[1132]S. (zu beiden Ausdr.) Henne.
[1133]S. (betr.Tritt) Entenfuß.
[1134]S. (betr.Kitt) Abort.
[1135]S. (betr.Keilufu.Kib) Haushund.
[1136]S. (betr.Stenkert) Entenstall.
[1137]S. Bierglas.
[1138]S. Fleischhafen.
[1139]Im Gegensatz zu dem Synon.Keilufu. bes.Kib, die mehrfach inZusammensetzgn.erscheinen, trittTschuggelbloß in derZus.Tschuggelmass= Hundefleisch auf. Unter denverw. Quellenkennt schon derDolm. der Gaunerspr.94 die Vokabel in der FormSchokelsowie noch jetzt dieschwäb. Händlerspr.inLütz.(214) in der FormTschŭglo, weiter findet sie sich auch im sonst. neuern Rotw. (seit d. 19. Jahrh.) öfter (in verschied. Formen) angeführt (vgl. z. B.Pfister1812 [305, 307:Schukelod.Tschukel];Christensen1814 [323, 324:Juckel];v. Grolman, 31, 64, 72 u. T.-G. 102 [hier alle drei Formen];KarmayerG.-D. 202, 218 u. 222 [im wes. ebenso] u. a. m.) ZurEtymologieaus der Zigeunerspr. (vgl. „Einleitung“,S. 31) s. Näheres bei A.-L. 605 (unter „Schuckel“) undFischer, Schwäb. W.-B. II, Sp. 432 (unter „Tschuckle“) [wo übrigensauchdas mhd.zohe= Hündin herangezogen]) vbd. mitPottII, S. 213/14 (unter „Xukel“),Liebich, S. 166 u. 211 (tschukklo),Miklosich, Beitr. I/II, S. 13, III, S. 9, 22 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 209 (unter „džukel“: bei d. deutsch. Zig.:čukklo),Jühling(S. 207 (Tschukäl) u.Finck, S. 56 (dšuklood.dšukel). Das Wort ist (nachPottu.Miklosich, a. a. O.) bis aufs Altindische zu verfolgen.
[1140]S. (betr.Bossertu.Mass) Aas.
[1141]S. Fleischer.
[1142]S. (betr.Schwächerle) Amme.
[1143]S. (zu allen drei Ausdr.) Appetit.
[1144]S. Abendessen.
[1145]S. (zu beiden Ausdr.) Beischläferin, vgl. arg.
[1146]Schüx, früher wohl auchSchücksel(= Mädchen; vgl. „Einleitung“,S. 28) ist natürlich nur eine mundartl. gefärbte Nebenform zu den im Rotw. u. in der Kundenspr. sehr verbreiteten Ausdr.Schix,Schi(c)kse,Schickselusw.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.96 (Schickse= Mädchen);W.-B. des Konst. Hans255 (Schikse= ein Mägdlein);Schöll271 (Schikse= Mädchen, Beischläferin);Pfulld. J.-W.-B.342, 345 (Schix= Mädchen, Tochter; vgl. [340]:Fingelschize= Hexe);Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.68, 77 (Schix= Dirne, Weibsperson, dazu versch.Zus.wie z. B.Dippelschix= Landfahrerin,Gallachschixe= Pfarrköchin);Schwäb. Händlerspr.483 (Schix= Mädchen [inPfedelb.(214): = Weibsbild, ebds. (209):lacke Schix= Dirne, eigtl. „schlechtes Weibsbild“ (vgl. betr.lack: Bd. 63,S. 119,Anm. 217zuPut[t]lak)]); s. auchMetzer Jenisch216 (Schicksi= Mädchen). Über weitere Belege im Rotw. usw. sowie dieEtymologie(aus dem Hebräischen) s. ausführl.Groß’Archiv, Bd. 48, S. 341 ff.; vgl. auch „Anthropophyteia“, Bd. IX, S. 15 ff.,Weber-Günther, S. 160/61 (unter „Schecks“) u.Seiler, Lehnwort IV, S. 493.
[1147]S. unter „böse Sachen machen“; vgl. auch anbrennen.
[1148]S. (betr.Benges) brauchbarer Bursche.
[1149]S. Bettelbube.
[1150]S. Fremder.
[1151]S. Bauer.
