Zweites Kapitel.Der Weg zum Frieden.

Schlussvignette, Kapitel I, 2

Kopfstück, Kapitel I, 2Zweites Kapitel.Der Weg zum Frieden.

Kopfstück, Kapitel I, 2

I

In kurzem hatte nunChristdie Pforte erreicht. Über ihr bemerkte er mit großer Freude die Inschrift: „Klopfet an, so wird euch aufgetan!“ (Matth. 7, 7) und indem er zu wiederholten Malen anklopfte, sprach er bei sich selbst:

Wird Er mir auftun Seine Gnadentür?Wird Er den schnöden Knecht nicht von sich weisen?Ach, dürft’ ich eingehn, wahrlich für und fürWollt’ ich die Größe der Erbarmung preisen!

Wird Er mir auftun Seine Gnadentür?Wird Er den schnöden Knecht nicht von sich weisen?Ach, dürft’ ich eingehn, wahrlich für und fürWollt’ ich die Größe der Erbarmung preisen!

Wird Er mir auftun Seine Gnadentür?Wird Er den schnöden Knecht nicht von sich weisen?Ach, dürft’ ich eingehn, wahrlich für und fürWollt’ ich die Größe der Erbarmung preisen!

Wird Er mir auftun Seine Gnadentür?

Wird Er den schnöden Knecht nicht von sich weisen?

Ach, dürft’ ich eingehn, wahrlich für und für

Wollt’ ich die Größe der Erbarmung preisen!

Endlich erschien ein ehrwürdiger Mann an der Pforte, namensGutwillig, der fragte, wer da wäre, von wannen er käme und was er begehre.

Christantwortete: „Hier ist ein armer, beladener Sünder. Ich komme aus der StadtVerderben, reise aber nach dem BergZion, um dem zukünftigen Zorn zu entrinnen. Da der Weg, wie ich belehrt bin, durch diese Pforte geht, so bitte ich dich, lieber Herr, mir den Eingang zu gestatten.“

„Von Herzen gern,“ sagteGutwillig, der Pförtner, und somit öffnete er ihm die Pforte. AlsChristnun eintreten wollte, zog ihn der andre beim Arm schnell herein.

„Was soll das bedeuten?“ fragte Christ. Jener antwortete: „Sieh dort in geringer Entfernung liegt ein festes Schloß, das vonBeelzebub, der Teufel Obersten, befehligt wird; von dort aus schießt er und die, welche bei ihm sind, gerade dann seine feurigen Pfeile[33]nach den Pilgrimen ab,wenn sie im Begriff sind, zu der engen Pforte einzugehen, um sie womöglich noch vor ihrem Eintritt zu töten.“Christbemerkte diese Gefahr erst, als er sich schon gerettet sah, und sprach: „Ich freue mich mit Zittern.“

Als er nun eingetreten war, fragteGutwillig: „Wer hat dich denn hierher gewiesen?“

Christ.DerEvangelisthieß mich hierhin gehen und anklopfen, wie ich denn nun auch getan. Er sagte, daß du, Herr, mir weisen werdest, was ich weiter tun müsse.

Gutwillig.Da ist eine offene Tür vor dir, und niemand kann sie zuschließen (Offenb. 3, 8).

Christ.Nun fange ich an, die Frucht meines gewagten Unternehmens zu ernten.

Gutwillig.Aber wie kommt’s, daß du allein bist?

Christ.Weil von meinen Nachbarn niemand wie ich die drohende Gefahr erkannte.

Gutwillig.Wußten einige um deine Herreise?

Christ.Ja, meine Frau und meine Kinder sahen es zuerst, daß ich wegzog, und riefen mir nach, ich sollte wieder umkehren; auch etliche meiner Nachbarn schrien mir nach; aber ich hielt mir die Ohren zu und setzte meinen Weg fort.

Gutwillig.Ist dir niemand von ihnen nachgelaufen, dich zur Umkehr zu überreden?

Christ.StörrigundWilligholten mich allerdings ein; als sie aber sahen, daß sie nichts bei mir ausrichten konnten, kehrteStörrigspottend wieder um, währendWillignoch eine kleine Strecke mit mir ging.

Gutwillig.Warum ist er den Weg nicht weiter mit dir gezogen?

Christ.Wir kamen miteinander bis an den SumpfVerzagtheit, in den wir beide fielen; darüber verlor NachbarWilliggänzlich den Mut, daß er es mit mir nicht weiter wagen wollte. Deshalb arbeitete er sich an der Seite, die nach seinem Hause zuging, heraus und sagte zu mir, ich möge seinetwegen das herrliche Land nur allein in Besitz nehmen; also ging er seines und ich ging meines Weges, er seinem NachbarStörrignach, ich zu dieser Pforte.

„Ach, der arme Mann!“ sprachGutwillig, „achtete er die himmlische Herrlichkeit so gering, daß er, um sie zu erlangen, nicht wert hält, einige Beschwerden auf sich zu nehmen?“

Christ an der Pforte (S. 43.).⇒GRÖSSERES BILD

Christ an der Pforte (S. 43.).⇒GRÖSSERES BILD

⇒GRÖSSERES BILD

„Wahrlich,“ sagteChrist, „ich habe, wasWilligbetrifft, die Wahrheit gesagt, und wenn ich von mir die Wahrheit reden soll, so steht’s mit mir auch nicht besser. Es ist wahr, er kehrte nach seinem Hause zurück, ich aber bin zur Seite abgewichen auf den Weg des Todes. Und dazu ließ ich mich durch die sinnlichen Vorstellungen eines HerrnWeltklugbewegen.“

Gutwillig.O mit dem bist du zusammengetroffen? Der wollte dich ohne Zweifel zu bereden suchen, dich bei HerrnGesetzlichnach Erleichterung umzusehen. Sie sind beide rechte Betrüger. Aber folgtest du denn seinem Rat?

