Chapter 31

4. Kap. Begriffe und Kategorien

Aristotelesund nach ihmThomas von Aquinmit seiner Schule faßten die Begriffe (Pferd, Seele, Gerechtigkeit) als species intelligibiles, als einzelne unsinnliche Bewußtseinsinhalte, die uns das Wesen der Dinge zeigen. Sie fußen auf der unbezweifelbaren Beobachtung, daß wir bei dem Anhören solcher Begriffswörter einen ganz positiven Bewußtseinsinhalt erleben. Die experimentellen und pathologischen Erfahrungen über das Wortverständnis geben ihnen Recht: von der ungestalteten Klangwahrnehmung geht es über die gestaltete Worterfassung zum sinnvollen Verständnis, und jede dieser Stufen kann für sich versagen. Außerdem betonten die Thomisten schon gegenüber den Nominalisten, die Bedeutung der Begriffswörter gehe nicht nur über den Wortklang als solchen hinaus, sie sei auch durch kein Phantasma wiederzugeben; denn jedes Phantasma, jede anschauliche Vorstellung ist individuell, die Begriffe hingegen sind wesentlich allgemein, ihr Inhalt kann unverändert auf jedes Individuum angewandt werden. Damit hatten sie eigentlich den Streit zwischenLockeundBerkeleyschon vorweggenommen. Die Erfahrung lehrte sie aber auch die Unentbehrlichkeit der anschaulichen Vorstellungen kennen. Sie vereinigten darum beide Erkenntnisse in der Lehre, der Verstand könne im gegenwärtigen Zustand nur durch Hinwendungzu den Phantasmata etwas erkennen. Hiermit war mit bewundernswerter Schärfe herausgestellt, was eine Theorie der Begriffe zu leisten hat: es muß erklärt werden, woher die allgemeingültigen, durch keine anschauliche Vorstellung zu ersetzenden Bewußtseinsinhalte kommen und wie zu diesen Tatsachen die Behinderung des Denkens infolge der Behinderung des Vorstellens paßt.

Den AllgemeinvorstellungenLockes, den TypenbildernGaltonssowie allen Verdichtungs- und Möglichkeitstheorien war damit schon der Boden entzogen. Die Klarheit der Begriffe erlaubt eben nicht, sie als eine Zusammenziehung verschiedener Individualvorstellungen auszugeben; der tatsächlich vorhandene Bewußtseinsinhalt widerspricht der Deutung, der Begriff Pferd sei in der Möglichkeit beschlossen, zu dem Wort Pferd die verschiedensten anschaulichen Vorstellungen zu reproduzieren: ein nur möglicher Bewußtseinsinhalt kann mir nichts sagen. Anderseits weckte die Lehre von der Unentbehrlichkeit der Phantasmen auch Zweifel an den VersuchsergebnissenBühlers, dessen Vpn absolut unanschauliche Gedanken frei von jeder Vorstellung erlebt haben wollten. Dazu kamen die Beobachtungen anderer Experimentatoren, die wenigstens bei länger dauernden Vergegenwärtigungen von Begriffen stets die Entwicklung anschaulicher Vorstellungen fanden (Schwiete). Aber auch die im übrigen bestechende Theorie (Witaseks), wir beachteten nur das den verschiedenen Individuen Gemeinsame und abstrahierten negativ von den Verschiedenheiten, genügt nicht ganz. Welches anschauliche Gemeinsame halten wir denn zurück, wenn wir aus verschiedenen Grünschattierungen den Allgemeinbegriff grün gewinnen?

