NEUNZEHNTES KAPITEL

Galeodes in Greifstellung.NEUNZEHNTES KAPITEL

Galeodes in Greifstellung.

Galeodes in Greifstellung.

BEOBACHTUNGEN AN MAZEDONISCHEN SPINNEN

Daß in einem so insektenreichen Land wie Mazedonien dieSpinnenauffallende Bestandteile der Tierwelt sein mußten, durfte ich wohl von vornherein annehmen. Ich wurde nicht enttäuscht. Überall im Lande begegnete ichSpinnenarten, welche teils durch ihre Gestalt und Färbung, teils — und das in besonderem Maße — durch ihreBautenauffielen.

Die verfallenen Häuser Mazedoniens mit ihren Lehmziegelwänden und dem hölzernen Fachwerk boten einer Unmenge von Spinnen Herberge und Jagdgefilde. An meinem eigenen Haus und an meinem Laboratorium war die Bautätigkeit einer eigenartigen Spinne an den Außenwänden vielfach zu beobachten.

Wo ein Loch in der Wand war, wo eine Spalte in einer Bretterverschalung oder zwischen Balken und Mauer sich hinzog, da leuchteten eigenartige Sternfiguren auf, aus einer hellgrauen Substanz gebildet. In der Mitte einer weißlichen Fläche gähnte ein dunkles Loch, das offenbar tief in die Mauer hineinführte. Um die weißliche Fläche sah man einen Kranz von Strahlen mehr oder weniger weit sich über die Wand spannen. War die Wand dunkel, so leuchtete der Stern hell auf, war sie hell, so hob er sich schwachin feingrauer Farbe von ihr ab. Oft waren die Sternchen dick mit Staub bedeckt, vor allem an alten verlassenen Häusern (Abb. 153).

Abb. 153. Nesteingänge vonFilistata insidiatrixForsk.

Abb. 153. Nesteingänge vonFilistata insidiatrixForsk.

Sah man genauer hin, so bemerkte man bald, daß es sich umBauten von Spinnenhandelte. Durch das schwarze Loch ging es in die Wohnröhre hinein, welche mehrere Zentimeter lang war. Im Hintergrund saß die kleine, dunkelgefärbte Spinne und lauerte auf Beute. Die helle Scheibe um das Loch besteht aus einem dichten Gewirr von dickeren und feineren Fäden, die nach allen Seiten durcheinander gefilzt sind. Sie bilden ein festes, federndes Gewebe und stellen den Eingang in die Wohnröhre dar. Strammgespannt ist dies Gewebe, welches meist der Mauer nicht dicht anliegt, sondern über die Spalte, den Rand des Mauerloches oder zwischen Steinen sich ausdehnt, durchSpannfäden, wie sie auch sonst an Spinnennetzen nötig sind. Bei unserer „Lochröhrenspinne‟ sind sie nur wenige Zentimeter lang und mit ihrem äußeren etwas verdickten Ende an der Unterlage angeklebt. Vielfach sind die Fäden verzweigt, indem an ihnen seitlich oder querverlaufende Hilfsspannfäden angebracht sind.

Klebfädenkonnte ich am Netz nicht feststellen. Bei den eigenartigen Gewohnheiten der Spinne braucht sie wohl auch keine. Selten sah ich sie zum Netz herauskommen. Gelegentlich konnte ich sie abends einmal auf die helle Fläche heraustreten sehen und sie dann auch beobachten.

Das Tier war sehr schwer zu fangen; blitzschnell tauchte es in die Tiefe seiner Lochröhre hinein und war für alle Instrumente unerreichbar, die ich anwenden konnte. Sehr leicht gelang es aber,es unter Ausnutzung seiner Freßgier zu überlisten. In der Regel fing sie an der Mündung ihrer Röhre auf der Wand vorbeilaufende Insekten, vor allem die um die benachbarten Ställe umherschwärmenden Fliegen.

Abb. 154. Nestbauten einer Anzahl Individuen der Lochröhrenspinne (Filistata insidiatrixForsk.).

Abb. 154. Nestbauten einer Anzahl Individuen der Lochröhrenspinne (Filistata insidiatrixForsk.).

Hielt ich nun mit der Pinzette eine lebende Fliege vor ihr Loch, so kam sie langsam und vorsichtig heran, stürzte sich schließlichmit einem plötzlichen Sprung auf die Beute. Da sie diese nicht mehr losließ, konnte ich sie an ihr herausziehen und rasch in das Fangglas befördern.

So gelang es mir, Exemplare in die Heimat mitzunehmen, wo sie als die ArtFilistata insidiatrixForskal bestimmt wurde, eine Form, die auch sonst in Europa verbreitet ist (Abb. 155 A).

