IV.FREUNDSCHAFT

IV.FREUNDSCHAFT

Fein sänftlich, Freund, bin nicht von Erz;Zürnst du noch lang, so bricht mein Herz.Bist du nicht Arzt? Was willst du noch?Unheilbar Weh, du heilst es doch!Trink Milch und Wein von meinem Mund,Um Wein und Milch mach’ mich gesund.Mein ganzes Herz ist dir bestimmt:Greif zu, eh es ein andrer nimmt!

Fein sänftlich, Freund, bin nicht von Erz;Zürnst du noch lang, so bricht mein Herz.Bist du nicht Arzt? Was willst du noch?Unheilbar Weh, du heilst es doch!Trink Milch und Wein von meinem Mund,Um Wein und Milch mach’ mich gesund.Mein ganzes Herz ist dir bestimmt:Greif zu, eh es ein andrer nimmt!

Fein sänftlich, Freund, bin nicht von Erz;Zürnst du noch lang, so bricht mein Herz.

Fein sänftlich, Freund, bin nicht von Erz;

Zürnst du noch lang, so bricht mein Herz.

Bist du nicht Arzt? Was willst du noch?Unheilbar Weh, du heilst es doch!

Bist du nicht Arzt? Was willst du noch?

Unheilbar Weh, du heilst es doch!

Trink Milch und Wein von meinem Mund,Um Wein und Milch mach’ mich gesund.

Trink Milch und Wein von meinem Mund,

Um Wein und Milch mach’ mich gesund.

Mein ganzes Herz ist dir bestimmt:Greif zu, eh es ein andrer nimmt!

Mein ganzes Herz ist dir bestimmt:

Greif zu, eh es ein andrer nimmt!

„Sehnt sich deine Seele nochNach der Jugend Borden,Da die dunkle Locke dochLang schon weiß geworden?Soll das Leben für den RestDich noch lachen lehren,Da es reichlich dir entpreßtBitterste der Zähren?Täglich gibst den ScheidebriefDu der Welt im Schmerze,Aber täglich widerriefIhn dein schwaches Herze.Ob sie dir ins Antlitz spieUnd verwarf dein Minnen,Stets durch neue Gaben sieWillst du dir gewinnen.Schon die weiße Taube küßtDir den müden Scheitel;Fort der Rabe, und noch istJugend dir nicht eitel?Sag’, wer soll die arme BrustWieder dir verjüngen,Wird die lang verwehte LustNoch einmal gelingen?Wer soll wieder deinem FußGüldne Kettlein geben,Deine Hand zum FreudengrußAuf die Zimbel heben?“ – –– So fragt mancher, aber bloß,Wer das Aug’ nie kannte,Das vom Westen, sonnengroß,Mir sein Leuchten sandte.Diese Sonne wird mich nicht,Nimmermehr versengen,Wird als Schmuck ihr StrahlenlichtUm den Hals mir hängen,Auge, auch dem Vollmond nichtGleichst du, fühlt der Dichter:Der verliert sein mattes Licht,Du wirst immer lichter.Hast mir auch zurückgebrachtHelle Jugendträume,Die ich weit und fern gedachtLängst in alle Räume.Und weil so dein heller StrahlSprach ein neues „Werde!“Kann ich lieben noch einmalDiese schöne Erde.

„Sehnt sich deine Seele nochNach der Jugend Borden,Da die dunkle Locke dochLang schon weiß geworden?Soll das Leben für den RestDich noch lachen lehren,Da es reichlich dir entpreßtBitterste der Zähren?Täglich gibst den ScheidebriefDu der Welt im Schmerze,Aber täglich widerriefIhn dein schwaches Herze.Ob sie dir ins Antlitz spieUnd verwarf dein Minnen,Stets durch neue Gaben sieWillst du dir gewinnen.Schon die weiße Taube küßtDir den müden Scheitel;Fort der Rabe, und noch istJugend dir nicht eitel?Sag’, wer soll die arme BrustWieder dir verjüngen,Wird die lang verwehte LustNoch einmal gelingen?Wer soll wieder deinem FußGüldne Kettlein geben,Deine Hand zum FreudengrußAuf die Zimbel heben?“ – –– So fragt mancher, aber bloß,Wer das Aug’ nie kannte,Das vom Westen, sonnengroß,Mir sein Leuchten sandte.Diese Sonne wird mich nicht,Nimmermehr versengen,Wird als Schmuck ihr StrahlenlichtUm den Hals mir hängen,Auge, auch dem Vollmond nichtGleichst du, fühlt der Dichter:Der verliert sein mattes Licht,Du wirst immer lichter.Hast mir auch zurückgebrachtHelle Jugendträume,Die ich weit und fern gedachtLängst in alle Räume.Und weil so dein heller StrahlSprach ein neues „Werde!“Kann ich lieben noch einmalDiese schöne Erde.

„Sehnt sich deine Seele nochNach der Jugend Borden,Da die dunkle Locke dochLang schon weiß geworden?Soll das Leben für den RestDich noch lachen lehren,Da es reichlich dir entpreßtBitterste der Zähren?

„Sehnt sich deine Seele noch

Nach der Jugend Borden,

Da die dunkle Locke doch

Lang schon weiß geworden?

Soll das Leben für den Rest

Dich noch lachen lehren,

Da es reichlich dir entpreßt

Bitterste der Zähren?

