DURCH GLUCK UND— WALFISCHFANGST (A)GIBT GOT MIR— HAUS UND LAND (B)
Größenverhältnisse des Schiffsbildes: 33,5 × 43 cm.
Die geschnitzten Umrahmungen der Paneelbilder der zweiten Thür B gleichen ganz denjenigen von A. Die obere Füllung behandelt hier die Apostel Lucas und Johannes in unverkennbarer Uebereinstimmung der Auffassung und des Arrangements, wie in dem entsprechenden Paneel von A, so daß der Schnitzer nach Vorlagen desselben Künstlers gearbeitet zu haben scheint. Wem diese Vorlagen aber zuzuschreiben sind, vermag ich nicht zu entscheiden, vielleicht haben wir dabei an einen Bibelillustrator zu denken. Links von dem Beschauer sehen wir, abermals unter einer Säulenhalle, geschmückt durch eine schöngeschwungene Purpurdraperie mit goldener Franse, den Apostel Lucas auf einer mit schwellenden Polstern belegten Bank vor einem Schreibtisch sitzen, beschäftigt mit der Niederschrift seines Evangeliums. Ihm zur Linken ragt ein Crucifix bis zum Dache der Halle, zur Rechten liegt am Boden sein Attribut, der Ochse, neben dem Tisch ebenfalls auf dem Boden steht eine blumengefüllte Amphora, doch niedriger als die auf dem Tische des Matthäus. Gegenüber sitzt Johannes, sein Evangelienbuch auf den Knieen haltend und ebenfalls eifrig mit Schreiben beschäftigt. Den Hintergrund erfüllt hier eine von Bäumen umgebene, hochragende Stadt mit spitzen Türmen (wohl Jerusalem), links neben ihm steht sein Adler und über ihm in einer Wolke thront Christus, eine Hindeutung auf seine Eigenschaft als Lieblingsjünger des Herrn. Zwischen beiden Evangelisten schwebt wiederdie Taube in goldenem Strahlenkranze, und goldene Nimben verklären die Häupter der beiden Evangelisten, auf diesem Bilde sogar die symbolischen Tiere, was bei A nicht der Fall ist.
Taf. V.Thüre von der Hallig Nordmarsch.
Taf. V.Thüre von der Hallig Nordmarsch.
Die Verhältniszahlen des Bildes sind 34,5:35 cm.
Die Mittelfüllung ist ausgezeichnet durch ein ähnlich zierliches Rankenornament wie bei A, nur läuft es in gleichbleibender Breite von 4,5 cm. um eine Schrifttafel, die in Schnitzerei die gotische Inschrift enthält:
Der Ein Und Aus Gang MeinLaß Dier O herr Befohlen Sein.
Der Ein Und Aus Gang MeinLaß Dier O herr Befohlen Sein.
Der Ein Und Aus Gang MeinLaß Dier O herr Befohlen Sein.
Der Ein Und Aus Gang Mein
Laß Dier O herr Befohlen Sein.
Die Größenverhältnisse des Schnitzwerkes sind hier 17,5:66,5 cm.
Die untere Füllung von B ist einigermaßen überraschend, denn der gelbe Blumenkorb mit steifem, streng symmetrisch geordnetem Bouquet, mit welchem sie geschmückt ist, erscheint mehr als ein Lückenbüßer, denn als charakteristische, der ganzen Veranlassung zu den beiden Pendants entsprechende Verzierung. Da wie um alle übrigen Paneelbilder auch um dieses eine Umrahmung von Pflanzenornament läuft, so ist hier des vegetabilischen Motivs etwas zu viel gethan, und man würde an Stelle des Blumenkorbes lieber irgend eine Scene aus dem Seemannsleben dargestellt sehen.
Um wieder die Verhältniszahlen anzuführen — sie betragen 34,5:43,4 cm.
Jeden Thürflügel umschließt ein 17-18 cm. breiter Rahmen mit 10 cm. breiter Schnitzerei, die sich wesentlich von den übrigen umrahmenden Ornamenten unterscheidet. In Wellenlinien läuft hier von oben nach unten eine scharf hervortretende Lianenranke, deren Wellenhöhe bei B beträchtlicher ist, als bei A, wodurch dann natürlich die Wellenlängen in umgekehrtem Verhältnis stehen. An die Ranke setzen sich Blätter, Blüten und Früchte in naturalistischer Ausführung der exotischen Formen, doch unterscheiden sich beide Rahmen noch dadurch, daß bei A zahlreiche buntgefiederte Vögel, die bei B ganz fehlen, einen Teil der Blüten und Früchte ersetzen.
Die Spruchbänder in den oberen Querleisten sind in der Mitte abgeteilt, bei A durch eine Blüte, aus der ein geflügeltes Engelsköpfchen herauswächst, bei B durch ein ganzes Figürchen, das mit erhobenen Armen ein wehendes Band etwa in der Form eines Schiffswimpels hält. Deutlich hervortretend zieht sich die Lianenranke in organischem Zusammenhange mit denjenigen der Seitenrahmen bei B auch durch die Querleiste, bei A verschwindet sie mehr unter üppigerem Blattwerk. Durch das Auseinanderbersten des Holzwerkes haben sich spätere Besitzer der Thüren veranlaßt gesehen, geschnitzte Keile in die breit klaffenden Fugen zwischen Quer- und Seitenleisten einzusetzen, welche der Harmonie des Ganzen leider in unschöner Weise Abbruch thun.
Die Thürverschlüsse bestehen aus ovalen Messingschilden mit Bogenausschnitten an den Kanten und mit rechtwinkligen Griffbügeln. Von wenig geübter Hand sind Anfangsbuchstaben von Namen in der Mitte eingraviert und die Jahreszahlen 1774. Sie sind ganz augenscheinlich erst nachträglich aufgenagelt worden, denn die Farbe der Thür war hier bereits merklich abgegriffenund die Schilde selbst passen der Breite nach nicht auf die ungeschnitzte Leiste, so daß sie bis auf die Kehlstöße der Mittelfüllung überragen.
Zu den Thüren gehören Bretterwände, die horizontal mit weißen akanthusartigen Arabesken auf blauem Grunde bemalt sind. Breite, reich profilierte Leisten mit buntem Oelfarbenanstrich verbinden je zwei Bretter und bilden auch oben und unten den Abschluß der Wände.
Die Thüren mit ihrem tiefen, ruhigen Farbenschmuck und die Wandbretter harmonierten aufs Schönste mit den dunkelblau-weißen Kacheln der übrigen Wandteile, so daß im Verein mit dem über das gewöhnliche Maß hervorragenden Mobiliar, das mit den Thüren im Hause alt geworden war, mit dem reliefgeschmückten Einlegerofen und der Bettnische das ganze Zimmer ein ungewöhnlich charakteristisches Ensemble bot, dessen Zerstörung, ehe es ganz in unseren Besitz gelangen konnte, sehr zu bedauern bleibt.
Nürnberg.
Dr.Eugen Traeger.
GGegen das Ende des Jahres 1894 gelangte durch Ankauf ein interessantes Porträt, in Öl auf Holz gemalt, h. 51 cm, br. 41,5 cm in die Gemäldesammlung des germanischen Museums. Am obern Rande trägt das Bild, dessen nähere Beschreibung unten folgt, auf dem olivgrünen Grund in gelben lateinischen Majuskeln die Inschrift: ALS · MAN · M · CCCC · LXXXXVI · IAR · ZALT · WAS PERCKMEISTER · LX · IAR · IN · DER · GE · STALT · Am Rande der linken Seite in der Mitte das Monogramm W aus zwei sich überschreitenden V gebildet. Der Dargestellte (Brustbild) blickt dem Beschauer dreiviertel en face etwas nach rechts gewandt entgegen, die beiden nicht mehr ganz sichtbaren Hände sind gekreuzt, in der Rechten hält er einen Rosenkranz mit roten Perlen. Er trägt schwarze Schaube und schwarze Mütze mit hinten herabhängendem Ende. Das Gesicht ist schmal, mit kräftiger, ein wenig gebogener Nase, vielfach von Falten durchfurcht, das Haar graumeliert, der Ausdruck der eines klugen, dabei etwas gutmütigen Mannes.
