Sommerabende.
Z
Zu den besten Dingen dieses Lebens — alle Arbeitenden wissen es — gehört der Feierabend. Er ist besser als der Feiertag, denn die Ruhe durch die Ermüdung nach vollbrachter Arbeit, die Ergötzung ist verklärt durch das Bewußtsein erfüllter Pflicht, und daß dem Feierabend etwa der Ruhetag folgt, ist ein Vorzug, dessen sich der Feiertag selbst nicht zu erfreuen pflegt.
Solchen Feierabenden widme ich dieses Buch. Der erste Theil desselben ist heiter, wie ein Sommerabend. Wer aber den Genuß des Sommerabends dem lustigen Theile dieses Büchleins vorzieht, dem ist der Verfasser auch nicht böse, er wartet mit seinen kleinen Geschichten gern, bis die Stunde kommt, in welcher Jemand etwas Lustiges zu brauchen hat. Die kleinen Erzählungen und Schalkheiten sind in aller Herren Länder zerstreut gewesen; ist den losen Dingern zwischen dem lächerlich ernsten und grausam vernünftigen Zeug, das ihre Nachbarschaft war, unheimlich geworden, sie hielten sich für bedrückt, verlangten Befreiung und ein kleines Reich für sich zu bilden. Weil sie bisweilen ein wenig ungezogen undboshaft waren, so ließ man sie ziehen — und ist auf solche Weise diese Ansiedlung „Lustige Geschichten“ entstanden. Jetzt verlegen sie sich auf Wohlthun, denn Frohsinn verkürzt die Zeit und verlängert das Leben.
Nicht überflüssig wird es aber sein, mein Leser, wenn Du auch Deinen eigenen Humor mitbringst, denn für einen guten Spaß gehören allemal Zwei: Einer, der ihn macht, und Einer, der ihn versteht.
Der Verfasser.