Die neuzeitlichen Romantiker.
Otto Roquette, geb. am 19. April 1824 in Krotoschin, gest. am 18. März 1896, gab eine Reihe von Dramen, Märchen und Romanen heraus, unter denen »Waldmeisters Brautfahrt« den größten Erfolg davontrug. Seine »Gedichte« erlebten mehrere Auflagen; als sein bester Roman gilt: »Buchstabierbuch der Leidenschaft«. Die nach seinem Tode herausgegebene Erzählung: »Die Reise ins Blaue«, mit verwässerter Eichendorffscher Romantik, ist nur geeignet, dem Ansehen des Dichters, der jetzt schon zu den halb Vergessenen gehört, zu schaden.
Oskar von Redwitz, geb. am 28. Juni 1823 in Lichtenau bei Ansbach, gest. am 6. Juli 1891, erregte zuerst durch sein lyrisches Epos: »Amaranth«, Aufsehen. Von seinen Dramen fanden »Philippine Welser«, »Der Zunftmeister von Nürnberg« und »Doge von Venedig« eine ebenso unverdient freundliche Aufnahme, wie sein Roman »Hermann Stark« und das patriotische »Lied vom neuen Deutschen Reich«.
Heinrich Steinhausen, geb. am 27. Juli 1836 in Sorau, trug seinen größten Erfolg mit »Irmela«, einer stimmungsvollen Geschichte aus alter Zeit davon. Seinen Werken, von denen wir noch den »Korrektor«, »Herr Moffs kauft sein Buch« und »Heinrich Zwiesels Ängste« anführen, fehlt es, trotz des vorwiegend religiösen Grundtons, nicht an heiteren Episoden.
Wilhelm Hertz, geb. am 24. Sept. 1835 in Stuttgart, ein Schüler Uhlands, machte sich durch seine sprachwissenschaftlichenWerke und seine »Gedichte«, in denen er sich jedoch nur als reines Formtalent erwies, einen Namen. Seine bekanntesten Epen sind »Hugdietrichs Brautfahrt«, »Tristan und Isolde« und »Bruder Rausch«.