Schicksal im langen Haar,Herrin, mir graut vor dir!Reiß von der Heimat mich,Raube die Freunde mir.Brich meinen Tatenmut.Höhne, verrate mich,Schände die Ehre mir,Hass' und verkaufe mich.Foltere die Seele mir,Hetz in die häßlichstenLaster des Lebens mich,Stürz in die ewigenPeinen der Hölle mich:Anbeten! Anbeten!Anbeten muß ich dich,Wonniger, göttlicherDämon — ich liebe dich!
Schicksal im langen Haar,Herrin, mir graut vor dir!Reiß von der Heimat mich,Raube die Freunde mir.Brich meinen Tatenmut.Höhne, verrate mich,Schände die Ehre mir,Hass' und verkaufe mich.Foltere die Seele mir,Hetz in die häßlichstenLaster des Lebens mich,Stürz in die ewigenPeinen der Hölle mich:Anbeten! Anbeten!Anbeten muß ich dich,Wonniger, göttlicherDämon — ich liebe dich!
Schicksal im langen Haar,Herrin, mir graut vor dir!Reiß von der Heimat mich,Raube die Freunde mir.Brich meinen Tatenmut.Höhne, verrate mich,Schände die Ehre mir,Hass' und verkaufe mich.Foltere die Seele mir,Hetz in die häßlichstenLaster des Lebens mich,Stürz in die ewigenPeinen der Hölle mich:Anbeten! Anbeten!Anbeten muß ich dich,Wonniger, göttlicherDämon — ich liebe dich!
Als man dem HerrnDie Sünderin verklagt,Da hat er bloß gesagt:Wer selber sich weiß rein,Der werfe seinen Stein!Dann schrieb er etwas in den Sand ...Sie gingen hin und guckten, was da stand.— — — — — — — — — — — — — —Verstanden hat's wohl jeder,Der's geschaut.Doch keiner hat sich'sZu sagen getraut.— — — — — — — — — — — — — —Mit erbarmendem LiebenHat er es auf Sand geschrieben,Wo es der Wind verweht.
Als man dem HerrnDie Sünderin verklagt,Da hat er bloß gesagt:Wer selber sich weiß rein,Der werfe seinen Stein!Dann schrieb er etwas in den Sand ...Sie gingen hin und guckten, was da stand.— — — — — — — — — — — — — —Verstanden hat's wohl jeder,Der's geschaut.Doch keiner hat sich'sZu sagen getraut.— — — — — — — — — — — — — —Mit erbarmendem LiebenHat er es auf Sand geschrieben,Wo es der Wind verweht.
Als man dem HerrnDie Sünderin verklagt,Da hat er bloß gesagt:Wer selber sich weiß rein,Der werfe seinen Stein!Dann schrieb er etwas in den Sand ...Sie gingen hin und guckten, was da stand.
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Verstanden hat's wohl jeder,Der's geschaut.Doch keiner hat sich'sZu sagen getraut.
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Mit erbarmendem LiebenHat er es auf Sand geschrieben,Wo es der Wind verweht.
Die Frauen,Sie bauenAn unserm VertrauenIm SpinnenUnd SinnenAm schneeweißen Linnen.Die Süßen,Wir müssenSie ehren und küssen.Die FeinenUnd ReinenSind es, die wir meinen.
Die Frauen,Sie bauenAn unserm VertrauenIm SpinnenUnd SinnenAm schneeweißen Linnen.Die Süßen,Wir müssenSie ehren und küssen.Die FeinenUnd ReinenSind es, die wir meinen.
Die Frauen,Sie bauenAn unserm VertrauenIm SpinnenUnd SinnenAm schneeweißen Linnen.Die Süßen,Wir müssenSie ehren und küssen.Die FeinenUnd ReinenSind es, die wir meinen.
»Bei mir stimmt's einzig nicht, was steht geschrieben,Daß Lieb' und Leidenschaft sich einig wissen.Die ich genoß, war mir zu schlecht, zu lieben,Und die ich liebt, zuwert, sie zu genießen.«
»Bei mir stimmt's einzig nicht, was steht geschrieben,Daß Lieb' und Leidenschaft sich einig wissen.Die ich genoß, war mir zu schlecht, zu lieben,Und die ich liebt, zuwert, sie zu genießen.«
»Bei mir stimmt's einzig nicht, was steht geschrieben,Daß Lieb' und Leidenschaft sich einig wissen.Die ich genoß, war mir zu schlecht, zu lieben,Und die ich liebt, zuwert, sie zu genießen.«
Ich lieb' an einem WeibNicht bloß den feinen Leib,Noch mehr die reine Seele.Ist ihre Seel' nicht mein,Auf ihren Leib alleinVerzicht' ich leicht und schnelle.Als ich um sie gefreitWar's für die EwigkeitUnd nicht für kurze Blüte;Die wahre Liebe keuschPlangt nicht so sehr nach Fleisch,Vielmehr nach Herz und Güte.Wer für Gestalt nur Sinn,Für den sind bald dahinDes süßen Glückes Triebe.Doch auf der Jahre HöhnWird erst dieSeeleschönIn Ahnungewiger Liebe.
Ich lieb' an einem WeibNicht bloß den feinen Leib,Noch mehr die reine Seele.Ist ihre Seel' nicht mein,Auf ihren Leib alleinVerzicht' ich leicht und schnelle.Als ich um sie gefreitWar's für die EwigkeitUnd nicht für kurze Blüte;Die wahre Liebe keuschPlangt nicht so sehr nach Fleisch,Vielmehr nach Herz und Güte.Wer für Gestalt nur Sinn,Für den sind bald dahinDes süßen Glückes Triebe.Doch auf der Jahre HöhnWird erst dieSeeleschönIn Ahnungewiger Liebe.
Ich lieb' an einem WeibNicht bloß den feinen Leib,Noch mehr die reine Seele.Ist ihre Seel' nicht mein,Auf ihren Leib alleinVerzicht' ich leicht und schnelle.
Als ich um sie gefreitWar's für die EwigkeitUnd nicht für kurze Blüte;Die wahre Liebe keuschPlangt nicht so sehr nach Fleisch,Vielmehr nach Herz und Güte.
Wer für Gestalt nur Sinn,Für den sind bald dahinDes süßen Glückes Triebe.Doch auf der Jahre HöhnWird erst dieSeeleschönIn Ahnungewiger Liebe.
Schon fleißig, lieber Goldschmied? Guten Morgen!Ein bißchen, Herr Nachbar, guten Morgen!— Klopf, klopf!Was wird denn geschmiedet so laut?Ich schmiede ein Ringlein meiner Braut.Das Ringlein wird glänzend und klar,Ich führe sie bald zum Altar,— Klopf, klopf, klopf!Noch fleißig, lieber Goldschmied, guten Abend!Ich bin nicht mehr Goldschmied, guten Abend!— Klopf, klopf!Was wird denn geschmiedet so laut?Ich schmiede ein Kreuzlein meiner Braut,Ein eisernes Kreuzlein fürs Grab,Wir senken sie morgen hinab.Klopf, klopf, klopf!
Schon fleißig, lieber Goldschmied? Guten Morgen!Ein bißchen, Herr Nachbar, guten Morgen!— Klopf, klopf!Was wird denn geschmiedet so laut?Ich schmiede ein Ringlein meiner Braut.Das Ringlein wird glänzend und klar,Ich führe sie bald zum Altar,— Klopf, klopf, klopf!Noch fleißig, lieber Goldschmied, guten Abend!Ich bin nicht mehr Goldschmied, guten Abend!— Klopf, klopf!Was wird denn geschmiedet so laut?Ich schmiede ein Kreuzlein meiner Braut,Ein eisernes Kreuzlein fürs Grab,Wir senken sie morgen hinab.Klopf, klopf, klopf!
Schon fleißig, lieber Goldschmied? Guten Morgen!Ein bißchen, Herr Nachbar, guten Morgen!— Klopf, klopf!Was wird denn geschmiedet so laut?Ich schmiede ein Ringlein meiner Braut.Das Ringlein wird glänzend und klar,Ich führe sie bald zum Altar,— Klopf, klopf, klopf!
Noch fleißig, lieber Goldschmied, guten Abend!Ich bin nicht mehr Goldschmied, guten Abend!— Klopf, klopf!Was wird denn geschmiedet so laut?Ich schmiede ein Kreuzlein meiner Braut,Ein eisernes Kreuzlein fürs Grab,Wir senken sie morgen hinab.Klopf, klopf, klopf!
