Chapter 17

Solo:Olendo u che Kandangu imasile. Imanga kukaránga.Die Reise des Herrn Kandangu ist zu Ende. Der Mais ist geröstet.Chor: :::Olendo u che Kandangu:::

Solo:Olendo u che Kandangu imasile. Imanga kukaránga.

Die Reise des Herrn Kandangu ist zu Ende. Der Mais ist geröstet.

Chor: :::Olendo u che Kandangu:::

Anzug und Vortragsart sind bei Likosoe fast genau wie bei Sulila, nur daß Likosoe, seinem Namen entsprechend, noch viel lebhafter geigt, singt und tanzt wie sein blinder älterer Kollege. Er ist überhaupt ein Allerweltskünstler; er mimt zu ebener Erde, und es macht ihm nichts aus, seine Künste auch auf hohen Stelzen zu zeigen, ein Anblick, der mich zum erstenmal nicht wenig in Erstaunen setzte. Das Lied selbst bezieht sich natürlich auf ein Ereignis, auf eine Reise, an der er selbst beteiligt gewesen ist. Das wichtigste Ergebnis im Sinne des Negers ist dabei, daß aller Mais geröstet, d. h. draufgegangen ist.

Weit interessanter ist das andere Lied des Herrn Ratte; es hat eine unleugbare Verwandtschaft mit Sulilas Heldenlied, gewinnt aber gerade für mich ein aktuelles Interesse dadurch, daß es sich um die Person des Herrn Linder rankt, des trefflichen Wirtschaftsinspektors der Kommune Lindi, dem ich so manchen Ratschlag verdanke und der wegen seiner guten Kenntnis gerade dieses Teiles vom Hinterland ursprünglich zu meinem Begleiter ausersehen war. Linder hat sich um die Niederschlagung des Aufstandes die größten Verdienste erworben; während an das Eingreifen der Schutztruppe noch gar nicht zu denken war, hatte er mit einer schwachen Polizeiabteilung schon zahlreiche Angriffe der Aufständischen abgeschlagen und manchen Sieg davongetragen; schließlich ist er sogar noch ziemlich schwer verwundet worden. Während aber auf Marine und Schutztruppe die Auszeichnungen nur so herniedergeregnet sind, wandelt „Bwana Linda“ noch heute, lange nach dem letzten Gefecht, gänzlich undekoriert unter den Sterblichen. Doch er ist nicht nur ein Held, sondern zugleich auch Philosoph.

Hier das Lied:

„Olendo wa Linda (er); pa kwenda ku Massassi na gumiri chikuo: mkasā́lĭle mbwana kubwa ngondo djiidje na autŭidje lunga yangadye. Mkasā́lile akida Matora: ngondo djiidje na gombel(r)e lilōmbe. nukuidjir(l)a Massassi; Mwera kupita mchikasa mpaka pe Lindi. Ne wapere rukhsa. Yendeye ku mangu enu; mkapānde mapemba.“

Ins Deutsche übertragen heißt das:

„Reise Linders; ging nach Massassi und (ich) schrie aus allen Kräften: Teilen Sie mit dem Bwana kubwa: Krieg ist gekommen, und ich bin weggelaufen, ohne mich umzuschauen. Teilen Sie mit dem Akiden Matora: Krieg ist gekommen, und ich habe geschlagen die Lilombe (die Kriegstrommel). Dann gingen wir nach Massassi; die Mwera (aber) gehen ge(zer)schlagen bis Lindi (zurück). Dann bekommen sie Rukhsa (Erlaubnis): Gehen Sie nach Ihrer Heimat; pflanzen Sie Hirse.“

Tempo: rasend; Vortragsart: parlando; Inhalt: in wenigen Worten die Geschichte des ganzen Feldzuges, selbstverständlich mit der Person des Sängers als seinem eigentlichen Mittelpunkt. Herr Linder kommt auf einer seiner vielen Inspektionsreisen — eine seiner vornehmsten Pflichten ist die Kontrolle der einzelnen Jumbenschaften, ob sie auch die vorgeschriebenen verschiedenartigen Nutzpflanzen kultiviert haben oder nicht — nach Massassi. Dort ist es selbstverständlich Freund Likosoe, der in deutschtreuer Gesinnung zu ihm eilt und ihn vor den bösen Wamuera warnt. Linder benachrichtigt seinerseits das Bezirksamt in Lindi, schickt aber gleichzeitig auch Likosoe als Eilboten zum Yaohäuptling Matola. Dort schlägt Likosoe die Lilombe, die Kriegstrommel. Matolas Krieger eilen auf das bekannte Alarmzeichen zusammen, 600 Mann mit Vorderladern, viele andere aber mit Speer, Bogen und Pfeilen; dann marschiert der Häuptling mit seinem Heer auf Massassi, um von hier aus den Wamuera in den Rücken zu fallen. Nun wird als Tatsache erzählt, daß Seliman Mamba und seine Unterführer zu Beginn des Aufstandes, als ihre Siegesaussichten besonders groß waren, die Deutschen schon in den Ozean geworfen sahen; in Lindi war für jeden der Führer bereits ein besonderes Haus mit allem Inhalt als Beute bestimmt. Auf diese allerdings nicht verwirklichten Pläne mag sich die Stelle vom Zurückgehen des Feindes bis nach Lindi beziehen. Matola hat zwar, wenn ich nicht irre, in den Gefechten mit den Aufständischen gegen 40 Mann verloren, aber bis nach Lindi zurückgetrieben hat er den Feind doch keineswegs. Der Schlußsatz behandelt dann den Friedensschluß; die Besiegten erhalten Verzeihung und zugleich die Anweisung, sich jetzt ruhig und friedlich in ihre Heimat zurückzubegeben, um dort neue Pflanzungen anzulegen.