Über die Persönlichkeit des Dargestellten hat Hermann Peters in seinen geschichtlichen Notizen über die Mohrenapotheke das Wissenswerte zusammengestellt. Darnach war er der Sohn des Meisters Conrad Berkmeister, Besitzers der an Stelle des jetzigen Rathauses an der Ecke der heutigen Theresienstraße dem seinerzeitigen Predigerkloster gegenüberliegenden Apotheke. Nach der mitgeteilten Inschrift ist Hanns 1436 geboren; 1470-1512 in welchem Jahre er starb, war er Genannter des größeren Rates. Die Apotheke am Predigerkloster, die er jedenfalls nach seinem Vater übernommen, befand sich schon vor seinem Tode in andern Händen (1511) und es ist wahrscheinlich, daß er, der mit seiner Frau eine Stiftung für die neue Spitalapotheke gemacht hatte, diese selbst in seinen letzten Lebensjahren geleitet habe.
Das Bild ist gewiß kein hochbedeutendes Kunstwerk, aber nach mehr als einer Richtung von kunstgeschichtlichem Interesse. In der reichen Litteratur über Wolgemut ist es bisher nicht erwähnt, insbesondere auch Thode unbekannt geblieben. Gehört es wirklich Wolgemut an, so wäre es dessen bisher einzig existierendes bezeichnetes Gemälde. Daß das Monogramm W alt und echt ist, unterliegt nach Angabe von Geheimrat v. Reber und Professor Hauser, die gelegentlich der Restauration Gelegenheit hatten genau zu prüfen, keinem Zweifel. Fraglich bleibt zunächst nur, ob es Wolgemut bedeutet. Sind die verschiedenen W auf Illustrationen des Schatzbehalters Hinweise auf den Künstler Michael Wolgemut, so ist es das W auf dem vorliegenden Bilde sicher auch. Noch mehr aber dürfte für Wolgemut die künstlerische Art und Weise sprechen. Zum Vergleich heranzuziehen ist zunächst das in Größe und Ausführungsart dem des Hans Perckmeister ganz gleiche Brustbild des Martin Rosenthaler (Kat. d. Gem. d. Germ. Mus. Nr. 119). Leider ist das Bild schlecht erhalten, mit Ausnahme des Gesichtes ist alles übermalt. Die Persönlichkeit des Dargestellten geht aus einer fast verwischten Inschrift der Rückseite, die bisher nicht beachtet wurde, hervor, und heißt: MERTEN ROSSENTAHLER IN DIESER GESTALT 72 IAR ALT. Sie ist nach der Schrift (Weiß auf schwarzem Grund) wohl im sechzehnten Jahrhundert, vielleicht als das Bild eine Übermalung erhielt, erneuert worden. Die freie, kecke, an eine schnell gemachte Skizze erinnernde Art des Porträts Perckmeisters wohnt ihm nicht inne, es ist sorgfältiger behandelt, wie das Perckmeisters zeigt es aber dieselbe Auffassung und dieselbe Art den Dargestellten gegen den Hintergrund zu setzen. Der Dargestellte war nach urkundlichen Nachrichten 1493 gestorben, 1492 von einer Reise in das gelobte Land zurückgekehrt. Vermutlich ist das Bild kurz nach 1490 oder 1492-93 entstanden. Von diesem Martin Rosenthaler existiert ein auch in der Porträtsammlung des Museums vorhandener Kupferstich von J. F. Leonhardt (Ende des 17. Jahrhunderts). Dieser enthält auch die Notiz über Rosenthalers Wallfahrt zum heiligen Grab, welche in der betreffenden Litteratur bis heute nicht Erwähnung gefunden hat. Es ist eine ebenfalls nach links gewandte Halbfigur in schwarzer Schaube mit Rosenkranz in der Rechten. Das Haupt deckt ein pelzverbrämtes Barett. Der Dargestellte trägt hier einen Bart und ist jugendlicher, etwa als Fünfziger, wiedergegeben, so daß die beiden auf die Pilgerfahrt bezüglichen Zeichen, Muschel und Stern wohl spätere Zuthat sind. Die Gesichtszüge sind trotz des Bartes unverkennbar dieselben wie auf dem Ölgemälde und offenbar liegt dem Stich ein gleichzeitiges Gemälde zu Grunde. Nicht so groß, aber doch leicht erkenntlich ist die Verwandtschaft zu den neuerdings Albr. Dürer zugeschriebenen Tucherbildnissen der Casseler Galerie und des Weimeraner Museums. In Auffassung und Technik stehen diese 1499 datierten Bilder entschieden bedeutend höher als das vorliegende Porträt. Nichtdestoweniger ist die zeichnende, die Konturen hervorhebende Art beiden gemeinsam, auch die Art die Augen zu behandeln zeigt Verwandtes. Daß das Bildnis in die der Werkstatt Wolgemuts angehörende Gruppe zu verweisen ist, wurde auch ohne Monogramm des Weiterenein Vergleich mit der Vorderseite der Predella des Peringsdorfferischen Altars (Brustbilder Cosmas, Damian, Magdalena und Lucia, Kat. Nr. 113 und 114) ergeben; die technische Behandlung des Haares und des Fleisches, der Modellierung stimmt genau überein.
Ein erhöhtes Interesse gewinnt das Bild durch den Umstand, daß wir von einem zweiten und zwar plastischen Bildnis desselben Mannes Kunde haben. Wäre nicht die ganz ausdrückliche Bemerkung dabei, daß es Bildhauerarbeit und zwar vermutungsweise eine solche von Veit Stoß sei, so würde die Annahme, daß wir es mit dem eben besprochenen Gemälde zu thun haben, wohl kaum fehlgreifen. Joh. Christoph von Murr berichtet nämlich in seiner Beschreibung der Marienkirche zu Nürnberg (v. J. 1804, auf S. 15) bei Gelegenheit der Besprechung der Kunstweise von Veit Stoß: »Ich habe von Veit Stoß eine sehr schöne Büste. Sie ist 12½ Zoll hoch (das entspricht auch ungefähr der Größe des gemalten Bildnisses), und hat diese Aufschrift in goldenen Buchstaben:
»ALS MAN M · CCCC · LXXXVI IAR ZALTWAR HANS PERCKMEISTER IX IAR IN DER GESTALT.«
»ALS MAN M · CCCC · LXXXVI IAR ZALTWAR HANS PERCKMEISTER IX IAR IN DER GESTALT.«
»ALS MAN M · CCCC · LXXXVI IAR ZALTWAR HANS PERCKMEISTER IX IAR IN DER GESTALT.«
»ALS MAN M · CCCC · LXXXVI IAR ZALT
WAR HANS PERCKMEISTER IX IAR IN DER GESTALT.«
Das in der Bibliothek des germanischen Museums befindliche Exemplar der Schrift, stammt aus der Colmarischen Bibliothek und trägt von der Hand dieses Sammlers wie so viele andere, auch die Bemerkung: Jetzt hat sie (die Büste) Hr. Fürst Reiß-Lobenstein. Leider waren die Bemühungen den weiteren Verbleib dieser Skulptur, die als deutsche Porträtbüste des XV. Jahrh. von größter kunstgeschichtlicher Wichtigkeit wäre, festzustellen, bis jetzt ohne Erfolg. Eine handschriftliche Bemerkung auf der Rückseite des Ölgemäldes, der Schrift nach aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, weist auf die »alhier« befindliche Praunsche Kunstkammer hin, und beweist damit, daß das Gemälde sich bis auf unser Jahrhundert in Nürnberg befand. In den Besitz des Museums gelangte es aus der nachgelassenen Sammlung des Appellationsgerichtsrates Lippart in Sulzfeld a. M., wo es wohl wenigstens seit der Mitte des Jahrhunderts war. Merkwürdig ist immerhin, daß weder Murr, der doch die Nürnbergischen Kunstbestände sehr genau kannte, noch der Autor der handschriftlichen Bemerkung von dem Vorhandensein des Bildes etwas wußten. Vielleicht trägt diese Notiz dazu bei, der Büste des weiteren nachzuforschen; dann kann auch entschieden werden, ob, wie zu vermuten ist, beide Arbeiten zusammenhängen, resp. das eine nach dem Vorbild des andern geschaffen wurde. Die lebenswahre, jedem Beschauer auffallende Behandlung des Gemäldes spricht vorläufig für die Arbeit desselben nach dem Leben.
Nürnberg.
Hans Stegmann.
[1]Anm. der Redaktion.Die Urheberschaft des Georg Schlenk an dem Bilde Germ. Mus. Nr. 273 ist zwar mit den folgenden Ausführungen nicht zweifellos erwiesen, wir glaubten aber, eine weitere Untersuchung der Frage durch Aufnahme des Artikels ermöglichen zu sollen, der neben dem im engeren Sinne kunstgeschichtlichen, auch manichfaches kulturgeschichtliches Interesse bietet.