[1152]Die Vokabel findet sich (in der FormStratzeals sing. für „Kind“ schlechthin) auch in derSchwäb. Gaun.- u. Kundenspr.71, sonst aber m. Wiss. nicht in den Geheimsprachen. DieEtymologieist unsicher, falls man nicht annehmen will, daß es sich bloß um eine Nebenform oder Entstellung vonSchrazehandelt, das — gleichfalls für „Kind“ — sowohl im Rotw. überhaupt als auch speziell in demverw. Quellenkr.vorkommt. Vgl.Pfullend. J.-W.-B.341 (Schraze= Kind [s. auchSchrada= Knabe]);Schwäb. Händlerspr.483 (Schrâtze= [kleinere] Kinder [inDegg.(215): auch als sing. = Kind], (Schratzesknippler[inPfedelb.211):Schrazeskneppler], d. h. eigtl. „Kinderprügler“, = Lehrer [inPfedelb.: spez. Unterlehrer im Gegens. zuGalmenguffer, dem Oberlehrer (vgl. dazu schon oben unter „brauchbares Kind“ u. „aufschlagen“)]). Über weitere rotw. Belege fürdiesesWort sowie seine (gleichfallsnichtganz sichere)Etymologies. d. Näh. inGroß’Archiv, Bd. 47, S. 140 u. Anm. 3; vgl. auchWeber-Günther, S. 168.
[1153]S. anmutig.
[1154]S. Hauptmann.
[1155]S. Fingerhut
[1156]S. (betr.-pflanzer) anbrennen.
[1157]S. dazu dieZusammensetzgn.:Stupfelbikus= Igelessen,Stupfelmassod.Stupflengbossert= Igelfleisch,Stupfelkib= Igelhund (Spr.),Stupfelkafler= Igelmetzger,Stupfel-od.Stupflengrande= Igelsack. Sowohl in der FormStupfelwie auchStupflingist die Vokabel auch derschwäb. Händlerspr.482 bekannt (inLütz.: [215] daneben nochStachling, während inMatzenbachdafür die latinisierte FormStachelinusgebräuchlich ist, ähnlich wie sich bei den Zigeunern (bei denen der Igel eine große Rolle, bes. auch als beliebte Speise, spielt [s.Liebich, S. 39, 85, 86]) dafür (u. a.) wohlstachlino(bei den deutsch. Zigeun. allerdings meiststacheléngĕro) findet (vgl.PottII, S. 245 [unter „Stàchlo“],Liebich, S. 160 u. 212 [stachélengĕro],Miklosich, Beitr. III, S. 19 [ebenso],Jühling226 [hier:Stachlino, dagegen plur.:Stachlingäre],Finck, S. 87 [štaxeléngero]). DerEtymologienach gehörtStupfelod.Stupfleng(-ling) zu dem gauner-, kunden- und geheimsprachl. sowie auch allgem. mundartl.stupfen= stechen mit Rücks. auf die Stacheln des Igels (vgl. jen.:Stupfle= Stachel [s. dazu Näh. schon oben unter „Dorn“]), denen natürlich auch die Syn.Stachling,Stachelinusu. die ähnlichen Zigeunerwörter ihre Entstehung verdanken.
[1158]S. (betr.Bikus) Abendessen.
[1159]S. (betr.Massu.Bossert) Aas.
[1160]S. Haushund.
[1161]S. Fleischer.
[1162]S. Bauch.
[1163]S. Hauptmann.
[1164]S. Ärger.
[1165]S. abbrühen u. Apfelkern. — Ähnlich heisst bei den Zigeunern (nachLiebich, S. 149 u. 212) die Inselpaninjākrimontaia, d. h. „Wasserberg“ od. „Wassergebirge“.
[1166]S. aberwitzig.
[1167]S. Dummheit u. Abort.
[1168]Vgl.Anm. 1166u.1167a. E.
[1169]S. Geist u. alltäglich. — Ähnlich ist die Bezeichnung des Irrlichts bei den Zigeunern, näml.muléskĕri momelin, d. h. eigtl. „Totenlicht“ (Syn. auch:dschapáskĕri momelin, d. h. „wanderndes Licht“) nachLiebich, S. 147 u. 212.
[1170]Vgl.dazu (aus demverw. Quellenkr.):Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr.71 (kenn= ja,kenn Mathilde= ganz richtig);Schwäb. Händlerspr.481, 482 (kenn= ja,kenn Mathilde= „grüß Gott“); s. auchPfälz. Händlerspr.438 (kent= ja) sowie d.Winterfelder u. Eifler Hausiererspr.441, 491 (kenn). Über weitere Belege im Rotw. u. in der Kundenspr. s.Schütze, S. 73, vbd. mitGroß’Archiv, Bd. 51, S. 162 (unter „Mathilde“) und Anm. 2 (betr.kenn Kunde, wozu auch zu vgl. Bd. 59, S. 267, 287). Über dieEtymologie(vom hebr.kênod.ken= „so [richtig], ja“) s. A.-L. 556 undFischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 330, vgl. jedoch auch Archiv, Bd. 51, S. 162, Anm. 2 a. E. (übereinen Einfluß auch des deutschen Zeitw. „kennen“ bei dem Ausdr.kenn Kundeod.Mathilde).