Täglich gibst den ScheidebriefDu der Welt im Schmerze,Aber täglich widerriefIhn dein schwaches Herze.Ob sie dir ins Antlitz spieUnd verwarf dein Minnen,Stets durch neue Gaben sieWillst du dir gewinnen.

Täglich gibst den Scheidebrief

Du der Welt im Schmerze,

Aber täglich widerrief

Ihn dein schwaches Herze.

Ob sie dir ins Antlitz spie

Und verwarf dein Minnen,

Stets durch neue Gaben sie

Willst du dir gewinnen.

Schon die weiße Taube küßtDir den müden Scheitel;Fort der Rabe, und noch istJugend dir nicht eitel?Sag’, wer soll die arme BrustWieder dir verjüngen,Wird die lang verwehte LustNoch einmal gelingen?

Schon die weiße Taube küßt

Dir den müden Scheitel;

Fort der Rabe, und noch ist

Jugend dir nicht eitel?

Sag’, wer soll die arme Brust

Wieder dir verjüngen,

Wird die lang verwehte Lust

Noch einmal gelingen?

Wer soll wieder deinem FußGüldne Kettlein geben,Deine Hand zum FreudengrußAuf die Zimbel heben?“ – –– So fragt mancher, aber bloß,Wer das Aug’ nie kannte,Das vom Westen, sonnengroß,Mir sein Leuchten sandte.

Wer soll wieder deinem Fuß

Güldne Kettlein geben,

Deine Hand zum Freudengruß

Auf die Zimbel heben?“ – –

– So fragt mancher, aber bloß,

Wer das Aug’ nie kannte,

Das vom Westen, sonnengroß,

Mir sein Leuchten sandte.

Diese Sonne wird mich nicht,Nimmermehr versengen,Wird als Schmuck ihr StrahlenlichtUm den Hals mir hängen,Auge, auch dem Vollmond nichtGleichst du, fühlt der Dichter:Der verliert sein mattes Licht,Du wirst immer lichter.

Diese Sonne wird mich nicht,

Nimmermehr versengen,

Wird als Schmuck ihr Strahlenlicht

Um den Hals mir hängen,

Auge, auch dem Vollmond nicht

Gleichst du, fühlt der Dichter:

Der verliert sein mattes Licht,

Du wirst immer lichter.

Hast mir auch zurückgebrachtHelle Jugendträume,Die ich weit und fern gedachtLängst in alle Räume.Und weil so dein heller StrahlSprach ein neues „Werde!“Kann ich lieben noch einmalDiese schöne Erde.

Hast mir auch zurückgebracht

Helle Jugendträume,

Die ich weit und fern gedacht

Längst in alle Räume.

Und weil so dein heller Strahl

Sprach ein neues „Werde!“

Kann ich lieben noch einmal

Diese schöne Erde.

Viele schon in meinem Herzen schufenSich ein Heim: – Du sollst der Beste sein;Wird mein Herz dereinst die Freunde rufen,Sein Berufener bist du allein.Wenn ich über aller Sterne SchimmerDann das Herz erhebe zu dem Firn,Find’ ich überm hohen Himmel immerHöher noch und stolzer deine Stirn.Dehnend dann, um deine Kraft zu fassen,Dieses Herze weit und weiter dringt,Bis es grenzenlos dahingelassenRauschend aus der Erdensphäre springt.Staune nicht, ob meines Herzens Schoße,Daß du ihn so tief, so groß empfandst:Mich laß staunen, daß du dieses große,Dieses Herze so erfüllen kannst.

Viele schon in meinem Herzen schufenSich ein Heim: – Du sollst der Beste sein;Wird mein Herz dereinst die Freunde rufen,Sein Berufener bist du allein.Wenn ich über aller Sterne SchimmerDann das Herz erhebe zu dem Firn,Find’ ich überm hohen Himmel immerHöher noch und stolzer deine Stirn.Dehnend dann, um deine Kraft zu fassen,Dieses Herze weit und weiter dringt,Bis es grenzenlos dahingelassenRauschend aus der Erdensphäre springt.Staune nicht, ob meines Herzens Schoße,Daß du ihn so tief, so groß empfandst:Mich laß staunen, daß du dieses große,Dieses Herze so erfüllen kannst.

Viele schon in meinem Herzen schufenSich ein Heim: – Du sollst der Beste sein;Wird mein Herz dereinst die Freunde rufen,Sein Berufener bist du allein.

Viele schon in meinem Herzen schufen

Sich ein Heim: – Du sollst der Beste sein;

Wird mein Herz dereinst die Freunde rufen,

Sein Berufener bist du allein.

Wenn ich über aller Sterne SchimmerDann das Herz erhebe zu dem Firn,Find’ ich überm hohen Himmel immerHöher noch und stolzer deine Stirn.

Wenn ich über aller Sterne Schimmer

Dann das Herz erhebe zu dem Firn,

Find’ ich überm hohen Himmel immer

Höher noch und stolzer deine Stirn.

Dehnend dann, um deine Kraft zu fassen,Dieses Herze weit und weiter dringt,Bis es grenzenlos dahingelassenRauschend aus der Erdensphäre springt.

Dehnend dann, um deine Kraft zu fassen,

Dieses Herze weit und weiter dringt,

Bis es grenzenlos dahingelassen

Rauschend aus der Erdensphäre springt.

