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Etliche mit je zwei Pferden bespannte Leiterwagen führten die Gesellschaft und die Kähne durch die Nacht. Ulrich versuchte ein harmloses Geplauder mit der neben ihm sitzenden Nick. Sie blieb aber einsilbig. Er schob es auf den zu kurzen Schlaf und schwieg rücksichtsvoll. Ihr war es eine Wohltat. Fröstelnd wand sie sich tiefer in ihren warmen Mantel und spann an ihrem nächtlichen Traum weiter. Wie ist das Menschenherz sonderbar! Wir leben Jahre mit andern, wir glauben sie zu lieben. Da tritt ein bisher Unbekannter hervor und ist uns in einer Stunde so viel, daß die bisherigen wie Schatten versinken. Ist es nicht ein schlechtes Herz, das dieser Umwandlung fähig ist? –

Aus ihrem Halbschlummer weckte sie ein Lied.

»Wie herrlich strahlt der Morgenstern!O, welch ein Glanz geht auf vom Herrn,Wer wollte sein nicht achten!«

»Wie herrlich strahlt der Morgenstern!O, welch ein Glanz geht auf vom Herrn,Wer wollte sein nicht achten!«

sangen Burschen und Mädchen.

Nick schaute in ein überwältigend schönes Bild. In funkelndem Glanze hob sich der Tagstern über eine dunkle Waldwand empor. Sieghaft schwebte er durch das Morgenrot, in dessen Widerschein die Erde wie ein blühendes, glühendes Mohnfeld von unendlicher Weiteerschien. Eine Wegbiegung! Unter den Blicken lag der Rhein, wie ein Strom rotbrennender Rosen.

Jetzt waren sie am Rheinfall angekommen. Im Frühlicht bot er ein eigenartig sanftes Schauspiel. Es war, wie wenn Scharen weißer Schwestern in sanften Flügen nieder- und aufwärts reigten, eine leis die andre ziehend, alle geheimnisvoll verkettet und verbunden. Nur das Knattern, Brausen und Donnern verriet die ungeheure Wucht der Wogen. Der erste Sonnenstrahl fiel auf den Sturz und spannte einen Regenbogenschimmer darüber hin.

Beim Inselschlößchen Wörth wurden die Weidlinge von den Wagen ins Wasser gesetzt. Die Burschen steckten ihre Fahnen darauf, und die Mädchen ordneten die Blumengewinde. Etwas steif stand Nick daneben, sie hätte nicht zugreifen können, und in der scharfen Kühle bebten ihr die Zähne. Wo blieb Junghans? – Da holte er sie in das Schlößchen zu einem Frühstück, dampfendem Kaffee und heißer Milch. »Er hat doch stets die besten Einfälle!« riefen die andern Mädchen. In der Wirtschaft entstand ein Sturm um den Morgenimbiß. Er aber bemühte sich weiter um Nick, ließ sich von einem Knecht Decke und Wärmflasche reichen, schenkte ihm für den kleinen Dienst freigebig ein neues Frankenstück und hüllte sie auf ihrem Sitz im Kahn vom Scheitel bis zu den Füßen in das linde, dicke Tuch, daß ihr nur das Gesicht aus dem Rahmen schaute wie einer Nonne.

Dankbar stieg in ihr ein Gefühl molligen Umsorgt- und Geborgenseins auf. Von all den Burschen war der frische, treuherzige Ulrich derjenige, der am aufmerksamstenund umsichtigsten zu seiner Begleiterin sah. Und sie hatte die ganze Nacht, den ganzen Morgen nur an John Wildholz gedacht! Was war der ihr aber gerade noch über den Weg gekommen vor der Fahrt, auf die sie sich so sehr gefreut hatte? Ohne seine Dazwischenkunft wäre sie mit sich selber herzeinig geworden und mit Ulrich, über dessen Liebe in ihr kein Zweifel mehr obwaltete. Wie wäre sie für immer geschützt und geborgen bei dem treuen starken Manne, sie, die fast mittellose Waise, die vielleicht bald vom Rhein ziehen mußte und nicht wußte wohin.

Starke Arme trieben die wogenden Kähne hinaus in den Strom. Nick saß zuhinterst, im dritten, neben ihr stand Ulrich und überwachte und leitete die Ausfahrt.

Nun hatten die Boote die Mitte erreicht, tanzten flußab, und wie ein weißes Donnerwetter verschwand hinter ihnen der Rheinfall. Um die Wasser flimmerte das junge Buchenlaub der Stromhalden. Ein Heimatlied ertönte aus frischen Kehlen. Wohltätig breitete die höher steigende Sonne ihre Strahlen über die Flut, Kopftücher fielen, Mäntel verschwanden, helle Sommerkleider wurden sichtbar, Strohhüte mit breiten Rändern wiegten sich auf den blonden und braunen Scheiteln der Mädchen, fröhlicher wurden die Gesichter, heller das Gespräch und Lachen. Auch Nick schlüpfte aus Decke und Mantel wie der Schmetterling aus der Puppe. Sie trug einen schöngeschwungenen Strohhut und ein Kleid mit einem schmiegsamen Mousseline-Einsatz, der ihren schlanken Hals und Nacken auf das zarteste umgab. Sieghaft hatte sie die Beklemmungen des Frühmorgens überwunden,und wenn Ulrich sie auf ein Naturbild aufmerksam machte, hatte sie dafür ein dankbares, zustimmendes Lächeln.