Christ.Ja, leider! Ich ging, um HerrnGesetzlichaufzusuchen; als ich aber an den Berg kam, der bei seinem Hause liegt, glaubte ich, er würde auf mich herunterstürzen, und so war ich gezwungen, stillzustehen.

Gutwillig.Dieser Berg hat schon manchem den Tod gebracht und wird noch vielen den Tod bringen[34]. Wohl dir, daß du entronnen und nicht von ihm zerschmettert worden bist!

Christ.Ja, ich weiß in der Tat nicht, was dort aus mir geworden, wenn nicht gerade derEvangelistmir wieder begegnet wäre, als ich in meiner Verwirrung weder ein noch aus wußte. Aber Gottes Gnade war es, die ihn mir wieder zuführte; denn ohne die würde ich nimmermehr hierhergekommen sein. So bin ich denn nun hier, ich, der ich eher den Tod unter jenem Berg verdient hätte, als hier zu stehen und mit meinem Herrn zu reden. Doch, o welch eine Gnade für mich, daß ich dennoch hier eingelassen worden bin!

Gutwillig.Wir weisen niemand zurück, der hierher kommt, was er auch früher Böses getan haben mag; es wird keiner hinausgestoßen[35]. — Komm darum eine kleine Strecke mit mir, lieberChrist, ich will dir den Weg zeigen, den du zu gehen hast. Siehst du wohl da gleich vor dir jenen schmalen Weg? Das ist der Weg, den du gehen mußt. Er ist gebahnt von den Patriarchen und Propheten, von Christus und Seinen Aposteln, und er ist so gerade, wie ihn nur eine Richtschnur machen kann. Das ist der Weg, den wandle!

„Gibt es aber keine Abwege und Krümmungen,“ fragteChrist, „die den Wanderer irremachen können?“

„Es stoßen viele Wege daran,“ sagteGutwillig, „aber sie sind krumm und breit[36], während der rechte Weg gerade und schmal ist, und daran kannst du den rechten Weg vom verkehrten wohl unterscheiden.“ —

Ich sah nun in meinem Traum, daßChristihn noch weiter fragte, ob er ihn nicht von der Last auf seinem Rücken befreien könne; denn bis dahin hätte er durch kein Mittel sich ihrer entledigen können.

„Habe nur noch ein wenig Geduld,“ sagte der Pförtner, „bald wirst du an eine Stelle kommen, wo die Last ohne dein Zutun von deinem Rücken fallen wird.“

Hierauf gürteteChristseine Lenden und machte sich reisefertig.Gutwilligsprach noch zu ihm, wenn er jetzt von der Pforte aus eine kleine Strecke zurückgelegt haben werde, finde er das Haus desAuslegers; an dessen Tür solle er anklopfen, und der werde ihn herrliche Dinge sehen lassen. Darauf nahmChristAbschied von dem freundlichen Pförtner, und dieser wünschte ihm eine glückliche Reise und befahl ihn dem Schutz Gottes.

Christsetzte also seinen Weg fort, bis er zu dem Haus desAuslegerskam. Hier klopfte er einmal über das andre an, bis endlich jemand ans Tor kam und fragte, wer da sei.

„Herr,“ sagteChrist, „hier ist ein Reisender, dem durch einen Bekannten des gütigen Herrn dieses Hauses geraten worden ist, hier sich unterweisen zu lassen. Ich wünsche daher mit dem Hausherrn zu sprechen.“ Dies wurde dem Herrn gemeldet, der auch nach einer kleinen Weile herauskam undChristfragte, was sein Begehr sei.

„Herr,“ sagteChrist, „ich bin ein Mann, der aus der StadtVerderbenkommt, und ich gehe nach dem BergZion. Von dem Mann, der an der Pforte am Eingang dieses Weges steht, ist mir gesagt worden, daß, wenn ich hier vorspräche, du mir herrliche Dinge zeigen würdest, die mir für meine Reise sehr dienlich wären.“

Da sprach derAusleger: „Komm herein! Ich will dir zeigen, was dir von Nutzen sein wird.“ Er befahl seinem Diener, ein Licht anzuzünden, hießChristihm folgen und führte ihn zu einem besondern Zimmer, welches sein Diener aufschloß. Als dies geschehen war, sahChristdasBild eines ehrwürdigen Mannes an der Wand hangen, und es war also beschaffen: Seine Augen waren gen Himmel erhoben, das Buch der Bücher hatte er in seiner Hand, das Gesetz der Wahrheit war auf seinen Lippen, und der Welt hatte er den Rücken gewandt; so stand er da wie einer, der eifrig mahnt und bittet, und über seinem Haupt hing eine goldene Krone.

Christfragte: „Was soll dieses Bild darstellen?“

Ausleger: Der Mann ist einer aus Tausenden; er kann mit dem Apostel sagen: „Ob ihr gleich zehntausend Zuchtmeister hättet in Christus, so habt ihr doch nicht viele Väter; denn ich habe euch gezeugt in Christus Jesus durchs Evangelium“ (1. Kor. 4, 15) und: „Meine lieben Kinder, welche ich abermals mit Ängsten gebäre, bis daß Christus in euch eine Gestalt gewinne“ (Gal. 4, 19). Daß du ihn mit gen Himmel gerichteten Augen siehst, das Buch der Bücher in seiner Hand und das Gesetz der Wahrheit auf seinen Lippen, will andeuten, daß es sein Werk ist, nicht allein dunkle Dinge zu erkennen, sondern sie auch den Sündern auszulegen. Deshalb siehst du ihn auch stehen wie einer, der die Leute eindringlich ermahnt und bittet[37]. Daß du siehst, daß er die Welt hinter sich hat und daß über seinem Haupt eine Krone hängt, soll andeuten, daß er aus Liebe zum Herrn die Güter dieser Welt geringschätzt und verschmäht in der Gewißheit, der Herrlichkeit in jener Welt teilhaftig zu werden. — Ich habe dich nun dies Bild zuerst sehen lassen, weil der Mann, den es darstellt, der einzige ist, welchem der Herr des Orts, wohin du gehst, die Vollmacht gegeben hat, dein Führer zu sein an all den schwierigen Stellen, an welche du auf deinem Wege kommen kannst. Habe also genau acht auf das, was ich dir gezeigt habe, und drücke dieses Bild tief in dein Herz und denke daran, wenn du auf deiner Reise mit solchen zusammentriffst, welche vorgeben, dich recht zu leiten, daß deren Weg in den Tod hinabführt.