[1171]S. Frauenrock.
[1172]S. Ananas u. abgehen.
[1173]S. Flurschütz.
[1174]S. alljährlich.
[1175]S. (betr.Schei) alltäglich.
[1176]S. ausweinen.
[1177]S. abbeißen.
[1178]S. Hebräer.
[1179]ZuDibolde= Juden gehören dieZusammensetzg.Dibolde-Gallach(d. h. „Judenpriester“) = Rabbiner (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun.) u. dieAbleitg.diboldisch= jüdisch (Gegensatz:nobis diboldisch[eigtl. nicht-jüdisch] = ungläubig [vom jüd. Standpunkt aus; Syn.nobis gril(l)isch, —wonisch, d. h. eigtl. „nicht-evangelisch, -katholisch“]). Die Vokabel, die in demverw. Quellenkreiseunbekannt ist, kommt im sonstig. Rotwelsch (d. 19. Jahrh.) vereinzelt vor, jedoch mit anderem Anlaut (Ba-,Bi-,Pi-); s. z. B.Pfister1812 (295:Babolde);v. Grolman5 u. T.-G. 103 (ebenso);KarmayerG.-D. 190 (desgl.);Derenbourgs Glossar1856 (414: desgl.); A.-L. 584 (Pipolte, fem.Pipoltiza);Groß458 (Biboldo). DerEtymologienach stammt der Ausdr. aus der Zigeunersprache her (vgl. „Einleitung“,S. 29), in derbiboldo(od. bipoldo) eigtl. „der Ungetaufte“ bedeutet (vonboldo[od. poldo], zu[me] polāwa= „[ein]tauchen, taufen“ [s.Liebich, S. 152 u. 245; vgl.Finck, S. 52 (Stamm:bōl[od. bold] = „[ein]tauchen, taufen“, das sich bis insHind.[bōrnā= „eintauchen“] verfolgen läßt)] u. dem Negativpräfixbi-). S. Näh. beiPottII, S. 422 (unter „Bolaw“),Liebich, S. 128 u. 213 (bipoldo),Miklosich, Beitr. III, S. 8 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 181 (unter „bol“: bei den deutsch. Zig.:bipoldo),Finck, S. 51 (bibóldo); beiJühlingnicht angeführt. — Über die Veränderung des Anlauts im Jenischen s. auchPott, a. a. O.
[1180]S. brauchbarer Bursche.
[1181]S. Bettelbube.
[1182]S. Fremder.
[1183]S. Beischläferin.
[1184]S. Bauernfrau.
[1185]S. Bauer.
[1186]S. (betr.nobis vergröntes) Dietrich u. Ehe.
[1187]S. Amtmann.
[1188]S. Aas.
[1189]Süs(s)leng(od.-ling) bedeutet außer Kaffee (Zichorie) auch noch: Tee, Zucker u. allgem. Süßigkeit. Dazu folgendeZusammensetzgn.:Süs(s)lengnolle= Kaffeekanne,Süs(s)lengschottel= Kaffeetasse, auch Zichorienbüchse,Süs(s)lingbrandling= Lebkuchen,Süs(s)linglehm= Zuckerbrot,Süs(s)lingoberman(n)= Zuckerhut,Süs(s)lingflu(h)te= Zuckerwasser.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.94 u. 101 (Süsling= Zucker, auch Honig);Schwäb. Händlerspr.488 (Süßling= Zucker). ImPfulld. J.-W.-B.340 bedeutetSüßden Honig, imPleißlen der Killertaler436Süesslerod.Süssholzden Zucker. Über weitere Belege im Rotw. (s. schonHildburgh. W.-B.1753 ff. [222, 232:Süßling= Honig oder Bienenstock] u. dann öfter [mit versch. Bedeutgn.]) sowie über die NebenformSüsserts. nochWeber-Günther, S. 188 (unter „Zosset“). Der Stamm des Wortes ist natürlich unser Adj. „süß“; vgl.PottII, S. 10; A.-L. 612;Günther, Rotwelsch, S. 60. — Zu der Bedeutg. „Kaffee“ sei noch bemerkt, daß (nachLiebich, S. 138 u. 213) auch bei den Zigeunern der Kaffeegudli, d. i. etwa „der Süße“ (vgl.gudlo= Zucker), heißt (nebenmellĕli, d. i. „der Schwarze“;) vgl. auchFinck, S. 59.