Aus dem Grund der tiefblauen Flut tönte ein siedendes Geräusch, das Wandern des Kieses, da und dort glitten die Boote über silberne Wirbel, die mannigfaltig gekrümmt in die Tiefe hinabstiegen, in mächtigen Schwällen drängten die Wasser wieder empor, brodelten und schlugen weiße Wellen. Geheimnisvoll war das Tierleben mit leisen und lauten Tönen lebendig. Aus den hellen Buchenschlägen am Ufer riefen die Sänger des Waldes, in lichten Gruppen alter Eichen hatten die geselligen Reiher ihre Nester gebaut, und mißbilligend schauten sie auf den Einbruch der Menschen in ihr stilles Reich. Am Rande fischte der Storch, Schwärme von Wildenten ließen die Weidlinge dicht an sich herankommen, stoben mit erschrecktem Schnattern empor und flüchteten in Zickzackreihen stromabwärts. Am Himmel kreiste der Weih und warf seine Stimme in die Stille der Landschaft, als riefe er: »Ich bin der König.« Eisvögel schwirrten wie blaue Lichter in der Sonne, weiß- oder gelbbäuchige Bachstelzen wippten auf den Ufersteinen. Da und dort sprangen kleine Fische aus der Flut: hinter ihnen jagte der Hecht, glänzte weiß auf und schnappte die ermüdete Beute, ein Bild des ewigen Kampfes im Strom. Still aber im Frühlingsfrieden lagen die Uferlandschaften und atmeten den Hauch der Menschenferne. Bald links, bald rechts stellte sich ein einsames Gehöft auf die Halde, und wo der Uferrand flach war, sah man die Umrisse und Giebel altertümlicher Bauerndörfer.Aus ihren Kaminen stieg der blaue Rauch in die Luft, und von fernher zitterten Glockentöne. Dann nahmen hohe Stromhalden den Blick wieder gefangen, in Einsamkeit wallte der Fluß.

Ein Freudenruf ging von Boot zu Boot, wie von selber begann die Gesellschaft das Lied zu singen: »Unsere Berge lugen ins Land!«

Der Rhein hatte sich unbemerkt nach Süden gewandt, den herrlichen Schneebergen entgegen, von denen er kam. In überirdischer, leuchtender Schönheit schwebten sie mit ihren Silberschildern herein in den Rahmen der grünen Ufer, über dem Strom standen sie, als würde er in sie hineinfließen. Sie zogen sich in leiser Bewegung bald rechts-, bald linkshin wieder hinter die Ufer zurück und gaben im Flußausschnitt andern glänzenden Schneegestalten Raum, bald den Häuptern des Glarner Hochgebirgs, bald den Alpen des Vierwaldstätter Sees und dem Urirotstock mit seiner fern herüberstrahlenden Firnwanne. Wieder waren es die Glarner Alpen, wieder die Berge des Gotthards. Nun aber leuchteten die Spitzen des Berner Oberlandes, Wetter- und Finsteraarhorn, Jungfrau, Mönch und Eiger zwischen die Waldborde herein, je nur eine Spitze auf einmal, jede aber wie ein Traum der schönheitsdurstigen Weltseele. Und selber ein Wunder der Schöpfung wallte der Rhein in die unendliche Pracht.

Nick war hingerissen. Wenn jetzt nur niemand spricht, nur niemand mich stört, daß ich die Bilder für mein ganzes Leben erfassen kann! Lange ließ Ulrich die Träumerin gewähren und hielt stumm Ausschau überdie Schiffe. Als er ihr aber wieder die blauen Augen zuwandte, brach sie selber das Schweigen. Sie sagte begeistert: »Wie kann ich Ihnen danken, Herr Junghans, daß ich durch Ihre freundliche Einladung so viel Unvergeßliches sehen darf.« Er überlegte einen Augenblick, ein mutiges Lächeln spielte um seinen Mund. »Ich bin ja so glücklich, daß Sie meiner Bitte gefolgt sind. Aber Nick, wir wollen doch zum Du unserer Jugend zurückkehren. Alle Burschen und Mädchen hier sind unter sich Freunde und brauchen gegeneinander das Du. Nur wir nicht!« Ja, das hatte sie auch schon bemerkt. Sie wurde rot und streckte ihm die Hand hin: »Also – Uli!« Auf dem Gesicht stand ihm die Freude.