Wenn du gehst, wenn du gehst von mir, mein Lieb,So ist es aus mit mir,Ich wandre dir nach durch die halbe Welt,Und such' und ruf' nach dir.Ich frage den Jäger im grünen Wald,Den Schäfer auf blumiger Au:Hast du nicht gesehn eine schöne MaidMit hellen Äuglein blau?Ich frage den Vogel im Tannenhag,Den Fisch im Meeresgrund:Hast du nicht gesehn eine schöne MaidMit rosenrotem Mund?Ich frage den Gräber am Kirchhoftor,Den Priester am hohen Altar:Hast du nicht getraut eine schöne BrautMit krausem, güldnem Haar?Und weiß ich dich schlafen im tiefen See,Dann jauchz' ich mit hellem Mut,Und tauche, mein Lieb, zu dir hinabIn die weiche, kühlende Flut.Und weiß ich dich eines andern BrautMit runden Wängelein rot,Dann leg' ich mich auf die Erden hinUnd weine, und weine mich tot.Und wenn ich an Lieb' gestorben bin,So graben sie ein tiefes Grab,Und legen ein Kreuz mir auf die Brust,Und senken mich still hinab.So hast du dich, Kind, von mir gewend't,Und ich bin blieben dein.Gott mit dir, Gott mit dir, du hartes Lieb!Ich leb' und sterb' allein.
Wenn du gehst, wenn du gehst von mir, mein Lieb,So ist es aus mit mir,Ich wandre dir nach durch die halbe Welt,Und such' und ruf' nach dir.Ich frage den Jäger im grünen Wald,Den Schäfer auf blumiger Au:Hast du nicht gesehn eine schöne MaidMit hellen Äuglein blau?Ich frage den Vogel im Tannenhag,Den Fisch im Meeresgrund:Hast du nicht gesehn eine schöne MaidMit rosenrotem Mund?Ich frage den Gräber am Kirchhoftor,Den Priester am hohen Altar:Hast du nicht getraut eine schöne BrautMit krausem, güldnem Haar?Und weiß ich dich schlafen im tiefen See,Dann jauchz' ich mit hellem Mut,Und tauche, mein Lieb, zu dir hinabIn die weiche, kühlende Flut.Und weiß ich dich eines andern BrautMit runden Wängelein rot,Dann leg' ich mich auf die Erden hinUnd weine, und weine mich tot.Und wenn ich an Lieb' gestorben bin,So graben sie ein tiefes Grab,Und legen ein Kreuz mir auf die Brust,Und senken mich still hinab.So hast du dich, Kind, von mir gewend't,Und ich bin blieben dein.Gott mit dir, Gott mit dir, du hartes Lieb!Ich leb' und sterb' allein.
Wenn du gehst, wenn du gehst von mir, mein Lieb,So ist es aus mit mir,Ich wandre dir nach durch die halbe Welt,Und such' und ruf' nach dir.Ich frage den Jäger im grünen Wald,Den Schäfer auf blumiger Au:Hast du nicht gesehn eine schöne MaidMit hellen Äuglein blau?
Ich frage den Vogel im Tannenhag,Den Fisch im Meeresgrund:Hast du nicht gesehn eine schöne MaidMit rosenrotem Mund?Ich frage den Gräber am Kirchhoftor,Den Priester am hohen Altar:Hast du nicht getraut eine schöne BrautMit krausem, güldnem Haar?
Und weiß ich dich schlafen im tiefen See,Dann jauchz' ich mit hellem Mut,Und tauche, mein Lieb, zu dir hinabIn die weiche, kühlende Flut.Und weiß ich dich eines andern BrautMit runden Wängelein rot,Dann leg' ich mich auf die Erden hinUnd weine, und weine mich tot.
Und wenn ich an Lieb' gestorben bin,So graben sie ein tiefes Grab,Und legen ein Kreuz mir auf die Brust,Und senken mich still hinab.So hast du dich, Kind, von mir gewend't,Und ich bin blieben dein.Gott mit dir, Gott mit dir, du hartes Lieb!Ich leb' und sterb' allein.
Halbverklungene HeldenkundeWeiß zu sagen von dem Paare,Das nach grausen HunnenschlachtenAuf dem Roß, dem kampfesmüden,Vor den grimmen Türken fliehet.Unterwegen rast der FlüchtlingOb des Vaterlandes Jammer.Angstvoll hütet er sein Weib nochVor der wilden Gier der Feinde.Sieh, da stürzt das treue Rößlein.»O verdammt!« so ruft der Reiter,»Daß sie höhnend mich ermorden,Ist beim Himmel nicht das Schlimmste,Doch in ihre Hände fallendDu, mein Weib, du Heißgeliebte ...«»Das wird nimmermehr geschehen,Ich bin dein und will's verbleiben!«So das Weib, die Brust entblößend.»Zieh den Dolch und rette, Liebster,Freudig mich vor den Barbaren.«Nächtige Brände fester BurgenGlühn am schwerbewölkten Himmel.Schnaubend nahn die wüsten Horden,Sehn zwei purpurrote BrünnleinSpringen auf der dürren Heide.
Halbverklungene HeldenkundeWeiß zu sagen von dem Paare,Das nach grausen HunnenschlachtenAuf dem Roß, dem kampfesmüden,Vor den grimmen Türken fliehet.Unterwegen rast der FlüchtlingOb des Vaterlandes Jammer.Angstvoll hütet er sein Weib nochVor der wilden Gier der Feinde.Sieh, da stürzt das treue Rößlein.»O verdammt!« so ruft der Reiter,»Daß sie höhnend mich ermorden,Ist beim Himmel nicht das Schlimmste,Doch in ihre Hände fallendDu, mein Weib, du Heißgeliebte ...«»Das wird nimmermehr geschehen,Ich bin dein und will's verbleiben!«So das Weib, die Brust entblößend.»Zieh den Dolch und rette, Liebster,Freudig mich vor den Barbaren.«Nächtige Brände fester BurgenGlühn am schwerbewölkten Himmel.Schnaubend nahn die wüsten Horden,Sehn zwei purpurrote BrünnleinSpringen auf der dürren Heide.
Halbverklungene HeldenkundeWeiß zu sagen von dem Paare,Das nach grausen HunnenschlachtenAuf dem Roß, dem kampfesmüden,Vor den grimmen Türken fliehet.
Unterwegen rast der FlüchtlingOb des Vaterlandes Jammer.Angstvoll hütet er sein Weib nochVor der wilden Gier der Feinde.Sieh, da stürzt das treue Rößlein.
»O verdammt!« so ruft der Reiter,»Daß sie höhnend mich ermorden,Ist beim Himmel nicht das Schlimmste,Doch in ihre Hände fallendDu, mein Weib, du Heißgeliebte ...«
»Das wird nimmermehr geschehen,Ich bin dein und will's verbleiben!«So das Weib, die Brust entblößend.»Zieh den Dolch und rette, Liebster,Freudig mich vor den Barbaren.«
Nächtige Brände fester BurgenGlühn am schwerbewölkten Himmel.Schnaubend nahn die wüsten Horden,Sehn zwei purpurrote BrünnleinSpringen auf der dürren Heide.
Der Landmann säet das Weizenkorn.»O Maid, ich bin dir gut!«Er mäht das reife WeizenkornUnd küßt sie bis aufs Blut.Der Stein zermalmt das Weizenkorn,Die Maid liegt auf der Bahr'.Als Hostie thront das WeizenkornAuf heiligem Altar.Wie stiegst du hoch, mein Weizenkorn!Und wer und wo blieb ich!O Brot, der ewigen Liebe Born,Erbarme dich!
Der Landmann säet das Weizenkorn.»O Maid, ich bin dir gut!«Er mäht das reife WeizenkornUnd küßt sie bis aufs Blut.Der Stein zermalmt das Weizenkorn,Die Maid liegt auf der Bahr'.Als Hostie thront das WeizenkornAuf heiligem Altar.Wie stiegst du hoch, mein Weizenkorn!Und wer und wo blieb ich!O Brot, der ewigen Liebe Born,Erbarme dich!
Der Landmann säet das Weizenkorn.»O Maid, ich bin dir gut!«Er mäht das reife WeizenkornUnd küßt sie bis aufs Blut.Der Stein zermalmt das Weizenkorn,Die Maid liegt auf der Bahr'.Als Hostie thront das WeizenkornAuf heiligem Altar.Wie stiegst du hoch, mein Weizenkorn!Und wer und wo blieb ich!O Brot, der ewigen Liebe Born,Erbarme dich!
O sei mir gegrüßet, du grünender Baum,Wo ich mein Liebchen sah,Die Myrt' in den Locken, auf blumigem Saum,So nah! So nah! So nah!Wie küßte ich heiß ihren rosigen Mund!Am Baum ein Vöglein sang.O Wonne des Herzens, glückselige Stund'!Wie lang, wie lang — wie lang!Sie fällten den Baum, und sie bauten den Sarg,Im Mai, im holden Mai.Sie schlossen den Schrein, der mein Himmelreich barg.Vorbei, vorbei, vorbei!
O sei mir gegrüßet, du grünender Baum,Wo ich mein Liebchen sah,Die Myrt' in den Locken, auf blumigem Saum,So nah! So nah! So nah!Wie küßte ich heiß ihren rosigen Mund!Am Baum ein Vöglein sang.O Wonne des Herzens, glückselige Stund'!Wie lang, wie lang — wie lang!Sie fällten den Baum, und sie bauten den Sarg,Im Mai, im holden Mai.Sie schlossen den Schrein, der mein Himmelreich barg.Vorbei, vorbei, vorbei!
