(1)So war es, als diese Worte geschrieben wurden. Gerade als diese Schrift in die Druckerei abging, kamen dem Verfasser die Gelegenheitsschriften zur 200jährigen GeburtsfeierLeibnitz' in die Hände. Unter ihnen fand sich inSchilling's »Leibnitzals Denker« die Uebersetzung der Monadologie nachErdmann's Ausgabe. Da der Herr Verfasser indeß sich nicht auf dieVergleichungder verschiedenen Ausgaben einläßt, so dünkte uns die nachstehende Uebersetzung noch immer nicht überflüssig.(2)Den Jüngeren. Es gab zwei Brüder dieses Namens, die beide mitLeibnitzim Briefwechsel standen. Der ältere,Pierre, war ein ausgezeichneter Mathematiker und lebte von 1678 bis 1719 zuerst als Canonicus, dann als Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Von 11 Briefen, dieDutensunter dem Namen derMontmort's aufführt, ist nachGuhrauer's Ansicht nur dielettre VIII. Opp. o. ed. Du. V. p. 29an ihn gerichtet, die übrigen an seinen Bruder. Dieser war Secretär des Herzog-Regenten von Orleans und ein eifriger Freund der Philosophie.Leibnitzschätzte ihn sehr hoch.(3)In den lat. Ausg. lauten diese beiden Paragraphe wie folgt:VIII.Opus tamen est, ut Monades habeant aliquas qualitates, alias non entia forent.IX.Imo opus est, ut quaelibet Monas differat ab alia quacunque. Neque enim unquam dantur in natura duo entia, quorum unum ex asse convenit cum altero et ubi impossibile sit, quandam reperire differentiam internam aut in denominatione intrinseca fundatam. Quodsi substantiae simplices etc. etc.Eine Wortstellung und Capiteleintheilung, die von dem französischen Originale stark abweicht.(4)Et generaliter affirmare licet, vim non esse nisi principium mutationum.Zusatz in den lat. Ausgaben.(5)Ueber diese EinwürfeBayle's vgl. die Abhandlung am Schlusse. DieserRorarius, geb. zu Pordenone in Friaul um das Ende des 15ten Jahrhunderts, war Nuntius des PapstesClemensVII. am Hofe König Ferdinand's von Ungarn. Einst äußerte Jemand in seinem Beisein, Carl V., der damals zur Zeit des schmalkaldischen Kriegs auf dem Gipfel seiner Macht stand, komme an großartigen Eigenschaften weder den Ottonen noch Friedrich Barbarossa gleich. Mehr bedurfte es nicht, um denRorariuszu einem Buche zu veranlassen, worin er mit großem Aufwand von Gelehrsamkeit zu beweisen suchte, die Thiere seien vernünftiger als die Menschen und eine Menge Tatsachen aufhäufte, die den Kunstfleiß der Thiere und die Bosheit des Menschen darthun sollen, das aber, wieBaylemeint, gar nicht übel geschrieben gewesen sein soll.(6)Die Stelle: »Il-y-a aussi deux sortes des verités, celles de raisonnement et celles de fait. Les verités de raisonnement sontnécessaireset leur opposé est impossible, et celles de fait sont contingentes et leur opposé est possible« fehlt in den lateinischen Ausgaben.(7)Die Stelle: »dont l'opposé contient une contradiction expresse,« fehlt in den lateinischen Ausgaben.(8)Die Stelle: »la perfection est absolument infinie,« fehlt in den lateinischen Ausgaben.(9)PeterPoiret, geb. 1646 zu Metz, gehörte anfangs zu den lebhaftesten Anhängern desCartesius. Grund zu seiner Berühmtheit legte er durch sein Werk:Cogitationes rationales de anima et malo, Amsterdam 1685. Darin bewies er unter Anderem, daß eine Seele nie ohne Körper sein könne, sondern jedesmal bei'm Austreten aus demselben dasjenige Organ, mit welchem sie am innigsten und nächsten verknüpft gewesen, ihr unmittelbares Seelenorgan, mit sich nehme. Von diesem Satze machte er später mancherlei Anwendung, um die Transfiguration u. A. auf natürliche Weise zu erklären. Zuletzt ward er ein eifriger Vertheidiger der mystischen Schwärmerin AntoinetteBourguignon, und suchte mit Hilfe jenes Satzes ihre Visionen zu vertheidigen. Deshalb vielfach verfolgt und angegriffen, starb er endlich nach öfterem Aufenthaltswechsel als Expfarrer zu Reimsberg bei Leyden 1719.Baylebehandelt ihn als einen gelehrten, aber exaltirten Schwärmer, wie er diesem scharfen Verstandesmenschen auch nicht anders erscheinen konnte. Auch ist es Schade, daß er den wahren und folgenreichen Gedanken, daß eine Seele, um zu wirken, eines Organs, und zwar eines solchen, auf welches sie unmittelbar wirkt, bedürfe, eines solchen daher zu keiner Zeit entbehren könne, durch seine Theilnahme an mystischen Abenteuerlichkeiten verdächtigte und sich dadurch auch dort um das Vertrauen brachte, wo er die Wahrheit sprach.(10)Die Stelle: »Dont le principe est la convenance ou le choix du Meilleur« fehlt in den lateinischen Ausgaben.(11)Die Stelle: »Que j'ose dire demontrée,« fehlt in den latein. Ausgaben.(12)Vgl. die Abhandlung am Schlusse.(13)Die Stelle: »Dieu en est détaché entièrement« fehlt in den latein. Ausgaben.(14)c'est-à-dire, la plupartfehlt in den lat. Ausgaben.(15)Erdmann, S. 124–128.(16)Sigwart: der Spinozismus, S. 31. u. ff.(17)Guhrauer: Leibnitz &c. II. S. 108.(18)BeiErdmann, S. 107–108.Leibnitz' Briefwechsel mitArnauld, herausg. vonGrotefend. Hannover, 1846. S. 132.(19)Erdmann, S. 124.(20)Encyclopädie, herausgeg. vonHenning. I. S. 301.(21)Ueber diese, lange Zeit unbeachtete und selbst vonLeibnitz' HistoriographenLudovicinur unvollständig gekannte Schrift, die sich nur mehr beiDutens(ed. Genev.) findet, äußert sichGuhrauerbei ihrer Wiederherausgabe (Berlin 1837, S. 10): »Man würde ihrer endlich ganz vergessen haben, hätte nicht F. H.Jacobiauf Veranlassung seines Streits mitMendelssohndurch seine wissenschaftliche Parallele der Systeme vonSpinozaundLeibnitzdahin geführt, auf jene Dissertation als eine schon der Aufgabe wegen merkwürdige Schrift hingewiesen.« In der That war sie die Klaue des Löwen, wie schon der alteThomasiusin seiner Vaterfreude über den großen Zögling vorempfinden mochte. Vgl. auch L.Feuerbach: Leibnitz' Philosophie &c. S. 32. u. ff.(22)Drobisch: Empir. Psych. S. 52 u. ff. –Bolzano's Wissenschaftslehre (Sulzbach, v.Seidel, 1837), III. S. 60.(23)UeberLeibnitz' frühere Vorstellungen von der Materie vgl. die neuerliche treffliche AbhandlungHartenstein's:De materiae apud Leibnitium notione commentatio. Leipzig, 1846.(24)Nouv. système, S. 127.(25)II. Eclaircissement, S. 134.(26)Es ist nicht uninteressant, neben dieser Beweisführung jene zu betrachten, die M. G.Hanschin seinen:princ. phil. geometrico modo demonstrataliefert, und durch welche er, wie er in der Widmung an den PrinzenEugenausspricht, die Lehre seines Meisters erst recht festgestellt zu haben meinte. Sie heißt dort:Theor. XV. Nulla monas derivativa physice influere potest in interius alterius monadis derivativae.Demonstr.Quandoquidem monades omnibus prorsus partibus carent (per.def.), in monadibus etiam derivativis nullae partes continuo mutare possunt locum suum (per. ax.). Sed si in monadibus derivativis nihil prorsus datur, quod locum suum continuo mutare possit, nec intelligibili modo explicari potest, quomodo in interiori monadum derivativarum motus ullus excitari, dirigi, augmentari aut diminui possit (per. def.), consequenter nulla in iisdem fieri potest per motum internum mutatio (per. def.). Sed in cujus interiori nulla, mediante motu interno, fieri potest mutatio, in illius interius etiam nihil physice influere potest (per. def.). Quamobrem nulla omnino monas derivativa in interius alterius monadis derivativae physice influere potest. Q. E. D. Theorem. XVI. In monadem creatam forinsecus nec substantia nec accidens intrare potest.Demonstr.Cum nihil in interius monadis creatae physice influere possit (per.theor. praec.), nihil etiam in eandem ab extra ingredi potest, nec substantia nec accidens (per. def.) in monadem creatam forinsecus intrare possunt. Q. E. D.So fremdartig, ja selbst abgeschmackt uns diesesQuod erat demonstrandumerscheinen mag, so kann doch Niemand läugnen, daß dieser Anhänglichkeit auch an die äußeren unwesentlichen Formen der Mathematik das Bestreben zu Grunde lag, das Wesentliche der mathematischen Methode, die Klarheit und Bestimmtheit ihrer Begriffe auch auf das philosophische Denken zu übertragen. Daß dieses Bestreben, welches die Grundlage jeder wahren Methode der denkenden Forschung ausmachen muß, auf mathematische Form allenthalben zurückführt, hat wenigstens zum Theil schonHerbartbewiesen.(27)II. Eclaircissem.S. 134.(28)II. Eclaircissem.Fast mit denselben Worten auch imIII. Eclaircissem. à M.Foucher.(29)Principes de la nature et de la grâce, S. 714.(30)De ipsa natura, S. 157.(31)De ipsa nat.S. 157.(32)Monadolog.S. 705.(33)Daselbst S. 705.(34)Daselbst S. 705.(35)De ipsa natura, S. 157.(36)Monadol.S. 705. Die Anekdote von den vergeblich gesuchten zwei völlig gleichen Blättern im königl. Hofgarten zu Charlottenburg ist bekannt.(37)Monadol.S. 705.(38)Leibnitz' Phil. &c. S. 51.(39)Leibnitz' Phil. &c. S. 51.(40)Monadol.S. 706.(41)Daselbst S. 706.(42)Monadol.S. 708.(43)Monadol.S. 708.(44)Daselbst S. 709.(45)Monadol.S. 709.(46)Monadol.S. 709.(47)Vergl.Monad.S. 709.(48)Monadol.S. 710.(49)Monadol.S. 710.(50)Monadol.S. 710.(51)Nouveau système, S. 128.(52)Nouv. syst.S. 127.(53)Nouv. syst.S. 128.(54)Nouv. syst.S. 128.(55)Nouv. syst.S.127.(56)Pierre Baylenach seinen für die Gesch. der Philos. und Menschheit interessantesten Momenten. Ansbach, 1838.(57)Dictionn. histor. crit. ed. I. Rotterodami, 1697. II. tom. II. part. p. 965.(58)»Lettreà l'auteur de l'histoire des ouvrages des savans, contenant des eclaircissements de difficultés, que Mr.Baylea trouvé dans le système nouveau de l'union de l'âme et du corps.« Histoire des ouvrages des savans. Juillet, 1698. p. 329.BeiErdmannS. 150–154.