Die Ruinen des Opernhauses und des Zwingers.Siebentes Kapitel
Die Ruinen des Opernhauses und des Zwingers.
Die Ruinen des Opernhauses und des Zwingers.
Als Kurt am nächsten Morgen den Anzug der in Reih und Glied stehenden Mannschaften nachgesehen hatte und die Visitationen danach zum Einzelexerzieren auf dem Kasernenhof auseinandergerückt waren, kam der Regimentsadjutant und überbrachte ihm den Befehl, mittags auf Altstädter Hauptwache zu ziehen.
Kurt trat vom Exerzieren der Kompagnie weg und begab sich aufdenTeil des Exerzierplatzes, wo die zum Aufziehen befehligten Wachen Garnisonwachtdienst übten. Hier meldete er sich beim Offizier du jour.
»Instruieren Sie Ihre Wachtmannschaft vor dem Wegtreten noch einmal recht sorgfältig über ihr Verhalten bei Verhaftungen und Waffengebrauch,« befahl dieser. »Auf Befehl der Kommandantur ziehen die Wachen heute mit scharfen Patronen auf, die in der Wachtstube aufbewahrt werden. Den Posten auf dem Zwingerwall besetzen Sie mit ganz zuverlässigen, alten Leuten. Welcher Unteroffizier zieht mit Ihnen auf?«
»Korporal Mißbach.«
»Der ist gut! Schärfen Sie ihm aber die größte Aufmerksamkeit ein, besonders für die Abendstunden, wo Sie im Theater sind.«
»Zu Befehl, Herr Major!«
Das Stellen der Wachen auf dem Kasernenhof um die Mittagsstunde vollzog sich vor einer großen Zuschauermenge. Viele Offiziere hatten sich dazu versammelt, und wohl alle dienstfreien Mannschaften sahen aus den Korridorfenstern zu. Nachdem auf das Kommando: »Offiziere und Unteroffiziere vorwärts – marsch!« die Wachthabenden vor die Front marschiert waren und der Offizier der Ronde »Parole Pillnitz« verkündet hatte, trat der Regimentskommandeur heran. Mit lauter Stimme gab er bekannt, daß heute vormittag die Auflösung des Landtags vor den beiden versammelten Kammern stattgefunden habe. Es seien Unruhen zu befürchten. Wenn die Lage einer Wache schwierig werden sollte, müßten die Wachthabenden und Posten kaltes Blut bewahren. Immer genau nach der Instruktion handeln! Sich nicht im Eifer hinreißen lassen! Angetrunkene nicht reizen! Aber energisch auftreten und, wenn nötig, von der Waffe Gebrauch machen! Alle verdächtigen Wahrnehmungen seien sofort der Kommandantur zu melden.
Hierauf rückten die Wachthabenden wieder ein. Das Präsentieren erfolgte, der Parademarsch, und Schlag ein Viertel auf eins marschierte die Wachtparade zum Hauptportal der Kaserne hinaus, mit klingendem Spiel die Allee hinab.
Die Hauptstraße war heute belebter als an anderenTagen. Unter die üblichen Spaziergänger, die mittags regelmäßig das Aufziehen der Wachtparade begleiteten, war eine große Anzahl unbekannter Gesichter gemischt, mit Demokratenbärten, weißen Filzhüten mit aufgeschlagener Krempe und blutroter Feder. An einigen Häusern waren Zettel angeklebt, die scharfe Proteste gegen die Auflösung des Landtags enthielten, mit der Überschrift: Kampf um Recht und Freiheit!
An der Ecke der Heinrichstraße war eine große Menge versammelt. Hier hielt vor der Neustädter Schule der voraufgerittene Regimentskommandeur, Oberst von Friederici, zu Pferde und ließ die Wachtparade noch einmal an sich vorbeimarschieren.