Von den fernen Schneebergen überleuchtet entfaltete sich eine neue Landschaft. Auf schmaler Landzunge erhob sich ein altersgraues, hölzernes Kirchlein, um das sich die Wellen sänftigten wie Tiere, die sich zu Füßen ihres Herrn legen. Dahinter ragten aus Baumkronen eine alte Abtei und die Doppeltürme eines Münsters. Es war ein Bild, als sei hier ein Jahrtausend stillgestanden. In mancherlei Windungen, wie wenn er den alten Mönchstraum liebkosen wollte, wand sich der Rhein um die Stätte, rechtshin, linkshin, und seine Wellen sangen ein Lied wie das Gebet jenes irischen Glaubensboten, der im Schilf kniend die Weisung des Engels empfing, hier dem Evangelium einen Acker zu bereiten. – Doch was war das? Aus einem der vergitterten Fenster der Abtei reckte ein altes Weib, die grauen Haare aufgelöst, erregt die Hände und rief unverständliche, häßlich klingende Worte auf das junge Volk in den Kähnen hinab.

»Die Abtei ist jetzt ein Irrenhaus,« erklärte Ulrich gedämpft. Sie sahen noch mehr der unglücklichen Gestalten, die das Schicksal zerbrochen hatte, und fuhren still und stiller vorüber und verbargen die Scheu des Frohen vor dem Gram stumm in der Seele. Erst nach einer Weile versetzte Monika aus tiefem Nachdenken: »Vielleicht waren sie einst so glücklich wie wir!« Ein Schatten lag über ihrem Gesicht.

Nun aber glitten die Boote von der Stätte des Grauens hinweg, ein langgestreckter Bergrücken verschlang die Bilder der Alpen, ein niedriges Fischerdorf, umsponnen von Netzen, kam und ging. Wolken von Schwalben schwirrten über dem Strom und verdunkelten ihn fast, durch grüne Auen trippelte von der Linken ein Fluß daher und begrub seine eigenen kleinen Wasser in den großen des Rheins.

Frohes Leben waltete in den Schiffen. Da und dort wurde von den Paaren Zwischenimbiß gehalten, und jedes tauschte, was es besaß, freudig mit den Nachbarn. Nick und Uli ließen sich ein paar Äpfel aus dem Pfarrgarten munden. »Findest du nicht auch, daß unsere Leute sehr artig und lieb zusammen sind?« plauderte er. »Nie habe ich unsere Jugend so wohlgetan beisammen gesehen,« bestätigte sie; »es soll ein wenig dein Verdienst sein.«

Er tat, als überhörte er ihr Wort, und spähte nach vorn. Die Weidlinge wogten in eine Waldschlucht hinein. Linkshin verrieten weiße Wellen verborgene Felsen im Strom. Nun war er ganz Fahrer. »Anziehen!« rief er den Leuten seines Bootes zu. Unter ihren kräftigenRuderschlägen überholte er eilig das mittlere, erreichte mit dem Schnabel des seinen das vorderste, und mit kühnem Sprung setzte er vom einen ins andere hinüber.

»Rechts – rechts – rechts!« ertönte sein rascher, ruhiger Befehl, und nun war er selber mit stämmigen Armen an einem der Ruder. Wohl tanzten und klatschten die Schiffe in dem Gewild, aber sie vermieden die gefährlichste Strecke der weißen Schäume, und nach etlichen Augenblicken des Herzklopfens sahen die Mädchen die gefährlichen Riffe und sausenden Strudel hinter den Kähnen liegen. Sanfter fuhren die Boote auf den sich glättenden Wellen und ordneten sich wieder in der gewohnten Reihenfolge. Ulrich wischte sich den Schweiß von der Stirne und kehrte zu Monika zurück. »Wir haben die Jüngsten ins erste Schiff gestellt,« erklärte er, »es sind schon tapfere Burschen, aber in den Gliedern doch noch nicht zäh genug, um durchzuhalten. Darum bin ich vorgefahren.«

Nick schaute ihn groß und freundlich an. Was war er für ein mutiger, besonnener Mensch, selber noch jung und doch in seinem Obmannamt der Überlegene, dem die Ältern wie die Jüngern gehorchten, – ein Schmied und Schiffer, der nicht nur daheim in der Werkstatt den Mann stellte, sondern gewiß auch im Leben sein eigenes Schicksal und das seiner Nächsten kräftig und glücklich durch die Wogen führte!