(59)So allgemein ausgedrückt, beweiset dieser Satz mehr, alsLeibnitzwill, und gegen ihn. Denn obgleich die gestoßene Kugel, auch nachdem der Stoß aufgehört hat, fortfährt, den Ort zu verändern, also in der Veränderung beharrt, so ist es auf der andern Seite eben so wahr, daß, so lange keine äußere Störung eintritt, die Geschwindigkeit, mit welcher sie ihren Weg fortsetzt, unverändert bleibe. Die Monaden sind einer Störung von außen nicht fähig, ihr einmal angenommener Zustand muß also derselbe für alle Zeiten bleiben. War dieser ein Zustand der Ruhe, so muß die Monade für alle Zeit denselben Zustand, also dieselbe Vorstellung behalten, ein Ausspruch, dem die unmittelbarste innere Erfahrung jeden Augenblick auf das Bestimmteste widerspricht. War jener aber ein Zustand der Veränderung, so währt diese continuirlich fort, so daß in jedem Zeitpunkt ein anderer Zustand in der Monas stattfindet, und nicht zwei auch noch so nahe an einander gelegene Zeittheile angebbar sind, innerhalb welcher eine und dieselbe Vorstellung in der Seele beharrt, was gleichfalls wohl Jeder an sich selbst schon widerlegt gefunden hat. Es bleibt also nichts übrig, als äußere modificirende Wirkungen, Einwirkungen zuzugeben, wenn man der gewissesten inneren Erfahrung nicht auf's schneidendste widersprechen will.(60)Repliques aux reflexions contenues dans la seconde édition du dictionn. hist. crit. de Mr.Bayle.Erdmann, S. 183 u. ff.(61)So argumentirte schonCanz(Conz?) in denInstitutions Leibnitziennes ou précis de la monadologie (par l'abbé Sigorgne), Lyon 1768. Er sagt:Leibnitzgibt zu, daß Gott auf die Substanzen wirke und zwar:non par la transfusion d'une des ses réalités dans nous, cela est impossible; mais par la limitation, la production même des nos sensations découlant de l'énergie de sa force et de l'efficace de sa puissance. Da diese Wirksamkeit an ihm wirklich besteht, so ist sie an sich möglich. Was nun an ihm als Attribut in unendlichem Grade vorhanden ist, kann sich dasselbe nicht wenigstens in beschränkterem Maße auch bei den übrigen Monaden finden? Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln. Daraus, daß der Mensch nicht Alles vermag, schließen zu wollen, er vermöge gar Nichts, wäre eben so fehlerhaft, als umgekehrt daraus, daß er Einiges vermag, schließen zu wollen, er vermöge Alles. Auch tritt bei der bloßen Wirksamkeit im Innern ganz dieselbe Schwierigkeit ein, wie bei jener nach außen, und es ist gar kein Grund vorhanden, die erstere dem beschränkten Wesen beizulegen, während man die letztere nur dem unendlichen vorbehält. Die Beschränkung darf daher nicht die Wirkung nach außen überhaupt, sondern blos den Grad des Effects treffen, den dieselbe hervorbringt. Jene reelle Einwirkung kann ohne weiteres angenommen werden, obgleich in Wirksamkeit (énergie) und Erfolg (effet) beschränkt, als eine Kraft, so und so viel zu bewirken und nicht mehr. Gottes Weltordnung besteht darin, jedem Wesen so viel Kraft zuzuweisen, als ihm nach dem Stande des Ganzen zukommen darf. Auf diese Weise kann ein Wesen das andere modificiren, begränzen, sie können sich wechselseitig beschränken, ohne daß Etwas aus Einem in's Andere übergeht. Der stärkere Körper unterdrückt die Kraft des schwächeren, der nicht mehr das Gleichgewicht halten kann, dadurch ein Uebergewicht nach der andern Seite hin erhält, und eine neue Wirkung hervorbringt, während der erstere, dessen Kraft nur theilweise gebunden ist, keine so große Wirkung mehr wie früher ausübt. Dadurch entsteht das Phänomen einer scheinbaren Mittheilung der Kräfte. Während Gott Substanzen schafft, schaffen (?) diese selbst nur Modalitäten und Modus, wie unsere Seele z. B. ihren eigenen.Le corps resiste plutôt, qu'il n'agit non par sa masse, mais par sa force, d. h. die Seele thut eigentlich selbst nichts, sie verhindert blos, daß das, was geschieht und ist, nicht anders sei und geschehe, als es in der That ist und geschieht. Die Folge wird zeigen, sowohl wie richtig die erste Einwendung des alten Tübinger Professors, als auch wie nahe verwandt seine eigene Erklärungsweise mit der berühmten Theorie der SelbsterhaltungenHerbart's sei. Dieser Widerstand der Substanzen, der kein Thun sein soll, und doch verhindere, daß etwas anders sei, als es ist, was ist das anders, als eine (sogenannte) Selbsterhaltung? Man vergleiche nur, wasCanzhier über die Mittheilung der Wirkung sagt, mit demjenigen, was inHartenstein's Metaphysik über die Erklärung deractio in distans(S. 380.) vorgebracht wird.(62)Monadol.S. 708.(63)Monad.S. 708.(64)De rerum origine, S. 148.(65)Nicht imHegel'schen Sinne.(66)Daß der kühne Gedanke einer Universalwissenschaft in seinem Sinne unausführbar sei, fühlteLeibnitzgegen das Ende seiner vielgeschäftigen Laufbahn wohl selbst, nachdem er so oft die nie gelungene Erfindung verkündigt hatte. Scharfsinnig ahnte er, wo es zusammengesetzte Begriffe gebe, müsse es einfache geben, und es müsse möglich sein, habe man diese einmal sämmtlich gefunden, durch sehr einfache Combinationen zu allen zusammengesetzten zu gelangen. Die Universalzeichensprache, die nach Art der Chinesen zusammengesetzte Zeichen für zusammengesetzte Begriffe, aus den einfachen Zeichen der einfachen Begriffe construirt, war dann ein natürliches Corollar. Allein abgesehen von der Schwierigkeit, vielleicht Unmöglichkeit, jemals zualleneinfachen Begriffen durch Analyse zu gelangen, sind ja doch auch nicht alle, sondern nur ein verhältnißmäßig sehr geringer Theil unsrer zusammengesetzten Vorstellungen hiezu geeignet, nämlich nur jene, deren Bestandtheile selbst durchgehends wieder Begriffe sind. Bei weitem die meisten aber, z. B. alle sogenannten sinnlichen, haben Anschauungen unter ihren Bestandtheilen. Der Anschauungen aber gibt es unendlich viele, deren jede von der andern verschieden ist, deren jede auch durch ein eigenes Zeichen bezeichnet werden müßte, mit deren Zusammentragung man daher niemals fertig würde. Der Umfang der Zeichensprache müßte sich daher auf bloße reine Begriffe beschränken, von denen wir niemals mit Sicherheit wissen würden, ob wir auch alle einfachen, auf welche sie sich zurückführen lassen, wirklich besitzen, und ein höchst bedeutender, ja gerade derjenige Theil unsrer Vorstellungen, der für uns die größte Anschaulichkeit, Lebhaftigkeit und das nächste Interesse hat, würde aus dieser Zeichensprache ganz ausgeschlossen werden. Vgl. auch über diesen GegenstandExner:Leibnitz, Universalwissenschaft. Prag, 1844.(67)Kritik der r. V., her. v.RosenkranzS. 670. Vgl.ChalybäusEntwicklung d. spec. Phil. vonKantbisHegel. 3. Aufl. 1843. S. 22 u. ff.(68)Allg. Metaph. I. S. 380 u. ff.(69)Allg. Metaph. S. 384.(70)Hauptpunkte der Met., her. v.Hartenstein, I. S. 217. Allg. Met. II. S. 82. ff.(71)Hauptp. der Met. S. 217 u. ff. Allg. Met. II. S. 94 u. ff. Lehrb. z. Einl. in die Phil. 4. Aufl. S. 193.(72)Allg. Met. II. S. 99.(73)Hauptp. S. 218. Allg. Met. S. 64. u. S. 109.(74)Strümpell: Erläut. zuHerbart's Philos. S. 102.(75)Allg. Met. II. S. 218. S. 130.(76)Allg. Met. II. S. 134.(77)Allg. Met. II. S. 137.(78)Allg. Met. II. S. 148.(79)Im SinneHerbart's besonders klar beiHartenstein: Metaphys. S. 81. u. ff.(80)Allg. Metaph. II. S.150.(81)Allg. Met. II. S. 154.(82)Allg. Met. I. S. 194.(83)Monad.S. 708.(84)Monad.S. 706;Théod.§. 608, §. 360.(85)Metaph. II. S. 164.(86)Allg. Met. S. 164.(87)Allg. Met. II. S. 169.(88)Man vergl. die Note überCanz,S.69.(89)Allg. Met. II. S. 173.(90)Ebendas. S. 172.(91)Ebendas. S. 175.(92)Allg. Metaph. II. S. 175.(93)Allg. Met. II. S. 170.(94)Erläut. zuHerb.Phil. S. 104.(95)Allg. Met. II. S. 176.(96)Vgl.Herbart: Lehrb. z. Psych. 2. Aufl. S.200ff. Encykl. S. 228.Hartenst.Met. S. 454 ff.Drobisch: Empir. Psych. S. 340 ff.(97)Hartenst.Met.S. 263ff.(98)Hartenst.Met. S. 264.(99)Allg. Met. II. S. 176.(100)Allg. Met. II. S. 108 ff. u. a. O.(101)Kleine Schriften, her. v.Hartenst.I. S. 225.(102)Allg. Met. II. S. 269 u. a. a. O.(103)Allg. Metaph. II. S. 271.(104)»Ueber Monadologie und speculative Theologie« inFichte's Zeitschrift für Phil. u. spec. Theologie, Bd. XIV. Heft I. S. 93.(105)Allg. Metaph. II. S. 338.(106)Allg. Metaph. II. S. 263.(107)Allg. Metaph. II. S. 197.(108)Metaph. II. S. 272.(109)Allg. Met. II. S. 196.(110)Allg. Metaph. II. S. 162.(111)Metaph. von Dr. H.Lotze(1841), S. 136.(112)Enthalten in dem obenangeführten Aufsatze »über Monadologie u. specul. Theologie.«(113)Freilich dürfte man dann, einmal zu demjenigen gelangt, was nicht mehr Beschaffenheitist, sondern dergleichen nur an sichhat, von demselben nicht mehr wissen wollen, als daß es eben einEtwassei. Weitere Antworten müßten durch Qualitäten gegeben werden, welche eben wieder nichtesselbst, sondern nur dieanihm befindlichen Beschaffenheiten ausdrückten.(114)Metaph. von Dr. H.Lotze(1841).(115)Encyklop.Hegel's, her. v.Henning. I. S. 306.(116)Vgl.WeißeüberLotze:Fichte's Zeitschrift. IX. 8. S. 260.(117)Secretan(la philos. deLeibnitz, Genève 1841) ist anderer Ansicht und meint, die prästabilirte Harmonie ergebe sich mit Nothwendigkeit ausLeibnitz' Definition der Substanz als eines das Universum repräsentirenden Wesens, welches sonach nicht ohne »Repräsentirendes« sein könne, und sei daher vom übrigen System unzertrennlich. Allein lag nicht die Frage viel näher: Wodurch bewirkt denn das Repräsentirte, daß es repräsentirt wird? Doch wohl dadurch, daß es auf das Repräsentirende einwirkt, seine eigene Repräsentation in demselben hervorbringt? Durch die Annahme einer solchen Einwirkung wäre aber die prästabilirte Harmonie vermieden, oder die Harmonie zwischen den einfachen Wesen selbst überhaupt erst begreiflich geworden.