Der Besessene.

Mir graut, ich bin besessen,Besessen von dem Gelde hier,Mein Schaffen, selbst mein Sinnen,Mein Träumen wird zu Gelde mir.Was meine Hand berühret,Wird märchenhaft zu Gelde mir,Die Sehnsucht meines HerzensWird eingelöst mit Gelde mir.Ich dürst' nach Lieb' und Freundschaft,Nach Mut, nach Frohsinn, Ehr' und Ruhm,Mein heißer Drang nach Tugend,Er setzt sich schnöd in Gelde um,Vor meiner Türe wimmern, ach,Die Hungernden und Armen,Und ich bin nicht imstande, ach,Mich ihrer zu erbarmen.O Brüder, liebe Brüder,Wie teil' ich euch von Überfluß,Da ich doch selber mittenIm schnöden Gelde darben muß.Das Geld als Segen Gottes,Das habe nie besessen ich,Doch bin von schlechtem MammonSeit Jahr und Tag besessen ich.Und weil vor dem VerlierenIn Angst und Sorg' ich beben muß,So hab' ich Not und ElendVom Geld, solang ich leben muß.Und wenn ich's einst verlassen soll,Wird doppelt hart das Sterben,Und schmähen einen Geizhals michDie tief verhaßten Erben. —O grauenhaftes Schicksal, du,Den Mammon zu verfluchen,Und ihn mit Hungers Hast und GierDoch immer müssen suchen.Dem Armen das VerschmachtenFür seine Seele frommen muß,Dieweil die meine jämmerlichIm goldnen Bann verkommen muß.O Gott, wie wird das enden noch,Was soll mich Ärmsten laben,Wenn ich den goldnen Becher leerIn lahmer Hand werd' haben!Noch einmal möcht' für GöttlichesAuf Erden ich erwarmen.Erlöse von den Banden mich,Erbarmen, Herr, Erbarmen!

Mir graut, ich bin besessen,Besessen von dem Gelde hier,Mein Schaffen, selbst mein Sinnen,Mein Träumen wird zu Gelde mir.Was meine Hand berühret,Wird märchenhaft zu Gelde mir,Die Sehnsucht meines HerzensWird eingelöst mit Gelde mir.Ich dürst' nach Lieb' und Freundschaft,Nach Mut, nach Frohsinn, Ehr' und Ruhm,Mein heißer Drang nach Tugend,Er setzt sich schnöd in Gelde um,Vor meiner Türe wimmern, ach,Die Hungernden und Armen,Und ich bin nicht imstande, ach,Mich ihrer zu erbarmen.O Brüder, liebe Brüder,Wie teil' ich euch von Überfluß,Da ich doch selber mittenIm schnöden Gelde darben muß.Das Geld als Segen Gottes,Das habe nie besessen ich,Doch bin von schlechtem MammonSeit Jahr und Tag besessen ich.Und weil vor dem VerlierenIn Angst und Sorg' ich beben muß,So hab' ich Not und ElendVom Geld, solang ich leben muß.Und wenn ich's einst verlassen soll,Wird doppelt hart das Sterben,Und schmähen einen Geizhals michDie tief verhaßten Erben. —O grauenhaftes Schicksal, du,Den Mammon zu verfluchen,Und ihn mit Hungers Hast und GierDoch immer müssen suchen.Dem Armen das VerschmachtenFür seine Seele frommen muß,Dieweil die meine jämmerlichIm goldnen Bann verkommen muß.O Gott, wie wird das enden noch,Was soll mich Ärmsten laben,Wenn ich den goldnen Becher leerIn lahmer Hand werd' haben!Noch einmal möcht' für GöttlichesAuf Erden ich erwarmen.Erlöse von den Banden mich,Erbarmen, Herr, Erbarmen!

Mir graut, ich bin besessen,Besessen von dem Gelde hier,Mein Schaffen, selbst mein Sinnen,Mein Träumen wird zu Gelde mir.Was meine Hand berühret,Wird märchenhaft zu Gelde mir,Die Sehnsucht meines HerzensWird eingelöst mit Gelde mir.Ich dürst' nach Lieb' und Freundschaft,Nach Mut, nach Frohsinn, Ehr' und Ruhm,Mein heißer Drang nach Tugend,Er setzt sich schnöd in Gelde um,Vor meiner Türe wimmern, ach,Die Hungernden und Armen,Und ich bin nicht imstande, ach,Mich ihrer zu erbarmen.O Brüder, liebe Brüder,Wie teil' ich euch von Überfluß,Da ich doch selber mittenIm schnöden Gelde darben muß.Das Geld als Segen Gottes,Das habe nie besessen ich,Doch bin von schlechtem MammonSeit Jahr und Tag besessen ich.Und weil vor dem VerlierenIn Angst und Sorg' ich beben muß,So hab' ich Not und ElendVom Geld, solang ich leben muß.Und wenn ich's einst verlassen soll,Wird doppelt hart das Sterben,Und schmähen einen Geizhals michDie tief verhaßten Erben. —O grauenhaftes Schicksal, du,Den Mammon zu verfluchen,Und ihn mit Hungers Hast und GierDoch immer müssen suchen.Dem Armen das VerschmachtenFür seine Seele frommen muß,Dieweil die meine jämmerlichIm goldnen Bann verkommen muß.O Gott, wie wird das enden noch,Was soll mich Ärmsten laben,Wenn ich den goldnen Becher leerIn lahmer Hand werd' haben!Noch einmal möcht' für GöttlichesAuf Erden ich erwarmen.Erlöse von den Banden mich,Erbarmen, Herr, Erbarmen!

Ach, wir armen Reichen werdenOft der Lästerzungen Beute!Und wir sind, bei Licht betrachtet,Doch die allerbesten Leute.Was! ich nicht getreu der Pflicht?Hab' geschworen, reich zu werden;Schuft, der seinen Eidschwur brichtUnd verachtet Gott auf Erden!Was! ich hätt' nicht Religion?Gott ist auf die Welt gekommen,Glaub' ich fromm, und hat im GoldIrdisch Wesen angenommen.Was! ich hielt' auf Ehre nicht?Darum brauch' ich Geld in Haufen,Daß ich, wo die Waare feil,Auf dem Markt kann Ehre kaufen.Also ist es lustig leben!Meine Schäden zu verhüllenEilt der eine, und der andreMeine Wünsche zu erfüllen.Hei, wie ist's doch schön auf Erden!Wo man alles kann erwerben. —Einer nur läßt lang sich suchen,Einer, der für mich will sterben.

Ach, wir armen Reichen werdenOft der Lästerzungen Beute!Und wir sind, bei Licht betrachtet,Doch die allerbesten Leute.Was! ich nicht getreu der Pflicht?Hab' geschworen, reich zu werden;Schuft, der seinen Eidschwur brichtUnd verachtet Gott auf Erden!Was! ich hätt' nicht Religion?Gott ist auf die Welt gekommen,Glaub' ich fromm, und hat im GoldIrdisch Wesen angenommen.Was! ich hielt' auf Ehre nicht?Darum brauch' ich Geld in Haufen,Daß ich, wo die Waare feil,Auf dem Markt kann Ehre kaufen.Also ist es lustig leben!Meine Schäden zu verhüllenEilt der eine, und der andreMeine Wünsche zu erfüllen.Hei, wie ist's doch schön auf Erden!Wo man alles kann erwerben. —Einer nur läßt lang sich suchen,Einer, der für mich will sterben.

Ach, wir armen Reichen werdenOft der Lästerzungen Beute!Und wir sind, bei Licht betrachtet,Doch die allerbesten Leute.

Was! ich nicht getreu der Pflicht?Hab' geschworen, reich zu werden;Schuft, der seinen Eidschwur brichtUnd verachtet Gott auf Erden!

Was! ich hätt' nicht Religion?Gott ist auf die Welt gekommen,Glaub' ich fromm, und hat im GoldIrdisch Wesen angenommen.

Was! ich hielt' auf Ehre nicht?Darum brauch' ich Geld in Haufen,Daß ich, wo die Waare feil,Auf dem Markt kann Ehre kaufen.

Also ist es lustig leben!Meine Schäden zu verhüllenEilt der eine, und der andreMeine Wünsche zu erfüllen.

Hei, wie ist's doch schön auf Erden!Wo man alles kann erwerben. —Einer nur läßt lang sich suchen,Einer, der für mich will sterben.

