[769]S. Amtmann u. Beischläferin.
[770]S. arg.
[771]ZuFreier= Fremder (auch Herr, Jüngling) s. das Dimin.Freierle= Junge, Knabe, auch Sohn, dieVerbindungendofer Freier= Junker u.schofler Freier= Heuchler od. auch „Hurenkerl“ sowie dieZus.Fehtefreier= Quartierbursche (vgl. „Vorbemerkg.“,S. 12,Anm. 29).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.91 (Freier= „ein gewachsener Bub“);Schwäb. Händlerspr.480 (Freier= Mann). Über sonstige Belege im Rotw. sowie dieEtymologies.Groß’Archiv, Bd. 49, S. 350 ff. DaßFreierinWittichsJenisch niemals für einen Bauer verwendet werden soll, ist insofern bes. zu beachten, als die ursprünglichste Bedeutg. imRotwelschgerade „Bauer“ gewesen sein dürfte (s. u. a. schonW.-B. v. St. Georgen1750 [350]).
[772]S. (zu beiden Ausdr.) Beischläferin.
[773]S. brauchbarer Bursche.
[774]S. Bettelbube.
[775]S. angenehm.
[776]S. eisig.
[777]S. anbeten u. arme Leute.
[778]Vgl. „Vorbemerkg.“,S. 15,Anm. 38.
[779]Gib(= Frucht, bedeutet bes. auch Getreide sowie — noch spezieller — Weizen und wohl auch Gerste (wie aus derVerbdg.g’funktes Gib[„gebranntes Getreide“ (Gerste)] = Malz [s. d. betr. d. Übereinstimmg. m. d. Zigeun.; vgl, auch schon „Vorbemerkg.“,S. 17] zu schließen sein dürfte).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Pfulld. J.-W.-B.339-341 (Gi[e]b= Frucht, Korn, Hafer, für letzteres auch:Spitzgib);Schwäb. Händlerspr.481 (Gîp= Getreide), im sonst. Rotw. ziemlich selten.Etymologie: Das Wort stammt aus derZigeunerspr.(vgl. „Einleitung“,S. 30) u. in letzter Linie aus dem Altind. S.Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 647 (unter „Gip“) vbd. m.PottII, S. 67 (unter „Gieb“),Liebich, S. 136 u. 203, 216 (gīb= Getreide, Korn),Miklosich, Beitr. III, S. 21 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 214 (unter „giv“: bei d.deutsch.Zigeun.:gīb= Getreide, Korn),Jühling222 (Gib= Frucht, Feld) u.Finck, S. 59 (giw= „Getreide [Korn, Weizen, Gerste, Roggen“]).
[780]AuchKupfer= Frucht, dann Getreide (Korn), auch Futter kommt (gleichGib) noch spezieller für einzelne Getreideartenvor, nämlich für Hafer, Roggen, Weizen, und endlich noch für Gras, Heu (Grummet), Klee und Häcksel (Häckerling). Auch sind damit (im Gegens. zuGib) verschiedeneZusammensetzgn.gebildet worden, nämlich a) amAnfang:Kupfertrapert= Heupferd,Kupferflederling(eigtl. „Heuvogel“) = Heuschrecke,Kupfersore(eigtl. etwa „Gras- od. Heuding“) = Sense (s. d. betr. Analogie in d. Zigeunerspr.),Kupferstöber(eigtl. „Grasbaum“) = Weidenbaum; b)am Ende:Flu(h)tekupfer= Meergras, Schilf.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.93 (Kupfer= Heu);Schöll271 (ebenso);Pfulld. J.-W.-B.340 (desgl.);Schwäb. Händlerspr.481, 482 (Kupfer= Futter [für Vieh], Heu). Auch im sonstigen Rotw. kommt die Vokabel (für „Heu“) wohl (seit d. 18. Jahrh.) vor (s. z. B. schonHildburgh. W.-B.1753 ff. [271:Kuffert(sic) = Heu] u. dann [i. d. FormKupfer] öfter; merkwürdig die UmkehrungHeu[alsrotw.Vok.] = Kupfer imW.-B. von St. Georgen1750 [217], die aber vielleicht bloß auf einem Irrtum beruht). DieEtymologieist ungewiß, auch vonFischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 854 nicht erläutert worden; es bleibt daher fraglich, ob wirklich eine Gleichsetzung mit unserem deutsch. (Lehn-)Worte „Kupfer“ — als Metallbezeichnung — (vgl.Günther, Rotwelsch, S. 66) anzunehmen ist.
[781]S. essen.
[782]S. (zu allen drei Ausdr.) Abendessen.
[783]S. Eisenbahnwagen u. Bauer.
