)Die ägyptischen Sagen von Osiris und Bata. Vgl. Näheres beiRankundSachsl. c. Cap. II.

(215)Vgl.Rank: Das Inzestmotiv, 1912, IX, 1 undLorenzin »Imago« II, 1913, p. 22 ff.

(215)Vgl.Rank: Das Inzestmotiv, 1912, IX, 1 undLorenzin »Imago« II, 1913, p. 22 ff.

(216)Wie unsere Kinder diese Bedeutung aus eigenem wieder beleben, mag der Traum eines etwa vierjährigen Mäderls zeigen, den C. G.Jung(Jahrb. f. Ps.-A. II, 1910) mitgeteilt hat: »Ich habe heute nacht die Arche Noah geträumt und da waren viele Tierchen darin und da war unten ein Deckel daran, der ging auf und die Tierchen fielen alle heraus.«

(216)Wie unsere Kinder diese Bedeutung aus eigenem wieder beleben, mag der Traum eines etwa vierjährigen Mäderls zeigen, den C. G.Jung(Jahrb. f. Ps.-A. II, 1910) mitgeteilt hat: »Ich habe heute nacht die Arche Noah geträumt und da waren viele Tierchen darin und da war unten ein Deckel daran, der ging auf und die Tierchen fielen alle heraus.«

(217)Träume gegen Morgen gesehen, galten für wahr.

(217)Träume gegen Morgen gesehen, galten für wahr.

(218)Wenngleich der Inhalt des gegebenen Traumes hier in dieser Weise aufgefaßt wird, so ist doch nicht zu übersehen, daß er, offenbar aus einem anderen Zusammenhang stammend (ein altes Orakel scheint zu Grunde zu liegen), ursprünglich auch eine andere Bedeutung gehabt haben dürfte.

(218)Wenngleich der Inhalt des gegebenen Traumes hier in dieser Weise aufgefaßt wird, so ist doch nicht zu übersehen, daß er, offenbar aus einem anderen Zusammenhang stammend (ein altes Orakel scheint zu Grunde zu liegen), ursprünglich auch eine andere Bedeutung gehabt haben dürfte.

(219)Vgl. die Angst im Traum vom Lebenslicht,oben S. 392.

(219)Vgl. die Angst im Traum vom Lebenslicht,oben S. 392.

(220)Vgl.Rank: Aktuelle Sexualregungen als Traumanlässe.

(220)Vgl.Rank: Aktuelle Sexualregungen als Traumanlässe.

(221)In einem anderen Traume stellt dieselbe Frau in Anlehnung an die ihr bekannten geflügelten Phalloi der Antike das ganze männliche Genitale (inklusive Hoden) in der Vogelsprache dar: »Es haben mich Löwen und Tiger, auch wildeSchweineverfolgt, die mich fressen oder mit mir verkehren wollten. Ich flüchtete, um mich zu retten; dann waren auch ein Paar von den Bestien schoneingesperrt. Dann kam ich über einen Bergesabhang auf einen Hof, wo ich Vögel herumfliegen sah. Doch hatte ich schon einen schönenkleinen weißen Vogelim Käfigeingesperrt. Ich habe ihn herausgenommen, jedem gezeigt und gesagt, das ist mein eigener Vogel, den ich schon lange eingesperrt habe. Von den herumfliegenden Vögeln sind dannzweivom Dachheruntergefallen; ich habe sie aufgefangen, aber sie waren schonganz hin; da habe ich sie gedrückt undsie sind wieder lebendig geworden.Sie waren zusammengewachsenund es sind mir an ihneneigentlich nurdie schön gefärbtenFlügelaufgefallen.« Die letzten Details (zusammengewachsen und nur die Flügel im Gegensatz zu dem anderen ganzen Vogel) weisen, wenn noch ein Zweifel bleiben könnte, unzweideutig auf das sexuelle Vorbild dieses Symbols hin.

