Eine tüchtige Lehrerinwurde längere Zeit von einem berühmten Arzte behandelt ohne Erfolg. Da sie zuletzt in ihrem Berufe nicht mehr arbeiten konnte, erhielt sie vorläufig auf drei Vierteljahre Pension. Nach Verlauf dieser Frist war der Zustand nicht viel besser geworden; der Arzt erklärte sie in seinem Zeugnisse für „unheilbar“, also auch künftig als untauglich für ihren Beruf. Freunde rieten ihr das Wasser an, und sie logierte sich in einem Nachbarorte meiner Pfarrgemeinde ein. Der Patientin war es anfangs kaum möglich, eine halbe Stunde weit zu gehen, so entkräftet und geschwächt fühlte sie sich. Sie gebrauchte nach Vorschrift Wasseranwendungen, und in 4–5 Wochen war sie vollständig hergestellt. Sie hat dann um Reaktivierung angehalten, und es kostete sie nicht geringe Mühe, wieder auf ihre Stelle zu kommen. Man wollte an die Heilung nicht recht glauben. In Person stellte sie sich dem Minister vor, der über ihre kräftige Gesundheit staunte, noch mehr aber über das im Zeugnis des Arztes stehende fatale Wort: „unheilbar.“ Schon ist sie11 Jahrewieder auf ihrem Posten, erfreut sich der besten Gesundheit und kann ihrem Berufeungestört nachkommen. Welches Leiden die Ärzte an dieser Kranken gefunden, ob Abzehrung, ob Schwindsucht, ich hatte es nie erfahren. Alle Anzeichen indessen sprachen dafür, daß sie schwindsüchtig werde. Der Bruder des Fräuleins war an diesem Übel gestorben, und ganz ähnliche Leiden seien, erklärte sie, dessen Tode vorausgegangen. Es war hohe, aber noch die rechte Zeit, der Krankheit zu steuern, und das Wasser hat ihr gesteuert.Als Heilmittelwurden angeordnet:viel Aufenthalt in frischer Luft,häufiges Barfußgehenim Morgentau,Bäder, von den kleinsten und schwächsten bis zu den letzten und stärksten, alle stets kalt. Dazu kamKräuterteeund eineeinfache, kräftige Landkost.
Ein Herr von Standerzählt: „Ich war nie fest und erfreute mich zu keiner Zeit einer solchen Gesundheit, wie sie manchem das ganze Leben hindurch geschenkt ist. Gleichwohl konnte ich meine Studien glücklich beenden, auch meinem Berufe bislang gut vorstehen. Seit ein paar Jahren ist dieses anders geworden. Wo ich hinkomme, werde ich von jedermann bedenklich angeschaut, und oft schon drang zu meinem Ohr das leise Flüstern der Freunde: Der lebt auch nicht mehr lang. Der Gedanke an den Tod ist mir selbst kein fremder Gast mehr, ich müßte ja blind sein für all die Anzeichen. Wie die frische Gesichtsfarbe, so sind die Kräfte geschwunden. Der Appetit, dieser beste Uhrenzeiger, deutet zur Genüge an, daß im Körper die Feder, die Lebenskraft ausgegangen, am Springen ist. Schon peinigt der recht schwere Atem, mehr noch ein Husten, der selbst andere schreckt, sichere Boten in die ewige Heimat. Die Ärzte erklären,ich sei schwindsüchtig. Sie haben mich seit einiger Zeit aufgegeben, raten mir aber noch, nach Meran zu reisen in ein milderes Klima. (Armer Schelm, dachte und fühlte ich, nicht einmal zu Hause, in der Fremde sollst du sterben!)Auf der Reise nach Meranhörte ich von den Wirkungen des Wassers, und ich erkundigte mich, ob dasselbe auch für meine gebrechliche Natur etwa noch Heilkraft hätte. ‚Sie können es versuchen,‘ lautete die Antwort. Der Anfang war nicht leicht. Ich trug sehr warme Kleidung, und doch fror mich noch immer. Nun hieß es auf einmal: Das wollene Hemd, das Sie auf dem bloßen Leib tragen, der wollene Halsbund, doppelt geschlungen, müssen nach und nach wegfallen. Es beschlichen mich ganz eigenartige Gedanken. Wie wird’s mir gehen mit einer Kleidung, die mehr kühlend als wärmend ist? Dazu machte mich das kalte Wasser erschauern. Und es war schon so nahe.Vorsichtigundüberaus maßvoll begannen die Übungen,ganz anders, als man es sich denkt und davon sprechen hört. Und merkwürdig! Nach zwei Tagen schon konnte ich ein Wollkleid ablegen, ohne nachteilige Folgen zu verspüren; nach 5 Tagen opferte ich mein zweites. Nach 6–7 Tagen war der wollene Halsbund auch schon gefallen. Durch die Wasseranwendungen bekam ich eine sehr angenehme Naturwärme, die sich von Tag zu Tag steigerte. Mit der zunehmenden Naturwärme nahm das schwere Atmen ab, der Husten ließ nach. Wie die Besserung, so nahm zu die freudige Stimmung der Seele. Hörte ich früher sagen: ‚Wie lange wird der noch leben?‘ so jetzt: ‚Aber der gedeiht!‘ Sechs Wochen dauerte die Behandlung. Wider Erwarten und zum Staunen aller, die mich früher gesehen hatten, trat ich nicht den Weg zur ewigen Ruhe, sondern mit neuem Leben den alten Berufsweg wieder an. Ich dankte Gott, meinem Schöpfer, für meine Heilung und auch dafür, daß er uns im Wasser ein so kräftiges und naheliegendes Heilmittel gegeben. Allen Menschen möchte ich zurufen: Lernet das Wasser und seine Wirkungen kennen und schätzen, ihr werdet vielem Ungemach auf eurer Wanderung durchs Leben entgehen und viel glücklicher und zufriedener euere Berufsaufgabe lösen. Und nach dieser Aussaat im Berufe richtet sich ja die Ernte drüben im Jenseits.“
„Du bistbegierig, lieber Leser,zu hören, wie das Wasser bei mir angewendet wurde? Wie ein Hirtenknabe oft unter den Regen kommt, manchen Tag Guß auf Guß aushalten muß und dadurch abgehärtet wird, so bekam mein Oberkörper täglichzwei Güsse(Obergüsse).Anfangsspielte der Wasserstrahlnur eine halbe Minute, nach einiger Zeit eine Minute lang. Täglich mußte ich sodann imnassen Grase gehenoderauf nassen Steinen. Nach allgemeinem Vorurteile meinte auch ich mir dadurch alle möglichen Beschwerden zuzuziehen. Recht bald indessen fühlte ich das größte Behagen, und ich wäre am liebsten Barfüßler geworden. Es nahte der Spätherbst, es fiel Schnee. Ich ging eine Minute lang im frischgefallenen Schnee. Das hört sich schauerlich an. Auch mich durchfuhr ein schauerliches Rieseln, da ich langsam Schuhe und Strümpfe ablegte. „Mutig voran!“ rief ich mir selbst zu. Und einmal gewagt war ganz (nicht halb) gewonnen. Ich überzeugte mich von der wohltätigsten Wirkung, welche ich nie erwartete. Ich durfte auf mein Begehren dieses öfter wiederholen und kann jedem Wasserscheuen hoch und teuer versichern, daß ich in meinem Leben nie solche Naturwärme empfunden habe wie nach diesen Schneepartieen. Es brennen die Füßezwei, höchstens drei Minuten von der Schneekälte; dann aber entwickelt sich eine Wärme, die den Schnee nicht mehr achten läßt. In wenigen Tagen brachte ich es dahin, daß ich nicht mehr eine, sondern 10 Minuten bis eine Viertelstunde den Schneelauf fortsetzte. Gerade dasSchneegehenbrachte eine außerordentliche Zunahme der Kräfte und Verminderung des harten Atems. Von Katarrh zeigte sich keine Spur. Hätte man mir so etwas früher erzählt, ich hätte es für Torheit, ja Wahnsinn, für den Ruin der Gesundheit gehalten. Während 14 Tagen verfuhr ich also. Dann hörte das Barfußgehen auf, und es blieben nur dieOber-undUntergüssein stärkerer Form ein- bis zweimal täglich.Nach ungefähr drei Wochenwar der Organismus in Ordnung. Bis zu völliger Erstarkung vergingen wieder drei Wochen. Statt nach Meran zu gehen und dort zu sterben, kehrte ich zurück in die liebe Heimat, um dort von neuem tüchtig in meinem Berufe zu arbeiten.“
Es kommt ein Mann und erzählt: „Mir fehlt es im Hals und in der Brust. Anfangs hatte ich einen recht starken Katarrh; dann habe ich meine Stimme fast ganz verloren, hatte Wochen hindurch ein heftiges Brennen im Hals und in der Brust, zudem häufig Fieber. Habe mehrere Ärzte gehabt, mußte vielerlei und viel inhalieren. Kleine Linderung habe ich bekommen, aber keine Hilfe. Jetzt bin ich ganz abgemagert und kann schon lange nichts mehr tun; doch Gehen paßt mir noch am besten. Meine Füße sind immer kalt, Appetit besser als früher.“
Anwendungen: 1) Täglich zweimal einen Knieguß oder im Wasser gehen. 2) Täglich am Morgen und Nachmittag einen Oberguß. 3) Täglich zwei kleine Tassen Tee trinken vonFoenum graecum. 4) Jeden zweiten Tag ein kaltes Sitzbad, eine Minute lang. So drei Wochen fortmachen.