Da sitzt ein armer SünderAuf einer harten Bank,Wie Rosen blühn die WangenDes Jünglings, stark und schlank.Ein freies Leben führteDer junge Nimmersatt,Er tat zwar nichts aus Liebe,Doch liebte er die Tat.Er hat geraubt, gemordet,Sonst Unheil viel getan,Ein Berg von MissetatenBegräbt den jungen Mann.Ein Meer von heißen TränenIst über ihn geflossen,Und wo sein Fuß gewandelt,Kann keine Blume sprossen.Nun steht er vor den RichternIn aller Ruhe da.Man fragt: »Hast du's begangen?«Er sagt gelassen: »Ja.«Er weint nicht und er lacht nicht.Und einer, der noch glaubt,Fragt: Ob er nicht bereue?Er schüttelt kühl das Haupt.Man führt herein die Mutter,Der er den Sohn erschlagen,Sie stummt und starrt ins Leere,Kann nimmer weinen, klagen.Man führt herbei die Schwestern,Die nach dem Bruder schrein;Man trägt den zarten Säugling,Den mutterlosen, herein.Der Jüngling, kalten AugesBlickt er die Opfer an,Als fragte er: Was weiter?Ihr seht, ich hab's getan.Nur einmal strahlt sein Auge,Das kalte Auge, licht,Als die GerichtsverhandlungDer Abend unterbricht.Wohlan, jetzt kommt das SüppleinUnd dann der gute Schlummer,Er schläft die sieben Stunden,Ohn allen Gram und Kummer.Die Qualen unsrer Seele,Dir sind sie nicht bewußt,Beneidenswertes UntierMit deiner hohlen Brust.Der Erde heiße Herzglut,Sie kann dich nicht erreichen,Des Lebens wilde SchmerzflutDich nimmermehr erweichen.Das wilde G'jaid der Not,Das um den Erdball hetzet,An dem sich jedes HerzLangsam zum Tod verletzet,Du bist davor gefeit.Das Stöhnen in der BrustDes Nächsten ist dir, traun,Ergötzlichkeit und Lust.Dich bindet keine SitteUnd keine Menschlichkeit.Immun bist gegen Liebe,Immun auch gegen Leid.Dein Sittensprüchlein lautet:'s gibt weder Gut noch Schlecht.Wer siegt, das ist der Herrscher,Wer stark ist, der hat recht. —Des andern Tags die RichterErörtern das Gesetz;Dich langweilt »dieses ödeUnd müßige Geschwätz«.Von Gut und Böse jenseitsBist du durch nichts beenget,Kein Mitleid, kein GewissenJe dein Gemüt bedränget.Die Macht war deine Gottheit. —Nun hat sie sich gewandt,Der Stärkre hat den SchwächernVor das Gericht gebannt.Wirst du es auch nicht spüren,Du eisenharter Mann,Wenn sie an dir vollführen,Was andern du getan?Vielleicht kommt doch zum VorscheinBei dir ein bißchen Herz,Wenn du dich hebst das erstemalIm Leben — himmelwärts.Im Saale auf die RichterDas Volk mit Bangen harrt.Der Knab' schaut in die RundeUnd streicht den jungen Bart.Es will ihn fast befremden,Daß jetzt die Frauen weinenUnd bangen, als die RichterZum Urteilsspruch erscheinen.Nun wird es dumpf und schwülAls wie in einem Grab.Der Richter hebt sich hoch —Tritt vor — und bricht den Stab.»Zum Tod!« haucht es, »zum Tode!«Dann alles stumpf und stumm. —Der Mörder blickt mit Staunen:»Zum Tode? — Wen? — Warum?Zum Tode mich?!« er ruft's,»Zum Tode durch das Strängen?Der einzige starke Mensch— Und wollen ihn jetzt hängen!«

Da sitzt ein armer SünderAuf einer harten Bank,Wie Rosen blühn die WangenDes Jünglings, stark und schlank.Ein freies Leben führteDer junge Nimmersatt,Er tat zwar nichts aus Liebe,Doch liebte er die Tat.Er hat geraubt, gemordet,Sonst Unheil viel getan,Ein Berg von MissetatenBegräbt den jungen Mann.Ein Meer von heißen TränenIst über ihn geflossen,Und wo sein Fuß gewandelt,Kann keine Blume sprossen.Nun steht er vor den RichternIn aller Ruhe da.Man fragt: »Hast du's begangen?«Er sagt gelassen: »Ja.«Er weint nicht und er lacht nicht.Und einer, der noch glaubt,Fragt: Ob er nicht bereue?Er schüttelt kühl das Haupt.Man führt herein die Mutter,Der er den Sohn erschlagen,Sie stummt und starrt ins Leere,Kann nimmer weinen, klagen.Man führt herbei die Schwestern,Die nach dem Bruder schrein;Man trägt den zarten Säugling,Den mutterlosen, herein.Der Jüngling, kalten AugesBlickt er die Opfer an,Als fragte er: Was weiter?Ihr seht, ich hab's getan.Nur einmal strahlt sein Auge,Das kalte Auge, licht,Als die GerichtsverhandlungDer Abend unterbricht.Wohlan, jetzt kommt das SüppleinUnd dann der gute Schlummer,Er schläft die sieben Stunden,Ohn allen Gram und Kummer.Die Qualen unsrer Seele,Dir sind sie nicht bewußt,Beneidenswertes UntierMit deiner hohlen Brust.Der Erde heiße Herzglut,Sie kann dich nicht erreichen,Des Lebens wilde SchmerzflutDich nimmermehr erweichen.Das wilde G'jaid der Not,Das um den Erdball hetzet,An dem sich jedes HerzLangsam zum Tod verletzet,Du bist davor gefeit.Das Stöhnen in der BrustDes Nächsten ist dir, traun,Ergötzlichkeit und Lust.Dich bindet keine SitteUnd keine Menschlichkeit.Immun bist gegen Liebe,Immun auch gegen Leid.Dein Sittensprüchlein lautet:'s gibt weder Gut noch Schlecht.Wer siegt, das ist der Herrscher,Wer stark ist, der hat recht. —Des andern Tags die RichterErörtern das Gesetz;Dich langweilt »dieses ödeUnd müßige Geschwätz«.Von Gut und Böse jenseitsBist du durch nichts beenget,Kein Mitleid, kein GewissenJe dein Gemüt bedränget.Die Macht war deine Gottheit. —Nun hat sie sich gewandt,Der Stärkre hat den SchwächernVor das Gericht gebannt.Wirst du es auch nicht spüren,Du eisenharter Mann,Wenn sie an dir vollführen,Was andern du getan?Vielleicht kommt doch zum VorscheinBei dir ein bißchen Herz,Wenn du dich hebst das erstemalIm Leben — himmelwärts.Im Saale auf die RichterDas Volk mit Bangen harrt.Der Knab' schaut in die RundeUnd streicht den jungen Bart.Es will ihn fast befremden,Daß jetzt die Frauen weinenUnd bangen, als die RichterZum Urteilsspruch erscheinen.Nun wird es dumpf und schwülAls wie in einem Grab.Der Richter hebt sich hoch —Tritt vor — und bricht den Stab.»Zum Tod!« haucht es, »zum Tode!«Dann alles stumpf und stumm. —Der Mörder blickt mit Staunen:»Zum Tode? — Wen? — Warum?Zum Tode mich?!« er ruft's,»Zum Tode durch das Strängen?Der einzige starke Mensch— Und wollen ihn jetzt hängen!«

Da sitzt ein armer SünderAuf einer harten Bank,Wie Rosen blühn die WangenDes Jünglings, stark und schlank.

Ein freies Leben führteDer junge Nimmersatt,Er tat zwar nichts aus Liebe,Doch liebte er die Tat.

Er hat geraubt, gemordet,Sonst Unheil viel getan,Ein Berg von MissetatenBegräbt den jungen Mann.

Ein Meer von heißen TränenIst über ihn geflossen,Und wo sein Fuß gewandelt,Kann keine Blume sprossen.

Nun steht er vor den RichternIn aller Ruhe da.Man fragt: »Hast du's begangen?«Er sagt gelassen: »Ja.«

Er weint nicht und er lacht nicht.Und einer, der noch glaubt,Fragt: Ob er nicht bereue?Er schüttelt kühl das Haupt.

Man führt herein die Mutter,Der er den Sohn erschlagen,Sie stummt und starrt ins Leere,Kann nimmer weinen, klagen.

Man führt herbei die Schwestern,Die nach dem Bruder schrein;Man trägt den zarten Säugling,Den mutterlosen, herein.

Der Jüngling, kalten AugesBlickt er die Opfer an,Als fragte er: Was weiter?Ihr seht, ich hab's getan.

Nur einmal strahlt sein Auge,Das kalte Auge, licht,Als die GerichtsverhandlungDer Abend unterbricht.

Wohlan, jetzt kommt das SüppleinUnd dann der gute Schlummer,Er schläft die sieben Stunden,Ohn allen Gram und Kummer.

Die Qualen unsrer Seele,Dir sind sie nicht bewußt,Beneidenswertes UntierMit deiner hohlen Brust.

Der Erde heiße Herzglut,Sie kann dich nicht erreichen,Des Lebens wilde SchmerzflutDich nimmermehr erweichen.

Das wilde G'jaid der Not,Das um den Erdball hetzet,An dem sich jedes HerzLangsam zum Tod verletzet,

Du bist davor gefeit.Das Stöhnen in der BrustDes Nächsten ist dir, traun,Ergötzlichkeit und Lust.

Dich bindet keine SitteUnd keine Menschlichkeit.Immun bist gegen Liebe,Immun auch gegen Leid.

Dein Sittensprüchlein lautet:'s gibt weder Gut noch Schlecht.Wer siegt, das ist der Herrscher,Wer stark ist, der hat recht. —

Des andern Tags die RichterErörtern das Gesetz;Dich langweilt »dieses ödeUnd müßige Geschwätz«.