Noch sann sie. Da wogten die Weidlinge aus dem engen Waldtal hinaus, heimatlich wurde die Gegend, aus dem sonnigen Rebgelände winkte das Städtchen, und die gesamte Gesellschaft sang das Lied: »Wennweit in den Landen wir zogen umher!« Im Nu schossen die Schiffe an den ersten Häusern vorüber und der Brücke entgegen, aus deren Öffnungen so viele Köpfe und Hände grüßten, als die Räume zu fassen vermochten. Weiße Tüchlein wehten, Päckchen, die an ausgeworfenen Schnüren bereit gehalten waren, fielen in die Kähne und schütteten einen Segen von Bretzeln und anderm Gebäck unter das junge Volk. Wie Pfeile schossen die Kähne zwischen den Jochen der Brücke hindurch, und es wiederholten sich von der andern Seite der mächtigen Bretterröhre die Grüße und Gaben.

Am Ende des Städtchens, aus dessen Stockwerken überall sonntagsfreudige Menschen winkten, wehte am Ufer eine Fahne: das Zeichen, daß man anlegen möge. Neugierig fuhren die Schiffer herzu. Große Überraschung! Der Gemeinderat hatte an die Gesellschaft gedacht und ließ ihr eine Spende Wein reichen, jedem Paar eine von Spinnweb bedeckte Flasche. Das Geschenk hob die Stimmung.

Die Schiffe tanzten wieder in den Strom hinaus. Hinter einer Krümmung des Flusses entschwand das Giebelgewirre. Da hörte Nick das Wort: »Dort geht ja unser neuer Verweser!« Eine Blutwelle stieg ihr ins Gesicht, sie sah ihn. Er kam wohl eben vom Gottesdienst und schritt hochhäuptig und gelassen den gleichen Feldweg, den sie gestern abend miteinander gegangen waren. Nun bemerkte er die Fahrenden, hörte ihre Zurufe, stellte sich ans Ufer und erwiderte ihre Grüße mit leutseliger Höflichkeit. Schon hatten die Weidlinge den einsamen Spaziergänger überholt, aber um Nick hatte seineErscheinung wieder den gleichen Gedankenzauber wie gestern gewoben. Sie sah die Frühlingswälder nicht, an denen die Kähne vorüberschwebten, auch nicht die alte malerische Mühle am Uferwinkel, neben der ein Flüßchen in den Rhein hineinplauderte, und als Ulrich das Wort an sie richtete, schrak sie zusammen.

Er merkte, daß er sie aus einer andern Welt gerissen hatte, sie jedoch faßte sich rasch und lächelte ihn an: »Gelt, ich bin ein zerfahrenes Ding, im wogenden Kahn träumt sich's so schön!« Da war er schon wieder zufrieden.

Der Rhein verbreiterte sich, mit den Rudern half die Mannschaft den Schiffen durch die schwache Strömung nach. Aber nun sammelte sich der Fluß wieder zu lebhaftem Gewoge, es winkte der altersgraue, mächtige Turm von Kaiserstuhl, eine Brücke warf sich über den Strom. Geruhsame Zollwächter, links schweizerische mit roten, rechts deutsche mit grünen Aufschlägen, genossen das seltene Schauspiel, daß wieder einmal Boote mit fröhlichem Volk auf dem Rhein fuhren, und das an der Uferhalde klebende Städtchen eilte zu Haufen herbei, um die fröhlich landende Gesellschaft zu begrüßen.

Ein Zug ordnete sich. Bald saß die Jugend im Saal des altstattlichen Gasthauses zur Krone an den im Hufeisen angeordneten Tischen und ließ sich als Vorspeise ein mit grüner Petersilie überstreutes, knusperiges Fischgericht schmecken. Auf einer kleinen Empore stimmten ein paar Geiger ihre Instrumente und weckten in den Herzen der Mädchen die Vorfreude am Tanz, der ihnen doch am gesamten Feste als das Wesentlichste erschien.

Nick saß zwischen Ulrich und Heller, dem jungenManne, der bei ihr wegen des Ringes vorgesprochen hatte und als der kommende Obmann galt. »Wie die Präsidentin!« lachte sie übermütig. »Aber so kommt's, wenn man die Eingeladene des Obmanns ist.«

Schon war die erste Eßlust gestillt. Die bedienenden Mädchen brachten den edlen Wein, den der Gemeinderat von Eglisau dem Verein hatte überreichen lassen. Er perlte in den Gläsern und warf den blinkenden Stern.

Da erhob sich Rudolf Heller, gebot Ruhe und sprach: »Lieber Obmann, werte Fahrer und Eingeladene! Ich weiß am besten selber, daß ich ein schlechter Redner bin, und Ihr wißt ja ohne meine Worte, wem das heutige Festchen gilt. Unserm scheidenden Obmann Ulrich Junghans. Seit drei Jahren gehörte er als treues und eifriges Mitglied unserm Verein an, im letzten als Oberfahrer und Obmann. Seit der Verein besteht, blühte er nie wie unter seiner Führung. Ihr Jungen, nehmt Euch an ihm für die Zukunft ein Vorbild! Dann steht es um unsere Gesellschaft immer gut. – Was wir aber bei deinem Abschied empfinden, lieber Freund, das will nicht ich mit meiner kleinen Rednergabe dir sagen, sondern das hat auf meine Bitte deine Nachbarin zur Rechten, Fräulein Monika Tappoli, übernommen. Zuerst aber stoßen wir auf dein Wohl an und wünschen dir glückliche Wanderschaft!«

Nein, Rudolf Heller war kein Redner, stoßweise kamen ihm die Gedanken vom Mund, aber seine schlichten Worte wurden so redlich aufgenommen, wie sie gemeint waren.