Star
siehe oben S. 172 unter „Augen-Star“.
Steinleiden.
Ein Herr K. in D. schreibt: „Ich war bereits sechs Monate sehr krank und wurde behandelt an Stein- und Nierenleiden, auch war ich stark mit Hämorrhoiden geplagt. Drei Ärzte gebrauchte ich; allein keiner konnte mir helfen. Da ich absolut keinen Dienst mehr machen konnte, stellte ich mir einen Stellvertreter ein auf ein halbes Jahr. Nun erfuhr ich indirekt, daß der Arzt sich geäußert habe, daß mein Leiden nicht zu kurieren sei. Ein anderer Arzt gab mir den Rat, ich solle mich in Heidelberg operieren lassen an Stein; allein ich dachte, lieber zu Hause sterben als in einer fremden Stadt. Ich tat also nichts; mein Leiden wurde immer ärger, und ich sage Ew. Hochwürden, daß ich statt Wasser mindestens vier Schoppen Blut uriniert habe. Ich sah ganz getrost meinem Ende entgegen und fügte mich in das schwere Schicksal. Zu Ehren der Mutter Gottes ließ ich hl. Messen lesen und dachte oft, wenn in der Nacht arge Schmerzen mich nicht schlafen ließen: Ach, wann werde ich wohl von meinem Leiden erlöst werden? Endlich hat mich der liebe Gott erhört, nachdem ich für 113 Mark 30 Pfg. Medizin und Mineralwasser schon getrunken usw. Ich hörte an meinem Krankenbette von Ihrem Buche, ließ mir dasselbe kommen, begann sofort mit der Kur — in acht Tagen spürte ich keine Schmerzen mehr, mein Urin wurde so klar wie ein Brunnenwasser (vorher war er so trüb wie ein verdorbenes Bier), und heute, nach 4 Wochen, bin ich trotz meines Alters von 60 Jahren so gesund und munter wie ein 18jähriger Bursche; ja, wenn es keine Schande wäre, so würde ich auf Fastnacht tanzen. Trotzdem der Arzt nicht mehr an meine Genesung glaubte, bin ich jetzt vollständig gesund. Wäre mir Ihr Buch nicht in die Hände gefallen, ich wäre wohl schon im Grabe.“
Stimme, Verlust derselben.
So wichtig ist für uns Menschen die Stimme, daß wir schon etwas ausführlicher von ihr reden dürfen.
Es kommt im Lebenhäufig vor, daß dieStimme teilweise oder ganz verlorengeht. Man weiß oft keine Ursache. Manche können noch heiser sprechen, manche aber müssen die Zuflucht zur Feder oder zum Griffel nehmen.
So kam vor 17 Jahrenein Priesterzu mir, der lange Zeit Papier und Blei mit sich tragen mußte, um zu notieren, was er anderen mitteilen wollte. Er war ganz und gar unfähig, seinem Berufe als Priester nachzukommen. Überall, wohin man ihm geraten, hatte er Hilfe gesucht. Er bekam Gurgelwasser, er wurde magnetisiert, elektrisiert, man setzte Schröpfköpfe an, vierzehnmal brannte man mit Höllenstein den Hals aus, so daß ein Arzt erklärte, er werde die Sprache nie wieder bekommen; solches Unheil, Narben usf. hatte der Höllenstein angerichtet. Als nichts mehr helfen und kein Arzt Heilung bringen konnte, da wurde das kalte Wasser das Heilmittel, dem der Priester nächst Gott seineHilfe verdankte. Dieser Priester schien ganz gesund zu sein. Die Gesichtsfarbe indessen war nicht frisch, vielmehr trübe und krankhaft. Schmerzen fühlte er im ganzen Körper keine besonderen; er meinte, ihm fehle nichts außer der Stimme.Wie kann ein Sprachorgan zum Sprechen unbrauchbar sein, wenn es weder verletzt ist, noch irgendwelcher Schmerz empfunden wird?Wenn ich einem ein Tuch über den Mund binde, so ist kein Sprachorgan verletzt, und doch kann der Betreffende nicht mehr reden. Torheit wäre es, suchte ich das Übel im Halse. Ich muß das Tuch wegnehmen, und die Rede hat wieder ihren Fluß. Die Sprachorgane können ganz gesund sein, aberverschiedene Einwirkungen, gleichsam Über- und Unterbindungen derselben, hindern zu sprechen. Was sind das für Einwirkungen?
Wenn ein Bächlein durch ein Tälchen läuft, und werfen die losen Hirtenbuben Steine in sein Bett und verstopfen den Lauf mit Schlamm und Erde, so ist das Wasser gehindert, seinen geregelten Lauf fortzusetzen; es muß nach rechts und links aus dem Bette weichen, Auswege suchen, Vertiefungen, in denen es weiter fließt oder sich aufhält. Gerade so geht es oft im menschlichen Organismus. Könnte man hineinschauen in dieses vieladrige Stromgebiet, so würde man sehen, daß dem Blutlaufe oft gerade solche Hindernisse gelegt werden. Die Folgen sind Blutstauungen, Schleimhautschwellungen. Wer hat noch nie ein sogenanntes Überbein an einer Hand, am Fuße gesehen? Denke dir nun eine solche Anschwellung, oder was immer sie sei, nach innen gebildet, wie sie drückt. Muß das gedrückte Organ nicht in seiner Tätigkeit beeinträchtigt, gestört werden? Hänge der klangvollsten Glocke einen Quersack an, aller Ton ist dahin. Und da hilft kein Brennen und kein Hämmern. — Doch zurück zu unserem stummen Herrn! Der ersteObergußließ mich die gewaltigsten Anstauungen, fast schon Geschwulstbildungen, erkennen. Das waren die Missetäter, die mit ebenso vielen Fesseln die Sprachorgane, die Stimmbänder, gefangenhielten und an ihrer Tätigkeit hinderten. Wurden jene entfernt, so waren diese gelöst. Die Entfernung der Anstauungen geschah durch auflösende und ableitende Wasseranwendungen. Als auflösende Anwendung steht in erster Linie derKopfdampf. Dieser erzeugt Schweiß über den ganzen Oberkörper hin. Ein kalter Abguß unmittelbar darauf wird das Aufgelöste wegschwemmen und die Natur kräftigen. Da der Patient ziemlich beleibt ist und bei solchen Personen gewöhnlich Blutandrang nach oben stattfindet,so leite man das Blut mehr nach unten durch einenFußdampfmit folgendem kalten Abguß. Diese zwei Anwendungen (die in unserem Falle zusammengehören) könnenin jeder Woche einmal, wenn die Korpulenz ziemlich stark ist,auch zweimalgenommen werden.
Einezweite Anwendung, die in ähnlicher Weise im ganzen Körper auflösend wirkt, ist derspanische Mantel. Dazu kommenkalte Bäder(1–2 in der Woche, höchstens eine Minute lang),Halbbäder(bis an die Magengegend) mit kräftigen Waschungen des Oberkörpers; einOber-undUntergußstatt des Bades tun ähnliche Dienste. Diese Anwendungen, pünktlich vollzogen und verbunden mit einer geregelten Lebensweise — nicht viel zu sitzen, Bewegung im Freien, kleine Handarbeiten — machten alles gut. Die ganze Maschine kam wieder in den richtigen Gang, und das Rädchen der Stimme lief ohne Pinseln und Brennen und Elektrisieren von selbst mit in der alten trefflichen Weise. Niemand hatte geglaubt, daß dieser Priester je seine Stimme wieder erhalte. In sechs Wochen war er vollkommen hergestellt, und heute noch, nach 17 Jahren, hat seine Stimme einen Wohlklang und eine Kraft, die jeden erfreut, der sie zu hören bekommt.
Ein Priesterim Queistale hatte seine Stimme dermaßen eingebüßt, daß er zur Pastoration seiner Gemeinde fünf Jahre hindurch einen Hilfspriester halten mußte. Innerhalb dieser fünf Jahre suchte er die berühmtesten Ärzte auf. Er inhalierte viel, die Mandeln wurden ihm ausgeschnitten, alles vergebens. Man suchte das Leiden natürlich nur stets im Halse, bis endlich der letzte Arzt, der ihm den Hals untersuchte, erklärte, er finde im Halse absolut kein Übel, wisse aber auch nicht, warum er nicht reden könne. Erst auf diese Erklärung hin nahm der Patient die Zuflucht zu der immer so gescheuten und gefürchteten Wasserkur. Er bekam die Stimme, noch bevor ein halbes Jahr vorüber war, und eine so starke Stimme, wie er sie früher nicht stärker hatte; er meinte, eine halb so starke würde auch ausgereicht haben.
Auch bei diesem Herrnfehlte in den Sprachorganen nicht das Geringste. Dagegen fand ich den Hals, wenn auch nicht in besonderer Weise, doch stärker als normal, den Oberkörper aber unverhältnismäßig stark im Vergleiche zu den ziemlich abgemagerten Händen und Füßen. Früher hatte der Herr, wie er erzählte, öfters die Kolik, die regelmäßig nicht lange dauerte. Die Natur suchte auf diese Weise sich immer selbst zu helfen; doch konnte sie die krankhaften Stoffe nie gänzlich auswerfen. Die Koliken hörten später auf, und der Kranke fühlte bloß von Zeit zuZeit Beengungen auf der Brust, die aber nicht besonders lästig waren. Es erging da, wie es in manchem Haushalte zu gehen pflegt. Wenn vom untern Stock des Hauses einer in den obern Stock zu einer andern Familie einzieht, dann gibt es Einschränkungen; die beiden Hausherren finden sich nicht mehr zurecht. Da hilft kein Inhalieren, auch kein Ausschneiden der Mandeln, nicht einmal das Abschneiden des Zäpfchens, — da hilft allein das Ausziehen. Hat man den gesamten Organismus in Ordnung gebracht, dann wird die Stimme auch wieder kommen.