Staune nicht, ob meines Herzens Schoße,Daß du ihn so tief, so groß empfandst:Mich laß staunen, daß du dieses große,Dieses Herze so erfüllen kannst.

Staune nicht, ob meines Herzens Schoße,

Daß du ihn so tief, so groß empfandst:

Mich laß staunen, daß du dieses große,

Dieses Herze so erfüllen kannst.

Wir kennen Abschied, dich von alten Tagen:Kein Strom so alt als wie der Strom der Tränen,Und Unrecht ist’s, die Zeiten anzuklagen: –Weh denen, die sie schlimm und schuldig wähnen!Kein Falsch ist droben bei dem höchsten Wesen,Die Sphären laufen nach gerechten Plänen.Auch ist schon alles einmal dagewesen,Die Hand des Herrn hat einmal nur geschrieben,Und neues ist hienieden nicht zu lesen;Wo seines Siegelringes Spur geblieben,Da blieb es, wie es war, und alles NeueIst alt aus alter Zeit heraufgetrieben;Man küßt sich nur, daß man sich wieder scheue;Daß Völker sich aus einem Volk gebären,Brach man in alten Zeiten sich die Treue;Und wenn nicht jene alten Zeiten wären,Da sich die Menschen trennten ohne Reue,Die Welt wär’ menschenleer und öd’ geblieben.

Wir kennen Abschied, dich von alten Tagen:Kein Strom so alt als wie der Strom der Tränen,Und Unrecht ist’s, die Zeiten anzuklagen: –Weh denen, die sie schlimm und schuldig wähnen!Kein Falsch ist droben bei dem höchsten Wesen,Die Sphären laufen nach gerechten Plänen.Auch ist schon alles einmal dagewesen,Die Hand des Herrn hat einmal nur geschrieben,Und neues ist hienieden nicht zu lesen;Wo seines Siegelringes Spur geblieben,Da blieb es, wie es war, und alles NeueIst alt aus alter Zeit heraufgetrieben;Man küßt sich nur, daß man sich wieder scheue;Daß Völker sich aus einem Volk gebären,Brach man in alten Zeiten sich die Treue;Und wenn nicht jene alten Zeiten wären,Da sich die Menschen trennten ohne Reue,Die Welt wär’ menschenleer und öd’ geblieben.

Wir kennen Abschied, dich von alten Tagen:Kein Strom so alt als wie der Strom der Tränen,Und Unrecht ist’s, die Zeiten anzuklagen: –

Wir kennen Abschied, dich von alten Tagen:

Kein Strom so alt als wie der Strom der Tränen,

Und Unrecht ist’s, die Zeiten anzuklagen: –

Weh denen, die sie schlimm und schuldig wähnen!Kein Falsch ist droben bei dem höchsten Wesen,Die Sphären laufen nach gerechten Plänen.

Weh denen, die sie schlimm und schuldig wähnen!

Kein Falsch ist droben bei dem höchsten Wesen,

Die Sphären laufen nach gerechten Plänen.

Auch ist schon alles einmal dagewesen,Die Hand des Herrn hat einmal nur geschrieben,Und neues ist hienieden nicht zu lesen;

Auch ist schon alles einmal dagewesen,

Die Hand des Herrn hat einmal nur geschrieben,

Und neues ist hienieden nicht zu lesen;

Wo seines Siegelringes Spur geblieben,Da blieb es, wie es war, und alles NeueIst alt aus alter Zeit heraufgetrieben;

Wo seines Siegelringes Spur geblieben,

Da blieb es, wie es war, und alles Neue

Ist alt aus alter Zeit heraufgetrieben;

Man küßt sich nur, daß man sich wieder scheue;Daß Völker sich aus einem Volk gebären,Brach man in alten Zeiten sich die Treue;

Man küßt sich nur, daß man sich wieder scheue;

Daß Völker sich aus einem Volk gebären,

Brach man in alten Zeiten sich die Treue;

Und wenn nicht jene alten Zeiten wären,Da sich die Menschen trennten ohne Reue,Die Welt wär’ menschenleer und öd’ geblieben.

Und wenn nicht jene alten Zeiten wären,

Da sich die Menschen trennten ohne Reue,

Die Welt wär’ menschenleer und öd’ geblieben.

Und andre Dinge gibt’s in diesem Leben,Der eine nennt sie gut, der andre schlecht,Fülle ist hier, doch Dürre liegt daneben;Der eine hat dem Leben abgeschworenUnd wird zum Fluche gleich die Arme heben,Dem Tage fluchen, der ihn einst geboren.Demselben Tag, den andre wieder preisen,Und dessen Stunden ewig unverlorenHinrinnen ihm in lieblich frohen Gleisen.Den jungen Lippen und den lebensroten,Zu Honig werden ihnen alle Speisen,Den Kranken wird im Honig Gift geboten;Dem Kummervollen leuchten keine Sonnen,Sein Aug’ schaut nie des Lichtes Wunderboten,Und alle Helligkeit ist ihm verronnen; –Mein Auge auch versank in dunklen Nächten,Aus seinem Grunde brachen heiße Bronnen,Als heute schied der Freund von meiner Rechten.