Von Gut und Böse jenseitsBist du durch nichts beenget,Kein Mitleid, kein GewissenJe dein Gemüt bedränget.

Die Macht war deine Gottheit. —Nun hat sie sich gewandt,Der Stärkre hat den SchwächernVor das Gericht gebannt.

Wirst du es auch nicht spüren,Du eisenharter Mann,Wenn sie an dir vollführen,Was andern du getan?

Vielleicht kommt doch zum VorscheinBei dir ein bißchen Herz,Wenn du dich hebst das erstemalIm Leben — himmelwärts.

Im Saale auf die RichterDas Volk mit Bangen harrt.Der Knab' schaut in die RundeUnd streicht den jungen Bart.

Es will ihn fast befremden,Daß jetzt die Frauen weinenUnd bangen, als die RichterZum Urteilsspruch erscheinen.

Nun wird es dumpf und schwülAls wie in einem Grab.Der Richter hebt sich hoch —Tritt vor — und bricht den Stab.

»Zum Tod!« haucht es, »zum Tode!«Dann alles stumpf und stumm. —Der Mörder blickt mit Staunen:»Zum Tode? — Wen? — Warum?

Zum Tode mich?!« er ruft's,»Zum Tode durch das Strängen?Der einzige starke Mensch— Und wollen ihn jetzt hängen!«

Wir säen Samen,Es wachst nix.Wir schreiben Dramen,Es wirkt nix.Wir erzählen Geschichten,Es tut nix.Wir dichten Gedichten,Es hilft nix.Wir sprechen Sprüche,Es nutzt nix.Wir fluchen Flüche,Es schad't nix.

Wir säen Samen,Es wachst nix.Wir schreiben Dramen,Es wirkt nix.Wir erzählen Geschichten,Es tut nix.Wir dichten Gedichten,Es hilft nix.Wir sprechen Sprüche,Es nutzt nix.Wir fluchen Flüche,Es schad't nix.

Wir säen Samen,Es wachst nix.Wir schreiben Dramen,Es wirkt nix.Wir erzählen Geschichten,Es tut nix.

Wir dichten Gedichten,Es hilft nix.Wir sprechen Sprüche,Es nutzt nix.Wir fluchen Flüche,Es schad't nix.

Dichter, wenn du für die LeuteDichten willst, so sei gescheute,Baue, sollst du etwas gelten,Ihnen pappendeckne Welten,Helden, die mit SpagatschnürenHübsch sind durch den Plan zu führen.Dichte Gärten, wo die GrillenStatt zu zirpen Flöten spielen.Und zur schönen AugenweideDichte Rosen fein aus Seide,Daß sie duften, Herr Verfasser,Dichte Tau aus Kölnerwasser.Mit Magie und ZauberstückenMagst du ihren Kopf berücken.Lorbeerkranz wird zwar nicht echt sein,Doch aus Gold wird er dir recht sein. —Eins nur, laß die Leute schauenNie in deines Herzens Auen.Deines Gartens schönste Blüte,Holde Rosen im GemüteWürden sie auf Graswert messenUnd mit plumpen Schnauzen fressen.

Dichter, wenn du für die LeuteDichten willst, so sei gescheute,Baue, sollst du etwas gelten,Ihnen pappendeckne Welten,Helden, die mit SpagatschnürenHübsch sind durch den Plan zu führen.Dichte Gärten, wo die GrillenStatt zu zirpen Flöten spielen.Und zur schönen AugenweideDichte Rosen fein aus Seide,Daß sie duften, Herr Verfasser,Dichte Tau aus Kölnerwasser.Mit Magie und ZauberstückenMagst du ihren Kopf berücken.Lorbeerkranz wird zwar nicht echt sein,Doch aus Gold wird er dir recht sein. —Eins nur, laß die Leute schauenNie in deines Herzens Auen.Deines Gartens schönste Blüte,Holde Rosen im GemüteWürden sie auf Graswert messenUnd mit plumpen Schnauzen fressen.

Dichter, wenn du für die LeuteDichten willst, so sei gescheute,Baue, sollst du etwas gelten,Ihnen pappendeckne Welten,Helden, die mit SpagatschnürenHübsch sind durch den Plan zu führen.Dichte Gärten, wo die GrillenStatt zu zirpen Flöten spielen.Und zur schönen AugenweideDichte Rosen fein aus Seide,Daß sie duften, Herr Verfasser,Dichte Tau aus Kölnerwasser.Mit Magie und ZauberstückenMagst du ihren Kopf berücken.Lorbeerkranz wird zwar nicht echt sein,Doch aus Gold wird er dir recht sein. —Eins nur, laß die Leute schauenNie in deines Herzens Auen.Deines Gartens schönste Blüte,Holde Rosen im GemüteWürden sie auf Graswert messenUnd mit plumpen Schnauzen fressen.

Während eines blutigen Krieges.

Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier! —Zerberste, zerschelle in schnöde Scherben,Stöhne, schrille im Sterben zum letztenmal falschen Gesang! —Da sangen die SaitenVon grünender Erde! —Rot muß sie sein, von Menschenblut rot sein!Schießt und stecht und schlaget sie niederDie Menschen, die elenden, wo ihr sie findet!Auf furchigen Feldern,Bei goldenen Garben,Heiteren Herzens im Schäferhaine;In brausender Werkstatt voll regen Fleißes,Auf rollenden Rädern,Auf wogenden Wellen in Handel und Wandel;Auch zwischen den Wänden der Schule, des Wissens,Im Tempel der göttlichen Kunst, erglühendIm Schönen und Wahren.Wo ihr sie findet, trotzig sich freuend, die Menschen,Schießt und stecht und schlaget sie nieder!Was soll sie, die flackernde FlammeAm häuslichen Herde?Befreit sie und pflanzt die lebendigen FahnenAuf Türme und Dächer,Auf prangende Zinnen stolzer Paläste!Was lohet und leuchtet entfachet zu Lunten,Gebilde der Menschen schmelzt ein in den Gluttopf.Da sangen die SaitenVon blauem Himmel voll Sonnen und Sterne!Rot muß er sein, der herrliche Himmel muß rot sein!Tauchet die Pinsel in brennende StädteMalet mit lohen Gluten den Himmel;Wölbet mit Wolken des wogenden RauchesDen Flammenofen über der Erde,Daß keine der sengenden Sonnen, der stechenden SterneKeiner uns trübe das Schauspiel!Da sangen die SaitenVon rosigem Antlitz der Jugend.Sie sangen von Liebe im Herzen, von Lust in der Brust wohl,Von trautester Treue, bis einstmals der Tod trennt. —Fehde den lugvollen, trugvollen, gleißenden Saiten!Im Herzen ist Haß.In der Brust brausen Brände!O reißt auseinander die liebeträumenden Leben.Das Weib mag weinen und welken,Der Mann muß erbleichen — und brechen die Liebe.Reißet den Sohn vom sehnenden Herzen der Mutter,Einsam sollen sie sterben und starrenden Auges verwesen!Haß dem Guten, dem göttlich Gerechten,Haß dem Hohen und Holden!Im Herzen ist Haß,Entfachet zur flammenden Tat ihn:Die Lebenden tötet, die Toten rächet,Daß ewige Rache die Menschheit richte! —Da sangen die SaitenVon Leben und Liebe,Von Friede und Freude,Von wahrer, erhabener Menschenvollendung!— — — — — — — — — — — — — —Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier!

Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier! —Zerberste, zerschelle in schnöde Scherben,Stöhne, schrille im Sterben zum letztenmal falschen Gesang! —Da sangen die SaitenVon grünender Erde! —Rot muß sie sein, von Menschenblut rot sein!Schießt und stecht und schlaget sie niederDie Menschen, die elenden, wo ihr sie findet!Auf furchigen Feldern,Bei goldenen Garben,Heiteren Herzens im Schäferhaine;In brausender Werkstatt voll regen Fleißes,Auf rollenden Rädern,Auf wogenden Wellen in Handel und Wandel;Auch zwischen den Wänden der Schule, des Wissens,Im Tempel der göttlichen Kunst, erglühendIm Schönen und Wahren.Wo ihr sie findet, trotzig sich freuend, die Menschen,Schießt und stecht und schlaget sie nieder!Was soll sie, die flackernde FlammeAm häuslichen Herde?Befreit sie und pflanzt die lebendigen FahnenAuf Türme und Dächer,Auf prangende Zinnen stolzer Paläste!Was lohet und leuchtet entfachet zu Lunten,Gebilde der Menschen schmelzt ein in den Gluttopf.Da sangen die SaitenVon blauem Himmel voll Sonnen und Sterne!Rot muß er sein, der herrliche Himmel muß rot sein!Tauchet die Pinsel in brennende StädteMalet mit lohen Gluten den Himmel;Wölbet mit Wolken des wogenden RauchesDen Flammenofen über der Erde,Daß keine der sengenden Sonnen, der stechenden SterneKeiner uns trübe das Schauspiel!Da sangen die SaitenVon rosigem Antlitz der Jugend.Sie sangen von Liebe im Herzen, von Lust in der Brust wohl,Von trautester Treue, bis einstmals der Tod trennt. —Fehde den lugvollen, trugvollen, gleißenden Saiten!Im Herzen ist Haß.In der Brust brausen Brände!O reißt auseinander die liebeträumenden Leben.Das Weib mag weinen und welken,Der Mann muß erbleichen — und brechen die Liebe.Reißet den Sohn vom sehnenden Herzen der Mutter,Einsam sollen sie sterben und starrenden Auges verwesen!Haß dem Guten, dem göttlich Gerechten,Haß dem Hohen und Holden!Im Herzen ist Haß,Entfachet zur flammenden Tat ihn:Die Lebenden tötet, die Toten rächet,Daß ewige Rache die Menschheit richte! —Da sangen die SaitenVon Leben und Liebe,Von Friede und Freude,Von wahrer, erhabener Menschenvollendung!— — — — — — — — — — — — — —Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier!

Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier! —Zerberste, zerschelle in schnöde Scherben,Stöhne, schrille im Sterben zum letztenmal falschen Gesang! —

Da sangen die SaitenVon grünender Erde! —Rot muß sie sein, von Menschenblut rot sein!Schießt und stecht und schlaget sie niederDie Menschen, die elenden, wo ihr sie findet!Auf furchigen Feldern,Bei goldenen Garben,Heiteren Herzens im Schäferhaine;In brausender Werkstatt voll regen Fleißes,Auf rollenden Rädern,Auf wogenden Wellen in Handel und Wandel;Auch zwischen den Wänden der Schule, des Wissens,Im Tempel der göttlichen Kunst, erglühendIm Schönen und Wahren.Wo ihr sie findet, trotzig sich freuend, die Menschen,Schießt und stecht und schlaget sie nieder!

Was soll sie, die flackernde FlammeAm häuslichen Herde?Befreit sie und pflanzt die lebendigen FahnenAuf Türme und Dächer,Auf prangende Zinnen stolzer Paläste!Was lohet und leuchtet entfachet zu Lunten,Gebilde der Menschen schmelzt ein in den Gluttopf.

Da sangen die SaitenVon blauem Himmel voll Sonnen und Sterne!Rot muß er sein, der herrliche Himmel muß rot sein!Tauchet die Pinsel in brennende StädteMalet mit lohen Gluten den Himmel;Wölbet mit Wolken des wogenden RauchesDen Flammenofen über der Erde,Daß keine der sengenden Sonnen, der stechenden SterneKeiner uns trübe das Schauspiel!

Da sangen die SaitenVon rosigem Antlitz der Jugend.Sie sangen von Liebe im Herzen, von Lust in der Brust wohl,Von trautester Treue, bis einstmals der Tod trennt. —Fehde den lugvollen, trugvollen, gleißenden Saiten!Im Herzen ist Haß.In der Brust brausen Brände!O reißt auseinander die liebeträumenden Leben.

Das Weib mag weinen und welken,Der Mann muß erbleichen — und brechen die Liebe.Reißet den Sohn vom sehnenden Herzen der Mutter,Einsam sollen sie sterben und starrenden Auges verwesen!

Haß dem Guten, dem göttlich Gerechten,Haß dem Hohen und Holden!Im Herzen ist Haß,Entfachet zur flammenden Tat ihn:Die Lebenden tötet, die Toten rächet,Daß ewige Rache die Menschheit richte! —

Da sangen die SaitenVon Leben und Liebe,Von Friede und Freude,Von wahrer, erhabener Menschenvollendung!

— — — — — — — — — — — — — —

Am erstbesten Eichbaum zerschlag' ich die Leier!

Es mußt' ein wildes Schlachten kommen,Du, Welt, verträgst den Frieden nicht,Du schreist nach ihm, und naht er schüchtern,So schlägst du ihm ins Angesicht.Ich sah noch keinen Tag erstehen,Der nicht entfacht vom Reinen war,Und keine Sonne sah ich sinken,Die trüb nicht vom Gemeinen war.O dummes, bettelhaftes PrahlenMit deines Fortschritts großen Siegen,Wenn unter den brutalen FüßenZermalmt der Seele Schätze liegen.Zermalmt ist mit den GötzenbildernAuch Jovis hehre Lichtgestalt,Und deine neuen Lichter leuchten,So wie der Fäulnis Phosphor strahlt.Du weißt so viel und bist nicht weise,O sage, Welt, ob dir denn wohl istBei deiner krausen Hochkultur, dieAußen bunt und innen hohl ist?Den Hexentanz des Lebens tanztDie Kunst getreulich mit; die TaubeEntsank den reinen HimmelshöhenUnd flattert halbbetäubt im Staube.Die Güte und die Menschenwürde,In heißen Kämpfen dir errungen,Ist fremd geworden deinem Herzen,Ein Schmuck nur wortelustiger Zungen.O, nichts vom vorigen JahrhundertHast du dir, Welt, gemacht zu Nutzen,Als bloß die Kunst, mit frechem FlunkerAll deine Torheit aufzuputzen.Die graugelockte Weisheit schweiget,Die unerfahrne Jugend spricht;Besiegt, ruft sie, sind Elemente!— Die Leidenschaften sind es nicht.Von Hohn und Geifer der ParteienSeh' ich mein Vaterland beflecket,Die Führer blind und taumelnd, bis sieEin grauses Menetekel wecket.Dann mitten in der wilden DrangsalWird männiglich die Welt verfluchen,Doch ringend mit den NachtdämonenDen Flug in lichtere Höhn versuchen.Das stete Glück macht Sünder, Toren,Und kleines Unheil Weltverhöhner.Die maßlos schwere Not allein istDer große Sühner und Versöhner.

Es mußt' ein wildes Schlachten kommen,Du, Welt, verträgst den Frieden nicht,Du schreist nach ihm, und naht er schüchtern,So schlägst du ihm ins Angesicht.Ich sah noch keinen Tag erstehen,Der nicht entfacht vom Reinen war,Und keine Sonne sah ich sinken,Die trüb nicht vom Gemeinen war.O dummes, bettelhaftes PrahlenMit deines Fortschritts großen Siegen,Wenn unter den brutalen FüßenZermalmt der Seele Schätze liegen.Zermalmt ist mit den GötzenbildernAuch Jovis hehre Lichtgestalt,Und deine neuen Lichter leuchten,So wie der Fäulnis Phosphor strahlt.Du weißt so viel und bist nicht weise,O sage, Welt, ob dir denn wohl istBei deiner krausen Hochkultur, dieAußen bunt und innen hohl ist?Den Hexentanz des Lebens tanztDie Kunst getreulich mit; die TaubeEntsank den reinen HimmelshöhenUnd flattert halbbetäubt im Staube.Die Güte und die Menschenwürde,In heißen Kämpfen dir errungen,Ist fremd geworden deinem Herzen,Ein Schmuck nur wortelustiger Zungen.O, nichts vom vorigen JahrhundertHast du dir, Welt, gemacht zu Nutzen,Als bloß die Kunst, mit frechem FlunkerAll deine Torheit aufzuputzen.Die graugelockte Weisheit schweiget,Die unerfahrne Jugend spricht;Besiegt, ruft sie, sind Elemente!— Die Leidenschaften sind es nicht.Von Hohn und Geifer der ParteienSeh' ich mein Vaterland beflecket,Die Führer blind und taumelnd, bis sieEin grauses Menetekel wecket.Dann mitten in der wilden DrangsalWird männiglich die Welt verfluchen,Doch ringend mit den NachtdämonenDen Flug in lichtere Höhn versuchen.Das stete Glück macht Sünder, Toren,Und kleines Unheil Weltverhöhner.Die maßlos schwere Not allein istDer große Sühner und Versöhner.

Es mußt' ein wildes Schlachten kommen,Du, Welt, verträgst den Frieden nicht,Du schreist nach ihm, und naht er schüchtern,So schlägst du ihm ins Angesicht.

Ich sah noch keinen Tag erstehen,Der nicht entfacht vom Reinen war,Und keine Sonne sah ich sinken,Die trüb nicht vom Gemeinen war.

O dummes, bettelhaftes PrahlenMit deines Fortschritts großen Siegen,Wenn unter den brutalen FüßenZermalmt der Seele Schätze liegen.

Zermalmt ist mit den GötzenbildernAuch Jovis hehre Lichtgestalt,Und deine neuen Lichter leuchten,So wie der Fäulnis Phosphor strahlt.

Du weißt so viel und bist nicht weise,O sage, Welt, ob dir denn wohl istBei deiner krausen Hochkultur, dieAußen bunt und innen hohl ist?

Den Hexentanz des Lebens tanztDie Kunst getreulich mit; die TaubeEntsank den reinen HimmelshöhenUnd flattert halbbetäubt im Staube.

Die Güte und die Menschenwürde,In heißen Kämpfen dir errungen,Ist fremd geworden deinem Herzen,Ein Schmuck nur wortelustiger Zungen.

O, nichts vom vorigen JahrhundertHast du dir, Welt, gemacht zu Nutzen,Als bloß die Kunst, mit frechem FlunkerAll deine Torheit aufzuputzen.

Die graugelockte Weisheit schweiget,Die unerfahrne Jugend spricht;Besiegt, ruft sie, sind Elemente!— Die Leidenschaften sind es nicht.