Nicht selten waren Wände von Häusern im südlichen Wardartal von hunderten der Sternchen bedeckt, welche die Behausungen dieser Spinnen verrieten. Waren ihrer viele nebeneinander, so gingen die Umrahmungen der einzelnen Löcher in die ihrer Nachbarn über. Man vergleiche die umstehende Abbildung (Abb. 154). So entstanden manchmal ganz eigenartige Ornamente an den Hauswänden, wobei das ganze Gewebe durch zahlreiche kreuz und quer verlaufende Fäden befestigt war und die regelmäßige Sternform oft vollkommen verschwand.

Zwischen den Nestern derFilistatasah man in großer Zahl Spinnen von einer anderen Art herumsausen, es warDendryphantes nidicolensWalck., eine Springspinne aus der Familie derAttiden(Abb. 155 B). Diese lief immer auf der Wand zwischen den Nestern herum, lauerte auch einmal nahe einem der Löcher. Nie sah ich sie aber in eins der Löcher eindringen. Höchst amüsant war es aber, sie zu beobachten, wie sie oft mit raschem Sprung der Lochröhrenspinne ihre frisch gefangene Beute, welche diese unter ihrer Türe festhielt, aus den Klauen riß und abseits eiligst aussaugte. Da die Springspinne stets in den Städten der Lochröhrenspinne in größerer Anzahl vorkam, so vermute ich, daß sie die ständige Gewohnheit hat, dieFilistataauszuplündern und als Straßenräuber in deren Siedlungen sich aufzuhalten.

In den Häusern selbst, in den Ställen, Gängen, Kellern, auf den Aborten gab es vieleSpinnenartenmit ihrenNetzbauten, vielfach die auch bei uns an ähnlichen Orten häufigen Arten. Auch in meinem Schlafzimmer hielten sich neben allerhand anderem Getier mancherlei Spinnen auf. Vor allem die Netzspinnen beseitigte ich nicht, sondern duldete sie, da es an ihnen manches zu beobachten gab und sie mir noch dazu Schnaken und Fliegen wegfingen.

Ein Exemplar der auch in Deutschland gelegentlich beobachteten ArtPholcus opilionoidesLchk., die ich dieWackelspinnenennen möchte, lebte den ganzen Sommer 1917 in meinem Zimmer, bis ich sie am Ende meines Aufenthaltes mitihren sämtlichen unterdessen abgeworfenen Häuten in ein Spiritusglas steckte. Sie hatte im Frühjahr als ganz kleines Tierchen ihr erstes Nest in den Winkel zwischen Decke und Rückwand meines Zimmers gebaut, hatte im Laufe des Sommers viermal sich gehäutet und hatte jedesmal die abgeworfene Haut im Netz hängen gelassen, so daß man meinen konnte, in dem einen Netz hausten nun fünf verschieden große Spinnen der gleichen Art. Diese Spinne sieht aus wie einWeberknechtmit ihren feinen, langen Beinen, auf denen ihr kleiner Körper, wie bei einem Weberknecht schwebt. Sie gleicht auch sonst jenen eigenartigen Spinnentieren, denPhalanginen, die man bei uns in Deutschland außer mit dem NamenWeberknechtauch alsSchusteroderSchneiderbezeichnet. DieWackelspinneteilt mit diesen Tieren nicht nur die Eigentümlichkeit, leicht die Beine zu verlieren, sondern auch das eigentümliche Wackeln und Schaukeln auf ihren fadendünnen Beinen. Stößt man in der Nähe des Netzes zufällig an die Wand, so fangen die Tiere an, wie toll hin- und herzuschwingen, wobei sie abweckselnd mit sämtlichen vier linken und darauf mit den vier rechten Beinen Kniebeugen machen. Dieses emsige Wackeln macht einen ganz eigenartigen Eindruck und hat ja seit jeher die Aufmerksamkeit der Menschen erweckt.

Abb. 155 A. Lochröhrenspinne (Filistata insidiatrixForsk.) und ihr Nesträuber. Abb. 155 B.Dendryphantes nidicolensKaluckova.

Abb. 155 A. Lochröhrenspinne (Filistata insidiatrixForsk.) und ihr Nesträuber. Abb. 155 B.Dendryphantes nidicolensKaluckova.

Bei den Beobachtungsstreifzügen in der Umgebung vonKaluckovawar es unvermeidlich, gewisse Spinnenarten anzutreffen, deren Netze überall ausgespannt waren. In denStacheleichenbüschenfand ich regelmäßig eine kleine Spinne aus der GattungLinyphia(L. frutetorumC. L. Koch), die ein unregelmäßiges Wirrnetz baute. Das Netz war klein, bestand aus zarten Fäden und war an Spannfäden in Lücken der Stacheleichenbüsche zwischen deren Blättern und Zweigen aufgehängt. Die Spinne saß meist lauernd mitten im Netz.