Dieser Kranke mußtein der Woche einmal obenundunten kräftig schwitzen(Kopf-undFußdampf) undgerade so kräftig gießen(Ober-undUnterguß). Damit sodann die aufgedunsenen Körperteile durch die Kälte zusammengezogen würden, stieger jede Woche viermal ins kalte Wasserbis unter die Arme, so kurz als möglich, nie mehr als eine Minute; dabei wusch er den Oberkörper kräftig ab. Dazu kam zuletzt einspanischer Mantel. Nachvier Wochengenügtedie Hälfte der Anwendungen,d. i. in der Woche ein Ober-undUntergußund einHalbbadmit Waschung des Oberkörpers.Späterdurfte er nicht plötzlich aussetzen; er mußtelängere Zeit hindurch die eine oder andere Anwendungnoch vornehmen, und zwar der Reihe nach, wie er sie bei der Heilung selbst vorgenommen hatte.Dazu bedarf es meist keiner besonderen Anregung.
Mit dem Gefühle der Kraftsteigerung wächst das Verlangen nach der Wasseranwendung und das Vertrauen zu derselben. Man staunt nur mehr über die wasserscheuen, empfindsamen Mitmenschen, die wohl Gesicht und Hände waschen, aber einen Höllenlärm anschlagen, wenn aufs Wasser die Rede kommt.Habeant sibi!Sie mögen es selbst büßen.
Bei unserm Herrn kam die Stimme wieder, wie sie besser nie gewesen. Das alte Übel kehrte nie wieder. Seit der Heilung sind heute mehr als 16 Jahre verstrichen.
Ein Studienrektorin den schönsten Jahren konnte drei Vierteljahre seinem Berufe als Lehrer nicht mehr vorstehen; es fehlte ihm die Stimme. Er suchte bei den nächsten Ärzten Hilfe; dann wandte er sich an namhafte Spezialärzte. Nach wochenlangem Inhalieren, Elektrisieren usw. wurde ihm erklärt, die Stimmbänder hätten ihre Elastizität gänzlich verloren. Und weil alle Einwirkung umsonst gewesen, so könne man vorläufig nichts tun als abwarten, wie sich die Sache weiter gestalte; er solle wenigstens ein Jahrfrei von aller Tätigkeit sein und sein Sprachorgan ruhen lassen. Dieses war dem Herrn zu arg, und er nahm die Zuflucht zur Wasserkur. In sechs Tagen hatte er seine Stimme wieder, in sechs Wochen war sie so klangvoll und stark wie in den besten früheren Zeiten. Dieses geschah vor 4½ Jahren, und der Herr darf keine Sorge haben; seine Stimme wird ihm bleiben. —Die Antwort auf die Frage: „Was hat da gefehlt?“will ich nicht schuldig bleiben. Das Aussehen des Patienten war wohl etwas welk, aber im ganzen nicht krankhaft. Eines hätte etwas auffallend sein können, daß nämlich der sonst gut gewachsene Herr den Kopf etwas vorwärts geneigt hielt. Er hatte den besten Appetit, besaß die volle Naturkraft; einzig und allein die Stimmbänder sollten von der Mutter Natur so stiefmütterlich behandelt worden sein, daß sie jetzt so elendiglich verkümmerten und alle Elastizität verloren? Das ist nicht denkbar. Meine Behauptung, es fehle den Sprachorganen gar nichts, verletzte den Herrn nicht wenig, und meine Praxis, nach welcher ich kein einziges Mal in seinen Hals schaute, in dem allein doch er sein Hauptgebrechen vermutete, brachte ihn fast außer Fassung und wollte ihm alles Vertrauen rauben. Ich dagegen wollte dem Herrn beweisen, daß dem Halse gar nichts fehle, daß deshalb auch kein Mittel für den Hals anzuwenden sei, wie auch faktisch keines angewendet wurde.Wo lag die Wurzel des Übels?Auf deroberen Seite der Schulterblätter, quer über dem oberen Rücken, zu beiden Seiten des siebenten Halswirbels hatte der Herr ganz kleine Erhöhungen wie kleine Pölsterlein. Wer aber nicht gesucht hätte, hätte sie auch nicht gefunden. Sie drangen etwas einwärts und drückten so auf die Sprachorgane. Der noch junge Mann wurdekräftig begossen; er bekam denSchal,Halbbäderund denspanischen Mantel.ZuletztreichtenHalbbädermit Waschungen des Oberkörpers aus. Die Scheu vor Wasser verwandelte sich später in ein fast zur zweiten Natur gewordenes Bedürfnis nach Wasser. Keine Woche verging mehr ohne einige Anwendungen, die frisch und wohl erhielten. Wie oft kann ich die Bekräftigung hören: Jetzt weiß ich selber, daß die Anwendungen mir gut tun; ich werde sie im Leben nie mehr aufgeben.
Gräfin N., 15 Jahre alt, erzählt: „Ich hatte vor zwei Jahren Diphtheritis, wie der Arzt sagte, im höchsten Grade. Auf diese Krankheit bekam ich Kopfleiden zum Verzweifeln. Nach einigen Wochen verlor ich nach einem heißen Bade die Stimme, so daß ich keinen Laut mehr geben konnte und jede Mitteilung durch Aufschreiben machen mußte. Meine Eltern suchten mir die ersten Ärzte.Ich mußte Monate hindurch inhalieren, verschiedene mineralische Stoffe einnehmen; ich wurde elektrisiert, mehrere Wochen hindurch alle Tage; mir wurden Blutegel an den Hals gesetzt, daß ich öfters in Ohnmacht fiel. Am Halse herum wurde schrecklich operiert. Mit Grausen denke ich an die Einzelheiten. Was ich alles eingenommen, will ich nicht schildern. So ging es fort über zwei Jahre, und schließlich erklärten einige Ärzte, ich werde an Schwindsucht sterben. Darin kamen alle überein, die Stimme könne und werde ich nie und nimmer erhalten.Wie ich fühle und was ich leide?Ich habe das ganze Jahr nicht eine Stunde warme Füße, eiskalt sind meine Hände, eiskalt mein Kopf. Ich weiß seit Monaten kein Mittel, weder im warmen Zimmer, noch mit wärmenden Kleidern, mich zu erwärmen. Ich mag nicht essen und kann nicht essen. Was ich genieße, peinigt mich; ich möchte oft verzweifeln. Ich bin erst 15 Jahre alt, kenne aber kein so unglückliches Geschöpf wiemich.“
Daß dieses arme Kind das kalte Wasser scheute, läßt sich denken. Auch die Eltern mochten nicht für das Wasser eintreten, wohl um das frostige Kind nicht auch noch damit zu quälen. NureineSeele nahm sich des bemitleidenswerten Geschöpfes an, und sie suchte Hilfe beim Wasser. Ich konnte ihr solche in Aussicht stellen — wenn auch nicht in nächster Zeit, bei maßvollem Gebrauche und pünktlicher Anwendung, und zugleich mit Sicherheit erklären, daß den Sprachorganen nicht das Mindeste fehle. Hier gelte es vor allem, den übermäßig geschwächten Körper, der nur mehr eine Ruine sei, neu zu beleben und zu kräftigen. Sobald die Normalkraft zurückkehrt, werde die Sprache nicht lange mehr auf sich warten lassen.
Das Mädchen ist im höchsten Grade blutarm; dieses beweist die Kälte am ganzen Körper; nur auf der Brust allein fühlte es noch eine gewisse Wärme.Es muß eingewickelt werden, daß Blutbildungund richtigeZirkulation eintritt. Die Kranke soll bei einfacher Kosttäglich zwei- bis dreimal die Hände bis an die Ellenbogen, die Füße bis über die Knöchel ins Wasserhalten oder, noch besser,im nassen Graseoderauf nassen Steinenbarfuß gehen. So widersinnig es manchem scheinen mag, es sind dieses vortreffliche Mittel, wieder Wärme in die kalte, halbabgestorbene Natur, besonders in die blutarmen Extremitäten, die Hände und die Füße zu bringen.Geradesomußam Körper Wärmeerzeugt und neue Tätigkeit angebahnt werden. Es soll deshalb die Kranketäglich ein-bis zweimal Rücken,BrustundUnterleibkräftig mit kaltem Wasser waschen. Die ersten Versuche kosteten Überwindung; mit dem Erwachen der Wärme kam neuer Mut; es war gleichsam ein Frühlingswehen, das dem armseligen Körper nochmals ein Wiedererstehen ankündigte. Die Kranke tat einen Schritt weiter, sie rückte mit den Füßen tiefer ins Wasser und hielt die Arme längere Zeit in das nasse Element. Aus einer halben Minute wurde eine ganze. Diese Übungen währten zirka 9–10 Tage. Ihnen folgtengelinde Knie-undObergüsse,je einerjeden zweiten oder vierten Tag, der eine vormittags, der andere nachmittags. Mit diesen Anwendungen wurde zirka 14 Tage fortgefahren. Dann kamentäglich ein Halbbad(bis an die Magengegend) eine Minute lang undein Oberguß. Die Verteilung, welche Anwendung vormittags, welche nachmittags genommen wurde, blieb sich gleich. Bezüglich der Kost mußten leichtverdauliche, für Blut- und Säftebildung günstige Nährstoffe gewählt werden:einfache, unverfälschte, durch scharfe Gewürze usf. nicht verdorbeneHausmannskost.Das beste GetränkbildetMilch, wenig Bier; Hitziges sollte gar nicht genommen werden.KraftundStimme kamenbei unserer Patientinwieder. Um die Gesundheit und die Kräfte zu befestigen, sollen obige Übungen noch längere Zeit fortgesetzt werden. Sie können indessen nach und nach wegfallen, je nachdem die Kräfte langsamer oder schneller wiederkehren.