(221)In einem anderen Traume stellt dieselbe Frau in Anlehnung an die ihr bekannten geflügelten Phalloi der Antike das ganze männliche Genitale (inklusive Hoden) in der Vogelsprache dar: »Es haben mich Löwen und Tiger, auch wildeSchweineverfolgt, die mich fressen oder mit mir verkehren wollten. Ich flüchtete, um mich zu retten; dann waren auch ein Paar von den Bestien schoneingesperrt. Dann kam ich über einen Bergesabhang auf einen Hof, wo ich Vögel herumfliegen sah. Doch hatte ich schon einen schönenkleinen weißen Vogelim Käfigeingesperrt. Ich habe ihn herausgenommen, jedem gezeigt und gesagt, das ist mein eigener Vogel, den ich schon lange eingesperrt habe. Von den herumfliegenden Vögeln sind dannzweivom Dachheruntergefallen; ich habe sie aufgefangen, aber sie waren schonganz hin; da habe ich sie gedrückt undsie sind wieder lebendig geworden.Sie waren zusammengewachsenund es sind mir an ihneneigentlich nurdie schön gefärbtenFlügelaufgefallen.« Die letzten Details (zusammengewachsen und nur die Flügel im Gegensatz zu dem anderen ganzen Vogel) weisen, wenn noch ein Zweifel bleiben könnte, unzweideutig auf das sexuelle Vorbild dieses Symbols hin.

(222)Vgl. Thyris’ Wunsch nach Fruchtbarkeit, der ihr Sexualverlangen ersetzt. Es sei hier nicht unerwähnt, daß die wirkliche Fruchtbarkeitsbedeutung in einer zweiten Version derselben Sage einen ganz anderen, in mehrfacher Hinsicht interessanten Ausdruck findet. Dort ist Thyri noch unvermählt und stellt ihrem Zukünftigen folgende Bedingung: er möge ein Haus bauen, wo vorher noch keines gestanden, dort die drei Nächte schlafen und darauf achten, was ihm träume. Er hat dann drei Träume von je drei Ochsen, wodurch Thyri über den Ausfall der nächsten drei Jahre unterrichtet, zur Vorsorge mit Getreidevorräten veranlaßt wird.Henzen, der hier mit Recht an die biblischen Träume des Pharao von den sieben fetten und sieben mageren Kühen erinnert, betont das »Zugrundeliegen alter indogermanischer Anschauung, welche die Zeugungskraft der Natur unter dem Bilde des Stieres und die Fruchtbarkeit der Erde unter dem der Kuh sich vorzustellen liebte« (vgl. Sanskrit gans = Kuh und Erde). So könnte auch dem Pharaotraum ein Wunsch nach menschlicher Fruchtbarkeit, eine Potenzphantasie zu grunde liegen. Die besonders geforderte Bedingung der Neuheit des Hauses und des Bauplatzes, die andere Male zu einem wahren Zeremoniell ausgestaltet erscheint (Unberührtheit des Lagers, des Bettzeugs, der Wäsche), könnte hier die Unberührtheit des Mädchens ersetzen. Noch heute herrscht übrigens der Glaube, daß der erste in einem neuen Milieu geträumte Traum in Erfüllung geht.

(222)Vgl. Thyris’ Wunsch nach Fruchtbarkeit, der ihr Sexualverlangen ersetzt. Es sei hier nicht unerwähnt, daß die wirkliche Fruchtbarkeitsbedeutung in einer zweiten Version derselben Sage einen ganz anderen, in mehrfacher Hinsicht interessanten Ausdruck findet. Dort ist Thyri noch unvermählt und stellt ihrem Zukünftigen folgende Bedingung: er möge ein Haus bauen, wo vorher noch keines gestanden, dort die drei Nächte schlafen und darauf achten, was ihm träume. Er hat dann drei Träume von je drei Ochsen, wodurch Thyri über den Ausfall der nächsten drei Jahre unterrichtet, zur Vorsorge mit Getreidevorräten veranlaßt wird.Henzen, der hier mit Recht an die biblischen Träume des Pharao von den sieben fetten und sieben mageren Kühen erinnert, betont das »Zugrundeliegen alter indogermanischer Anschauung, welche die Zeugungskraft der Natur unter dem Bilde des Stieres und die Fruchtbarkeit der Erde unter dem der Kuh sich vorzustellen liebte« (vgl. Sanskrit gans = Kuh und Erde). So könnte auch dem Pharaotraum ein Wunsch nach menschlicher Fruchtbarkeit, eine Potenzphantasie zu grunde liegen. Die besonders geforderte Bedingung der Neuheit des Hauses und des Bauplatzes, die andere Male zu einem wahren Zeremoniell ausgestaltet erscheint (Unberührtheit des Lagers, des Bettzeugs, der Wäsche), könnte hier die Unberührtheit des Mädchens ersetzen. Noch heute herrscht übrigens der Glaube, daß der erste in einem neuen Milieu geträumte Traum in Erfüllung geht.