Yao-Ngoma in Chingulungulu.

Yao-Ngoma in Chingulungulu.

Auch mein Kinematograph hat in den Wochen meines Aufenthalts in Chingulungulu mehrfach zu tun gehabt; ich habe eine ganze Reihe von Yaotänzen und auch solche der Makua aufnehmen können. Dieser Stamm ist bekanntlich das Jägervolkpar excellencedes Ostens; man bezeichnet sogar jeden Berufsjäger ganz allgemein als Makua, ganz gleich, welches Stammes er auch sei; auch in bezug auf alle Jägersitten und Jagdmethoden, über die ich mich sehr bald werde auslassen können, sind die Makua für alle anderen Völkerschaften vorbildlich. Was Wunder also, wenn die Truppe, die auf Anordnung Matolas eines schönen Tags in Chingulungulu erschien, mir einen Tanz vorführte, der in seiner ganzen Ausdehnung ihrem Jägerleben entnommen war; sie wollten die Makwaru aufführen, wie sie sagten. Rasch wie immer hatte ich meinen Kino zur Hand und an geeigneter Stelle aufgebaut. Das ist hier bei dem lockeren Aufschüttungsboden keine Kleinigkeit; drückt man die spitzen Füße des Stativs zu derb in den Sand, so kann es passieren, daß das ganze Stativbein plötzlich verschwindet; ich bin also vorsichtig geworden und treibe vor jeder Aufnahme schräg von oben unter jedes Bein einen Holzkeil. Schwieriger noch ist die Remedur einer falsch angebrachten Sparsamkeit; um dem Afrikafonds des Deutschen Reiches ganze 12 Mark und einen viertel Träger zu ersparen, habe ich für den Ernemann-Kino nicht das zu diesem gehörige schwere Stativ mitgenommen, sondern begnüge mich mit meinem Photographenstativ. Das ist, wie alles, was mir Gebrüder Grundmann in Leipzig geliefert haben, fürseinen eigentlichen Zweck vorzüglich geeignet, für die Erschütterungen des ruckweise arbeitenden Kinematographen aber ist es reichlich leicht. Deswegen hänge ich entweder einen derben, schweren Stein unter ihm auf, oder aber eine gefüllte Reisekiste; und wenn es ganz schlimm wird, muß sich sogar einer der Träger als Schwergewicht opfern.

Der Makwaru gewärtig stehe ich da; mir gegenüber hat sich inzwischen genau die gleiche Kapelle etabliert, wie ich sie von Sulilas und Likosoes Auftreten gewohnt bin: sechs oder sieben Männer und Jünglinge, die, des Beginns der Vorstellung gewärtig, mit je zwei Holzschlegeln über langen, weißen Holzstangen kauern. Da huscht ein phantastisch aufgeputztes schwarzes Etwas in den Kreis. Es bewegt sich mit so raschen Zitterbewegungen, daß zunächst nicht zu erkennen ist, ob ich Mann oder Frau vor mir habe. Erst eine kurze Atempause zeigt uns einen Mann in mittleren Jahren, die Mitte des Körpers eingehüllt in einen ganz in der Art unserer Ballettröckchen aus langen, grünen Blättern gefertigten Schurz. Und wie fliegt dieses Röckchen im Winde! Der Mann bewegt sich zunächst kaum von der Stelle. Er arbeitet in einem schnellen, gleichmäßigen Tempo mit den Füßen; doch auch die Unterarme sind in einer Bewegung, die schwer zu schildern ist, da wir in unserer europäischen Tanzweise nicht das geringste Vergleichsmoment besitzen; alle vier Extremitäten sind in einer durch die Kapelle bestimmten rhythmischen Bewegung. Ob sich die Mittelpartie des Körpers mit dem unausgesetzt fortgeführten Hin und Her diesem Takt anschließt, ist wieder sehr schwer zu entscheiden, da diese Zitterbewegung so schnell erfolgt, daß Einzelheiten überhaupt nicht zu sehen sind. Dieses Stadium dauert eine ganze Weile, so daß es mir fast um meinen kostbaren Kinofilm leid tut.