[1190]S. (betr.Nolle) Fleischhafen.
[1191]S. Aschenbecher.
[1192]S. Abort.
[1193]S. Entenstall.
[1194]S. Dietrich u. Augenbrauen,
[1195]S. (betr.Ki[e]bes) Angesicht.
[1196]Horbögle(= Kalb) ist Dimin. zuHorboge(-boga) oder (abgekürzt in der Form der Aphärese) bloßBoga= Kuh, Rind. VonZusammensetzgn.mitdiesenWörtern vgl. a)am Anfang:Horbogaschwächerle= Kuheuter,Horbogebossertod.-mass= Kuh- od. Rindfleisch,Horbogekaflerod.Bogakafler= Kuhmetzger (letzteres auch Rindermetzger),Horbogestenkert= Kuh- od. Rinderstall,Horbogeschmunk= Rinderfett, auch Unschlitt (s. d. betr. Analogie mit der Zigeunerspr.), wogegenBogaschmunknur durch „Kuhbutter“ wiedergegeben; b)am Ende:Mufferhorboge(d. h. eigtl. „Nasenkuh“) = Nashorn (s. d. betr. Übereinstimmg. mit d. Zigeun).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.95, 97 (Hobogen= Kuß [wofür jedenfalls zu lesen: Kuh, argum.:Hohrbogen= Ochs);W.-B. des Konst. Hans254 (Hohrboge= Stück Rindvieh);Schöll271 (Haarbogen= Rindvieh);Pfulld. J.-W.-B.340, 342, 343 (Horboge= Kuh, Ochs, Rind,junge Horboge= Kalb,Horbogemaß= Ochsenfleisch);Schwäb. Händlerspr.482, 483, 485, 487 (Hôrbôg[e][inPfedelb.(211):Hobuche] = Kuh, Rind, Stier,Hôrbœ̂gle= Kalb,Hôrbôgmost= Rindfleisch); s. auchRegensb. Rotw.489 (Haarbogen= Kuh). Über weitere Belege im Rotw. s.Groß’Archiv, Bd. 43, S. 31/32, Anm. 3. DerEtymologienach handelt es sich wahrscheinl. um eine Verunstaltung aus dem älteren Synon.Hornbock, das schon imLib. Vagat.(54) vorkommt. S. Näh. darüber im Archiv, Bd. 43, S. 32 u. Anm. 1 u. dazu nochFischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 1822 unterHo(r)nbog(e[n]), der zwar die SilbeHor-ebenfalls als „Horn“ auslegt, dagegen-boge(n)„eher zu hebr.bakar= Rindvieh“, poln.-jüd.boker(vgl.Groß’Archiv, Bd. 42, S. 32) „als zu Bogen“ in Beziehung setzen möchte. Die kürzere FormBogakönnte natürlichunmittelbarvon der hebr. Vokabel hergeleitet werden, doch halte ich die Auffassung derselben als Abbreviatur vonHorbogafür richtiger (vgl. „Vorbemerkung“,S. 8). Über das ähnl.Hornikel= Ochse s. schon oben unter „Bulle“.
[1197]S. abbeißen und abgerahmte Milch. — Dieselbe Umschreibung (näml.danterpaskĕro tschikk) kennt auch die Zigeunersprache; s.Liebich, S. 131, 164 u. 213 sowie auchFinck, S. 91 (danderpáskero tšik) vbd. m. S. 54 (danderpáskero= „ätzend, beißend“); vgl. auch schon „Vorbemerkg.“,S. 17.
[1198]S. eisig; überBiberischals subst. Adj. vgl. auch „Vorbemerkg.“,S. 15,Anm. 38.
[1199]S. brauchbarer Bursche.
[1200]S. Bettelbube.
[1201]S. Augenbrauen und abbiegen.
[1202]S. (betr.-pflanzer[pflanzen]) anbrennen.
[1203]S. Fehde.
[1204]S. Bank.
[1205]S. absingen u. Adler.
[1206]S. Hase.
[1207]S. Fleischhafen.
[1208]S. Dom.
[1209]S. Fingerhut.