[2]Vorzüglich entworfene Wappen der Familien Straub und Pirkheimer im Wappenbuch der Nürnberger Geschlechter vom Jahre 1583. M. S. 144/159 im k. Kreisarchiv Nürnberg.
[3]Bürgerbuch M. S. 230, Fol. 13r
[4]Ratsgang M. S. 105, Fol. 64b
[5]Ratsbuch 11, Fol. 121a: Item herrn Wilbolten Birkhaimer sind vergonnt zu seiner tochter junkfrauen Barbara vorhabenden hochzeit mit Hans Strauben, Ber(n)hardin Strauben sun, auf montag nach Dorothee schirst der stat pfeiffer, auch das rathaus zum tantz und schenk. Actum secunda post Anthonii XVIII (1518). — Nürnberger Geschlechterbuch M. S. 164, II. Band. Fol. 75a.
[6]Gemäldekatalog des Germanischen Nationalmuseums vom Jahre 1887 unter Nr. 255 und vom Jahre 1893 unter Nr. 273.
[7]Die Prozeßakten sind veröffentlicht von Theoder Kolde, Beiträge zur Reformationsgeschichte. Leipzig 1888. Separatabdruck aus den Kirchengeschichtlichen Studien, S. 228-250. Vgl. auch Friedrich Roth, die Einführung der Reformation in Nürnberg, Würzburg 1885, S. 250 ff. — Die Ausweisung der »drei gottlosen Maler« erfolgte Ende Januar 1525: Der Prozeß begann am 10. Januar 1525, am 12. Januar saßen bereits alle drei Maler im Gefängnis und blieben darin fünfzehn Tage, wie dies aus einem Beleg zur Stadtrechnung 1524/25 hervorgeht: »Lochhueter quarta Brigite (1. Februar) 1525. Barthel Beham hat 15 tag ... 6 ℔. Sebold Peham hat 15 tag ... 6 ℔, Jorg Pencz hat 15 tag ... 6 ℔.« — Das Pfund wurde gleich 30 Pfennigen gerechnet.
[8]Briefbuch Nr. 39, Fol. 239rund 240a. Der Brief ist datiert von sontags 28. may 1525.
[9]Über die Zeit, wann es den drei gottlosen Malern gestattet wurde, wieder nach Nürnberg zurückzukehren, finden sich in der kunstgeschichtlichen Litteratur nur vage Vermutungen. Vgl. Adolf Rosenberg, Sebald und Barthel Beham, zwei Maler der deutschen Renaissance, Leipzig 1875, S. 11, und S. K. Wilhelm Seibt, Hans Sebald Beham, Maler und Kupferstecher und seine Zeit, Frankfurt a. M. 1882, S. 13. — Bestimmte Nachricht gibt ein Ratsverlaß: »Quinta Ottmari 16. novembris 1525. Auf herrn Melchior Pfintzings, brobst, furpeth Sebolt und Bartholmes den Behaim und Jörg Benntz, maler, ir straf von der stat begeben mit dem beding, das man ein sonder achtung und aufsehen haben woll, wie sy sich halten werden; und sover sy sich voriger weis unschicklich halten werden, woll man sy wider von hinnen weysen. — Burgermeister.« — Ratsmanuale 1525/26, Heft 8 Fol. 11a. — Vgl. hierzu Th. Kolde, Andreas Althamer der Humanist und Reformator in Brandenburg-Ansbach, Erlangen 1895, S. 17, Anm. 3.
[10]Dies ist aus den Daten der Ratsverlässe in den Nürnberger Ratsmanualen zu entnehmen. Erst vom Jahre 1558 ab wurde in Nürnberg das neue Jahr vom 1. Januar an gerechnet. Vgl. auch Edmund Goetze, Hans Sachsens Gemerkbüchlein in der Festschrift zur Hans Sachs-Feier, gewidmet vom Herausgeber und Verleger der Zeitschrift für vergleichende Literaturgeschichte, Weimar 1894, S. 49 und 50.
[11]Sonst gibt es nur noch einen dokumentarisch beglaubigten Schüler Albrecht Dürers, den Malerjungen Friedrich, den der Kurfürst Friedrich von Sachsen zu Dürer in die Lehre gab. Er war bei Dürer in den Jahren 1501/2. C. Gurlitt, zur Lebensgeschichte Albrecht Dürers, in dem von H. Thode und H. von Tschudi redigierten Repertorium für Kunstgeschichte, 1895, Hand XVIII, Heft 2, S. 112.
[12]Moritz Thausing, Dürer, Leipzig 1884. II. Band, S. 262. Anton Springer, Albrecht Dürer, Berlin 1892, S. 143, spricht von näheren Beziehungen, die Georg Pentz mit dem Dürerschen Hause unterhielt. — Das kann nur auf diesen Knecht Georg zielen. Friedrich Leitschuh, Albrecht Dürers Tagebuch der Reise in die Niederlande, Leipzig 1884, S. 125 Anm. zu S. 60, Z. 9. — K. Lange und F. Fuhse, Dürers schriftlicher Nachlaß, Halle a. S. 1893, S. 126. Anm. 2.
[13]Bürgerbuch de 1456-1534, M. S. 237, Fol. 122a.
[14]Dürer nennt ihren Namen in seinem Tagebuch der Reise in die Niederlande. Leitschuh a. a. O. S. 204. — Lange und Fuhse, S. 416.
[15]Bürgerbuch de 1456-1534, M. S. 237, Fol 126b: Sabbato post Francisci 1524 ... Hans Renner, plattner, Friedrich Pruckner, schwertfeger, dedit, quilibet 4 fl. werung,Georg Schlenck, maler, Hans Wolleben, peckschlagerjunger ... dedit quilibet 2 fl. werung, juraverunt.
[16]Lange und Fuhse, a. a. O. S. 116.
[17]Springer, S. 124 hält die Magd Susanne irrtümlich für Dürers Tochter. — Albrecht Dürer hatte von seiner Frau überhaupt keine Kinder, und auch sein Bruder, der Goldschmied Endres Dürer, hinterließ keine Nachkommenschaft, denn Constantia, die angebliche Tochter Endres Dürers, war kein leiblicher Sprößling, sondern eine Stieftochter Endres Dürers, wie sich dies aus dem I. Ehebuch von St. Sebald ergibt: Gilg Prager von Dresen, Constantia Hirnhoferin, 14. Februarii 1531. Auch bezüglich dieses Gilg (Kilian) Prager herrschen Irrtümer. Er stammte nicht, wie Lochner (Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1863, S. 231) aus seinem Namen geschlossen, aus Prag, sondern aus Dresden. Prager war unbemittelt aus Nürnberg eingewandert. Der Rat gewährte ihm einen Nachlaß an der Bürgeraufnahmegebühr. Ratsmanuale 1531/32, Heft 3, Fol 6b: Samstag 17. juny 1531. Gilg Preger (!), goldschmid, 2 fl. am burgerrecht nachlassen. Herr B. Baumgartner. Bürgerbuch M. S. 237, Fol. 162a: Gilg Kilian Prager, goldschmidt, dedit 2 fl. werung, juravit. Secunda post Viti 1531. Meisterbuch de 1456-1534 Fol. 39b: Gilg Kilian Prager, goltschmid, juravit et dedit x fl. werung sabbato Magdalena 1531.
[18]Den Nachlaß hatte er vermutlich einer Fürsprache Albrecht Dürers zu verdanken, wie ja auch einmal ein anderer Maler Hans Hofmann auf Dürers Verwendung unentgeltlich in Nürnberg als Bürger aufgenommen worden war. Ratsmanuale 1520/21, Heft 7, Fol. 4r: Quarto post Michaelis (3. Oktober) 1520. Einen frembden berumbten maler Albrecht Durer zu eren umbsunst zu burger aufnemen. Burgermeister. Am selben Tage fand keine Vereidigung von Neubürgern statt; er wurde daher erst ein paar Tage später vereidet. Bürgerbuch M. S. 237, Fol. 112r: Sabbato post Francisci (6. Oktober) 1520.Hans Hofmann, maler, dedit o, Hans Kraft von Ulm dedit 4 fl. werung, juraverunt.
