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Wir sind am Ende. Wir haben versucht, ein Menschenleben in seinem Sein und Wirken zu schildern, das ein Heldenleben gewesen ist, wie nur irgend eines, wenn ihm auch vielleicht der Schimmer der Romantik gefehlt hat. An Kämpfen war dieses Leben reich und reich an Erfolgen. Mit dem Leben hatte Emil Rathenau zu ringen, und zuletzt auch mit dem Tode. Wer den Invaliden sah, als er sich, von dem ersten Anfall der tückischen Krankheit kaum erholt, im Rollstuhl nach seinem Arbeitszimmer am Friedrich Karl-Ufer fahren ließ, diese zitternden Hände, diesen totenblassen Kopf, diese müden Züge, die einst von Energie und Lebenswillen durchglüht gewesen waren, gab diesem Mann nur noch wenige Wochen. Immer neue Attacken der Krankheit schüttelten ihn. Er überwand sie und gewann noch ein paar Jahre. Im Mai 1914, als ich ihn zum letzten Male aufsuchte, war er äußerlich ganz der alte. Seinen künstlichen Fuß, den ihm ein Meister-Orthopäde konstruiert hatte, betrachtete er nur als technisches Problem. In stundenlanger Unterhaltung entwickelte er mir damals alle brennenden Fragen der Elektrizitätsindustrie, jugendlich, frisch, zukunftsfreudig wie nur je, ganz ungebrochener Geist, der sich die Materie untertan gemacht hat. Ein Jahr später hatte die Materie doch den Geist überwunden. Am Tage der Wiedereroberung von Lemberg schloß Emil Rathenau die Augen.

Können heute noch Männer seinesgleichen wachsen und werden? Die Großen aus dem Reiche der Industrie sind gestorben oder sie altern. Aus den Reihen der jungen Saat sehen wir noch keinen Halm, der über die umstehenden Köpfe soweit hinausragt, wie Saul über die Propheten. Unsere Industrieentwickelung ist voller aber auch ruhiger geworden. Es sind nur Schritte vorwärts zu tun, langsame oder schnelle, aber keine großen Distanzen mehr zu überspringen, im Sturmschritt zu durcheilen wie zur Zeit, als Rathenau nicht nur selbst jung war, sondern das Glück hatte, die Jugend einer Epoche zu erleben. Es fehlen die neuen, großen jungfräulichen Probleme, an denen sich die Begabung zur Vollkraft entwickeln, derFeuerfunke des Genius zum lodernden Brand entzünden kann. — Fehlen sie? Oder werden sie aus der ungeheuren Umwälzung entstehen, in die dieser lange, schwere und zerstörende Krieg Europa gestürzt hat und aus der seine Weltherrschaft nur eine ungeheure Arbeit der Geister und Hände erretten könnte? — Warten wir und hoffen, daß uns Deutschen Männer wie Emil Rathenau wieder geschenkt werden, die unsere Kraft der Organisation mit dem Blute der Persönlichkeit durchtränken und zu noch höherem Werte emporheben können.