Hierauf nahm ihn derAuslegerbei der Hand und führte ihn in einen geräumigen, mehr im Innern des Hauses gelegenen Saal, welcher voller Staub war, da er niemals ausgekehrt worden war. NachdemChristsich hier eine Weile umgesehen hatte, rief derAuslegereinen Diener, dem erden Befehl gab, den Saal auszukehren. Als dieser nun zu kehren anfing, erhob sich ein so übermäßiger Staub, daßChristbeinahe erstickt wäre. DerAuslegergebot hierauf einer Magd, Wasser zu bringen und den Fußboden zu besprengen, und sobald dies geschehen war, konnte man ihn mit Leichtigkeit auskehren und säubern.

„Was bedeutet nun das?“ fragteChrist.

„Dieser Saal,“ erklärte derAusleger, „stellt das menschliche Herz dar, solange es noch nicht durch die süße Gnade des Evangeliums geheiligt ist. Der Staub ist die angeborene Sünde, das inwendige Verderben, das den ganzen Menschen verunreinigt. Jener, der zuerst kehrte, ist das Gesetz; diese, die das Wasser brachte und sprengte, dasEvangelium. Wie bei der Bemühung des erstern sich ein gewaltiger Staub erhob, der die Reinigung des Saales unmöglich machte[38], du aber fast ersticktest, so macht das Gesetz, anstatt das Herz von der Sünde zu reinigen, dieselbe vielmehr lebendig[39]und kräftig[40]und bewirkt, daß sie mächtiger werde in dem Herzen[41], indem es die Sünde zwar aufdeckt und verbietet, aber keine Kraft gibt, sie zu überwinden.

Dagegen, wie die Jungfrau den Saal mit Wasser besprengte, worauf er sich leicht reinigen ließ, so wird, wenn das Evangelium mit seinen sanften, himmlischen Kräften in das Herz dringt, die Sünde besiegt und unterworfen, die Seele wird durch den Glauben gereinigt[42]und somit zubereitet, daß der König der Herrlichkeit in ihr Wohnung machen kann[43].“

Ferner sah ich in meinem Traum, daß derAuslegerChristbei der Hand faßte und in ein kleines Gemach zog, in welchem zwei Kinder saßen. Das ältere hießBegierde, das andreGeduld. Begierdeerschien höchst unzufrieden und mürrisch,Geduldaber ganz ruhig und freundlich.Christfragte nun: „Aus welchem Grund istBegierdesounzufrieden?“ „Der Erzieher der Kinder,“ sagte derAusleger, „hat ihnen kostbare Geschenke versprochen, die sie zu Anfang des nächsten Jahres erhalten sollen.Begierdewill sich nicht auf die Zukunft vertrösten lassen, sie verlangt alles sogleich zu haben;Geduldhingegen wartet mit Freuden.“

Nun sah ich, wie jemand zuBegierdehereinkam und ihr eine Menge kostbarer Dinge überbrachte, welche sie mit großer Hast und mit spöttischem Lächeln annahm, da ihre stille Nachbarin leer ausging. Ich sah aber eine Weile zu und siehe, es währte nicht lange, da hatte sie schon alles vergeudet und durchgebracht, und es blieb nichts übrig als ein Häufchen alter Lumpen.

Da sprachChristzumAusleger: „Erkläre mir doch dieses deutlicher!“

Ausleger.Diese beiden Kinder sind Sinnbilder.Begierdeist ein Bild der Kinder dieser Welt, undGeduldist ein Bild der Kinder der zukünftigen Welt. Wie du gesehen hast, daßBegierdealles in diesem Jahr, d. h. in dieser Welt haben will, so tun die Kinder dieser Welt, sie wollen ihr Gutes schon heute, indiesemLeben dahinnehmen; sie können nicht warten bis zum nächsten Jahr, das ist bis in die zukünftige Welt, wo ihr Teil von Gott zugemessen ist. Das Sprichwort: „Ein Vogel in der Hand ist besser als eine Taube auf dem Dach“ gilt bei ihnen mehr als die Zeugnisse Gottes von den Gütern der zukünftigen Welt. Wie du aberBegierdesiehst alles in kurzer Zeit durchbringen und nichts andres übrigbehalten als Lappen und Lumpen, so wird es auch mit allen solchen Menschen gehen am Ende dieser Welt.

„Nun sehe ich,“ sagteChrist, „daßGeduldallein weise ist, und zwar aus verschiedenen Gründen, einmal, weil ihr Herz nach den besten Gütern trachtet, und zum andern, weil sie dann im Besitz der Herrlichkeit ist, wenn die andre in Elend und Schmach dasitzt.“

Ausleger.Ja, so ist’s, und wir können noch hinzufügen, daß die Herrlichkeit der zukünftigen Welt nimmer vergeht, während die Schätze dieser Welt im Nu vorbei sind. Deshalb hatBegierdekeine Ursache, überGeduldzu lachen, darum daß sie ihr Gutes zuerst empfangen hat; vielmehr könnteGeduldüberBegierdelachen, weil sie ihr Gutes zuletzt empfängt; denn das Erste muß dem Letzten weichen,das Letzte aber hört nimmer auf, da ihm kein andres folgt. Darum muß derjenige, der sein Teil zuerst genießt, notwendig eine Zeit haben, es zu verbrauchen; wer aber sein Teil zuletzt hat, der wird es für immer besitzen. Darum wird zu dem reichen Mann gesagt: „Du hast dein Gutes empfangen in deinem Leben, und Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun aber wird er getröstet, und du wirst gepeinigt“ (Luk. 16, 25).