[784]Trabertleist Dimin. zuTrabertod.Trapert= Pferd (Roß, auch [mehr verächtl.] Gaul, Klepper, Mähre sowie spezieller: Hengst, Rappe u. Schimmel), es wird also zunächst ohne Rücksicht auf das Geschlecht oder sonstige Beschaffenheit (z. B. die Farbe) des Tieres gebraucht, jedoch findet sich für „Hengst“ noch spezieller auchTrabertkaffer(d. h. eigtl. „Pferdemann“, männliches Pferd), wozu dann als GegenstückTrabertmos(s)(eigtl. „Pferdefrau“) = Stute erscheint (vgl. dazu schon oben in d. Anm. zu „Bauer“ u. „Bauernfrau“ sowie weiter unten unter „Hengst“). WeitereZusammensetzgn.mitTr.sind noch: a) amAnfang:Trapertstritt= Gaul- od. Pferdefuß,Traperttrittleng= Huf (eigtl. wohl auch „Pferdefuß“),Trabertbossertod.-mass= Pferdefleisch,Trabertstrauberts= Pferdehaare,Trabertkemerer= Pferdehändler,Trabertschenegler= Pferdeknecht,Trabertstenkert= Pferdestall (u. dazu das Dimin.Trabertstenkertle, wofür logischerTrabertlestenkertzu erwarten [s. schon oben unter „Entenstall“]) u.Trabertschwäche= Pferdetränke (wogegenTrabertschwächerle„Pferdeeuter“ bedeutet [vgl. oben unter „Amme“]); b)am Ende:Kupfertrapert= Heupferd (vgl. obenS. 166,Anm. 780).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.97 (Trappert= Pferd);Pfulld. J.-W.-B.343 (Trappen);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.73 (Trappertu.Trapperle= Pferd);Schwäb. Händlerspr.485 (Trappert[Treppert, Treppling] u.Traber); s. auchMetzer Jenisch216 (Trappert). Über weitere rotw. Belege (seit d. 17. Jahrh.) sowie dieEtymologie(zu „traben“ bzw. „trappeln“ usw.) s. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 42, S. 27 u. Anm. 1 (zu „Trappert-Leininger“).
[785]S. Entenstall; vgl. auch die vorige Anm.
[786]S. Angst.
[787]S. (betr.nobis) Dietrich.
[788]S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof.
[789]S. auslassen.
[790]S. (betr.schmusen) ansagen.
[791]S. Entenfuß.
[792]S. Ferse.
[793]Streifleng(-ling, plur. -linge), eigtl. = Strumpf findet sich auch noch in folgendenZusammensetzgn.: a)am Anfang:Streiflingschure= Strumpfband u.Streiflingpflanzer= Strumpfwirker; b)am Ende(außer in d.obigen Vok.noch in)Kafferstreifling= Socken (eigtl. „Männerstrümpfe“).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):W.-B. des Konst. Hans254 (Streifling= Paar Strümpfe);Pfulld. J.-W.-B.345 (Form: ebenso, Bedtg.: Strumpf);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.76 (Streifling= Strümpfe);Schwäb. Händlerspr.484 (wie imPfulld. J.-W.-B.); s. auch nochMetzer Jenisch217 (Stre[i]fche= Strumpf). Im sonst. Rotwelsch usw. tritt die Vokabel zunächst in der Bedeutg. „Hose“ (s. schonLib. Vagat.[55]), erst seit d. 17. Jahrb. auch für „Strumpf“ auf (s.Schwenter’s Steganologiaum 1620 [138] u. dann öfter bis zur Gegenwart; vgl.Schütze, S. 94, auchGroß’Archiv, Bd. 46, S. 29, Anm. 2). ZurEtymologie(vonstreifen= „überstreifen [über den Fuß]“) s. Archiv, a. a. O., S. 29: vgl. auchPottII, S. 37.
[794]Übereinstimmende Umschreibung des deutschen Ausdrucks auch bei den Zigeunern; s.Liebich, S. 199 (telstūno pīro[d. h. „der untere Fuß“] = Fußsohle); vgl. auch schon „Vorbemerkg.“,S. 17. Das Adj. unterkünftig = unterer — als Adv. gebr. = unten — (im Gegensatze zuoberkünftig= oberer, als Adv. = oben [s. Näh. unter „Gaumen“]) kommt auch noch vor in denVerbindgn.:unterkünftige Kluft= Unterkleid u.unterkünftiger Malfes= Unterrock.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):W.-B. des Konst. Hans256 (unterkönig= unten);Pfulld. J.-W.-B.340, 345 (unterkönig= hinab [Gegens.:oberkönig= hinauf] u.unterkimig[besser wohl zu lesen:unterkinnig] = unten; vgl. auchinner-,usler-u.ennenkönig= hinein, hinaus, hinüber);Schwäb. Händlerspr.487 (unterkünftig= unten; vgl. [484]:oberkünftig= oben). Auch im sonstigen Rotw. findet sich die Vokabel, u. zwar schon seit dem 18. Jahrh. (s.W.-B. v. St. Georgen1750 [219]:unterkünftig= unten, Gegens. [218]:oberkünftig= oben), während sie in neuerer Zeit wohl bes. in derKundensprache fortlebt (vgl. z. B.Ku.III, 429 u.Ostwald[Ku.] 159 vbd. m.Ku.III 427 u.Ostwald[Ku.] 109 [Gegenstz.:oberkünftig]), obgleich sie in derschwäb. (Gaun.- u.) Kundenspr.fehlt, die dafür (76) aberhinterkünftig= hintenherum kennt.Etymologie: Man darf wohl mit A.-L. 557 (unter „kenntlich“) u. 579 (unter „oberkünftig“) den zweiten (zu einer „Verstärkung“ der Ortsbezeichnung dienenden) Bestandteil des Wortes (-künftig, verunstaltet zu-kinnig,-königusw.) — gleich unserem gemeinspr. Adj.künftig— zu dem jetzt nur noch in Zusammensetzgn. (wie Ankunft, Herkunft, Zukunft) gebräuchl. Subst.Kunft(mhd.kunft,kumft) = „das Kommen“, einem „Verbalabstraktum“ zu dem Zeitw.kommen(vgl.Weigand, W.-B. I, Sp. 1172), in Beziehung setzen.