Wir machen bei dieser Gelegenheit noch besonders auf die früher erschienenen Bände I–V der „Großen Männer“ aufmerksam.Band IGroße Männer.VonWilhelm Ostwald, 3. u. 4. Aufl. Broschiert M. 14.—.Die schnelle Folge der Auflagen ist ein Beweis dafür, wie dieses Werk die öffentliche Meinung wachgerüttelt hat. Demgemäß haben denn auch die vorliegenden Kritiken alle Stufen von glühendem Enthusiasmus bis zu wütender Gegnerschaft durchmessen... Es sei wiederholt auf dieses bedeutsame Buch hingewiesen, das die so wichtigen Gegenstände der Erziehung und Bildung der Jugend in eine ganz neue Beleuchtung rückt und aus deren Ergebnis einschneidende Verbesserungsvorschläge gewinnt.Frankfurter Zeitung.Band IIZur Geschichte der Wissenschaften und der Gelehrten seit zwei Jahrhundertennebst anderen Studien über wissenschaftl. Gegenstände, insbesondere Vererbung u. Selektion beim Menschen v.Alphonse de Candolle. Deutsch herausgeg. v.Wilh. Ostwald. Brosch. M. 12.—, gebunden M. 13.—.... Die Umsicht und die Gewissenhaftigkeit, mit der das Material bearbeitet ist, erweckt ebenso unsere Bewunderung, wie die Bescheidenheit, mit der die Ergebnisse vorgetragen werden, unsere Sympathie erregt. Forscher und Lehrer sollten sich mit dem Inhalt des schönen Werkes vertraut machen.Prof. Schaum, Leipzig, in „Leipziger Neueste Nachrichten.“Band IIIJacobus Henricus van’t Hoff.Sein Leben und Wirken vonErnst Cohen, Prof. an der Reichs-Universität zu Utrecht. Mit 2 Gravuren u. 90 Abbildungen. Broschiert M. 14.75, gebunden. M. 16.—.Das Aufsehen erregende Werk bildet einerseits einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der exakten Naturwissenschaften, insbesondere der Chemie und sucht andererseits die Schätze aufzudecken, die der heutige Schulbetrieb für einseitig begabte Menschen, die das Zeug zum „großen Mann“ hätten, im Gefolge habe.„Jahresbericht für das höhere Schulwesen.“__________BESTELLSCHEIN__________Unterzeichneter bestellt hiermit von den im Verlage derAkademischen Verlagsgesellschaft m. b. H. in Leipzigerschienenen Bänden der„Großen Männer“:Bd. I:Große Männer.Von Wilh. Ostwald. Brosch. M. 14.—, gebd. M. 15.—Bd. II:Zur Geschichte der Wissenschaften u. der Gelehrten seit zwei Jahrhunderten.Von A. de Candolle–Wilh. Ostwald. Brosch. M. 12.—, gebd. M. 13.—Bd. III:Jac. Henr. van’t Hoff.Von Ernst Cohen. Brosch. M. 14.75, gebd. M. 16.—Bd. IV:Victor Meyer.Von Rich. Meyer. Brosch. M. 18.—, gebd. M. 20.—Bd. V:Ernst Abbe.Von F. Auerbach. Brosch. M. 18.—, gebd. M. 21.—Ort und DatumUnterschrift (bitte recht deutlich):GROSSE MÄNNERStudien zur Biologie des GeniesHerausgegeben vonWILHELM OSTWALD................Band IVVICTOR MEYERLeben und Wirken eines deutschen Chemikers und Naturforschers1848–1897vonRICHARD MEYERGeh. Rat, Professor an der Herzogl. Techn. Hochschule zu Braunschweig.Mit 1 Titelbilde, 79 Textabbildungen und der Wiedergabe eines Originalbriefes.Geheftet M. 18.—; gebunden M. 20.—.Aus dem Vorwort:Das vorliegende Werk ist aus einem Nachruf hervorgegangen, den ich auf Wunsch des Vorstandes der Deutschen Chemischen Gesellschaft verfaßt habe und der in den Berichten der Gesellschaft (41, 4505) im Jahre 1909 erschienen ist. Wie ich damals ausführte, glaubte ich im ersten Augenblick die Aufgabe, ein Lebensbild meines geliebten Bruders zu entwerfen, nicht übernehmen zu können. Ich empfand nicht nur die großen, allgemeinen Schwierigkeiten, sondern vor allem die besonderen persönlichen Bedenken, welche sich aus meinem verwandtschaftlichen Verhältnisse zu dem früh Geschiedenen ergaben. Sie wollten sich auch durch die Erwägung nicht beschwichtigen lassen, daß die gemeinsam verlebte Jugend und unsere durch ein ganzes Leben fortgesetzten innigen Beziehungen mir eine Fülle von Erinnerungen und schriftlichen Zeugnissen seiner Entwickelung hinterlassen haben, welche eine wertvolle Grundlage für ein Lebensbild abgeben konnten. Die Bedenken habe ich in eingehender Darlegung zum Ausdruck gebracht. Sie wurden freundlich aber entschieden zurückgewiesen — und so glaubte ich mich der verantwortungsvollen und zugleich mir teuren Pflicht nicht entziehen zu dürfen.Als vier Jahre später die Akademische Verlagsgesellschaft mit der Aufforderung an mich herantrat, eine ausführliche Biographie zu verfassen, habe ich dem nach gründlicher Überlegung Folge gegeben. An der Bearbeitung des Werkes hat meine Frau einen wesentlichen