(223)Vgl. Psychopathologie des Alltagslebens. 1. Aufl., 1901 u. 1904, 4. Aufl., 1912.

(223)Vgl. Psychopathologie des Alltagslebens. 1. Aufl., 1901 u. 1904, 4. Aufl., 1912.

(224)Vgl. über die Absicht beim Vergessen überhaupt meine kleine Abhandlung über den »psychischen Mechanismus der Vergeßlichkeit« in der Monatschrift für Psychiatrie und Neurologie, 1898. Dieselbe ist später in die »Psychopathologie des Alltagslebens« aufgenommen worden.

(224)Vgl. über die Absicht beim Vergessen überhaupt meine kleine Abhandlung über den »psychischen Mechanismus der Vergeßlichkeit« in der Monatschrift für Psychiatrie und Neurologie, 1898. Dieselbe ist später in die »Psychopathologie des Alltagslebens« aufgenommen worden.

(225)Solche Korrekturen im Gebrauche fremder Sprachen sind in Träumen nicht selten, werden aber häufiger fremden Personen zugeschoben.Maury(p. 143) träumte einmal zur Zeit, da er Englisch lernte, daß er einer anderen Person die Mitteilung, er habe sie gestern besucht, mit den Worten machte: I calledforyou yesterday. Der andere erwiderte richtig: Es heißt: I calledonyou yesterday.

(225)Solche Korrekturen im Gebrauche fremder Sprachen sind in Träumen nicht selten, werden aber häufiger fremden Personen zugeschoben.Maury(p. 143) träumte einmal zur Zeit, da er Englisch lernte, daß er einer anderen Person die Mitteilung, er habe sie gestern besucht, mit den Worten machte: I calledforyou yesterday. Der andere erwiderte richtig: Es heißt: I calledonyou yesterday.

(226)E.Jonesbeschreibt den analogen, häufig vorkommenden Fall, daß während der Analyse eines Traumes ein zweiter derselben Nacht erinnert wird, der bis dahin vergessen war, ja nicht einmal vermutet wurde.

(226)E.Jonesbeschreibt den analogen, häufig vorkommenden Fall, daß während der Analyse eines Traumes ein zweiter derselben Nacht erinnert wird, der bis dahin vergessen war, ja nicht einmal vermutet wurde.