Und andre Dinge gibt’s in diesem Leben,Der eine nennt sie gut, der andre schlecht,Fülle ist hier, doch Dürre liegt daneben;Der eine hat dem Leben abgeschworenUnd wird zum Fluche gleich die Arme heben,Dem Tage fluchen, der ihn einst geboren.Demselben Tag, den andre wieder preisen,Und dessen Stunden ewig unverlorenHinrinnen ihm in lieblich frohen Gleisen.Den jungen Lippen und den lebensroten,Zu Honig werden ihnen alle Speisen,Den Kranken wird im Honig Gift geboten;Dem Kummervollen leuchten keine Sonnen,Sein Aug’ schaut nie des Lichtes Wunderboten,Und alle Helligkeit ist ihm verronnen; –Mein Auge auch versank in dunklen Nächten,Aus seinem Grunde brachen heiße Bronnen,Als heute schied der Freund von meiner Rechten.

Und andre Dinge gibt’s in diesem Leben,Der eine nennt sie gut, der andre schlecht,Fülle ist hier, doch Dürre liegt daneben;

Und andre Dinge gibt’s in diesem Leben,

Der eine nennt sie gut, der andre schlecht,

Fülle ist hier, doch Dürre liegt daneben;

Der eine hat dem Leben abgeschworenUnd wird zum Fluche gleich die Arme heben,Dem Tage fluchen, der ihn einst geboren.

Der eine hat dem Leben abgeschworen

Und wird zum Fluche gleich die Arme heben,

Dem Tage fluchen, der ihn einst geboren.

Demselben Tag, den andre wieder preisen,Und dessen Stunden ewig unverlorenHinrinnen ihm in lieblich frohen Gleisen.

Demselben Tag, den andre wieder preisen,

Und dessen Stunden ewig unverloren

Hinrinnen ihm in lieblich frohen Gleisen.

Den jungen Lippen und den lebensroten,Zu Honig werden ihnen alle Speisen,Den Kranken wird im Honig Gift geboten;

Den jungen Lippen und den lebensroten,

Zu Honig werden ihnen alle Speisen,

Den Kranken wird im Honig Gift geboten;

Dem Kummervollen leuchten keine Sonnen,Sein Aug’ schaut nie des Lichtes Wunderboten,Und alle Helligkeit ist ihm verronnen; –

Dem Kummervollen leuchten keine Sonnen,

Sein Aug’ schaut nie des Lichtes Wunderboten,

Und alle Helligkeit ist ihm verronnen; –

Mein Auge auch versank in dunklen Nächten,Aus seinem Grunde brachen heiße Bronnen,Als heute schied der Freund von meiner Rechten.

Mein Auge auch versank in dunklen Nächten,

Aus seinem Grunde brachen heiße Bronnen,

Als heute schied der Freund von meiner Rechten.

Ihm rann der Weisheit Quell vom roten Munde,Es ruhte Gold in seiner Seele SchächtenUnd Edelstein im allertiefsten Grunde.Als ungezäumt noch seine Rosse standen,Saßen wir Herz an Herz im trauten BundeUnd froh in friedevollen Menschenlanden.Zwei Mütter haben uns dem Licht gegeben,Und doch wie Brüder uns die Menschen fanden,Denn Liebe einte uns zum Zwillingsleben.Auf grünem Hügel hat sie uns geboren,Wir lagen an den Brüsten süßer Reben,Als Wiege ward uns holder Duft erkoren. –Nun denk’ ich dein auf ödem Hügelland,Das gestern, da es dich noch nicht verloren,In Blumenbeeten und in Düften stand;Nun hängen heiße Tränentropfen niederVon meiner Wimper schwer benetztem Rand,Und jede Träne hängt im Blute wieder:Du bist dahin! – Nun stehn auf deinen WegenWohl andre, singen auch wohl Friedenslieder,Doch weiß ich, wie sie Krieg im Herzen hegen.O fort mit ihnen! Ihre Zähne nagenAn ekler Speise, während MannaregenUnd Süße einst auf deinen Lippen lagen.

Ihm rann der Weisheit Quell vom roten Munde,Es ruhte Gold in seiner Seele SchächtenUnd Edelstein im allertiefsten Grunde.Als ungezäumt noch seine Rosse standen,Saßen wir Herz an Herz im trauten BundeUnd froh in friedevollen Menschenlanden.Zwei Mütter haben uns dem Licht gegeben,Und doch wie Brüder uns die Menschen fanden,Denn Liebe einte uns zum Zwillingsleben.Auf grünem Hügel hat sie uns geboren,Wir lagen an den Brüsten süßer Reben,Als Wiege ward uns holder Duft erkoren. –Nun denk’ ich dein auf ödem Hügelland,Das gestern, da es dich noch nicht verloren,In Blumenbeeten und in Düften stand;Nun hängen heiße Tränentropfen niederVon meiner Wimper schwer benetztem Rand,Und jede Träne hängt im Blute wieder:Du bist dahin! – Nun stehn auf deinen WegenWohl andre, singen auch wohl Friedenslieder,Doch weiß ich, wie sie Krieg im Herzen hegen.O fort mit ihnen! Ihre Zähne nagenAn ekler Speise, während MannaregenUnd Süße einst auf deinen Lippen lagen.

Ihm rann der Weisheit Quell vom roten Munde,Es ruhte Gold in seiner Seele SchächtenUnd Edelstein im allertiefsten Grunde.