[795]S. (betr.Grif[f]leng) Daumen. — Auch diese Umschreibung findet sich nachLiebich, S. 199 u. 262 (unter „Zehe“) bei denZigeunern(näml.:berengĕro gus[ch]to, d. h. eigtl. „Fußfinger“).
[796]S. Frucht.
[797]Zusammensetzgn.hiermit sind: a)am Anfang;Furschetfläderling(d. h. eigtl. „Gabelvogel“) = Schwalbe (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.); b)am Ende:Schundfurschet= Mistgabel.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.): nurSchwäb. Händlerspr.481 (Furschett= Gabel). Im Rotw. m. Wiss. sonst kaum gebräuchlich. ZurEtymologie: An und für sich kann der Ausdruckunmittelbarvom Französischen (fourchette) hergeleitet werden (vgl. auchFischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1869), jedoch mag die Vokabel (gleichFeneter= Fenster [s. d.]) inWittich’sJenisch wohl durch die Vermittlung vonZigeunerneingedrungen sein und insofern aufderenSprache zurückgeführt werden (vgl. „Einleitung“,S. 30), in die sie aber natürlich gleichfalls aus dem Französischen übernommen ist. S. ausdrücklich auchLiebich, S. 116; vgl. „Einleitung“,S. 29,Anm. 93vbd. m. „Vorbemerkg.“,S. 10,Anm. 26. Als zigeun. Form führtLiebich(a. a. O. S. 135 u. 199):forschétta,Finck, S. 58:foršéta,Jühling, S. 221 dagegen:Forschräta(vgl. i. d. „Einltg.“: -reta) an.
[798]MitStichlingist nurzusammengesetzt:Fu[h]lstichling= Mistgabel (Syn. zuSchundfurschet). AuchStichling= Gabel ist in demverw. Quellenkr.nur derschwäb. Händlerspr.(481) bekannt, doch deutet hier das Vorkommen des AusdrucksStichlingspflanzer= Schneider (486) hin auf die Nebenbedeutg. „Nadel“, wofür die Vokabel z. B. auch in derschwäb. Gaun.- u. Kundenspr.(73) — allein — angeführt ist, während sie bei denPfälz. Händlern(439) — wieder abweichend — „Messer“ bedeutet. Über die versch. Bedeutgn. des Wortes im Rotw. bezw. in der Kundenspr. (näml.: a) Schneider; b) Nadel; c) Zaunpfahl) sowie dieEtymologie(zu „Stich“, „stechen“) s. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 42, S. 24 u. Anm. 1.
[799]S. anschauen.
[800]Zu dem Zeitw.spannen= sehen (gaffen, gucken) vgl. (aus demvorw. Quellenkr.):Pfulld. J.-W.-B.337, 343 (spannen= ausschauen aussehen, schauen);Schwäb. Händlerspr.486 (spannen= sehen; vgl. [470]Spanner= Augen); s. auchPleißlen der Killertaler436 (spanne[n]= sehen, beobachten,Spanner= Augen). Über weitere Belege im Rotw. sowie dieEtymologiedes Wortes (dasdeutschenUrsprungs ist) s. ausführl.Groß’Archiv, Bd. 42, S. 75 (unter „Spanner“) vbd. mitWeber-Günther, S. 181 (unter „spennen“, wonach der wohlältesteBeleg für das Zeitw. [in der Formspenden] bereits beiA. Hempel1687 [169:der spendts= „der siehets“] anzutreffen ist).
[801]MitBabing(plur. Babinger) sind gebildet dieVerbindg.grandich Babing(d. h. etwa [„sehr] große Gans“ [vgl. oben unter „Bischof“]) = Schwan (s. d. betr. Ãœbereinstimmg. mit der Zigeunerspr.; vgl. auch schon „Vorbemerkung“,S. 17) sowie dieZusammensetzgn.Babingerbossertod.Babingermass= Gänsefleisch (letzteres in der weiteren Verbdg.gesicherter Babingermass= Gänsebraten) u.Babingerstritt= Gänsefuß.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.): nurDolm. der Gaunerspr.92 (Bappe= Gans); imsonst.Rotw. tritt die FormBabingu. a. etwa seit Anfang des 19. Jahrh. (s.Pfister1812 [295] u. a. m.) auf. ZurEtymologie(aus derZigeunerspr.[vgl. „Einleitung“,S. 29]) s.A.-L.521 u.Günther, Rotwelsch, S. 31 u. 62 vbd. mitPottII, S. 350 (unter „Papin“),Liebich, S. 149 u. 200 (pÄpin),Miklosich, Beitr. III, S. 17, 23 u. Denkschriften, Bd. 27, S. 29, 30 (bei d.deutsch.Zig.:pÄpin),JühlingS. 220 (Babni),Finck, S. 76 (pÄpi[n]). Das Wort ist (nachPottu.Miklosich, a. a. O.) verwandt mit ngriech.πάππια= „Ente“.