[19]J. Baader, Beiträge zur Kunstgeschichte Nürnbergs, Nördlingen 1890, S. 10
[20]Leitschuh, S. 77 mit Anm. auf S.163. Lange, und Fuhse, S. 153, Anm. 7.
[21]Thausing II., S. 223.
[22]Ratsverlässe vom 13. und 15. März 1529.
[23]Manuscript Nr. 184, Fol. 717, im k. Kreisarchiv Nürnberg.
[24]Ratsverlässe vom 29. April und 4. Mai 1531.
[25]Ratsverlaß vom 8. August 1530: Zu erkundigen, ob das landpotenambt mit Jorg Schenken (!), maler, versehen und ime dann dasselbig verlassen. Wo mangel herunderbringen. — »Schenken« ist hier offenbar ein Schreibfehler für »Schlenken«; denn ein Maler Georg Schenk ist gleichzeitig weder durch Archivalien, noch durch Kirchenbücher nachzuweisen.
[26]»Amtbuchlein allerlay geschwornen Amt und Handwerk, so vor den Herrn, zu des Pfendtners Rug verordent, Gehorsam thun vom Jahre 1532:Koch allhie: Jorg Schlenck, Susanna uxor ...Zoller auf der vesten: Jorg Schlenck, Susanna uxor ... [Zollner am]Thyergartnerthor: Jorg Schlenk, N. uxor. — Ein Amtbüchlein, in dem auch, wie hier, die Köche (— gemeint sind Garköche — man denke ans heutige »Bratwurstglöcklein«, das damals bereits als Garküche unter der Bezeichnung »Glöcklein« bestand —) aufgeführt sind, ist aus der Zeit vor 1532 im k. Kreisarchiv Nürnberg nicht vorhanden. Die Ämterbüchlein wurden bald vor Beginn jeden Jahres neu gefertigt, da jedes Jahr die darin Eingetragenen, wenigstens war dies bei den Buchdruckern und Formenschneidern der Fall, von neuem Gehorsam oder Pflicht thun mußten, also von neuem auf die Vorschriften und Gesetze verpflichtet wurden. Der Bestand des vorhergehenden Jahres wurde dann immer in das neu angelegte Amtbüchlein des folgenden Jahres, in das Amtbüchlein zumneuenRat, wie sonst diese Amtbüchlein betitelt sind, übertragen. Die im Laufe des neuen Jahres neu Hinzukommenden wurden am Schlusse der betreffenden Gruppe nachgetragen, wie man das an den Schriftzügen und der abweichenden Tinte erkennen kann. Schlenk ist nicht unter den Köchen, die erst im Laufe des Jahres 1532 nachgetragen worden sind,er muß also schon mindestens im Jahre vorher, 1531, Koch gewesen sein. — Die im Laufe des Jahres Abgehenden wurden in dem Ämterbüchlein gestrichen. Schlenk ist im Jahre 1532 im Amtbüchlein unter den Köchen gestrichen, er schied also im Laufe des Jahres 1532 als Koch aus; und nunmehr findet sich sein Name wie auch der seiner Frau unter den Thorzöllnern — zunächst am Vestnerthor — nachgetragen, wann er zum Zöllner am Vestnerthor ernannt wurde, erfahren wir aus einem Ratsverlaß vom 17. April 1532: Zu einem zollner undter das spitaler thor ist der zollner undter dem vestenthor ertailt, und zu ainem zollner des vestenthors ist ertailt JorgSchlenk, zollner (!). — Der Protokollirende hat hier irrtümlich »Schlenck,zollner« geschrieben: denn Schlenk war, wie aus den Amtbüchlein zum neuen Rat aus den vorhergehenden Jahren zu entnehmen ist, noch nicht vorher Zöllner gewesen. Wahrscheinlich hat der Protokollirende das Wort »moler« hier schreiben sollen. — Im Amtsbüchlein von 1532 ist dann Schlenk wieder als Zöllner am Vestnerthor gestrichen, und ist als Zöllner am Tiergärtnerthor nachgetragen worden. Vom Tiergärtnerthor wurde er durch Ratsverlaß vom 4. Oktober 1533 ans Frauenthor versetzt.
[27]Ratsverlaß vom 27. September 1544 (Ratsmanuale 1544/45, Heft 6, fol. 30r).
[28]G. W. K. Lochner, des Johann Neundörfer, Schreib-und Rechenmeisters zu Nürnberg, Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst aus dem Jahre 1547. Wien, 1875, S. 180. — Ratsbuch 9, Fol. 184rzum Datum: Actum secunda post omnium sanctorum 1510.
[29]Ratsbuch 15, Fol. 189a, zum Datum: Actum mitwoch 10. Julii 1531.
[30]Conservatorien, Band 29, Fol. 17b, im Stadtarchiv Nürnberg, zum Datum: Actumia judicio quarta post Remigii. 2. octobris 1521.
[31]Zu gemeiner stat pfeifer anzunehmen ist erteilt Sebald, maler. Actum 13. novembris 1532 per herrn Math. Loffelholz. Ratsbuch 16, Fol. 45a— Es ist aber hier nicht etwa der Maler Sebald Beham gemeint, sondern wie aus dem Jahresregister von 1533 zu entnehmen, Sebald Greyff, der dort bei den Besoldungen als »Trummelschlager und Pfeiffer« aufgeführt ist.
[32]Lange und Fuhse, S. 63.
[33]Quellen hierfür, wo nicht anderes angegeben, die Ratsmanuale.
[34]Daß dieser Georg Schlenk ein Sohn des Malers und Zöllners Georg Schlenk war, ergibt sich daraus, daß der Zöllner öfter als Georg Schlenk der ältere bezeichnet wird, so in einem Ratsverlaß vom 28. März 1556 und bei der Erwähnung seines Begräbnisses im 1. Totenbuch von St. Lorenz.
[35]I. Ehebuch von St. Lorenz: Jorg Schlenk, Magdalena Selneckerin, 16. novembris 1546. Kinder aus dieser ersten Ehe nach den Taufbüchern von St. Lorenz und St. Sebald: Georg (getauft im November 1546), Jorg (März 1548), Magdalena (Dezember 1549), Hans (August 1551), Gabriel (Mai 1553), Julianna (November 1554), Hans (Mai 1556), Michel (August 1557). Seine erste Frau wurde nach dem Totenbuch von St. Lorenz am 14. September 1557 beerdigt. Über ihren Tod meldet ein Ratsverlaß vom 18. September 1557: Item zu erfarn, welcher gestalt Jorg Schlengk sein weib im kindpeth geschlagen, das sie hernach tods verschieden und widerpringen. — »Gabriel Schlenck, Georgen Schlenken teutschen schreibers und burgers hie eeleiblicher sohn« hatte von seinem »Ahnherrn Georgen Selnecker« einen Eigenzins von jährlich elf Gulden auf Hansen Sörgels Haus geerbt. Dieser Eigenzins wurde von Sörgel abgelöst, worüber am 7. Januar 1578 Gabriel Schlenk »seiner vollkommenen Jahre« Quittung leistete. Conservatorien 130. Fol. 69b. — Georg Selnecker, im Jahre 1523 (Ratsbuch 12. Fol. 166a) noch Stadtschreiber in Hersbruck, wurde später Gerichtsprocurator in Nürnberg. — In zweiter Ehe verheiratete sich Georg Schlenk (der jüngere) mit Magdalena Kolnerin am 29. November 1557 und zeugte mit ihr auch noch mehrere Kinder: Martha (getauft 1558), Hester (Mai 1561), Hans (Februar 1563), Michel (26. September 1564).
[36]Akt des k. Kreisarchivs mit der Signatur: S 1, L. 598, Nr. 183. In diesem Schreiben nennt er sich »Georgius Schlenk der elter«; denn er hatte einen gleichnamigen Sohn, und sein Vater, der Zöllner und Maler Georg Schlenk, der früher diese Bezeichnung »der ältere« geführt hatte, war inzwischen im Jahre 1557 gestorben.
[37]In diesem Schreiben bedient er sich bei der Versiegelung eines Petschafts mit einer Hausmarke und den Initialen G. S. — Da dieses Petschaft vielleicht aus der Hinterlassenschaft seines Vaters, des Malers Georg Schlenk, herrührte, und also die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, daß der Maler Georg Schlenk sich dieser Hausmarke als Künstlerzeichen bedient hat, so geben wir hiervon eine Abbildung.