EinMädchenvon 16 Jahren verlor ohne jede Veranlassung seine Stimme und konnte bei seiner Heiserkeit nur mit der größten Anstrengung sich verständlich machen. Es befragte Ärzte; diese verordneten Mittel, aber selbe wirkten nicht. Das Mädchen sah bei gutem Appetite blühend aus, der Kopf war voll und rund, der ganze kurze Hals ziemlich, fast zu stark gefüllt. Man merkte, daß das Atmen etwas schwer ging. Die Füße waren immer kalt. In sechs Wochen war das Mädchen vollständig geheilt.Durch welche Anwendungen?Die blühende Farbe, der volle und heiße Kopf, sowie die kalten Füße zeigten klar an, daß der Blutandrang allzu stark nach oben zielte. Daher die stärkere Ausbildung der oberen Körperteile, vielleicht auch Anstauungen von Blut. Bei der Heilung mußte allererst gesorgt werden, daß einegleichmäßige Naturwärmeim ganzen Körper eintrete, nicht am Kopfe Hitze herrsche und an den Füßen Kälte. Das Mädchen nahmtäglich zwei- bis dreimal ein kaltes Fußbad, höchstens eine Minute lang, mit darauffolgender Bewegung im Freien. Dazu ging es recht fleißigbarfußin dem durch Tau oder Regengenäßten Graseoderauf nassen Steinen. Leiteten diese Anwendungen das Blut und damit die Wärme nach den unteren Extremitäten, so mußte durch neue Wassermittel alles Angestaute und Aufgedunsene am Kopf, Hals und Oberkörper aufgelöst und abgeleitet werden. Dazu taugt am besten und während der ersten Wochetäglich ein spanischer Mantel, der in der zweiten und dritten Woche nur jeden zweiten oder dritten Tag, noch später jede Woche nur einmal appliziert wurde. Nach ca. vierzehn Tagen wurde zur Stärkung und Kräftigungwöchentlich ein Halbbadgenommen, höchstens eine Minute lang dauernd, mit Waschung des Oberkörpers. Statt des Halbbades und der Waschung ließe sich mit gleichem Erfolge einOber-undUntergußanwenden. Bildung der Wärme war somit der erste, Auflösung und Ausleitung aller überflüssigen Stoffe der zweite, Kräftigung der Natur der dritte Teil des Heilverfahrens. Der Körper nahm zu an Kraft, die Stimme wurde reiner und klangvoller, als sie früher gewesen, für den Gesang, worin das Mädchen sich in besonderer Weise übte, geradezu ausgezeichnet.
Typhus und seine Folgen.
Wie bei der Blatternkrankheit die Blattern, die Geschwüre nach außen dringen,so bilden sich beim Typhus Geschwürenach innen. Je nach dem Sitze dieser Krankheit spricht man vonKopftyphusund vonUnterleibstyphus. In manchen Erkrankungsfällen setzen sich zwar Geschwüre an; sie kommen aber nicht zur Entwicklung, wie es ja auch z. B. Blutgeschwüre gibt, welche eine zeitweilige Entzündung zeigen, dann aber wieder gänzlich verschwinden. Diese Art Typhus hat einen eigenen Namen, auf den bei Landleuten aber nicht viel ankommt. Ich lasse ihn deshalb weg.
Was dieHeilungbetrifft, so hat man vor allem einDreifacheszu merken:
fürs erste, daß man die Fieberhitze nicht zu weit kommen lasse, es könnte sonst alle Kraft und aller Saft des Körpers elendiglich verbrannt werden;
fürs zweite, daß dieGeschwüre, wenn schon solche vorhanden sind, ich sage am besten aufgelöst werden, oder daß,wenn sich noch keine Geschwüregebildet haben,der Bildung derselben vorgebeugtwerde, mit anderen Worten, daß der die Geschwüre füllende Giftstoff ausgeleitet werde;
fürs dritte, daß dieser Giftstoff möglichst schnellseinen Abschied aus dem Körper erhalte.
Kein Mittelwird sich zu dem dreifachen Zwecketauglichererweisen und sichererals das Wasser: es kühlt, es löst auf, es wäscht aus.
Johann ging zur Beerdigung seines Bruders, der am Typhus gestorben war. Unvorsichtigerweise zog er ein Kleidungsstück des Verstorbenen an, und nach wenigen Tagen erfaßte auch ihn der Typhus im höchsten Grade. Groß war die Hitze, noch größer die Bangigkeit. Neben die Bettlade hatte sich Johann rasch eineWasserkufestellen lassen. Sobald die Hitze und die Bangigkeit recht fühlbar wurden, ging der Kranke ins Wasser auf höchstens eine Minute.Er setzte sich in die Kufe, so daß das Wasser bis in die Magengegend reichte, wusch schnell mit einem groben Handtuche den Oberkörper, zog rasch, ohne abzutrocknen, ein frisches Hemd an und legte sich wieder ins warme Bett. Drei Tage tat er also, jeden Tag drei- bis fünf- oder sechsmal. Eine Uhr hatte er zu diesem Zwecke nicht nötig. Die Fieberhitze war ihm die Badeuhr: den ersten Tag zeigte sie auf sechs, den zweiten auf drei, zuletzt auf ein einmaliges Eintauchen. In fünf Tagen war alle Gefahr vorüber. Doch jetzt ergriff der Typhus die Frau des Genesenden. Sie wandte dieselbe Kufe, welche der Mann gebraucht hatte, als Badewanne an. In wenigen Tagen war auch bei ihr das Übel geheilt.
Das Getränkbeider Kranken bildete das Wasser, auch gestandene (geronnene Milch).Gegessen wurde gar nichts, bis geweckter Appetit eintrat. Dann spazierte bei den armen Leutchen auf:Brotsuppe,Milchsuppe,Brennsuppe, auch ein Kartöffelchen, selbst zwei schadeten nicht im geringsten. Nach wenigen Tagen erfolgte die Rückkehr zur gewöhnlichen Kost.
Max, ein halber Riese, besuchte den am Typhus erkrankten Schwager Johann; er glaubte, so eine Krankheit könne ihm nichts anhaben. Nach acht Tagen indessen bricht die Riesenkraft, und der Heldenmut macht sich Luft in Jammertönen. „Ich kann nicht mehr gehen, nicht mehr stehen; mich drückt’s, und nach allen Seiten tut’s mir weh.“ Er hat den Typhus gefangen.
Eine Badewanne besaß Max nicht, wohl aber ein größeres Holzgefäß. Da kniete er hinein und wusch sich mit einem rauhen Handtuche und dem kältesten Wasser (in zirka einer Minute) den ganzen Körper,so oft die Hitze einen hohen Grad erreichte.
Acht Tagesetzte er diese Kur fort. Nach sechs Tagen verlangte er schon nach der Suppe; nach zehn Tagen stand er auf und hatte in kurzer Zeit die verlorenen Kräfte wieder erlangt. Der Genesene ward später andern gleichfalls an Typhus Erkrankten ein kundiger Lehrmeister.
Zu einer Zeit, in welcher innerhalb fünf Wochen ungefähr 20 Personen durch die oben beschriebenen Anwendungen geheilt und gerettet wurden, erbte auch einzweijähriges Kindden Typhus. Niemand hatte geglaubt, daß das zarte Geschöpflein dem Tode entrinnen würde. So oft es recht jammerte und weinte, tauchte esdie Mutter bald in etwas (durch warmes Wasser) gemildertes Wassermit folgender Abwaschung, oder sie wickelte das Kleine in Linnen ein, welches in lauwarmes Wasser getaucht war. Nach zwölf Tagen war das kleine Wesen wieder frisch.
Solchen Kranken, die leicht ein erstes Erschrecken ganz von dem kalten Wasser abwendig machen könnte,gestatte ich sehr gerne gemildertes, etwas gewärmtes Wasserzu den Anwendungen, lediglich aus dem soeben angegebenen Grunde. Immer bleibt imallgemeinen das frischeste Wasser das zur Anwendung beste, sei es Brunnen-, Bach- oder Quellwasser.
Ein Mädchenwird aus dem Institute heimgeschickt. Es klagt über heftiges Kopfweh, raschen Wechsel von Hitze und Kälte und ziemlich starkes Abweichen. Zum Arbeiten, Gehen ist das Kind unfähig.
Am ersten Tage wusch man der Krankendreimal Rücken,BrustundUnterleibund band einmal zwei Stunden lang einnasses Handtuch auf den Unterleib. Den zweiten Tag nahm sieHalbbädermit Waschung des Oberkörpers, so oft die Hitze dieses verlangte. Am dritten Tage genügten bereits zwei, am vierten ein solches Halbbad. Das Kind war außer Gefahr und schnell wieder frisch.
Mehr denn ein Dutzend Fällekönnte ich aufführen, in denen Kranke, die nach allopathischen und anderen Methoden behandelt wurden,schließlich so armselig,so blut-undsäftearm,so ausgezehrtwurden, daß sie sich gar nicht mehr recht erholten. Die fatalen Betäubungsmittel, das teure Chinin usw. hatten den Magen insbesondere in den miserabelsten Zustand gebracht.
