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Mitten im Walde, rang ich ihm ab, wurde Aleit gebettet. Über ihre Gruft sollte mit Beginn der trockenen Jahreszeit eine Kapelle gebaut werden, und die sollte mein sein. Er gab meinem Wunsch nicht gern Raum, denn er wollte mich nicht im Hause missen. Ich aber setzte mich durch und zogim Sommer schier triumphierend in die Klause, die mich heute noch beherbergt. Die Quelle nahebei war die Tränke der Rehe und Hirsche, die mein altes Auge erfreuten; die Kinder und der Herzog selber kamen oft und ließen mir weder Hunger noch Durst. Es war kein Leben der Geißelung und sollte es auch nicht sein, ich wollte nichts als Ruhe und Frieden. Ein Gärtlein hatte ich angelegt, drin wachsen Blumen, Kräuter und Äpfel bunt durcheinander, und gottlob bedauert mich niemand mehr ob meiner selbstgewählten Einsamkeit, da ich sie so schön und farbenprächtig hergerichtet habe. Winters zieht der Schnee einen sicheren Schutz um mich.
Dann beginnt erst die rechte Freude. Ich habe mir einen hellen Stern am Himmel gesucht und traue, Aleit, in welchem Kleide sie auch wandelt, blickt auch auf ihn, und unsere Augen begegnen sich in seinem Licht. Diesen Stern und diesen Glauben habe ich allein für mich; denn der Herzog, weiß ich, hält an dem himmlischen Paradiese fest und wähnt, dorten sei aller Sehnsucht Ende, und alle Liebesströme verschmölzen in Gottes Herzen zueinemKuß.