„Waldschule“ im Pori bei Chingulungulu.⇒GRÖSSERES BILD

„Waldschule“ im Pori bei Chingulungulu.⇒GRÖSSERES BILD

⇒GRÖSSERES BILD

Endlich wechselt der Jäger die Taktik. Der Tänzer ist nämlich wirklich ein Jäger, und ein sehr erfolgreicher Elefantenjäger noch dazu; er hat soeben,in effigienatürlich, einen starken Elefanten erlegt und muß diese Ruhmestat feiern. Das tut er in der hier geschildertenWeise nach seiner Rückkehr ins Heimatdorf vor dessen gesamter Bevölkerung. Auch hier in Chingulungulu ist alles herbeigeströmt, um den berühmten Mann zu sehen und auch, um seine Tanzkunst zu bewundern. Diese wird jetzt immer lebhafter; der Mann beharrt nicht mehr auf einem Fleck; er trippelt weiter, bald geradeaus, bald im Zickzack; endlich wird aus der Linie ein Kreis, in dem er immer rascher in kurzen, vorsichtigen Sprüngen einherrast. Dabei werden Arm- und Beckenbewegungen in der alten Weise, ohne eine Sekunde auszusetzen, fortgeführt. Noch ein unsinnig schnelles Trippeln im Kreise, ein geradezu wahnsinnig rasches Erzittern des ganzen Körpers; dann steht der Tänzer hochaufatmend still.

Uns Europäern will eine solche Art der Tanzbewegung zu absonderlich und fernliegend erscheinen, als daß wir sie kritisch zu beurteilen vermöchten. Ich hatte von Haus aus eine mimische Wiedergabe der Elefantenjagd selbst erwartet, oder doch wenigstens die mimische Darstellung des Anschleichens und Erlegens jenes Wildes; ich muß gestehen, ich habe in dieser Tanzleistung nichts darauf Hinzielendes finden können. Lediglich die fabelhafte körperliche Gewandtheit dieses Zitterakrobaten habe ich bewundern müssen.

Kaum bin ich mit einem neuen Film wieder aufnahmebereit, da ist auch schon ein neuer Jäger auf der Bildfläche erschienen. Dieser benimmt sich noch kurioser und befremdlicher. Zunächst sieht man weiter nichts als eine wirre, grüne Blättermasse, die sich in konvulsivischen Zuckungen auf der Erde wälzt und krümmt. Nach einiger Zeit entpuppt sich die Masse als ein Mann von der Art des vorigen, nur daß sein Tanzkostüm den Mittelkörper viel ausgiebiger umhüllt als bei jenem. Er versteht zwar auch meisterhaft zu zittern und besorgt es mit derselben Ausdauer wie sein Vorgänger, aber seine Hauptstärke liegt doch in seinen Beinen. O, wie schön kann er die setzen! Wie wandelt er jetzt so stakig dahin; wie schlängelt er jetzt das eine um das andere! Schließlich aber ist doch auch sein Spielplan erschöpft, und er macht einem Dritten Platz.

Mit diesem kommt endlich die erwartete Pantomime. Wie zum Sprunge geduckt, schleicht der Jäger herbei, unhörbar, jedes Geräusch vermeidend. Geschickt benutzt er jede Deckung, um an den Elefanten, dessen Witterungsvermögen unendlich fein ist, immer näher heranzukommen. Schließlich ist das Ziel erreicht; rasch, aber ebenso unhörbar, ist das Jagdobjekt in Gestalt eines zweiten Mannes auf den Tanzplatz geschlüpft und hat sich dort lautlos niedergekauert. Ihn umkreist jetzt der Jäger in immer enger werdenden Spiralen. Man erwartet den tödlichen Schuß; doch der erfolgt nicht, sondern ganz unbekümmert um den „Elefanten“ fängt nun auch der dritte Tänzer an, genau in derselben Weise zu triumphieren wie die beiden anderen: er übt sich in kunstvollen kurzen Schritten, wackelt mit dem Becken und schlägt mit den Armen. „Bassi, Schluß“, sage ich, da schnurrt auch gerade das letzte Ende meines dritten Films ab.