[1210]S. Ei u. alltäglich. — Auch in der Zigeunersprache heißt der Karfreitag (aber auch wohl das Osterfest)jāréngĕro(od. jāríngĕro)diwes, d. i. gleichfalls der „Eiertag“; s.Liebich, S. 140 u. 188 vbd. m.Finck, S. 55 (hier nur = Ostern); vgl. „Vorbemerkg.“,S. 18. Über eine derjenischenUmschreibg. fürOsterngenau entsprechende zigeun. Bezeichnung s. noch weiter unten (unter „Ostern“).
[1211]S. Fisch. Das Synm.Flotscherist hier nicht angeführt.
[1212]S. Eisenbahnwagen.
[1213]S. abfahren.
[1214]S. Bratkartoffeln; vgl. abgerahmte Milch.
[1215]S. Erdäpfel.
[1216]S. Gulasch.
[1217]S. Aschenbecher.
[1218]ZuGiralls. dieZus.Girallbrandleng= Käskuchen. Die Vokabel istsonstm. Wiss. in den Geheimsprachennichtbekannt. DerEtymologienach stammt sie aus derZigeunersprache(vgl. schon „Einleitg.“,S. 30). Näh. s. darüber beiPottII, S. 257/58 (unter „Giral“);Liebich, S. 142 u. 213 (kīral);Miklosich, Beitr. I/II, S. 12 u. Denkschriften, Bd. 26, S. 234 (unter „keral“: bei dendeutsch.Zig.:kiral) vbd. mit S. 238 (unter „khil“);Jühling, S. 222 (Girall);Finck, S. 64 (kiral). Das Wort läßt sich (nachPottundMiklosich, a. a. O.) bis ins Altind. (kšīra= Milch) zurückverfolgen.
[1219]MitRäslengist (außerRäslengbrandleng= Girallbrandleng) nochzusammengesetzt:Bosserträsleng(eigtl. „Fleischkäse“) = Leberkäse.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.): nurSchwäb. Händlerspr.482 (Ræßling= Käse, aber [485] auch = Rettich). Sonst nirgends erwähnt. ZurEtymologie: Vermutlich handelt es sich um eine durch Anhängung der typischen rotw. Endung-ling(= leng) vorgenommene Substantivierung des mundartl., insbes. schwäbischen Adj.räs, das (nachv. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 425) u. a. etwa bedeutet was „die Zunge reizt“, im Geschmack „scharf“ (wie Rettich) oder „herb“ ist.
[1220]S. (betr.Brandleng) Apfelkuchen.
[1221]Wo(h)nischerist Substantivierung des Adj.wo(h)nisch= katholisch (Gegens.nobis wo[h]nisch= ungläubig [vom Standpunkt der Katholiken aus]); s. auch „Vorbemerkung“,S. 15,Anm. 38.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.94 (wohnisch= katholisch);W.-B. des Konst. Hans257 (wahnisch);Schöll274 (Bettlersprache:wohnisch);Pfulld. J.-W.-B.341 (ebenso);Schwäb. Händlersprache482 (wônisch Kolp[inPfedelb.(212):Kolb] = katholischer Pfarrer). Auch im sonstigen Rotw. hier u. da anzutreffen (z. B.PfisterbeiChristensen[332:wohnisch];v. Grolman75 u. T.-G. 105 [wo(h)nisch];Karmayer182 [wonnisch] usw.). ZurEtymologies. Näh. beiGüntherin der Zeitschr. „Die Polizei“, Jahrg. 4 (1906), Nr. 5, S. 99, Sp. 2 u. Anm. 29. Danach handelt es sich beiwo(h)nischwohl um „eine zugleich mit Änderung des Anlauts vorgenommene Abkürzung“ (in der Form der „Aphärese“) von dem Synon.doflemonischodertoflemonisch(s. z. B.Pfister1812 [296];v. Grolman16, 71 u. T.-G. 105;Karmayer166 usw.; vgl. auchPfälz. Händlerspr.437 [dôfelmânisch]), einer Adjektivbildung ausToflemoneu. ä. = „katholische Religion“ (s. z. B. beiv. Grolman71 [nebenToflenemone]), zusammengesetzt austofeloderdofel emone, d. h. zunächst „der andere Glaube“, dann aber wohl auch der „falsche“, d. i. der christliche (katholische) „Glaube“ (vom hebr.Tifla= „das Falsche, Unrechte“ u.’amânâ[h]oder’emûmnâ[h], jüd.emônô,emûnô= „Glaube, Religion“). Daßdofelodertofelin den Vokabularien der Gaunerspr. nicht bloß für „ungereimt, abgeschmackt“, sondern auch für „alt“ angeführt ist (s.Thiele316 vbd. mitPfister1812 [297],Christensen1814 [327] u.v. Grolman16, 71 u. T.-G. 81, dienurdie letztere Bedeutg. haben), erklärt sich daraus, daß nach der Reformation die protestantische Religion mitchodesch emone(chadesch emûnô) u. ä., d. h. „neuer Glaube“ (vgl.v. Grolman12 [Cadisch - Amuneoder-nemone] u. A.-L. 367 u. 530) bezeichnet wurde, wodurch sich der früher für denchristlichenGlaubenüberhauptgebrauchte Ausdrucktofelod.dofel emoneu. ä. zu dem Begriff „katholischer“, mithin jetzt „alterGlaube“, verengerte.