Ihm rann der Weisheit Quell vom roten Munde,

Es ruhte Gold in seiner Seele Schächten

Und Edelstein im allertiefsten Grunde.

Als ungezäumt noch seine Rosse standen,Saßen wir Herz an Herz im trauten BundeUnd froh in friedevollen Menschenlanden.

Als ungezäumt noch seine Rosse standen,

Saßen wir Herz an Herz im trauten Bunde

Und froh in friedevollen Menschenlanden.

Zwei Mütter haben uns dem Licht gegeben,Und doch wie Brüder uns die Menschen fanden,Denn Liebe einte uns zum Zwillingsleben.

Zwei Mütter haben uns dem Licht gegeben,

Und doch wie Brüder uns die Menschen fanden,

Denn Liebe einte uns zum Zwillingsleben.

Auf grünem Hügel hat sie uns geboren,Wir lagen an den Brüsten süßer Reben,Als Wiege ward uns holder Duft erkoren. –

Auf grünem Hügel hat sie uns geboren,

Wir lagen an den Brüsten süßer Reben,

Als Wiege ward uns holder Duft erkoren. –

Nun denk’ ich dein auf ödem Hügelland,Das gestern, da es dich noch nicht verloren,In Blumenbeeten und in Düften stand;

Nun denk’ ich dein auf ödem Hügelland,

Das gestern, da es dich noch nicht verloren,

In Blumenbeeten und in Düften stand;

Nun hängen heiße Tränentropfen niederVon meiner Wimper schwer benetztem Rand,Und jede Träne hängt im Blute wieder:

Nun hängen heiße Tränentropfen nieder

Von meiner Wimper schwer benetztem Rand,

Und jede Träne hängt im Blute wieder:

Du bist dahin! – Nun stehn auf deinen WegenWohl andre, singen auch wohl Friedenslieder,Doch weiß ich, wie sie Krieg im Herzen hegen.

Du bist dahin! – Nun stehn auf deinen Wegen

Wohl andre, singen auch wohl Friedenslieder,

Doch weiß ich, wie sie Krieg im Herzen hegen.

O fort mit ihnen! Ihre Zähne nagenAn ekler Speise, während MannaregenUnd Süße einst auf deinen Lippen lagen.

O fort mit ihnen! Ihre Zähne nagen

An ekler Speise, während Mannaregen

Und Süße einst auf deinen Lippen lagen.

Grimm und Glut den übermüt’gen Narren,Die sich selbst für zehnmal weise haltenAll in ihres Geistes dürren Sparren;Ihre Götzen sind in ihren HirnenReinster Glaube, doch als Zauber galtenImmer meines Glaubens klare Stirnen.Wie sie sä’n und ernten ihre Gaben!Wie sie jauchzen zu des Himmels Firnen,Wenn sie leeres Stroh gedroschen haben!Hört mich, Freunde, Neues will ich künden:Meine Perlen will ich tief vergraben,Lichter hab ich, die sie wiederfinden.Aber wenn die Narren zu mir kommen:„Zeig’uns doch den Schatz in deinen Gründen!“ –Eine Antwort soll allein mir frommen: –Vor die Säue nimmer kommt mein Gold,In die Wüste – habt ihr wohl vernommen? –Niemals meiner Wolke Regen rollt!Fort mit euch! Ich brauche nicht die Zeiten!Ach, als wenn die Seele brauchen sollt’Ihres Leibes eitle Nichtigkeiten!Ihrbrauchtmich, der Leib die Seele immer:Halte er sie fest! Zum SternenschimmerWird sie sonst, er selbst zur Tiefe gleiten!

Grimm und Glut den übermüt’gen Narren,Die sich selbst für zehnmal weise haltenAll in ihres Geistes dürren Sparren;Ihre Götzen sind in ihren HirnenReinster Glaube, doch als Zauber galtenImmer meines Glaubens klare Stirnen.Wie sie sä’n und ernten ihre Gaben!Wie sie jauchzen zu des Himmels Firnen,Wenn sie leeres Stroh gedroschen haben!Hört mich, Freunde, Neues will ich künden:Meine Perlen will ich tief vergraben,Lichter hab ich, die sie wiederfinden.Aber wenn die Narren zu mir kommen:„Zeig’uns doch den Schatz in deinen Gründen!“ –Eine Antwort soll allein mir frommen: –Vor die Säue nimmer kommt mein Gold,In die Wüste – habt ihr wohl vernommen? –Niemals meiner Wolke Regen rollt!Fort mit euch! Ich brauche nicht die Zeiten!Ach, als wenn die Seele brauchen sollt’Ihres Leibes eitle Nichtigkeiten!Ihrbrauchtmich, der Leib die Seele immer:Halte er sie fest! Zum SternenschimmerWird sie sonst, er selbst zur Tiefe gleiten!

Grimm und Glut den übermüt’gen Narren,Die sich selbst für zehnmal weise haltenAll in ihres Geistes dürren Sparren;

Grimm und Glut den übermüt’gen Narren,

Die sich selbst für zehnmal weise halten

All in ihres Geistes dürren Sparren;

Ihre Götzen sind in ihren HirnenReinster Glaube, doch als Zauber galtenImmer meines Glaubens klare Stirnen.

Ihre Götzen sind in ihren Hirnen

Reinster Glaube, doch als Zauber galten

Immer meines Glaubens klare Stirnen.