Solchenüberaus geschwächten Typhus-Rekonvaleszentenrate ich gewöhnlich, sie sollendrei- bis viermalimTage eine kleine Tasse Wermutteetrinken, bald werdensich reichliche und gute Magensäfte bilden; dann mögen sie sichtäglich drei- bis viermal Rücken,BrustundUnterleibkräftig mitWasserundEssigwaschen lassen.
Freilich gehört eine große Entschlossenheit dazu, besonders wenn der Herr Patient den sogenannten gebildeten Kreisen angehört, das allgemein gefürchtete Wasser anzuwenden. Zarten Seelen, welchen diese mit gewisser Vorliebe sogenannte „Roßkur“ leise Ohnmachtsanfälle bereiten könnte, gebe ich den Rat, sie mögeneinen Schwammnehmen, ihn in kaltes Wasser eintauchen und sich damitBrustundUnterleibwaschen, wie sie jeden Morgen sich Gesicht und Hände waschen. Tun sie dieses nur einen Tag lang, sie werden recht bald die wohltuenden Wirkungen verspüren und mit Mut und Vertrauen auch ihren Rücken und die anderen Körperteile dem Wasser anbieten.
Wem auch solches zu hart, zu arg und zu mühsam ist, der tue, wie er wolle. Die Folgen hat der Patient selbst allein zu tragen.
Große Angst befällt dieVorsteher einer Anstalt, wenn in einem Hause oder gar in einem Institute so eine ansteckende Krankheit aufkommt. Ohne Übertreibung behaupte ich: Wenn in einem Schlafsaale 10 Kinder liegen, und es bekommt eines den Typhus, sicher wird bei dieser Behandlungsweise mit Wasser kein zweites Kind angesteckt werden. Die Ansteckung geschieht ja meistens durch die ungesunde Ausdünstung des Körpers. Nach unserer Methode aber saugen die nassen Tücher diese ein und ersticken so die Ansteckungsstoffe im Keime. Bei stets erneuter reiner Luft ist der Atem nicht besonders zu fürchten. Daß dieExkrementesolcher Kranken stets so schnell als möglich entfernt und, wenn immer tunlich, an separaten Orten ausgeschüttet werden müssen, versteht sich von selbst.
EinFranzose von Standschreibt wörtlich: „Während mehrerer Jahre litt ich an Rheumatismus und hatte einen sehr starken Nasen- und Rachenkatarrh, der mir die eustachische Röhre angriff und dadurch das Gehör beschädigte.
In den Jahren 1877 und 1878 nahm ich während zweier Monate Douchen von Schwefelwasser inAix-les-Bainsin Frankreich, aber ohne den geringsten Erfolg.
Im Jahre 1879 riet man mir, den Lebenswecker von Baunscheidt zu probieren; ich folgte diesem Rat und unterzog mich 5–6 Wochenlang einem wahren Martyrium; denn jede Woche setzte man mir diesen Lebenswecker auf den ganzen Rücken, ins Genick und hinter die Ohren. Dieses brachte die schöne Wirkung hervor, daß mein nervöser Zustand und mein Katarrh wenigstens um die Hälfte zunahm!!
Im Juli 1879 ging ich zum besten Ohrenarzt in Straßburg, auch dieser fand kein Mittel, meinen Nasen- und Rachenkatarrh zu beseitigen. Da mein Gehör krank war und der Katarrh sich immer mehr fühlbar machte in der eustachischen Röhre, so suchte ich überall nach einem Arzt, der mir helfen sollte. Durch eine besondere Gelegenheit kam ich nach Aachen, woDr. Schw. (Kehlkopfarzt) mir angeraten wurde. Dieser versuchte, binnen 3–4 Wochen mich zu heilen durch Ätzen mit Höllenstein. In der dritten Woche bekam ich denTyphus, wie ich meine, infolge der allzu großen Nervenreizung, welche das Ätzen des Höllensteins mir verursachte. Es war der schlimmeFleckentyphus, der mich so heftig angriff, daß ich 41,2 Grad Fieber bekam. Als Blutungen eintraten, verzweifelte man an meiner Rettung. Von den vielen Einspritzungen verschiedener Giftmittel will ich hier gar nicht reden.
Nach sechs Wochen kam ich wieder zum Leben zurück, aber eine vollständige Genesung trat nicht ein. Seit dem Typhus (Spätjahr 1879) war ich in einem fortwährend leidenden Zustande; Magen und Unterleib waren sehr angegriffen. Die leichtesten Speisen taten mir wehe, und Stuhlgang hatte ich nie ohne Klistier. Ich war so reizbar, daß ich mir bei der geringsten Aufregung nicht zu helfen wußte. Nie konnte ich vor 12 Uhr nachts zur Ruhe kommen. Infolge des Typhus hat auch mein Katarrh und die Ohrenkrankheit sehr zugenommen. Fast war ich taub geworden.
Im Jahre 1880 ging ich nach Paris zu dem berühmten OhrenarztDr.D. — ohne Erfolg. Von Paris ging ich nach Lyon zum OhrenarztDr.I., alles ohne den geringsten Erfolg.
Alles Inhalieren, alles Ätzen, das ich wieder während 5–6 Wochen anwandte, half nichts. Im Jahre 1881 brachte ich fünf Monate im Spital zu Straßburg zu. Der Arzt wollte vor allem den Magen und Unterleib heilen. Aber man wußte mir schließlich nichts weiter zu verordnen als eine Milchkur, mit der ich viele Jahre lang erbärmlich durchkommen mußte.“
Soweit der Kranke, der, als er bei mir ankam, nur noch einer wandelnden Leiche glich.Mag wohl das Wasser in solchen verzweifeltenundveralteten FällennochHilfe, wenigstensLinderung bringen?
Wir antworten mit einem kühnen „Ja“.Die ersten Anwendungenmüssen selbstverständlichauflösenderNatur sein und besondersauf KopfundFüßewirken. Nebenbei muß auf Auflösung im Innern eingewirkt werden. Auch stärkende Anwendungen können dazwischen hineinfallen. DieAnwendungenwaren der Reihe nach ungefährfolgende:Kopfdampf, 24 Minuten lang, mit darauf folgendem Ober- und Unterguß,Fußdampf,Ober- und Unterguß,kurzer Wickel,Kopfdampf,Ober- und Unteraufschläger,kurzer Wickel,warmes Badmit einem Wechsel inskalte Bad,Kopfdampf,Ober- und Unteraufschläger.Auf jeden Tagfiel eine oder (je nach Befinden des Patienten)zwei Übungen. So wurde 3–4 Wochen lang fortgefahren. Darauf folgten einige Zeit hindurchwöchentlichnochzwei Ganzwaschungen, am besten nachts vom Bette aus, außerdemjede Woche ein Halbbad, ein bis zwei Minuten lang.Nach innenbeschleunigten die Heilung zwei bis dreiverschiedene Tees, die abwechselnd genommen wurden.
Die Tees bestanden aus Mischungen von Schafgarbe, Salbei, Johanniskraut, drei bis viermal in der Woche eine Tasse; von Wacholderbeeren, Spitzwegerich (ebenso genommen).
Zwei Bemerkungenerachte ich an dieser Stelle noch für angebracht. Bei unserem Falle war besonders aufreichliche Transpirationzu sehen, da viele der im Krankenbilde erwähntenStörungen, wie die verzerrten Gesichtszüge und die aufgedunsene, schwammige Masse, klar auf Anstauungen und Verhärtungen schließen ließen, die zum Teil nach außen sichtbar zu Tage traten, zum Teil versteckt im Innern lagerten.
Bei den Anwendungen findet sich derFußdampf nur einmal, der Kopfdampf öfters. Warum das?Der Kopf war aufgedunsen, die Füße der Hünengestalt spündeldürr. Auf den Kopf durfte der Dampf, ohne Schaden fürchten zu müssen, wiederholt wirken — er fand sein Arbeitsfeld. An den Füßen war nichts zu tun, sie waren schon mager genug, und die verlorene Wärme an denselben mußte durch andere Mittel wieder hergestellt werden. In derlei Fällen läßt sich mit den Dämpfen, die stets Vorsicht erheischen, nicht spassen. Bis zur Schwindsucht haben derlei geschwächte Naturen ohnedies nur einen Schritt.
Der Herr schied mit großem Danke und in sichtlicher Besserung.
Unterleibsentzündung
siehe obenSeite 210.
Unterleibsverschleimung.
Es kommt ein Herr und erzählt: „Ich habe beständig große Schmerzen in der Nierengegend; es wird mir oft fast unerträglich. Die Ärzte, deren ich mehrere hatte, erklären es als Nierenleiden und Anschoppungen im Unterleibe; ich fühlte auch stets mehr oder weniger starken Drang nach oben, hatte viel Reiz zum Erbrechen, heftiges Kopfleiden, viel Schwindel, weiß mich oft kaum recht zu halten, viel Säure im Magen; es geht sehr wenig Urin ab; ohne Fußschmerz bin ich gar nie, und stehen kann ich nur ganz kurze Zeit. Ich habe viel Schweiß und große Müdigkeit; meine Gesichtsfarbe ist stets abgestanden. Ich bin etwa vierzig Jahre alt.“
Der gute Herr hatte wirklich allen Mut verloren, und weil alle Medikamente ihm nichts nützten, suchte er Hilfe durchs Wasser.