Die Gläser klangen zusammen, am hellsten um Ulrich. Als sich aber die Gesellschaft beruhigt hatte, saß ermit rotglühenden Wangen. Ihn freute die Liebe und Treue, mit der seine Freunde an ihm hingen, und durch seine Seele jubelte der Gedanke: Was hast du für eine schöne Heimat! Sein Herz aber zitterte den Worten Monikas entgegen, die ihm mit keiner Silbe verraten hatte, daß eine Verabredung hinter seinem Rücken getroffen worden war. Heimlich tat er vor ihr Abbitte, daß ihn im Kahn ihre Zerstreutheit gekränkt hatte. Er wußte ja jetzt, was ihr durch den Kopf gegangen war: der Auftrag des Vorstandes.

Da rief Rudolf Heller: »Ich erteile das Wort Fräulein Monika Tappoli!«

Im Saal wurde es mäuschenstill. Denn von ihr erwartete jedermann etwas besonders Schönes.

Unter dem üppigen, dunkeln Kraushaar blühten ihr die Wangen, ihre dünnen Nasenflügel bebten, und einen Augenblick erschrak sie über ihre eigene Stimme. Nun aber hatte sie sich in der Gewalt. Schön ausgeschliffen fielen ihr die Strophen vom frischroten Mund:

»Leb wohl, du kleine Stadt am Rhein! –Du wanderst nun hinaus,Du fragst den goldnen Sonnenschein:»Wo ist das Glück zu Haus?«Und sieh, du bist sein guter Gast,Er hat sich dir gesellt.Doch wenn du es verloren hast,Das Glück der fremden Welt,So klopft bei dir in jeder NachtDie Heimat sorgend anUnd hält bei dir getreue Wacht,Wie es die Mutter einst getan.Sie flüstert: »Du mein junges Blut,Wie ist's um dich bestellt?Wo blieb dein froher JugendmutIm Spiel der weiten Welt?«Des Städtchens traute Giebel stehnVerträumt am Rebenhang,Du siehst im Rhein die Wellen gehn,Hörst ihren Nachtgesang.Am Strom hörst du vor Tau und TagEin helles Arbeitslied,Der eignen Werkstatt Hammerschlag,Was fehlt dir, junger Schmied?Du fährst empor: Im MorgenrotWie steht die Fremde leer!Dein Herz schreit auf nach Mutterbrot,Es schlägt dir heiß und schwer.Was träumst du armer Junge noch,Wenn fremdes Glück zerbricht?Die Heimat hält die Treue doch,Nein, sie vergißt dich nicht.Wir geben dir das Unterpfand,Wir Jugendvolk vom Rhein:Du wirst daheim im VaterlandDer stets Willkommne sein!«

»Leb wohl, du kleine Stadt am Rhein! –Du wanderst nun hinaus,Du fragst den goldnen Sonnenschein:»Wo ist das Glück zu Haus?«Und sieh, du bist sein guter Gast,Er hat sich dir gesellt.Doch wenn du es verloren hast,Das Glück der fremden Welt,So klopft bei dir in jeder NachtDie Heimat sorgend anUnd hält bei dir getreue Wacht,Wie es die Mutter einst getan.Sie flüstert: »Du mein junges Blut,Wie ist's um dich bestellt?Wo blieb dein froher JugendmutIm Spiel der weiten Welt?«Des Städtchens traute Giebel stehnVerträumt am Rebenhang,Du siehst im Rhein die Wellen gehn,Hörst ihren Nachtgesang.Am Strom hörst du vor Tau und TagEin helles Arbeitslied,Der eignen Werkstatt Hammerschlag,Was fehlt dir, junger Schmied?Du fährst empor: Im MorgenrotWie steht die Fremde leer!Dein Herz schreit auf nach Mutterbrot,Es schlägt dir heiß und schwer.Was träumst du armer Junge noch,Wenn fremdes Glück zerbricht?Die Heimat hält die Treue doch,Nein, sie vergißt dich nicht.Wir geben dir das Unterpfand,Wir Jugendvolk vom Rhein:Du wirst daheim im VaterlandDer stets Willkommne sein!«

Nick hatte das Gedicht mit steigender Wärme gesprochen und während der letzten Strophe die kleine Kapsel geöffnet. Nun nahm sie daraus den Ring und las mit fester, klarer Stimme: »Ulrich Junghans, unserm verdienten Obmann und Oberfahrer, der Rheinfahrverein Eglisau.« Unter der lautlosen Stille der andern steckte sie ihm den Reifen an den Finger, und nun brach der zustimmende Ruf der Gesellschaft los.