Von Hohn und Geifer der ParteienSeh' ich mein Vaterland beflecket,Die Führer blind und taumelnd, bis sieEin grauses Menetekel wecket.

Dann mitten in der wilden DrangsalWird männiglich die Welt verfluchen,Doch ringend mit den NachtdämonenDen Flug in lichtere Höhn versuchen.

Das stete Glück macht Sünder, Toren,Und kleines Unheil Weltverhöhner.Die maßlos schwere Not allein istDer große Sühner und Versöhner.

In einer WinternachtHab' ich dies Lied erdacht,Es sei als MinnesangDer Mitwelt dargebracht. —Ihr Menschen seid nicht wert,Daß man euch liebt und ehrt,Daß man sein Herzblut gibtFür das, was ihr begehrt,Denn euer Wunsch ist Wahn,Und schief ist eure Bahn,Und jeden steinigt ihr,Der euch ein Gut gewann.Der euch ein Gut gewann,Und euch ein Heil ersann;Und es geschieht ihm recht,Denn er hat schlecht getan.Wer eure Laster schürtUnd euch zum Abgrund führt,Dem euer schändendesUnd falsches Lob gebührt.Für dies Geschlecht des KainKann Abscheu nur allein,Statt Lieb' und Opferlust,Die rechte Gabe sein.

In einer WinternachtHab' ich dies Lied erdacht,Es sei als MinnesangDer Mitwelt dargebracht. —Ihr Menschen seid nicht wert,Daß man euch liebt und ehrt,Daß man sein Herzblut gibtFür das, was ihr begehrt,Denn euer Wunsch ist Wahn,Und schief ist eure Bahn,Und jeden steinigt ihr,Der euch ein Gut gewann.Der euch ein Gut gewann,Und euch ein Heil ersann;Und es geschieht ihm recht,Denn er hat schlecht getan.Wer eure Laster schürtUnd euch zum Abgrund führt,Dem euer schändendesUnd falsches Lob gebührt.Für dies Geschlecht des KainKann Abscheu nur allein,Statt Lieb' und Opferlust,Die rechte Gabe sein.

In einer WinternachtHab' ich dies Lied erdacht,Es sei als MinnesangDer Mitwelt dargebracht. —Ihr Menschen seid nicht wert,Daß man euch liebt und ehrt,Daß man sein Herzblut gibtFür das, was ihr begehrt,Denn euer Wunsch ist Wahn,Und schief ist eure Bahn,Und jeden steinigt ihr,Der euch ein Gut gewann.Der euch ein Gut gewann,Und euch ein Heil ersann;Und es geschieht ihm recht,Denn er hat schlecht getan.Wer eure Laster schürtUnd euch zum Abgrund führt,Dem euer schändendesUnd falsches Lob gebührt.Für dies Geschlecht des KainKann Abscheu nur allein,Statt Lieb' und Opferlust,Die rechte Gabe sein.

Was ich suchte, konnt' ich lang' nicht finden,Was ich liebte, tat zu schnell entschwinden,Was ich haßte, wollt' mich überwinden.Doch, was linde Lieb' nicht mochte wagen,Daß hat droher Trotz zurückgeschlagen,Und der Kampf hat mich zur Kraft getragen.

Was ich suchte, konnt' ich lang' nicht finden,Was ich liebte, tat zu schnell entschwinden,Was ich haßte, wollt' mich überwinden.Doch, was linde Lieb' nicht mochte wagen,Daß hat droher Trotz zurückgeschlagen,Und der Kampf hat mich zur Kraft getragen.

Was ich suchte, konnt' ich lang' nicht finden,Was ich liebte, tat zu schnell entschwinden,Was ich haßte, wollt' mich überwinden.

Doch, was linde Lieb' nicht mochte wagen,Daß hat droher Trotz zurückgeschlagen,Und der Kampf hat mich zur Kraft getragen.

Die Menschen bauen, die Menschen zerstören,Sie lieben, umarmen und schlagen sich tot;Sie schwärmen von Schönheit, Tugend und Ehren,Sie klimmen hinan mit großer Not.Doch sind sie oben nahe dem Ziele,So stirbt der Drang, es kehrt sich der Wille —Sie stürzen sich wieder hinab in den Kot.Das ist der Geschichte ewiger Lauf,Wir können's nicht wenden,Nicht ändern und enden,Unsre Bestimmung ist ewiges RingenGen Himmel hinauf.

Die Menschen bauen, die Menschen zerstören,Sie lieben, umarmen und schlagen sich tot;Sie schwärmen von Schönheit, Tugend und Ehren,Sie klimmen hinan mit großer Not.Doch sind sie oben nahe dem Ziele,So stirbt der Drang, es kehrt sich der Wille —Sie stürzen sich wieder hinab in den Kot.Das ist der Geschichte ewiger Lauf,Wir können's nicht wenden,Nicht ändern und enden,Unsre Bestimmung ist ewiges RingenGen Himmel hinauf.

Die Menschen bauen, die Menschen zerstören,Sie lieben, umarmen und schlagen sich tot;Sie schwärmen von Schönheit, Tugend und Ehren,Sie klimmen hinan mit großer Not.Doch sind sie oben nahe dem Ziele,So stirbt der Drang, es kehrt sich der Wille —Sie stürzen sich wieder hinab in den Kot.Das ist der Geschichte ewiger Lauf,Wir können's nicht wenden,Nicht ändern und enden,Unsre Bestimmung ist ewiges RingenGen Himmel hinauf.

Wenn die wilden Wetter schlagenUnd die giftigen Seuchen toben,Welch ein grauses Heulen, Klagen,An den hohen Himmel oben!Großer Gott, für solche ArmenHätt' ich wahrlich kein Erbarmen.Hemmest du die bösen WetterUnd die giftgeschwellten Seuchen,Machen sie mit KriegsgeschmetterAus sich selber tausend Leichen.

Wenn die wilden Wetter schlagenUnd die giftigen Seuchen toben,Welch ein grauses Heulen, Klagen,An den hohen Himmel oben!Großer Gott, für solche ArmenHätt' ich wahrlich kein Erbarmen.Hemmest du die bösen WetterUnd die giftgeschwellten Seuchen,Machen sie mit KriegsgeschmetterAus sich selber tausend Leichen.

Wenn die wilden Wetter schlagenUnd die giftigen Seuchen toben,Welch ein grauses Heulen, Klagen,An den hohen Himmel oben!

Großer Gott, für solche ArmenHätt' ich wahrlich kein Erbarmen.Hemmest du die bösen WetterUnd die giftgeschwellten Seuchen,Machen sie mit KriegsgeschmetterAus sich selber tausend Leichen.

Doch, was auf Erden keimt,O laß es reifen,Und was im Menschen ruht,Das laß erstehn.O Gott, laß dieses irrende,Nach deinen Höhen ringende,Dies arme, herrliche GeschlechtNicht untergehn!

Doch, was auf Erden keimt,O laß es reifen,Und was im Menschen ruht,Das laß erstehn.O Gott, laß dieses irrende,Nach deinen Höhen ringende,Dies arme, herrliche GeschlechtNicht untergehn!

Doch, was auf Erden keimt,O laß es reifen,Und was im Menschen ruht,Das laß erstehn.O Gott, laß dieses irrende,Nach deinen Höhen ringende,Dies arme, herrliche GeschlechtNicht untergehn!

Mein Sänger, laß' den WiderpartUnd sing' ein lustig Liedel,Und lade sie zur HimmelfahrtMit einer hellen Fiedel.Es ruft den einen zwar der HerrMit dumpfem Donnerkrachen,Den andern lockt er noch vielmehrMit heiterem Sonnenlachen.Der eine folgt den Elegie'n,Der andre frohen Stanzen;Man kann wohl in den Himmel knienMan kann auch hinein tanzen.

Mein Sänger, laß' den WiderpartUnd sing' ein lustig Liedel,Und lade sie zur HimmelfahrtMit einer hellen Fiedel.Es ruft den einen zwar der HerrMit dumpfem Donnerkrachen,Den andern lockt er noch vielmehrMit heiterem Sonnenlachen.Der eine folgt den Elegie'n,Der andre frohen Stanzen;Man kann wohl in den Himmel knienMan kann auch hinein tanzen.

Mein Sänger, laß' den WiderpartUnd sing' ein lustig Liedel,Und lade sie zur HimmelfahrtMit einer hellen Fiedel.

Es ruft den einen zwar der HerrMit dumpfem Donnerkrachen,Den andern lockt er noch vielmehrMit heiterem Sonnenlachen.

Der eine folgt den Elegie'n,Der andre frohen Stanzen;Man kann wohl in den Himmel knienMan kann auch hinein tanzen.