Noch auffallender waren die Bauten derSegelnetzspinne, welche in den Gassen vonKaluckova, auf den Schuttplätzen, in den Hecken, an den Häusermauern überall in großer Menge vorkamen. Die Netze hatten bis zu ½ m Umfang und waren segelförmig an den Zäunen zwischen Disteln und anderen krautigen Pflanzen, an Gräsern und Büschen aufgehängt. An festen Spannfäden hingen die verschieden gestalteten Zipfel, die in den sackförmigen Grund des Netzes führten. Diese Zipfel waren bald länger, bald kürzer. Im Hintergrund ging der Sack in eine lange Röhre über. Diese begann mit einer kreisförmigen, wohlabgegrenzten, aus dichtem Gewebe gebauten Öffnung von 3-5 cm Weite. Die anschließende Röhre war 20-30 cm lang. Sie war oft frei zwischen den Pflanzen aufgehängt, so daß man ihren Bewohner von außen wahrnehmen konnte. Nicht selten aber ragte die Wohnröhre der Spinne in Erdlöcher, Mauerspalten, zwischen Balken und Pflanzen hinein. Die Röhre war ein dichtes Geflecht aus sehr dicken Fäden. Der Sack war auch ziemlich grob und fest, oft sehr schmutzig von Staub und zahllosen Insektenresten. Auch er bestand aus einem wirren Gewebe dicker Fäden. Von seinen Rändern zogen sich starke Spannfäden nach verschiedenen Richtungen. Der ganze Beutel war vollkommen asymmetrisch angelegt, die Wohnröhre ragte nicht in der Mitte heraus, sondern lag mehr an der Seite und war oft abgebogen.

Vorn in der Wohnröhre saß die Spinne auf der Lauer mit dem Kopf nach vorn gerichtet. Es war ein stattliches Tier, zur ArtDrassus lapidicolaWalck. gehörig. Fiel ein Insekt ein, so rannte sie rasch in das Beutelnetz vor und bewältigte das Opfer. Wurde sie dabei erschreckt, so kehrte sie ebenso rasch in die Wohnröhre zurück und saß ganz ruhig, mit dem Kopf gegen das Ende der Röhre, das Hinterteil nach außen gerichtet und ließ sich da mit der Pinzette leicht, ohne einen Fluchtversuch zu machen, herausholen.

Von einer Art der gleichen GattungDrassus pubescensThor. habe ich beiDedeliunter einem Stein im Mai die Wohnröhre und in ihr den Eierkokon des Tieres, von der Mutter bewacht, gefunden (Abb. 156). Die auffallendste echte Spinne im südlichen Wardartal, die auch sonst im heißen Mazedonien weit verbreitet ist, war eine Form, welche ich als dieSilberspinnebezeichnen möchte. Es ist ein großes Tier, mit ausgestreckten Beinen fast 15 cm umfassend. Der Körper ist mit eigenartigen Fortsätzen versehen und von einem auffallend harten Chitinpanzer umhüllt, nicht so weich, wie es sonst die Körper der meisten Spinnen sind. Der Hinterleib hat einen eigenartigen polygonalen Umriß mit dreieckigen Vorragungen und tiefen Einsenkungen dazwischen. Der Körper zeigt bei dem lebenden Tier einen eigentümlichen Silberglanz, der das Tier sehr auffallend macht. Die Beine sind gelb und dunkelbraun geringelt. An der Unterseite des Leibes ragen starke Spinnröhren hervor. Die Spinne hat den NamenArgiope lobataPall. (Abb. 158).

Abb. 156. Nest und Kokon vonDrassus pubescensThor. Dedeli, unter Stein.

Abb. 156. Nest und Kokon vonDrassus pubescensThor. Dedeli, unter Stein.

Sie baut zwischen den Büschen der Hügel beiKaluckovaein sehr großes Radnetz, das man weithin sehen kann. Es mißtbis zu einem Meter im Durchmesser (meist 60-80 cm) und hängt meist frei in der Luft hoch über dem Boden. Zwischen zwei Stacheleichensträuchern ist ein oft mehrere Meter langer gelblicher, seidiger Faden von beträchtlicher Dicke straff gespannt. Er ist derAufhängefadenfür das große Radnetz. Zu seiner Versteifung dienen viele nach allen Richtungen ausgehende straffeSpannfäden. Der Haupttragfaden besteht aus etwa 30 Einzelfäden, die Spannfäden nur aus 12 solchen, von denen 10 breit bandförmig, zwei jedoch viel dünner sind. Diese letzteren sind besonders elastisch und tragen wesentlich zur Spannkraft des ganzen Gebildes bei.

Abb. 157. Radnetz vonArgiope lobataPall., der Silberspinne.

Abb. 157. Radnetz vonArgiope lobataPall., der Silberspinne.