Die Anwendungen waren folgende: 1) Täglich zwei Obergüsse und zwei Kniegüsse; späterhin 2) täglich ein Rückenguß und zwei-, auch dreimal täglich im Wasser gehen, öfter ein bis zwei Stunden lang auch im nassen Gras. Es war warme Sommerszeit; deshalb konnten die Anwendungen verdoppelt werden. Es ging außerordentlich viel Urin ab; der Brechreiz ließ schon am zweiten Tage nach; die Farbe änderte sich, und wie neue Frische, so trat auch neuer Mut und neues Leben ein. In 14 Tagen war er vollständig hergestellt. Wäre die Sommerszeit nicht gewesen, hätte die Kur vielleicht 14 Tage länger gedauert.
Veitstanz.
Ein Vater erzählt: „Ich habe eine Tochter, die jetzt 10 Jahre alt ist, und die von klein auf nie ganz gesund war. Das Zahnen war für das Mädchen so hart, daß man glaubte, sie müsse sterben. Zudem wurde ein Fuß dünner als der andere. Jetzt hat dieses Mädchen den Veitstanz; es kann nicht essen und nicht schlafen, und es ist schauerlich anzusehen, wenn die Krämpfe kommen. Ich habe bei vielen Ärzten Hilfe gesucht, aber der Zustand wurde immer schlimmer.“
„Guter Mann, siedet Grummet eine halbe Stunde lang mit Wasser, nehmt ziemlich viel, so daß das Wasser recht dick wird, tut etwas Salz daran, taucht ein grobes Hemd in das Wasser, windet es aus und zieht es so dem Kinde an; wickelt dann das Kind in eine Wolldecke gut ein und laßt es eineinhalb Stunden darin liegen; wenn es schläft, bis es aufwacht, auch wenn die zwei Stunden vorüber sind. Macht es acht Tage hindurch täglich zweimal so, dann bringt Nachricht!“
Nach acht Tagen kam der Mann und erzählte: „Das Mädchen hat einen fürchterlichen Ausschlag am ganzen Körper, besonders auf dem Rücken und auf der Brust, aber es wird ganz heiter, es tut ihm nichts mehr weh, die Krämpfe sind beseitigt, und das Mädchen kann gut schlafen, bekommt schon Appetit. Was soll ich jetzt noch weiter tun?“
Antwort: Gebt dem Kinde alle drei Tage das Hemd nochmal an wie bisher; und noch vierzehn Tage so fortgemacht, wird das Kind gesund sein. Gebt ihm auch noch diese Tropfen, jeden Tag ungefähr zwanzig Tropfen in Wasser, wie bisher. (Die Tropfen sind aus Wermut, wie in der „Apotheke“ obenS. 115angegeben ist.)
Verbrennungen.
Ein Bauernhaus brannte nieder. Der Bauer fiel bei der Rettungsarbeit ins Feuer und verbrannte sich Gesicht und Hände derart, daß er jedermann unkenntlich wurde. Der Arzt überlegte die Brandstellen, auch den total verwüsteten Haarboden mit mehreren Pflastern. Von den Fingern und dem halben Arm hingen Haut und Fleisch in Fetzen herunter. In halber Verzweiflung und in rasenden Schmerzen flehte der Unglückliche um den Tod, daß er doch erlöst würde. Der Arzt erklärte eine Heilung für ein Ding der Unmöglichkeit.
Der Zustand wollte, daß der zuständige Pfarrer gerade verreist war. Für ihn übte ich während dreier Tage die Pastoration in der Gemeinde aus, und dieses führte mich zu dem verunglückten Manne. Ich konnte den Jammer nicht ertragen, sann hin und her, das überaus traurige Schicksal zu erleichtern und dem jungen Verunglückten wenigstens insoweit zu helfen, daß er ruhiger sterben könne. Ich ließ all die kleinen, steif angepappten Pflästerchen entfernen, rührte rasch mit einer Feder aus rohem Eiweiß, Leinöl und saurem Rahm einen Brei an und trug, um den Zutritt der äußeren Luft abzuschließen, diese Salbe möglichst dicht auf die leidenden Stellen auf. Darüber legte ich abgenutzte, leinene, deshalb recht weiche, nasse Lappen und als Zudecke obendrauf, ebenfalls gut aufliegend und anschließend, ein trockenes Tuch. Nach je zwei Stunden wurde das trockene Tuch sachte weggehoben, mit einem Schwamme das nasse Tuch von neuem schonend, aber kräftig angefeuchtet, um das Trocknen und überaus wehtuende Ankleben zu verhindern. Morgens und abends mußte stets auch der feuchte Lappen entfernt und so schnell wie möglich zum alten Brei neuer aufgetragen werden. Kaum glaublich ist es, in welch kurzer Zeitder Verunglückte wieder hergestellt wurde. Die erste Anwendung schon bot mir viel Trost und ließ den Hoffungsstern von ferne leuchten; doch behielt ich’s für mich. Nach einer Viertelstunde nämlich legten sich schon in etwas die fürchterlichen Schmerzen, und die drohenden Krämpfe, welche jenes bekannte unheimliche Zucken am ganzen Körper als bevorstehend ankündigte, wurden abgewendet.
Nach innenließ ichtäglich zweimal einen Löffel kühlendes Baumölgeben.Salatölhätte dieselben Dienste getan. Unter der luftdicht abschließenden Decke bildete sichmerkwürdig schnell eine frische Haut.Die streng gehandhabte Reinlichkeit— nach den ersten Leidenstagen schon wurde täglich ein paarmal mit lauem Wasser aller Eiter sorgfältig entfernt — half mitarbeiten. In 14 Tagen war der Bauer fast hergestellt. Der Arzt selbst erklärte, er halte die Heilung fast für ein Wunder. Nie hätte er an die Möglichkeit geglaubt, derlei gewaltige Brandschäden zu heilen.
Einem Dienstbotenwurde von einer Kamphinflamme die eine Hälfte des Oberkörpers, wie mit dem Zirkel abgemessen, so entsetzlich verbrannt, daß ein Arm, die halbe Brust und eine Seite des Kopfes nur mehr schwarze, mit gelben und roten untermischte Brandflecken zeigten und die Haut überall weggestreift werden konnte. Der Anblick war schrecklich, und der Unglückliche litt verzweiflungsvolle Schmerzen. Genau das Verfahren wie oben rettete ihn und schenkte ihn in 4 Wochen seinem Berufe und Hausherrn wieder.
Abschluß der äußeren Luft,Feuchterhaltenderaufgelegten Tücher,neues Auflegen der kühlenden Masse,große Reinlichkeitsind die Haupterfordernisse und Hauptbedingnisse zu sicherer und schneller Heilung von Brandwunden.
AlsHausmittelchenbei kleineren Brandwunden (für Köche und Köchinnen ist dieses besonders wichtig) gelten in erster LinieSauerkrautundKrautwasser. Ersteres wird frisch von der Krautstande weg auf die verbrannte Stelle gelegt und überbunden. In letzteres tauche man drei- bis viermal im Tage den überlegten Lappen und binde denselben gut zu. Sollte reines Krautwasser zu scharf sein (zu stark beißen, brennen), so verdünne man es mit gewöhnlichem Wasser. Manche gebenKartoffeln, die gerieben aufgebunden werden, manche demLein-oderanderem Öl, das einmal aufgetragen und mit Wollwatte luftdicht abgeschlossen wird, den Vorzug. Alle diese Mittelchen sind gut.
Eine beim Kochen beschäftigte Person hatte das Unglück, mit siedendem Wasser und durch das von unten auflodernde Feuerdie Hand und den Arm bis zum Ellenbogen sich zu verbrennen. Ärztliche Hilfe war alsbald zur Stelle, aber trotz der sorgfältigsten Behandlung konnte nach vielen Wochen die Wunde nicht geheilt werden. Nun griff die Person zu den von mir angegebenen Mitteln, welche schon fast nach einem Tage die Schmerzen stillten und die Heilung einleiteten und allmählich herbeiführten.
Die Anwendungen waren: 1) Die ganze Brandwunde wurde mit Eierklar (Eiweiß) und Öl so dick wie möglich aufgetragen und mit einem feuchten Lappen überbunden; die ersten Tage zweimal frisch wiederholt. 2) Alle Verbrandung, Säfte und Unrat wurden durch angeschwellte Heublumen ausgeleitet und aufgelaugt. Es bildeten sich bei der Heilung mehrere Geschwüre; um diese auszuleiten, wurde gekochtesfoenum graecumangewendet. Mit diesen Mitteln im Wechsel wurde die Hand, die man für verloren hielt, wieder in den rechten Zustand gebracht.
Vergiftung des Blutes.
Josephschlachtete eine Kuh und schnitt sich mit dem blutigen Messer eine tiefe Wunde in den Daumen. Er achtete nicht darauf, bis sich heftige Schmerzen einstellten und die Hand so anschwoll, daß er die Finger nur mehr mit großer Mühe bewegen konnte. Die Hitze stieg, und bald zeigten sich gelbliche und bläuliche Flecken an Finger und Hand. Ein Arzt gab ihm Mittel zum Waschen und Überschlagen. Allein die Schmerzen, die schon bis zum Ellenbogen reichten, wurden immer unausstehlicher, und der Arme fühlte recht gut, daß eine krampfartige Entzündung im Innern immer weiterfresse wie Feuer.