Unendlich der Raum,Unendlich die Zeit,Kein Ziel und HaltIn Ewigkeit.Die Kinder des Leides, sie sehnen und rufen,Sie irren und zweifeln in Nacht und NotUnd suchen nach Gott.Sie suchen im Buchstaben,Sie suchen im Bild,Sie beten und bluten,Sie streiten wild,Entzünden die Scheiter zur lodernden Fackel,Sie suchen im Kelch und suchen im Brot:»Wo bist du, Gott?«Sie suchen im Leben,Sie suchen in Kunst,Sie suchen in GrübelnUnd Liebesbrunst,Sie suchen im düsteren Schatten der Tempel,Sie rufen in der Freiheit Morgenrot:»Wo bist du, Gott?«Die Armen, sie wandernAm Pilgerstab,Die Weisen, sie suchenDie Himmel ab,Sie suchen im schuldlosen Kindesherzen,Und fragen mit Grauen den starren Tod:»Wo bist du, Gott?«Und sieh, im SuchenUnd heißen StreitSteht immer der HerrAn ihrer Seit',Und klopft ihnen lächelnd wohl auf die Achsel:»Ihr Kinder, schaut euch doch einmal um!Seid nicht so dumm.«

Unendlich der Raum,Unendlich die Zeit,Kein Ziel und HaltIn Ewigkeit.Die Kinder des Leides, sie sehnen und rufen,Sie irren und zweifeln in Nacht und NotUnd suchen nach Gott.Sie suchen im Buchstaben,Sie suchen im Bild,Sie beten und bluten,Sie streiten wild,Entzünden die Scheiter zur lodernden Fackel,Sie suchen im Kelch und suchen im Brot:»Wo bist du, Gott?«Sie suchen im Leben,Sie suchen in Kunst,Sie suchen in GrübelnUnd Liebesbrunst,Sie suchen im düsteren Schatten der Tempel,Sie rufen in der Freiheit Morgenrot:»Wo bist du, Gott?«Die Armen, sie wandernAm Pilgerstab,Die Weisen, sie suchenDie Himmel ab,Sie suchen im schuldlosen Kindesherzen,Und fragen mit Grauen den starren Tod:»Wo bist du, Gott?«Und sieh, im SuchenUnd heißen StreitSteht immer der HerrAn ihrer Seit',Und klopft ihnen lächelnd wohl auf die Achsel:»Ihr Kinder, schaut euch doch einmal um!Seid nicht so dumm.«

Unendlich der Raum,Unendlich die Zeit,Kein Ziel und HaltIn Ewigkeit.Die Kinder des Leides, sie sehnen und rufen,Sie irren und zweifeln in Nacht und NotUnd suchen nach Gott.

Sie suchen im Buchstaben,Sie suchen im Bild,Sie beten und bluten,Sie streiten wild,Entzünden die Scheiter zur lodernden Fackel,Sie suchen im Kelch und suchen im Brot:»Wo bist du, Gott?«

Sie suchen im Leben,Sie suchen in Kunst,Sie suchen in GrübelnUnd Liebesbrunst,Sie suchen im düsteren Schatten der Tempel,Sie rufen in der Freiheit Morgenrot:»Wo bist du, Gott?«

Die Armen, sie wandernAm Pilgerstab,Die Weisen, sie suchenDie Himmel ab,Sie suchen im schuldlosen Kindesherzen,Und fragen mit Grauen den starren Tod:»Wo bist du, Gott?«

Und sieh, im SuchenUnd heißen StreitSteht immer der HerrAn ihrer Seit',Und klopft ihnen lächelnd wohl auf die Achsel:»Ihr Kinder, schaut euch doch einmal um!Seid nicht so dumm.«

Willst du jene Höh' erreichen,Wo im Schatten kühler EichenSündenlos die Helden stehn:Laß dich nicht von Lust berücken,Laß dich nicht vom Weib umstricken,Oder du mußt untergehn.Wähne nicht, das Blut zu dämmen,Blut entströmt gleich andern StrömenVon der Höh' ins tiefe Tal.Willst du aufwärts, mußt dich klammenAn des Geistes reine Flammen,Streben nach dem Ideal.

Willst du jene Höh' erreichen,Wo im Schatten kühler EichenSündenlos die Helden stehn:Laß dich nicht von Lust berücken,Laß dich nicht vom Weib umstricken,Oder du mußt untergehn.Wähne nicht, das Blut zu dämmen,Blut entströmt gleich andern StrömenVon der Höh' ins tiefe Tal.Willst du aufwärts, mußt dich klammenAn des Geistes reine Flammen,Streben nach dem Ideal.

Willst du jene Höh' erreichen,Wo im Schatten kühler EichenSündenlos die Helden stehn:Laß dich nicht von Lust berücken,Laß dich nicht vom Weib umstricken,Oder du mußt untergehn.Wähne nicht, das Blut zu dämmen,Blut entströmt gleich andern StrömenVon der Höh' ins tiefe Tal.Willst du aufwärts, mußt dich klammenAn des Geistes reine Flammen,Streben nach dem Ideal.

Wie keimt dein GeschickDir, Mensch, in der Brust?Aus dem Lichte das Glück,Aus dem Dunkel die Lust.Wenn plötzlich ein BlitzDas Dunkel erhellt,Bist du in BesitzVon Gott und Welt.

Wie keimt dein GeschickDir, Mensch, in der Brust?Aus dem Lichte das Glück,Aus dem Dunkel die Lust.Wenn plötzlich ein BlitzDas Dunkel erhellt,Bist du in BesitzVon Gott und Welt.

Wie keimt dein GeschickDir, Mensch, in der Brust?Aus dem Lichte das Glück,Aus dem Dunkel die Lust.

Wenn plötzlich ein BlitzDas Dunkel erhellt,Bist du in BesitzVon Gott und Welt.

Das Schönste, was im Innern ich empfunden,Das ist so rein und zart, läßt sich kaum denken,Und will ich mich im Sinnen, traun, versenken,So ist mir das Gefühlte schnöd verschwunden.Und was es ist, das mir so zart entsprossen?Ich weiß es nicht und kann es nicht enthüllen;Der Seele reinster Teil nur kann es fühlen,Und tief in meinem Herzen liegt's verschlossen.

Das Schönste, was im Innern ich empfunden,Das ist so rein und zart, läßt sich kaum denken,Und will ich mich im Sinnen, traun, versenken,So ist mir das Gefühlte schnöd verschwunden.Und was es ist, das mir so zart entsprossen?Ich weiß es nicht und kann es nicht enthüllen;Der Seele reinster Teil nur kann es fühlen,Und tief in meinem Herzen liegt's verschlossen.

Das Schönste, was im Innern ich empfunden,Das ist so rein und zart, läßt sich kaum denken,Und will ich mich im Sinnen, traun, versenken,So ist mir das Gefühlte schnöd verschwunden.

Und was es ist, das mir so zart entsprossen?Ich weiß es nicht und kann es nicht enthüllen;Der Seele reinster Teil nur kann es fühlen,Und tief in meinem Herzen liegt's verschlossen.

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Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe? —Mit dem Lenze fliegt er anUnd verjubelt einen Frühling;— Heißer Sommer quält den Mann.Wie die Schwalbe an dem Neste,Baut er flink an seinem Glück,Muß um seine Reiser, BlätterRingen mit dem Mißgeschick. —Leise kommt der Herbst geschlichen;Von des Lebens reifem BaumReißt der Sturm die Frucht des Schaffens,Und der Mensch erwacht vom Traum.Sieh, am Scheitel seines HauptesWird es weiß — der erste Schnee;Matt und düster blickt das Auge,Ach, es friert der klare See. —Und er fühlt ein eigen Heimweh,Fremd wird ihm die Bruderhand; —Wie im Herbst die Schwalbe, zieht erHeim ins ewige Frühlingsland.

Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe? —Mit dem Lenze fliegt er anUnd verjubelt einen Frühling;— Heißer Sommer quält den Mann.Wie die Schwalbe an dem Neste,Baut er flink an seinem Glück,Muß um seine Reiser, BlätterRingen mit dem Mißgeschick. —Leise kommt der Herbst geschlichen;Von des Lebens reifem BaumReißt der Sturm die Frucht des Schaffens,Und der Mensch erwacht vom Traum.Sieh, am Scheitel seines HauptesWird es weiß — der erste Schnee;Matt und düster blickt das Auge,Ach, es friert der klare See. —Und er fühlt ein eigen Heimweh,Fremd wird ihm die Bruderhand; —Wie im Herbst die Schwalbe, zieht erHeim ins ewige Frühlingsland.

Ist der Mensch nicht wie die Schwalbe? —Mit dem Lenze fliegt er anUnd verjubelt einen Frühling;— Heißer Sommer quält den Mann.Wie die Schwalbe an dem Neste,Baut er flink an seinem Glück,Muß um seine Reiser, BlätterRingen mit dem Mißgeschick. —Leise kommt der Herbst geschlichen;Von des Lebens reifem BaumReißt der Sturm die Frucht des Schaffens,Und der Mensch erwacht vom Traum.Sieh, am Scheitel seines HauptesWird es weiß — der erste Schnee;Matt und düster blickt das Auge,Ach, es friert der klare See. —Und er fühlt ein eigen Heimweh,Fremd wird ihm die Bruderhand; —Wie im Herbst die Schwalbe, zieht erHeim ins ewige Frühlingsland.

Ach, mir graut vor dem Gemeinen,Das mich stets durch neue PeinenUnd durch alte Sünden schleift.Heimweh, Heimweh nach dem Reinen,Nach den kühlen Friedenshainen,Wo die Seele göttlich reift.Ach, wo soll sie göttlich reifen!Nur im Schwalle wüster TräufenLernst du das Gemeine fliehn.Nur mit Kämpfen kannst du siegen,Und im Fallen lernst du fliegenZu den seligen Göttern hin.