[1222]S. Baumkatze.
[1223]S. (betr.Bossert) Aas.
[1224]S. Bauch.
[1225]S. essen.
[1226]S. Abendessen.
[1227]S. abbeißen.
[1228]S. abkaufen.
[1229]S. (betr.Kitt) Abort.
[1230]S. absterben u. Adler. —Zu vgl.dazu beiKarmayer122:Pegerfletterl= Nachteule oder Kauz. In derselben Weise umschreiben (nachLiebich, S. 214 u. 243) auch die Zigeuner das Käuzchen od. die Steineule, (näml. alsmuléskĕro [-ri] tschirkŭlo, d. i. „Totenvogel“; vgl. auch schon „Vorbemerkg.“,S. 18.
[1231]S. Beischläferin.
[1232]S. arg u. böse Frau bezw. (betr.Mos[s]) Bauernfrau.
[1233]S. abbiegen, vgl. auch Bürste.
[1234]S. Bürste.
[1235]S. Dom u. Fleischhafen.
[1236]S. erkennen.
[1237]S. Arrest.
[1238]ZuGadscho= Kerl, auch Landmann (dagegen nicht unter „Bauer“ angeführt) — im PluralGadscheod.Gasche= Leute, Dim.Gaschele= Kinder — gehören dieZusammensetzgn.:Gadschomalfes= Männerrock u.Begergadscho= Leichenbeschauer (vgl. dazu auch „Vorbemerkg.“,S. 12,Anm. 29).Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.94 (Kochem gasche= „Hurenleben führen und im solchen herumziehen“);Schöll272 (Gasche= Leute,schovel Gasche= schlimme Leute);Pfulld. J.-W.-B.338, 342, 343 (Gasche= Leute, Menschen, Personen,Ruchegasche= Bauernvolk);Schwäb. Händlerspr.483 (Gâsche= Leute, inLütz.[215]:Gātsche= Kind); s. auchMetzer Jenisch216 (Gātsch= Mann). Über weitere Belege im Rotw. sowie dieEtymologie(aus derZigeunerspr.[vgl. „Einleitung“,S. 30], in dergadžood.gadšo[gadscho] od. gatscho zunächst den „Nichtzigeuner“, dann aber wohl auch allgemeiner „Mensch“ oder — wieder spezieller — „Bauer“ bedeutet) s. d. ausführl. Angaben inGroß’Archiv, Bd. 49, S. 331/32, u. dazu nochFinck, S. 58. BeiFischer, Schwäb. W.-B. III, Sp. 78 (unter „Gasche“ II) u. Sp. 87 (unter „Gatsche“) ist über die Etymologie nichts angegeben.
[1239]S. Bauer.
[1240]S. Apfelkern.
[1241]S. alltäglich.
[1242]S. Fleischhafen.
[1243]ZuRussling= Kessel (Pfanne, Tiegel)vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.94 (Rusling, hier = Kamin);Pfulld. J.-W.-B.343 (Rußling= Pfanne). Über weitere rotw. Belege (mitverschied.Bedeutgn.) sowie dieEtymologie(von „Ruß“) s.Groß’Archiv, Bd. 42, S. 72 (unter „Russlings-Schlangemer“).
[1244]S. Fleischhafen u. anbrennen.
[1245]S. Halskette.
[1246]S. angenehm.
[1247]S. anlachen.
[1248]S. Gestein.
[1249]S. (betr.Strade) Chaussee; vgl. Meilenstein.
[1250]S. brauchbares Kind.
[1251]Gofwird besonders für ein unartiges Kind, jedochauchin allgemeinerem Sinne gebraucht; s. böses Kind.
[1252]S. Hurenkind.
[1253]S. gebären.