Die Lösung dieses Problems dürfte in dem Erlebnis der Beziehungserfassungen und in der Fähigkeit zum Sachverhaltswissen ruhen. Im Umgang mit dem Pferde z. B. erfassen wir mancherlei Sachverhalte, die sich auf es beziehen: es hat eine bestimmte Größe, vier Beine, einen langen Schweif usw. Haben wir nun sechs Pferde kennen gelernt, so können wir eine Anzahl dieser Sachverhalte auf alle anwenden, manche jedoch nur auf einen Teil. Die Summe jener Sachverhalte, die von allen sechs Tieren gelten, ist dann unser Begriff vomPferde. So erklärt sich wohl das meiste: Die auf die sechs Pferde anwendbaren Sachverhalte sind ihrer Natur nach allgemein; wie sie auf ungezählte Individuen anwendbar sind, so sind sie anderseits durch keine anschauliche Vorstellung adäquat wiederzugeben. Dennoch sind sie weder erstmalig zu erlangen, noch später gedächtnismäßig zu verwerten ohne Vorstellungen. Sachverhalte schließen ja Beziehungen ein. Beziehungen lassen sich aber erstmalig nur an anschaulichen Inhalten abstrahieren, und niemals wird ein realer Gegenstand restlos in Beziehungen aufgelöst und darum auch nicht durch Beziehungsinhalte allein wiedergegeben werden können.So erhellt ferner, wie unsere Begriffe einer beständigen Ergänzung und Berichtigung durch die Erfahrung unterliegen. Weiter: setzt sich der Begriff aus einer Summe von Sachverhaltserfassungen zusammen, so kann bei der Verwendung des Begriffes die Reproduktion von einzelnen Teilen dieser Summe versagen und somit irrige Urteile verschulden, obwohl man sich zuvor den richtigen Begriff angeeignet hat, eine Tatsache, die bei der Annahme einfacher geistiger Begriffsgrößen nur schwer zu deuten ist. Auch die widersprechenden ErgebnisseBühlersundSchwietessind nunmehr zu vereinbaren: Wir wissen heute, daß Beziehungen erfaßbar sind, noch bevor die Fundamente der Beziehungen klar im Bewußtsein stehen. Bei einer komplexen Denktätigkeit haben nun die einzelnen anschaulichen Vorstellungen, die uns die Beziehungserkenntnisse liefern, keine Zeit, sich zu entfalten; sie sinken alsbald wieder unter die Schwelle, und auch die beste Vp wird unter gewöhnlichen Verhältnissen mit Sicherheit behaupten, der Gedanke sei jeglicher Vorstellungen bar erlebt worden. Es gelang uns ja nur ganz zufällig, unter außer gewöhnlichen Bedingungen, die anschaulichen Vorstellungen zu entdecken, die, kaum bewußt, die Grundlagen von Beziehungserfassungen bilden. Bietet man den Vpn jedoch nur einzelne Wörter, so bleibt den Vorstellungen Raum und Energie, sich zu entfalten. Ist endlich für solche Entwicklung keine volle, sondern nur eine spärliche Möglichkeit belassen, so begreift man, wie sich infolge der zufällig herrschenden Konstellation nur einzelne Teile der zugehörigen oder der mitangeregten Vorstellungen höher über die Schwelle heben; möglicherweise sind diese Teile für das Wesentliche des Begriffes ganz nebensächlich, und wir gelangen so zu der schon lang als Paraphantasie bekannten Erscheinung.

Die Lösung dieses Problems dürfte in dem Erlebnis der Beziehungserfassungen und in der Fähigkeit zum Sachverhaltswissen ruhen. Im Umgang mit dem Pferde z. B. erfassen wir mancherlei Sachverhalte, die sich auf es beziehen: es hat eine bestimmte Größe, vier Beine, einen langen Schweif usw. Haben wir nun sechs Pferde kennen gelernt, so können wir eine Anzahl dieser Sachverhalte auf alle anwenden, manche jedoch nur auf einen Teil. Die Summe jener Sachverhalte, die von allen sechs Tieren gelten, ist dann unser Begriff vomPferde. So erklärt sich wohl das meiste: Die auf die sechs Pferde anwendbaren Sachverhalte sind ihrer Natur nach allgemein; wie sie auf ungezählte Individuen anwendbar sind, so sind sie anderseits durch keine anschauliche Vorstellung adäquat wiederzugeben. Dennoch sind sie weder erstmalig zu erlangen, noch später gedächtnismäßig zu verwerten ohne Vorstellungen. Sachverhalte schließen ja Beziehungen ein. Beziehungen lassen sich aber erstmalig nur an anschaulichen Inhalten abstrahieren, und niemals wird ein realer Gegenstand restlos in Beziehungen aufgelöst und darum auch nicht durch Beziehungsinhalte allein wiedergegeben werden können.