[802]MitStrohbutzer(Dimin.Strohbutzerle= „Küchlein“, d. h. Gänschen) sind gebildet dieVerbindung grandichStrohbutzer= Schwan (s. dazu die Bemerkg. zu dem Synon.gr. Babing[obenAnm. 801]) sowie dieZus.Strohbutzerbossert= Gänsefleisch (u. dazu weitergesicherter Str.-bossert= Gänsebraten),Strohbutzerbäzeme= Gänseeier,Strohbutzerstritt= Gänsefuß,Strohbutzerbikus= Gansessen,Strohbutzerstenkert= Gänsestall.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.92 (Strohbuzod.Budel= Gans);W.-B. des Konst. Hans254 (Strohbuze);Pfulld. J.-W.-B.339 (Strohbutzerod.Strohbudel);Schwäb. Händlerspr.481 (Strâbudel); s. auch nochRegensb. Rotwelsch489 (Strohbuze). ZurEtymologie: Bei der FormStrohbutzer, dial. =Strohputzer(so z. B. schonWaldheim. Lex.1726 [187]) liegt es nahe, nur eine weitere Ausgestaltung der noch älteren FormStrohbohrer(s. z. B. schonLib. Vagat.[55:Stroborer] u. öfter) anzunehmen, die ja keiner bes. Erklärung bedarf. Da jedoch schon seit Anf. des 17. Jahrh. im Rotw. auch die FormStrohbuz(e)u. ä. (s. z. B. schonSchwenters Steganologiaum 1620 [137] u. öfter [vgl. dazu die Belege aus dem verw. Quellenkreise]) — u. dann auchbloßButze,Buhze,Budelu. a. m. — als gleichbedeutend vorkommt, so könnte mandieseauch wohl zuButz(-e)im Sinne von „Person oderTiervonkleinerGestalt“ (s. dazuGrimm, D. W.-B. II, Sp. 591 unter „Butze“, Nr. 1;Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 317; auchGroß’Archiv, Bd. 42, S. 10 unter „Putz“) in Beziehung setzen. Vgl. im allgem. nochPott, II, S. 22, A.-L. 612 (unter „Strohbohrer“) vbd. mit 528 (unter „Buze“) u.Günther, Rotwelsch, S. 73, Anm. 74 u. 75.
[803]S. (betr.gesichert) auskochen u. (betr.Bossertu.Mass) Aas.
[804]S. (betr.Bäzeme) Ei.
[805]S. (betr.Bossertu.Mass) Aas.
[806]S. (betr.Tritt) Entenfuß.
[807]S. Abendessen.
[808]S. Entenstall.
[809]S. Dietrich u. angenehm.
[810]S. arg.
[811]S. Abort.
[812]ZuBeizoder (seltener)Beizerei= Gasthaus, Wirtshaus (Kneipe, Schenke) gehört dieZusammensetzg.Lanengerbeiz= Soldatenwirtschaft und dieAbleitungBeizer(in früherer Zeit:Baiser[vgl. „Einleitung“,S. 25]) od. (seltner)Beizerer= Wirt (Gast-, Schenkwirt), femin.:Beizere.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.93, 101 (Beis= Haus,Beisskittod.Koberbeis= Wirtshaus,Baiser= Wirt,Baiserin= Wirtin);W.-B. des Konst. Hans254, 256, 258 (Baisod.Baiser-Kitt= Wirtshaus,T’schorbais= Diebswirtshaus,Baiser= Wirt);Schöll271, 272 (Bais= Haus, plur.Baiser= Wirtshäuser);Pfulld. J.-W.-B.338, 339, 346 (Kochemer-Baies= Diebsherberge,Baiser= Wirt, Gastwirt,Baiserkitt= Wirtshaus);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.77 (Baiz= Wirtshaus,Baizer[in]= Wirt[in]);Schwäb. Händlerspr.482, 488 (Baiß= Haus, aber — sowohl indieserForm wie in den NebenformenBaitz,Boitz,Beitzg[Beitzle] —auch= Wirtschaft;Baiser,Baitzerod.Beitz[g]er= Wirt); s. auch nochPleißlen der Killertaler434 (Baitze= Wirtshaus), während diePfälz. Händlerspr.(437)Baisod.Bôiesnur in dem allgem. Sinne von „Haus“ kennt. Über weitere Belege aus dem Rotw. (wo schon in denBasl. Betrügnissenum 1450 [15] das Wort in der FormPöse= Herberge auftritt, während es in der FormBaiszunächst für „Haus“ [s.W.-B. v. St. Georgen1750 (216)], für „Wirtshaus“ dagegen zuerst imW.-B. des Konst. Hans[s. oben] vorkommt) s. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 43, S. 15 (u. Amn. 2) u. 16 (unter „Baiser“) vbd. m. Bd. 38, S. 221, Anm. 1 u.Weber-Günther, S. 153. Ebds. auch über dieEtymologie(vom hebr.bajit= „Haus“); vgl. auch A.-L. 524 (unter „Bes“);Günther, Rotwelsch, S. 27;Stumme, S. 27;Fischer, Schwäb. W.-B. I, Sp. 580/81.