[1254]S. brauchbares Kind (am Ende).
[1255]S. aberwitzig.
[1256]S. (betr.Model) Beischläferin.
[1257]S. Dom.
[1258]S. (betr.Glitschin) Dietrich.
[1259]S. Apfelkuchen u. alltäglich.
[1260]S. (betr.Weisling) Feiertag.
[1261]S. (betr.Stöber) Apfelbaum. —Scharrisele= Kirsche (nuralsDimin.gebräuchl. [vgl. „Vorbemerkg.“,S. 13,Anm. 33a. E.]) findet sich noch in denZusammensetzgn.:Scharriselekies= Kirsch(en)kern od. -stein u.Scharriselebrandling= Kirsch(en)kuchen.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gauerspr.95 (Scharriselen= Kirschen);Pfulld. J.-W.-B.341 (Scharisele= Kirsche). DieEtymologiedes (sonst zieml. seltenen) Ausdrucks gebt zweifelsohne auf das gleichbed. französ.cérise(ital.ciriegia, lat.cerasus) zurück; vgl.Günther, Rotwelsch, S. 37.
[1262]S. (betr.Kies) Apfelkern.
[1263]S. (betr.Brandling) Apfelkuchen.
[1264]S. Bett.
[1265]S. Frauenrock.
[1266]S. aufspielen u. abbiegen.
[1267]S. Frucht.
[1268]S. ankleiden.
[1269]S. Füllen.
[1270]S. FürLomel= Klinge, Messerschneide finde ich im Rotw. u. i. d. sonst. Geheimspr. keine Belege. Das Wort soll (nachWittichs„Einleitg.“,S. 30) aus derZigeunersprachestammen, auch findet sich beiLiebich, S. 215 in der Tatlommla= Klinge verzeichnet (während in den anderen zigeun. Vokalbularien, auch beiJühling, etwas Ähnliches nicht anzutreffen ist). NachFischer, Schwab. W.-B. IV, Sp. 938 (unter „Lamel“) istLamel(od. Lomel) = Messerklinge (insbes. eine lahme, stumpfe) allgem. schwäbisch, und ebenso ist der Ausdr. in Bayern (alsLammel,Lämmelod.Lommel[fem. u. neutr. gen.]; s.Schmeller, Bayer. W.-B. I, Sp. 1470) u. in anderen Gegenden (Kurhessen, Elsaß, Schweiz) bekannt. Er soll nachFischer(a. a. O. vbd. mitSchmeller, a. a. O.) vom mhd.lâmel(s.Lexer, Mhd. Hand-W.-B. I, Sp. 1816) abzuleiten sein, das seinerseits auf das latein.lamellaod.laminazurückgeht.
[1271]S. Adler, Bischof u. Abort. — Dieselbe Umschreibung (die etwa „großes Haus für Geistliche [Mönche]“ bedeutet) findet sich auch bei den Zigeunern; s.Liebich, S. 127 u. 215 (baro raschaiéngĕro kēr= Kloster).
[1272]S. Baumholz.
[1273]S. besonnen.
[1274]S. brauchbarer Bursche.
[1275]S. Bettelbube.
[1276]S. Fremder.
[1277]S. abschießen. Vgl. dazu das rotw.knallen= schießen (Belege inGroß’Archiv, Bd. 42, S. 54).
[1278]S. Appetit.
[1279]S. abschaffen.
[1280]S. (zu beiden Ausdr.) Gasthaus.
[1281]Hegesle(nurals Dimin. gebr.) bedeutetKnödelu. insbes. „Knöpfle“ u. „Spätzle“, beides mundartl. Bezeichnungen für südd., bes. schwäb. knödelartige Mehlspeisen (vgl. [überKnöfle, Dimin. zuKnopf]Fischer, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 544 unter „Knopf“, Nr. 4, a; [überSpätzle, Dimin. zuSpatz= Sperling]v. Schmid, Schwäb. W.-B., S. 499 unter „Spatzen“ u.Schmeller, Bayer. W.-B. II, Sp. 692 unter „Spatz“, lit. c). Dazu dieZus.Hegesleschnall= Spätzlessuppe (Spr.) u. dieVerbdg.grandiche Hegesle= Nudeln.Zu vgl.(aus demverw. Quellenkr.):Dolm. der Gaunerspr.95 (Hegesle= „Knöpflen“);Pfulld. J.-W.-B.341 (Hegesle= Knopf). DieEtymologiebleibt dunkel. AuchFischer, Schwäb. W.-B. III. Sp. 1331 (unter „Hegis“, Nr. 2) gibt keine Erklärung.