O sei mir gegrüßet, du grünender Baum,Wo ich mein Liebchen sah,Die Myrt' in den Locken, auf blumigem Saum,So nah! So nah! So nah!
Wie küßte ich heiß ihren rosigen Mund!Am Baum ein Vöglein sang.O Wonne des Herzens, glückselige Stund'!Wie lang, wie lang — wie lang!
Sie fällten den Baum, und sie bauten den Sarg,Im Mai, im holden Mai.Sie schlossen den Schrein, der mein Himmelreich barg.Vorbei, vorbei, vorbei!
Aller Sonnenschein auf ErdenIst ein traurig Ding,Wenn nicht schwebt der Einzigen SchattenAuf dem Wiesenring.Könnt' ich einmal noch vernehmenIhrer Stimme Klang,Wollt' ich gerne stumm und taub seinAuf mein Leben lang.Alle Rosendüfte, welcheDa den Mai durchziehn,Gäbe ich für einen HauchIhres Mundes hin.Alles, was ich noch genieße,Was ich bin und hab',Ist nicht wert des blassen StaubsAuf ihrem Grab.
Aller Sonnenschein auf ErdenIst ein traurig Ding,Wenn nicht schwebt der Einzigen SchattenAuf dem Wiesenring.Könnt' ich einmal noch vernehmenIhrer Stimme Klang,Wollt' ich gerne stumm und taub seinAuf mein Leben lang.Alle Rosendüfte, welcheDa den Mai durchziehn,Gäbe ich für einen HauchIhres Mundes hin.Alles, was ich noch genieße,Was ich bin und hab',Ist nicht wert des blassen StaubsAuf ihrem Grab.
Aller Sonnenschein auf ErdenIst ein traurig Ding,Wenn nicht schwebt der Einzigen SchattenAuf dem Wiesenring.
Könnt' ich einmal noch vernehmenIhrer Stimme Klang,Wollt' ich gerne stumm und taub seinAuf mein Leben lang.
Alle Rosendüfte, welcheDa den Mai durchziehn,Gäbe ich für einen HauchIhres Mundes hin.
Alles, was ich noch genieße,Was ich bin und hab',Ist nicht wert des blassen StaubsAuf ihrem Grab.
Es sinken vom Baum die Blätter,Der Sommer ist vorbei.Mein Mund ist noch rot und will küssenWie einst im Mai.Es fallen vom Haupt die Locken,Mich schrecket der Eule Schrei,Ich flüchte bange zum Mädel,Wie einst im Mai.O Herrgott, wieviel an Liebe,Und ach, wie wenig Zeit!Die Lieb' ist nicht auszuschöpfenIn Ewigkeit.
Es sinken vom Baum die Blätter,Der Sommer ist vorbei.Mein Mund ist noch rot und will küssenWie einst im Mai.Es fallen vom Haupt die Locken,Mich schrecket der Eule Schrei,Ich flüchte bange zum Mädel,Wie einst im Mai.O Herrgott, wieviel an Liebe,Und ach, wie wenig Zeit!Die Lieb' ist nicht auszuschöpfenIn Ewigkeit.
Es sinken vom Baum die Blätter,Der Sommer ist vorbei.Mein Mund ist noch rot und will küssenWie einst im Mai.
Es fallen vom Haupt die Locken,Mich schrecket der Eule Schrei,Ich flüchte bange zum Mädel,Wie einst im Mai.
O Herrgott, wieviel an Liebe,Und ach, wie wenig Zeit!Die Lieb' ist nicht auszuschöpfenIn Ewigkeit.
*
Ein schöneres Ideal hat noch niemand geträumt,Als meine sehnende Seele es hegt,Ich seh' ein Paradies auf Erden erstehn,Das wieder dieFreude, dieLiebeträgt.Ich sehe die Völker des ErdenballsIm Glanze der glorreichen Einheit stehn,Ich seh' auf den Zinnen der Treue, des Rechts,Der Bildung, die Fahne des Friedens wehn.Ich seh' nur die Waffe des Geistes gezücktZum Trotze dem Mordblei, zum Trotze dem Schwert;Ich sehe das Eisen dem Baue des Felds,Der sausenden Werkstatt zugekehrt.Ich sehe die Frau am häuslichen Herd,Keine Sklavin der Willkür, der Mode mehr.Eine Priesterin, traun, der wärmenden Glut,An der Liebe Altar, des Hauses Ehr'.Ich ahne — ich sehe die herrliche Zeit,Ich sehe zur Wahrheit die Schönheit sich reihn,Die Völker in Liebe verschlungen und frei,Ich sehe die Menschen —Menschensein!
Ein schöneres Ideal hat noch niemand geträumt,Als meine sehnende Seele es hegt,Ich seh' ein Paradies auf Erden erstehn,Das wieder dieFreude, dieLiebeträgt.Ich sehe die Völker des ErdenballsIm Glanze der glorreichen Einheit stehn,Ich seh' auf den Zinnen der Treue, des Rechts,Der Bildung, die Fahne des Friedens wehn.Ich seh' nur die Waffe des Geistes gezücktZum Trotze dem Mordblei, zum Trotze dem Schwert;Ich sehe das Eisen dem Baue des Felds,Der sausenden Werkstatt zugekehrt.Ich sehe die Frau am häuslichen Herd,Keine Sklavin der Willkür, der Mode mehr.Eine Priesterin, traun, der wärmenden Glut,An der Liebe Altar, des Hauses Ehr'.Ich ahne — ich sehe die herrliche Zeit,Ich sehe zur Wahrheit die Schönheit sich reihn,Die Völker in Liebe verschlungen und frei,Ich sehe die Menschen —Menschensein!
Ein schöneres Ideal hat noch niemand geträumt,Als meine sehnende Seele es hegt,Ich seh' ein Paradies auf Erden erstehn,Das wieder dieFreude, dieLiebeträgt.
Ich sehe die Völker des ErdenballsIm Glanze der glorreichen Einheit stehn,Ich seh' auf den Zinnen der Treue, des Rechts,Der Bildung, die Fahne des Friedens wehn.
Ich seh' nur die Waffe des Geistes gezücktZum Trotze dem Mordblei, zum Trotze dem Schwert;Ich sehe das Eisen dem Baue des Felds,Der sausenden Werkstatt zugekehrt.
Ich sehe die Frau am häuslichen Herd,Keine Sklavin der Willkür, der Mode mehr.Eine Priesterin, traun, der wärmenden Glut,An der Liebe Altar, des Hauses Ehr'.
Ich ahne — ich sehe die herrliche Zeit,Ich sehe zur Wahrheit die Schönheit sich reihn,Die Völker in Liebe verschlungen und frei,Ich sehe die Menschen —Menschensein!
Wir weichen nicht von unsren Idealen,Sie schmücken, adeln dieses Erdenwallen,Sie ehren uns,Der Niederträchtigen Hohn wird uns zum Ruhm.Ums welterlösende geweihte HeiligtumWir wehren uns!Der Völker, Rassen, Religionen StreitVergeht im warmen Glanz der Menschlichkeit.Wir kehren unsZum treuen, ewigen Geist, der alle zählt,Und wehe dem, der Haß statt Liebe wählt!Wir wehren uns!Doch nicht mit Schwert und Feuer, wie Barbaren;Denn unsrer Philosophen heilige Scharen,Sie lehren uns,Trotz Korybantenlärms von Schelm und Wicht,Mit heiterer Ruh und lächelndem GesichtZu wehren uns.
Wir weichen nicht von unsren Idealen,Sie schmücken, adeln dieses Erdenwallen,Sie ehren uns,Der Niederträchtigen Hohn wird uns zum Ruhm.Ums welterlösende geweihte HeiligtumWir wehren uns!Der Völker, Rassen, Religionen StreitVergeht im warmen Glanz der Menschlichkeit.Wir kehren unsZum treuen, ewigen Geist, der alle zählt,Und wehe dem, der Haß statt Liebe wählt!Wir wehren uns!Doch nicht mit Schwert und Feuer, wie Barbaren;Denn unsrer Philosophen heilige Scharen,Sie lehren uns,Trotz Korybantenlärms von Schelm und Wicht,Mit heiterer Ruh und lächelndem GesichtZu wehren uns.
Wir weichen nicht von unsren Idealen,Sie schmücken, adeln dieses Erdenwallen,Sie ehren uns,Der Niederträchtigen Hohn wird uns zum Ruhm.Ums welterlösende geweihte HeiligtumWir wehren uns!
Der Völker, Rassen, Religionen StreitVergeht im warmen Glanz der Menschlichkeit.Wir kehren unsZum treuen, ewigen Geist, der alle zählt,Und wehe dem, der Haß statt Liebe wählt!Wir wehren uns!
Doch nicht mit Schwert und Feuer, wie Barbaren;Denn unsrer Philosophen heilige Scharen,Sie lehren uns,Trotz Korybantenlärms von Schelm und Wicht,Mit heiterer Ruh und lächelndem GesichtZu wehren uns.