[38]Daß Michel Schlenk ein Sohn des Malers und Zöllners Georg Schlenk gewesen, läßt sich daraus entnehmen, daß er wie dieser den Beruf eines Malers wählte und dann ebenfalls Zöllner wurde. In den Nürnberger Bürgerbüchern ist er unter den neu aufgenommenen Bürgern nicht vermerkt; Michel Schlenk muß also in Nürnberg geboren sein. Zu jener Zeit gab es aber in Nürnberg nur einen Bürger Namens Schlenk, dem er seinem Alter nach als Sprößling zugewiesen werden kann, nämlich den Maler Georg Schlenk. — Über weitere Nachkommen des Malers Georg Schlenk melden die Nürnberger Kirchenbücher Folgendes: I. Taufbuch von St. Sebald: Georg Schlenk ein tochter:Susanna12. Februarii 1533. — I. Taufbuch von St. Lorenz: Jorg Schlenck, Susanna:Sixt(getauft in der Woche des) dominica pasce 1534. Jorg Schlenck, Susanna:Elizabeth, dominica palmarum 1536.
[39]Michel Schlenck, Anna Linckin, 16. July 1549. II. Ehebuch von St. Sebald. — Kinder aus dieser ersten Ehe:Johannes(getauft im April 1556).Hieronymus(Mai 1557),Sebald(Oktober 1558),Michel(Februar 1560),Purkhart(Oktober 1561),Anna(Oktober 1562),Michel(September 1564). — Nach dem Totenbuch von St. Sebald (im Kreisarchiv Nürnberg) wurde »Anna Michel Schlenkin, Malerin und Zollnerin under dem Spitlerthor«, am 8. November 1564 beerdigt.
[40]Amtbuch zum neuen Rat de 1549. Ratsverlaß vom 9. Januar 1550 (Ratsmanuale de 1549/50, Heft 10, Fol. 11a).
[41]Ratsverlaß vom 6. August 1557 (Ratsmanuale 1556/57, Heft 4, Fol. 32a.)
[42]Im Amtbuch zum neuen Rat de 1565 ist er als Zöllner am Spittlerthor gestrichen.
[43]In einer von seiner zweiten Frau »Anna Michel Schlenkens, malers, burgers hie eewirtin« ausgestellten Urkunde heißt es von ihrem abwesenden Manne, »welcher diser Zeit zu Genua in der besatzung lege«. Datiert ist die Urkunde: Actum 5, 1. martij 1576. Conservatorien 125, Fol. 58b— Aus dieser Urkunde geht zugleich hervor, daß damals aus erster Ehe des Michel Schlenk nur noch zwei Söhne vorhanden waren.
[44]Michel Schlenk hatte seine zweite Frau Anna Pognerin am 13. Mai 1565 geheiratet. III. Ehebuch von St. Lorenz. — Kinder aus dieser zweiten Ehe:Hans(Februar 1566),Valentinus(April 1567),Walpurg(März 1570),Kunigund(Februar 1572),Margareta(November 1573),Johannes(März 1576). Siehe auch die Anmerkung vorher.
[45]Anna, Michel Schlenken verlassne wittib, hebam in der weißgerbergassen, wurde am 3. Oktober 1585 beerdigt. Ihr Schwager war der Schlosser Melchior Gaismann, der laut Ehebuch von St. Lorenz am 12. Oktober 1564 ihre Schwester Barbara Pognerin geheiratet hatte. Daher erklärt es sich, daß die Melchior Gaismannsche Begräbnisstätte auf dem Rochuskirchhofe in Nürnberg (Nr. 522) zugleich auch das Grab dreier hinterlassenen Kinder des »Michel Schlenken, Malers, und Anna seiner Hausfrau seel.« ist. Norischer Christen Freydhöfe Gedächtnis, Nürnberg 1682, S. 15. St. Rochus Kirchhof. — Michel Schlenk kehrte aus Italien nicht mehr zurück; denn in den Nürnberger Totenbüchern ist sein Name nicht verzeichnet. — Der erwähnte Schlosser Melchior Gaismann ist bemerkenswert als Verfertiger von Weckeruhren. Ratsmanuale 1578/79, Heft 1, Fol. 29bund 30a.
[46]Ratsverlaß vom 4. Oktober 1533 (Ratsmanuale 1533/34, Heft 7, Fol. 1b) und Amtbüchlein zum neuen Rath 1533.
[47]Quelle hierfür das Zollbuch de 1517-1580. M. S. 991 im k. Kreisarchiv Nürnberg.
[48]Ratsverlaß vom 29. September 1533 (Ratsmanuale 1533/34, Heft 6, Fol. 12a).
[49]Dieses Verbot findet sich fast Jahr für Jahr in den Ämterbüchlein, manchmal in sehr scharfer Form.
[50]Quelle für das Folgende die Ratsverlässe.
[51]I. Totenbuch von St. Lorenz: Georg Schlenk der elter, zolner unterm frauenthor 1. augusti 1557 (beerdigt).
[52]Ratsverlässe vom 4. und 6. August 1557 (Ratsmanuale 1557/58, Heft 4, Fol. 26 und 32.)
[53]I. Totenbuch von St. Lorenz: Susanna Jorg Schlenkin, malerin, gewesne zolnerin am frauenthor, pey dem pösen prunnen verschieden, (beerdigt) 31. Julii 1562. — Die Beerdigung fand damals in Nürnberg am zweiten Tage nach dem Ableben statt. Susanna starb also am 29. Juli 1562. Vgl. hierzu Alfred Bauch, Barbara Harscherin, Hanns Sachsens zweite Frau, Nürnberg, 1896, S. 13, Anm. 1.
[54]Ein interessantes Beispiel einer Compilation aus verschiedenen Vorlagen zu einem Gesamtbilde bietet eine Plakette im Goethemuseum (Schuchardt, Goethes Kunstsamml. II, S. 23. Nr. 34) zu Weimar, die von einem Meister herrührt, der sich in seinen sämtlichen Arbeiten eng an Jost Amman anschließt und von dem auch unser Museum eine Reihe von Plaketten besitzt. Dargestellt ist die Erbauung Carthagos durch Dido. Fast sämtliche Vorbilder halten die Neuwen Liuischen Figuren des Jost Amman, Frankfurt 1573, geliefert. Dido und König Jarbas, zwei mit dem Zerschneiden der Kuhhaut beschäftigte Männer und die beiden, die mit den Lederstreifen das gekaufte Land umziehen, sind Tafel XL entnommen. Die Begleitung Didos ist nach Tafel XLIIII »Amilcar wirt von den Carthaginensern beschickt« gearbeitet, der Krieger links hinter Dido findet sich Taf. VII »Numa Pompilius der andere König in Rom«, während uns der barhäuptige Mann mit hohem Stehkragen und Schnürenrock auf Seite J 2b(Psalmo I) der Neuwen Biblischen Figuren von Amman, Frankfurt 1569, begegnet. Und obgleich die einzelnen Teile auf diese Weise zusammengesucht sind, sind sie doch in einer Art zusammengestellt, die uns vor dem Kompositionstalente des Künstlers die größte Hochachtung abnötigte.
[55]Die Holzschnitte in der Ausgabe des Posthius sind dieselben, wie die in der gleichfalls 1563 bei Feyerabent erschienenen Ausgabe der Metamorphosen, die Nagler, Monogr. III, N. 570, 5 citiert. Die Abbildungen des Virgil Solis sind im Vergleich zu der Lioner Ausgabe von 1559 gegenseitig, vergrößert und nur vereinzelt mit geringen Änderungen versehen. (Über die Offizin des Jean de Tournes in Lion cf. J. Reimers, Peter Flötner. 1890. S. 33 ff.). Solis hat aus der Lioner Ausgabe die Abbildungen S. 36, 43, 57, 67, 77, 80, 84, 85, 88, 101, 118, 127, 176, 181, 182, 186, 187 nicht übernommen. Entweder sind die betreffenden Scenen gar nicht, oder selbständig von Solis bearbeitet. Zu den letzteren, die also nicht auf die Lioner Ausgabe zurückzuführen sind, gehören in der Ausgabe des Posthius die Holzschnitte: S. 71, 72, 74, 83, 101, 109, 113, 117. Holzschnitt S. 27 (bei Posthius) hat unten in der Mitte das Monogramm des Holzschneiders -BV- mit dem Schnitzmesser links, was bei Nagler, Monogr. I. N. 2096 nachzutragen ist. Ebenso gibt Nagler, Monogr. III, N. 570, 5 nur 6 Holzschnitte an mit dem Zeichen des Holzschneiders(Zeichen: b). Dieses Zeichen findet sich indessen, in verschiedenen Größen, auch auf den Schnitten: Met. IV, 9 Perseus befreit Andromeda. V. 4 Pyreneus von den Musen gestraft. V, 7 Ceres verwandelt einen Knaben in eine Eidechse. IX, 7 Byblis verfolgt ihren Bruder. XII, 1 Opferung der Iphigenie. XIII., 10 Aeneas trägt seinen Vater aus dem brennenden Troia.