(118)Eine unzulässige Annahme, wie wir sogleich sehen werden, die aber doch von Denkern, wieHerbart,Fischeru. a., wenn auch versteckter Weise, gemacht wird. Denn wann sind ein paar Monaden dicht aneinander? Wenn die linke Seite der einen mit der rechten der andern zusammenfällt. Aber da müßten sie erst zwei Seiten, also Theile haben. Die Antwort ist somit: nie können sie so liegen, daß ihre Orte nicht zwei verschiedene, und somit eine Entfernung zwischen ihnen wäre, welche man eben durch das Wort:dichtvermeiden will. Den Beweis gleich nachher.(119)Nouv. ess.S. 240.(120)Versuch einer logischen Analyse des Begriffs vom Unendlichen. (Vgl.Hartenst.Met. S. 298.) Wahrscheinlich hat der Verf. die Berührung krummer Linien mittels ihrer Tangenten im Sinne, die so innig sein soll, daß kein dritter Punkt zwischen dem berührenden und berührten liegt. Wäre aber die Berührung nicht viel inniger, wenn der berührende und der berührte Punkt ein und derselbe, der Tangente und der krummen Linie gemeinschaftliche, Punkt wären?(121)Vgl.Trendelenburg: logische Untersuch. I. S. 157.(122)Dies erkennt auchTrendelenburgan: Log. Unt. I. S. 167.(123)Kantin den Träumen eines Geistersehers (S. W. v.RosenkranzVII.) läugnet zwar, daß ein geistiges Wesen einen Raum zu erfüllen vermöge, gibt aber zu, daß materielle einfache Wesen einen Punkt im Raume erfüllen. »Wesen (S. 38), welche die Eigenschaft der Undurchdringlichkeit nicht an sich haben, werden, so viel man deren vereinigt, niemals ein solides Ganze ausmachen .... es sind immaterielle Wesen, und wenn sie Vernunft haben, Geister. Denn,« fährt er fort, »eine Masse, die einen Kubikfuß ausfüllt, wird Niemand einen Geist, sondern Materie nennen. Füge ich nun einen Geist hinzu, so muß entweder ein einfaches Theilchen jener Masse austreten, damit der Geist Platz habe, oder der Letztere darf gar keinen Raum darin einnehmen. Im erstern Fall muß bei Hinzuthat eines zweiten Geistes ein zweites Massentheilchen den Raum verlassen, ein drittes eben so, und so geht es fort, bis zuletzt ein Klumpen von Geistern da ist, eben so undurchdringlich, wie vorher die Materie, und daher von ihr ganz und gar nicht verschieden, was man kaum zugeben wird. Bedarf der Geist aber keinen Platz, so ist er auch immateriell und erfüllt keinen Raum.« Ob übrigens Wesen letzterer Art möglich seien, läßtKantdahingestellt. Wenn aber der Satz richtig ist, daß zwei Punkte einander niemals die nächsten sein können, so ist das obige Raisonnement schon deshalb außer Giltigkeit, weil gar keine Nothwendigkeit vorhanden ist, daß wo der Geist eintritt, ein einfaches materielles Wesen deshalb hinaus müßte, selbst wenn der Geist einen Ort, wie ein materielles Wesen ausfüllte. Dies Ausfüllen ist aber doch sowohl vom Geiste, als von der materiellen Einheit, welcher letztern esKantselbst zugesteht, nurbildlichzu verstehen. Gewöhnlich braucht man dieses Wort, um damit das Erfüllen eines Raumes anzudeuten, der bereits eine gewisse Ausdehnung hat. Ein einfacher Raumtheil, dergleichen der Ort der »materiellen Einheit« so gut, wie der des Geistes sein muß, hat keine Ausdehnung. Er ist nichts, als der Grund, welcher zur Erklärung dient, warum ein einfaches veränderliches Wesen binnen gewisser Zeit gerade diese und keine andern Veränderungen theils erleidet, theils ausübt. Ein Grund dieser Art muß sowohl bei der materiellen Einheit als beim Geiste vorhanden sein, denn beide sind veränderliche Wesen. Oder wäre der Geist als Immaterielles dies nicht? Dann müßte er unveränderlich, also unendlich, also die Gottheit selbst sein. Das sind wenigstens Geister von der Gattung unseres Ich nicht. Warum sollte daher der Geist keinen Ort einnehmen können? Ja warum soll er nicht eben so gut seinen Ortalleineinnehmen können, wie die »materielle Einheit« thun soll? Warum soll endlich einem »Klumpen von Geistern,« vorausgesetzt, daß er aus einer unendlichen Menge von Geistern besteht, deren jeder nach dem Vorhergegangenen seinen einfachen Ort als veränderliches Wesen einnimmt, nicht Ausdehnung, Massenhaftigkeit, kurz jede der Eigenschaften zukommen, welche man gewöhnlich der Materie beilegt, ohne daß dadurch die einfachen Geister, die ihn ausmachen, genöthigt werden, selbst ausgedehnt, massenhaft, etwa gar zusammengesetzt u. s. w. zu sein? Können einem Ganzen nicht Eigenschaften zukommen, die den Theilen fremd sind? Wir brauchen dabei blos an sich neutralisirende chemische Verbindungen zu erinnern.Tafelin der kleinen Schrift überKant's Verhältnis zuSwedenborg(Tübingen 1845) hat diese AnsichtenKant's über die Immaterialität und Unräumlichkeit der Seele erst neuerlich wieder aufgenommen. Auch er fürchtet, daß die Erkenntniß der Gleichartigkeit zwischen Geistern und »materiellen Einheiten,« die ja doch auch nichts weiter sein können, als einfache Substanzen zum »Materialismus« führe. Richtiger wäre es vielleicht: zumSpiritualismus, denn sie vergeistigt auch die Elemente der Materie, statt die Geister zur Materie herabzusetzen. Zwischen geistigen und materiellen Einheiten kann keine andere als eine bloße Gradverschiedenheit statthaben. Die Annahme eines specifischen Unterschieds Beider in Betreff ihrer innern Beschaffenheit sowohl als ihrer räumlichen Verhältnisse führt auf so seltsame Annahmen, wieTafel's (nachHerbart's Vorgang) gemachte Voraussetzung eines doppelten Raumes. Die immateriellen Wesen sollen außerhalb des Raumes sein, und doch in Verhältnissen, die unter sich »Figuren, Gestalten« und »räumliche Formen« bilden. Sie befinden sich in einem Analogon des Raumes, der keiner ist, und doch wie ein solcher aussieht. Wie dadurch Raum und Zeit zu bloßen, die Dinge selbst nichts angehenden Denkformen werden, haben wir oben schon in dem Abschnitt über die Selbsterhaltung zu zeigen versucht.(124)Abhandlungen zur Atomenlehre (Berl. Ak. d. W. 1828, S. 88).(125)Vgl. dieAnmerk. S. 149.(126)Vgl.Exner: Psychol. derHegel'schen Schule a. m. a.(127)d. h. in ihren letzten Gründen. Der Abstand von einem Tartuffe zu einem Newton würde noch immer groß genug bleiben.(128)Monad.§. 17.(129)Encyclop. I. S. 306.
(1)So war es, als diese Worte geschrieben wurden. Gerade als diese Schrift in die Druckerei abging, kamen dem Verfasser die Gelegenheitsschriften zur 200jährigen GeburtsfeierLeibnitz' in die Hände. Unter ihnen fand sich inSchilling's »Leibnitzals Denker« die Uebersetzung der Monadologie nachErdmann's Ausgabe. Da der Herr Verfasser indeß sich nicht auf dieVergleichungder verschiedenen Ausgaben einläßt, so dünkte uns die nachstehende Uebersetzung noch immer nicht überflüssig.
(1)So war es, als diese Worte geschrieben wurden. Gerade als diese Schrift in die Druckerei abging, kamen dem Verfasser die Gelegenheitsschriften zur 200jährigen GeburtsfeierLeibnitz' in die Hände. Unter ihnen fand sich inSchilling's »Leibnitzals Denker« die Uebersetzung der Monadologie nachErdmann's Ausgabe. Da der Herr Verfasser indeß sich nicht auf dieVergleichungder verschiedenen Ausgaben einläßt, so dünkte uns die nachstehende Uebersetzung noch immer nicht überflüssig.
(2)Den Jüngeren. Es gab zwei Brüder dieses Namens, die beide mitLeibnitzim Briefwechsel standen. Der ältere,Pierre, war ein ausgezeichneter Mathematiker und lebte von 1678 bis 1719 zuerst als Canonicus, dann als Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Von 11 Briefen, dieDutensunter dem Namen derMontmort's aufführt, ist nachGuhrauer's Ansicht nur dielettre VIII. Opp. o. ed. Du. V. p. 29an ihn gerichtet, die übrigen an seinen Bruder. Dieser war Secretär des Herzog-Regenten von Orleans und ein eifriger Freund der Philosophie.Leibnitzschätzte ihn sehr hoch.
(2)Den Jüngeren. Es gab zwei Brüder dieses Namens, die beide mitLeibnitzim Briefwechsel standen. Der ältere,Pierre, war ein ausgezeichneter Mathematiker und lebte von 1678 bis 1719 zuerst als Canonicus, dann als Mitglied der Akademie der Wissenschaften. Von 11 Briefen, dieDutensunter dem Namen derMontmort's aufführt, ist nachGuhrauer's Ansicht nur dielettre VIII. Opp. o. ed. Du. V. p. 29an ihn gerichtet, die übrigen an seinen Bruder. Dieser war Secretär des Herzog-Regenten von Orleans und ein eifriger Freund der Philosophie.Leibnitzschätzte ihn sehr hoch.
(3)In den lat. Ausg. lauten diese beiden Paragraphe wie folgt:VIII.Opus tamen est, ut Monades habeant aliquas qualitates, alias non entia forent.IX.Imo opus est, ut quaelibet Monas differat ab alia quacunque. Neque enim unquam dantur in natura duo entia, quorum unum ex asse convenit cum altero et ubi impossibile sit, quandam reperire differentiam internam aut in denominatione intrinseca fundatam. Quodsi substantiae simplices etc. etc.Eine Wortstellung und Capiteleintheilung, die von dem französischen Originale stark abweicht.
(3)In den lat. Ausg. lauten diese beiden Paragraphe wie folgt:
VIII.
Opus tamen est, ut Monades habeant aliquas qualitates, alias non entia forent.
IX.
Imo opus est, ut quaelibet Monas differat ab alia quacunque. Neque enim unquam dantur in natura duo entia, quorum unum ex asse convenit cum altero et ubi impossibile sit, quandam reperire differentiam internam aut in denominatione intrinseca fundatam. Quodsi substantiae simplices etc. etc.Eine Wortstellung und Capiteleintheilung, die von dem französischen Originale stark abweicht.
(4)Et generaliter affirmare licet, vim non esse nisi principium mutationum.Zusatz in den lat. Ausgaben.
(4)Et generaliter affirmare licet, vim non esse nisi principium mutationum.Zusatz in den lat. Ausgaben.