Ganz entgegengesetzt ist das Auftreten der Wayao in ihren typischen Unyagotänzen. Sie müssen von diesen Tänzen eine ganze Auswahl besitzen; mir haben sie hier in Chingulungulu deren einstweilen nur zwei vorgeführt, eine Masewe, so benannt nach dem früher bereits geschilderten Rasselsystem an den unteren Extremitäten, und eine Luwanja. Beide Tänze sind sich im Charakter übrigens ganz gleich; bei ihnen reicht das Urxylophon der einfachen Holzstangen nicht mehr aus, hier tritt vielmehr eine ganze Kapelle mit Trommeln der verschiedensten Gestalt und Größe in Tätigkeit. Es spricht immerhin für eine gewisse musikalische Rassenbegabung des Negers, daß die Musikanten ihre Instrumente vor dem Beginn der Ngoma erst zueinander abstimmen. Jeder klopft horchend auf das Schlagfell seiner Trommel; hört er, daß sie mit den anderen nicht harmoniert, so geschieht für den Neuling etwas recht Merkwürdiges: mit langen Sätzen ist der Musiker davongeeilt; schon im nächsten Augenblick springt er mit noch längeren Sätzen wieder heran, in der Linken jetzt ein derbes Bündel trocknen Strohes, in der Rechten einen Feuerbrand aus der nächsten Hütte schwingend. Schon liegt das Stroh zu einemHaufen getürmt auf dem Boden, flammt lichterloh auf, und schon haben auch alle Kapellenmitglieder ihre Instrumente mit dem unteren, offenen Ende in den Bannkreis der hoch auflodernden Flamme gebracht. Dort verbleiben die Trommeln verschieden lang, die eine nur Sekunden, die andere große Bruchteile von Minuten. Hin und wieder wird mittels Anschlagens geprüft, ob durch das Austrocknen des Trommelfelles die richtige Tonhöhe erreicht worden ist. Endlich ist die richtige Stimmung da, das Trommeln beginnt.

Yao im Masewekostüm.

Yao im Masewekostüm.

Im selben Augenblick rast es auch schon heran; in eine dichte Staubwolke gehüllt, nahen sie, Männer, Jünglinge, Knaben in nicht endenwollender Schar. Sie sind alle in derselben Weise aufgeputzt: an Fußknöcheln und Unterschenkeln dichte Bündel von Masewerasseln, um die Hüfte einen dichten Schurz von Fellstreifen und Baumblättern. Vor der Musikkapelle auf dem Festplatz angelangt, ordnet sich der Haufen ganz von selbst; im Gänsemarsch trotten sie einher, einer hinter dem andern; die Reihe schließt sich zum Kreis. Dieser wogt hin und her, links herum, rechts herum; es ist erstaunlich, wie gleichmäßig und exakt die Bewegungen von jedem einzelnen, selbst von dem jüngsten Knaben ausgeführt werden.

Negertänze scheinen nirgends am Überfluß großer Überraschungen zu leiden; dies muß am Erdteil liegen. Dieser ist, wenige begnadete Stellen ausgenommen, langweilig, und auch die Tänze seiner Bewohner sind monoton. „Ganz recht,“ könnte einer dieser Neger einwenden, „aber ist denn euere Polka und euer Walzer, ihr Weißen, vielleicht abwechselungsreicher als unsere Ngoma? Drehen sich eure Paare nicht etwa auch ganz gleichmäßig dahin?“ So ganz unrecht dürfte unser schwarzer Kritiker wohl nicht haben. Während mir derartige ketzerhafte Gedanken durch den Sinn fahren, hat sich das Bild wenigstens etwas zu seinem Vorteil verändert: der Kreis hat sich in Gruppen aufgelöst, die sich durch die merkwürdigsten Beinbewegungen zu übertreffen suchen; hier sind ja alle Tänzer überhaupt Beinvirtuosen. Die eine Gruppe schwebt auf den Zehen dahin, die andere ahmt den würdevollen Gang irgendeines Watvogels nach; wieder eine andere wippt fröhlich zwischen den übrigen Gruppen hindurch; eine vierte marschiert mit vollkommen steifen Beinen dahin. Längst ist mein letzter Film zu Ende gegangen, aber noch immer tummelt sich der Haufen in der einmal angebrochenen Lust weiter. Schließlich geht auch diese „Nummer“ zu Ende; die Kapelle liefert nur noch scheußliche Mißtöne; ich selbst bin vom langen Stehen ermüdet, Knudsen klagt über die ersten Fiebersymptome; das Fest ist zu Ende.

Die Vorführung solcher Beschneidungstänze bringt es naturgemäß mit sich, daß mein Interesse für diese Stammesfeste immer größer und meine Sehnsucht, sie möglichst genau sehen und studieren zu können, immer stärker wird. Wie sollte es auch anders sein, wenn zu allen diesen fremdartigen Vorführungen der Männer und Knaben selbst noch Faktoren hinzutreten wie die beiden folgenden.