In der Mitte unter dem Aufhängefaden befindet sich das großeRadnetz. Das Zentrum des großen Rades mit seinem Durchmesser von 60-80 cm nimmt eine kleinere kreisförmige Scheibe von etwa 10 cm Durchmesser ein. Diese Scheibe besteht aus nicht klebenden Fäden. In ihrer Mitte sitzt die Spinne als groteske Erscheinung vollkommen ruhig und unbeweglich. Wie ein silberner Schild glänzt ihr Hinterleib; ihre Beinpaare hält sie in einer ganz eigenartigen Stellung, immer je zwei paarweiseaneinandergelegt, die zwei hinteren Paare schief nach hinten, die zwei vorderen Paare schief nach vorn gestreckt. So entsteht ein schiefes Kreuz, das man von weitem schon vom Mittelpunkt des Radnetzes ausstrahlen sieht.

Um das kleine Mittelnetz mit seinem engen Bau mit zahlreichen Radien und einer ganzen Anzahl konzentrischer Kreise breitet sich das lockerer gebautegroße Radaus, nach allen Seiten 20-30 cm breit. Auch dessen Hauptfäden, also die radiären Fäden, sowie die inneren und äußersten Kreise bestehen aus trockenen festen Fäden. Dazwischen in der Mitte ist eine Zone von kleberigen Kreisfäden, an denen die Beuteinsekten kleben bleiben. Der äußere Rand des Netzes hat eine nicht ganz regelmäßige polygonale Form, die zum Teil bedingt ist durch Spannfäden, welche das Netzrad nach allen Seiten mit Zweigen und Blättern der Umgebung, mit Gräsern, Holzstückchen und Steinen in Verbindung setzen.

Abb. 158. SilberpinneArgiope lobataPall. Weibchen. Nat. Größe.

Abb. 158. SilberpinneArgiope lobataPall. Weibchen. Nat. Größe.

Das auffallendste an dem Netz, das neben seinem glänzenden Insassen weithin sichtbar ist, besteht in einemleuchtend weißen Band, welches sich von dem mittleren kleinen Hofkreis der Spinne zum äußeren Rand des großen Rades hinzieht. Es besteht aus glänzend weißen, dicht verflochtenen trockenen Seidenfäden (Abb. 157).

Vor diesem wellenförmigen Band sitzt die lauernde Spinne, stets mit dem Kopf gegen dieses gerichtet. Ich hatte den Eindruck, als wirke dies Band anlockend wie eine Blume auf allerlei fliegende Insekten. Ich sah besonders häufigSchmetterlingeauf das Netz der Silberspinne zufliegen, an den Klebfäden hängenbleiben undsich dann durch unruhige Zappelbewegungen immer mehr im Netz verfangen. Meist blieb dem Opfer aber dazu nicht viel Zeit, denn mit erstaunlich rascher Bewegung schwang die große Spinne, die bisher so träge auf ihrem Lauerplatz gesessen hatte, sich über die Fäden des Netzes zu ihm hin. Mit raschem Biß war der Schmetterling getötet und nun wurde er von dem wilden Tier mit den Beinen in eine rasche Wirbelbewegung versetzt. Im Nu ist das Opfer, und wenn es ein großes, starkes Tier ist, vollkommen in eine dichte Hülle glänzend weißer Fäden eingewickelt, so daß man von ihm nichts mehr sieht.

Abb. 159. Eierkokons vonArgiope brunnichiiLeop., einer Verwandten der Silberspinne.

Abb. 159. Eierkokons vonArgiope brunnichiiLeop., einer Verwandten der Silberspinne.

Eine Abbildung (Abb. 157) zeigt uns eine photographische Aufnahme des eigenartigen Netzes, in welchem man auch in der Mitte dieArgiopein ihrer eigenartigen Stellung sieht. Es war nicht einfach, die feinen Fäden des Netzes auf die photographische Platte zu bannen, zumal die meisten Netze dieser Spinne zwischen den Büschen frei gegen den Himmel hingen. Es gelang mir nur dadurch, daß ich nach langem Suchen ein geeignetes Netz in günstiger Umgebung auffand, welches sehr praktisch zur Abendsonne hing. Dort wartete ich abends solange ab, bis die untergehende Sonne so tief stand, daß ihre Strahlen das Netz trafen. Als dessen Fäden nun selbstleuchtend vor dem dunkelen Hintergrund einer Stacheleiche standen, machte ich eine mehrere Minuten dauernde Zeitaufnahme, die immerhin ein brauchbares Resultat lieferte.Argiope lobataPallas ist im südlichen Mazedonien eine häufige Form. Ähnlich wie sie, bautArgiope brunnichiiLeop., welche auch am Körper lebhaft schwarzgelb gefärbt ist. Letztere Form fand ich häufig auf der Hochebene von Stip. Damals war offenbar deren Hauptfortpflanzungszeit, welche überwinternde Kokons lieferte. Denn es war Ende August, als ich jene großen zipfelförmig ausgezogenen Kokons in großer Anzahl zwischen Steinen und an Pflanzen fand. Sie sind nebenan abgebildet (Abb. 159).