Wie sie sä’n und ernten ihre Gaben!Wie sie jauchzen zu des Himmels Firnen,Wenn sie leeres Stroh gedroschen haben!

Wie sie sä’n und ernten ihre Gaben!

Wie sie jauchzen zu des Himmels Firnen,

Wenn sie leeres Stroh gedroschen haben!

Hört mich, Freunde, Neues will ich künden:Meine Perlen will ich tief vergraben,Lichter hab ich, die sie wiederfinden.

Hört mich, Freunde, Neues will ich künden:

Meine Perlen will ich tief vergraben,

Lichter hab ich, die sie wiederfinden.

Aber wenn die Narren zu mir kommen:„Zeig’uns doch den Schatz in deinen Gründen!“ –Eine Antwort soll allein mir frommen: –

Aber wenn die Narren zu mir kommen:

„Zeig’uns doch den Schatz in deinen Gründen!“ –

Eine Antwort soll allein mir frommen: –

Vor die Säue nimmer kommt mein Gold,In die Wüste – habt ihr wohl vernommen? –Niemals meiner Wolke Regen rollt!

Vor die Säue nimmer kommt mein Gold,

In die Wüste – habt ihr wohl vernommen? –

Niemals meiner Wolke Regen rollt!

Fort mit euch! Ich brauche nicht die Zeiten!Ach, als wenn die Seele brauchen sollt’Ihres Leibes eitle Nichtigkeiten!

Fort mit euch! Ich brauche nicht die Zeiten!

Ach, als wenn die Seele brauchen sollt’

Ihres Leibes eitle Nichtigkeiten!

Ihrbrauchtmich, der Leib die Seele immer:Halte er sie fest! Zum SternenschimmerWird sie sonst, er selbst zur Tiefe gleiten!

Ihrbrauchtmich, der Leib die Seele immer:

Halte er sie fest! Zum Sternenschimmer

Wird sie sonst, er selbst zur Tiefe gleiten!

Ist’s der Myrrhe zartes Düften?Oder Duft vom süßen Moste?Oder ist es in den LüftenMyrtenduft auf leisem Oste?Sind es Tränen, die ich schaue,Tränen auf verliebten Wangen?Oder ist’s im MorgentaueRosenkelches Silberprangen?Ist’s die Laute im Verstecke,Die ich leise spielen höre?Oder hinter jener HeckeSind’s die Nachtigallenchöre? –Oder ist das alles nur,All die Töne, all die Lichter,Des Erinnerns süße SpurAn den weitberühmten Dichter? – –– – – – – – –

Ist’s der Myrrhe zartes Düften?Oder Duft vom süßen Moste?Oder ist es in den LüftenMyrtenduft auf leisem Oste?Sind es Tränen, die ich schaue,Tränen auf verliebten Wangen?Oder ist’s im MorgentaueRosenkelches Silberprangen?Ist’s die Laute im Verstecke,Die ich leise spielen höre?Oder hinter jener HeckeSind’s die Nachtigallenchöre? –Oder ist das alles nur,All die Töne, all die Lichter,Des Erinnerns süße SpurAn den weitberühmten Dichter? – –– – – – – – –

Ist’s der Myrrhe zartes Düften?Oder Duft vom süßen Moste?Oder ist es in den LüftenMyrtenduft auf leisem Oste?

Ist’s der Myrrhe zartes Düften?

Oder Duft vom süßen Moste?

Oder ist es in den Lüften

Myrtenduft auf leisem Oste?

Sind es Tränen, die ich schaue,Tränen auf verliebten Wangen?Oder ist’s im MorgentaueRosenkelches Silberprangen?

Sind es Tränen, die ich schaue,

Tränen auf verliebten Wangen?

Oder ist’s im Morgentaue

Rosenkelches Silberprangen?

Ist’s die Laute im Verstecke,Die ich leise spielen höre?Oder hinter jener HeckeSind’s die Nachtigallenchöre? –

Ist’s die Laute im Verstecke,

Die ich leise spielen höre?

Oder hinter jener Hecke

Sind’s die Nachtigallenchöre? –

Oder ist das alles nur,All die Töne, all die Lichter,Des Erinnerns süße SpurAn den weitberühmten Dichter? – –– – – – – – –

Oder ist das alles nur,

All die Töne, all die Lichter,

Des Erinnerns süße Spur

An den weitberühmten Dichter? – –

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Dieser Schlummer möge währen,Diese Träume mögen glücken:Zu dem Fürsten will ich wallen,Dem sich meine Garben bücken.Dessen Gaben hochzupreisen,Mund und Herz und Seele singen,Und aus dessen LiederquellenMeine eignen Lieder springen.Denn von seinen LieblichkeitenSind die meinen nur entwendet:Zürn’ er nicht, daß all mein SinnenSich in ihm erschöpft und endet.

Dieser Schlummer möge währen,Diese Träume mögen glücken:Zu dem Fürsten will ich wallen,Dem sich meine Garben bücken.Dessen Gaben hochzupreisen,Mund und Herz und Seele singen,Und aus dessen LiederquellenMeine eignen Lieder springen.Denn von seinen LieblichkeitenSind die meinen nur entwendet:Zürn’ er nicht, daß all mein SinnenSich in ihm erschöpft und endet.