Wie üblich unternehme ich eines Nachmittags meinen Studienbummel durch die nähere und weitere Umgebung von Chingulungulu. Wir haben bereits einige ganz interessante Grabaufnahmen gemacht, das Äußere und Innere einiger entlegener Gehöfte studiert und wollen unsnun damit vergnügen, den Vegetationscharakter des Pori auf die Platte zu bannen. Einer hinter dem andern kämpfen wir uns durch das hohe Gras und das hier ausnahmsweise dichte Unterholz. Da stehe ich plötzlich vor einer kleinen Lichtung; sie mißt vielleicht nur 15 bis 20 Meter im Durchmesser, ist kreisrund und nur von vereinzelten Sträuchern besetzt. Aber was ihr den Stempel des vollkommen Einzigartigen aufdrückt, das sind zwei Kreise von Baumstümpfen, die sich konzentrisch um einen weiteren Baumstumpf als Mittelpunkt gruppieren. Die Dinger sind nur 25 bis 30 Zentimeter hoch, oben ganz glatt horizontal abgeschnitten und laden damit förmlich zum Sitzen ein. Einstweilen habe ich natürlich nichts Eiligeres zu tun, als dieses seltene Objekt auf meine Platte zu bringen, zu Hause aber müssen Matola und die übrigen „Gelehrten“ Auskunft erteilen. Diese ist kurz; die Baumstümpfe seien Stühle für die Wari, die Knaben während der Beschneidungsperiode von einem bestimmten Momente ab; der Mittelschemel aber sei der Sitz für den Lehrer, dem der Unterricht der Knaben während ihres mehrmonatigen Aufenthaltes in einer besonderen Waldhütte nach der Beschneidung übertragen ist. „Also eine Waldschule im besten Sinne des Wortes“, denke ich; die anderen aber setzen hinzu, die Hütte habe dicht dabei gelegen; sie bestehe aber nicht mehr, denn das Unyago, bei dem sie den Knaben als Wohnhaus gedient habe, habe schon vor einiger Zeit stattgefunden.

Es ist ein anderer Frühnachmittag; Knudsen und ich sitzen unter unserer Barasa und pressen uns mit beiden Händen die Schläfen; der Kopf will uns auseinanderplatzen. Das ist jeden Mittag so, so daß wir uns im Grunde genommen weiter gar nichts mehr dabei denken. Es ist aber auch in den letzten Wochen mit jedem Tage heißer geworden; unter 31°Czeigt das Thermometer an keinem Mittag; heute aber sind es schier 34°. Da ist der fürchterliche Kopfschmerz kein Wunder. Fluchend haben wir beide unserem gerechten Zorn auf den schwarzen Erdteil Luft gemacht; gerade bin ich dabei, uns beiden die Beruhigungszigarre in den Mund zu stecken,da nahen zwei schwarze Gestalten. Akundonde ist es, der Weise unter den Yao, und sein Minister Akumapanje. An Akundonde haben wir in unserer Not um Gewährsleute geschickt; jetzt ist er gekommen, trotzdem es ihm schlecht geht; er hat die übliche vernachlässigte Wunde am Bein und kann nur mühselig am Stabe humpeln. Um so anerkennenswerter ist seine Marschleistung von über vier Stunden und sein so opferfreudig betätigter guter Wille.

Akundonde bekommt Knudsens Liegestuhl; der andere setzt sich auf eine Reisekiste. Viel zu lang für mich ungeduldigen Neuling ist das Hin und Her über belanglose Nichtigkeiten; ich bringe denn auch mit einigem Geschick und vielem Glück bald die Unterhaltung auf volkskundliche Fragen. Wie es so geht, sind wir dabei sehr bald bei den allerentlegensten Dingen, bei dem Verhalten der Eingeborenen bei Mondfinsternissen, dem Niederfallen von Meteoren, auch beim Monde. Meteore gelten den Yao als eine böse Vorbedeutung; wenn man sie platzen hört, dann sagen die Leute: „In diesem Jahre wird entweder ein großer Häuptling sterben, oder aber es werden sonst viele Leute zugrunde gehen.“ Verfinstert sich aber der Mond, dann gilt ein solches Phänomen hier, ganz in der Denkweise aller einfachen Völker, als eine persönliche Begegnung zwischen ein paar Feinden. Des Mondes Feind ist natürlich die Sonne; beide fassen einander grimmig an und ringen miteinander. Da beide gleich stark sind, bleibt der Kampf unentschieden. Dies zwingt den Menschen zum Eingreifen; eilends laufen die Yao davon, holen Hacken und Beile herbei und schlagen damit gegeneinander. Dabei rufen sie, zu dem Kampfplatz aufschauend:

„Mlekắngăne, mlekắngăne, mwēsi na lyūwa, mkamulene. Mlekangane, mlekangane sambáno.“

Das heißt zu deutsch:

„Geht auseinander, geht auseinander, Mond und Sonne. Ihr habt einander gefaßt. Geht auseinander, geht auseinander, jetzt gleich.“

Es ist nur logisch gedacht, wenn auch Sonnenfinsternisse als eine derartig persönliche Begegnung zwischen Tages- und Nachtgestirn aufgefaßt werden. Sie werden in derselben Weise behandelt.