Anteil. Von der Jugend her in inniger Freundschaft mit uns beiden verbunden, stand sie meinem Bruder menschlich nahe und teilte seine künstlerischen und literarischen Interessen. Manches hier Niedergeschriebene stammt aus ihrer Feder, und vielfach ist die Grenze ihres und meines Anteils verwischt.Dem Texte sind zahlreiche Bildnisse von Personen eingefügt, welche mit meinem Bruder in näherer wissenschaftlicher oder freundschaftlicher Beziehung gestanden haben. Daher war ich bestrebt, die Betreffenden in dem Alter wiederzugeben, in dem sie hauptsächlich mit meinem Bruder verkehrten, was in den meisten Fällen, wenn auch nicht immer gelungen ist.Die Darstellung gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste enthält die Schilderung des Lebensganges, im zweiten ist die wissenschaftliche Lebensarbeit des Mannes im Zusammenhange dargestellt. Dabei konnte es aber nicht fehlen, daß die Arbeiten auch schon im ersten Teile berührt wurden, soweit sie das innere Leben beeinflußten, und weil die Briefe vielfach ganz davon erfüllt sind. — Den Schluß bildet ein Anhang, welcher kurze biographische Notizen über die im Text erwähnten Persönlichkeiten enthält. Dabei ließ ich mich von demselben Gedanken leiten, welcherG. W. A. Kahlbaumbei der Herausgabe vonLiebigsBriefwechsel mitSchönbeinundFriedr. Mohrzur Anfügung umfassender Anmerkungen veranlaßte, und welchen er durch die Worte zum Ausdruck brachte: „Als Ideal hat uns vorgeschwebt, den Leser so zu stellen, als sei er ein Mitglied des FreundeskreisesLiebig-Schönbeingewesen, und daher über Menschen und Dinge, über Vorgänge und Arbeiten einigermaßen orientiert.“ — Dabei mußte ich auf einen Leserkreis Rücksicht nehmen, der sich aus Chemikern und Nicht-Chemikern zusammensetzt.Die Arbeit wurde im Januar 1914 begonnen. Während ich damit beschäftigt war, brach der Weltkrieg aus, der natürlich hemmend darauf einwirken mußte. Gleichwohl konnte ich sie zu Ende führen, und wenn jetzt der ersehnte Friede anscheinend noch in unbestimmter Ferne liegt, so wird doch vielleicht nach mehr als zweijähriger Kriegsdauer der Leserwelt die Darbietung eines friedlichen Stoffes nicht unerwünscht sein.Braunschweig, im Oktober 1916.Richard Meyer.Band VERNST ABBESein Leben, sein Wirken, seine Persönlichkeitnach den Quellen und eigenen Erinnerungen dargestelltvonFELIX AUERBACHMit 1 Gravüre, 115 Abbildungen im Text und der Wiedergabe zweier Originalschriftstücke.Geheftet M. 18.—Gebunden M. 21.—.Hiermit wird den Lesern die Lebensbeschreibung eines Mannes geboten, der wegen der völligen Originalität seiner Persönlichkeit wie seines Wirkens, durch die Mannigfaltigkeit seiner Betätigung und doch auch wieder durch die einheitliche Größe seines Wesens das Interesse weiterer Kreise erwecken und erfüllen muß, als es sonst Biographien tun können. Hat doch Ernst Abbe nicht bloß in der wissenschaftlichen Optik Bahnbrechendes geleistet, hat er doch nicht bloß die optische Industrie auf eine Höhe gebracht, von der aus Deutschland jetzt auf die andern Länder mit berechtigtem Stolze herabschaut; sondern auch auf einem ganz andern Gebiete, als sozialer Reformator, Unvergleichliches geschaffen — auf einem Gebiete, auf dem es leicht ist zu reden und zu schreiben, aber ebenso schwer zu handeln, schwer wegen der unumgänglichen Voraussetzungen des Herzens, des Charakters und des Verstandes, an die jenes Handeln geknüpft ist. Nur selten in Jahrhunderten finden sich diese Voraussetzungen in einer und derselben Person vereinigt; bei Abbe sind sie es gewesen, und so war diesem einfachen Arbeitersohn ein innerer und äußerer Erfolg gleichen Maßes und größten Stils beschieden. Im vorliegenden Buche wird, an der Hand des Quellenmaterials und persönlichen Erlebnisses, unterstützt durch sorgfältig ausgewählte Bildnisse und Illustrationen, der ganze Aufbau dieses Lebens dargestellt, und das in einer Weise, die es auch dem Nichtfachmann (und Abbe gegenüber sind wir das alle) ermöglicht, Schritt für Schritt mitzugehen und die Entwickelung dieses wahrhaft großen Mannes zu verfolgen — nicht nur dem Gelehrten, dem Techniker, dem Industriellen, dem Volkswirt; nein, auch ganz einfach dem Menschen, zu dem der große Mensch eindringlich spricht. Den Beschluß des Buches bilden Beigaben für den, der durch seine Lektüre zu eingehender Beschäftigung mit seinem Gegenstande angeregt worden ist.