[1282]S. abkochen vbd. mit brauchbarer Bursche, Bettelbube u. Bauer.
[1283]S. Gemüse.
[1284]S. abbrennen u. Baumholz.
[1285]S. brauchbarer Bursche.
[1286]S. Bettelbube.
[1287]S. abgehen.
[1288]S. Hauptmann u. Bäcker.
[1289]S. (betr.Maro) Brot.
[1290]S. Äquilibrist.
[1291]S. (betr.Kitt) Abort.
[1292]S. (betr.Nikel-) aufspielen.
[1293]S. (betr.Kritzler) Attest.
[1294]S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof.
[1295]S. erkennen.
[1296]Vergondertist ein substantiviertes Partizip (vgl. „Vorbemerkg.“,S. 15,Anm. 36) vonvergondere= verpfänden, das etymolog. gehört zu gemeinsprachl.verganten= versteigern, einer Ableitg. von dem (bes. in Bayern u. Österreich gebräuchl.) Hauptw.Gant(f.), d. h. gerichtlicher Verkauf an den Meistbietenden, Zwangsversteigerung, dann auch Konkurs, aus dem ital.incanto= lat. incantum, in quantum, d. h. „für wie viel“, „wie hoch“, nach dem Rufe des Versteigerers. S. u. a.Weigand, W.-B. I, Sp. 619 vbd. mitA. Schirmer, W.-B. der deutschen Kaufmannssprache (1911), S. 68 u. 69, Anm. 1 ff. (woselbst noch näh. Angaben).
[1297]S. Aas. — AuchVermuftist substantiv. Partizip (s. „Vorbemerkg.“,S. 15,Anm. 36); vgl. Armut u. Bedrängnis.
[1298]S. Gewerbeschein.
[1299]S. Angesicht.
[1300]S. (betr.Strauberts) Augenbrauen.
[1301]S. Aschenbecher.
[1302]S. (betr.-pflanzer) anbrennen.
[1303]S. Frucht.
[1304]S. essen (Essen).
[1305]S. (zu allen drei Ausdr.) Abendessen.
[1306]S. angenehm.
[1307]S. Abort.
[1308]S. abgerahmte Milch.
[1309]S. abkaufen.
[1310]S. (betr.Kitt) Abort.
[1311]S. absterben.
[1312]S. (betr.Sauft) Bett.
[1313]S. abbeißen.
[1314]S. Gemüse.
[1315]S. (betr.Blättling) Gulasch.
[1316]S. Borg (auf —).
[1317]S. Adler u. arg.
[1318]S. Hauptmann.
[1319]Auch bei den Zigeunern heißt (nachLiebich, S. 217) dasKriminalgerichtbāri grisni, d. h. „großes, hohes Gericht“, dasKreisgerichtbāri zephāni, d. h. eigtl. wohl „großer Kreis“ (zephāniallein auch = Landgericht); vgl.Liebich, S. 216, 218.
[1320]S. Adler, Amtmann u. Fingerhut; vgl. Bischof u. König. — Dieselbe Umschreibung für „Krone“ kennt auch die Zigeunersprache; s.Liebich, S. 217 (kraléskĕro dschakkerpenn, d. h. „des Königs Hut“, od.bāro raiéskĕro[od.scheréskĕri] stātin, d. h. „des großen Herrn [od. Häuptlings] Hut“).
[1321]Diese Vokabelfehltsowohl in demverw. Quellenkr.als auchsonstin d. Geheimsprachen (falls nicht etwaBelly[= Bauch?] in d.Rotw. Gramm.v. 1755 [III, 59; vgl.Kluge, Rotw. I, S. 237, Anm. 1] hierher zu rechnen). Sie soll (nach „Einleitung“,S. 29) aus derZigeunersprachestammen; s. dazuJühling, S. 219, woBälelin gleicher Bedeutg. angeführt ist, während m. Wiss. in den übrigen zigeun. Vokabularien nichts Ähnliches enthalten ist.
[1322]S. Fleischhafen.
[1323]S. arg u. brauchbarer Bursche bzw. Bettelbube.
[1324]S. Aschenbecher.
[1325]S. abkochen.
[1326]S. Apfelkuchen.
[1327]S. (betr.Glitschin) Dietrich.
[1328]S. Hahn.
[1329]S. Ente.
[1330]S. Gans.
[1331]S. Adler.
[1332]S. Kalb.
[1333]S. (betr.Schmunk) Bratkartoffeln.