(5)Ueber diese EinwürfeBayle's vgl. die Abhandlung am Schlusse. DieserRorarius, geb. zu Pordenone in Friaul um das Ende des 15ten Jahrhunderts, war Nuntius des PapstesClemensVII. am Hofe König Ferdinand's von Ungarn. Einst äußerte Jemand in seinem Beisein, Carl V., der damals zur Zeit des schmalkaldischen Kriegs auf dem Gipfel seiner Macht stand, komme an großartigen Eigenschaften weder den Ottonen noch Friedrich Barbarossa gleich. Mehr bedurfte es nicht, um denRorariuszu einem Buche zu veranlassen, worin er mit großem Aufwand von Gelehrsamkeit zu beweisen suchte, die Thiere seien vernünftiger als die Menschen und eine Menge Tatsachen aufhäufte, die den Kunstfleiß der Thiere und die Bosheit des Menschen darthun sollen, das aber, wieBaylemeint, gar nicht übel geschrieben gewesen sein soll.
(5)Ueber diese EinwürfeBayle's vgl. die Abhandlung am Schlusse. DieserRorarius, geb. zu Pordenone in Friaul um das Ende des 15ten Jahrhunderts, war Nuntius des PapstesClemensVII. am Hofe König Ferdinand's von Ungarn. Einst äußerte Jemand in seinem Beisein, Carl V., der damals zur Zeit des schmalkaldischen Kriegs auf dem Gipfel seiner Macht stand, komme an großartigen Eigenschaften weder den Ottonen noch Friedrich Barbarossa gleich. Mehr bedurfte es nicht, um denRorariuszu einem Buche zu veranlassen, worin er mit großem Aufwand von Gelehrsamkeit zu beweisen suchte, die Thiere seien vernünftiger als die Menschen und eine Menge Tatsachen aufhäufte, die den Kunstfleiß der Thiere und die Bosheit des Menschen darthun sollen, das aber, wieBaylemeint, gar nicht übel geschrieben gewesen sein soll.
(6)Die Stelle: »Il-y-a aussi deux sortes des verités, celles de raisonnement et celles de fait. Les verités de raisonnement sontnécessaireset leur opposé est impossible, et celles de fait sont contingentes et leur opposé est possible« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(6)Die Stelle: »Il-y-a aussi deux sortes des verités, celles de raisonnement et celles de fait. Les verités de raisonnement sontnécessaireset leur opposé est impossible, et celles de fait sont contingentes et leur opposé est possible« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(7)Die Stelle: »dont l'opposé contient une contradiction expresse,« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(7)Die Stelle: »dont l'opposé contient une contradiction expresse,« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(8)Die Stelle: »la perfection est absolument infinie,« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(8)Die Stelle: »la perfection est absolument infinie,« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(9)PeterPoiret, geb. 1646 zu Metz, gehörte anfangs zu den lebhaftesten Anhängern desCartesius. Grund zu seiner Berühmtheit legte er durch sein Werk:Cogitationes rationales de anima et malo, Amsterdam 1685. Darin bewies er unter Anderem, daß eine Seele nie ohne Körper sein könne, sondern jedesmal bei'm Austreten aus demselben dasjenige Organ, mit welchem sie am innigsten und nächsten verknüpft gewesen, ihr unmittelbares Seelenorgan, mit sich nehme. Von diesem Satze machte er später mancherlei Anwendung, um die Transfiguration u. A. auf natürliche Weise zu erklären. Zuletzt ward er ein eifriger Vertheidiger der mystischen Schwärmerin AntoinetteBourguignon, und suchte mit Hilfe jenes Satzes ihre Visionen zu vertheidigen. Deshalb vielfach verfolgt und angegriffen, starb er endlich nach öfterem Aufenthaltswechsel als Expfarrer zu Reimsberg bei Leyden 1719.Baylebehandelt ihn als einen gelehrten, aber exaltirten Schwärmer, wie er diesem scharfen Verstandesmenschen auch nicht anders erscheinen konnte. Auch ist es Schade, daß er den wahren und folgenreichen Gedanken, daß eine Seele, um zu wirken, eines Organs, und zwar eines solchen, auf welches sie unmittelbar wirkt, bedürfe, eines solchen daher zu keiner Zeit entbehren könne, durch seine Theilnahme an mystischen Abenteuerlichkeiten verdächtigte und sich dadurch auch dort um das Vertrauen brachte, wo er die Wahrheit sprach.
(9)PeterPoiret, geb. 1646 zu Metz, gehörte anfangs zu den lebhaftesten Anhängern desCartesius. Grund zu seiner Berühmtheit legte er durch sein Werk:Cogitationes rationales de anima et malo, Amsterdam 1685. Darin bewies er unter Anderem, daß eine Seele nie ohne Körper sein könne, sondern jedesmal bei'm Austreten aus demselben dasjenige Organ, mit welchem sie am innigsten und nächsten verknüpft gewesen, ihr unmittelbares Seelenorgan, mit sich nehme. Von diesem Satze machte er später mancherlei Anwendung, um die Transfiguration u. A. auf natürliche Weise zu erklären. Zuletzt ward er ein eifriger Vertheidiger der mystischen Schwärmerin AntoinetteBourguignon, und suchte mit Hilfe jenes Satzes ihre Visionen zu vertheidigen. Deshalb vielfach verfolgt und angegriffen, starb er endlich nach öfterem Aufenthaltswechsel als Expfarrer zu Reimsberg bei Leyden 1719.Baylebehandelt ihn als einen gelehrten, aber exaltirten Schwärmer, wie er diesem scharfen Verstandesmenschen auch nicht anders erscheinen konnte. Auch ist es Schade, daß er den wahren und folgenreichen Gedanken, daß eine Seele, um zu wirken, eines Organs, und zwar eines solchen, auf welches sie unmittelbar wirkt, bedürfe, eines solchen daher zu keiner Zeit entbehren könne, durch seine Theilnahme an mystischen Abenteuerlichkeiten verdächtigte und sich dadurch auch dort um das Vertrauen brachte, wo er die Wahrheit sprach.
(10)Die Stelle: »Dont le principe est la convenance ou le choix du Meilleur« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(10)Die Stelle: »Dont le principe est la convenance ou le choix du Meilleur« fehlt in den lateinischen Ausgaben.
(11)Die Stelle: »Que j'ose dire demontrée,« fehlt in den latein. Ausgaben.
(11)Die Stelle: »Que j'ose dire demontrée,« fehlt in den latein. Ausgaben.
(12)Vgl. die Abhandlung am Schlusse.
(12)Vgl. die Abhandlung am Schlusse.
(13)Die Stelle: »Dieu en est détaché entièrement« fehlt in den latein. Ausgaben.
(13)Die Stelle: »Dieu en est détaché entièrement« fehlt in den latein. Ausgaben.
(14)c'est-à-dire, la plupartfehlt in den lat. Ausgaben.
(14)c'est-à-dire, la plupartfehlt in den lat. Ausgaben.
(15)Erdmann, S. 124–128.
(15)Erdmann, S. 124–128.
(16)Sigwart: der Spinozismus, S. 31. u. ff.
(16)Sigwart: der Spinozismus, S. 31. u. ff.
(17)Guhrauer: Leibnitz &c. II. S. 108.
(17)Guhrauer: Leibnitz &c. II. S. 108.
(18)BeiErdmann, S. 107–108.Leibnitz' Briefwechsel mitArnauld, herausg. vonGrotefend. Hannover, 1846. S. 132.
(18)BeiErdmann, S. 107–108.Leibnitz' Briefwechsel mitArnauld, herausg. vonGrotefend. Hannover, 1846. S. 132.
(19)Erdmann, S. 124.
(19)Erdmann, S. 124.
(20)Encyclopädie, herausgeg. vonHenning. I. S. 301.
(20)Encyclopädie, herausgeg. vonHenning. I. S. 301.
(21)Ueber diese, lange Zeit unbeachtete und selbst vonLeibnitz' HistoriographenLudovicinur unvollständig gekannte Schrift, die sich nur mehr beiDutens(ed. Genev.) findet, äußert sichGuhrauerbei ihrer Wiederherausgabe (Berlin 1837, S. 10): »Man würde ihrer endlich ganz vergessen haben, hätte nicht F. H.Jacobiauf Veranlassung seines Streits mitMendelssohndurch seine wissenschaftliche Parallele der Systeme vonSpinozaundLeibnitzdahin geführt, auf jene Dissertation als eine schon der Aufgabe wegen merkwürdige Schrift hingewiesen.« In der That war sie die Klaue des Löwen, wie schon der alteThomasiusin seiner Vaterfreude über den großen Zögling vorempfinden mochte. Vgl. auch L.Feuerbach: Leibnitz' Philosophie &c. S. 32. u. ff.
(21)Ueber diese, lange Zeit unbeachtete und selbst vonLeibnitz' HistoriographenLudovicinur unvollständig gekannte Schrift, die sich nur mehr beiDutens(ed. Genev.) findet, äußert sichGuhrauerbei ihrer Wiederherausgabe (Berlin 1837, S. 10): »Man würde ihrer endlich ganz vergessen haben, hätte nicht F. H.Jacobiauf Veranlassung seines Streits mitMendelssohndurch seine wissenschaftliche Parallele der Systeme vonSpinozaundLeibnitzdahin geführt, auf jene Dissertation als eine schon der Aufgabe wegen merkwürdige Schrift hingewiesen.« In der That war sie die Klaue des Löwen, wie schon der alteThomasiusin seiner Vaterfreude über den großen Zögling vorempfinden mochte. Vgl. auch L.Feuerbach: Leibnitz' Philosophie &c. S. 32. u. ff.
(22)Drobisch: Empir. Psych. S. 52 u. ff. –Bolzano's Wissenschaftslehre (Sulzbach, v.Seidel, 1837), III. S. 60.
(22)Drobisch: Empir. Psych. S. 52 u. ff. –Bolzano's Wissenschaftslehre (Sulzbach, v.Seidel, 1837), III. S. 60.
(23)UeberLeibnitz' frühere Vorstellungen von der Materie vgl. die neuerliche treffliche AbhandlungHartenstein's:De materiae apud Leibnitium notione commentatio. Leipzig, 1846.
(23)UeberLeibnitz' frühere Vorstellungen von der Materie vgl. die neuerliche treffliche AbhandlungHartenstein's:De materiae apud Leibnitium notione commentatio. Leipzig, 1846.
(24)Nouv. système, S. 127.
(24)Nouv. système, S. 127.
(25)II. Eclaircissement, S. 134.
(25)II. Eclaircissement, S. 134.