Wir machen bei dieser Gelegenheit noch besonders auf die früher erschienenen Bände I–V der „Großen Männer“ aufmerksam.

Band I

Große Männer.

VonWilhelm Ostwald, 3. u. 4. Aufl. Broschiert M. 14.—.

Die schnelle Folge der Auflagen ist ein Beweis dafür, wie dieses Werk die öffentliche Meinung wachgerüttelt hat. Demgemäß haben denn auch die vorliegenden Kritiken alle Stufen von glühendem Enthusiasmus bis zu wütender Gegnerschaft durchmessen... Es sei wiederholt auf dieses bedeutsame Buch hingewiesen, das die so wichtigen Gegenstände der Erziehung und Bildung der Jugend in eine ganz neue Beleuchtung rückt und aus deren Ergebnis einschneidende Verbesserungsvorschläge gewinnt.

Frankfurter Zeitung.

Band II

Zur Geschichte der Wissenschaften und der Gelehrten seit zwei Jahrhunderten

nebst anderen Studien über wissenschaftl. Gegenstände, insbesondere Vererbung u. Selektion beim Menschen v.Alphonse de Candolle. Deutsch herausgeg. v.Wilh. Ostwald. Brosch. M. 12.—, gebunden M. 13.—.

... Die Umsicht und die Gewissenhaftigkeit, mit der das Material bearbeitet ist, erweckt ebenso unsere Bewunderung, wie die Bescheidenheit, mit der die Ergebnisse vorgetragen werden, unsere Sympathie erregt. Forscher und Lehrer sollten sich mit dem Inhalt des schönen Werkes vertraut machen.

Prof. Schaum, Leipzig, in „Leipziger Neueste Nachrichten.“

Band III

Jacobus Henricus van’t Hoff.

Sein Leben und Wirken vonErnst Cohen, Prof. an der Reichs-Universität zu Utrecht. Mit 2 Gravuren u. 90 Abbildungen. Broschiert M. 14.75, gebunden. M. 16.—.

Das Aufsehen erregende Werk bildet einerseits einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der exakten Naturwissenschaften, insbesondere der Chemie und sucht andererseits die Schätze aufzudecken, die der heutige Schulbetrieb für einseitig begabte Menschen, die das Zeug zum „großen Mann“ hätten, im Gefolge habe.