Christrief aus: „Nun sehe ich, daß es nicht ratsam ist, nach gegenwärtigen Gütern zu trachten, sondern zu warten auf die zukünftigen!“

Darauf sprach derAusleger: „Da hast du recht gesagt;denn was sichtbar ist, das ist zeitlich; was aber unsichtbar ist, das ist ewig(2. Kor. 4, 18). Obschon dies nun also ist, so stehen doch die zeitlichen Dinge und die fleischlichen Lüste in naher Beziehung zueinander, während die zukünftigen Dinge und der fleischliche Sinn einander stets fremd bleiben. Daher schließen auch die ersten beiden so schnell Freundschaft miteinander, die letztern aber lassen sich nimmer vereinen.“

Nun sah ich in meinem Traum, daß derAuslegerChristbei der Hand nahm und ihn in einen Raum führte, wo ein Feuer an einer Mauer brannte, welches ein daneben Stehender mit Wasser auszulöschen bemüht war. Es wollte ihm aber nicht gelingen, vielmehr loderte das Feuer immer kräftiger empor.

Christfragte: „Was soll das bedeuten?“

DerAuslegererwiderte: „Dies Feuer bedeutet das Werk der Gnade im Menschen, welches der arge Feind, der Teufel, so sehr er sich bemüht, nicht auszulöschen vermag. Die Ursache davon sollst du gleich sehen.“ Bei diesen Worten führte er ihn an die hintere Seite der Mauer, wo dem Feuer gegenüber eine Öffnung zu bemerken war, durch welche ein Mann aus einem Gefäß, das er in seiner Hand hielt, beständig, aber unbemerkt Öl in das Feuer goß.

Christfragte: „Was bedeutet dieses?“

DerAuslegerantwortete: „So unterhält Christus ohne Aufhören durch das Öl Seiner Gnade das Werk, welches Er im Herzen angefangen hat, daher die Gläubigen, ungeachtet alles dessen, was der Teufel wider sie vornimmt, oft ein süßes, ihnen selbst unerklärliches Gefühl des Friedens empfinden.Daß du aber den Mann hinter der Mauer stehen sahst, das Feuer zu erhalten, soll dir andeuten, wie eine angefochtene Seele sich zuweilen für verlassen hält, obwohl der himmlische Freund ihr unsichtbar nahe steht[44].“

Dann sah ich, wie derAuslegerihn wieder bei der Hand nahm und ihn an einen anmutigen Ort brachte, wo ein prachtvoller Palast erbaut war, dessen AnblickChristgroße Freude bereitete. Auf dessen Zinne sah er auch Leute in goldenen Gewändern wandeln. Er fragte denAusleger: „Dürfen wir wohl dort hineingehen?“ DerAuslegernahm ihn bei der Hand und ging mit ihm bis vor die Tür des Palastes. Daselbst hatte sich eine große Menge Menschen versammelt, ohne sich jedoch hineinzuwagen, da der Eingang von einer bewaffneten Schar versperrt wurde, die darauf bedacht war, jedem, der hindurchgehen wollte, das Leben zu nehmen. Nahe bei dem Tor saß ein Mann an einem Tisch, mit einem Buch und dem Schreibzeug vor sich, um die Namen derer aufzuschreiben, die sich den Eingang erkämpfen wollten. Das setzteChristin Erstaunen. Lange wagte sich niemand heran, da jeder aus Furcht vor den Gewappneten zurückbebte, als plötzlich ein rüstiger Mann an den Tisch des Schreibers trat mit den Worten: „Schreibe meinen Namen auf!“ Als das geschehen war, sahChrist, daß der Mann sich einen Helm aufsetzte, sein Schwert zog und sich gerade nach dem Tor wendete. Er stürzte sich auf die gerüsteten Männer zu, die sich mit tödlichem Grimm wider ihn setzten. Allein dem Mann entfiel der Mut durchaus nicht, sondern er schlug und stieß um sich mit wildem Ungestüm. Manche Wunden empfangend und austeilend, kämpfte er sich durch alle hindurch und drang in den Palast vor[45]. Aus dem Innern, sowie von der Zinne des Palastes erscholl mit lieblicher Stimme der Zuruf:

Herein! herein!Die Kron’ der Ehren wartet dein!

Herein! herein!Die Kron’ der Ehren wartet dein!

Herein! herein!Die Kron’ der Ehren wartet dein!

Herein! herein!

Die Kron’ der Ehren wartet dein!

Er ging hinein und wurde alsbald mit goldenen Kleidern geschmückt.

Christlächelte und sprach: „Ich glaube zu verstehen, was das sagen will; laß mich nun, Herr, von hinnen ziehen!“

„Nein,“ sagte derAusleger, „warte noch ein wenig, ich habe dir noch etwas zu zeigen, dann magst du deinen Weg fortsetzen.“ Und nun nahm er ihn noch einmal bei der Hand und führte ihn in einen finstern Raum, wo ein Mann in einem eisernen Käfig saß, der die Augen niederschlug, die Hände rang und sich gebärdete, als wollte ihm das Herz brechen. AlsChristnun fragte, was das zu bedeuten habe, gebot ihm derAusleger, sich selber mit diesem Mann zu unterreden.

„Wer bist du, Unglücklicher?“ riefChristvoll Entsetzen.

„Ich bin, was ich ehemals nicht war,“ sagte der Gefangene.

„Was warst du denn ehemals?“ fragteChrist.