(26)Es ist nicht uninteressant, neben dieser Beweisführung jene zu betrachten, die M. G.Hanschin seinen:princ. phil. geometrico modo demonstrataliefert, und durch welche er, wie er in der Widmung an den PrinzenEugenausspricht, die Lehre seines Meisters erst recht festgestellt zu haben meinte. Sie heißt dort:Theor. XV. Nulla monas derivativa physice influere potest in interius alterius monadis derivativae.Demonstr.Quandoquidem monades omnibus prorsus partibus carent (per.def.), in monadibus etiam derivativis nullae partes continuo mutare possunt locum suum (per. ax.). Sed si in monadibus derivativis nihil prorsus datur, quod locum suum continuo mutare possit, nec intelligibili modo explicari potest, quomodo in interiori monadum derivativarum motus ullus excitari, dirigi, augmentari aut diminui possit (per. def.), consequenter nulla in iisdem fieri potest per motum internum mutatio (per. def.). Sed in cujus interiori nulla, mediante motu interno, fieri potest mutatio, in illius interius etiam nihil physice influere potest (per. def.). Quamobrem nulla omnino monas derivativa in interius alterius monadis derivativae physice influere potest. Q. E. D. Theorem. XVI. In monadem creatam forinsecus nec substantia nec accidens intrare potest.Demonstr.Cum nihil in interius monadis creatae physice influere possit (per.theor. praec.), nihil etiam in eandem ab extra ingredi potest, nec substantia nec accidens (per. def.) in monadem creatam forinsecus intrare possunt. Q. E. D.So fremdartig, ja selbst abgeschmackt uns diesesQuod erat demonstrandumerscheinen mag, so kann doch Niemand läugnen, daß dieser Anhänglichkeit auch an die äußeren unwesentlichen Formen der Mathematik das Bestreben zu Grunde lag, das Wesentliche der mathematischen Methode, die Klarheit und Bestimmtheit ihrer Begriffe auch auf das philosophische Denken zu übertragen. Daß dieses Bestreben, welches die Grundlage jeder wahren Methode der denkenden Forschung ausmachen muß, auf mathematische Form allenthalben zurückführt, hat wenigstens zum Theil schonHerbartbewiesen.
(26)Es ist nicht uninteressant, neben dieser Beweisführung jene zu betrachten, die M. G.Hanschin seinen:princ. phil. geometrico modo demonstrataliefert, und durch welche er, wie er in der Widmung an den PrinzenEugenausspricht, die Lehre seines Meisters erst recht festgestellt zu haben meinte. Sie heißt dort:Theor. XV. Nulla monas derivativa physice influere potest in interius alterius monadis derivativae.Demonstr.Quandoquidem monades omnibus prorsus partibus carent (per.def.), in monadibus etiam derivativis nullae partes continuo mutare possunt locum suum (per. ax.). Sed si in monadibus derivativis nihil prorsus datur, quod locum suum continuo mutare possit, nec intelligibili modo explicari potest, quomodo in interiori monadum derivativarum motus ullus excitari, dirigi, augmentari aut diminui possit (per. def.), consequenter nulla in iisdem fieri potest per motum internum mutatio (per. def.). Sed in cujus interiori nulla, mediante motu interno, fieri potest mutatio, in illius interius etiam nihil physice influere potest (per. def.). Quamobrem nulla omnino monas derivativa in interius alterius monadis derivativae physice influere potest. Q. E. D. Theorem. XVI. In monadem creatam forinsecus nec substantia nec accidens intrare potest.Demonstr.Cum nihil in interius monadis creatae physice influere possit (per.theor. praec.), nihil etiam in eandem ab extra ingredi potest, nec substantia nec accidens (per. def.) in monadem creatam forinsecus intrare possunt. Q. E. D.So fremdartig, ja selbst abgeschmackt uns diesesQuod erat demonstrandumerscheinen mag, so kann doch Niemand läugnen, daß dieser Anhänglichkeit auch an die äußeren unwesentlichen Formen der Mathematik das Bestreben zu Grunde lag, das Wesentliche der mathematischen Methode, die Klarheit und Bestimmtheit ihrer Begriffe auch auf das philosophische Denken zu übertragen. Daß dieses Bestreben, welches die Grundlage jeder wahren Methode der denkenden Forschung ausmachen muß, auf mathematische Form allenthalben zurückführt, hat wenigstens zum Theil schonHerbartbewiesen.
(27)II. Eclaircissem.S. 134.
(27)II. Eclaircissem.S. 134.
(28)II. Eclaircissem.Fast mit denselben Worten auch imIII. Eclaircissem. à M.Foucher.
(28)II. Eclaircissem.Fast mit denselben Worten auch imIII. Eclaircissem. à M.Foucher.
(29)Principes de la nature et de la grâce, S. 714.
(29)Principes de la nature et de la grâce, S. 714.
(30)De ipsa natura, S. 157.
(30)De ipsa natura, S. 157.
(31)De ipsa nat.S. 157.
(31)De ipsa nat.S. 157.
(32)Monadolog.S. 705.
(32)Monadolog.S. 705.
(33)Daselbst S. 705.
(33)Daselbst S. 705.
(34)Daselbst S. 705.
(34)Daselbst S. 705.
(35)De ipsa natura, S. 157.
(35)De ipsa natura, S. 157.
(36)Monadol.S. 705. Die Anekdote von den vergeblich gesuchten zwei völlig gleichen Blättern im königl. Hofgarten zu Charlottenburg ist bekannt.
(36)Monadol.S. 705. Die Anekdote von den vergeblich gesuchten zwei völlig gleichen Blättern im königl. Hofgarten zu Charlottenburg ist bekannt.
(37)Monadol.S. 705.
(37)Monadol.S. 705.
(38)Leibnitz' Phil. &c. S. 51.
(38)Leibnitz' Phil. &c. S. 51.
(39)Leibnitz' Phil. &c. S. 51.
(39)Leibnitz' Phil. &c. S. 51.
(40)Monadol.S. 706.
(40)Monadol.S. 706.
(41)Daselbst S. 706.
(41)Daselbst S. 706.
(42)Monadol.S. 708.
(42)Monadol.S. 708.
(43)Monadol.S. 708.
(43)Monadol.S. 708.
(44)Daselbst S. 709.
(44)Daselbst S. 709.
(45)Monadol.S. 709.
(45)Monadol.S. 709.
(46)Monadol.S. 709.
(46)Monadol.S. 709.
(47)Vergl.Monad.S. 709.
(47)Vergl.Monad.S. 709.
(48)Monadol.S. 710.
(48)Monadol.S. 710.
(49)Monadol.S. 710.
(49)Monadol.S. 710.
(50)Monadol.S. 710.
(50)Monadol.S. 710.
(51)Nouveau système, S. 128.
(51)Nouveau système, S. 128.
(52)Nouv. syst.S. 127.
(52)Nouv. syst.S. 127.
(53)Nouv. syst.S. 128.
(53)Nouv. syst.S. 128.
(54)Nouv. syst.S. 128.
(54)Nouv. syst.S. 128.
(55)Nouv. syst.S.127.
(55)Nouv. syst.S.127.
(56)Pierre Baylenach seinen für die Gesch. der Philos. und Menschheit interessantesten Momenten. Ansbach, 1838.
(56)Pierre Baylenach seinen für die Gesch. der Philos. und Menschheit interessantesten Momenten. Ansbach, 1838.
(57)Dictionn. histor. crit. ed. I. Rotterodami, 1697. II. tom. II. part. p. 965.
(57)Dictionn. histor. crit. ed. I. Rotterodami, 1697. II. tom. II. part. p. 965.
(58)»Lettreà l'auteur de l'histoire des ouvrages des savans, contenant des eclaircissements de difficultés, que Mr.Baylea trouvé dans le système nouveau de l'union de l'âme et du corps.« Histoire des ouvrages des savans. Juillet, 1698. p. 329.BeiErdmannS. 150–154.
(58)»Lettreà l'auteur de l'histoire des ouvrages des savans, contenant des eclaircissements de difficultés, que Mr.Baylea trouvé dans le système nouveau de l'union de l'âme et du corps.« Histoire des ouvrages des savans. Juillet, 1698. p. 329.BeiErdmannS. 150–154.
(59)So allgemein ausgedrückt, beweiset dieser Satz mehr, alsLeibnitzwill, und gegen ihn. Denn obgleich die gestoßene Kugel, auch nachdem der Stoß aufgehört hat, fortfährt, den Ort zu verändern, also in der Veränderung beharrt, so ist es auf der andern Seite eben so wahr, daß, so lange keine äußere Störung eintritt, die Geschwindigkeit, mit welcher sie ihren Weg fortsetzt, unverändert bleibe. Die Monaden sind einer Störung von außen nicht fähig, ihr einmal angenommener Zustand muß also derselbe für alle Zeiten bleiben. War dieser ein Zustand der Ruhe, so muß die Monade für alle Zeit denselben Zustand, also dieselbe Vorstellung behalten, ein Ausspruch, dem die unmittelbarste innere Erfahrung jeden Augenblick auf das Bestimmteste widerspricht. War jener aber ein Zustand der Veränderung, so währt diese continuirlich fort, so daß in jedem Zeitpunkt ein anderer Zustand in der Monas stattfindet, und nicht zwei auch noch so nahe an einander gelegene Zeittheile angebbar sind, innerhalb welcher eine und dieselbe Vorstellung in der Seele beharrt, was gleichfalls wohl Jeder an sich selbst schon widerlegt gefunden hat. Es bleibt also nichts übrig, als äußere modificirende Wirkungen, Einwirkungen zuzugeben, wenn man der gewissesten inneren Erfahrung nicht auf's schneidendste widersprechen will.
(59)So allgemein ausgedrückt, beweiset dieser Satz mehr, alsLeibnitzwill, und gegen ihn. Denn obgleich die gestoßene Kugel, auch nachdem der Stoß aufgehört hat, fortfährt, den Ort zu verändern, also in der Veränderung beharrt, so ist es auf der andern Seite eben so wahr, daß, so lange keine äußere Störung eintritt, die Geschwindigkeit, mit welcher sie ihren Weg fortsetzt, unverändert bleibe. Die Monaden sind einer Störung von außen nicht fähig, ihr einmal angenommener Zustand muß also derselbe für alle Zeiten bleiben. War dieser ein Zustand der Ruhe, so muß die Monade für alle Zeit denselben Zustand, also dieselbe Vorstellung behalten, ein Ausspruch, dem die unmittelbarste innere Erfahrung jeden Augenblick auf das Bestimmteste widerspricht. War jener aber ein Zustand der Veränderung, so währt diese continuirlich fort, so daß in jedem Zeitpunkt ein anderer Zustand in der Monas stattfindet, und nicht zwei auch noch so nahe an einander gelegene Zeittheile angebbar sind, innerhalb welcher eine und dieselbe Vorstellung in der Seele beharrt, was gleichfalls wohl Jeder an sich selbst schon widerlegt gefunden hat. Es bleibt also nichts übrig, als äußere modificirende Wirkungen, Einwirkungen zuzugeben, wenn man der gewissesten inneren Erfahrung nicht auf's schneidendste widersprechen will.
(60)Repliques aux reflexions contenues dans la seconde édition du dictionn. hist. crit. de Mr.Bayle.Erdmann, S. 183 u. ff.
(60)Repliques aux reflexions contenues dans la seconde édition du dictionn. hist. crit. de Mr.Bayle.Erdmann, S. 183 u. ff.