[56]Auf der Platte steht deutlich und richtig paterna.
[57]Vgl. T. de Wyzewa in der Gazette des Beaux-Arts 1890, 1. August: »Oswald Krell réalise l’idéal de l’obscurité et du peu d’importance; on n’a pu découvrir ni d’où il venait, ni qui il était, et rien ne nous est resté de lui, à part son nom et son image.«
[58]Freiherrl. von Holzschuhersches Archiv (im Germanischen Museum) Perg.-Urk. vom 16. Aug. 1490.
[59]Nach Aufzeichnungen Lochners im Nürnberger Stadtarchiv, deren genauere Bezeichnung — es handelt sich um eine Randbemerkung in den sogenannten Selekten — ich mir leider nicht gemerkt habe, besaß ein Zamasser ein Haus am Markt in der Nähe der Fleischbrücke.
[60][R(ats)-P(rotokolle) 1497 (Heft) II, (Blatt) 15b] Tercia post domini oculi (28. Febr.)1497:
Es ist bey einem erbern Rat erteylt wolff ketzel vnnd den oßwalt der geselschafft von Rafenspurg diener, yr yden ein monat vff ein versperten thurn, zu straffen, den halben teyl mit dem leyb zuuerpringen aber den anndern halben teyl mag Ir yder mit dem geltt darauff gesetzt ablosen, Darumb das sie Hannsen Zamasser, mit einem faßnacht Spil als ein narren gehondt haben.
[R.-P. 1497, II, 17a] Quinta post domini Oculi (2. März)1497.
Es ist erteylt, In der sachen Zwischen dem Zamesser, vnd wolffen ketzel auch dem oßwalt, das es ein erber Rat bej der straff die In vormalen Im Rat erteylt ist entlich sol pleyben, vnd kein enndrung dar Innen thun lassen.
[R.-P. 1497, III, 9b] Tercia post domini palmarum (21. März)1497:
Es ist abermalen Im Rat erteylt das es bej der straff die [man] dem ketzell vnnd dem Oßwallt von wegen des Zamasserß auffgelegt hat, nochmalen sol pleyben.
[R.-P. 1497, IV, 13b] Quinta post misericordiae dominj (13. April)1497:
Oßwallten der gesellschafft von Rafenspurg diener ist frist zu seiner straff geben bis vff pfingsten.
[R.-P. 1497, VI, 16b] Tercia post Viti (20. Juni)1497:
Wo der oßwalt sein straf itzo halbe wil verpringen sol [man] Im zu dem anndern Halben teyl biß vff Jacobj frist geben.
[R.-P. 1497, VII, 4a] Tercia post Johannis Baptiste (27. Juni)1497:
Es ist abermalen erteylt das Oßwalt sein straff verpringen sol wie am nachsten im Rat erteylt ist.
[61]Stadtarchiv. Libri litterarum. Bd. X. Fol. 82b, leider ohne Datum, aber ohne Zweifel in die neunziger Jahre des 15. Jahrhunderts gehörend. Es handelt sich um Summen, welche Hieronymus Behaim, Bürger zu Nürnberg und Blasius Krieg zu Breslau verschiedenen Leuten für gelieferte Kaufmannswaren schuldig sind. Unter den Gläubigern erscheint auch Oswald Krell, der 248 Gulden zu fordern hat.
[62]Ohne Zweifel jene große patrizische Handelsgesellschaft zu Ravensburg, an deren Spitze im 15. Jahrhundert die uralte Familie Hundbiß stand. Vgl. darüber F. Hafner, Geschichte von Ravensburg (1887) S. 94, 269, 441 u. ö.
[63]Wenn zu Anfang des 16. Jahrhunderts von Lindau ohne weiteren Zusatz die Rede ist, ist wohl immer Lindau i. B. gemeint. Über dessen Bedeutung für den damaligen Handelsverkehr s. L. v. Ranke, Zur deutschen Geschichte (Sämtliche Werke. 3. Aufl. 1888. VII. Bd.) S. 34.
[64]Ich gebe hier im Zusammenhang diejenigen Ratsverlässe, welche der vorstehenden Darstellung des Falles Kaspar Krell, zu Grunde liegen:
[R.-P. 1510, XII, 4a] Secunda Scolastice (10. Febr.)1511:
Casper Krell vmb weitter dieberey zu red hallten, wo er gutlich nit sagen will weethun.
[ebenda, 5a] Tercia post Scolastice (11. Febr.)1511:
Caspar Krellen von Lindaw ist vmb sein geubter vnd bekandte dieberey auff nachsten Pfincztag ein ernstlicher recht tag gesatzt.
[ebenda 7b] Quinta post Scolastice (13. Febr.)1511:
Herzog Friedrichen von Sachsen Churfursten anzaigen das vff sein und deß Bischoffs von Regenspurgs Furbitt Caspar kreel deß lebens gesichert sey.
[ebenda 10b] Tercia post Juliane (18. Febr.)1511:
Die vrfehd vnd purgschafft Caspar krells soll man allso seiner freuntschafft, wie die gelesen Ist, furhallten, vnd Inen ain abschrifft dauon geben.
[ebenda 13b] Sabato Petrj ad kathedram (22. Febr.)1511:
Vff furbitt Herczog Friedrichs von Sachsen Churfürsten sind diese hernach geschribne personen begeben vnd Ihnen Ir uffgelegte straff nachgelassen vnd gesichert nemlich Steffan Fellnstain desgleichen Hans banntzer wo er sich mit deß entleibten freuntschafft vertregt, deßgleichen Bernhardin Mewes wo er sich mit der widerparthey vnd ainem Rate verträgt.
[14a] Aber diser Person halben Ist deß Herczogen furbitt gelaint nemlich Hanns Schrecken Leonhardten werner Margrethe wegerheim Hansen Krafftshofer, Mathes Henlin Kungund Gollnerin Hannsen Widmann zue klainrewt Conntzen Schmid Fritzen gast Hannsen Ennter Fritzen kolben.
Vnd Caspar Krell soll Im loch bis vff vollziehung der purgschafft ligen bleiben.
[R.-P. 1510, XIII, 18a] Sabato post Oculj (29. März)1511:
Caspar Krellen freundschafft Soll man ansagen, wo Sy irn Freund Oßwald Krellen zu Lindaw vermugen, so woll man den zusampt Inen vnd des Caspars vater und mutter zu pürgen annemen.
[R.-P. 1511, II, 4b] Secunda post vocem Jocunditatis (26. Mai)1511:
Caspar krellen bruder sagen Soll morgen wider vmb antwtmanen.
[ebenda 5a] Tercia post Vrbanj (27. Mai)1511:
Caspar Krellen soll man noch (vnentschlossen was enndtlich mit Ime zu handeln sey) allso ligen lassen, vnd dem Brobst Sebaldj schreiben ainen Rate vff der k. Mtschrifft seiner halben zuuerantworten vnd zufurkomen das Ir Mtan ainen Rate ainich weitter Mandata nit außgeen lass denselben Caspar frey ledig zu geben In ansehung was sich ain Rate bey Ime besorgen müß.
Vnd Casparlins freunden Anntwtzu geben ain Rate wöll vff Ir schrifft selber anntwurt geben, vnd dann der angepotten purgschafft halben hab ain Erber Rate Inen vor lawttern beschaid vnd anntwtgeben dabey lass es ain Rate bleiben.
[R.-P. 1511, III, 1b] Sabato post corporis Christi (21. Juni)1511:
Den krellen zu Lynndaw so ytzo Irs Sons vnd brvders halben Caspar krelln geschriben haben antwtzu geben ain Rate hab denselben Caspar deß lebens vff furbitt der fursten vnd gnugsam purgschafft so man ainem Rate verwendt hab gesichert vnd darumb sey ainem Rate Ir angepottne purgschafft alls vngnugsam nit annemlich.
[ebenda 8b] Secunda post pet. & paulj (30. Juni)1511:
Caspar Krellen weitter der maid halben Im Loch die Ime zu seiner erledigung hanndtreich gethan haben soll zu red hallten, pynnden vnd bedroen.