So erhellt ferner, wie unsere Begriffe einer beständigen Ergänzung und Berichtigung durch die Erfahrung unterliegen. Weiter: setzt sich der Begriff aus einer Summe von Sachverhaltserfassungen zusammen, so kann bei der Verwendung des Begriffes die Reproduktion von einzelnen Teilen dieser Summe versagen und somit irrige Urteile verschulden, obwohl man sich zuvor den richtigen Begriff angeeignet hat, eine Tatsache, die bei der Annahme einfacher geistiger Begriffsgrößen nur schwer zu deuten ist. Auch die widersprechenden ErgebnisseBühlersundSchwietessind nunmehr zu vereinbaren: Wir wissen heute, daß Beziehungen erfaßbar sind, noch bevor die Fundamente der Beziehungen klar im Bewußtsein stehen. Bei einer komplexen Denktätigkeit haben nun die einzelnen anschaulichen Vorstellungen, die uns die Beziehungserkenntnisse liefern, keine Zeit, sich zu entfalten; sie sinken alsbald wieder unter die Schwelle, und auch die beste Vp wird unter gewöhnlichen Verhältnissen mit Sicherheit behaupten, der Gedanke sei jeglicher Vorstellungen bar erlebt worden. Es gelang uns ja nur ganz zufällig, unter außer gewöhnlichen Bedingungen, die anschaulichen Vorstellungen zu entdecken, die, kaum bewußt, die Grundlagen von Beziehungserfassungen bilden. Bietet man den Vpn jedoch nur einzelne Wörter, so bleibt den Vorstellungen Raum und Energie, sich zu entfalten. Ist endlich für solche Entwicklung keine volle, sondern nur eine spärliche Möglichkeit belassen, so begreift man, wie sich infolge der zufällig herrschenden Konstellation nur einzelne Teile der zugehörigen oder der mitangeregten Vorstellungen höher über die Schwelle heben; möglicherweise sind diese Teile für das Wesentliche des Begriffes ganz nebensächlich, und wir gelangen so zu der schon lang als Paraphantasie bekannten Erscheinung.

Von hier aus klärt sich auch das Erlebnis desErkennens von wahrgenommenen Gegenständen. Man hat richtig hervorgehoben, es genüge zum Erkennen von Dingen nicht, ihr sinnliches Bild in uns aufzunehmen, das Ausschlaggebende sei die zum Sinneseindruck hinzukommende Bedeutung; derselbe Sinneseindruck vertrage sich etwa mit der Auffassung Tonscherbe und Speckschwarte(Schapp). Wir können jetzt angeben, was diese geheimnisvolleBedeutungist: nichts anderes als das Wissen von den Beziehungen, in denen der sinnliche Eindruck zu andern Dingen steht. Das sind zunächst jene allgemeinen Beziehungen, die ihm den Charakter des Dinges, und zwar des wahrgenommenen Dinges, verleihen. Dann etwa Beziehungen zu seiner Verwendung, seiner Herkunft usw. Wenn aber solche Beziehungen überhaupt nicht vorhanden oder doch von uns nicht gewußt wären? Dann hätten wir gleichwohl den Gegenstand wahrgenommen, nur bliebe er uns unverständlich. Zur Wahrnehmung gehört mithin wesentlich nur, daß der Eindruck als von einem unabhängig von uns existierenden Dinge herrührend erkannt wird. Seine weitere Bedeutung ermöglicht nur die verständnisvolle Erfassung. Und diese Bedeutung schwebt nicht wie die platonischen Ideen irgendwo, sondern ist assoziativ mit dem Sinneseindruck verbunden. Man darf auch nicht behaupten, sie sei immer das Ausschlaggebende für den Sinneseindruck. Normalerweise wird der Eindruck die mit ihm assoziativ verknüpften Fundamente der Beziehungen und damit diese selbst ins Bewußtsein ziehen. Es kann aber auch infolge der Konstellation z. B. infolge der Erwartung die Bedeutung zuerst gegeben sein und so den undeutlichen Sinneseindruck entweder richtig ergänzen oder wie in der Illusion unzweckmäßig ausstaffieren oder abändern.