Eine seltsame Spinnenform, welche imsüdlichen Wardartalnicht selten ist, und welche ich in Mazedonien nur dort antraf, beschäftigte die Phantasie unserer Soldaten sehr viel. Es war ein großes rasches Tier mit unheimlich langen Beinen, das vor allem abends, über die Lagerplätze huschend, die Leute gespensterhaft anmutete. BeiKaluckovatraf ich sie besonders draußen im Wardartal beim Fliegerlager, am häufigsten in der Gegend von Mravinca, die ja überhaupt in ihrer Tierwelt manche Besonderheiten bot. Da fand ich das Tier manchmal am Tage unter Steinen. Im Fliegerlager bei Hudova sah ich aber nicht selten nachts im grellen Licht einer Bogenlampe das unheimliche Wesen wie einen Schatten pfeilschnell über den hell beleuchteten Boden huschen. Dann flog die ganze lustige Gesellschaft auf und sauste hinter der großen Spinne her, um dem Professor die Beute zu sichern.

So erhielt ich manches Exemplar des gefürchteten Tieres, welches Offiziere wie Soldaten als große Spinne die „Vogelspinne‟, nannten. Die Art hat aber mit diesen südamerikanischen Riesenspinnen nichts zu tun, gehört vielmehr in die Gruppe der Gliederspinnen (Solifugen) und erwies sich in der Heimat nach Bestimmung der konservierten Exemplare als die ArtGaleodes graecusC. L. Koch.

DieSolifugensind Tiere, welche in Wüsten und Steppen aller Erdteile eine große Rolle spielen. In den südrussischen Ebenen, in den ungeheueren Wüsten und Steppen Zentralasiens, in Syrien, Ägypten, Nord- und Südafrika kommen sie in einer großen Zahl von Arten und meist in großen Mengen vor. So weist denn auch das Vorkommen auf dem Balkan auf wichtige Beziehungen seiner Tierwelt zu den Steppen des Ostens hin.

Galeodes graecus, die griechische Walzenspinne, ist ein höchst auffälliges, bizarr aussehendes Tier. Der wulstige Leib mit dem mächtigen Kopf wird von vier Paaren langer dünner Beine getragen, zu denen als fünftes Paar von Gliedmaßen die oft weit vorgestreckten Kiefertaster kommen. Die haben ein stumpfes keulenförmiges Ende und werden von dem Tier beim Laufen auch als fünftes Beinpaar benutzt. Von allen Spinnentieren sind diese sogenannten „Walzenspinnen‟ durch den vom Hinterleib scharf abgesetzten Kopf unterschieden. An dem mächtigen dunkelbraunen Kopf trägt das Tier eine große, senkrecht gestellte Schere, die aus den sogenannten Kieferfühlern gebildet wird.

Dieses gewaltige Beißwerkzeug macht, vor allem wenn das Tier die Schere weit öffnet, einen erschreckenden Eindruck. Aberdieser Schrecken ist kaum berechtigt. Die Wunde kann wohl bluten, sie kann hinterher eitern und so gefährlich werden. Aber alle Erzählungen von Krankheit oder Tod, die der Biß desGaleodesverursacht hätte, denen ich nachging, erwiesen sich als Legenden. Es war auch sehr unwahrscheinlich, da in der Beißschere der Walzenspinne gar keine Giftdrüse ist.

Mehrmals gelang es Exemplare vonGaleodes graecuslebend zu erbeuten. Ein großes Weibchen wurde in einem Käfig aus Drahtgaze mehrere Wochen lang lebend gehalten und gab dem ganzen Personal des Lazaretts Kaluckova viel Anlaß zur Belustigung und mir zu manchen interessanten Beobachtungen.

Wie das bei anderen Walzenspinnen beobachtet worden ist, so ist auchGaleodes graecusein vorwiegend nächtliches Tier. Im Freien habe ich sie nur nachts angetroffen; vor allem kam sie gern in den Lichtkreis der großen Bogenlampen, die einige der militärischen Lager im Wardartal sich leisten konnten. Das gefangene Tier war aber auch bei Tag sehr lebhaft.

Kam man an seinen Käfig, so nahm es sofort eine Bereitschaftsstellung ein; es wich bis an den Hinterrand des Käfigs zurück, hob den Hinterleib etwas in die Höhe und streckte die Maxillarpalpen nach vorn. Dabei vernahm man ein eigentümliches knisterndes Geräusch.

Alle Bewegungen desGaleodessind außerordentlich rasch und intensiv. Brachte man irgend ein lebendes Tier in seinen Käfig, so dauerte es kaum einige Sekunden, bis dies verschwunden und verschluckt war. Gefangen wurden die Fliegen, mit denen das Tier meistens gefüttert wurde, oft schon im Flug mit den Maxillarpalpen, an deren Enden sie offenbar kleben blieben. UnserGaleodeswar unersättlich. Er konnte in einem Tag hunderte von Stubenfliegen vertilgen.