Mein deutscher Sang ist euch zu zahm,Anstatt mein geliebtes Volk zu segnen,Soll fluchen ich der Feinde stramm,Dem Nachbar stets mit Trutz begegnen.Mein Herz ist froh, mein Erz ist rein,Es dient dem Tod nicht, nur dem Leben;Wie, muß denn alles Kanone sein?Mag's nicht auch klingende Glocken geben?
Mein deutscher Sang ist euch zu zahm,Anstatt mein geliebtes Volk zu segnen,Soll fluchen ich der Feinde stramm,Dem Nachbar stets mit Trutz begegnen.Mein Herz ist froh, mein Erz ist rein,Es dient dem Tod nicht, nur dem Leben;Wie, muß denn alles Kanone sein?Mag's nicht auch klingende Glocken geben?
Mein deutscher Sang ist euch zu zahm,Anstatt mein geliebtes Volk zu segnen,Soll fluchen ich der Feinde stramm,Dem Nachbar stets mit Trutz begegnen.
Mein Herz ist froh, mein Erz ist rein,Es dient dem Tod nicht, nur dem Leben;Wie, muß denn alles Kanone sein?Mag's nicht auch klingende Glocken geben?
Die Ehr' ist jenes Gut,Das mir am höchsten frommt,Doch nicht die flüchtige Ehr',Die nur von außen kommt.Ein großer Dichter, traun,Das hört sich süß und fein;Doch höher stünd' mein Stolz:Ein großer Mensch zu sein.Die Ehre, flach gewehtHin über Länder weit,Ist nichts gleich eines MenschenTiefer Dankbarkeit.Wer nur um Ehre schafft,Der ist zwar wert der Ehr',Der äußeren bunten Zier,— Doch sonst auch nicht viel mehr.Wenn einst ich sterben muß,Soll keine TrauerscharVon Gleisnern folgen mirZu meiner stillen Bahr'.Nicht Nekrolog, nicht Stein,O Gott, man kennt die Weis';Sie ehren Tote bloßZu ihrem eigenen Preis. —Nureineswollt' ich, daßEin Braver sagen kannAn meinem schlichten Grab:Er war ein braver Mann.
Die Ehr' ist jenes Gut,Das mir am höchsten frommt,Doch nicht die flüchtige Ehr',Die nur von außen kommt.Ein großer Dichter, traun,Das hört sich süß und fein;Doch höher stünd' mein Stolz:Ein großer Mensch zu sein.Die Ehre, flach gewehtHin über Länder weit,Ist nichts gleich eines MenschenTiefer Dankbarkeit.Wer nur um Ehre schafft,Der ist zwar wert der Ehr',Der äußeren bunten Zier,— Doch sonst auch nicht viel mehr.Wenn einst ich sterben muß,Soll keine TrauerscharVon Gleisnern folgen mirZu meiner stillen Bahr'.Nicht Nekrolog, nicht Stein,O Gott, man kennt die Weis';Sie ehren Tote bloßZu ihrem eigenen Preis. —Nureineswollt' ich, daßEin Braver sagen kannAn meinem schlichten Grab:Er war ein braver Mann.
Die Ehr' ist jenes Gut,Das mir am höchsten frommt,Doch nicht die flüchtige Ehr',Die nur von außen kommt.
Ein großer Dichter, traun,Das hört sich süß und fein;Doch höher stünd' mein Stolz:Ein großer Mensch zu sein.
Die Ehre, flach gewehtHin über Länder weit,Ist nichts gleich eines MenschenTiefer Dankbarkeit.
Wer nur um Ehre schafft,Der ist zwar wert der Ehr',Der äußeren bunten Zier,— Doch sonst auch nicht viel mehr.
Wenn einst ich sterben muß,Soll keine TrauerscharVon Gleisnern folgen mirZu meiner stillen Bahr'.
Nicht Nekrolog, nicht Stein,O Gott, man kennt die Weis';Sie ehren Tote bloßZu ihrem eigenen Preis. —
Nureineswollt' ich, daßEin Braver sagen kannAn meinem schlichten Grab:Er war ein braver Mann.
Ein Vater lag im Sterben,Drei Söhne sollten erben.Der eine war ein Bauersmann,Der pflügen, säen und ernten kann,Der erbte die Höfe, die Felder,Die Gärten, die Wiesen, die Wälder.Der andre war ein Hammerschmied,Dem gab der Vater, als er schied,Die Hämmer und all die Geräte,Auf daß er Werkzeug hätte.Der dritte war ein munterer Knab'Mit Sängerkehl' und Wanderstab,Nach Vaterswill' dem verbliebeSein Menschenherz voll Liebe. —Und als vorbei der Jahre zehn,Da hat man schon das Ziel gesehn.Der eine sorgte Tag und Nacht,Bis endlich er's zu Geld gebracht;Der andre sorgte Stund' um Stund',Daß nur sein Haufen Geld nicht schwund;Der dritte zog von Sorgen freiMit Sang an Not und Geld vorbei,Und schöpft' mit Wonne, teilt mit LustDie Lieb' aus seiner Dichterbrust,Und streut' ohn End' von Haus zu HausDie Gab' an Arm' und Reiche aus. —Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein,Wird ewig unerschöpflich sein.
Ein Vater lag im Sterben,Drei Söhne sollten erben.Der eine war ein Bauersmann,Der pflügen, säen und ernten kann,Der erbte die Höfe, die Felder,Die Gärten, die Wiesen, die Wälder.Der andre war ein Hammerschmied,Dem gab der Vater, als er schied,Die Hämmer und all die Geräte,Auf daß er Werkzeug hätte.Der dritte war ein munterer Knab'Mit Sängerkehl' und Wanderstab,Nach Vaterswill' dem verbliebeSein Menschenherz voll Liebe. —Und als vorbei der Jahre zehn,Da hat man schon das Ziel gesehn.Der eine sorgte Tag und Nacht,Bis endlich er's zu Geld gebracht;Der andre sorgte Stund' um Stund',Daß nur sein Haufen Geld nicht schwund;Der dritte zog von Sorgen freiMit Sang an Not und Geld vorbei,Und schöpft' mit Wonne, teilt mit LustDie Lieb' aus seiner Dichterbrust,Und streut' ohn End' von Haus zu HausDie Gab' an Arm' und Reiche aus. —Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein,Wird ewig unerschöpflich sein.
Ein Vater lag im Sterben,Drei Söhne sollten erben.Der eine war ein Bauersmann,Der pflügen, säen und ernten kann,Der erbte die Höfe, die Felder,Die Gärten, die Wiesen, die Wälder.Der andre war ein Hammerschmied,Dem gab der Vater, als er schied,Die Hämmer und all die Geräte,Auf daß er Werkzeug hätte.Der dritte war ein munterer Knab'Mit Sängerkehl' und Wanderstab,Nach Vaterswill' dem verbliebeSein Menschenherz voll Liebe. —
Und als vorbei der Jahre zehn,Da hat man schon das Ziel gesehn.Der eine sorgte Tag und Nacht,Bis endlich er's zu Geld gebracht;Der andre sorgte Stund' um Stund',Daß nur sein Haufen Geld nicht schwund;Der dritte zog von Sorgen freiMit Sang an Not und Geld vorbei,Und schöpft' mit Wonne, teilt mit LustDie Lieb' aus seiner Dichterbrust,Und streut' ohn End' von Haus zu HausDie Gab' an Arm' und Reiche aus. —Ein Becher, füllt ihn Gott mit Wein,Wird ewig unerschöpflich sein.
Im tiefen, dunkeln Felsental,Da rauscht ein ewiger Wasserfall.Ein Wandrer horcht der Melodei,Es wird ihm wohl und weh dabei,Und kann doch nichts verstehen.Er macht ein feines Sinngedicht,Das klar die schönsten Worte spricht.Doch sieh, ob dieser PoeseiWird keinem wohl und weh dabei,Und kann es doch verstehen.Und — eh das Jahr von hinnen ziehtIst schon verstummt des Sängers Lied.Was man verstand und nicht empfand,Das klingt nur einmal durch das Land.— Ewig rauschen die Wasser.
Im tiefen, dunkeln Felsental,Da rauscht ein ewiger Wasserfall.Ein Wandrer horcht der Melodei,Es wird ihm wohl und weh dabei,Und kann doch nichts verstehen.Er macht ein feines Sinngedicht,Das klar die schönsten Worte spricht.Doch sieh, ob dieser PoeseiWird keinem wohl und weh dabei,Und kann es doch verstehen.Und — eh das Jahr von hinnen ziehtIst schon verstummt des Sängers Lied.Was man verstand und nicht empfand,Das klingt nur einmal durch das Land.— Ewig rauschen die Wasser.
Im tiefen, dunkeln Felsental,Da rauscht ein ewiger Wasserfall.Ein Wandrer horcht der Melodei,Es wird ihm wohl und weh dabei,Und kann doch nichts verstehen.
