76.Eine bewegliche Scheibe im 16. Jahrhundert.
Verachtet mirdie Meisternicht!Und ehrt mir ihre Kunst!Was ihnen hoch zum Lobe spricht,Fiel reichlich euch zur Gunst,
Verachtet mirdie Meisternicht!Und ehrt mir ihre Kunst!Was ihnen hoch zum Lobe spricht,Fiel reichlich euch zur Gunst,
Verachtet mirdie Meisternicht!Und ehrt mir ihre Kunst!Was ihnen hoch zum Lobe spricht,Fiel reichlich euch zur Gunst,
Verachtet mirdie Meisternicht!
Und ehrt mir ihre Kunst!
Was ihnen hoch zum Lobe spricht,
Fiel reichlich euch zur Gunst,
läßt Wagner seinen Hans Sachs in den „Meistersingern“ strengverweisend sprechen, als der junge Stolzing den Wert des Alten, wenn auch Veralterten, nicht anerkennen will.
Suchen wir unter der Oberfläche der Geschichte, so findet sich gar manches, was uns in Staunen setzt, weil es eine entwickelte Technik „alter“ Zeiten in kleinen Einzelheiten hervorlugen läßt.
Ist da im Münchner Kupferstichkabinett ein kleines Bild von etwa 1579, wie wir es hier sehen. Vor dem abgesperrten Platz stehen links die Zuschauer, innerhalb des Zaunes hohe Herren als Schützen. Zwischen zwei kleinen Häusern, die die Gewehre enthalten, steht der überdeckte Schützenstand. Man schießt gegen eine Reiterscheibe, die auf einer Schiene hin- und herläuft. Vermutlich wird die Scheibe mittels eines Seiles, das in einem Graben liegt, bewegt. An der Schutzmauer hinter der Scheibe sieht man die Spuren der fehlgegangenen Schüsse. Rechts im Hintergrund spielt die Musik und von dem dort stehenden Anzeigestand aus läuft eine „gloggen schnur“ nach dem Stand derSchützen, um mittels einer Glocke Zeichen geben zu können.
Bewegliche Scheibe, Kupferstich von etwa 1579.❏GRÖSSERE ANSICHT
Bewegliche Scheibe, Kupferstich von etwa 1579.
❏GRÖSSERE ANSICHT
Also: ein Schießstand mit beweglicher Scheibe und tele„phonischer“ Verbindung vor 300 Jahren.