Der Mann antwortete: „Ich war ehemals in meinen und auch andrer Leute Augen ein eifriger Bekenner der Wahrheit; ich hielt mich würdig für die himmlische Stadt, die ich für meine wahre Heimat ansah.“

Christfragte: „Und was bist du denn jetzt?“

„Jetzt bin ich,“ antwortete er, „ein Mann der Verzweiflung, in Verzweiflung gebannt, wie in diesen eisernen Käfig. Ich kann nicht hinaus, ach, ich kann nicht mehr hinaus!“

„Aber wie kamst du in diesen Zustand?“ fragteChrist.

Er antwortete: „Ich ließ nach zu wachen und zu beten, ich ließ meinen Begierden die Zügel schießen; ich sündigte gegen das Licht des Wortes und gegen Gottes Güte. Ich habe den Geist Gottes betrübt, und Er ist von mir gewichen; ich habe den Teufel herausgefordert, und er ist zu mir gekommen. Ich habe Gott zum Zorn gereizt, und Er hat mich verlassen; mein Herz ist verhärtet, und ich finde keinen Raum zur Buße.“

„Ist denn keine Hoffnung mehr für diesen Unglücklichen?“ fragteChrist, sich zu demAuslegerwendend.

„Frage ihn selbst,“ entgegnete dieser, undChristwandte sich an den Gefangenen: „Mußt du denn in diesem Käfig der Verzweiflung verschlossen bleiben? Ist für dich keine Hoffnung?“

„Für mich ist keine Hoffnung mehr,“ sagte der Gefangene.

„O,“ versetzteChrist, „der Sohn des Hochgelobten ist sehr barmherzig!“

„Ja,“ antwortete er, „aber ich habe Ihn aufs neue gekreuzigt[46]; ich habe Ihn verachtet, Seine Gerechtigkeit verworfen; ich habe Sein Blut für unrein geachtet und den Geist der Gnade geschmäht[47]. Dadurch habe ich mich selbst von allen Verheißungen der Gnade ausgeschlossen, und es bleibt mir nichts übrig als ein schreckliches Warten des Gerichts und des Feuereifers, der mich als einen Widersacher verzehren wird“ (Hebr. 10, 27).

Christfragte weiter: „Was hat dich denn verleitet, dich selbst in diesen Zustand zu bringen?“

„Schnöde Lust, irdische Freude und Vorteile dieser Welt, bei deren Genuß ich mir viel Ergötzen versprach. Allein jedes von diesen Dingen nagt nun an meinem Herzen wie ein Wurm, der nicht stirbt, und brennt in mir wie ein Feuer, das ewig nicht erlischt.“

Christsprach: „Aber kannst du jetzt nicht noch Buße tun und umkehren?“

Er antwortete: „Gott läßt mich keinen Raum mehr finden zur Buße. Sein Wort gibt mir nicht mehr Mut zum Glauben, ja Er selbst hat mich in diesen eisernen Käfig eingeschlossen, und kein Mensch in der ganzen Welt kann mir daraus helfen.O Ewigkeit! Furchtbare Ewigkeit!Wie werde ich ringen, ohne Aufhören ringen mit der Pein der ewigen Verdammnis!“

„Vergiß es nie, was du hier gesehen hast,“ sagte derAuslegerzuChristmit großem Ernst. „Laß dir das Elend dieses Mannes zur beständigen Warnung dienen!“

„Ja, das ist furchtbar!“ riefChristaus. „Gott helfe mir wachen und beten und nüchtern sein und gebe mir Kraft, die Sünde zu meiden! Aber, Herr, ist es jetzt nicht hohe Zeit, meine Reise fortzusetzen?“

„Warte noch ein wenig, nur eines sollst du noch sehen, dann magst du deines Weges gehen,“ sprach der Ausleger, indem erChristsHand ergriff und ihn in die Kammer führte, wo ein Mann aus dem Bett stieg und im Begriff war, unter Zittern und Beben seine Kleider anzulegen.

Da fragteChrist: „Warum zittert dieser Mann so?“

DerAuslegerbefahl diesem, den Grund seiner Angst Christ zu entdecken. Hierauf hob der Mann also an: Diese Nacht, als ich schlief, träumte ich, und siehe, der Himmel war schwarz wie die Nacht; es erhob sich ein unerhörtes Donnern und Blitzen, daß ich in große Bestürzung und Todesangst kam. Darauf sah ich, wie der Wind die Wolken pfeilschnell vor sich her trieb. Plötzlich erscholl der Ton einer Posaune vom Himmel herab, und in den Wolken erschien der Herr, umgeben von den Heerscharen des Himmels, die alle, wie auch der Himmel selbst, in flammendem Feuer standen. Eine Stimme rief: „Stehet auf, ihr Toten, und kommt zum Gericht[48]!“ und im Augenblick zerrissen die Felsen, die Gräber taten sich auf, und die Toten, die darin waren, kamen heraus. Einige erschienen in Freude und Wonne und hoben ihre Häupter auf, die andern aber standen in großer Schmach und Schande und suchten sich unter den Bergen zu verstecken. Da öffnete der Herr, der auf der Wolke saß, ein Buch und gebot der Welt, vor Ihm zu erscheinen[49]. Vor Ihm her aber machte ein verzehrendes Feuer Raum, wie zwischen einem Richter und den Verklagten, die vor den Schranken stehen. Dann hörte ich denen, die den Herrn in der Wolke umgaben, verkünden: „Sammelt das Unkraut, die Spreu und die Stoppeln und werfet sie in den brennenden Pfuhl[50]!“ Und sogleich tat sich der bodenlose Abgrund gerade vor meinen Füßen auf, und dicker Rauch und glühende Hitze fuhren mit erschrecklichem Getöse heraus. „Sammelt den Weizen in Meine Scheuern!“ (Luk. 3, 17; Matth. 13, 30) rief der Herr, und alsbald sah ich viele emporgehoben und hingerückt in den Wolken[51]; ich aber blieb dahinten. Ich wollte mich verbergen, aber vergebens, denn der Herr heftete Seine Augen unverwandt auf mich; alle meine Sünden traten vor meine Seele, mein Gewissen richtete und verdammte mein ganzes Leben. Darauf erwachte ich aus meinem Traum.