Er macht ein feines Sinngedicht,Das klar die schönsten Worte spricht.Doch sieh, ob dieser PoeseiWird keinem wohl und weh dabei,Und kann es doch verstehen.
Und — eh das Jahr von hinnen ziehtIst schon verstummt des Sängers Lied.Was man verstand und nicht empfand,Das klingt nur einmal durch das Land.— Ewig rauschen die Wasser.
Unser Herz ist eine Harfe,Eine Harfe mit zwei Saiten.In der einen jauchzt die Freude,Und der Schmerz weint in der zweiten.Und des Schicksals Finger spielenKundig drauf die ewigen Klänge,Heute frohe Hochzeitslieder,Morgen dumpfe Grabgesänge.
Unser Herz ist eine Harfe,Eine Harfe mit zwei Saiten.In der einen jauchzt die Freude,Und der Schmerz weint in der zweiten.Und des Schicksals Finger spielenKundig drauf die ewigen Klänge,Heute frohe Hochzeitslieder,Morgen dumpfe Grabgesänge.
Unser Herz ist eine Harfe,Eine Harfe mit zwei Saiten.In der einen jauchzt die Freude,Und der Schmerz weint in der zweiten.Und des Schicksals Finger spielenKundig drauf die ewigen Klänge,Heute frohe Hochzeitslieder,Morgen dumpfe Grabgesänge.
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Die Hand an meiner rechten SeitenIst lobenswert zu jeder Stunde,Sie holt das Brot aus allen WeitenUnd führt es zärtlich mir zum Munde.Und ballt die Linke, Unerzogne,Sich hinterm Rock, wenn Gäste nahen,So weiß die Rechte, Wohlgepflogne,Mit edlem Anstand zu empfahen.Und nahen schlechtgesinnte Mächte,So greift sie rührig zu den Waffen,Und weiß mit ritterlichem RechteMir Schutz und Frieden zu verschaffen.Und weil sie gütig von dem HehrenAls treue Freundin mir gesendet,So ist sie auch in allen EhrenDer Küsse wert, die man ihr spendet.Und trotzdem leider ist sie heuteDer Linken weit zurückgeblieben,Denn dreist hat sie, und nicht gescheute,Ihr eigenes schales Lob geschrieben.
Die Hand an meiner rechten SeitenIst lobenswert zu jeder Stunde,Sie holt das Brot aus allen WeitenUnd führt es zärtlich mir zum Munde.Und ballt die Linke, Unerzogne,Sich hinterm Rock, wenn Gäste nahen,So weiß die Rechte, Wohlgepflogne,Mit edlem Anstand zu empfahen.Und nahen schlechtgesinnte Mächte,So greift sie rührig zu den Waffen,Und weiß mit ritterlichem RechteMir Schutz und Frieden zu verschaffen.Und weil sie gütig von dem HehrenAls treue Freundin mir gesendet,So ist sie auch in allen EhrenDer Küsse wert, die man ihr spendet.Und trotzdem leider ist sie heuteDer Linken weit zurückgeblieben,Denn dreist hat sie, und nicht gescheute,Ihr eigenes schales Lob geschrieben.
Die Hand an meiner rechten SeitenIst lobenswert zu jeder Stunde,Sie holt das Brot aus allen WeitenUnd führt es zärtlich mir zum Munde.
Und ballt die Linke, Unerzogne,Sich hinterm Rock, wenn Gäste nahen,So weiß die Rechte, Wohlgepflogne,Mit edlem Anstand zu empfahen.
Und nahen schlechtgesinnte Mächte,So greift sie rührig zu den Waffen,Und weiß mit ritterlichem RechteMir Schutz und Frieden zu verschaffen.
Und weil sie gütig von dem HehrenAls treue Freundin mir gesendet,So ist sie auch in allen EhrenDer Küsse wert, die man ihr spendet.
Und trotzdem leider ist sie heuteDer Linken weit zurückgeblieben,Denn dreist hat sie, und nicht gescheute,Ihr eigenes schales Lob geschrieben.
Wie fühl' ich dich an meinem Herzen schlagen,Du starkes, reges, goldnes Herz der Zeit!So wandern wir selbander sonder ZagenDen dunklen Stundenweg der Ewigkeit.Der Zeiger kreiset stetig in der Runde,Ein Sinnbild, wie das Weltenuhrwerk kreist;DeinHerz, o Mensch, ist endlich wie die Stunde,Unendlich wie die Runde ist deinGeist.
Wie fühl' ich dich an meinem Herzen schlagen,Du starkes, reges, goldnes Herz der Zeit!So wandern wir selbander sonder ZagenDen dunklen Stundenweg der Ewigkeit.Der Zeiger kreiset stetig in der Runde,Ein Sinnbild, wie das Weltenuhrwerk kreist;DeinHerz, o Mensch, ist endlich wie die Stunde,Unendlich wie die Runde ist deinGeist.
Wie fühl' ich dich an meinem Herzen schlagen,Du starkes, reges, goldnes Herz der Zeit!So wandern wir selbander sonder ZagenDen dunklen Stundenweg der Ewigkeit.
Der Zeiger kreiset stetig in der Runde,Ein Sinnbild, wie das Weltenuhrwerk kreist;DeinHerz, o Mensch, ist endlich wie die Stunde,Unendlich wie die Runde ist deinGeist.
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O lieber Gott, wo werden jene Stunden sein,In welchen mir der Lorbeer wird gewunden sein!»Ha, suche dir die Zweige!« spricht die kluge Welt,»Denn jedes Glück will mühevoll gefunden sein.«Ich darf es nicht, die strenge Pflicht hält mich zurück.Warum muß ich durch Sorg' und Not gebunden sein?Vielleicht, daß man mir einst die schweren Bande löst,Doch wird bishin schon Kraft und Will' verschwunden sein.Und bis man mir zu Lab den milden Balsam beut,Oh, können wohl vernarbt die heißen Wunden sein.Und wenn man jauchzend einst den vollen Becher reicht,Kann der Verschmachtete schon längst tief unten sein.Der späte Tropfen, der sein einsam Grab benetzt,Wird, traun, vom Schläfer nimmermehr empfunden sein.
O lieber Gott, wo werden jene Stunden sein,In welchen mir der Lorbeer wird gewunden sein!»Ha, suche dir die Zweige!« spricht die kluge Welt,»Denn jedes Glück will mühevoll gefunden sein.«Ich darf es nicht, die strenge Pflicht hält mich zurück.Warum muß ich durch Sorg' und Not gebunden sein?Vielleicht, daß man mir einst die schweren Bande löst,Doch wird bishin schon Kraft und Will' verschwunden sein.Und bis man mir zu Lab den milden Balsam beut,Oh, können wohl vernarbt die heißen Wunden sein.Und wenn man jauchzend einst den vollen Becher reicht,Kann der Verschmachtete schon längst tief unten sein.Der späte Tropfen, der sein einsam Grab benetzt,Wird, traun, vom Schläfer nimmermehr empfunden sein.
O lieber Gott, wo werden jene Stunden sein,In welchen mir der Lorbeer wird gewunden sein!»Ha, suche dir die Zweige!« spricht die kluge Welt,»Denn jedes Glück will mühevoll gefunden sein.«Ich darf es nicht, die strenge Pflicht hält mich zurück.Warum muß ich durch Sorg' und Not gebunden sein?Vielleicht, daß man mir einst die schweren Bande löst,Doch wird bishin schon Kraft und Will' verschwunden sein.Und bis man mir zu Lab den milden Balsam beut,Oh, können wohl vernarbt die heißen Wunden sein.Und wenn man jauchzend einst den vollen Becher reicht,Kann der Verschmachtete schon längst tief unten sein.Der späte Tropfen, der sein einsam Grab benetzt,Wird, traun, vom Schläfer nimmermehr empfunden sein.