(227)Ich bin erst später darauf aufmerksam gemacht worden, daßEd. von Hartmannin diesem psychologisch bedeutsamen Punkte die nämliche Anschauung vertritt: »Gelegentlich der Erörterung der Rolle des Unbewußten im künstlerischen Schaffen (Philos. d. Unbew. Bd. I., Abschn. B, Kap. V) hat Eduard von Hartmann das Gesetz der von unbewußten Zielvorstellungen geleiteten Ideenassoziation mit klaren Worten ausgesprochen, ohne sich jedoch der Tragweite dieses Gesetzes bewußt zu sein. Ihm ist es darum zu tun, zu erweisen, daß ›jede Kombination sinnlicher Vorstellungen, wenn sie nicht rein dem Zufall anheimgestellt wird, sondern zu einem bestimmten Ziele führen soll, der Hilfe des Unbewußten bedarf‹ und daß das bewußte Interesse an einer bestimmten Gedankenverbindung ein Antrieb für das Unbewußte ist, unter den unzähligen möglichen Verstellungen die zweckentsprechende herauszufinden. ›Es ist das Unbewußte, welches den Zwecken des Interesses gemäß wählt: und das gilt für dieIdeenassoziation beim abstrakten Denken, als sinnlichem Vorstellen oder künstlerischem Kombinieren‹ und beim witzigen Einfall. Daher ist eine Einschränkung der Ideenassoziation auf die hervorrufende und die hervorgerufene Vorstellung im Sinne der reinen Assoziationspsychologie nicht aufrecht zu erhalten. Eine solche Einschränkung wäre ›nur dann tatsächlich gerechtfertigt, wenn Zustände im menschlichen Leben vorkommen, in denen der Mensch nicht nur von jedem bewußten Zweck, sondern auch von der Herrschaft oder Mitwirkung jedes unbewußten Interesses, jeder Stimmung frei ist. Dies ist aber ein kaum jemals vorkommender Zustand, denn auch,wenn man seine Gedankenfolge anscheinend völlig dem Zufall anheimgibt, oder wenn man sich ganz den unwillkürlichen Träumen der Phantasie überläßt, so walten doch immer zu der einen Stunde andere Hauptinteressen, maßgebende Gefühle und Stimmungen im Gemüt als zu der anderen, und diese werden allemal einen Einfluß auf die Ideenassoziation üben.‹ (Philos. d. Unbew., 11. Aufl., I., 246.) Bei halb unbewußten Träumen kommen immer nur solche Vorstellungen, die dem augenblicklichen (unbewußten) Hauptinteresse entsprechen (a. a. O.). Die Hervorhebung des Einflusses der Gefühle und Stimmungen auf die freie Gedankenfolge läßt nun das methodische Verfahren der Psychoanalyse auch vom Standpunkte der Hartmannschen Psychologie als durchaus gerechtfertigt erscheinen.« (N. E.Pohorillesin Internat. Zschr. f. ärztl. Ps.-A. I, 1913, S. 605 f.) –Du Prelschließt aus der Tatsache, daß ein Name, auf den wir uns vergeblich besinnen, uns oft plötzlich wie unvermittelt einfällt, es gebe ein unbewußtes und dennoch zielgerichtetes Denken, dessen Resultat alsdann ins Bewußtsein tritt (Philos. d. Mystik p. 107).