„Jahresbericht für das höhere Schulwesen.“

__________BESTELLSCHEIN__________

Unterzeichneter bestellt hiermit von den im Verlage der

Akademischen Verlagsgesellschaft m. b. H. in Leipzig

erschienenen Bänden der„Großen Männer“:

Ort und DatumUnterschrift (bitte recht deutlich):

GROSSE MÄNNER

GROSSE MÄNNER

Studien zur Biologie des Genies

Herausgegeben von

WILHELM OSTWALD

................

Band IV

VICTOR MEYER

Leben und Wirken eines deutschen Chemikers und Naturforschers1848–1897

von

RICHARD MEYER

Geh. Rat, Professor an der Herzogl. Techn. Hochschule zu Braunschweig.

Mit 1 Titelbilde, 79 Textabbildungen und der Wiedergabe eines Originalbriefes.

Geheftet M. 18.—; gebunden M. 20.—.

Aus dem Vorwort:

Das vorliegende Werk ist aus einem Nachruf hervorgegangen, den ich auf Wunsch des Vorstandes der Deutschen Chemischen Gesellschaft verfaßt habe und der in den Berichten der Gesellschaft (41, 4505) im Jahre 1909 erschienen ist. Wie ich damals ausführte, glaubte ich im ersten Augenblick die Aufgabe, ein Lebensbild meines geliebten Bruders zu entwerfen, nicht übernehmen zu können. Ich empfand nicht nur die großen, allgemeinen Schwierigkeiten, sondern vor allem die besonderen persönlichen Bedenken, welche sich aus meinem verwandtschaftlichen Verhältnisse zu dem früh Geschiedenen ergaben. Sie wollten sich auch durch die Erwägung nicht beschwichtigen lassen, daß die gemeinsam verlebte Jugend und unsere durch ein ganzes Leben fortgesetzten innigen Beziehungen mir eine Fülle von Erinnerungen und schriftlichen Zeugnissen seiner Entwickelung hinterlassen haben, welche eine wertvolle Grundlage für ein Lebensbild abgeben konnten. Die Bedenken habe ich in eingehender Darlegung zum Ausdruck gebracht. Sie wurden freundlich aber entschieden zurückgewiesen — und so glaubte ich mich der verantwortungsvollen und zugleich mir teuren Pflicht nicht entziehen zu dürfen.

Als vier Jahre später die Akademische Verlagsgesellschaft mit der Aufforderung an mich herantrat, eine ausführliche Biographie zu verfassen, habe ich dem nach gründlicher Überlegung Folge gegeben. An der Bearbeitung des Werkes hat meine Frau einen wesentlichen Anteil. Von der Jugend her in inniger Freundschaft mit uns beiden verbunden, stand sie meinem Bruder menschlich nahe und teilte seine künstlerischen und literarischen Interessen. Manches hier Niedergeschriebene stammt aus ihrer Feder, und vielfach ist die Grenze ihres und meines Anteils verwischt.

Dem Texte sind zahlreiche Bildnisse von Personen eingefügt, welche mit meinem Bruder in näherer wissenschaftlicher oder freundschaftlicher Beziehung gestanden haben. Daher war ich bestrebt, die Betreffenden in dem Alter wiederzugeben, in dem sie hauptsächlich mit meinem Bruder verkehrten, was in den meisten Fällen, wenn auch nicht immer gelungen ist.