Die Wochen, in denen wir ihn lebend hielten, waren die heißesten und fliegenreichsten des Jahres. Überall in allen Arbeits- und Wohnräumen waren Fliegenfallen aufgestellt, deren ganzes Erträgnis der Walzenspinne zugute kam. Jedermann war aber bemüht, dem Gefangenen allerhand Extras zuzuwenden, so daß dem Tier mit der Zeit wohl die gesamte erreichbare Insektenwelt der Umgebung angeboten wurde. Nichts wurde verschmäht. Heuschrecken, Käfer, Libellen, Schmetterlinge wurden mit dem gleichen Appetit verzehrt, wie gelegentlich ein Stück Fleisch. Kein Unterschied wurde gemacht zwischen toten und lebenden Tieren.

Ebenso wieGaleodesfliegende und sonst rasch sich bewegende Tiere mit großer Schnelligkeit erhaschte, so bewiesen auch andere Beobachtungen die hohe Entwicklung seines Gesichtssinnes; es folgte mit Bewegungen des ganzen Körpers und vor allem mit den Tastern aufs genaueste irgendeinem Gegenstand, den man in seine Nähe brachte.

Wenn ein größeres und härteres Insekt zerkleinert wurde, so konnte man die Bewegungen seiner Kiefer verfolgen, welche wie ein Schnabel an der Zerkleinerung der Beute arbeiteten und sorgfältig die Muskeln aus den Skeletröhren herauspräparierten.

Bemerkenswert ist die große Erregbarkeit vonGaleodes. Geringste Reize bewirkten die Annahme der Bereitschaftsstellung; näherte sich ihm ein Gegenstand, so fuhr er wie wild geworden auf ihn los und suchte ihn zu fassen. Dabei wurde der Eindruck der großen Erregung des Tieres noch dadurch vermehrt, daß in solchen Momenten die vorderen Thoraxabdomensegmente lebhaft gehoben und gesenkt wurden. Man hatte den Eindruck eines erregten Atmens; es werden wohl auch sicher Atembewegungen gewesen sein. Tatsächlich liegen ja die Atemöffnungen an den ersten Segmenten des Leibes.

Abb. 160. WalzenspinneGaleodes graecusin Bereitschaftsstellung. Nat. Größe.

Abb. 160. WalzenspinneGaleodes graecusin Bereitschaftsstellung. Nat. Größe.

Besonders bemerkenwert war die große Tastempfindlichkeit des Tieres, die wohl bei seiner nächtlichen Lebensweise eine wichtige Rolle spielt. Bei Berührung auch nur eines einzelnen Haares nahm das Tier sofort die Abwehrstellung ein. Auch fuhr es mit den Tastern gegen die berührte Stelle. Besonders die langen Beine des Tieres erwiesen sich als äußerst reizbar gegen Berührung. Die langen Haare, welche den ganzen Körper und alle Gliedmaßenbedecken, sind alle Sinneshaare. Sie tragen viel bei zu dem charakteristischen Aussehen des Tieres, das bereit scheint, von allen Seiten Reize aufzunehmen.

Berührung eines einzelnen Haares an den Tastern, an irgendeinem der Beine, am Hinterleib, selbst mit einem ganz zarten Gegenstand, z. B. mit einem Menschenhaar, führt prompte Reaktion herbei. Es erfolgt stets eine rasche Drehbewegung gegen die berührte Stelle. Berührung des Hinterendes veranlaßte eine blitzschnelle Umdrehung des ganzen Körpers. Dabei war die Verwendung der einzelnen Beine in unabhängiger Bewegung sehr bemerkenswert.

Ganz besonders empfindlich gegen Berührungsreize sind die schaufelförmigen Fortsätze am hintersten Beinpaar, die sogenanntenMalleoli. Auf ihre Berührung reagiert das Tier blitzschnell und sehr heftig. Welche spezielle Funktion diese besonderen Sinnesorgane beiGaleodeshaben mögen, ist noch nicht bekannt. Sicher sind sie geeignet, dem Tiere eine genaue Prüfung von ihnen berührter Gegenstände zu ermöglichen. So mögen sie im Geschlechtsleben eine Rolle spielen. Leider fehlte mir, angesichts der vielen Aufgaben, die in jener Zeit sich vor mir auftürmten, die Zeit, das Tier eingehend auf seine Reizreaktionen in sorgsam angestellten Experimenten zu prüfen. Es hätte dies sicher sehr interessante Ergebnisse geliefert.

Jedenfalls hatte ich den Eindruck, daß das Tier vielmehr unter dem Einfluß von Reizreaktionen steht und automatisch reagiert, als derjenige Forscher annimmt, der bisher die Tiere wohl am eingehendsten studiert hat.Heymonslehnt ihre starke Abhängigkeit vonTropismenab. Mir dagegen scheinen solche in ihrem Leben eine große Rolle zu spielen. Gerade seine Beobachtung, daß sie in der transkaspischen Steppe so leicht den Eisenbahngeleisen sich anschließen und an ihnen blieben, scheint mir eine Folge ihrer sehr auffälligen Thigmotaxisreaktionen zu sein, die ich beobachten konnte.