(61)So argumentirte schonCanz(Conz?) in denInstitutions Leibnitziennes ou précis de la monadologie (par l'abbé Sigorgne), Lyon 1768. Er sagt:Leibnitzgibt zu, daß Gott auf die Substanzen wirke und zwar:non par la transfusion d'une des ses réalités dans nous, cela est impossible; mais par la limitation, la production même des nos sensations découlant de l'énergie de sa force et de l'efficace de sa puissance. Da diese Wirksamkeit an ihm wirklich besteht, so ist sie an sich möglich. Was nun an ihm als Attribut in unendlichem Grade vorhanden ist, kann sich dasselbe nicht wenigstens in beschränkterem Maße auch bei den übrigen Monaden finden? Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln. Daraus, daß der Mensch nicht Alles vermag, schließen zu wollen, er vermöge gar Nichts, wäre eben so fehlerhaft, als umgekehrt daraus, daß er Einiges vermag, schließen zu wollen, er vermöge Alles. Auch tritt bei der bloßen Wirksamkeit im Innern ganz dieselbe Schwierigkeit ein, wie bei jener nach außen, und es ist gar kein Grund vorhanden, die erstere dem beschränkten Wesen beizulegen, während man die letztere nur dem unendlichen vorbehält. Die Beschränkung darf daher nicht die Wirkung nach außen überhaupt, sondern blos den Grad des Effects treffen, den dieselbe hervorbringt. Jene reelle Einwirkung kann ohne weiteres angenommen werden, obgleich in Wirksamkeit (énergie) und Erfolg (effet) beschränkt, als eine Kraft, so und so viel zu bewirken und nicht mehr. Gottes Weltordnung besteht darin, jedem Wesen so viel Kraft zuzuweisen, als ihm nach dem Stande des Ganzen zukommen darf. Auf diese Weise kann ein Wesen das andere modificiren, begränzen, sie können sich wechselseitig beschränken, ohne daß Etwas aus Einem in's Andere übergeht. Der stärkere Körper unterdrückt die Kraft des schwächeren, der nicht mehr das Gleichgewicht halten kann, dadurch ein Uebergewicht nach der andern Seite hin erhält, und eine neue Wirkung hervorbringt, während der erstere, dessen Kraft nur theilweise gebunden ist, keine so große Wirkung mehr wie früher ausübt. Dadurch entsteht das Phänomen einer scheinbaren Mittheilung der Kräfte. Während Gott Substanzen schafft, schaffen (?) diese selbst nur Modalitäten und Modus, wie unsere Seele z. B. ihren eigenen.Le corps resiste plutôt, qu'il n'agit non par sa masse, mais par sa force, d. h. die Seele thut eigentlich selbst nichts, sie verhindert blos, daß das, was geschieht und ist, nicht anders sei und geschehe, als es in der That ist und geschieht. Die Folge wird zeigen, sowohl wie richtig die erste Einwendung des alten Tübinger Professors, als auch wie nahe verwandt seine eigene Erklärungsweise mit der berühmten Theorie der SelbsterhaltungenHerbart's sei. Dieser Widerstand der Substanzen, der kein Thun sein soll, und doch verhindere, daß etwas anders sei, als es ist, was ist das anders, als eine (sogenannte) Selbsterhaltung? Man vergleiche nur, wasCanzhier über die Mittheilung der Wirkung sagt, mit demjenigen, was inHartenstein's Metaphysik über die Erklärung deractio in distans(S. 380.) vorgebracht wird.
(61)So argumentirte schonCanz(Conz?) in denInstitutions Leibnitziennes ou précis de la monadologie (par l'abbé Sigorgne), Lyon 1768. Er sagt:Leibnitzgibt zu, daß Gott auf die Substanzen wirke und zwar:non par la transfusion d'une des ses réalités dans nous, cela est impossible; mais par la limitation, la production même des nos sensations découlant de l'énergie de sa force et de l'efficace de sa puissance. Da diese Wirksamkeit an ihm wirklich besteht, so ist sie an sich möglich. Was nun an ihm als Attribut in unendlichem Grade vorhanden ist, kann sich dasselbe nicht wenigstens in beschränkterem Maße auch bei den übrigen Monaden finden? Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln. Daraus, daß der Mensch nicht Alles vermag, schließen zu wollen, er vermöge gar Nichts, wäre eben so fehlerhaft, als umgekehrt daraus, daß er Einiges vermag, schließen zu wollen, er vermöge Alles. Auch tritt bei der bloßen Wirksamkeit im Innern ganz dieselbe Schwierigkeit ein, wie bei jener nach außen, und es ist gar kein Grund vorhanden, die erstere dem beschränkten Wesen beizulegen, während man die letztere nur dem unendlichen vorbehält. Die Beschränkung darf daher nicht die Wirkung nach außen überhaupt, sondern blos den Grad des Effects treffen, den dieselbe hervorbringt. Jene reelle Einwirkung kann ohne weiteres angenommen werden, obgleich in Wirksamkeit (énergie) und Erfolg (effet) beschränkt, als eine Kraft, so und so viel zu bewirken und nicht mehr. Gottes Weltordnung besteht darin, jedem Wesen so viel Kraft zuzuweisen, als ihm nach dem Stande des Ganzen zukommen darf. Auf diese Weise kann ein Wesen das andere modificiren, begränzen, sie können sich wechselseitig beschränken, ohne daß Etwas aus Einem in's Andere übergeht. Der stärkere Körper unterdrückt die Kraft des schwächeren, der nicht mehr das Gleichgewicht halten kann, dadurch ein Uebergewicht nach der andern Seite hin erhält, und eine neue Wirkung hervorbringt, während der erstere, dessen Kraft nur theilweise gebunden ist, keine so große Wirkung mehr wie früher ausübt. Dadurch entsteht das Phänomen einer scheinbaren Mittheilung der Kräfte. Während Gott Substanzen schafft, schaffen (?) diese selbst nur Modalitäten und Modus, wie unsere Seele z. B. ihren eigenen.Le corps resiste plutôt, qu'il n'agit non par sa masse, mais par sa force, d. h. die Seele thut eigentlich selbst nichts, sie verhindert blos, daß das, was geschieht und ist, nicht anders sei und geschehe, als es in der That ist und geschieht. Die Folge wird zeigen, sowohl wie richtig die erste Einwendung des alten Tübinger Professors, als auch wie nahe verwandt seine eigene Erklärungsweise mit der berühmten Theorie der SelbsterhaltungenHerbart's sei. Dieser Widerstand der Substanzen, der kein Thun sein soll, und doch verhindere, daß etwas anders sei, als es ist, was ist das anders, als eine (sogenannte) Selbsterhaltung? Man vergleiche nur, wasCanzhier über die Mittheilung der Wirkung sagt, mit demjenigen, was inHartenstein's Metaphysik über die Erklärung deractio in distans(S. 380.) vorgebracht wird.
(62)Monadol.S. 708.
(62)Monadol.S. 708.
(63)Monad.S. 708.
(63)Monad.S. 708.
(64)De rerum origine, S. 148.
(64)De rerum origine, S. 148.
(65)Nicht imHegel'schen Sinne.
(65)Nicht imHegel'schen Sinne.
(66)Daß der kühne Gedanke einer Universalwissenschaft in seinem Sinne unausführbar sei, fühlteLeibnitzgegen das Ende seiner vielgeschäftigen Laufbahn wohl selbst, nachdem er so oft die nie gelungene Erfindung verkündigt hatte. Scharfsinnig ahnte er, wo es zusammengesetzte Begriffe gebe, müsse es einfache geben, und es müsse möglich sein, habe man diese einmal sämmtlich gefunden, durch sehr einfache Combinationen zu allen zusammengesetzten zu gelangen. Die Universalzeichensprache, die nach Art der Chinesen zusammengesetzte Zeichen für zusammengesetzte Begriffe, aus den einfachen Zeichen der einfachen Begriffe construirt, war dann ein natürliches Corollar. Allein abgesehen von der Schwierigkeit, vielleicht Unmöglichkeit, jemals zualleneinfachen Begriffen durch Analyse zu gelangen, sind ja doch auch nicht alle, sondern nur ein verhältnißmäßig sehr geringer Theil unsrer zusammengesetzten Vorstellungen hiezu geeignet, nämlich nur jene, deren Bestandtheile selbst durchgehends wieder Begriffe sind. Bei weitem die meisten aber, z. B. alle sogenannten sinnlichen, haben Anschauungen unter ihren Bestandtheilen. Der Anschauungen aber gibt es unendlich viele, deren jede von der andern verschieden ist, deren jede auch durch ein eigenes Zeichen bezeichnet werden müßte, mit deren Zusammentragung man daher niemals fertig würde. Der Umfang der Zeichensprache müßte sich daher auf bloße reine Begriffe beschränken, von denen wir niemals mit Sicherheit wissen würden, ob wir auch alle einfachen, auf welche sie sich zurückführen lassen, wirklich besitzen, und ein höchst bedeutender, ja gerade derjenige Theil unsrer Vorstellungen, der für uns die größte Anschaulichkeit, Lebhaftigkeit und das nächste Interesse hat, würde aus dieser Zeichensprache ganz ausgeschlossen werden. Vgl. auch über diesen GegenstandExner:Leibnitz, Universalwissenschaft. Prag, 1844.
(66)Daß der kühne Gedanke einer Universalwissenschaft in seinem Sinne unausführbar sei, fühlteLeibnitzgegen das Ende seiner vielgeschäftigen Laufbahn wohl selbst, nachdem er so oft die nie gelungene Erfindung verkündigt hatte. Scharfsinnig ahnte er, wo es zusammengesetzte Begriffe gebe, müsse es einfache geben, und es müsse möglich sein, habe man diese einmal sämmtlich gefunden, durch sehr einfache Combinationen zu allen zusammengesetzten zu gelangen. Die Universalzeichensprache, die nach Art der Chinesen zusammengesetzte Zeichen für zusammengesetzte Begriffe, aus den einfachen Zeichen der einfachen Begriffe construirt, war dann ein natürliches Corollar. Allein abgesehen von der Schwierigkeit, vielleicht Unmöglichkeit, jemals zualleneinfachen Begriffen durch Analyse zu gelangen, sind ja doch auch nicht alle, sondern nur ein verhältnißmäßig sehr geringer Theil unsrer zusammengesetzten Vorstellungen hiezu geeignet, nämlich nur jene, deren Bestandtheile selbst durchgehends wieder Begriffe sind. Bei weitem die meisten aber, z. B. alle sogenannten sinnlichen, haben Anschauungen unter ihren Bestandtheilen. Der Anschauungen aber gibt es unendlich viele, deren jede von der andern verschieden ist, deren jede auch durch ein eigenes Zeichen bezeichnet werden müßte, mit deren Zusammentragung man daher niemals fertig würde. Der Umfang der Zeichensprache müßte sich daher auf bloße reine Begriffe beschränken, von denen wir niemals mit Sicherheit wissen würden, ob wir auch alle einfachen, auf welche sie sich zurückführen lassen, wirklich besitzen, und ein höchst bedeutender, ja gerade derjenige Theil unsrer Vorstellungen, der für uns die größte Anschaulichkeit, Lebhaftigkeit und das nächste Interesse hat, würde aus dieser Zeichensprache ganz ausgeschlossen werden. Vgl. auch über diesen GegenstandExner:Leibnitz, Universalwissenschaft. Prag, 1844.
(67)Kritik der r. V., her. v.RosenkranzS. 670. Vgl.ChalybäusEntwicklung d. spec. Phil. vonKantbisHegel. 3. Aufl. 1843. S. 22 u. ff.
(67)Kritik der r. V., her. v.RosenkranzS. 670. Vgl.ChalybäusEntwicklung d. spec. Phil. vonKantbisHegel. 3. Aufl. 1843. S. 22 u. ff.
(68)Allg. Metaph. I. S. 380 u. ff.
(68)Allg. Metaph. I. S. 380 u. ff.
(69)Allg. Metaph. S. 384.
(69)Allg. Metaph. S. 384.