Ach, mir graut vor dem Gemeinen,Das mich stets durch neue PeinenUnd durch alte Sünden schleift.Heimweh, Heimweh nach dem Reinen,Nach den kühlen Friedenshainen,Wo die Seele göttlich reift.Ach, wo soll sie göttlich reifen!Nur im Schwalle wüster TräufenLernst du das Gemeine fliehn.Nur mit Kämpfen kannst du siegen,Und im Fallen lernst du fliegenZu den seligen Göttern hin.

Ach, mir graut vor dem Gemeinen,Das mich stets durch neue PeinenUnd durch alte Sünden schleift.Heimweh, Heimweh nach dem Reinen,Nach den kühlen Friedenshainen,Wo die Seele göttlich reift.

Ach, wo soll sie göttlich reifen!Nur im Schwalle wüster TräufenLernst du das Gemeine fliehn.Nur mit Kämpfen kannst du siegen,Und im Fallen lernst du fliegenZu den seligen Göttern hin.

Die Berge je höher,Dem Himmel je näher,Dem Herzen je weher,Weil's nicht kann hinein;Weil es an die schwere,Die träge MatereWie an die GaleereGeschmiedet muß sein.Was löst unter PeinenUns los vom Gemeinen?Die Sehnsucht nach Reinen,Die Sehnsucht allein.

Die Berge je höher,Dem Himmel je näher,Dem Herzen je weher,Weil's nicht kann hinein;Weil es an die schwere,Die träge MatereWie an die GaleereGeschmiedet muß sein.Was löst unter PeinenUns los vom Gemeinen?Die Sehnsucht nach Reinen,Die Sehnsucht allein.

Die Berge je höher,Dem Himmel je näher,Dem Herzen je weher,Weil's nicht kann hinein;Weil es an die schwere,Die träge MatereWie an die GaleereGeschmiedet muß sein.Was löst unter PeinenUns los vom Gemeinen?Die Sehnsucht nach Reinen,Die Sehnsucht allein.

Um aus der Wirrnis die Völker zu rettenHellet oft plötzlich der Blitz des ProphetenKünftigen Helden die steigende Bahn.Was noch die Väter säumig beraten,Steigt in der Söhne mutigen TatenFröhlich und siegreich zur Höhe hinan.Rufe den Menschen, Prophetenwort, rufeIhn aus der Tierheit von Stufe zu Stufe,Bis er erwacht vor des Heiligsten Thron,Schauend die Wahrheit im Kranze der Sonnen,Trinkend die Liebe aus feurigen Bronnen —Ewig des Ewigen seliger Sohn.

Um aus der Wirrnis die Völker zu rettenHellet oft plötzlich der Blitz des ProphetenKünftigen Helden die steigende Bahn.Was noch die Väter säumig beraten,Steigt in der Söhne mutigen TatenFröhlich und siegreich zur Höhe hinan.Rufe den Menschen, Prophetenwort, rufeIhn aus der Tierheit von Stufe zu Stufe,Bis er erwacht vor des Heiligsten Thron,Schauend die Wahrheit im Kranze der Sonnen,Trinkend die Liebe aus feurigen Bronnen —Ewig des Ewigen seliger Sohn.

Um aus der Wirrnis die Völker zu rettenHellet oft plötzlich der Blitz des ProphetenKünftigen Helden die steigende Bahn.Was noch die Väter säumig beraten,Steigt in der Söhne mutigen TatenFröhlich und siegreich zur Höhe hinan.Rufe den Menschen, Prophetenwort, rufeIhn aus der Tierheit von Stufe zu Stufe,Bis er erwacht vor des Heiligsten Thron,Schauend die Wahrheit im Kranze der Sonnen,Trinkend die Liebe aus feurigen Bronnen —Ewig des Ewigen seliger Sohn.

Wie du, o Mensch, mußt fallenZu Schuld und Gram und Grab,So fallen wirbelnd und weinendDie heiligen Wasser hinab. —Doch sieh, aus dunkelm AbgrundSteigen in stiller Ruh'Die lichten Nebel kreisendDem Himmel zu —Den Weg dir weisend.

Wie du, o Mensch, mußt fallenZu Schuld und Gram und Grab,So fallen wirbelnd und weinendDie heiligen Wasser hinab. —Doch sieh, aus dunkelm AbgrundSteigen in stiller Ruh'Die lichten Nebel kreisendDem Himmel zu —Den Weg dir weisend.

Wie du, o Mensch, mußt fallenZu Schuld und Gram und Grab,So fallen wirbelnd und weinendDie heiligen Wasser hinab. —Doch sieh, aus dunkelm AbgrundSteigen in stiller Ruh'Die lichten Nebel kreisendDem Himmel zu —Den Weg dir weisend.

Es war einmal ein Bettelmann,Der hatt' einen goldenen Ring,Sein einzig Eigen war dies DingNoch von der Mutter her.Das Eigentum ward ihm zu schwer.Er wankte fort zur Morgenstund',Zu schleudern in den tiefen GrundSein Kleinod, daß in Glück und MaiDie Gottheit ihm nicht neidisch sei.Ein Weiser siehet voll ErbarmenDen alten Mann, den siechen, armen,Und fragt: »Du guter Bruder mein,Um was soll sie dir neidisch sein,Die Gottheit? Sprich!«»Um was? Um was denn sonst?Um mich.Sonst hab' ich nichts, weil ich nichts brauch';Was Glut ihr nennt, das ist bloß Rauch.Was Gut ihr nennt, erstickt die Lust;Doch unermeßlich ist der ReichtumMeiner Brust.«Der Weise blickt den BettelmannMit gut gespieltem Mitleid an.Der andre merkt's und lächelt so,Als wär' er seiner Armut froh:»Ich dauere euch, ihr dauert mich!Ihr sagt auch, ich sei lahm und siech.Ich weiß es nicht. Mein froher SinnFliegt selig durch die Himmel hin.«Der Weise spricht: »Dein Reichtum großKam nicht dir aus der Erde Schoß.Und was die Götter dir geschenkt,Das nehmen sie nicht mehr zurück,Und neidlos bleibt zu eigen dirDein erdenfreies Glück. —Nur wer, der rohen Triebe Knecht,Aus irdischer Hand sein Heil empfing,Der opfere bang und demutsvollDen Göttern seinen Ring.«

Es war einmal ein Bettelmann,Der hatt' einen goldenen Ring,Sein einzig Eigen war dies DingNoch von der Mutter her.Das Eigentum ward ihm zu schwer.Er wankte fort zur Morgenstund',Zu schleudern in den tiefen GrundSein Kleinod, daß in Glück und MaiDie Gottheit ihm nicht neidisch sei.Ein Weiser siehet voll ErbarmenDen alten Mann, den siechen, armen,Und fragt: »Du guter Bruder mein,Um was soll sie dir neidisch sein,Die Gottheit? Sprich!«»Um was? Um was denn sonst?Um mich.Sonst hab' ich nichts, weil ich nichts brauch';Was Glut ihr nennt, das ist bloß Rauch.Was Gut ihr nennt, erstickt die Lust;Doch unermeßlich ist der ReichtumMeiner Brust.«Der Weise blickt den BettelmannMit gut gespieltem Mitleid an.Der andre merkt's und lächelt so,Als wär' er seiner Armut froh:»Ich dauere euch, ihr dauert mich!Ihr sagt auch, ich sei lahm und siech.Ich weiß es nicht. Mein froher SinnFliegt selig durch die Himmel hin.«Der Weise spricht: »Dein Reichtum großKam nicht dir aus der Erde Schoß.Und was die Götter dir geschenkt,Das nehmen sie nicht mehr zurück,Und neidlos bleibt zu eigen dirDein erdenfreies Glück. —Nur wer, der rohen Triebe Knecht,Aus irdischer Hand sein Heil empfing,Der opfere bang und demutsvollDen Göttern seinen Ring.«

Es war einmal ein Bettelmann,Der hatt' einen goldenen Ring,Sein einzig Eigen war dies DingNoch von der Mutter her.Das Eigentum ward ihm zu schwer.Er wankte fort zur Morgenstund',Zu schleudern in den tiefen GrundSein Kleinod, daß in Glück und MaiDie Gottheit ihm nicht neidisch sei.Ein Weiser siehet voll ErbarmenDen alten Mann, den siechen, armen,Und fragt: »Du guter Bruder mein,Um was soll sie dir neidisch sein,Die Gottheit? Sprich!«»Um was? Um was denn sonst?Um mich.Sonst hab' ich nichts, weil ich nichts brauch';Was Glut ihr nennt, das ist bloß Rauch.Was Gut ihr nennt, erstickt die Lust;Doch unermeßlich ist der ReichtumMeiner Brust.«Der Weise blickt den BettelmannMit gut gespieltem Mitleid an.Der andre merkt's und lächelt so,Als wär' er seiner Armut froh:»Ich dauere euch, ihr dauert mich!Ihr sagt auch, ich sei lahm und siech.Ich weiß es nicht. Mein froher SinnFliegt selig durch die Himmel hin.«Der Weise spricht: »Dein Reichtum großKam nicht dir aus der Erde Schoß.Und was die Götter dir geschenkt,Das nehmen sie nicht mehr zurück,Und neidlos bleibt zu eigen dirDein erdenfreies Glück. —Nur wer, der rohen Triebe Knecht,Aus irdischer Hand sein Heil empfing,Der opfere bang und demutsvollDen Göttern seinen Ring.«