Christfragte: „Was aber erschreckte dich denn so bei diesem Gesicht?“

Der Mann antwortete: „Nun, ich dachte, der Tag des Gerichts wäre gekommen, und dazu war ich nicht bereit. Das aber erschreckte mich am meisten, daß die Engel ihrer viel emportrugen und mich stehen ließen. Auch öffnete gerade an dem Ort, da ich stand, der Hölle Grund den Rachen. Dabei quälte mich mein Gewissen, und das Auge des Richters war, wie mich dünkte, beständig mit Unwillen und Zorn auf mich gerichtet.“

„Hast du nun dies alles wohl beachtet?“ sprach derAuslegerzuChrist.

„Ja, und ich spüre ebensoviel Furcht als Hoffnung,“ antwortete dieser.

„So fasse denn,“ sagte jener, „alle diese Dinge wohl zu Herzen; laß sie dir wie ein Stachel sein in deiner Seite, daß sie dich vorwärtstreiben auf dem Weg, den du zu gehen hast.“

Christgürtete jetzt seine Lenden und schickte sich zur Weiterreise an. DerAuslegersprach: „Der Tröster möge allezeit bei dir sein und dich, mein guterChrist, auf dem Weg geleiten, der zur himmlischen Stadt führt!“

Also tratChristnun seine Wanderung an, indem er sagte:

Seltsame Dinge waren hier zu schaun!Ich bin gestärkt, doch regt sich Furcht und Graun.Gewalt’ge Kämpfe stehen mir bevor.Nur vorwärts bis zu Zions Tor!Du Geist des Herrn, ich fleh’ zu Dir,O neige Deine Kraft zu mir!

Seltsame Dinge waren hier zu schaun!Ich bin gestärkt, doch regt sich Furcht und Graun.Gewalt’ge Kämpfe stehen mir bevor.Nur vorwärts bis zu Zions Tor!Du Geist des Herrn, ich fleh’ zu Dir,O neige Deine Kraft zu mir!

Seltsame Dinge waren hier zu schaun!Ich bin gestärkt, doch regt sich Furcht und Graun.Gewalt’ge Kämpfe stehen mir bevor.Nur vorwärts bis zu Zions Tor!Du Geist des Herrn, ich fleh’ zu Dir,O neige Deine Kraft zu mir!

Seltsame Dinge waren hier zu schaun!

Ich bin gestärkt, doch regt sich Furcht und Graun.

Gewalt’ge Kämpfe stehen mir bevor.

Nur vorwärts bis zu Zions Tor!

Du Geist des Herrn, ich fleh’ zu Dir,

O neige Deine Kraft zu mir!

Nun sah ich in meinem Traum, daß zu beiden Seiten des Weges, auf demChristwandern mußte, eine Mauer sich hinzog, und diese hatte den NamenHeil[52]. Auf diesem Pfad lief Christ weiter, doch nicht ohne große Beschwerde wegen der Last, die er auf seinem Rücken hatte, bis er an eine Anhöhe kam, auf welcher einKreuzstand und etwas weiter unten ein Grab zu sehen war. Ich sah nun im Traum, daß gerade, als Christ zum Kreuze hinkam, die Bürde sich von seinen Schultern löste und den Berghinabrollte, bis sie in der Öffnung des Grabes verschwand, und ich sah sie nicht mehr. Da ward esChristwohl, und mit fröhlichem Herzen sagte er: „Er hat mir Ruhe gegeben durch Sein Leiden — und Leben durch Seinen Tod[53]!“ Er blieb eine Weile still und verwundert stehen, denn er war voller Erstaunen darüber, daß das Anschauen des Kreuzes ihn von seiner Last befreit hatte[54]. Er versank wieder und wieder in die Betrachtung des Kreuzes, und Tränen des Dankes und der Liebe flossen ihm die Wangen herab.

Als Christ zum Kreuze hinkam, löste sich die Bürde von seinen Schultern (S. 56.).⇒GRÖSSERES BILD

Als Christ zum Kreuze hinkam, löste sich die Bürde von seinen Schultern (S. 56.).⇒GRÖSSERES BILD

⇒GRÖSSERES BILD

Als er nun so dastand, aufschauend und in Tränen zerflossen, traten zu ihm drei leuchtende Gesandte, ihn mit den Worten grüßend: „Friede sei mit dir!“ Darauf hob der erste an: „Deine Sünden sind dir vergeben!“ (Mark. 2, 5) Der zweite zog ihm seine unreinen, zerlumpten Kleider aus und zog ihm Feierkleider an[55]. Der dritte machte ein Kennzeichen an seine Stirn[56]und überreichte ihm ein Zeugnis[57]mit einem Siegel darauf[58]. Dieses Siegel sollte ihm auf seiner Reise zum Trost und an der himmlischen Pforte zur sichern Aufnahme dienen. Die Engel verließen ihn wieder.Christhüpfte vor Freuden und zog singend seines Weges.

Komm zum Kreuz mit deinen Lasten,Müder Pilger du!Bei dem Kreuze kannst du rasten,Da ist Ruh’.Unter des Gerichtes RutenSieh am KreuzesstammFür dich dulden und verblutenGottes Lamm!An dem Kreuze trug der ReineDeiner Sünde Lohn;Sieh, wie liebt dich dieser Eine,Gottes Sohn!Da stillt Er dein heiß Verlangen,Heilet deinen Schmerz:Frieden wirst du da empfangen,Müdes Herz!Trost, Vergebung, ew’ges LebenFließt vom Kreuz dir zu;Bei dem Kreuz wird dir gegebenHimmelsruh’!