Der Begriff ist ein Wissen von Sachverhalten.Nach der Art, wie Sachverhalte gewonnen sein können, lassen sich darum auchverschiedene Gruppen von Begriffenauseinanderhalten. Sachverhalte lassen sich gewinnen, indem man von dem Gegenstand in möglichst allgemeinem Sinne ausgeht, ihn etwa als Ding auffaßt und nun seine Beziehungen zu andern Dingen aufsucht, und zwar wiederum möglichst allgemeine Beziehungen. So läßt sich ein Gegenstand eindeutig, aber indirekt bestimmen. Wir können dann von ihm reden, ganz klare Urteile über ihn fällen, ohne auch nur die geringste Vorstellung zu haben, die uns sein anschauliches Bild vorführte. So kann der Blindgeborene richtig von Rot sprechen, wenn er es als einen im normalen Auge durch Ätherwellen von der Länge 762 bis 855 µµ bewirkten Eindruck bezeichnet. Eine andere Art der Begriffsbildung ist folgende: Man stellt sich anschaulich eine ganz bestimmte Schattierung des Rot vor und erklärt: rot sind jene Farben,die diesem individuellen Rot qualitativ ähnlich sind. Das ist ein richtiger Allgemeinbegriff, aber wesentlich auf einen besonderen Fall aufgebaut. Einen solchen Begriff kann nur der Sehende bilden. Endlich kann ich auch die anschauliche Wirkung als Fundament jener Beziehung nehmen, die einen Gegenstand charakterisieren soll. Auf diese Weise ist es möglich, sogar das Gefühl als Bestandstück in die Begriffsbestimmung mit aufzunehmen. Definiert man z. B. das Schöne als das, was eine ästhetische Wirkung ausübt, so kann ich diese Wirkung entweder durch die Beziehungen, die sie zu andern Erlebnissen oder andern Dingen überhaupt hat, mehr oder weniger abstrakt festlegen, ich kann sie mir aber auch nach Kräften anschaulich vergegenwärtigen und erklären: schön ist das, was „so“ auf mich wirkt, demgegenüber mir „so“ zumute ist. So stehen also den abstrakten Begriffen solche mit anschaulichem Einschlag zur Seite. Für die wissenschaftliche Arbeit sind letztere wenig geeignet, da sie verhältnismäßig viel Zeit und Kraft verbrauchen. In der künstlerischen und religiösen Betrachtung hingegen spielen sie eine große Rolle.Sollten nicht dieKategorien, die allgemeinsten Begriffe von Gleichheit, Verschiedenheit, auf diesem Wege in unser Geistesleben eingeführt worden sein? Der Umstand, daß statt einer erwarteten Speise etwa eine andere kommt, bedingt Empfindungen ganz eigener Art, die keineswegs die Beziehungserfassung der Andersartigkeit zur Grundlage zu haben brauchen. Unter günstigen Verhältnissen läßt sich sehr deutlich beobachten, wie das Zusammentreffen eines neuen Eindruckes mit einer fremdartigen Einstellung ausgesprochene innere Empfindungen hervorruft, die zumeist auch von charakteristischen Gefühlen begleitet sind. Mit dieser anschaulichen Wirkung der Verschiedenheit verbindet das Kind die von den Erwachsenen übernommene Bezeichnung „anders“, „verschieden“ (dem Urmenschen mag die der gleichen Gefühlswirkung entsprechende gleichmäßige Kundgabe allmählich zum Namen dieses Sachverhaltes geworden sein). „Anders“, „verschieden“ ist also am Platze und stellt sich überdies assoziativ ein, wenn es „so tut“. Es tut aber so, wenn das nicht kommt, was man bewußt oder unbewußt erwartete. So erlangt das Wort „verschieden“ dank der wachsenden Erfahrung seinen abstrakten Sinn. Es würde zu weit führen, diesen Gedanken für alle Kategorien auszuwerten.