Die Freude strömte in das Gesicht des überraschtenUlrich. Er sollte nun selber eine Rede halten, aber er brachte nur hervor: »Ich danke Euch allen!« Wenn er weiter gesprochen hätte, wären ihm die Tränen gekommen. Nur an Nick wandte er sich noch: »Dir danke ich besonders. Das Gedicht wird mir in der Fremde ein schöner Anhalt bleiben. Wie konntest du auch so etwas aussinnen?« Seine Augen glänzten, den Ring am Finger ging er, halbtrunken vor Glück, unter den Freunden umher und drückte jedem die Hand.

Die Verse hatten aber auch den andern gefallen. Viele verwunderten sich, daß man nicht nur aus der Ferne, sondern auch aus dem bescheidenen Heimatstädtchen etwas Liedhaftes sagen könne. »Woher hat's nur die Nick?« »Von ihrem Vater! Für seine Sechseläutenzunft in Zürich, den ›Kämbel‹, hat er oft Verse gedichtet,« sagte Rudolf Heller. »Sie müssen ins Protokoll!« Ein paar Mädchen kamen und schrieben sie ab. – Nach bescheidenem Widerspruche ließ es Nick geschehen.

Nun aber wurden Stühle und Tische aus dem Saal geräumt. Die Geigen und eine Trompete setzten ein, die Paare walzten, und Nick wie Ulrich waren froh, der allgemeinen Aufmerksamkeit entronnen zu sein, und machten ein paar Runden miteinander. Nachher kam für ihn die Höflichkeitspflicht, es auch mit den übrigen Mädchen zu tun. Nick setzte sich auf eine Bank an der Wand und schaute in das lebhafte Treiben. Stets aber kamen wieder Burschen und baten sie um einen Tanz.

»Gern, aber erst später,« erwiderte sie jedem.

Die Enttäuschten zogen sich zurück. Ulrich kam wieder.

»Sonderbar, das Tanzen liegt mir nicht,« gestand sie. »Ich muß dabei an so viele Abendstunden mit meinem Vater denken, der es mich gelehrt hat. Ebenso mag ich den Burschen nicht immer Abschläge erteilen. Wenn wir ein Viertelstündchen ins Freie gingen?«

Ulrichs Herz pochte hoch, er bot ihr den Arm und führte sie aus dem Saal, durch die von einem uralten Wachtturm beherrschte Gasse das Städtchen hinab und hinaus auf die Rheinbrücke, an deren Enden die Zöllner Posten standen. Nick dachte, er wolle nur nach den Weidlingen sehen, und in der Tat stand er eine Weile und schaute in den Strom, aus dem die wasserfeuchte Luft kühl und erfrischend emporstieg, und in die dahinterragenden, von einem zarten Duft umwobenen Schwarzwaldberge. Dann aber zog er sie leise mit sich gegen das deutsche Ufer, an dem auf klippigem Hügel das Dorf Hohenthengen die grauen Giebel reckt.

Sie fragte: »Wird man uns nicht vermissen?«

»Wo denkst du hin?« erwiderte er. »Dafür sind sie zu eifrig im Tanzen drin.«

Er dachte in diesem Augenblick überhaupt nicht mehr an den Verein, sondern die Seele erbebte ihm in dem Vorsatz, Nick seine Liebe zu erklären. Es wäre die Krönung des wunderschönen Tags, und was für ein Glück trüge er auf der Wanderschaft im Herzen, wenn sie ihn ihrer Zuneigung vergewisserte!

Der Zollwächter am deutschen Ufer, ein Graubart, der mit gelangweiltem Blick vor dem Schloß Röthelen saß, erwiderte freundlich ihren Gruß, und die Augen wurden ihm hell. Was für ein schönes, frisches Paar!

Ulrich schwenkte mit Nick von der Straße ab und bog links in einen Feldweg dem Ufer entlang.

Sie fragte: »Wohin gehen wir denn?«

»Ich will dir die Ruine Weißwasserstelz am Strom zeigen,« antwortete er, »sie liegt nicht weit von hier. Ich war einmal mit Doktor von Jaberg und Gerold dort; die Gegend hat viele merkwürdige Altertümer.«

Eine Weile sprachen sie von Gerold, dem seit etlichen Jahren entschwundenen gemeinsamen Freund; aber Nick spürte, daß die Gedanken Ulrichs nicht bei der Sache waren. Der Atem ging ihm schwer.

