Maria und der Doctor.

Maria und der Doctor.

Es ist Nacht. Die düst’re Lampe scheint;Am Bettchen sitzet die Mutter und weint,Und das Fenster rasselt vom Wetter und Wind,Und im Bettchen liegt das kranke Kind,Und erzählt im FieberbrandeVom Engel im weißen Gewande.Und die Mutter ringt sich die Hände wund:Mach’ heil’ge Maria mein Kind gesund;Wenn Du nur willst, hilft Dein Sohn geschwind,Ein Wort von Dir, es rettet das liebe Kind.Ich bau’ auf Deinen Namen,So ist es gewißlich, Amen.Kaum naht der Tag im Dämmerschein,Da trat der gelehrte Doctor herein.Der prüfet das Kind allüberall,Und schüttelt den Kopf: ein bedenklicher Fall,Den ich nimmer in Praxi erlebt.Und verschreibt ein großes Recept.D’rauf standen allerhand SprücheleinIn Zeichen und Wörtern in Latein;Der Apotheker hat d’rüber zwei Stunden geschwitzt,Bis alles gestoßen, gemischt und gehitzt.Sogleich hat der Trank das LebenDem Kinde zurückgegeben.Die Mutter in freud’gem HerzensdrangRuft: Dank euch, Herr Doctor, mein Leben lang,Ich kann euch nicht lohnen, was Ihr mir thut,Und daß Ihr gerettet mein liebstes Gut;Der Himmel in höheren Welten,Der mög’ es euch reichlich vergelten!Der Doctor streichelt sich stolz das Kinn,Entläßt die Mutter mit frohem Sinn.Die aber hurtig schließet sich einIn’s heimliche Krankenkämmerlein,Und wirft sich mit Schluchzen und WeinenAuf die Knie beim Bette des Kleinen.Es ist Nacht, und die düst’re Lampe scheint,Am Bettchen noch kniet die Mutter und weint.Warum weinst du Mutter noch himmelwärts,Der Doctor hat ja getröstet dein Herz?Doch nein, ich will dich nicht fragen:Nicht alle Dinge lassen sich sagen.

Es ist Nacht. Die düst’re Lampe scheint;Am Bettchen sitzet die Mutter und weint,Und das Fenster rasselt vom Wetter und Wind,Und im Bettchen liegt das kranke Kind,Und erzählt im FieberbrandeVom Engel im weißen Gewande.Und die Mutter ringt sich die Hände wund:Mach’ heil’ge Maria mein Kind gesund;Wenn Du nur willst, hilft Dein Sohn geschwind,Ein Wort von Dir, es rettet das liebe Kind.Ich bau’ auf Deinen Namen,So ist es gewißlich, Amen.Kaum naht der Tag im Dämmerschein,Da trat der gelehrte Doctor herein.Der prüfet das Kind allüberall,Und schüttelt den Kopf: ein bedenklicher Fall,Den ich nimmer in Praxi erlebt.Und verschreibt ein großes Recept.D’rauf standen allerhand SprücheleinIn Zeichen und Wörtern in Latein;Der Apotheker hat d’rüber zwei Stunden geschwitzt,Bis alles gestoßen, gemischt und gehitzt.Sogleich hat der Trank das LebenDem Kinde zurückgegeben.Die Mutter in freud’gem HerzensdrangRuft: Dank euch, Herr Doctor, mein Leben lang,Ich kann euch nicht lohnen, was Ihr mir thut,Und daß Ihr gerettet mein liebstes Gut;Der Himmel in höheren Welten,Der mög’ es euch reichlich vergelten!Der Doctor streichelt sich stolz das Kinn,Entläßt die Mutter mit frohem Sinn.Die aber hurtig schließet sich einIn’s heimliche Krankenkämmerlein,Und wirft sich mit Schluchzen und WeinenAuf die Knie beim Bette des Kleinen.Es ist Nacht, und die düst’re Lampe scheint,Am Bettchen noch kniet die Mutter und weint.Warum weinst du Mutter noch himmelwärts,Der Doctor hat ja getröstet dein Herz?Doch nein, ich will dich nicht fragen:Nicht alle Dinge lassen sich sagen.