(227)Ich bin erst später darauf aufmerksam gemacht worden, daßEd. von Hartmannin diesem psychologisch bedeutsamen Punkte die nämliche Anschauung vertritt: »Gelegentlich der Erörterung der Rolle des Unbewußten im künstlerischen Schaffen (Philos. d. Unbew. Bd. I., Abschn. B, Kap. V) hat Eduard von Hartmann das Gesetz der von unbewußten Zielvorstellungen geleiteten Ideenassoziation mit klaren Worten ausgesprochen, ohne sich jedoch der Tragweite dieses Gesetzes bewußt zu sein. Ihm ist es darum zu tun, zu erweisen, daß ›jede Kombination sinnlicher Vorstellungen, wenn sie nicht rein dem Zufall anheimgestellt wird, sondern zu einem bestimmten Ziele führen soll, der Hilfe des Unbewußten bedarf‹ und daß das bewußte Interesse an einer bestimmten Gedankenverbindung ein Antrieb für das Unbewußte ist, unter den unzähligen möglichen Verstellungen die zweckentsprechende herauszufinden. ›Es ist das Unbewußte, welches den Zwecken des Interesses gemäß wählt: und das gilt für dieIdeenassoziation beim abstrakten Denken, als sinnlichem Vorstellen oder künstlerischem Kombinieren‹ und beim witzigen Einfall. Daher ist eine Einschränkung der Ideenassoziation auf die hervorrufende und die hervorgerufene Vorstellung im Sinne der reinen Assoziationspsychologie nicht aufrecht zu erhalten. Eine solche Einschränkung wäre ›nur dann tatsächlich gerechtfertigt, wenn Zustände im menschlichen Leben vorkommen, in denen der Mensch nicht nur von jedem bewußten Zweck, sondern auch von der Herrschaft oder Mitwirkung jedes unbewußten Interesses, jeder Stimmung frei ist. Dies ist aber ein kaum jemals vorkommender Zustand, denn auch,wenn man seine Gedankenfolge anscheinend völlig dem Zufall anheimgibt, oder wenn man sich ganz den unwillkürlichen Träumen der Phantasie überläßt, so walten doch immer zu der einen Stunde andere Hauptinteressen, maßgebende Gefühle und Stimmungen im Gemüt als zu der anderen, und diese werden allemal einen Einfluß auf die Ideenassoziation üben.‹ (Philos. d. Unbew., 11. Aufl., I., 246.) Bei halb unbewußten Träumen kommen immer nur solche Vorstellungen, die dem augenblicklichen (unbewußten) Hauptinteresse entsprechen (a. a. O.). Die Hervorhebung des Einflusses der Gefühle und Stimmungen auf die freie Gedankenfolge läßt nun das methodische Verfahren der Psychoanalyse auch vom Standpunkte der Hartmannschen Psychologie als durchaus gerechtfertigt erscheinen.« (N. E.Pohorillesin Internat. Zschr. f. ärztl. Ps.-A. I, 1913, S. 605 f.) –Du Prelschließt aus der Tatsache, daß ein Name, auf den wir uns vergeblich besinnen, uns oft plötzlich wie unvermittelt einfällt, es gebe ein unbewußtes und dennoch zielgerichtetes Denken, dessen Resultat alsdann ins Bewußtsein tritt (Philos. d. Mystik p. 107).

(228)Vgl. hiezu die glänzende Bestätigung dieser Behauptung, die C. G.Jungdurch Analysen bei Dementia praecox erbracht hat. (»Zur Psychologie der Dementia praecox«, 1907.)

(228)Vgl. hiezu die glänzende Bestätigung dieser Behauptung, die C. G.Jungdurch Analysen bei Dementia praecox erbracht hat. (»Zur Psychologie der Dementia praecox«, 1907.)

(229)Dieselben Erwägungen gelten natürlich auch für den Fall, daß die oberflächlichen Assoziationen im Trauminhalt bloßgelegt werden, wie z. B. in den beiden vonMaurymitgeteilten Träumen (p. 45: pélerinage – Pelletier – pelle; Kilometer – Kilogramm – Gilolo – Lobelia – Lopez – Lotto). Aus der Arbeit mit Neurotikern weiß ich, welche Reminiszenz sich so darzustellen liebt. Es ist das Nachschlagen im Konversationslexikon (Lexikon überhaupt), aus dem ja die meisten in der Zeit der Pubertätsneugierde ihr Bedürfnis nach Aufklärung der sexuellen Rätsel gestillt haben.

(229)Dieselben Erwägungen gelten natürlich auch für den Fall, daß die oberflächlichen Assoziationen im Trauminhalt bloßgelegt werden, wie z. B. in den beiden vonMaurymitgeteilten Träumen (p. 45: pélerinage – Pelletier – pelle; Kilometer – Kilogramm – Gilolo – Lobelia – Lopez – Lotto). Aus der Arbeit mit Neurotikern weiß ich, welche Reminiszenz sich so darzustellen liebt. Es ist das Nachschlagen im Konversationslexikon (Lexikon überhaupt), aus dem ja die meisten in der Zeit der Pubertätsneugierde ihr Bedürfnis nach Aufklärung der sexuellen Rätsel gestillt haben.

(230)Die hier vorgetragenen, damals sehr unwahrscheinlich klingenden Sätze haben später durch die »diagnostischen Assoziationsstudien«Jungsund seiner Schüler eine experimentelle Rechtfertigung und Verwertung erfahren.

(230)Die hier vorgetragenen, damals sehr unwahrscheinlich klingenden Sätze haben später durch die »diagnostischen Assoziationsstudien«Jungsund seiner Schüler eine experimentelle Rechtfertigung und Verwertung erfahren.