Ihr Häupter in goldiger Morgenglut,O blicket aus Himmelshöh' niederZum Sänger, der sinnend im Moose ruht,Euch feiernd durch harmlose Lieder.Wie lodert dort oben der Gletscherschein,Wie flüstert im Schatten die Quelle:O schenkt mir von eurer Herrlichkeit ein,Bis trunken die sehnende Seele.Als einst ich verloren die ganze Welt,Den Glauben, die Hoffnung, die Liebe,Und als mir die glitzernden Freuden vergälltIm wüsten Weltgetriebe;Und als ich mein junges Leben verpraßt,Weil es ohne Reiz mir und Wert war,Und als ich den Mann auf der Straße gehaßt,Weil er wie ich auf der Erd' war.Da zog ich hinaus wie ein dachloser Hund,Mich selbst und das Dasein verfluchend,Da schritt ich verloren, im WaldesgrundEinen luftigen Baumast mir suchend.Doch siehe, da war kein Ast mir recht,Der war mir zu hoch, der zu nieder,Ein dritter zu gut, ein vierter zu schlecht,Ein fünfter mir anders zuwider.Und ein jeder tat so geheimnisvollUnd flüsterte leis mit dem Nachbar;Sie machten sich über mich lustig wohl,Daß ich so elend und schwach war? —O nein, nur die Welt verspotteten sieUnd schmiedeten eine Verschwörung;Der Wald und die Welt, die vertragen sich nie,Ob letzterer tiefen Betörung.Drum sagten die Bäume: 's wär alles wohl recht,Die Vorzeit, die Zukunft, das Heute,Selbst der Himmel ist gut und die Erde nicht schlecht,Doch die Leute — die argen Leute!Die Leute, die liegen sich alle im HaarUnd raufen, daß es ein Skandal ist,Und spielen in Übermut mit der GefahrSo lange, bis jeder am Fall ist.Und wenn sie zu Füßen den Abgrund sehn,Dann schwindeln sie fluchend und taumeln,Ja, dann erst will mancher zum Walde gehn,Und — daß er nicht fallen kann — baumeln.Oh, kämet ihr früher zu uns in den WaldMit jugendlich heiteren Sinnen,Ihr wäret mit »Siebzig« noch immer nicht alt,Und wüßtet gar zärtlich zu minnen! —So sagten die Bäume und flüsterten fort,Erzählten sich sondre Geschichten;Ich habe verstanden ein jegliches WortUnd weiß mich darnach nun zu richten.Und kriegt mir die Fröhlichkeit jäh einen Sprung,So kratze ich Waldharz und leime,Und sprudle und jauchze und bin wieder jung,Und schmied' ein paar hinkende Reime.
Ihr Häupter in goldiger Morgenglut,O blicket aus Himmelshöh' niederZum Sänger, der sinnend im Moose ruht,Euch feiernd durch harmlose Lieder.Wie lodert dort oben der Gletscherschein,Wie flüstert im Schatten die Quelle:O schenkt mir von eurer Herrlichkeit ein,Bis trunken die sehnende Seele.Als einst ich verloren die ganze Welt,Den Glauben, die Hoffnung, die Liebe,Und als mir die glitzernden Freuden vergälltIm wüsten Weltgetriebe;Und als ich mein junges Leben verpraßt,Weil es ohne Reiz mir und Wert war,Und als ich den Mann auf der Straße gehaßt,Weil er wie ich auf der Erd' war.Da zog ich hinaus wie ein dachloser Hund,Mich selbst und das Dasein verfluchend,Da schritt ich verloren, im WaldesgrundEinen luftigen Baumast mir suchend.Doch siehe, da war kein Ast mir recht,Der war mir zu hoch, der zu nieder,Ein dritter zu gut, ein vierter zu schlecht,Ein fünfter mir anders zuwider.Und ein jeder tat so geheimnisvollUnd flüsterte leis mit dem Nachbar;Sie machten sich über mich lustig wohl,Daß ich so elend und schwach war? —O nein, nur die Welt verspotteten sieUnd schmiedeten eine Verschwörung;Der Wald und die Welt, die vertragen sich nie,Ob letzterer tiefen Betörung.Drum sagten die Bäume: 's wär alles wohl recht,Die Vorzeit, die Zukunft, das Heute,Selbst der Himmel ist gut und die Erde nicht schlecht,Doch die Leute — die argen Leute!Die Leute, die liegen sich alle im HaarUnd raufen, daß es ein Skandal ist,Und spielen in Übermut mit der GefahrSo lange, bis jeder am Fall ist.Und wenn sie zu Füßen den Abgrund sehn,Dann schwindeln sie fluchend und taumeln,Ja, dann erst will mancher zum Walde gehn,Und — daß er nicht fallen kann — baumeln.Oh, kämet ihr früher zu uns in den WaldMit jugendlich heiteren Sinnen,Ihr wäret mit »Siebzig« noch immer nicht alt,Und wüßtet gar zärtlich zu minnen! —So sagten die Bäume und flüsterten fort,Erzählten sich sondre Geschichten;Ich habe verstanden ein jegliches WortUnd weiß mich darnach nun zu richten.Und kriegt mir die Fröhlichkeit jäh einen Sprung,So kratze ich Waldharz und leime,Und sprudle und jauchze und bin wieder jung,Und schmied' ein paar hinkende Reime.
Ihr Häupter in goldiger Morgenglut,O blicket aus Himmelshöh' niederZum Sänger, der sinnend im Moose ruht,Euch feiernd durch harmlose Lieder.Wie lodert dort oben der Gletscherschein,Wie flüstert im Schatten die Quelle:O schenkt mir von eurer Herrlichkeit ein,Bis trunken die sehnende Seele.
Als einst ich verloren die ganze Welt,Den Glauben, die Hoffnung, die Liebe,Und als mir die glitzernden Freuden vergälltIm wüsten Weltgetriebe;Und als ich mein junges Leben verpraßt,Weil es ohne Reiz mir und Wert war,Und als ich den Mann auf der Straße gehaßt,Weil er wie ich auf der Erd' war.
Da zog ich hinaus wie ein dachloser Hund,Mich selbst und das Dasein verfluchend,Da schritt ich verloren, im WaldesgrundEinen luftigen Baumast mir suchend.Doch siehe, da war kein Ast mir recht,Der war mir zu hoch, der zu nieder,Ein dritter zu gut, ein vierter zu schlecht,Ein fünfter mir anders zuwider.
Und ein jeder tat so geheimnisvollUnd flüsterte leis mit dem Nachbar;Sie machten sich über mich lustig wohl,Daß ich so elend und schwach war? —O nein, nur die Welt verspotteten sieUnd schmiedeten eine Verschwörung;Der Wald und die Welt, die vertragen sich nie,Ob letzterer tiefen Betörung.
Drum sagten die Bäume: 's wär alles wohl recht,Die Vorzeit, die Zukunft, das Heute,Selbst der Himmel ist gut und die Erde nicht schlecht,Doch die Leute — die argen Leute!Die Leute, die liegen sich alle im HaarUnd raufen, daß es ein Skandal ist,Und spielen in Übermut mit der GefahrSo lange, bis jeder am Fall ist.
Und wenn sie zu Füßen den Abgrund sehn,Dann schwindeln sie fluchend und taumeln,Ja, dann erst will mancher zum Walde gehn,Und — daß er nicht fallen kann — baumeln.Oh, kämet ihr früher zu uns in den WaldMit jugendlich heiteren Sinnen,Ihr wäret mit »Siebzig« noch immer nicht alt,Und wüßtet gar zärtlich zu minnen! —
So sagten die Bäume und flüsterten fort,Erzählten sich sondre Geschichten;Ich habe verstanden ein jegliches WortUnd weiß mich darnach nun zu richten.Und kriegt mir die Fröhlichkeit jäh einen Sprung,So kratze ich Waldharz und leime,Und sprudle und jauchze und bin wieder jung,Und schmied' ein paar hinkende Reime.
Im Walde Frieden. Zwei Hummeln läuten.Der Tag ist schon neigend.Da nahen Gestalten aus alten Zeiten,Die stille Reihe der alten Bekannten,Sie grüßen mich schweigend.Sie winken mir stumm ein Geheimnis zuUnd schwanken vorbei.... Ich hab' nichts verstanden.
Im Walde Frieden. Zwei Hummeln läuten.Der Tag ist schon neigend.Da nahen Gestalten aus alten Zeiten,Die stille Reihe der alten Bekannten,Sie grüßen mich schweigend.Sie winken mir stumm ein Geheimnis zuUnd schwanken vorbei.... Ich hab' nichts verstanden.
Im Walde Frieden. Zwei Hummeln läuten.Der Tag ist schon neigend.Da nahen Gestalten aus alten Zeiten,Die stille Reihe der alten Bekannten,Sie grüßen mich schweigend.Sie winken mir stumm ein Geheimnis zuUnd schwanken vorbei.... Ich hab' nichts verstanden.
Was glänzen doch dem die Augen so hell?Und birgt in der Brust eine dämmernde Seel',Und hüllet in staubige SpinnenwebenGeheimnisvoll sein glosendes Leben.— Weiß es einer, wie wohl sie tut,Die einsame Glut?Was brennen doch dem die Wangen so rot?Er ist ja kalt, er ist ja tot!Er scherzt nicht mit Freunden, er kost nicht mit Frauen,Er kann keine lustigen Leute schauen.— Weiß es einer, wie weh kann seinDie einsame Pein?Und weiß es einer, wie wohl es tut,Wenn glühend das Herz in sich selber ruht,Und weiß es einer, wie hart es kann sein —Der schleiche vorüber und laß' ihn allein,Den Mann in seinem allseligen LeidDer Einsamkeit.
Was glänzen doch dem die Augen so hell?Und birgt in der Brust eine dämmernde Seel',Und hüllet in staubige SpinnenwebenGeheimnisvoll sein glosendes Leben.— Weiß es einer, wie wohl sie tut,Die einsame Glut?Was brennen doch dem die Wangen so rot?Er ist ja kalt, er ist ja tot!Er scherzt nicht mit Freunden, er kost nicht mit Frauen,Er kann keine lustigen Leute schauen.— Weiß es einer, wie weh kann seinDie einsame Pein?Und weiß es einer, wie wohl es tut,Wenn glühend das Herz in sich selber ruht,Und weiß es einer, wie hart es kann sein —Der schleiche vorüber und laß' ihn allein,Den Mann in seinem allseligen LeidDer Einsamkeit.