[ebenda 7 u. 9] 2 Notizen ziemlich des gleichen Inhalts.
[R.-P. 1511, X, 11a] Secunda post Erhardj (11. Jan.)1512:
Caspar Krellen soll man vergonnen zu peichten vnd das heylig Sacrament zu empfahen.
Deßgleichen Ist Ime zuglassen das er alle Samstag ain liecht Im loch geprauchen mag doch das Ime allweg ain ketten an das pain gelegt werde.
Vnd soll bey dem Blarer haimlich angregt werden damit ain Rate seiner erledigung halb durch oßwald Krellen stattlich angesucht werde vnd das soll thun Caspar Nützel.
[R.-P. 1511. XII, 22a] Quarta post Oculj (17. März)1512:
Des alten Lochhüters maid ir begern vmb entledigung Caspar Krellen der Sy im loch zu der Ehe genomen haben soll ablainen.
[R.-P. 1512, III, 23a] Secunda post Visitacionis (5. Juli)1512:
Dem Lochhüter soll man wincken das er Caspar Krell zulaß an sein freundschafft zu schreiben.
[R.-P. 1512, V, 15b] Quinta post crucis Exaltacionis (17. Sept.)1512:
Dem Casperla Krell Soll man vergonnen daß habt waschen ader lassen aber Ime mit keim messer nit Scheren Mit güter gwarsam.
[R.-P. 1512, VIII, 14 a] Tercia Othmari (16. Nov.)1512:
Des Casperlas Crellen brüder gestatten mit Im zu reden doch In beywesen N. Hallers.
[ebenda 14 b]:
Casparn Krell soll man In das ober stublin an ainer Ketten verwarn so lang die Verschreibung wider von Lynndaw kompt.
[1512. X, 4a] Quarta thome Canthuariensis (29.Dez.)1512:
Caspar Krellen soll man sein gelt vnd claider so in seinem fenglichen annemen Zuuerwarung genommen sind wider zustellen Aber den Pecher derweil er den nicht geuordert lennger behalten, ob sich ymand finden wollt, dem er Zustund.
[65]Auf die stilistischen Eigentümlichkeiten der Figur, welche dieselbe mehr der Metall- als der Holzplastik zuweisen, hat Dr. H. Stegmann schon früher aufmerksam gemacht.
[66]Vgl.Bensen,Historische Untersuchungen über die ehemalige Reichsstadt Rotenburg(Nürnberg 1837), S. 19.
[67]Vgl.GiskeinSchnorrs Archiv für Litteraturgeschichte X(1881) S. 13 ff.
[68]BensenS. 397.
[69]Flugblätter aus der Zeit des siebenjährigen Krieges sind nicht eben häufig. Für jede Ergänzung seiner reichen Sammlung historischer Blätter nach dieser Richtung hin würde das germanische Museum den gütigen Spendern zu großem Danke verpflichtet sein.
[70]Eine Biographie des Malers Georg Pentz gedenkt in nicht ferner Zeit Albrecht Kurzwelly zu veröffentlichen. In seiner zu Leipzig 1895 erschienenen Inaugural-Dissertation »Forschungen zu Georg Pencz« kommt Kurzwelly noch nicht auf den Tod des Malers zu sprechen.
[71]Die Einträge in diesem Totengeläutbuche sind nach Quartalen gruppiert, weil die Abrechnung über die gezahlten Läutgelder quartalweis erfolgte. Der Eintrag über das Totengeläut, das zu Ehren des Malers Georg Pentz von den Thürmen der Sebaldskirche erklang, ist im Quartal »von Crucis bis Lucie« des Jahres 1550, also zwischen dem 15. September und 13. Dezember und zwar an 16. Stelle mit den Worten verzeichnet: »Jörg Penntz, moler, zu Pressla verschieden«.
[72]Nagler, Monogrammisten, München 1863, III. Band. S. 69.
[73]Bürgerbuch de 1496-1534, M. S. 237, Fol. 12a: Sabbato post Sixti 1523 .... Herman Unfug, gertner.Jorg Pentz, maler, juraverunt et dedit quibibet 4 fl. werung.
[74]Ein Kind aus den ersten Jahren seiner Ehe dürfte jenes »Söhnlein« gewesen sein, durch welches Pentz am 24. März 1543 ein von sich gemaltes Porträt des Kardinals Granvella in die Losungsstube schickte, um es den Losungherren zu zeigen. Nürnberger Jahresregister 1543, 1. Frage, im k. Kreisarchiv Nürnberg. J. Baader, Beiträge zur Kunstgeschichte Nürnbergs, Nördlingen 1860, I, S. 40, bringt hier die unrichtige Jahresangabe 1544. — Der von Campe erwähnte Sohn Egidius ist sonst nicht nachzuweisen. Vgl. hierzu G. W. K. Lochner, des Johann Neudörfer, Schreib- und Rechenmeisters zu Nürnberg, Nachrichten von Künstlern und Werkleuten daselbst, Wien 1875, S. 137. — Über Kinder, die dem Maler Georg Pentz nach 1532 geboren wurden, melden die Nürnberger Kirchenbücher Folgendes. I. Taufbuch von St. Sebald: Georg Pentz ein Sohn:Gedeon, (getauft) 12. Septembris 1533. Georg Pentz ein Tochter:Rachel, 22. Octobris 1534. Georgius Pentz ein Tochter:Hester, 29. July 1538. Georgius Bentz ein Son:Georgius, septimo decembris 1539. — I. Taufbuch von St. Lorenz: Jorg Penz, Margaretha:Martha, (getauft in der Woche des) dominica exaudi 1542. Jorg Pentz, Margaretha:Vergilius, dominica decima post trinitatis 1543. — II. Taufbuch von St. Sebald: Georgius Pentz ein Son:Walterus, tertio July 1546. Georgius Pentz ein Son:Albertus, 17. Juny 1547. Georg Pentz ein Son:Longinus, 30. Augusti 1548. — Es möge hiebei noch bemerkt werden, daß der Täufling den Namen in der Regel nach seinem Paten erhielt. Der Maler Vergilius Solis, die einzige Persönlichkeit, bei der sich in dieser Zeit der Vorname Vergilius in Nürnberg nachweisen läßt, hat also wahrscheinlich bei Pentz’ Sohne Vergilius Paten gestanden.
[75]Ratsmanuale 153⅔3, Heft 3, Fol. 1r. Ratsbuch 16, Fol. 13a. Der über diese Bestallung von »Jorg Benntz, Maler, Burger zu Nurmberg« unterm 31. Mai 1532 gefertigte Revers befindet sich im k. Kreisarchiv Nürnberg. Signatur: S 5 44/1rNr. 532, Bd. 6. Seinem Wortlaut nach ist er veröffentlicht von E. Mummenhoff in den Mitteilungen des Vereins f. Gesch. d. Stadt Nürnberg, 8. Heft, 1889, S. 246.
[76]Ratsbuch 15, Fol. 13r.
[77]Ratsmanuale 1533/34, Heft 5, Fol. 20rund Ratsbuch 16, Fol. 103.
[78]Wenige Wochen darauf wurde ihm seine Tochter Martha geboren, die in der Woche des Sonntags Exaudi (21. Mai) ihre Taufe empfing. S. Anm. 5.
[79]Conservatorien, Band 55, Fol. 106bim Nürnberger Stadtarchiv. Lochner a. a. O. S. 138.
[80]Nürnberger Jahresregister 1548, fünfte Frage, zum 9. Juli. — J. Baader a. a. O. zweite Reihe, S. 54.
[81]Mitteilung des k. Staatsarchivs zu Königsberg i. Pr.
[82]Hans Bösch, der Todestag des Malers Georg Penz, im Jahrgang 1893 dieser Mitteilungen, S. 40.
[83]Die Persönlichkeit dieses Hans Wolf konnte ich dem Stande nach nicht feststellen, da es gleichzeitig vier Bürger Namens Hans Wolf in Nürnberg gab.
[84]Die Angabe Baaders, Beiträge II, S. 54: der Rat habe im Jahre 1550 sechszig Gulden bezahlt, die Pentz einer Vormundschaft schuldig war, ist vor allem, was Jahr und Geldsumme betrifft, unrichtig. Sie entstammt nicht den Ratsmanualen, sondern den Jahresregistern und lautet: Item LXVI gulden den Georgen Pentzen seligen vormundt, nemlich Peter Eppenbach und Hans Marschalk, die Pentzs seliger in ein vormundtschafft schuldig worden und seine glaubiger in kein vertrag geen wollen, solich schult sei dan bezalt. Solichs dan (!) weib und kindt inansehung der armutt propter deum beschehen. Actum sabbato adi ultimo january 1551.