In Mazedonien scheint die Fortpflanzungszeit, ähnlich wie in der transkaspischen Steppe, im Juni und Juli zu liegen. Kleine jugendliche Exemplare fanden sich vom August an in den Herbstmonaten.

Zu den Spinnentieren gehören auch dieSkorpione; nach den Erfahrungen, die ich sonst im südlichen Europa gemacht hatte, hätte ich erwartet, sie in Mazedonien in großer Zahl anzutreffen.Es wurden mir auch aus den ersten Jahren des Balkanfeldzuges sogar von Ärzten recht seltsame Geschichten von Abenteuern unserer Soldaten mit Skorpionen erzählt. So wurde von Lähmungen und langdauernden Anästhetien nachSkorpionstichenberichtet. Da ich nach eigenen Erfahrungen Schmerz und Folgen eines Skorpionstiches bei den südeuropäischen Formen nicht schlimmer einschätzte als die eines Wespenstiches, so war ich auf Sammlung neuer Erfahrungen sehr gespannt.

Es stellte sich bald heraus, daßSkorpionein Mazedonien durchaus keine häufigen Tiere sind. Ich habe allerdings eine Sammlung von Arten dieser Gruppe zusammengebracht; aber diese war das Resultat angestrengter Sammelarbeit und des Umwälzens von vielen Tausenden von Steinen. So ist es auch verständlich, daß ich nie einem Eingeborenen oder Soldaten begegnet bin, der von einem Skorpion gestochen gewesen wäre. Folgende Arten habe ich in Mazedonien gefunden:

1. Euscorpius carpathicusL. bei Üsküb sowohl im Tiefland als am Pepelak und an der Kobeliza in 2100 m Höhe.

2. Buthus occitanus Amoreux, der mehr im Süden beobachtet wurde. Ich fand ihn bei Mravinca und Kaluckova sowie in der Babunaschlucht bei Veles.

Überblicke ich meine Tagebuchnotizen über Spinnen, so ist es sehr auffallend, daß vielfach für die ersten Frühlingsexkursionen große Zahlen von Spinnenfunden verzeichnet sind. Natürlich hängt dies zum Teil damit zusammen, daß ich mich an solchen Tagen in besonders spinnenreichen Gegenden befand. Aber nicht weniger sind jene reicheren Funde dadurch bedingt, daß an Tagen, an denen die sonstige Tierwelt durch Kälte und ungünstiges Wetter vertrieben oder zur Untätigkeit gezwungen war, die Kraft und Aufmerksamkeit von mir und meinen Mitarbeitern mehr der Aufgabe gewidmet werden konnte, den Spinnen in ihren Verstecken nachzugehen.

So fand ich in und bei Üsküb im Februar, März und April 1918 viele Spinnenarten und konnte an ihnen manche Beobachtungen machen. Anfang März traf ich denWeberknecht(Phalangium cornutumL.), der auch sonst in Mazedonien sehr häufig war. Eine ganze Anzahl vonWolfsspinnenwaren schon in den ersten Märztagen, während des verfrühten Vorfrühlings (vgl. S. 166) sehr mobil. So liefen am Wardarufer zahlreiche Exemplare vonLycosa paludicolaClerck frei auf dem Sand umher, und zwar waren es Männchen, Weibchen und zahlreiche kleine Tierchen darunter. Amgleichen Tage fand sich dortTrochosa cinereaF., auch frei umherlaufend auf dem sonnenbeschienenen Sand. Eine andere Art der gleichen Gattung wurde fast an der gleichen Stelle erst Mitte April gleichzeitig mit der ersteren beobachtet, es war diesTrochosa infernalisMotsch. Diese Arten bauen Röhren im Boden, welche beiTr. cinereaetwa 25 cm lang werden.

Besonders auffällig waren in der Üsküber Gegend die mächtigenTaranteln; große, dunkle, behaarte Spinnen, welche Röhren im Boden bewohnen. Eine der Arten (Tarentula praegrandisC. L. Koch), kam in der ganzen Umgebung von Üsküb sehr häufig vor (Abb. 161). Ich habe sie auch beiDedeliund im Gebirge, auf demWodnound später im Sommer auf dem Tomorosgebirge in 1500 m Höhe beobachtet. Überall baute sie schiefe Röhren in den Boden, welche 20-35 cm lang waren. Diese Röhren hatten einen Durchmesser von etwa 1-1½ cm und waren mit einem festen Spinnstoff ausgekleidet, so daß man sie ganz bis zu ihrem rundlich geschlossenen Ende aus der Erde herauspräparieren konnte.

Abb. 161.Tarentula praegrandis(C. L. Koch) mit ihrem Bodenloch.

Abb. 161.Tarentula praegrandis(C. L. Koch) mit ihrem Bodenloch.