(70)Hauptpunkte der Met., her. v.Hartenstein, I. S. 217. Allg. Met. II. S. 82. ff.
(70)Hauptpunkte der Met., her. v.Hartenstein, I. S. 217. Allg. Met. II. S. 82. ff.
(71)Hauptp. der Met. S. 217 u. ff. Allg. Met. II. S. 94 u. ff. Lehrb. z. Einl. in die Phil. 4. Aufl. S. 193.
(71)Hauptp. der Met. S. 217 u. ff. Allg. Met. II. S. 94 u. ff. Lehrb. z. Einl. in die Phil. 4. Aufl. S. 193.
(72)Allg. Met. II. S. 99.
(72)Allg. Met. II. S. 99.
(73)Hauptp. S. 218. Allg. Met. S. 64. u. S. 109.
(73)Hauptp. S. 218. Allg. Met. S. 64. u. S. 109.
(74)Strümpell: Erläut. zuHerbart's Philos. S. 102.
(74)Strümpell: Erläut. zuHerbart's Philos. S. 102.
(75)Allg. Met. II. S. 218. S. 130.
(75)Allg. Met. II. S. 218. S. 130.
(76)Allg. Met. II. S. 134.
(76)Allg. Met. II. S. 134.
(77)Allg. Met. II. S. 137.
(77)Allg. Met. II. S. 137.
(78)Allg. Met. II. S. 148.
(78)Allg. Met. II. S. 148.
(79)Im SinneHerbart's besonders klar beiHartenstein: Metaphys. S. 81. u. ff.
(79)Im SinneHerbart's besonders klar beiHartenstein: Metaphys. S. 81. u. ff.
(80)Allg. Metaph. II. S.150.
(80)Allg. Metaph. II. S.150.
(81)Allg. Met. II. S. 154.
(81)Allg. Met. II. S. 154.
(82)Allg. Met. I. S. 194.
(82)Allg. Met. I. S. 194.
(83)Monad.S. 708.
(83)Monad.S. 708.
(84)Monad.S. 706;Théod.§. 608, §. 360.
(84)Monad.S. 706;Théod.§. 608, §. 360.
(85)Metaph. II. S. 164.
(85)Metaph. II. S. 164.
(86)Allg. Met. S. 164.
(86)Allg. Met. S. 164.
(87)Allg. Met. II. S. 169.
(87)Allg. Met. II. S. 169.
(88)Man vergl. die Note überCanz,S.69.
(88)Man vergl. die Note überCanz,S.69.
(89)Allg. Met. II. S. 173.
(89)Allg. Met. II. S. 173.
(90)Ebendas. S. 172.
(90)Ebendas. S. 172.
(91)Ebendas. S. 175.
(91)Ebendas. S. 175.
(92)Allg. Metaph. II. S. 175.
(92)Allg. Metaph. II. S. 175.
(93)Allg. Met. II. S. 170.
(93)Allg. Met. II. S. 170.
(94)Erläut. zuHerb.Phil. S. 104.
(94)Erläut. zuHerb.Phil. S. 104.
(95)Allg. Met. II. S. 176.
(95)Allg. Met. II. S. 176.
(96)Vgl.Herbart: Lehrb. z. Psych. 2. Aufl. S.200ff. Encykl. S. 228.Hartenst.Met. S. 454 ff.Drobisch: Empir. Psych. S. 340 ff.
(96)Vgl.Herbart: Lehrb. z. Psych. 2. Aufl. S.200ff. Encykl. S. 228.Hartenst.Met. S. 454 ff.Drobisch: Empir. Psych. S. 340 ff.
(97)Hartenst.Met.S. 263ff.
(97)Hartenst.Met.S. 263ff.
(98)Hartenst.Met. S. 264.
(98)Hartenst.Met. S. 264.
(99)Allg. Met. II. S. 176.
(99)Allg. Met. II. S. 176.
(100)Allg. Met. II. S. 108 ff. u. a. O.
(100)Allg. Met. II. S. 108 ff. u. a. O.
(101)Kleine Schriften, her. v.Hartenst.I. S. 225.
(101)Kleine Schriften, her. v.Hartenst.I. S. 225.
(102)Allg. Met. II. S. 269 u. a. a. O.
(102)Allg. Met. II. S. 269 u. a. a. O.
(103)Allg. Metaph. II. S. 271.
(103)Allg. Metaph. II. S. 271.
(104)»Ueber Monadologie und speculative Theologie« inFichte's Zeitschrift für Phil. u. spec. Theologie, Bd. XIV. Heft I. S. 93.
(104)»Ueber Monadologie und speculative Theologie« inFichte's Zeitschrift für Phil. u. spec. Theologie, Bd. XIV. Heft I. S. 93.
(105)Allg. Metaph. II. S. 338.
(105)Allg. Metaph. II. S. 338.
(106)Allg. Metaph. II. S. 263.
(106)Allg. Metaph. II. S. 263.
(107)Allg. Metaph. II. S. 197.
(107)Allg. Metaph. II. S. 197.
(108)Metaph. II. S. 272.
(108)Metaph. II. S. 272.
(109)Allg. Met. II. S. 196.
(109)Allg. Met. II. S. 196.
(110)Allg. Metaph. II. S. 162.
(110)Allg. Metaph. II. S. 162.
(111)Metaph. von Dr. H.Lotze(1841), S. 136.
(111)Metaph. von Dr. H.Lotze(1841), S. 136.
(112)Enthalten in dem obenangeführten Aufsatze »über Monadologie u. specul. Theologie.«
(112)Enthalten in dem obenangeführten Aufsatze »über Monadologie u. specul. Theologie.«
(113)Freilich dürfte man dann, einmal zu demjenigen gelangt, was nicht mehr Beschaffenheitist, sondern dergleichen nur an sichhat, von demselben nicht mehr wissen wollen, als daß es eben einEtwassei. Weitere Antworten müßten durch Qualitäten gegeben werden, welche eben wieder nichtesselbst, sondern nur dieanihm befindlichen Beschaffenheiten ausdrückten.
(113)Freilich dürfte man dann, einmal zu demjenigen gelangt, was nicht mehr Beschaffenheitist, sondern dergleichen nur an sichhat, von demselben nicht mehr wissen wollen, als daß es eben einEtwassei. Weitere Antworten müßten durch Qualitäten gegeben werden, welche eben wieder nichtesselbst, sondern nur dieanihm befindlichen Beschaffenheiten ausdrückten.
(114)Metaph. von Dr. H.Lotze(1841).
(114)Metaph. von Dr. H.Lotze(1841).
(115)Encyklop.Hegel's, her. v.Henning. I. S. 306.
(115)Encyklop.Hegel's, her. v.Henning. I. S. 306.
(116)Vgl.WeißeüberLotze:Fichte's Zeitschrift. IX. 8. S. 260.
(116)Vgl.WeißeüberLotze:Fichte's Zeitschrift. IX. 8. S. 260.
(117)Secretan(la philos. deLeibnitz, Genève 1841) ist anderer Ansicht und meint, die prästabilirte Harmonie ergebe sich mit Nothwendigkeit ausLeibnitz' Definition der Substanz als eines das Universum repräsentirenden Wesens, welches sonach nicht ohne »Repräsentirendes« sein könne, und sei daher vom übrigen System unzertrennlich. Allein lag nicht die Frage viel näher: Wodurch bewirkt denn das Repräsentirte, daß es repräsentirt wird? Doch wohl dadurch, daß es auf das Repräsentirende einwirkt, seine eigene Repräsentation in demselben hervorbringt? Durch die Annahme einer solchen Einwirkung wäre aber die prästabilirte Harmonie vermieden, oder die Harmonie zwischen den einfachen Wesen selbst überhaupt erst begreiflich geworden.
(117)Secretan(la philos. deLeibnitz, Genève 1841) ist anderer Ansicht und meint, die prästabilirte Harmonie ergebe sich mit Nothwendigkeit ausLeibnitz' Definition der Substanz als eines das Universum repräsentirenden Wesens, welches sonach nicht ohne »Repräsentirendes« sein könne, und sei daher vom übrigen System unzertrennlich. Allein lag nicht die Frage viel näher: Wodurch bewirkt denn das Repräsentirte, daß es repräsentirt wird? Doch wohl dadurch, daß es auf das Repräsentirende einwirkt, seine eigene Repräsentation in demselben hervorbringt? Durch die Annahme einer solchen Einwirkung wäre aber die prästabilirte Harmonie vermieden, oder die Harmonie zwischen den einfachen Wesen selbst überhaupt erst begreiflich geworden.
(118)Eine unzulässige Annahme, wie wir sogleich sehen werden, die aber doch von Denkern, wieHerbart,Fischeru. a., wenn auch versteckter Weise, gemacht wird. Denn wann sind ein paar Monaden dicht aneinander? Wenn die linke Seite der einen mit der rechten der andern zusammenfällt. Aber da müßten sie erst zwei Seiten, also Theile haben. Die Antwort ist somit: nie können sie so liegen, daß ihre Orte nicht zwei verschiedene, und somit eine Entfernung zwischen ihnen wäre, welche man eben durch das Wort:dichtvermeiden will. Den Beweis gleich nachher.
(118)Eine unzulässige Annahme, wie wir sogleich sehen werden, die aber doch von Denkern, wieHerbart,Fischeru. a., wenn auch versteckter Weise, gemacht wird. Denn wann sind ein paar Monaden dicht aneinander? Wenn die linke Seite der einen mit der rechten der andern zusammenfällt. Aber da müßten sie erst zwei Seiten, also Theile haben. Die Antwort ist somit: nie können sie so liegen, daß ihre Orte nicht zwei verschiedene, und somit eine Entfernung zwischen ihnen wäre, welche man eben durch das Wort:dichtvermeiden will. Den Beweis gleich nachher.
(119)Nouv. ess.S. 240.
(119)Nouv. ess.S. 240.
(120)Versuch einer logischen Analyse des Begriffs vom Unendlichen. (Vgl.Hartenst.Met. S. 298.) Wahrscheinlich hat der Verf. die Berührung krummer Linien mittels ihrer Tangenten im Sinne, die so innig sein soll, daß kein dritter Punkt zwischen dem berührenden und berührten liegt. Wäre aber die Berührung nicht viel inniger, wenn der berührende und der berührte Punkt ein und derselbe, der Tangente und der krummen Linie gemeinschaftliche, Punkt wären?
(120)Versuch einer logischen Analyse des Begriffs vom Unendlichen. (Vgl.Hartenst.Met. S. 298.) Wahrscheinlich hat der Verf. die Berührung krummer Linien mittels ihrer Tangenten im Sinne, die so innig sein soll, daß kein dritter Punkt zwischen dem berührenden und berührten liegt. Wäre aber die Berührung nicht viel inniger, wenn der berührende und der berührte Punkt ein und derselbe, der Tangente und der krummen Linie gemeinschaftliche, Punkt wären?
(121)Vgl.Trendelenburg: logische Untersuch. I. S. 157.
(121)Vgl.Trendelenburg: logische Untersuch. I. S. 157.
(122)Dies erkennt auchTrendelenburgan: Log. Unt. I. S. 167.
(122)Dies erkennt auchTrendelenburgan: Log. Unt. I. S. 167.