Man rief mich. Ich rietHand-undArmdämpfeviermal des Tages, je eine halbe Stunde lang zu nehmen. Außer dieser Zeit wand er die Hand bis über die Ellenbogen in angeschwellte Heublumen.[46]
Alle eineinhalb bis zwei Stunden, d. i. jedesmal, so oft der Schmerz sich in besonders fühlbarer Weise steigerte, wurden die Heublumen erneuert, d. i. neu angeschwellt und neu aufgelegt. Dieses Verfahren brachte nicht allein Linderung, sondern gänzliche Heilung. Das Umsichgreifen des unheilverkündenden Brandes hörte am Abendedes ersten Tages auf. Die ganze Entzündung war nach vier Tagen beseitigt.
Ein Herrschnitt sich einHühneraugeaus, das entzündet war, und ahnte nicht das Geringste. In wenigen Tagen war die Entzündung derart, daß offenbare Zeichen und Schmerzen einer Blutvergiftung vorhanden waren. Viele, die Ähnliches mitangesehen, hielten den Armen für verloren.
Der Patient nahmtäglich zwei Fußbädervonabgebrühten Heublumen(dieselben sollen im Fußbade mitgegeben werden), undtäglichwurden die Füßeein paarmal, je auf zwei Stunden,mit Tüchern, in Absud von Zinnkrautgetaucht (jede Stunde neu einzutauchen), umwunden. Da am Körper schon Spuren der Vergiftung offenbar wurden (schlechtes Aussehen, Appetitlosigkeit), kamen zu obigen Partialanwendungentäglich eine Waschung des Oberkörpersundein Unterwickelvon eineinhalb Stunden. In wenigen Tagen war der Herr außer Gefahr, in 10 Tagen gesund. Er tranktäglich zwei Tassen Wermut-undSalbeitee(beide Kräuter gemischt).
Auch derleikleine Fußgebrechenerheischen große Vorsicht. AlsVorbeugemittelkenne ich keine besseren alsöfteres Barfußgehen(wenn es im äußersten Falle auch nur im Zimmer geschähe, z. B. 15–30 Minuten vor Schlafengehen) und häufigerekalte, für schwächere Leutelauwarme Fußbäder. DieReinlichkeitspflege der Füßeist ein wichtiges Kapitel in der Gesamt-Gesundheitspflege des Körpers.
Ein korpulenterPfarrerwollte seinen dicken Hals durch Jodsalbe, die ihm der Arzt verordnet hatte, wieder in die normale Verfassung bringen. Um schneller zum Ziele zu kommen und dem Kropfe sobald als möglich zu entrinnen, griff er viel zu tief in den Jodsalbentopf. In kurzer Zeit magerte der kräftige Herr so ab, daß er kaum mehr die Hälfte Körpergewicht hatte. Der Arzt erklärte ihn für aufgegeben, weil das Jod das Blut vergiftet habe.
In solchen Fällen war der „Wasserpfarrer“ dann immer gut genug; ich sage dieses ohne alle und jede Anzüglichkeit und ohne jede Bitterkeit. Es soll ein Scherz sein! Der Kranke bekamwarme Bäder mit Absud von Fichtenreisernvon 28–30°R.mit folgender kalter, aber rascher Abwaschung,Ober-undUnteraufschläger, denOber-undUnterguß, denUnterwickelin Absud von Fichtenreisern getaucht, jeden Tag zwei Anwendungen in der bezeichneten Reihenfolge. Daneben mußte erbarfußgehen im betauten Grase.Nach innenwirkte guttäglich eine Messerspitze Kreidemehlodergelöschten Kalkes, in einem Schoppen Wasser gut ausgelöst, auf zwei bis viermal zu trinken; gleichfalls täglichein bis zwei Löffel Provencer-Öl, daneben einfache,kräftige Hausmannskost. — Das Wasser hat auch in diesem Falle seine Dienste gut getan.
Verstopfung.
Gibt es viele Leute, die häufig an Diarrhöeen leiden, so gibt es noch eine weit größere Anzahl von solchen, die mithartemStuhlgang geplagt sind, daher zu Mitteln ihre Zuflucht nehmen müssen, welche freilich auf den Stuhlgang wirken, deren Ende aber meist Verderben ist. Kühn kann man sagen: Je länger jemand solche Mittel gebraucht, umsomehr leidet die ganze Natur.Wer möchte die Unzahl von Mitteln nennen, die zum Laxierenundzur Beförderung des Stuhlganges verwendet werden? Ich kannte einen Bader, der weit und breit den Ruf hatte, die Leute gut auszureinigen. Was tat er? Er nahm sehr häufig Gansdr..., sott ihn ab, und mit diesem Absud bediente er die geehrten Kunden. Noch anderes könnte ich auf Verlangen berichten.Mundus vult decipi!Die Welt will einmal betrogen werden! Doch das galt hauptsächlich den „dummen Bauern“. Die vornehme Welt wird schon anders behandelt. Unzählige Fläschchen mit verschiedenem Mineralwasser werden da täglich durch den Körper gejagt, und in der Tat, sie bewirken die reichlichsten Stuhlgänge. Mir brachte einst ein Kranker ein gewaltiges Quantum Quecksilber, das er eben aus dem Leibstuhle genommen. Es wurde ihm eingegeben, um Stuhlgang zu bewirken. Wie viele Morrisonspillen wurden seinerzeit verschluckt, und wie viele Menschen haben viel zu früh ihr Grab gefunden! Kaum wird an irgend einer Krankheit so mannigfaltig und so unglücklich operiert und probiert, als wenn es sich um harten Stuhlgang handelt. Und meistens ist die Folge, daß, je mehr und je länger man anwendet (und zuletzt erfolgt kein Stuhlgang mehr ohne Abführmittel), die Not stets um so größer wird. So klagte mir auch einmal ein von der Medizin gänzlich verlassener Mann, daß nicht ein Tag vorübergehen dürfe, wo er nicht ein Klistier oder sonst drastische Mittel nehmen müsse, um den notdürftigsten Stuhlgang zu haben. So weit haben ihn diese leidigen Hilfsmittel (?) gebracht, und der Mann zählte noch lange nicht 40 Jahre.
Es ist ein großer Fortschritt der Medizin unserer Zeit, daß sie all die gewaltsamen Mittel verpöne, und viele Ärzte — manmuß es zu ihrem Ruhme sagen — haben Hunderte von sogenannten Geheimmitteln chemisch zerlegt und allen Vernünftigen den Betrug aufgedeckt. Dennoch schleicht das Gespenst der Geheimmittelei noch in tausend Familien ein und richtet Schaden an.[47]
Wem es an Stuhlgang fehlt,dem fehlt es meistens im ganzen Organismus, nicht bloß im Magen oder in einem anderen besonderen Körperteil, und ich lebe der festen Überzeugung, die eine großeAnzahl von Fällenmir stets bestätigte, daß wieder das Wasser das allersicherste und das unschädlichste Heilmittel ist, das auf Gottes Erde gefunden werden kann. Es hilft, indem man es nach innen anwendet und von außen wirken läßt.
Eine der ersten Fragen, die der Arzt an den Kranken stellt, lautet: Wie ist’s mit dem Stuhlgang bestellt?Ist der Stuhlgang geregelt, so hat man das erste Zeichen der Gesundheit;ist der Stuhlgang ungeregelt, so ist’s ein Zeichen einer beginnenden Krankheit, und wird einemungeregelten Stuhlgang nicht abgeholfen, so geht man früher oder später einer schweren Krankheit entgegen, vielleicht dem frühen Tode.
Wenn es im Sommer lange nicht mehr regnet, wird die Erde trocken und spröde. Wenn im Körper die notwendige Feuchtigkeit, Flüssigkeit nicht ordnungsgemäß verarbeitet ist und sich irgendwo Hitzen bilden, so tritt auch im Körper gleichsam Trockenheit ein und deren unausbleibliche Folgen.
Vor vielen Jahrenschon nahm man zur Heilung dieses Übels seineZuflucht zur Wasserkur, zum Wassertrinken. Ich selbst habe Leute gekannt, die täglich 3, ja 4–6 Maß Wasser tranken. War das gut? Es war des Guten zu viel, und der größere Teil der sich brüstenden „Wasserhelden“ hat sich mehr geschadet als genützt. Der Körper hielt diese unvernünftige Wasserkur nicht lange aus.Mein Grundsatzist: Wer am gelindesten mit Wasser einwirkt, kuriert am sichersten und besten.
Wer an hartem Stuhlgang leidet,nehme morgensvom Frühstück an bis Mittag jede halbe Stunde einen Löffel Wasser. Er wird bessere Wirkungen erzielen mit diesem kleinen Quantum, als wenn er einen halben Schoppen oder noch mehr auf einmaltrinkt. Am Nachmittag kann der Patient ebenfalls jede halbe Stunde oder jede Stunde einen Löffel voll Wasser nehmen. Das stetige, wenn auch sparsame Aufgießen wirkt kühlend und mehrt die Säfte. Nebenher kann der Leidende Wasser trinken, wenn’s ihn dürstet.
Statt des Wassersdienen auch einegrößere Anzahl von Teen, die aus leicht zu findenden Pflanzen gewonnen werden. Wer kennt nicht dieDornschlehblüte? Ihr Tee wirkt trefflich. Tee vonHollunderblütenwirkt kühlend, lösend und benimmt die innere Hitze; wenn 3–4 Körnchen Aloë daran gemischt, ist er ein reinigendes, kühlendes, auflösendes und ableitendes Arzneimittel; 6–8Hollunderblätter, grün zur Frühlings- und Sommerszeit gepflückt und als Tee gesotten, sind ebenfalls kühlend. Man trinke morgens eine halbe Tasse und abends eine Tasse. Keine Hausapotheke sollte diese schuldlosen Arzneipflänzchen verwerfen, zumal sie der liebe Herrgott, der oberste Doktor und Apotheker, uns allen umsonst wachsen läßt.