Das stille Sprießen des Frühlings umgab sie, Millionen weißer Sterne standen und beteten zur Sonne: »Wir danken dir, Urheilige, daß wir blühen und scheinen dürfen.« Aus der Schweiz herüber rief der Kuckuck mit durchdringend hellem Klang, und wenn er schwieg, so antwortete der aus dem Schwarzwald. Die Waldpfade, durch die Ulrich seine Begleiterin führte, waren so verwachsen, als ob hier nur alle hundert Jahre eine leichtfüßige Fee durchstreife, um nachzusehen, ob die Welt noch stehe. Doch nein, so menschenleer war die Wildnis nicht. Sie kamen in einem Tälchen an die Guggimühle: graues Gemäuer wie ein Stück Frühmittelalter, doch bewohnt.

»Und hier muß auch Weißwasserstelz sein,« unterbrach Ulrich das Schweigen. »Dort auf dem Waldhügel am Rhein liegt die Burg, nur sieht man sie vor den Tannen nicht, bis man mit der Stirn daranstößt.« – Sie schritten empor.

Waldumsponnen stand die Ruine in Lenzduft,Sonne und Einsamkeit, und von den grünen Wogen umspielt erhob sich im Rhein noch ein zweites Schlößchen: Schwarzwasserstelz, hoch und schlank wie eine gotische Kapelle.

»Wie wunderschön ist die Stätte,« rief Nick, »wie märchenhaft die Stimmung, die Wald und Efeu um die gebrochenen Mauern und Portale verbreiten und die Reste der viereckigen und runden Türme!«

Den Hut in der Hand setzte sie sich auf eines der gestürzten Trümmerstücke, ruhte mit schlanker, biegsamer Gestalt und atmete den Traum des alten Burgmärchens in sich ein. An den dunkeln Kanten des Gemäuers brach sich das Blau des Himmels, aus jäher Tiefe flimmerten die Wellen des Stroms, auf dem Gestein sonnten sich mit listigen Äuglein und geöffneten Mäulchen die Eidechsen, und durch die geschwärzten Bogen herein flatterten kleine blaue Schmetterlinge, wie dem Grab entstiegene Seelchen, die sich noch einmal an der warmen Luft freuen wollen. Einige Föhren, die zuhöchst auf die Mauern gestiegen waren, breiteten ihre Schirme wie Fahnen der Vergessenheit aus. Das gesamte Bild bat: Stört mich nicht! Nach Sturm und Kampf bin ich der selige Todesfriede derer, von denen man nicht mehr spricht; zu unruhvoll sind mir eure Herzen, ich mag nur Sonne, Wind, Wetter und das Schlummerlied des Stromes. – So empfand Monika die Stimmung.

Ulrich aber sah nur sie, den Sonnenflimmer auf ihrem Haar, ihren tiefroten Mund und die junge, leisbebende Brust. Er setzte sich stumm zu ihr hin. Jetzt oder nie!

Vor seinem Blick erbangend löste sie selber das Wort aus: »Uli, du bist so verändert. Ist dir nicht gut?«

»Gib mir die Hand, Nick,« bat er. »Ich kann nicht fortgehn ohne deine Liebe.« Das Wort stockte ihm, seine starke Gestalt erzitterte.

»Gott, das ist's!« stöhnte sie. Ihr Gesicht deckte sich mit Todesblässe, dann stieg ihr eine Flamme in die Wangen. Statt ihm die Hand zu reichen, hob sie den Arm vor die Augen, wie wenn sie ohne seinen Anblick überlegen wollte. Sie dachte an ihren Vater, wie sie den von ihm übernommenen Namen in Ehren halten müsse, irgend woher aus dem Hintergrund ihrer Seele raunte eine Stimme: »Ulrich ist doch nur ein Schmied!« Und plötzlich sah sie vor sich das vergeistigte Gesicht des Verwesers Wildholz.

Ulrich aber nahm ihre Hand. »Nick,« keuchte er krampfhaft, »Nick, laß mich nicht ohne dein Ja in die Fremde gehn! – Um Gottes willen, du schweigst?«

»Ich kann dir das Ja nicht geben,« erwiderte sie hilflos, die Augen von ihm gewandt. »Laß uns zurückgehen, Uli!«

Schmerzliche Stille waltete zwischen ihnen. Sie saß gesenkten Hauptes wie in Martern. Zuerst kam in sein Gesicht wieder Leben.

»Dann will ich wissen,« rief er, »warum du mich nicht magst, obwohl du mich's heute noch glauben ließest!«

»Ich habe dich stets gemocht, Uli,« antwortete sie zitternd, »und mich dir heute mit gutem Sinne anvertraut. Schreib mir einen Brief von deiner Wanderschaft, und ich will dir antworten.«

»Ein Mädchen weiß doch gewiß im ersten Herzschlag,ob es Ja oder Nein sprechen will,« trotzte er halb wehvoll, halb höhnisch.

»Nun denn – Nein!« versetzte sie leise und fest.

»Nick, wozu dann das Gedicht und das falsche Spiel von heute?« fragte er zornig.