Was glänzen doch dem die Augen so hell?Und birgt in der Brust eine dämmernde Seel',Und hüllet in staubige SpinnenwebenGeheimnisvoll sein glosendes Leben.— Weiß es einer, wie wohl sie tut,Die einsame Glut?
Was brennen doch dem die Wangen so rot?Er ist ja kalt, er ist ja tot!Er scherzt nicht mit Freunden, er kost nicht mit Frauen,Er kann keine lustigen Leute schauen.— Weiß es einer, wie weh kann seinDie einsame Pein?
Und weiß es einer, wie wohl es tut,Wenn glühend das Herz in sich selber ruht,Und weiß es einer, wie hart es kann sein —Der schleiche vorüber und laß' ihn allein,Den Mann in seinem allseligen LeidDer Einsamkeit.
Magst du wissen, wann du sollst geselligUnd wann einsam sein?Willst duFreude, suche Menschen,Willst duGlück, so bleib mit dir allein.Wisse, wann dein Werk am schönstenUnd am reinsten mag gedeihn:In derArbeitsuche Menschen,Doch imSchaffenbleib mit dir allein.Wie's auch jeder hält nach seiner Weise,Lasse eins gesagt dir sein:Wenn du hassest, meide Menschen,Wenn du liebst, bleibnichtmit dir allein.
Magst du wissen, wann du sollst geselligUnd wann einsam sein?Willst duFreude, suche Menschen,Willst duGlück, so bleib mit dir allein.Wisse, wann dein Werk am schönstenUnd am reinsten mag gedeihn:In derArbeitsuche Menschen,Doch imSchaffenbleib mit dir allein.Wie's auch jeder hält nach seiner Weise,Lasse eins gesagt dir sein:Wenn du hassest, meide Menschen,Wenn du liebst, bleibnichtmit dir allein.
Magst du wissen, wann du sollst geselligUnd wann einsam sein?Willst duFreude, suche Menschen,Willst duGlück, so bleib mit dir allein.Wisse, wann dein Werk am schönstenUnd am reinsten mag gedeihn:In derArbeitsuche Menschen,Doch imSchaffenbleib mit dir allein.Wie's auch jeder hält nach seiner Weise,Lasse eins gesagt dir sein:Wenn du hassest, meide Menschen,Wenn du liebst, bleibnichtmit dir allein.
Ach, wie gerne möcht' ich wissenOft, zu wem mein Sprüchlein spricht!Hunderttausend Leser hab' ich,Abereinenhab' ich nicht.Hunderttausend Leser heißenPublikum, und ihre ZahlWird willkommen der VerlegerHeißen hunderttausendmal.Einen möcht' ich,einenhaben,Den ich kenn', von dem ich weiß,Daß er jede meiner ZeilenLiest mit Liebe und mit Fleiß.Einen einzigen ganzen Menschen,Einen ruft der Dichter an,Dem er all sein Denken, Dichten,Frohes Schaffen weihen kann.Einmal hatt' ich einen solchen,Habe nur anihngedacht,Habe nur fürihngedichtetUnd mein Herz ihm aufgemacht.Also sprach der Mensch zum MenschenTraut mit leiser, warmer Stimm',Und die hunderttausend LeserFanden sich in mir und ihm.Als ich redete für einen,Standen alle rings herum,Red' ich allen, hab' ich keinenMenschen — lauter Publikum.
Ach, wie gerne möcht' ich wissenOft, zu wem mein Sprüchlein spricht!Hunderttausend Leser hab' ich,Abereinenhab' ich nicht.Hunderttausend Leser heißenPublikum, und ihre ZahlWird willkommen der VerlegerHeißen hunderttausendmal.Einen möcht' ich,einenhaben,Den ich kenn', von dem ich weiß,Daß er jede meiner ZeilenLiest mit Liebe und mit Fleiß.Einen einzigen ganzen Menschen,Einen ruft der Dichter an,Dem er all sein Denken, Dichten,Frohes Schaffen weihen kann.Einmal hatt' ich einen solchen,Habe nur anihngedacht,Habe nur fürihngedichtetUnd mein Herz ihm aufgemacht.Also sprach der Mensch zum MenschenTraut mit leiser, warmer Stimm',Und die hunderttausend LeserFanden sich in mir und ihm.Als ich redete für einen,Standen alle rings herum,Red' ich allen, hab' ich keinenMenschen — lauter Publikum.
Ach, wie gerne möcht' ich wissenOft, zu wem mein Sprüchlein spricht!Hunderttausend Leser hab' ich,Abereinenhab' ich nicht.
Hunderttausend Leser heißenPublikum, und ihre ZahlWird willkommen der VerlegerHeißen hunderttausendmal.
Einen möcht' ich,einenhaben,Den ich kenn', von dem ich weiß,Daß er jede meiner ZeilenLiest mit Liebe und mit Fleiß.
Einen einzigen ganzen Menschen,Einen ruft der Dichter an,Dem er all sein Denken, Dichten,Frohes Schaffen weihen kann.
Einmal hatt' ich einen solchen,Habe nur anihngedacht,Habe nur fürihngedichtetUnd mein Herz ihm aufgemacht.
Also sprach der Mensch zum MenschenTraut mit leiser, warmer Stimm',Und die hunderttausend LeserFanden sich in mir und ihm.
Als ich redete für einen,Standen alle rings herum,Red' ich allen, hab' ich keinenMenschen — lauter Publikum.
Welch ein Los! Im bunten LebensgartenFröhlicher Genossen bin ich einsam.Hab' mit ihnen Ziel, Geschick und Leiden,Sprach' und Lied und Vaterland gemeinsam.Streuen scherzend Rosen unsren Pfaden,Lieben uns einander — und bin einsam.Einsam, wenn das Blau der Fern' uns trennetMitten unter ihnen bin ich einsam.Einsam, wie der Schiffbrüchig' im Meere,Einsam, wie der Aar im Himmelskreise,Einsam, wie der Mann, den sie begrubenUnter Nordlichtschein im öden Eise.Brücken schuf Natur von Aug' zu Auge,Hängend auf des Lichtes goldnen Stäben;Schiffe auf dem Wellenmeer des KlangesZwischen Mund und Ohren heiter schweben.Und des Blutes ehern ewige BandeFlechten aneinander unsre Sinne;Aber von derSeelenfreier Zinne,Auseinander fern sich ungemessen,Hat Natur zu baun den Weg vergessen.Nicht so einsam ist das AlpenrösleinAn des starren Eises kalter Schwelle;Nicht so einsam ist der Stern am Himmel,Als in ihrem Leib die sehnende Seele.Einsam, wenn dem Schönen sie und Reinen,Mai im Herzen, grüne Kränze webet;Einsam, wenn sie selige Pfade suchetNach dem Gottesreich, und ihnen lebet. —Als in Tiefen mit Genossen kriechenIst es besser, hoch zu schweben einsam.Größer, göttlicher gewiß — doch glücklich?Glücklichist der Erdsohn nur gemeinsam.
Welch ein Los! Im bunten LebensgartenFröhlicher Genossen bin ich einsam.Hab' mit ihnen Ziel, Geschick und Leiden,Sprach' und Lied und Vaterland gemeinsam.Streuen scherzend Rosen unsren Pfaden,Lieben uns einander — und bin einsam.Einsam, wenn das Blau der Fern' uns trennetMitten unter ihnen bin ich einsam.Einsam, wie der Schiffbrüchig' im Meere,Einsam, wie der Aar im Himmelskreise,Einsam, wie der Mann, den sie begrubenUnter Nordlichtschein im öden Eise.Brücken schuf Natur von Aug' zu Auge,Hängend auf des Lichtes goldnen Stäben;Schiffe auf dem Wellenmeer des KlangesZwischen Mund und Ohren heiter schweben.Und des Blutes ehern ewige BandeFlechten aneinander unsre Sinne;Aber von derSeelenfreier Zinne,Auseinander fern sich ungemessen,Hat Natur zu baun den Weg vergessen.Nicht so einsam ist das AlpenrösleinAn des starren Eises kalter Schwelle;Nicht so einsam ist der Stern am Himmel,Als in ihrem Leib die sehnende Seele.Einsam, wenn dem Schönen sie und Reinen,Mai im Herzen, grüne Kränze webet;Einsam, wenn sie selige Pfade suchetNach dem Gottesreich, und ihnen lebet. —Als in Tiefen mit Genossen kriechenIst es besser, hoch zu schweben einsam.Größer, göttlicher gewiß — doch glücklich?Glücklichist der Erdsohn nur gemeinsam.