(231)Die erste Andeutung des Moments der Regression findet sich bereits beiAlbertus Magnus. Die Imaginatio, heißt es bei ihm, baut aus den aufbewahrten Bildern der sinnenfälligen Objekte den Traum auf. Der Prozeß vollzieht sich umgekehrt wie im Wachen (nachDiepgen, p. 14). –Hobbessagt (im Leviathan, 1651): »In sum, our dreams are the reverse of our waking imaginations, the motion, when we are awake, beginning at one end, and when we dream at another.« (Nach H.Ellis, p. 112.)

(231)Die erste Andeutung des Moments der Regression findet sich bereits beiAlbertus Magnus. Die Imaginatio, heißt es bei ihm, baut aus den aufbewahrten Bildern der sinnenfälligen Objekte den Traum auf. Der Prozeß vollzieht sich umgekehrt wie im Wachen (nachDiepgen, p. 14). –Hobbessagt (im Leviathan, 1651): »In sum, our dreams are the reverse of our waking imaginations, the motion, when we are awake, beginning at one end, and when we dream at another.« (Nach H.Ellis, p. 112.)

(232)»Weitere Bemerkungen über die Abwehrneuropsychosen.« Neurologisches Zentralblatt 1896, Nr. 10. (Sammlung kl. Schriften z. Neurosenlehre, p. 112.)

(232)»Weitere Bemerkungen über die Abwehrneuropsychosen.« Neurologisches Zentralblatt 1896, Nr. 10. (Sammlung kl. Schriften z. Neurosenlehre, p. 112.)

(233)In einer Darstellung der Lehre von der Verdrängung wäre auszuführen, daß ein Gedanke durch das Zusammenwirken zweier ihn beeinflussenden Momente in die Verdrängung gerät. Er wird von der einen Seite (der Zensur desBw.) weggestoßen, von der anderen (demUbw.) angezogen, also ähnlich wie man auf die Spitze der großen Pyramide gelangt.

(233)In einer Darstellung der Lehre von der Verdrängung wäre auszuführen, daß ein Gedanke durch das Zusammenwirken zweier ihn beeinflussenden Momente in die Verdrängung gerät. Er wird von der einen Seite (der Zensur desBw.) weggestoßen, von der anderen (demUbw.) angezogen, also ähnlich wie man auf die Spitze der großen Pyramide gelangt.

(234)Sie teilen diesen Charakter der Unzerstörbarkeit mit allen anderen wirklich unbewußten, d. h. dem SystemUbwallein angehörigen seelischen Akten. Diese sind ein für allemal gebahnte Wege, die nie veröden und den Erregungsvorgang immer wieder zur Abfuhr leiten, so oft die unbewußte Erregung sie wiederbesetzt. Um mich eines Gleichnisses zu bedienen: es gibt für sie keine andere Art der Vernichtung als für die Schatten der odysseischen Unterwelt, die zum neuen Leben erwachen, sobald sie Blut getrunken haben. Die vom vorbewußten System abhängigen Vorgänge sind in ganz anderem Sinne zerstörbar. Auf diesem Unterschiede ruht die Psychotherapie der Neurosen.

(234)Sie teilen diesen Charakter der Unzerstörbarkeit mit allen anderen wirklich unbewußten, d. h. dem SystemUbwallein angehörigen seelischen Akten. Diese sind ein für allemal gebahnte Wege, die nie veröden und den Erregungsvorgang immer wieder zur Abfuhr leiten, so oft die unbewußte Erregung sie wiederbesetzt. Um mich eines Gleichnisses zu bedienen: es gibt für sie keine andere Art der Vernichtung als für die Schatten der odysseischen Unterwelt, die zum neuen Leben erwachen, sobald sie Blut getrunken haben. Die vom vorbewußten System abhängigen Vorgänge sind in ganz anderem Sinne zerstörbar. Auf diesem Unterschiede ruht die Psychotherapie der Neurosen.


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