Es ist Nacht. Die düst’re Lampe scheint;Am Bettchen sitzet die Mutter und weint,Und das Fenster rasselt vom Wetter und Wind,Und im Bettchen liegt das kranke Kind,Und erzählt im FieberbrandeVom Engel im weißen Gewande.

Es ist Nacht. Die düst’re Lampe scheint;

Am Bettchen sitzet die Mutter und weint,

Und das Fenster rasselt vom Wetter und Wind,

Und im Bettchen liegt das kranke Kind,

Und erzählt im Fieberbrande

Vom Engel im weißen Gewande.

Und die Mutter ringt sich die Hände wund:Mach’ heil’ge Maria mein Kind gesund;Wenn Du nur willst, hilft Dein Sohn geschwind,Ein Wort von Dir, es rettet das liebe Kind.Ich bau’ auf Deinen Namen,So ist es gewißlich, Amen.

Und die Mutter ringt sich die Hände wund:

Mach’ heil’ge Maria mein Kind gesund;

Wenn Du nur willst, hilft Dein Sohn geschwind,

Ein Wort von Dir, es rettet das liebe Kind.

Ich bau’ auf Deinen Namen,

So ist es gewißlich, Amen.

Kaum naht der Tag im Dämmerschein,Da trat der gelehrte Doctor herein.Der prüfet das Kind allüberall,Und schüttelt den Kopf: ein bedenklicher Fall,Den ich nimmer in Praxi erlebt.Und verschreibt ein großes Recept.

Kaum naht der Tag im Dämmerschein,

Da trat der gelehrte Doctor herein.

Der prüfet das Kind allüberall,

Und schüttelt den Kopf: ein bedenklicher Fall,

Den ich nimmer in Praxi erlebt.

Und verschreibt ein großes Recept.

D’rauf standen allerhand SprücheleinIn Zeichen und Wörtern in Latein;Der Apotheker hat d’rüber zwei Stunden geschwitzt,Bis alles gestoßen, gemischt und gehitzt.Sogleich hat der Trank das LebenDem Kinde zurückgegeben.

D’rauf standen allerhand Sprüchelein

In Zeichen und Wörtern in Latein;

Der Apotheker hat d’rüber zwei Stunden geschwitzt,

Bis alles gestoßen, gemischt und gehitzt.

Sogleich hat der Trank das Leben

Dem Kinde zurückgegeben.

Die Mutter in freud’gem HerzensdrangRuft: Dank euch, Herr Doctor, mein Leben lang,Ich kann euch nicht lohnen, was Ihr mir thut,Und daß Ihr gerettet mein liebstes Gut;Der Himmel in höheren Welten,Der mög’ es euch reichlich vergelten!

Die Mutter in freud’gem Herzensdrang

Ruft: Dank euch, Herr Doctor, mein Leben lang,

Ich kann euch nicht lohnen, was Ihr mir thut,

Und daß Ihr gerettet mein liebstes Gut;

Der Himmel in höheren Welten,

Der mög’ es euch reichlich vergelten!

Der Doctor streichelt sich stolz das Kinn,Entläßt die Mutter mit frohem Sinn.Die aber hurtig schließet sich einIn’s heimliche Krankenkämmerlein,Und wirft sich mit Schluchzen und WeinenAuf die Knie beim Bette des Kleinen.

Der Doctor streichelt sich stolz das Kinn,

Entläßt die Mutter mit frohem Sinn.

Die aber hurtig schließet sich ein

In’s heimliche Krankenkämmerlein,

Und wirft sich mit Schluchzen und Weinen

Auf die Knie beim Bette des Kleinen.

Es ist Nacht, und die düst’re Lampe scheint,Am Bettchen noch kniet die Mutter und weint.Warum weinst du Mutter noch himmelwärts,Der Doctor hat ja getröstet dein Herz?Doch nein, ich will dich nicht fragen:Nicht alle Dinge lassen sich sagen.

Es ist Nacht, und die düst’re Lampe scheint,

Am Bettchen noch kniet die Mutter und weint.

Warum weinst du Mutter noch himmelwärts,

Der Doctor hat ja getröstet dein Herz?

Doch nein, ich will dich nicht fragen:

Nicht alle Dinge lassen sich sagen.


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