Dieser Schlummer möge währen,Diese Träume mögen glücken:Zu dem Fürsten will ich wallen,Dem sich meine Garben bücken.

Dieser Schlummer möge währen,

Diese Träume mögen glücken:

Zu dem Fürsten will ich wallen,

Dem sich meine Garben bücken.

Dessen Gaben hochzupreisen,Mund und Herz und Seele singen,Und aus dessen LiederquellenMeine eignen Lieder springen.

Dessen Gaben hochzupreisen,

Mund und Herz und Seele singen,

Und aus dessen Liederquellen

Meine eignen Lieder springen.

Denn von seinen LieblichkeitenSind die meinen nur entwendet:Zürn’ er nicht, daß all mein SinnenSich in ihm erschöpft und endet.

Denn von seinen Lieblichkeiten

Sind die meinen nur entwendet:

Zürn’ er nicht, daß all mein Sinnen

Sich in ihm erschöpft und endet.

Trank die Erde wie ein KindleinGestern noch an WolkenbrüstenWinternaß auf allen Hügeln;Eingeschlossen manches StündleinTräumte sie von LiebeslüstenWie ein Bräutchen hinter Riegeln.*Kühle Riegel keuschen Eises;Doch die Träume alle flogenZu dem nächtlich süßen Spiele;Aber als mit eins ein leisesFrühlingswehen kam gezogen,War ihr Träumen schon am Ziele.*Güldner Beete zarten SchimmerLegt sie an und Blütendecken,Buntgewirkt und buntgerändert –Wie ein hübsches FrauenzimmerTäglich unter Scherz und NeckenNeu sich kleidet und bebändert.*Täglich andre Farben, Blüten:Wie ein Mädchen, ein geküßtes,Blaß und rot im Liebeswallen.Farben, wie sie niemals glühten:Wie gestohlner Schimmer ist esAus den ew’gen Sternenhallen.*Kommt zum Garten mit dem Weine,Laßt uns seine Gluten nippen,Die entflammt am Liebesglühen:Schneekühl in des Kelches ScheineLäßt er hinter roten LippenErst die große Flamme sprühen.*Aus der Nächte dunkler HalleSteigt empor die goldne Sonne:So der Wein aus seinen Krügen. –Her die blitzenden Kristalle!Schenkt ihn ein, den Saft der Wonne!Trinken wir in vollen Zügen! –*Wandelnd nun im kühlen SchattenSehen wir im SommerregenTränen auf der Erde Wangen;Doch es freuen sich die MattenDieser Perlen allerwegen,Die vom goldnen Halsband sprangen;*Freuen sich am Duft des Weines,An der Schwalbe, an der Taube,Die im Busche gurrt und flattert,Wie ein Mägdelein, ein feines,Hinterm Vorhang in der LaubeHeimlich kichert, leise schnattert.*Aber meine Seele wittert,Ob vielleicht in MorgenlüftenDuft vom fernen Freunde schwebe;Und im Wind die Myrte zittert,Gibt dem Wind ihr zartes Düften,Daß dem Freund er’s weitergebe.*Und die Vögel singen tausendLieder, und die Palmen mächtigRauschend ihre Zweige schwingen:Hört mein Trauter, wie das brausendAnhebt, und sich alles prächtigMüht, ihm meinen Gruß zu bringen? – –– – – – – – –

Trank die Erde wie ein KindleinGestern noch an WolkenbrüstenWinternaß auf allen Hügeln;Eingeschlossen manches StündleinTräumte sie von LiebeslüstenWie ein Bräutchen hinter Riegeln.*Kühle Riegel keuschen Eises;Doch die Träume alle flogenZu dem nächtlich süßen Spiele;Aber als mit eins ein leisesFrühlingswehen kam gezogen,War ihr Träumen schon am Ziele.*Güldner Beete zarten SchimmerLegt sie an und Blütendecken,Buntgewirkt und buntgerändert –Wie ein hübsches FrauenzimmerTäglich unter Scherz und NeckenNeu sich kleidet und bebändert.*Täglich andre Farben, Blüten:Wie ein Mädchen, ein geküßtes,Blaß und rot im Liebeswallen.Farben, wie sie niemals glühten:Wie gestohlner Schimmer ist esAus den ew’gen Sternenhallen.*Kommt zum Garten mit dem Weine,Laßt uns seine Gluten nippen,Die entflammt am Liebesglühen:Schneekühl in des Kelches ScheineLäßt er hinter roten LippenErst die große Flamme sprühen.*Aus der Nächte dunkler HalleSteigt empor die goldne Sonne:So der Wein aus seinen Krügen. –Her die blitzenden Kristalle!Schenkt ihn ein, den Saft der Wonne!Trinken wir in vollen Zügen! –*Wandelnd nun im kühlen SchattenSehen wir im SommerregenTränen auf der Erde Wangen;Doch es freuen sich die MattenDieser Perlen allerwegen,Die vom goldnen Halsband sprangen;*Freuen sich am Duft des Weines,An der Schwalbe, an der Taube,Die im Busche gurrt und flattert,Wie ein Mägdelein, ein feines,Hinterm Vorhang in der LaubeHeimlich kichert, leise schnattert.*Aber meine Seele wittert,Ob vielleicht in MorgenlüftenDuft vom fernen Freunde schwebe;Und im Wind die Myrte zittert,Gibt dem Wind ihr zartes Düften,Daß dem Freund er’s weitergebe.*Und die Vögel singen tausendLieder, und die Palmen mächtigRauschend ihre Zweige schwingen:Hört mein Trauter, wie das brausendAnhebt, und sich alles prächtigMüht, ihm meinen Gruß zu bringen? – –– – – – – – –

Trank die Erde wie ein KindleinGestern noch an WolkenbrüstenWinternaß auf allen Hügeln;

Trank die Erde wie ein Kindlein

Gestern noch an Wolkenbrüsten

Winternaß auf allen Hügeln;

Eingeschlossen manches StündleinTräumte sie von LiebeslüstenWie ein Bräutchen hinter Riegeln.