Der Vollmond mit seinem bleichen Licht übt auf die Negerseele denselben magischen Einfluß aus wie auf das Gemüt eines jeden andern Sterblichen, nur daß unser schwarzer Bruder nicht nach unserer Weise gefühlvoll schwärmt, sondern ganz im Rahmen seiner sonstigen Denkweise die günstige Gelegenheit benutzt, seinen Medizinen und Zaubermitteln eine erhöhte Wirkungskraft zu verschaffen. Wenn die Scheibe des Mondes ihre vollständige Kreisform erreicht hat, wandelt der Neger, mit einer ausreichenden Menge eines bestimmten Harzes, Ubani genannt, versehen, an den nächsten Kreuzweg oder an eine Weggabelung. Unter vollständigem Schweigen macht er mit Hilfe des Urfeuerzeuges der Menschheit, dem später noch zu schildernden Bohrstab und Bohrbrett, ein frisches Feuer an. Erst glimmt das Bohrpulver nur schwach, selbst dem scharfen Auge des Wilden kaum bemerkbar. Vorsichtig bläst er das feine Fünkchen weiter und weiter an. Es wird zum Funken, greift auf das Strohbündel über und ergreift auch die Handvoll trocknen Holzes; hellauf schlägt die Flamme. Auf sie streut er jetzt sein Pulver; die reine Flamme des Feuers trübt sich; dichter, schwelender Rauch steigt auf. Da greift der Mann nach seinen Zaubermitteln, den Amuletten, die er an Hals, Armen und Leib zu tragen pflegt; er hält sie in den dichten Rauch und spricht: „Du Mond, vor kurzem warst du noch nicht da, da war der Himmel dunkel; jetzt aber bist du da und scheinst voll hernieder. Alle Tiere und Pflanzen freuen sich und haben durch dich neue Kraft; so möge auch meine Daua neue Kraft bekommen.“ Und dann betet er: „Möge die Medizin meinen Körper schützen vor Löwen und vor Schlangen, vor Zaubermitteln und vor allem, was mir schaden könnte. Auch neue Kraft möge ich in meinen Leib bekommen.“ Noch einmal schwingt der Mann seine Talismane durch den Rauch; dieser wird jetzt dünner und durchsichtiger, auch das Feuer sinkt in sichzusammen. Unhörbar wie er gekommen, schleicht der Mann seiner Hütte zu.

Da wir einmal bei der Zauberei angelangt sind, bleiben die drei Volkskundigen, Knudsen und die beiden Neger, auch gleich bei diesem Kapitel; sie sprechen vom Knotenknüpfen, und Akundonde erzählt, wie ein Mann hierzulande, wenn er Absichten auf ein bestimmtes Mädchen hat, einen Rindenstreifen hernimmt, ihn zu einer Knotenschleife schürzt und zu ihr folgendermaßen spricht: „Du Baum, du heißt Sangalasi (Freude), du sollst mir jenes Mädchen holen; zum Zeichen aber, daß dem so sein soll, schließe ich meine Worte in dich hinein.“ Damit nimmt er die Öffnung der Knotenschleife vor den Mund, steckt die Zunge durch sie hindurch und zieht die Schleife zu. Die Rinde mit dem Knoten trägt er dann als Unterarmband.

Der von Akundonde geschilderte Vorgang ist an sich einfach und harmlos, aber er eröffnet den Ausblick auf ein ganzes, großes Kapitel der Völkerpsychologie. Die Knüpfung eines Knotens bedeutet in der Tat in vielen Schichten der Menschheit etwas Magisches; die bindende Kraft des Knotens wird leicht auf bestimmte Personen übertragen, und wie der Knoten in sich unauflöslich ist, so ist auch jene andere Person, sofern ich den Knoten nach bestimmten Regeln und unter Befolgung bestimmter Zeremonien geknüpft habe, unauflöslich an mich gefesselt.

So sehr mich diese Sachen interessieren und so gern ich noch mehr von ihnen gerade aus dem Munde des Dreigestirns: Knudsen, Akundonde und Akumapanje gehört hätte, so sehr drängt es mich doch, einstweilen mehr von dem vielbesprochenen Unyago zu vernehmen. Ich bringe die Rede darauf, aber die beiden Neger weichen geschickt aus. Da fange ich einen Blick des alten, kranken Häuptlings auf, wie er suchend unseren Arbeitsraum durchmustert. Der Mann hat Durst, denke ich halblaut, und schon fährt mir die Erinnerung an die letzte Dedikation des schwarzen Pastors Daudi durch den Sinn. Dieser hat uns vor einigen Tagen einen der üblichen riesigen Töpfe mit Pombegeschickt, aber diese Pombe ist nichts für unsere verwöhnten Zungen; sie schmeckt gar zu muffig. „Für die beiden alten Sünder wird sie wohl noch gut genug sein“, sage ich zu Knudsen. Den Norweger müssen wohl ähnliche Gedanken bewegt haben, denn er faßt meine Idee sofort auf, holt aus seinem Zelt ein gewaltiges Blechgefäß, taucht es tief in die gelbe, gärende Flüssigkeit und kredenzt es Akundonde. Dieser nimmt den Becher, trinkt aber nicht, sondern reicht ihn seinem Begleiter. „Ist das ein höflicher König!“ denke ich bei diesem Anblick; als ich aber im gleichen Augenblick sehen muß, wie vorsichtig Akumapanje seine Lippen in die Pombe taucht, da wird mir’s klar: es ist eine altüberkommene Sitte, hervorgegangen aus dem angeborenen Mißtrauen des Negers, der zwar nicht überall Gift, wohl aber überall Zauberei wittert und fürchtet. Jetzt soll sich der mögliche Zauber auf das Haupt des Dieners entladen.