[85]Die Abbildungen sind in ½ der Originalgröße gegeben.
[86]Hs. Nr. 301 der Merkel’schen Sammlung.
[87]Außerdem ist ein Doppelblatt (Papier) mit einem prachtvollen, zum Teil mit metallisch glänzenden Farben ausgezierten J, ebenfalls von Paul Frank, mit eingeheftet.
[88]Der braune Ledereinband des Manuskripts ist auf der Vorder- und Rückseite mit sehr geschmackvoller Goldpressung verziert. Die Vorderseite weist u. a. die Inschrift P·F·V·G (Paul Frank von Gefrees) und die Jahreszahl 1585 auf. In letzterer haben wir vielleicht den Zeitpunkt für die erste Anlage, für den Beginn des Buches zu erblicken.
[89]Blatt 9b, 12a und 13b.
[90]Chr. Schorer, Memminger Chronick. Ulm 1660. S. 114.
[91]Blatt 10a.
[92]Der Sinn der Urkunde, die hier zu Grunde liegt, kann schwerlich ein anderer gewesen sein, wenn auch in der Abschrift das Satzgefüge nicht ganz in Ordnung ist.
[93]Das Wappenschild der Landauer, wie es noch mehrmals an dem Bruderhaus wie an der Predella des Altars angebracht wurde, enthält in rotem Feld eine geschweifte silberne Spitze, darin in verwechselten Farben ∵ gestellt drei Lindenblätter.
[94]Die Handzeichnung befindet sich in der Sammlung des Herzogs von Aumale, und ist bisher noch nicht in Farben wiedergegeben worden. Abb. siehe beiEphrussi, Albert Durer et ses Dessins zu Seite 172 und danach in HirthsFormenschatz1889 Nr. 136. Abbildungen des Rahmens und einiger Einzelheiten seiner Ornamentik enthältThausingAlbrecht Dürers Leben und Werke II/27. FernerBucher & GnauthDas Kunsthandwerk I. S. 32 und danach der Katalog der Originalskulpturen des germanischen Museums S. 43. Sie haben alle den Mangel, daß sie vor der Wiedervereinigung des Frieses mit dem Rahmen gezeichnet, jenen nur andeutungsweise und ungenau wiedergeben. Eine gewissenhafte Kopie des Gemäldes samt Rahmen hat die Familie von Tucher der Gemäldegalerie des germ. Museums geschenkt. Die alte Bemalung des Rahmens ist nur noch an den köstlichen Friesfiguren erhalten, dadurch daß diese zur Zeit der Restauration durch Keim vom Hauptstück entfernt waren, und erst später unter Heideloffs Nachlaß sich wiederfanden. Unter dem heutigen Ölfarbanstrich lassen sich Reste der Bemalung noch überall feststellen. Demnach gibt die nach Angaben des Dr. von Essenwein angefertigte Kopie des Rahmens im ganzen die richtige Vorstellung von dem ehemaligen Farbenglanz des Ganzen. Daß Gold zusammen mit einem matten Blau die indifferentesten Farbtöne sind, die am wenigsten die aus kräftigen Lokaltönen zusammengesetzte Farbenwirkung des Gemäldes zu beeinträchtigen vermögen, das wußten die Italiener schon lange; und auchdiesseits der Alpen übte man schon im 15. Jahrhundert diese Technik der Gemäldefassung: vergoldetes Laubwerk auf blauem Grunde, die abgefasten Ecken und Hohlkehlen gelegentlich auch dunkelrot, bei den Figuren goldene Gewänder mit blauen umgeschlagenen Säumen, das war z. B. in Wohlgemuts Werkstatt Regel. Wenn uns heute an der erst vor wenigen Jahren angefertigten Kopie des Allerheiligenbildes die Vergoldung zu aufdringlich erscheint, so mag man dagegen erwägen, daß für das gedämpfte Licht eines Kirchenraumes stärkere Effekte nötig waren, als sie ein moderner Oberlichtsaal zuläßt; und überdies that der ausgleichende Einfluß der Natur bald das Seine, um die übergroße Leuchtkraft der Farben zu dämpfen.
[95]Vgl.Würfela. a. O. In der Zeit, da Landauer vor der Gründung des Bruderhauses noch Pfleger von S. Sebald war, hatte er sich zusammen mit seinem Amtsgenossen Sebolt Schreyer am Chor der Sebalduskirche ein Familienbegräbnis bestellt, dessen berühmte Reliefplatte Adam Kraft zur Ausführung übertragen worden war.
[96]Vgl. das gotische Portal aus der Scene der Beschneidung.
[97]Neuerdings veröffentlicht imklassischen BilderschatzBruckmann 1896, Nr. 1102. Ich wähle unter manchen verwandten italienischen Altarwerken dieser Zeit gerade Bellinis Gemälde, weil Dürer dieses zweifellos in Venedig gesehen hat.
[98]Vgl.Alfr. Bauchim Repertorium für Kunstwissenschaft. Bd. IXX. Heft 1.
[99]Vgl. die Werke des Veit Stoß in Photographien mit begleitendem Text vonBergau, Nürnberg Soldan, und K.Schaefer, Meisterwerke deutscher Bildschnitzerkunst im germanischen Museum, wo auch eine vollständige Wiedergabe des Frieses vom jüngsten Gericht.
[100]Einige, vielleicht allerdings nur äußerliche Ähnlichkeit mit den Figürchen des Frieses zeigt eine kleine kreisrunde Komposition einer thronenden Maria, die unterstützt von zwei über ihr schwebenden Engeln an die versammelten Vertreter der Christenheit Rosenkränze austeilt. Das bemalte und vergoldete Relief, das 31 cm Durchmesser hat, ist irrtümlicher Weise in den Katalog der Originalskulpturen des germanischen Museums als Nr. 156 aufgenommen. Es ist keine Terrakotta, sondern ein Abguß in einer Thonmasse, die des besseren Anhaftens der Farben wegen, wie es scheint, ein wenig gebrannt wurde. Das nicht uninteressante Original dazu im Besitz der Kunsthandlung Fleischmann in Nürnberg ist ein Ölgemälde auf Holz, in dessen Mitte umrahmt von einem Kranze gemalter Rosen das Relief eingelassen ist. Das ungefähr 1515 entstandene Werk soll aus einer Kirche im bayerischen Schwaben stammen.
[101]In Rossels Urkundenbuch von Eberbach 1, 114. 141 werden Wallfahrten aus dem Rheingau nach St. Jakob schon aus dem Jahre 1203 erwähnt (vgl. Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins XVI, 1864, S. 490); nach dem Lübecker Urkundenbuch III, 199 ff. wurde 1354 bestimmt, daß die Mörder des Knappen Marquard von Westensee zur Buße je einen Pilger nach Aachen, Rom, Santiago und Jerusalem schicken sollten. (Vergl. Röhricht und Meisner, Deutsche Pilgerreisen nach dem heiligen Lande, Berlin 1880, S. 486).
[102]Das Haller Heiligtumsbuch, das Wittenberger Heiligtumsbuch, Einzelblatt mit den Abbildungen der Heiligtümer, die in St. Ulrich und Afra zu Augsburg aufbewahrt wurden, etc. Auch von den Heiligtümern in St. Sernin zu Toulouse muß es solche Abbildungen gegeben haben, wie aus der Reisebeschreibung Örtels (».. vnd sonst viel Heilthumbs, als ich auff ein Zettel gedruckt hab«) hervorgeht. Ob noch Exemplare davon existieren, vermag ich nicht zu sagen.
[103]Vgl. Röhricht und Meisner, a. a. O. S. 476. Eine Abschrift auch in dem sogen. schwarzen Rieterbuch der Nürnberger Stadtbibliothek Bl. 393a. Die Aufzeichnung umfaßt nur wenige Sätze. Der Schluß lautet nach der Nürnberger Handschrift: »vnd thet das In einer gutten maynung mein Nachkommen Andacht zu haben dy heylige stett zu besuchen ob sie gott ermant er hett es aber gelobt zw thun.« —
[104]Röhricht undMeisner a. a. O., S. 66 u. 95.