Der Begriff ist ein Wissen von Sachverhalten.Nach der Art, wie Sachverhalte gewonnen sein können, lassen sich darum auchverschiedene Gruppen von Begriffenauseinanderhalten. Sachverhalte lassen sich gewinnen, indem man von dem Gegenstand in möglichst allgemeinem Sinne ausgeht, ihn etwa als Ding auffaßt und nun seine Beziehungen zu andern Dingen aufsucht, und zwar wiederum möglichst allgemeine Beziehungen. So läßt sich ein Gegenstand eindeutig, aber indirekt bestimmen. Wir können dann von ihm reden, ganz klare Urteile über ihn fällen, ohne auch nur die geringste Vorstellung zu haben, die uns sein anschauliches Bild vorführte. So kann der Blindgeborene richtig von Rot sprechen, wenn er es als einen im normalen Auge durch Ätherwellen von der Länge 762 bis 855 µµ bewirkten Eindruck bezeichnet. Eine andere Art der Begriffsbildung ist folgende: Man stellt sich anschaulich eine ganz bestimmte Schattierung des Rot vor und erklärt: rot sind jene Farben,die diesem individuellen Rot qualitativ ähnlich sind. Das ist ein richtiger Allgemeinbegriff, aber wesentlich auf einen besonderen Fall aufgebaut. Einen solchen Begriff kann nur der Sehende bilden. Endlich kann ich auch die anschauliche Wirkung als Fundament jener Beziehung nehmen, die einen Gegenstand charakterisieren soll. Auf diese Weise ist es möglich, sogar das Gefühl als Bestandstück in die Begriffsbestimmung mit aufzunehmen. Definiert man z. B. das Schöne als das, was eine ästhetische Wirkung ausübt, so kann ich diese Wirkung entweder durch die Beziehungen, die sie zu andern Erlebnissen oder andern Dingen überhaupt hat, mehr oder weniger abstrakt festlegen, ich kann sie mir aber auch nach Kräften anschaulich vergegenwärtigen und erklären: schön ist das, was „so“ auf mich wirkt, demgegenüber mir „so“ zumute ist. So stehen also den abstrakten Begriffen solche mit anschaulichem Einschlag zur Seite. Für die wissenschaftliche Arbeit sind letztere wenig geeignet, da sie verhältnismäßig viel Zeit und Kraft verbrauchen. In der künstlerischen und religiösen Betrachtung hingegen spielen sie eine große Rolle.

Sollten nicht dieKategorien, die allgemeinsten Begriffe von Gleichheit, Verschiedenheit, auf diesem Wege in unser Geistesleben eingeführt worden sein? Der Umstand, daß statt einer erwarteten Speise etwa eine andere kommt, bedingt Empfindungen ganz eigener Art, die keineswegs die Beziehungserfassung der Andersartigkeit zur Grundlage zu haben brauchen. Unter günstigen Verhältnissen läßt sich sehr deutlich beobachten, wie das Zusammentreffen eines neuen Eindruckes mit einer fremdartigen Einstellung ausgesprochene innere Empfindungen hervorruft, die zumeist auch von charakteristischen Gefühlen begleitet sind. Mit dieser anschaulichen Wirkung der Verschiedenheit verbindet das Kind die von den Erwachsenen übernommene Bezeichnung „anders“, „verschieden“ (dem Urmenschen mag die der gleichen Gefühlswirkung entsprechende gleichmäßige Kundgabe allmählich zum Namen dieses Sachverhaltes geworden sein). „Anders“, „verschieden“ ist also am Platze und stellt sich überdies assoziativ ein, wenn es „so tut“. Es tut aber so, wenn das nicht kommt, was man bewußt oder unbewußt erwartete. So erlangt das Wort „verschieden“ dank der wachsenden Erfahrung seinen abstrakten Sinn. Es würde zu weit führen, diesen Gedanken für alle Kategorien auszuwerten.

Literatur

K.Bühler, Die geistige Entwicklung des Kindes³. 1922.J.Lindworsky, Zur Psychologie der Begriffe. Philos. Jahrbuch (1919) und Umrißskizze zu einer theoret. Psychologie². 1923. S. 31 ff.N.Ach, Über die Begriffsbildung. 1921.

K.Bühler, Die geistige Entwicklung des Kindes³. 1922.

J.Lindworsky, Zur Psychologie der Begriffe. Philos. Jahrbuch (1919) und Umrißskizze zu einer theoret. Psychologie². 1923. S. 31 ff.

N.Ach, Über die Begriffsbildung. 1921.


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