Komm zum Kreuz mit deinen Lasten,Müder Pilger du!Bei dem Kreuze kannst du rasten,Da ist Ruh’.Unter des Gerichtes RutenSieh am KreuzesstammFür dich dulden und verblutenGottes Lamm!An dem Kreuze trug der ReineDeiner Sünde Lohn;Sieh, wie liebt dich dieser Eine,Gottes Sohn!Da stillt Er dein heiß Verlangen,Heilet deinen Schmerz:Frieden wirst du da empfangen,Müdes Herz!Trost, Vergebung, ew’ges LebenFließt vom Kreuz dir zu;Bei dem Kreuz wird dir gegebenHimmelsruh’!

Komm zum Kreuz mit deinen Lasten,Müder Pilger du!Bei dem Kreuze kannst du rasten,Da ist Ruh’.

Komm zum Kreuz mit deinen Lasten,

Müder Pilger du!

Bei dem Kreuze kannst du rasten,

Da ist Ruh’.

Unter des Gerichtes RutenSieh am KreuzesstammFür dich dulden und verblutenGottes Lamm!

Unter des Gerichtes Ruten

Sieh am Kreuzesstamm

Für dich dulden und verbluten

Gottes Lamm!

An dem Kreuze trug der ReineDeiner Sünde Lohn;Sieh, wie liebt dich dieser Eine,Gottes Sohn!

An dem Kreuze trug der Reine

Deiner Sünde Lohn;

Sieh, wie liebt dich dieser Eine,

Gottes Sohn!

Da stillt Er dein heiß Verlangen,Heilet deinen Schmerz:Frieden wirst du da empfangen,Müdes Herz!

Da stillt Er dein heiß Verlangen,

Heilet deinen Schmerz:

Frieden wirst du da empfangen,

Müdes Herz!

Trost, Vergebung, ew’ges LebenFließt vom Kreuz dir zu;Bei dem Kreuz wird dir gegebenHimmelsruh’!

Trost, Vergebung, ew’ges Leben

Fließt vom Kreuz dir zu;

Bei dem Kreuz wird dir gegeben

Himmelsruh’!

Fußnoten:[33]Feurige Pfeile Satans, das sind unreine, böse, gotteslästerliche Gedanken, die er in den Herzen der Menschen erregt, um sie in allerlei Sünde, namentlich auch in Verzagtheit und Zweifel, ja in Verzweiflung zu stürzen.[34]Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen (Gal. 5, 4).[35]Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen (Joh. 6, 37).[36]Der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln (Matth. 7, 13).[37]So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! (2. Kor. 5, 20.)[38]Was dem Gesetz unmöglich war, das tat Gott und sandte Seinen Sohn (Röm. 8, 3).[39]Ich lebte weiland ohne Gesetz; da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig (Röm. 7, 9).[40]Da wir im Fleisch waren, da waren die sündlichen Lüste, welche durchs Gesetz sich erregten, kräftig in unsern Gliedern, dem Tode Frucht zu bringen (Röm. 7, 5).[41]Das Gesetz ist neben eingekommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden (Röm. 5, 20).[42]Christus hat geliebt die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort (Eph. 5, 25. 26).[43]Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten; und Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen (Joh. 14, 23).[44]Siehe, Er steht hinter unsrer Wand (Hohesl. 2, 9). Und Er hat zu mir gesagt: Laß dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft ist den Schwachen mächtig (2. Kor. 12, 9).[45]Wir müssen durch viel Trübsale in das Reich Gottes gehen (Apostelg. 14, 22).[46]Es ist unmöglich, die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes, wo sie abfallen, wiederum zu erneuern zur Buße, als die sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und für Spott halten (Hebr. 6, 4. 6).[47]Wenn jemand das Gesetz Moses bricht, der muß sterben. Wieviel, meint ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiligt ist, und den Geist der Gnade schmäht? (Hebr. 10, 28. 29).[48]Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden Seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts (Joh. 5, 28. 29).[49]Ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken (Offenb. 2, 12).[50]Also wird es am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein (Matth. 13, 49. 50).[51]Dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei den Herrn sein allezeit (1. Thess. 4, 17).[52]Deine Mauern sollen Heil und deine Tore Lob heißen (Jes. 60, 18).[53]Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt. Darum will Ich Ihm große Menge zur Beute geben, darum daß Er Sein Leben in den Tod gegeben hat (Jes. 53, 5. 12).[54]Wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat — wer von einer Schlange gebissen wurde und sah die eherne Schlange an, der blieb leben — also mußte des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3, 14. 15).[55]Siehe, Ich habe deine Sünde von dir genommen und habe dich mit Feierkleidern angezogen (Sach. 3, 4) und: Er hat mich anzgezogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet (Jes. 61, 10).[56]Wer überwindet, auf den will Ich schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem und Meinen Namen, den neuen (Offenb. 3, 12).[57]Der Heilige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind (Röm. 8, 16).[58]Durch Christus seid ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit den Heiligen Geist der Verheißung (Eph. 1, 13).

Fußnoten:

[33]Feurige Pfeile Satans, das sind unreine, böse, gotteslästerliche Gedanken, die er in den Herzen der Menschen erregt, um sie in allerlei Sünde, namentlich auch in Verzagtheit und Zweifel, ja in Verzweiflung zu stürzen.

[33]Feurige Pfeile Satans, das sind unreine, böse, gotteslästerliche Gedanken, die er in den Herzen der Menschen erregt, um sie in allerlei Sünde, namentlich auch in Verzagtheit und Zweifel, ja in Verzweiflung zu stürzen.

[34]Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen (Gal. 5, 4).

[34]Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid von der Gnade gefallen (Gal. 5, 4).

[35]Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen (Joh. 6, 37).

[35]Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen (Joh. 6, 37).

[36]Der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln (Matth. 7, 13).

[36]Der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln (Matth. 7, 13).

[37]So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! (2. Kor. 5, 20.)