[813]ZuKoberod. (seltener)Koberei, Synon. zuBeiz(Beizerei) s. d.Zusammensetzgn.Lanengerkober(= Lanengerbeiz) u. dieAbleitungKoberer= Wirt (Gast-, Schankwirt), femin.Kobere. Bemerkenswert erscheint, daß auchKoberinWittichsJenisch dasWirtshausbedeutet, während es im Rotwelsch (ebenso wie d. längereKoberer) i. d. R. für denWirtvorkommt (überAusnahmens.Groß’Archiv Bd. 43, S. 24, Anm. 3 [zu S. 23] a. E).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.101 (Koberbeis= Wirtshaus);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.68 (Kober= Diebswirt);Schwäb. Händlerspr.488 (Koberer= Wirt,Koberei= Wirtschaft); s. auchMetzer Jenisch217 (Koberei= Wirtshaus). Über weitere Belege aus dem Rotw. usw. sowie die (nicht sichere, vielleicht aber zu dem hebr.châber= „Gefährte, Genosse“ in Beziehung zu setzende)Etymologies. ausführl.Groß’Archiv, Bd. 43, S. 22 ff. u. d. Anmkgn. vbd. m. Bd. 38, S. 197, Anm. 2 —Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 59 hat keine Erklärung gegeben.
[814]S. Bauer.
[815]S. Bauernfrau.
[816]S. Äquilibrist.
[817]S. Füllen.
[818]S. Entenfuß.
[819]Dieselbe Umschreibung ist auch bei den Zigeunern üblich nachLiebich, S. 153 u. 200 (praldūno mui, d. h. „das Obermaul“, = Gaumen; vgl. „Vorbemerkung“,S. 17). — Betr.Giels. Affengesicht. Das Adj.oberkünftig(= oberer) — als Adv. gebr. = oben — ist der Gegens. zuunterkünftig[s. darüber schon oben unter „Fußsohle“).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Pfulld. J.-W.-B.337, 340 (oberkönig= hinauf,oberkinnighauren= aufsitzen);Schwäb. Händlerspr.484 (oberkünftig= oben); s. auchPfälz. Händlerspr.439 (überkindig= gegenüber). Im sonst. Rotw. trittoberkünftig(ebenso wie s. Gegens.unterkünftig) z. B. schon imW.-B. v. St. Georgen1750 (218) auf, ist dagegen in d. Neuzeit hauptsächl.Kundenausdr. geworden. S. darüber sowie über dieEtymologiedas Näh. schon oben unter „Fußsohle“.
[820]S. anfassen.
[821]S. ausstehlen.
[822]ZuDeislere= Wöchnerin („Kindbetterin“) s. die Weiterbildg.Deislerei= Geburt u. die (zu dem Stamme (Deis[e]l-gehörige)Zusammensetzg.Deiselmoss(od.Disselmoss) = Hebamme.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.35 (Deuslerin= Kindbetterin) u.Pfulld. J.-W.-B.341 (Deußleri[-rin] = Kindbetterin u.Deußlerei= Kindbett). Sonst m. W. unbekannt. DieEtymologieist unsicher.Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 139 hat die Vokabel zu d. Zeitw.deisen(deißen) = schlagen, töten, schlachten, auch coire (s. oben unter „ermorden“) gestellt (aber weshalb?).
[823]S. Abort.
[824]S. abgeben.
[825]S. beschenken.
[826]S. anbeten.
[827]S. Amtmann.
[828]S. abbeißen.
[829]S. Blut.
[830]S. gebären.
[831]S. absterben.
[832]S. Dummheit.
[833]S. aberwitzig.
[834]S. angenehm.
[835]Substantivierung der entsprechd. Adjektive (s. arg); vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 38vbd. mitS. 7,Anm. 16.
[836]S. Arrest.
[837]S. Abort.
[838]S. (betr.Bu(t)z) Amtsdiener.
[839]S. Fleischhafen.
[840]S. Aschenbecher.
[841]S. Fehde.
[842]S. arg.
[843]S. Almosen.
[844]S. Barschaft.
[845]S. Bank.
[846]S. aufhängen.
[847]S. (zu beiden Ausdr.) abgehen.
[848]S. (zu beiden Ausdr.) fliehen.
[849]S. (zu beiden Ausdr.) Ananas.
[850]MitSchuberle= Geist (Gespenst, Spuk) ist gebildet dieVerbindg.bliblischer Schuberle= heiliger Geist u. dieZusammensetzg.Schuberleschein(d. h. eigtl. „Gespensterlicht“) = Irrlicht (s. d. betr. Analogie im Zigeunerischen).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.93 (Schuberle= Gespenst);Uracher Jauner- u. Betrügerliste1792 (268:Schuberlenspflanzer= „ein vorgeblicher Geistererlöser“ [als Betrügerart]);Schöll272 (Schuberle= Geist, Gespenst);Pfulld. J.-W.-B.340, 342 (grandiges Schuberle= Gespenst,Tschuberle= Nachtgespenst);Schwäb. Händlerspr.(inPfedelb.[210, 213]:Schuberle[od.Schubachtle], plur.:Schuberlich= Geist;Schuberlespflanzer= a) Geistererlöser („Tätigkeit des kathol. Pfarrers“); b) Teufel; dazu als Zeitw.es schubert= es spukt). Im sonst. Rotw. findet sich vereinzelt — neben dem Dim. auf -le — auch wohl ein unverkleinertesSchuhwer(od.Schuwe) in gleicher Bedeutg. (s. z. B.Pfister1812 [305];v. Grolman64 u. T.-G. 97;KarmayerG.-D. 218). DieEtymologiedes Wortes ist noch nicht festgestellt; vgl. auchGroß’Archiv, Bd. 46, S. 15, Anm. 1.
[851]S. aberwitzig.