Zur Anwendung des Wassers nach innen kommen nun dieäußeren Anwendungen. Der Patientwaschebeim Aufstehen oder Schlafengehenkräftig den Unterleibmit einer Hand voll Wasser. Das Mittel ist höchst einfach und wirkt doch recht gut, bei manchen (schwächeren Naturen) genügend.
Wenn diese Anwendung zu leicht ist, dem gieße man von Zeit zu Zeitfrisches, kaltes Wasser auf die Kniee, ein bis drei Minuten lang (Knieguß), eine vorzügliche Anwendung, um Stuhlgang zu erzeugen.
Ist dieses nicht ausreichend und große Hitze im Innern vorhanden, so lege sich der Patientin der Woche ein paarmalauf einenUnteraufschläger, auch derOberaufschlägertut gute Wirkung. Desgleichen wirkt kräftig einkaltes Sitzbad, in der Woche zwei- bis dreimal zu nehmen.Ein kaltes Vollbad, wenn es ganz kurz genommen wird, ist auch nicht zu verschmähen.
All die genannten Anwendungen werden den trägen, schlaffen Organismus wecken, beleben, in neue Tätigkeit bringen, stärken. Die Rädchen sind neu geölt, die ganze Maschine läuft wieder gut, und der ergiebige Stuhlgang wird sicherlich nicht ausbleiben.
Nichts geht über dieunschädlichen und sicherenWassermittel, und was ist leichter, als Wasser zu trinken, sich mit Wasser zu waschen?
An dieser Stelle sei noch ein Wort über dieBrechmittelgesagt. Widernatürlich schon kommt mir das drastische Abführenmit Mineralien und Giften vor, seien es nun Pulver oder Pillen oder anderes. Noch weit widernatürlicher aber ist alles, was zum Erbrechen reizen soll, oftmals leider wiederum Gifte. Erbärmlich ist’s, einen so mißhandelten und gemarterten Menschen leiden zu sehen. Mir will dabei jedesmal das Blut, vielmehr die Galle in den Kopf schießen. Man wird bemerkt haben, daß ich die so bekannten und allgemein benutzten Abführmittel, wie Rhabarber, Sennesblätter, Bittersalz, Glaubersalz usw., oben nicht aufgeführt habe. Und der Grund? Diese an sich unschädlichen Mittel sind mir dennoch viel zu stark; es kann ja noch auf gelindere Art geholfen werden.
Auf eine Mücke oder einen Floh macht niemand Jagd mit der Flinte. Um so mehrverwerfeich ganz entschieden dieunausstehlichen Brechmittel, heißen sie nun Brechwasser oder Brechweinstein, führen sie was immer für Titel. Will einmal alles oben hinaus — es gibt ja solche Fälle — so mache es am Ende wie jener Bauer, der, als er großen Brechreiz spürte, in kurzem Verfahren den Finger in den Hals steckte und so dem Reize gründlich abhalf.Stets wirke man auch beim heftigsten Brechreiz nur auf geregelten Stuhlgang.Mein stärkstes Mittel zu diesem Zwecke ist derWühlhuber. Dieser Tee hat das Merkwürdige, daß er, wie er einerseits reichlichen Stuhlgang bewirkt, andererseits selbst Diarrhöen stillt (man probiere es mit einer halben Tasse). Er sucht die kranken, verlegenen Stoffe im Körper auf und leitet sie aus. Sind keine mehr vorhanden, sind alle ausgeschieden, so hört seine Wirksamkeit von selber auf. Daher die Doppelwirkung. Charlatanerie — mag mancher naserümpfend sagen! Ob er’s sage oder nicht, das ist mir einerlei. Die Tatsache bleibt fest bestehen. Gerade deshalb sind alle scharfen Laxiermittel so schwächend, so arg und so schädlich in ihren Folgen, weil nicht kranke Stoffe allein hinausgejagt werden, sondern alles ohne Unterschied. Die Treibjagd beginnt und endet mit der Niederlage auch der edelsten, zur Fortpflanzung der Kräfte notwendigen Säfte. Wer hat dieses nicht selbst schon empfunden? Daher die große Schwäche, die schnelle und riesige Abnahme der Kräfte nach solchen Kuren. Wie töricht, wie folgenschwer!Sapienti sat!Schaden macht klug oder sollte wenigstens klug machen.
Wassersucht.
Wenn der Regen längere Zeit anhält und die Sonne wenig scheint, wird auf manchem Grunde das Wasser nicht in die Tiefesickern, auch von der Sonne nicht aufgesogen werden. Es entstehen so kleine Pfützen von stehendem Wasser, das später absteht, sauer und faul wird und nicht am besten einwirkt auf die Pflanzen, die in seiner Umgebung gedeihen sollen.
So ungefähr geht es in einem menschlichen Körper zu zur Zeit, da sich die Wassersucht ansetzt, die hauptsächlich in solchen Organismen sich entwickeln kann, in denen Blut und Säfte zu wässerig sind, die kein normales, lebenskräftiges Blut mehr besitzen. Vom Blute zehren alle Organe und Bestandteile des Körpers; es ist der Kraft- und Lebensquell, aus dem jedes das für seinen Zweck Brauchbare schöpft. Aus dem Moraste, aus ungesunden Pfützen, aus krankem Blute aber kann nichts Kraft und Leben Gebendes geholt werden; daher das schlaffe Fleisch, die welken Gefäße, daher die Anstauungen — lauter Vorboten der Wassersucht!
Schon im Äußern sieht man es solchen Menschen an: junge Leute erscheinen plötzlich alt (der oder die, hört man sagen, hat rasch gealtert), die Gesichtsfarbe steht ab, die Muskeln und Nerven hängen wie gesprungene Saiten welk an den Knochen, verschiedenerorts, besonders um die Augen, bilden sich bereits Wassersäcke. Man braucht sie nur anzutasten, und die Wasserkügelchen springen einem unter den Fingern weg. Der ganze Körper trägt bald eine Menge solcher Zwerchsäcke, als ob er gleichsam um gutes Blut bettelte; er bekommt aber nur Wasser.
Die Wassersucht zähltverschiedene Arten. Entstehen die Anstauungen zwischen Haut und Fleisch, so haben wir dieHautwassersucht. Wird der Unterleib an einem oder mehreren Orten gleichsam ein See, so nennt man esBauchwassersucht. Wird die Körper-Blutpumpe, das Herz, bezw. der Herzbeutel wassersüchtig, so heißt es dieHerzwassersuchtusw. Auchnach vielen Krankheitenentsteht gerne die Wassersucht, und es geht dann in der Regel nicht mehr lange. Gar vielen ist sie die Bötin zu Tod und Grab geworden, oder sie war gleichsam die letzte Sturzwelle, die das Lebensschifflein, nur mehr ein Wrack, in den Grund bohrte.NachScharlach erscheint sie besonders häufig, wenn er nicht gut ausgeheilt wird, wenn noch Giftstoff drinnen bleibt und der geschwächte Körper nicht die Kraft hat, ihn hinauszuwerfen. Der ganze Körper fängt dann an zu schwellen.
Hat die Wassersucht schonweit um sich gegriffen,einen hohen Graderreicht,so ist meistens nicht mehr zu helfen wegen des Blutmangels. Im Beginne (bei noch nicht fortgeschrittener Zersetzung) kann oft recht schnell geholfenwerden, wenn man von innen und von außen zugleich das faule Wasser auszupumpen sucht. Beispiele sollen dies klar machen.
EinerBäuerin, ca. 48 Jahre alt, beginnt der ganze Körper anzuschwellen, sie kann kaum mehr gehen. Die Entkräftung ist schon groß, das Atmen eine große Last. Ich riet ihr, sie solle sogleichRosmarin in Weinansetzen und täglich zwei Weingläser Rosmarinwein trinken, im ganzen ungefähr ein Viertelliter. Der Wein stärkte die Kranke ungemein, wie sie sagte, und trieb sehr viel Wasser ab.Äußerlichgebrauchte sietäglichwährend mehrerer Tage denkurzen Wickel, je eineinhalb Stunden, längere Zeit hindurch (ungefähr 4 Wochen) täglichzwei Halbbädervon je einer Minute Dauer mit Waschung des Oberkörpers. Die Bäuerin gesundete und konnte ihrem Berufe wieder ganz und ungehindert vorstehen.
Ein Knabevon 12 Jahren hatte Scharlach und wurde nach aller Meinung gesund. Nach 6 Wochen bekam er die Wassersucht. Der ganze Körper schwoll an.Ein Hemd, in Salzwassergetaucht, drei Tage nacheinander je eineinhalb Stunden vorschriftsmäßig getragen, hat den Knaben vollständig geheilt.
Bei einemWeibevon 54 Jahren setzte sich dieBauchwassersuchtan. Die Füße und der Leib seien, wie mir berichtet wurde, entsetzlich geschwollen. Die Kranke soll durch ihre Tochtertäglich zwei Messerspitzen Attichwurzelpulverin einem Schoppen Wasser drei Minuten lang sieden lassen und den Tee in zwei bis drei Intervallen (Zwischenräumen) trinken. Dazu bekomme sieacht Tage lang täglich einen Unterwickelvon je einer Stunde. Die folgenden 10 Tage werde der Wickel jeden zweiten, die weiteren 14 Tage jeden dritten Tag gegeben. — Die Kranke genas vollkommen, und zwar schon nach drei Wochen. Das Wasser sei, erfuhr ich später, in großen Quantitäten als Urin abgegangen.