[37]So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott vermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasset euch versöhnen mit Gott! (2. Kor. 5, 20.)

[38]Was dem Gesetz unmöglich war, das tat Gott und sandte Seinen Sohn (Röm. 8, 3).

[38]Was dem Gesetz unmöglich war, das tat Gott und sandte Seinen Sohn (Röm. 8, 3).

[39]Ich lebte weiland ohne Gesetz; da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig (Röm. 7, 9).

[39]Ich lebte weiland ohne Gesetz; da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig (Röm. 7, 9).

[40]Da wir im Fleisch waren, da waren die sündlichen Lüste, welche durchs Gesetz sich erregten, kräftig in unsern Gliedern, dem Tode Frucht zu bringen (Röm. 7, 5).

[40]Da wir im Fleisch waren, da waren die sündlichen Lüste, welche durchs Gesetz sich erregten, kräftig in unsern Gliedern, dem Tode Frucht zu bringen (Röm. 7, 5).

[41]Das Gesetz ist neben eingekommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden (Röm. 5, 20).

[41]Das Gesetz ist neben eingekommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden (Röm. 5, 20).

[42]Christus hat geliebt die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort (Eph. 5, 25. 26).

[42]Christus hat geliebt die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort (Eph. 5, 25. 26).

[43]Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten; und Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen (Joh. 14, 23).

[43]Wer Mich liebt, der wird Mein Wort halten; und Mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen (Joh. 14, 23).

[44]Siehe, Er steht hinter unsrer Wand (Hohesl. 2, 9). Und Er hat zu mir gesagt: Laß dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft ist den Schwachen mächtig (2. Kor. 12, 9).

[44]Siehe, Er steht hinter unsrer Wand (Hohesl. 2, 9). Und Er hat zu mir gesagt: Laß dir an Meiner Gnade genügen; denn Meine Kraft ist den Schwachen mächtig (2. Kor. 12, 9).

[45]Wir müssen durch viel Trübsale in das Reich Gottes gehen (Apostelg. 14, 22).

[45]Wir müssen durch viel Trübsale in das Reich Gottes gehen (Apostelg. 14, 22).

[46]Es ist unmöglich, die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes, wo sie abfallen, wiederum zu erneuern zur Buße, als die sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und für Spott halten (Hebr. 6, 4. 6).

[46]Es ist unmöglich, die, so einmal erleuchtet sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig geworden sind des Heiligen Geistes, wo sie abfallen, wiederum zu erneuern zur Buße, als die sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und für Spott halten (Hebr. 6, 4. 6).

[47]Wenn jemand das Gesetz Moses bricht, der muß sterben. Wieviel, meint ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiligt ist, und den Geist der Gnade schmäht? (Hebr. 10, 28. 29).

[47]Wenn jemand das Gesetz Moses bricht, der muß sterben. Wieviel, meint ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch welches er geheiligt ist, und den Geist der Gnade schmäht? (Hebr. 10, 28. 29).

[48]Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden Seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts (Joh. 5, 28. 29).

[48]Es kommt die Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden Seine Stimme hören, und werden hervorgehen, die da Gutes getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber Übels getan haben, zur Auferstehung des Gerichts (Joh. 5, 28. 29).

[49]Ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken (Offenb. 2, 12).

[49]Ich sah die Toten, beide, groß und klein, stehen vor Gott, und Bücher wurden aufgetan. Und ein andres Buch ward aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach der Schrift in den Büchern, nach ihren Werken (Offenb. 2, 12).

[50]Also wird es am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein (Matth. 13, 49. 50).

[50]Also wird es am Ende der Welt gehen: die Engel werden ausgehen und die Bösen von den Gerechten scheiden und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird Heulen und Zähneklappen sein (Matth. 13, 49. 50).

[51]Dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei den Herrn sein allezeit (1. Thess. 4, 17).

[51]Dem Herrn entgegen in der Luft, und werden also bei den Herrn sein allezeit (1. Thess. 4, 17).

[52]Deine Mauern sollen Heil und deine Tore Lob heißen (Jes. 60, 18).

[52]Deine Mauern sollen Heil und deine Tore Lob heißen (Jes. 60, 18).

[53]Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt. Darum will Ich Ihm große Menge zur Beute geben, darum daß Er Sein Leben in den Tod gegeben hat (Jes. 53, 5. 12).

[53]Er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf Ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch Seine Wunden sind wir geheilt. Darum will Ich Ihm große Menge zur Beute geben, darum daß Er Sein Leben in den Tod gegeben hat (Jes. 53, 5. 12).

[54]Wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat — wer von einer Schlange gebissen wurde und sah die eherne Schlange an, der blieb leben — also mußte des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3, 14. 15).

[54]Wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöht hat — wer von einer Schlange gebissen wurde und sah die eherne Schlange an, der blieb leben — also mußte des Menschen Sohn erhöht werden, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3, 14. 15).

[55]Siehe, Ich habe deine Sünde von dir genommen und habe dich mit Feierkleidern angezogen (Sach. 3, 4) und: Er hat mich anzgezogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet (Jes. 61, 10).

[55]Siehe, Ich habe deine Sünde von dir genommen und habe dich mit Feierkleidern angezogen (Sach. 3, 4) und: Er hat mich anzgezogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet (Jes. 61, 10).

[56]Wer überwindet, auf den will Ich schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem und Meinen Namen, den neuen (Offenb. 3, 12).

[56]Wer überwindet, auf den will Ich schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem und Meinen Namen, den neuen (Offenb. 3, 12).

[57]Der Heilige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind (Röm. 8, 16).

[57]Der Heilige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir Gottes Kinder sind (Röm. 8, 16).

[58]Durch Christus seid ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit den Heiligen Geist der Verheißung (Eph. 1, 13).

[58]Durch Christus seid ihr, da ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit den Heiligen Geist der Verheißung (Eph. 1, 13).


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