[852]MitGal(l)ach= Geistlicher (Pfarrer, Prediger, Priester) sind gebildet dieVerbdg.grandicher Gal(l)ach= Hoherpriester (betr. d. Syn.gr. Kolbs. unter „Bischof“) u. folgd.Zus.: a)am Anfang:Gal(l)achkitt= Pfarrhaus,Gal(l)achmalfes= Priesterrock; b)am Ende:Diboldegal(l)ach(d. h. eigtl. „Judenpriester“) = Rabbiner (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.37 (Galloch= Pfarrer);W.-B. des Konst. Hans257, 258 (Galach,Galochu.Gallach= Pfarrer;Galacha-Kitt= Pfarrhaus);Pfulld. J.-W.-B.343 (Kollach= Pfarrer,Rollach[verdruckt] = Priester,Kollachekitt= Pfarrhaus);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.73 (Galach= Pfarrer [nebenGalorum= „Pfaffe“],Galachswinde= [kathol.] Pfarrhaus);Schwäb. Händlerspr.483, 484 (Gallach= Pfarrer, aber auch Kaufmann; vgl. [486] d. merkwürd.:Gallach reißen= „Spektakel machen“); s. auch nochMetzer Jenisch216 (Gallach= Pfarrer). Über das Vorkommen der (alten u. sehr verbreiteten) Vokabel im Rotwelsch usw. sowie dieEtymologie(vom aram. u. nhebr.gelach= „scheren“, Bedeutg. also „der Geschorene“, mit Bez. auf die Tonsur der kathol. Geistlichen) s. ausführt.Groß’Archiv, Bd. 38, S. 225 ff.; vgl. auch nochFischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 23.
[853]S. Bischof.
[854]S. Abendessen.
[855]S. Bankier.
[856]S. Beutel.
[857]S. (betr.Schure) abbiegen.
[858]S. (betr.Rande) Bauch.
[859]S. besonnen.
[860]S. Beischläferin; vgl. angenehm.
[861]S. brauchbarer Bursche.
[862]S. Bettelbube.
[863]S. Aschenbecher.
[864]S. Frauenstube.
[865]S. Bauer.
[866]S. Bauernfrau.
[867]S. arg.
[868]MitGroanertod.Groenert= Gemüse, dann (auch spezieller) Kohl, Kraut (Sauerkraut) sindzusammengesetzt: a)am Anfang:Groanertblättling= Krautsalat; b)am Ende:Koelesgroenert(d. h. eigentl. „Teufelskraut“) = Unkraut (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.; vgl. auch schon „Vorbemerkg.“,S. 18)Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.95 (Gronert= Kraut);W.-B. des Konst. Hans254 (Gruonert= Kraut);Pfulld. J.-W.-B.341, 343 (Kronet= Kraut nebenKromet[wohl verdruckt] = Salat);Schwäb. Händerspr.483 (Grûnert= Kraut). Über weitere Belege aus dem Rotwelsch (wo die Vokabel alsGrunhart= Feld z. B. schon imLib. Vagat[54] u. dann öfter, alsGrünert= Heu beiA. Hempel1687 [167] u. a. m., alsGrunert= Krauthaupt imWaldheim Lex.1726 [188], alsGronert= Kraut imHildburgh. W.-B.1783 ff. [228] vorkommt) s.Weber-Günther, S. 187 (unter „Kronert“). ZurEtymologie(von „grün“ in versch. mundartl. Aussprache) s. ebds. vbd. mitPottII, S. 9,Günther, Rotwelsch, S. 62 u.Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 882 (unter „Grunert“).
[869]S. angenehm.
[870]S. aberwitzig.
[871]Lolood.Loli= Gendarm findet sich zwar nicht in dem bes. verwandten Quellenkr., dagegen kennt dasMetzer Jenisch(216) die Bezeichg. infastgleicher Form (Lole) und in derselben Bedeutung; im Rotw. ist sie m. Wiss. unbekannt.Etymologie: aus derZigeunersprache, u. zwar vom Adj.lÅlo= rot, nachWittichwohl mit Bez. auf die roten Aufschläge an der frühern Uniform der „Landjäger“ (vgl. „Einleitung“,S. 31). Vgl. (über das Zigeunerwort, das sich aufs Altind. [lÅha= „rötlich, eisern“] zurückführen läßt) nochPottII, S. 338,Liebich, S. 144, 187 u. 233 (lÅlo= rot, bunt),Miklosich, Denkschriften, Bd. 27, S. 6 (wieLiebich) u.Finck71 (lÅlo= rot); beiJühling, S. 223 nur im Zus. angeführt.
[872]ZuSchukers. die (schon oben unter „Bischof“ näher besprochenen) Gradsteigerungengrandicher Schuker= Wachtmeister (Obergendarm) u.grandich Schuker= Oberwachtmeister.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Pfulld. J.-W.-B.338, 344 (Tschugger= Bettelvogt nebenSchuker= Gardist);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.67, 72, 73, 75 (Schucker= Aufseher,Schukerod.linker Schucker= Landjäger,Oberschucker= Oberaufseher, Stationskommandant);Schwäb. Händlerspr.481, 483 (Schu[c]ker[inPfedelb.(211): auchSchoker] = Gendarm, Landjäger). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. s.Groß’Archiv, Bd. 43, S. 40, 41 (unter „Schoter“, lit. i). Zu der (noch nicht sicher festgestellten)Etymologies. ebds. S. 39, 40 u. Anm. 2 vbd. mit Bd. 56, S. 185 (in d. „Nachträgen u. Berichtigungen“), wo die Ableitung vom deutsch. mundartl. Zeitw.schucken= „werfen, stoßen, schubsen“ als die wahrscheinlichste angenommen ist.