(123)Kantin den Träumen eines Geistersehers (S. W. v.RosenkranzVII.) läugnet zwar, daß ein geistiges Wesen einen Raum zu erfüllen vermöge, gibt aber zu, daß materielle einfache Wesen einen Punkt im Raume erfüllen. »Wesen (S. 38), welche die Eigenschaft der Undurchdringlichkeit nicht an sich haben, werden, so viel man deren vereinigt, niemals ein solides Ganze ausmachen .... es sind immaterielle Wesen, und wenn sie Vernunft haben, Geister. Denn,« fährt er fort, »eine Masse, die einen Kubikfuß ausfüllt, wird Niemand einen Geist, sondern Materie nennen. Füge ich nun einen Geist hinzu, so muß entweder ein einfaches Theilchen jener Masse austreten, damit der Geist Platz habe, oder der Letztere darf gar keinen Raum darin einnehmen. Im erstern Fall muß bei Hinzuthat eines zweiten Geistes ein zweites Massentheilchen den Raum verlassen, ein drittes eben so, und so geht es fort, bis zuletzt ein Klumpen von Geistern da ist, eben so undurchdringlich, wie vorher die Materie, und daher von ihr ganz und gar nicht verschieden, was man kaum zugeben wird. Bedarf der Geist aber keinen Platz, so ist er auch immateriell und erfüllt keinen Raum.« Ob übrigens Wesen letzterer Art möglich seien, läßtKantdahingestellt. Wenn aber der Satz richtig ist, daß zwei Punkte einander niemals die nächsten sein können, so ist das obige Raisonnement schon deshalb außer Giltigkeit, weil gar keine Nothwendigkeit vorhanden ist, daß wo der Geist eintritt, ein einfaches materielles Wesen deshalb hinaus müßte, selbst wenn der Geist einen Ort, wie ein materielles Wesen ausfüllte. Dies Ausfüllen ist aber doch sowohl vom Geiste, als von der materiellen Einheit, welcher letztern esKantselbst zugesteht, nurbildlichzu verstehen. Gewöhnlich braucht man dieses Wort, um damit das Erfüllen eines Raumes anzudeuten, der bereits eine gewisse Ausdehnung hat. Ein einfacher Raumtheil, dergleichen der Ort der »materiellen Einheit« so gut, wie der des Geistes sein muß, hat keine Ausdehnung. Er ist nichts, als der Grund, welcher zur Erklärung dient, warum ein einfaches veränderliches Wesen binnen gewisser Zeit gerade diese und keine andern Veränderungen theils erleidet, theils ausübt. Ein Grund dieser Art muß sowohl bei der materiellen Einheit als beim Geiste vorhanden sein, denn beide sind veränderliche Wesen. Oder wäre der Geist als Immaterielles dies nicht? Dann müßte er unveränderlich, also unendlich, also die Gottheit selbst sein. Das sind wenigstens Geister von der Gattung unseres Ich nicht. Warum sollte daher der Geist keinen Ort einnehmen können? Ja warum soll er nicht eben so gut seinen Ortalleineinnehmen können, wie die »materielle Einheit« thun soll? Warum soll endlich einem »Klumpen von Geistern,« vorausgesetzt, daß er aus einer unendlichen Menge von Geistern besteht, deren jeder nach dem Vorhergegangenen seinen einfachen Ort als veränderliches Wesen einnimmt, nicht Ausdehnung, Massenhaftigkeit, kurz jede der Eigenschaften zukommen, welche man gewöhnlich der Materie beilegt, ohne daß dadurch die einfachen Geister, die ihn ausmachen, genöthigt werden, selbst ausgedehnt, massenhaft, etwa gar zusammengesetzt u. s. w. zu sein? Können einem Ganzen nicht Eigenschaften zukommen, die den Theilen fremd sind? Wir brauchen dabei blos an sich neutralisirende chemische Verbindungen zu erinnern.Tafelin der kleinen Schrift überKant's Verhältnis zuSwedenborg(Tübingen 1845) hat diese AnsichtenKant's über die Immaterialität und Unräumlichkeit der Seele erst neuerlich wieder aufgenommen. Auch er fürchtet, daß die Erkenntniß der Gleichartigkeit zwischen Geistern und »materiellen Einheiten,« die ja doch auch nichts weiter sein können, als einfache Substanzen zum »Materialismus« führe. Richtiger wäre es vielleicht: zumSpiritualismus, denn sie vergeistigt auch die Elemente der Materie, statt die Geister zur Materie herabzusetzen. Zwischen geistigen und materiellen Einheiten kann keine andere als eine bloße Gradverschiedenheit statthaben. Die Annahme eines specifischen Unterschieds Beider in Betreff ihrer innern Beschaffenheit sowohl als ihrer räumlichen Verhältnisse führt auf so seltsame Annahmen, wieTafel's (nachHerbart's Vorgang) gemachte Voraussetzung eines doppelten Raumes. Die immateriellen Wesen sollen außerhalb des Raumes sein, und doch in Verhältnissen, die unter sich »Figuren, Gestalten« und »räumliche Formen« bilden. Sie befinden sich in einem Analogon des Raumes, der keiner ist, und doch wie ein solcher aussieht. Wie dadurch Raum und Zeit zu bloßen, die Dinge selbst nichts angehenden Denkformen werden, haben wir oben schon in dem Abschnitt über die Selbsterhaltung zu zeigen versucht.
(123)Kantin den Träumen eines Geistersehers (S. W. v.RosenkranzVII.) läugnet zwar, daß ein geistiges Wesen einen Raum zu erfüllen vermöge, gibt aber zu, daß materielle einfache Wesen einen Punkt im Raume erfüllen. »Wesen (S. 38), welche die Eigenschaft der Undurchdringlichkeit nicht an sich haben, werden, so viel man deren vereinigt, niemals ein solides Ganze ausmachen .... es sind immaterielle Wesen, und wenn sie Vernunft haben, Geister. Denn,« fährt er fort, »eine Masse, die einen Kubikfuß ausfüllt, wird Niemand einen Geist, sondern Materie nennen. Füge ich nun einen Geist hinzu, so muß entweder ein einfaches Theilchen jener Masse austreten, damit der Geist Platz habe, oder der Letztere darf gar keinen Raum darin einnehmen. Im erstern Fall muß bei Hinzuthat eines zweiten Geistes ein zweites Massentheilchen den Raum verlassen, ein drittes eben so, und so geht es fort, bis zuletzt ein Klumpen von Geistern da ist, eben so undurchdringlich, wie vorher die Materie, und daher von ihr ganz und gar nicht verschieden, was man kaum zugeben wird. Bedarf der Geist aber keinen Platz, so ist er auch immateriell und erfüllt keinen Raum.« Ob übrigens Wesen letzterer Art möglich seien, läßtKantdahingestellt. Wenn aber der Satz richtig ist, daß zwei Punkte einander niemals die nächsten sein können, so ist das obige Raisonnement schon deshalb außer Giltigkeit, weil gar keine Nothwendigkeit vorhanden ist, daß wo der Geist eintritt, ein einfaches materielles Wesen deshalb hinaus müßte, selbst wenn der Geist einen Ort, wie ein materielles Wesen ausfüllte. Dies Ausfüllen ist aber doch sowohl vom Geiste, als von der materiellen Einheit, welcher letztern esKantselbst zugesteht, nurbildlichzu verstehen. Gewöhnlich braucht man dieses Wort, um damit das Erfüllen eines Raumes anzudeuten, der bereits eine gewisse Ausdehnung hat. Ein einfacher Raumtheil, dergleichen der Ort der »materiellen Einheit« so gut, wie der des Geistes sein muß, hat keine Ausdehnung. Er ist nichts, als der Grund, welcher zur Erklärung dient, warum ein einfaches veränderliches Wesen binnen gewisser Zeit gerade diese und keine andern Veränderungen theils erleidet, theils ausübt. Ein Grund dieser Art muß sowohl bei der materiellen Einheit als beim Geiste vorhanden sein, denn beide sind veränderliche Wesen. Oder wäre der Geist als Immaterielles dies nicht? Dann müßte er unveränderlich, also unendlich, also die Gottheit selbst sein. Das sind wenigstens Geister von der Gattung unseres Ich nicht. Warum sollte daher der Geist keinen Ort einnehmen können? Ja warum soll er nicht eben so gut seinen Ortalleineinnehmen können, wie die »materielle Einheit« thun soll? Warum soll endlich einem »Klumpen von Geistern,« vorausgesetzt, daß er aus einer unendlichen Menge von Geistern besteht, deren jeder nach dem Vorhergegangenen seinen einfachen Ort als veränderliches Wesen einnimmt, nicht Ausdehnung, Massenhaftigkeit, kurz jede der Eigenschaften zukommen, welche man gewöhnlich der Materie beilegt, ohne daß dadurch die einfachen Geister, die ihn ausmachen, genöthigt werden, selbst ausgedehnt, massenhaft, etwa gar zusammengesetzt u. s. w. zu sein? Können einem Ganzen nicht Eigenschaften zukommen, die den Theilen fremd sind? Wir brauchen dabei blos an sich neutralisirende chemische Verbindungen zu erinnern.Tafelin der kleinen Schrift überKant's Verhältnis zuSwedenborg(Tübingen 1845) hat diese AnsichtenKant's über die Immaterialität und Unräumlichkeit der Seele erst neuerlich wieder aufgenommen. Auch er fürchtet, daß die Erkenntniß der Gleichartigkeit zwischen Geistern und »materiellen Einheiten,« die ja doch auch nichts weiter sein können, als einfache Substanzen zum »Materialismus« führe. Richtiger wäre es vielleicht: zumSpiritualismus, denn sie vergeistigt auch die Elemente der Materie, statt die Geister zur Materie herabzusetzen. Zwischen geistigen und materiellen Einheiten kann keine andere als eine bloße Gradverschiedenheit statthaben. Die Annahme eines specifischen Unterschieds Beider in Betreff ihrer innern Beschaffenheit sowohl als ihrer räumlichen Verhältnisse führt auf so seltsame Annahmen, wieTafel's (nachHerbart's Vorgang) gemachte Voraussetzung eines doppelten Raumes. Die immateriellen Wesen sollen außerhalb des Raumes sein, und doch in Verhältnissen, die unter sich »Figuren, Gestalten« und »räumliche Formen« bilden. Sie befinden sich in einem Analogon des Raumes, der keiner ist, und doch wie ein solcher aussieht. Wie dadurch Raum und Zeit zu bloßen, die Dinge selbst nichts angehenden Denkformen werden, haben wir oben schon in dem Abschnitt über die Selbsterhaltung zu zeigen versucht.
(124)Abhandlungen zur Atomenlehre (Berl. Ak. d. W. 1828, S. 88).
(124)Abhandlungen zur Atomenlehre (Berl. Ak. d. W. 1828, S. 88).
(125)Vgl. dieAnmerk. S. 149.
(125)Vgl. dieAnmerk. S. 149.
(126)Vgl.Exner: Psychol. derHegel'schen Schule a. m. a.
(126)Vgl.Exner: Psychol. derHegel'schen Schule a. m. a.
(127)d. h. in ihren letzten Gründen. Der Abstand von einem Tartuffe zu einem Newton würde noch immer groß genug bleiben.
(127)d. h. in ihren letzten Gründen. Der Abstand von einem Tartuffe zu einem Newton würde noch immer groß genug bleiben.
(128)Monad.§. 17.
(128)Monad.§. 17.
(129)Encyclop. I. S. 306.
(129)Encyclop. I. S. 306.