Akumapanje hat, nachdem er ein weniges gekostet, den Becher an Akundonde zurückgereicht; mit einem Zuge hat dieser das umfangreiche Gefäß geleert. Wenige Sekunden später befindet es sich bereits wieder am Munde des „Ministers“. Ein riesenlanger Zug; auch er hat es seinem Meister nachgetan; das Gefäß ist leer. In diesem Tempo gehen Trunk und Gegentrunk eine Weile weiter; mit einem aus Neid und Bewunderung gemischten Gefühl verfolgen wir beiden Europäer diese Leistungsfähigkeit. Doch mir fällt wieder unser ethnologisches Endziel ein; und siehe da, was vorher unmöglich schien, jetzt geht es spielend. Mit geläufiger Zunge berichten die beiden, einander gegenseitig ergänzend, über die allgemeinen Züge des Knaben-Unyago, über die Einrichtung, daß das Fest wechsele, was mir durchaus nichts Neues mehr ist; sodann über das Einleitungsfest, bei dem für die zu beschneidenden Knaben eigens Hütten um den Festplatz herum errichtet werden, und wie die Knaben nach diesen Vorbereitungen schließlich in eine im tiefen Walde gelegene besondere Hütte geführt werden, um dort der Operation unterzogen zu werden. Über dies alles bin ich schon durch Knudsen einigermaßen unterrichtet, der sich im Laufe seinesvieljährigen Aufenthaltes unter den Wayao eine bewunderungswerte Kenntnis ihres Volkstums angeeignet hat und den ich in jeder freien Minute mit einer Beharrlichkeit auspresse, daß der gute Nils schon oftmals mich oder sich ganz wo anders hingewünscht hat, als wo wir beide uns augenblicklich befinden.

Jetzt endlich kommen die beiden immer redseliger gewordenen Männer, die bei ihrem Eilzugtempo des Ganzentrinkens schon tief in das Pombefaß hinuntertauchen müssen, auf ein Gebiet, über das Knudsen sehr wenig unterrichtet ist, das aber mich am allermeisten fesselt. Es ist der mehrmonatige Unterricht der Knaben in jener Waldhütte durch ihre Anamungwi, die Mentoren, von denen jeder Knabe des Landes von seiner Mannbarkeitsperiode an einen besitzt. Diese Mentoren sind unstreitig eine der sympathischsten Einrichtungen des ganzen hiesigen Volkstums; sie halten ihre Hand über ihren Schützling in jeder Lebenslage, geleiten ihn durch die Schmerzenswochen des Unyago hindurch, unterrichten ihn dort über Schickliches und Unschickliches, und sie bleiben für das Wohlverhalten ihres jungen Freundes auch weit über dessen Jugendstadium hinaus verantwortlich. Mir kam es an jenem denkwürdigen Nachmittage vor allem darauf an, den wesentlichen Inhalt des Moralunterrichts in jenem Waldhause zu erfahren. Ganz ist das große Werk nicht gelungen; doch daß ich wenigstens das Fragment aus der Rede eines solchen Mentors wortgetreu habe niederlegen können, erfüllt mich schon mit großer Freude und Genugtuung.

Einige besonders wohlgefüllte Becher haben die letzten Bedenken der beiden trinkfreudigen Gewährsmänner behoben; ein letztes Anspornen durch Nils Knudsen, dann hebt Akundonde mit lehrhaftem Tone an:

„Mwe mari, sambano mumbēle. Atati na achikuluwēno mnyōgopĕ. Nyumba kasamyinyira tinyisimana chimtumbánăgá. Wakoongwe mkasa yogopa; mkagononau, mesi akayasináu. Imālagắ akamtī́kĭté; imālagắ akamila muchisiĕ́: masakam. Munyitikisie:marhaba. Mkuona mwesi sumyṓgopé, ngakawa kuulala. Kusimana timchiŭá. Miasi jere kogoya. Jerueli winyi.“

In deutscher Übersetzung:

„Du, mein Lehrling (Schüler), jetzt bist du beschnitten. Deinen Vater und deine Mutter, ehre sie. Ins Haus gehe nicht unangemeldet; du möchtest sie sonst treffen in zärtlicher Umarmung. Vor Mädchen mußt du keine Angst haben; schlaft zusammen; badet zusammen. Wenn du fertig bist, soll sie dich kneten; wenn du fertig bist, soll sie dich grüßen:masakam. Dann antwortest du:marhaba. Bei Neumond nimm dich in acht; dann würdest du leicht krank werden. Vor Kohabitation während der Regel hüte dich (du würdest sonst sterben); die Regel ist gefährlich; (sie bringt) Krankheiten viele.“

So schön und vollständig wie hier auf dem Papier sah nun meine Niederschrift im ersten Augenblick keineswegs aus; dem Neger ist es schon in nüchternem Zustande nicht gegeben, seine Sätze sozusagen auseinander zu pflücken und stückweise zu diktieren, hier bei den fidelen beiden alten Sündern aber war es ein Problem. Dennoch haben wir es gelöst bis zur unabwendbaren Katastrophe.