In sie tauchten die Spinnen, wenn man sie verfolgte, blitzschnell hinein und verkrochen sich bis ans unterste Ende. Man sah sie oft nahe dem Ausgang ihrer Röhre auf der Lauer sitzen; doch waren sie nicht selten auf Streifzügen unterwegs.

DieDeckel-oderMinierspinnenaus den GattungenCtenizaundNemesia, welche im westlichen Mittelmeergebiet häufig sind, und welche ich früher bei Bozen und in Italien beobachtet hatte, fand ich in Mazedonien nicht, obwohl ich sehr auf sie fahndete.

Eine zweite Art der GattungTarentula(T. apuliaeWalck.), die ich schon im Jahre 1917 bei Kaluckova gesehen hatte, ein mächtiges Tier mit dunkelbraunem Hinterleib und gelbbraun geringelten Beinen fing ich auch Mitte April bei Üsküb. Am 10. April erbeutete ich ein stattliches Weibchen, welches einen großen, kugeligen Eikokon mit sich trug. Die Begattungszeit war also bei diesem Tier so früh im Jahr schon abgeschlossen. Eine dritte ArtTarentula cuneataClerck fand ich bei Üsküb schon Anfang März.

Noch mehrere Arten der gleichen Gattung habe ich in Mazedonien beobachtet, soT. trabralisClerck in einem Kiefernwald bei Strumiza,T. pulverulentavar.aculeataClerck auch schon im März im Karadakh. Im Süden Mazedoniens warTarentula radiataLatr. häufiger; ich fand sie dort überall im Wardartal und auf den Bergen. BeiHudovabedeckten ihre Röhren weite Flächen in der Ebene,besondersin den Maulbeerpflanzungen.

Bei Kaluckova hatte ich als RöhrenbewohnerMygale ictericaC. L. Koch (Trechona) beobachtet.

In den drei Frühlingsmonaten traf ich in und um Üsküb ferner nochRuncinia lateralisC. L. Koch im März in ganz jungen Exemplaren. Unter Steinen fand ichPisaura mirabilisClerck undDrassus pubescensThor.Xysticus luctatorL. Koch lief frei herum, währendEpeira ubrichiiHahn undE. rediiScop. beim Bauen ihrer Radnetze waren undLiocranum tenuissinumL. Koch am Wardar an Pappeln herumlief.

Zur gleichen Zeit fanden sich in Zimmern, Kellern und GängenTeutana triangulosaWalck.,Pholcus opilionioidesSchrank, der auch hier eine besondere Vorliebe für Aborte zeigte,Cicurina cicurMenge und das einzige Mal in MazedonienTegenaria paganaC. L. Koch. Dazu kamenGnaphosa rufulaL. Koch undlugubrisC. L. Koch.

Auf dem Wodno, also am sonnigen Berghang, lieferte die gleiche Periode nicht weniger als 12 Spinnenarten.

Im April war auch amKatlanovosee, besonders im Schilf, der Reichtum an Spinnen groß. So fand sichHyctia canestriniiCan. und Rad. direkt in Schilfhalmen wohnend. Auch sonst fand ich die Art stets in Wassernähe, so am Wodno und bei Gewgeli am Wardar.Beckergibt dasselbe für die in Algier entdeckte,von ihm in Belgien am Meer in den Dünen beobachtete verwandte ArtH. nivoyiLuc. an.

Direkt alsWasserspinnekannDolomedes limbatusHahn bezeichnet werden, eine Art, welche zwischen dem Schilf lebt. Ihre Lebensweise scheint ganz ähnlich zu sein, wie sieBeckerfürD. fimbriatusClerck geschildert hat. Sie scheint deren südliche Vertreterin zu sein, stürzt sich wie diese ins Wasser, um da ihre Beute zu fangen.

Auch von der dritten Spinnenart, die ich im Röhricht des Katlanovosees fand, ist von ihren nördlichen Fundorten bekannt, daß sie die Nähe des Wassers liebt. So beschreibtBecker, daßEpeira cornutaClerck ihr Radnetz an, im oder über dem Wasser wachsenden Pflanzen baut. Am Katlanovosee waren die Spannfäden zwischen den Binsenrohren ausgespannt.

Ein eigenartiges, auffallendes Tier, welches auch in Deutschland nicht selten vorkommt, war dortTheridium lineatumClerck; der Rücken dieses Tieres ist silbergrau mit dunkelbraunen Längsstreifen.

Auch sonst ließe sich von mazedonischen Spinnen mancherlei berichten. Bei der Schilderung der einzelnen Gegenden und besonderer Landschaftsformen wird Gelegenheit sein, auf sie zurückzukommen.

Abb. 162. Walzenspinnen in verschiedenen Stellungen.

Abb. 162. Walzenspinnen in verschiedenen Stellungen.

Meine reiche mazedonische Spinnensammlung wurde von Dr.Roewer(Bremen) bearbeitet. Sie enthält viele für den Balkan neue Formen, wenn auch keine neuen Spezies.


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