Eingeschlossen manches Stündlein

Träumte sie von Liebeslüsten

Wie ein Bräutchen hinter Riegeln.

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Kühle Riegel keuschen Eises;Doch die Träume alle flogenZu dem nächtlich süßen Spiele;

Kühle Riegel keuschen Eises;

Doch die Träume alle flogen

Zu dem nächtlich süßen Spiele;

Aber als mit eins ein leisesFrühlingswehen kam gezogen,War ihr Träumen schon am Ziele.

Aber als mit eins ein leises

Frühlingswehen kam gezogen,

War ihr Träumen schon am Ziele.

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Güldner Beete zarten SchimmerLegt sie an und Blütendecken,Buntgewirkt und buntgerändert –

Güldner Beete zarten Schimmer

Legt sie an und Blütendecken,

Buntgewirkt und buntgerändert –

Wie ein hübsches FrauenzimmerTäglich unter Scherz und NeckenNeu sich kleidet und bebändert.

Wie ein hübsches Frauenzimmer

Täglich unter Scherz und Necken

Neu sich kleidet und bebändert.

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Täglich andre Farben, Blüten:Wie ein Mädchen, ein geküßtes,Blaß und rot im Liebeswallen.

Täglich andre Farben, Blüten:

Wie ein Mädchen, ein geküßtes,

Blaß und rot im Liebeswallen.

Farben, wie sie niemals glühten:Wie gestohlner Schimmer ist esAus den ew’gen Sternenhallen.

Farben, wie sie niemals glühten:

Wie gestohlner Schimmer ist es

Aus den ew’gen Sternenhallen.

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Kommt zum Garten mit dem Weine,Laßt uns seine Gluten nippen,Die entflammt am Liebesglühen:

Kommt zum Garten mit dem Weine,

Laßt uns seine Gluten nippen,

Die entflammt am Liebesglühen:

Schneekühl in des Kelches ScheineLäßt er hinter roten LippenErst die große Flamme sprühen.

Schneekühl in des Kelches Scheine

Läßt er hinter roten Lippen

Erst die große Flamme sprühen.

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Aus der Nächte dunkler HalleSteigt empor die goldne Sonne:So der Wein aus seinen Krügen. –

Aus der Nächte dunkler Halle

Steigt empor die goldne Sonne:

So der Wein aus seinen Krügen. –

Her die blitzenden Kristalle!Schenkt ihn ein, den Saft der Wonne!Trinken wir in vollen Zügen! –

Her die blitzenden Kristalle!

Schenkt ihn ein, den Saft der Wonne!

Trinken wir in vollen Zügen! –

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Wandelnd nun im kühlen SchattenSehen wir im SommerregenTränen auf der Erde Wangen;

Wandelnd nun im kühlen Schatten

Sehen wir im Sommerregen

Tränen auf der Erde Wangen;

Doch es freuen sich die MattenDieser Perlen allerwegen,Die vom goldnen Halsband sprangen;

Doch es freuen sich die Matten

Dieser Perlen allerwegen,

Die vom goldnen Halsband sprangen;

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Freuen sich am Duft des Weines,An der Schwalbe, an der Taube,Die im Busche gurrt und flattert,

Freuen sich am Duft des Weines,

An der Schwalbe, an der Taube,

Die im Busche gurrt und flattert,

Wie ein Mägdelein, ein feines,Hinterm Vorhang in der LaubeHeimlich kichert, leise schnattert.

Wie ein Mägdelein, ein feines,

Hinterm Vorhang in der Laube

Heimlich kichert, leise schnattert.

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Aber meine Seele wittert,Ob vielleicht in MorgenlüftenDuft vom fernen Freunde schwebe;

Aber meine Seele wittert,

Ob vielleicht in Morgenlüften

Duft vom fernen Freunde schwebe;

Und im Wind die Myrte zittert,Gibt dem Wind ihr zartes Düften,Daß dem Freund er’s weitergebe.

Und im Wind die Myrte zittert,

Gibt dem Wind ihr zartes Düften,

Daß dem Freund er’s weitergebe.

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Und die Vögel singen tausendLieder, und die Palmen mächtigRauschend ihre Zweige schwingen:

Und die Vögel singen tausend

Lieder, und die Palmen mächtig

Rauschend ihre Zweige schwingen:

Hört mein Trauter, wie das brausendAnhebt, und sich alles prächtigMüht, ihm meinen Gruß zu bringen? – –– – – – – – –

Hört mein Trauter, wie das brausend

Anhebt, und sich alles prächtig

Müht, ihm meinen Gruß zu bringen? – –

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