[873]Diese (einen beliebten Eigennamen zumGattungsbegrifferhebende) Verbindung dürfte wohl aufzufassen sein als eine Weiterbildung des synon. AusdrucksAugust mit der Latte, der z. B. (nebenwindiger August) auch in der schwäb.Gauner- u. Kundenspr.72 (für den „Landjäger“) bekannt ist (ebenso wie auchsonstin der Kundenspr.; s.Groß’Archiv, Bd. 51, S. 140 [u. oben unter „Degen“]; vgl. auch ebds. S. 139 über d. Syn.blanker August).
[874]Bei dieser (zuKarle, südd. Dim. zum EigennamenKarl, gehörigen, also sprachlich der vorigen Umschreibung gleich zu beurteilenden) Bezeichnung (vgl. auch schon oben unter „Degen“) liegt vermutlich eine Kombination vor von dem gauner- u. kundenspr.Lattenseppel(bes. [wieAugust mit der Latte] = Gendarm), doch auch wohl allgemeiner Polizeibeamter (vgl.Groß’Archiv, Bd. 51, S. 154]) mitKlempners Karl, das (bei Gaunern u. Kunden) gleichfalls für den Gendarmen (Polizisten od. Schutzmann) vorkommt (s. Näh. darüber inGroß’Archiv, Bd. 51, S. 149/50).
[875]S. angenehm.
[876]S. essen.
[877]S. (zu allen drei Ausdr.) Abendessen.
[878]S. anreden.
[879]S. ansagen.
[880]S. Ärger.
[881]S. arg.
[882]S. (betr.Schure) abbiegen.
[883]S. Frucht.
[884]S. Aas; vgl. „Vorbemkg.“,S. 15,Anm. 38.
[885]S. einsalzen.
[886]S. absingen.
[887]S. abschaffen.
[888]S. besonnen.
[889]S. anmutig.
[890]S. Aschenbecher.
[891]S. (zubeidenAusdr.) Fehde.
[892]S. Bruder.
[893]S. Affengesicht.
[894]S. Angesicht.
[895]S. abschaffen.
[896]S. Geist.
[897]S. anreden.
[898]S. ansagen.
[899]S. Aas.
[900]Hertlinghat im W.-B. zwei verschiedene Bedeutungen, nämlich: a) Stein (Gestein) u. noch spezieller Kieselstein; b) Messer.Zusammensetzgn.sind jedoch nur mit dem Worteim ersterem Sinnegebildet worden, u. zwar: a)am Anfang:Hertlingsguffer= Steinhauer, Steinmetz; b)am Ende:Rollehertling= Mühlstein,Stradehertling(d. h. eigtl. „Wegstein“) = Kilometerstein, Meilenzeiger (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.). Unterdenverw. Quellenkennen die Sammlungen derGaun.- u. Kundenspr.die Vokabelnurin der Bedeutung „Messer“, während dieschwäb. Händlerspr.Härtling= Messer, dagegenHertling= Stein hat. Vgl.Dolm. der Gaunerspr.96 (Hertling= Messer);Pfulld. J.-W.-B.342 (Hettling[sic] = Messer,Hettlingflammerer= Messerschmied);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.72 (Hertling= Messer);Schwäb. Händlerspr.484, 487 (Härtling= Messer,Hertling= Stein,Hertlingsguffer[inPfedelb.(213) auchHertlingskneppler] = Steinhauer). Über weitere Belege im Rotw. (wo die Bedeutg. durchweg „Messer“ u. dgl. [Axt, Schwert, Säbel] ist) sowie dieEtymologie(zu „hart“) s.Groß’Archiv, Bd. 42, S. 45, 46 u. Anm. 1 vbd. m. Bd. 47, S. 139/40; vgl. auchPott, S. 33,Günther, Rotwelsch, S. 59 u.Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1194.
[901]S. Apfelkern.
[902]S. absterben.
[903]S. abbetteln.
[904]S. angenehm.
[905]S. Amme.
[906]S. (zu beiden Ausdr.) Frucht.
[907]S. (zu beiden Ausdr.) Arrest.
[908]Substantivierung des Adj.grandich(s. Adler); vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 38.
[909]S. arg.
[910]S. ankleiden.
[911]S. Bauer u. Frauenrock.
[912]S. (betr.Mos[s]) Bauernfrau.
[913]S. angenehm.
[914]S. anmutig.
[915]S. abbrühen.
[916]S. Büchse.
[917]S. abschießen.
[918]S. abschaffen.
