Mein Engel.

Mein Engel.

Heut’ vor ’nem Jahr, in fremdem Land,Da hab’ ich krank gelegen,Da that mich keine liebe HandIn meinem Fieber pflegen.Bei Nacht im dunkeln KrankensaalHob ich die schwachen HändeUnd bat, daß Gott mir endlich ’malDen Todesengel sende.Der thät wohl auf und ab mit Ruh’Von Bett zu Bette wandern,Drückt hier und da die Augen zuDem einen wie dem andern.Das meine ward – ich war so froh –Von Tag zu Tage trüber,Doch ging an meinem Bett von StrohDer Engel stets vorüber.Wie gern ich auch die matte HandIhm hingegeben hätte,Ein and’rer Bote Gottes standAn meinem Krankenbette.Er trocknet mit dem weißen TuchDen Schweiß von meinen Wangen,Und hielt mir hin den irdnen Krug,That ich den Trunk verlangen.Er hielt mein Haupt, wenn ich es schwerIm stillen Kampfe neigte;Es war ja Niemand um mich her,Der mir den Dienst erzeigte.Hat mir erzählt gar lieb und gutVon meinem Heimathlande,Als ich in einer FiebergluthDer Mutter Namen nannte.Ich hab’ den Engel nicht geseh’n,Und Niemand konnt’ ihn schauen,Doch muß ich seit dem Aufersteh’nAuf seine Vollmacht bauen.

Heut’ vor ’nem Jahr, in fremdem Land,Da hab’ ich krank gelegen,Da that mich keine liebe HandIn meinem Fieber pflegen.Bei Nacht im dunkeln KrankensaalHob ich die schwachen HändeUnd bat, daß Gott mir endlich ’malDen Todesengel sende.Der thät wohl auf und ab mit Ruh’Von Bett zu Bette wandern,Drückt hier und da die Augen zuDem einen wie dem andern.Das meine ward – ich war so froh –Von Tag zu Tage trüber,Doch ging an meinem Bett von StrohDer Engel stets vorüber.Wie gern ich auch die matte HandIhm hingegeben hätte,Ein and’rer Bote Gottes standAn meinem Krankenbette.Er trocknet mit dem weißen TuchDen Schweiß von meinen Wangen,Und hielt mir hin den irdnen Krug,That ich den Trunk verlangen.Er hielt mein Haupt, wenn ich es schwerIm stillen Kampfe neigte;Es war ja Niemand um mich her,Der mir den Dienst erzeigte.Hat mir erzählt gar lieb und gutVon meinem Heimathlande,Als ich in einer FiebergluthDer Mutter Namen nannte.Ich hab’ den Engel nicht geseh’n,Und Niemand konnt’ ihn schauen,Doch muß ich seit dem Aufersteh’nAuf seine Vollmacht bauen.

Heut’ vor ’nem Jahr, in fremdem Land,Da hab’ ich krank gelegen,Da that mich keine liebe HandIn meinem Fieber pflegen.

Heut’ vor ’nem Jahr, in fremdem Land,

Da hab’ ich krank gelegen,

Da that mich keine liebe Hand

In meinem Fieber pflegen.

Bei Nacht im dunkeln KrankensaalHob ich die schwachen HändeUnd bat, daß Gott mir endlich ’malDen Todesengel sende.

Bei Nacht im dunkeln Krankensaal

Hob ich die schwachen Hände

Und bat, daß Gott mir endlich ’mal

Den Todesengel sende.

Der thät wohl auf und ab mit Ruh’Von Bett zu Bette wandern,Drückt hier und da die Augen zuDem einen wie dem andern.

Der thät wohl auf und ab mit Ruh’

Von Bett zu Bette wandern,

Drückt hier und da die Augen zu

Dem einen wie dem andern.

Das meine ward – ich war so froh –Von Tag zu Tage trüber,Doch ging an meinem Bett von StrohDer Engel stets vorüber.

Das meine ward – ich war so froh –

Von Tag zu Tage trüber,

Doch ging an meinem Bett von Stroh

Der Engel stets vorüber.

Wie gern ich auch die matte HandIhm hingegeben hätte,Ein and’rer Bote Gottes standAn meinem Krankenbette.

Wie gern ich auch die matte Hand

Ihm hingegeben hätte,

Ein and’rer Bote Gottes stand

An meinem Krankenbette.

Er trocknet mit dem weißen TuchDen Schweiß von meinen Wangen,Und hielt mir hin den irdnen Krug,That ich den Trunk verlangen.

Er trocknet mit dem weißen Tuch

Den Schweiß von meinen Wangen,

Und hielt mir hin den irdnen Krug,

That ich den Trunk verlangen.

Er hielt mein Haupt, wenn ich es schwerIm stillen Kampfe neigte;Es war ja Niemand um mich her,Der mir den Dienst erzeigte.

Er hielt mein Haupt, wenn ich es schwer

Im stillen Kampfe neigte;

Es war ja Niemand um mich her,

Der mir den Dienst erzeigte.

Hat mir erzählt gar lieb und gutVon meinem Heimathlande,Als ich in einer FiebergluthDer Mutter Namen nannte.

Hat mir erzählt gar lieb und gut

Von meinem Heimathlande,

Als ich in einer Fiebergluth

Der Mutter Namen nannte.

Ich hab’ den Engel nicht geseh’n,Und Niemand konnt’ ihn schauen,Doch muß ich seit dem Aufersteh’nAuf seine Vollmacht bauen.

Ich hab’ den Engel nicht geseh’n,

Und Niemand konnt’ ihn schauen,

Doch muß ich seit dem Aufersteh’n

Auf seine Vollmacht bauen.


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