Die Darstellung gliedert sich in zwei Abschnitte. Der erste enthält die Schilderung des Lebensganges, im zweiten ist die wissenschaftliche Lebensarbeit des Mannes im Zusammenhange dargestellt. Dabei konnte es aber nicht fehlen, daß die Arbeiten auch schon im ersten Teile berührt wurden, soweit sie das innere Leben beeinflußten, und weil die Briefe vielfach ganz davon erfüllt sind. — Den Schluß bildet ein Anhang, welcher kurze biographische Notizen über die im Text erwähnten Persönlichkeiten enthält. Dabei ließ ich mich von demselben Gedanken leiten, welcherG. W. A. Kahlbaumbei der Herausgabe vonLiebigsBriefwechsel mitSchönbeinundFriedr. Mohrzur Anfügung umfassender Anmerkungen veranlaßte, und welchen er durch die Worte zum Ausdruck brachte: „Als Ideal hat uns vorgeschwebt, den Leser so zu stellen, als sei er ein Mitglied des FreundeskreisesLiebig-Schönbeingewesen, und daher über Menschen und Dinge, über Vorgänge und Arbeiten einigermaßen orientiert.“ — Dabei mußte ich auf einen Leserkreis Rücksicht nehmen, der sich aus Chemikern und Nicht-Chemikern zusammensetzt.

Die Arbeit wurde im Januar 1914 begonnen. Während ich damit beschäftigt war, brach der Weltkrieg aus, der natürlich hemmend darauf einwirken mußte. Gleichwohl konnte ich sie zu Ende führen, und wenn jetzt der ersehnte Friede anscheinend noch in unbestimmter Ferne liegt, so wird doch vielleicht nach mehr als zweijähriger Kriegsdauer der Leserwelt die Darbietung eines friedlichen Stoffes nicht unerwünscht sein.

Braunschweig, im Oktober 1916.

Richard Meyer.

Band V

Band V

ERNST ABBE

Sein Leben, sein Wirken, seine Persönlichkeit

nach den Quellen und eigenen Erinnerungen dargestellt

von

FELIX AUERBACH

Mit 1 Gravüre, 115 Abbildungen im Text und der Wiedergabe zweier Originalschriftstücke.

Geheftet M. 18.—

Gebunden M. 21.—.

Hiermit wird den Lesern die Lebensbeschreibung eines Mannes geboten, der wegen der völligen Originalität seiner Persönlichkeit wie seines Wirkens, durch die Mannigfaltigkeit seiner Betätigung und doch auch wieder durch die einheitliche Größe seines Wesens das Interesse weiterer Kreise erwecken und erfüllen muß, als es sonst Biographien tun können. Hat doch Ernst Abbe nicht bloß in der wissenschaftlichen Optik Bahnbrechendes geleistet, hat er doch nicht bloß die optische Industrie auf eine Höhe gebracht, von der aus Deutschland jetzt auf die andern Länder mit berechtigtem Stolze herabschaut; sondern auch auf einem ganz andern Gebiete, als sozialer Reformator, Unvergleichliches geschaffen — auf einem Gebiete, auf dem es leicht ist zu reden und zu schreiben, aber ebenso schwer zu handeln, schwer wegen der unumgänglichen Voraussetzungen des Herzens, des Charakters und des Verstandes, an die jenes Handeln geknüpft ist. Nur selten in Jahrhunderten finden sich diese Voraussetzungen in einer und derselben Person vereinigt; bei Abbe sind sie es gewesen, und so war diesem einfachen Arbeitersohn ein innerer und äußerer Erfolg gleichen Maßes und größten Stils beschieden. Im vorliegenden Buche wird, an der Hand des Quellenmaterials und persönlichen Erlebnisses, unterstützt durch sorgfältig ausgewählte Bildnisse und Illustrationen, der ganze Aufbau dieses Lebens dargestellt, und das in einer Weise, die es auch dem Nichtfachmann (und Abbe gegenüber sind wir das alle) ermöglicht, Schritt für Schritt mitzugehen und die Entwickelung dieses wahrhaft großen Mannes zu verfolgen — nicht nur dem Gelehrten, dem Techniker, dem Industriellen, dem Volkswirt; nein, auch ganz einfach dem Menschen, zu dem der große Mensch eindringlich spricht. Den Beschluß des Buches bilden Beigaben für den, der durch seine Lektüre zu eingehender Beschäftigung mit seinem Gegenstande angeregt worden ist.


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