Der Glaser.
Als ich die Einsetzung von Scheiben verlangte, kamen zwei Menschen, ein gesetzter Mann und ein Jüngling von etwa sechszehn Jahren. Der Kontrakt in Betreff der Scheiben war bereits geschlossen. Wer sich eine Bedeutung geben will, muß doch die Kleinigkeiten umständlich behandeln.
Der Glaser ließ sich auf den Boden nieder; der Gehülfe ihm gegenüber. Sorgfältig schlug jener die hölzernen Nägel aus den Fensterrahmen. Er arbeitete langsam, aber sicher; so war sein Augenmaß. Statt eines Diamants bediente er sich eines Bröckchens Granit. Wenn dieser nicht tief genug schnitt, so führte er ihn auch über die Rückseite des Glases. Dann ballte er die rechte Hand, nahm die Scheibe zwischen den Zeigefinger und den auslangendenDaumen, und drückte solchergestalt mit Behutsamkeit abwärts, um das Glas über den Riß abzubrechen. Dieß gelang ihm freilich nicht, daß er eine schöne, ebene Linie bekam, doch brach er auch nicht fehl.
Ich glaube, der beste europäische Glasermeister würde mit einem solchen Hülfsmittel kaum besser das Glas gebrochen haben. Es ist immer eine Kunst, mit Wenigem gehörig auszureichen.