Zwischen je zwei Sätzen haben die beiden sich unentwegt gestärkt; sie sind dabei gerade bis zu den Wirkungen der weiblichen Menses auf das andere Geschlecht gekommen. Etwas unsicher taucht Akumapanje den Becher der Lust wieder tief in den Bauch des Riesentopfes hinunter. Was muß er hören? Ein kratzendes Geräusch. Seine Hand fährt in anderer Richtung durch den Raum des Fasses dahin; dieselbe Wirkung. Mit unsäglich dummem Gesicht hebt Seine Exzellenz den Becher zum Licht; er ist fast leer; er kann auch nicht mehr gefüllt sein, denn die beiden Jubelgreise haben in ihrer Begeisterung das ganze riesige Quantum von wohl über 20 Liter auf einen Sitz ausgetrunken. Mit der wunderbaren Logik des Bezechten halten sie sich aber zu weiteren Ansprüchen berechtigt; sie sind daher über den Mangel weiteren Stoffes sehr entrüstet. Unter keinen Umständen sind sie zur Fortsetzung ihres Unyagokollegs zu bewegen,sondern ziehen beleidigt ab. Das hat man also von seiner übergroßen Gastfreundschaft.

Die hier wiedergegebene Ansprache, die ich unter Mithilfe von Knudsen, Daudi, Matola und einigen anderen Intelligenzen ins Deutsche übertragen habe, soll für alle Unyagofeierlichkeiten nach Inhalt und Form feststehen. Dies wird schon richtig sein, denn ich wüßte nicht, was mehr aus dem Herzen des Negers herausgesprochen sein könnte als gerade diese Vorschriften. Sie sind eine seltsame Mischung von hygienischen Regeln und moralischen Unterweisungen; zugleich steckt in ihnen ein gut Stück uralten, aber noch immer geübten Volkstums. Damit meine ich das Verbot für den Jüngling, nach der Aufnahme in die Schar der Erwachsenen noch das mütterliche Haus unangemeldet zu betreten. Wir leben hier in Ostafrika ganz im Gebiet des Mutterrechts; da gilt der Vater nichts; er ist sozusagen nur angeheiratet. Er ist zwar der Vater seiner Kinder, doch kaum ihr Verwandter; er gehört eben einer anderen Sippe an. Diese Sippe ist, wie dies innerhalb der Welt der Naturvölker so außerordentlich oft wiederkehrt, exogamisch, d. h. ein Jüngling kann ohne weitere Schwierigkeiten ein Mädchen aus jeder andern Sippe seines Stammes heiraten, nur nicht aus seiner eigenen. Dieses Eheverbot geht sogar so weit, daß der junge Yao die Nähe seiner nächsten Sippengenossinnen möglichst zu meiden hat; es sind dies eben seine nächsten Verwandten in Gestalt seiner Mutter und seiner Schwestern. Daher die Vorschrift, sich bei der Annäherung an das mütterliche Haus zum mindesten erst zu melden.

Außerordentlich sympathisch muß uns wohlerzogene Europäer die auch hier wiederkehrende Betonung des Respekts vor Vater und Mutter berühren. Diese Achtung vor den Eltern und vor allen Erwachsenen überhaupt ist, wie man mir immer wieder erzählt hat, der Haupt- und eigentliche Grundzug der hiesigen Volkspädagogik; ihre allgemeine Durchführung seitens der Jugend soll nach Knudsen auch der hervorstechendste Zug im Verkehr der Jungen mit den Alten sein.Wir Europäer könnten in dieser Beziehung sehr wohl von den Negern lernen, meint Nils, der zu einem Urteil zweifellos berechtigt ist.

Aber um meine Unyagorede bin ich trotz aller guten Eindrücke von den Erziehungsmaximen der Neger nun doch gekommen, und daran ist der allzu große Pombetopf des guten Daudi schuld. Es wird schon nicht anders gehen: wenn der Berg nicht zu Mohammed kommt, muß Mohammed zum Berge gehen. Akundonde hat erklärt, er müsse heim, um neue Daua auf seinen Fuß zu legen, er könne unmöglich wiederkommen; so werden wir wohl oder übel den alten Herrn in seiner eigenen Residenz aufsuchen müssen.

Yao-Masewe in Mtua.

Yao-Masewe in Mtua.


Back to IndexNext