Da wich das Blut aus ihren roten Lippen, sie warf den Kopf zurück und versetzte stolz: »Auf diese Beleidigung erst recht Nein. Daß du's nur weißt, Ulrich, ich habe mein Herz schon vergeben!« Härter, als sie wollte, fiel das Wort.

Er taumelte ein paar Schritte, schlug die Arme über die Brust ineinander und schaute todesfinster vor sich hin. Sie setzte sich auf einen Baumstamm und weinte in die Hände hinein. Nach einer Weile der Stille fragte er sanft und traurig: »Nick, ist es dein letztes Wort?«

»Ja,« stöhnte sie.

Sie stand auf und schlug aus eigenem Antrieb den Rückweg ein, zitternden Fußes, Tränen auf den Wangen, das Herz voll Leid. Er folgte ihr in einiger Entfernung. Vor der Brücke wartete sie auf ihn. Der alte Zollwächter sah ihnen kopfschüttelnd nach.

Die Gesellschaft in der Krone tanzte noch. Nick und Ulrich gaben sich große Mühe, den Riß, der zwischen ihnen entstanden war, zu verdecken, aber die Worte, die sie miteinander wechselten, klangen kalt und erzwungen. Beim Abendbrot hielt Ulrich sogar eine Rede. Er war sonst ein guter Sprecher, doch jetzt waren ihm alle die schönen Gedanken, die er gefaßt hatte, entschwunden; seelenlos und stockend sprach er über dies und das, schloß mit einer plötzlichen Wendung und setzte sich.

Kopfschüttelnd machten die Burschen ihre Bemerkungen. Er aber wußte am besten, daß er die Gesellschaft enttäuscht hatte. Einige gerieten auf den guten Einfall, das Lied anzustimmen: »Wohlauf noch getrunken, den feurigen Wein!« Er sang es trotzig mit.

So kam der Aufbruch, die nicht allzulange Wagenfahrt nach dem Heimatstädtchen. Das entzweite Paar war froh, daß die Gesellschaft Sang um Sang in die blaue Frühlingsdämmerung steigen ließ. Nick hüllte sich in ihren Mantel, nicht nur vor dem kühlen Wind, sondern ebensosehr aus dem Wunsche, möglichst wenigen Blicken zu begegnen.

Die meisten der jungen Leute hatten für sich zu tun. Die vom Tanz ermüdeten Mädchen lehnten sich an die Schulter oder Brust ihrer Partner, viel Liebesgeflüster erwachte unter den Sternen der klaren Nacht. Nick aber blieb stumm, und Ulrich atmete erleichtert auf, als das Städtchen seine schüchternen Lichtstrahlen im Rhein spiegelte, die Fuhrwerke die steile Straße gegen die Brücke hinunterfuhren und der Verein der Heimat zum Gruße das letzte Lied sang. Drüben hielten die Wagen, und er begleitete Nick bis zur Türe des Pfarrhauses. Da kam der Abschied. Die Hand des einen zitterte in der des andern.

»Ich will nicht fragen, wer dein Auserwählter ist,« stieß er bitter hervor. »Aber gewiß ist keiner auf der Welt, der es mit dir so gut meint wie ich.«

Sie wollte ihm trotzig antworten. Statt dessen versetzte sie demütig: »Sei mir nicht bös, Uli, ich wünsche dir ja doch für deine Wanderschaft und dein gesamtesLeben das allerschönste Glück!« Fast wären ihr die Tränen wieder hervorgebrochen. Sie entzog ihm die zuckende Hand und schlüpfte in die Türe.

Er ging langsam zu den andern Burschen am Rhein zurück und half ihnen beim Laternenschein die Boote von den Wagen laden. Nun war die letzte Arbeit des Tages getan, und er wollte für die Reise Abschied von den Freunden nehmen.

»Ich fahre morgen noch nach Zürich, um das Wanderbuch zu holen, und am Dienstag früh geht's in die weite Welt. Also lebt wohl!«

»Nein,« erwiderten die andern, »am Dienstag früh um fünf Uhr wollen wir uns hier beim Brückeneingang sammeln. Wir singen dir noch ein paar Lieder, damit das Städtchen merkt, daß ein Rechter von dannen geht, und nachher geben wir dir das Geleit – jeder, soweit er kann und mag.«

Er hätte gern darauf verzichtet.

Als er heimwärts schritt, war er froh, daß in der Stube der Eltern kein Licht mehr brannte. Am liebsten hätte er den Ring der Jungmannschaft vom Finger gezogen und in den Rhein geworfen, damit ihn kein Andenken an den heutigen Tag erinnere. Er erschrak aber über den treulosen Gedanken.

Wie kam ihm nun das Wandern recht! Draußen in der Fremde würde er sich die Liebe zu Nick von selber aus dem Kopf schlagen und die Schmach vergessen, die sie ihm durch ihre Weigerung angetan hatte.


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