Als Gott der Herr die Welt erschuf,Da war sein erster, heiliger Ruf:Es werde Licht!Das Gnadenmeer vom Himmel floßUnd sich in alle Herzen goß,— In meines nicht.Und auf zum ewigen SternenzeltBlickt jedes Aug', dem Herrn der WeltIns Angesicht.Und jedes Blümlein auf dem PlanLacht eure Augen freundlich an,— Das meine nicht.Der Mutterblick, der holde Stern,Er blieb mir unermeßlich fern.Dem Ärmsten flichtDer Herr aus goldnem SonnenglanzUms Haupt den bunten Farbenkranz,— Um meines nicht.Du treuer Engel Gottes, sag,Was hab' an diesem ErdentagIch denn vollbracht,Daß mitten unter Strahl und ScheinVerstoßen ich bin ganz alleinIn ewige Nacht?Der Engel sprach: Der Strahl, das LichtVon außen ist das Höchste nichtZur Menschen Lust.Statt Glanz die Glut, ein warm Gemüt,Das wie ein sonniger Frühling blühtIn deiner Brust.Wohl muß in deinem Aug ich sehnAls einzigen Glanz die Träne stehn.Doch weine nicht!Noch leben treue Menschen hier,Und Gottes Ruf erschallt auch dir:Es werde Licht!

Als Gott der Herr die Welt erschuf,Da war sein erster, heiliger Ruf:Es werde Licht!Das Gnadenmeer vom Himmel floßUnd sich in alle Herzen goß,— In meines nicht.Und auf zum ewigen SternenzeltBlickt jedes Aug', dem Herrn der WeltIns Angesicht.Und jedes Blümlein auf dem PlanLacht eure Augen freundlich an,— Das meine nicht.Der Mutterblick, der holde Stern,Er blieb mir unermeßlich fern.Dem Ärmsten flichtDer Herr aus goldnem SonnenglanzUms Haupt den bunten Farbenkranz,— Um meines nicht.Du treuer Engel Gottes, sag,Was hab' an diesem ErdentagIch denn vollbracht,Daß mitten unter Strahl und ScheinVerstoßen ich bin ganz alleinIn ewige Nacht?Der Engel sprach: Der Strahl, das LichtVon außen ist das Höchste nichtZur Menschen Lust.Statt Glanz die Glut, ein warm Gemüt,Das wie ein sonniger Frühling blühtIn deiner Brust.Wohl muß in deinem Aug ich sehnAls einzigen Glanz die Träne stehn.Doch weine nicht!Noch leben treue Menschen hier,Und Gottes Ruf erschallt auch dir:Es werde Licht!

Als Gott der Herr die Welt erschuf,Da war sein erster, heiliger Ruf:Es werde Licht!Das Gnadenmeer vom Himmel floßUnd sich in alle Herzen goß,— In meines nicht.

Und auf zum ewigen SternenzeltBlickt jedes Aug', dem Herrn der WeltIns Angesicht.Und jedes Blümlein auf dem PlanLacht eure Augen freundlich an,— Das meine nicht.

Der Mutterblick, der holde Stern,Er blieb mir unermeßlich fern.Dem Ärmsten flichtDer Herr aus goldnem SonnenglanzUms Haupt den bunten Farbenkranz,— Um meines nicht.

Du treuer Engel Gottes, sag,Was hab' an diesem ErdentagIch denn vollbracht,Daß mitten unter Strahl und ScheinVerstoßen ich bin ganz alleinIn ewige Nacht?

Der Engel sprach: Der Strahl, das LichtVon außen ist das Höchste nichtZur Menschen Lust.Statt Glanz die Glut, ein warm Gemüt,Das wie ein sonniger Frühling blühtIn deiner Brust.

Wohl muß in deinem Aug ich sehnAls einzigen Glanz die Träne stehn.Doch weine nicht!Noch leben treue Menschen hier,Und Gottes Ruf erschallt auch dir:Es werde Licht!

Um Mitternacht, als alles schlief,Nur meine Zweifel wachten,Und Weltverdruß mir drohte tiefDie Seele zu umnachten,Da schlug ich auf ein altes Buch,Zu spähn nach einem Labespruch,Um ganz nicht zu verschmachten.Und sieh, da hat mich sanft ein WortBefreit von bangen Banden:»O suche die Erlösung dort,Wo sie schon viele fanden;Nicht was du haschest, wird dein Teil,Aus Opferfreude kommt dein Heil.« —Doch hab' ich's falsch verstanden.Ich stieg in Sehnsucht himmelwärts,Den Heiland zu verehren.Der winkte mir, ich sollt' mein HerzZurück zur Erde kehren:»Was du den Armen Gutes tust,Das dringt zu meiner Vaterbrust.Kannst du mir es verwehren?«Die Botschaft war's. Und seitdem magEs sonnen oder regnen,So kann mir doch an jedem TagDer liebe Gott begegnen.Aus jedem Kind und armen MannBlickt mich mein treuer Heiland an,Bereit, mein Werk zu segnen.Wenn keines Kindes Aug' einst schwimmtIn Dankesfreudenzähren,Wenn keines Bruders Hand mehr nimmt,Was du ihm willst bescheren,O, dann erst hat sich Gott vom LandDes Sündenfluches abgewandt,Und wird auch nimmer kehren.Drum laßt, solang' noch Arme flehn, —Uns lindern ihre Leiden,Die Hungernden bei Tische sehn,Die Frierenden bekleiden!Dann wird für Reich und Arm zumalDies grabdurchfurchte JammertalZur Quelle reiner Freuden.

Um Mitternacht, als alles schlief,Nur meine Zweifel wachten,Und Weltverdruß mir drohte tiefDie Seele zu umnachten,Da schlug ich auf ein altes Buch,Zu spähn nach einem Labespruch,Um ganz nicht zu verschmachten.Und sieh, da hat mich sanft ein WortBefreit von bangen Banden:»O suche die Erlösung dort,Wo sie schon viele fanden;Nicht was du haschest, wird dein Teil,Aus Opferfreude kommt dein Heil.« —Doch hab' ich's falsch verstanden.Ich stieg in Sehnsucht himmelwärts,Den Heiland zu verehren.Der winkte mir, ich sollt' mein HerzZurück zur Erde kehren:»Was du den Armen Gutes tust,Das dringt zu meiner Vaterbrust.Kannst du mir es verwehren?«Die Botschaft war's. Und seitdem magEs sonnen oder regnen,So kann mir doch an jedem TagDer liebe Gott begegnen.Aus jedem Kind und armen MannBlickt mich mein treuer Heiland an,Bereit, mein Werk zu segnen.Wenn keines Kindes Aug' einst schwimmtIn Dankesfreudenzähren,Wenn keines Bruders Hand mehr nimmt,Was du ihm willst bescheren,O, dann erst hat sich Gott vom LandDes Sündenfluches abgewandt,Und wird auch nimmer kehren.Drum laßt, solang' noch Arme flehn, —Uns lindern ihre Leiden,Die Hungernden bei Tische sehn,Die Frierenden bekleiden!Dann wird für Reich und Arm zumalDies grabdurchfurchte JammertalZur Quelle reiner Freuden.

Um Mitternacht, als alles schlief,Nur meine Zweifel wachten,Und Weltverdruß mir drohte tiefDie Seele zu umnachten,Da schlug ich auf ein altes Buch,Zu spähn nach einem Labespruch,Um ganz nicht zu verschmachten.

Und sieh, da hat mich sanft ein WortBefreit von bangen Banden:»O suche die Erlösung dort,Wo sie schon viele fanden;Nicht was du haschest, wird dein Teil,Aus Opferfreude kommt dein Heil.« —Doch hab' ich's falsch verstanden.

Ich stieg in Sehnsucht himmelwärts,Den Heiland zu verehren.Der winkte mir, ich sollt' mein HerzZurück zur Erde kehren:»Was du den Armen Gutes tust,Das dringt zu meiner Vaterbrust.Kannst du mir es verwehren?«

Die Botschaft war's. Und seitdem magEs sonnen oder regnen,So kann mir doch an jedem TagDer liebe Gott begegnen.Aus jedem Kind und armen MannBlickt mich mein treuer Heiland an,Bereit, mein Werk zu segnen.

Wenn keines Kindes Aug' einst schwimmtIn Dankesfreudenzähren,Wenn keines Bruders Hand mehr nimmt,Was du ihm willst bescheren,O, dann erst hat sich Gott vom LandDes Sündenfluches abgewandt,Und wird auch nimmer kehren.

Drum laßt, solang' noch Arme flehn, —Uns lindern ihre Leiden,Die Hungernden bei Tische sehn,Die Frierenden bekleiden!Dann wird für Reich und Arm zumalDies grabdurchfurchte JammertalZur Quelle reiner Freuden.


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