[919]ZuFlebbe(das auch noch „Paß“ bedeutet) gehört alsAbleitungdas Zeitw.flebbenod.fleppenfür „(die Papiere) kontrollieren“ od. „(den Paß) visieren“, das jedoch im Vokabular nur im Partiz.geflebbtod.gefleppt(= „kontrolliert, visiert“) angeführt ist.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.97 (Fleppe= Paß);Schöll271 (Flebbe= Brief);Pfulld. J.-W.-B.337, 338, 343, 344 (Flepp[Fleppe, -en] = Attestat, Brief, Buch, Paß, Schrift,Fleppapflanzer= Bücherschreiber,Fleppemalocher= Paßmacher);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.73, 76 (Fleppe= Papiere zum Wandern,fleppen= die Papiere visitieren);Schwäb. Händlerspr.484 (Flepp[inPfedelb.(212):Flebbe] = Papiere zum Ausweis, Paß [inPfedelb.(213, 214) auch = Wanderbuch, Zeugnis], auffällig [inPfedelb.(210)]flebben= gehen); s. auchPleißlen der Killertaler435 (Flepp= Papiere zum Ausweis) u.Pfälz. Händlerspr.437 (Flebbeod.Flêber= Legitimation). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. sowie die (nicht sichere)Etymologies. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 33, S. 252/53 u. Anm. 4 u. Bd. 42, S. 41, Anm. 1 vbd. m.Weber-Günther, S. 186 (unter „Flebbert“) u.Schütze, S. 68. —Fischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1567 (unter „Flepp[e]“) gibt keine etymol. Erklärung.
[920]S. Adler.
[921]S. (zu beiden Ausdr.) Fehde.
[922]S. Appetit.
[923]S. Abendessen.
[924]S. abbiegen.
[925]S. Bierglas.
[926]S. anbeten.
[927]Die BemerkungWittichs, die hierzu im Text hinzugefügt gewesen, daß man nämlich die Vokabelnichtverwechseln dürfe mitBäzamod.Bäzem= Ei, obwohl dieses „in der Aussprache kaum davon zu unterscheiden“ sei, erledigt sich dadurch, daß es sich in der Tat doch (auch derEtymologienach) umdasselbeWort handelt. Vgl. das Näh. schon unter „Ei“.
[928]Der Ausdruck (der sonst m. Wiss. in den Geheimsprachen nicht vorkommt) dürfte aufzufassen sein als die Kurzform des EigennamensDietrich, dessen Gebrauch für den penis in deutsch. Mundarten nachweisbar (u. schon 1710 in d. Literatur bezeugt) ist. Vgl.Müllerin d. „Anthropophyteia“, Bd. VIII, S. 2 (wo noch das obersächs.Schwippkedietrichals Synon. angeführt ist).
[929]ZuGaro(-ri) vgl. in derschwäb. Händlerspr.(484)Anglersgâre= „membrum virile“.OhneZusatz istGari(-ro) ingleichemSinne in einzelnen rotw. Quellen des 19. Jahrh. angeführt (s. z. B.Pfister1812 [298],v. Grolman23 u. T.-G. 98;Karmayer58) und auch sonst mundartlich gebräuchlich (so z. B. im Elsaß; vgl.Martin-Lienhardt, Els. W.-B. II, Sp. 940). ZurEtymologie— aus derZigeunersprache(vgl. „Einleitung“,S. 30) — s. die Lit-.Angaben inGroß’Archiv, Bd. 56, S. 58, Anm. 3 u. dazu nochFinck, S. 63 (kÄr,kÄro= „Schwanz, Schweif, männliches Glied, Ziemer“ [in den übrigen zig. W.-Büchnern usw. meist:gÄro, beiJühling, S. 221:GÄr]).
[930]ZuG(e)schmu(i)vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.72 (Schmoi= „membr. fem.“);Schwäb. Händlerspr.(inLütz.[215]:G’schmu= „membrum muliebre“, während in U. [214] dieZus.G’schmufinkfür den penis gebraucht wird, inDegg.[215] dagegenSchmufinkdie Zigarre bedeutet [Metapher?]). S. auchMetzer Jenisch216 (Schmu= „membrum muliebre“) sowie aus dem älteren Rotw.:Körner’s Zus. zur Rotw. Gramm.v. 1755 (240:Schmoje= Weibesscham;Pfister1812 (305:Schmue= weibliche Scham);Brills Nachrichten1814 (324: ebenso);v. Grolman62 u. T.-G. 98 (Schmu);Karmayer145 (ebenso). Die Etymologie ist unsicher. AuchMüllerin d. „Anthropophyteia“, Bd. VIII, S. 9 u.Fischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 485 geben keine Erklärung. Nach A.-L. 601 soll es sich — bei der FormSchmu(e)— um eine „Transposition“ vonMuschhandeln (vgl.Groß’Archiv, Bd. 50, S. 346); inG(e)schmu(i)wäre dann das Wort wohl mit der (bes. bayr.-österr.) VorsilbeGe-versehen; vgl. dasGeschmudel= „feminal“ (Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 545 unter „schmudeln“).
[931]Substantivierung des Adj.dof(s. angenehm); vgl. „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 38vbd. mitS. 7,Anm. 16.
[932]S. auskochen u. Apfelwein.
[933]S. abbrennen.
[934]ZuFuchs(Dimin.Füchsle[od.Goldfüchsle] = Goldstück,Zus.:Fuchsschwimmerling= Goldfisch)vgl.(aus demverw. Quellenkr.):W.-B. des Konst. Hans254 u.Pfulld. J.-W.-B.340 (Fuchs= Gold). Über weitere Belege aus dem Rotwelsch u. d. Kundenspr. sowie zurEtymologie(metaphor. Tierbezeichng.) s. ausführl.Groß’Archiv, Bd. 33, S. 317 ff. u. Anm. 3 vbd. m. Bd. 55, S. 157, Anm. 1; vgl. auchFischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1808, Nr. 7.