Welch ein Los! Im bunten LebensgartenFröhlicher Genossen bin ich einsam.Hab' mit ihnen Ziel, Geschick und Leiden,Sprach' und Lied und Vaterland gemeinsam.Streuen scherzend Rosen unsren Pfaden,Lieben uns einander — und bin einsam.Einsam, wenn das Blau der Fern' uns trennetMitten unter ihnen bin ich einsam.Einsam, wie der Schiffbrüchig' im Meere,Einsam, wie der Aar im Himmelskreise,Einsam, wie der Mann, den sie begrubenUnter Nordlichtschein im öden Eise.Brücken schuf Natur von Aug' zu Auge,Hängend auf des Lichtes goldnen Stäben;Schiffe auf dem Wellenmeer des KlangesZwischen Mund und Ohren heiter schweben.Und des Blutes ehern ewige BandeFlechten aneinander unsre Sinne;Aber von derSeelenfreier Zinne,Auseinander fern sich ungemessen,Hat Natur zu baun den Weg vergessen.Nicht so einsam ist das AlpenrösleinAn des starren Eises kalter Schwelle;Nicht so einsam ist der Stern am Himmel,Als in ihrem Leib die sehnende Seele.Einsam, wenn dem Schönen sie und Reinen,Mai im Herzen, grüne Kränze webet;Einsam, wenn sie selige Pfade suchetNach dem Gottesreich, und ihnen lebet. —Als in Tiefen mit Genossen kriechenIst es besser, hoch zu schweben einsam.Größer, göttlicher gewiß — doch glücklich?Glücklichist der Erdsohn nur gemeinsam.
Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!Wie bin ich so arm an Lieb und Lust!Ich fühle den Lorbeer ums Haupt herum,Und keine Rose an meiner Brust!Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!Aus Erde, die andern nur Dornen beut,Entsproßten mir Lorbeern und flechten, traun,Ein Haus, wo kaum ich zu wohnen weiß.Mit Lorbeern umrankt ist mein schlichter Tisch,Mit Lorbeern das einsame Lager bekränzt,Zu kühlen die heiße, pochende Stirn,Und Lorbeern, zu stillen das sehnende Herz.Ich rief dich nicht, du prangender Zweig,Du hast dich ums Herz mir schmeichelnd gerankt,Und wirst du bald treulos verwelken mir,Dann steh' ich, Unseliger, grau vor GramAuf schauerlich ödem Lebensplan.Wie bin ich so arm an Lieb' und Lust!Ihr, die den Poeten beneiden scheelUm Früchte der Liebe, o hört mich an:Den grünen, duftenden Lorbeerhain,Ich gäb' ihn für eine Rose hin.Der rosenbekränzte Becher des Glücks,Er mied die durstige Lippe mein;Den heißen Schweiß auf der blassen Stirn,Ihn trocknet ermunternde Liebe nicht.Und Liebe nicht küßt auf dem KatafalkDie letzte Träne vom Antlitz mir.
Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!Wie bin ich so arm an Lieb und Lust!Ich fühle den Lorbeer ums Haupt herum,Und keine Rose an meiner Brust!Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!Aus Erde, die andern nur Dornen beut,Entsproßten mir Lorbeern und flechten, traun,Ein Haus, wo kaum ich zu wohnen weiß.Mit Lorbeern umrankt ist mein schlichter Tisch,Mit Lorbeern das einsame Lager bekränzt,Zu kühlen die heiße, pochende Stirn,Und Lorbeern, zu stillen das sehnende Herz.Ich rief dich nicht, du prangender Zweig,Du hast dich ums Herz mir schmeichelnd gerankt,Und wirst du bald treulos verwelken mir,Dann steh' ich, Unseliger, grau vor GramAuf schauerlich ödem Lebensplan.Wie bin ich so arm an Lieb' und Lust!Ihr, die den Poeten beneiden scheelUm Früchte der Liebe, o hört mich an:Den grünen, duftenden Lorbeerhain,Ich gäb' ihn für eine Rose hin.Der rosenbekränzte Becher des Glücks,Er mied die durstige Lippe mein;Den heißen Schweiß auf der blassen Stirn,Ihn trocknet ermunternde Liebe nicht.Und Liebe nicht küßt auf dem KatafalkDie letzte Träne vom Antlitz mir.
Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!Wie bin ich so arm an Lieb und Lust!Ich fühle den Lorbeer ums Haupt herum,Und keine Rose an meiner Brust!
Wie bin ich so reich an Ehr' und Ruhm!Aus Erde, die andern nur Dornen beut,Entsproßten mir Lorbeern und flechten, traun,Ein Haus, wo kaum ich zu wohnen weiß.Mit Lorbeern umrankt ist mein schlichter Tisch,Mit Lorbeern das einsame Lager bekränzt,Zu kühlen die heiße, pochende Stirn,Und Lorbeern, zu stillen das sehnende Herz.Ich rief dich nicht, du prangender Zweig,Du hast dich ums Herz mir schmeichelnd gerankt,Und wirst du bald treulos verwelken mir,Dann steh' ich, Unseliger, grau vor GramAuf schauerlich ödem Lebensplan.
Wie bin ich so arm an Lieb' und Lust!Ihr, die den Poeten beneiden scheelUm Früchte der Liebe, o hört mich an:Den grünen, duftenden Lorbeerhain,Ich gäb' ihn für eine Rose hin.Der rosenbekränzte Becher des Glücks,Er mied die durstige Lippe mein;Den heißen Schweiß auf der blassen Stirn,Ihn trocknet ermunternde Liebe nicht.Und Liebe nicht küßt auf dem KatafalkDie letzte Träne vom Antlitz mir.
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Ist das Glas des Fensterleins nicht helle,Ist das Aug' umflort von einer Träne,Schaut die Welt zu düster in die Seele.Nimmer will ich weinen, nimmer klagen,Niemand wischt vom Auge mir die Zähren.Einsam will ich tragen und entsagen.Nur dem Retter, wenn er wird erscheinen,Leis' mir winkend mit der Friedenspalme,Will ich eine Freudenträne weinen.
Ist das Glas des Fensterleins nicht helle,Ist das Aug' umflort von einer Träne,Schaut die Welt zu düster in die Seele.Nimmer will ich weinen, nimmer klagen,Niemand wischt vom Auge mir die Zähren.Einsam will ich tragen und entsagen.Nur dem Retter, wenn er wird erscheinen,Leis' mir winkend mit der Friedenspalme,Will ich eine Freudenträne weinen.
Ist das Glas des Fensterleins nicht helle,Ist das Aug' umflort von einer Träne,Schaut die Welt zu düster in die Seele.
Nimmer will ich weinen, nimmer klagen,Niemand wischt vom Auge mir die Zähren.Einsam will ich tragen und entsagen.
Nur dem Retter, wenn er wird erscheinen,Leis' mir winkend mit der Friedenspalme,Will ich eine Freudenträne weinen.
Willst du, Freundchen, doch einmal das hochgelobte Land erlangen,Wo es unserm alten Vater Adam einst so wohlergangen,Darfst du nicht gen Westen ziehn, wo aller Tage Sonnen fallen,Mußt du, wo sie auferstehen, hin ins Land des Ostens wallen.Darfst du nicht das Dampfroß, nicht das stolze Pferd des Ritters reiten,Selbst des Dichters Flügelhengste könnten leicht dich irreleiten.Nur das Eselein, das arme, das beharrlich voll GeduldTrägt auf seinem breiten Rücken eignes Kreuz und fremde Schuld,Nur das Eselein, das arme, kann ins Paradies dich tragen,Weißt du, Freund, wie ich das meine, brauch' ich weiter nichts zu sagen.
Willst du, Freundchen, doch einmal das hochgelobte Land erlangen,Wo es unserm alten Vater Adam einst so wohlergangen,Darfst du nicht gen Westen ziehn, wo aller Tage Sonnen fallen,Mußt du, wo sie auferstehen, hin ins Land des Ostens wallen.Darfst du nicht das Dampfroß, nicht das stolze Pferd des Ritters reiten,Selbst des Dichters Flügelhengste könnten leicht dich irreleiten.Nur das Eselein, das arme, das beharrlich voll GeduldTrägt auf seinem breiten Rücken eignes Kreuz und fremde Schuld,Nur das Eselein, das arme, kann ins Paradies dich tragen,Weißt du, Freund, wie ich das meine, brauch' ich weiter nichts zu sagen.
Willst du, Freundchen, doch einmal das hochgelobte Land erlangen,Wo es unserm alten Vater Adam einst so wohlergangen,Darfst du nicht gen Westen ziehn, wo aller Tage Sonnen fallen,Mußt du, wo sie auferstehen, hin ins Land des Ostens wallen.Darfst du nicht das Dampfroß, nicht das stolze Pferd des Ritters reiten,Selbst des Dichters Flügelhengste könnten leicht dich irreleiten.Nur das Eselein, das arme, das beharrlich voll GeduldTrägt auf seinem breiten Rücken eignes Kreuz und fremde Schuld,Nur das Eselein, das arme, kann ins Paradies dich tragen,Weißt du, Freund, wie ich das meine, brauch' ich weiter nichts zu sagen.