Oberleutnant von Schönberg-Pötting kommandierte als Wachthabender der Schloßwache zuerst die Ehrenerweisung. Dann folgte Kurt Allmer mit der Altstädter Hauptwache. Hinter ihm schallten die Kommandos der übrigen Wachthabenden. Die Gewehre krachten an die Schultern, und der harte Boden der Allee dröhnte unter den Tritten der Vorbeimarschierenden. Bei diesem Anblick der in vortrefflicher Mannszucht stehenden Truppen mochte es wohl manchem Zuschauenden unter dem Schlapphut heiß werden, und manche blutrote Feder wippte auf und nieder, die Erregung ihres Trägers verratend.
Ob Soldaten wie diese zu gewinnen waren? Nun, schon die nächsten Tage sollten die Antwort auf diese Frage geben.
Während der Nachmittagstunden war der Waffenplatz der Altstädter Hauptwache von Neugierigen umstellt, Leute, denen man auf den ersten Blick den friedlichen Bürger ansah, der gekommen war, um etwas nicht Alltäglicheszu erleben, Demokraten, die sich auf ihren martialischen Gesichtsausdruck viel zugute taten, angetrunkene Kommunalgardisten und Turner.
Einer der Schlapphüte versuchte, mit dem Posten vor dem Gewehr ein Gespräch anzuknüpfen, wobei er durchblicken ließ, daß die Armee mit dem Bürgertum gehen müsse. Der Soldat wandte sich aber gleichmütig ab und ging mit langsamen Schritten an den starken Ketten entlang, die im Bogen von einem steinernen Kegel zum andern hingen und die Grenze des Waffenplatzes bildeten.
Ein kurzer, heftiger Guß, der am späten Nachmittag fiel, trieb die Gaffer auseinander.
Gegen Abend übergab Kurt dem Korporal Mißbach die Wache, um seinen Dienstplatz im Theater einzunehmen. Jedes außergewöhnliche Vorkommnis sollte ihm ohne Verzug gemeldet werden.
Dann schritt Kurt über den leeren Theaterplatz hinweg. Am Hotel Bellevue fiel sein Blick auf eine Anschlagsäule, die die Ankündigung der heutigen Vorstellung trug:
Nehmt ein Exempel daran!
Lustspiel in Alexandrinernin 1 AktvonKarl Töpfer.
Wenige Tage darauf wußte die Dresdner Bevölkerung, daß diese Ankündigung prophetisch auf die kommenden Ereignisse hingewiesen hatte. Nur die Bezeichnung Lustspiel traf die Wirklichkeit nicht. Denn es war ein Drama von erschütternder Wirkung, das die Berliner »Alexandriner« in der sächsischen Hauptstadt aufführen halfen.
Als Kurt nach der Vorstellung zur Wache zurückkehrte, wurde diese gerade von dem Offizier der Ronde revidiert. Korporal Mißbach wußte nichts Außergewöhnliches zu melden. Auch die Nacht verlief ruhig. Den von der Ablösung zurückkehrenden Posten war nichts von Bedeutung aufgefallen. Ein paar Leute hatten versucht, die Schildwachen zur Aufgabe ihres Postens zu überreden und sich der allgemeinen Bewegung anzuschließen. Sie waren aber ohne Schwierigkeit abgewiesen worden.
Kurt schlief während der Nacht schlecht. Schwere Zweifel quälten ihn. Immer wieder fragte er sich, ob die Forderungen des Volkes gerecht seien. Da vernahm er, wie eine unbekannte Stimme antwortete: Würden sonst Männer wie Marschall, Richter, Semper, Lindeman und viele andere hochachtbare Namen im ganzen Lande die Forderungen vertreten? Haben sich nicht selbst die gestern abgedankten Minister mit den Wünschen des Volks einverstanden erklärt?
Kann die Regierung die Forderungen mit gutem Gewissen bewilligen? fragte Kurt wieder.
Sie kann es, lautete die Antwort.
AlleForderungen?
Da schwieg die Stimme. Kurt waren Ursulas Worte eingefallen: sie wissen nicht mehr zu unterscheiden zwischen den nationalen Wünschen, denen auch die der Bewegung Fernstehenden zustimmen können, und den staatsfeindlichen Forderungen.
Der so gesprochen, war auch ein Ehrenmann ohne Tadel – der alte Herr von Abendroth! Wo lag hier die Grenze, die das heilige Recht vom Frevel schied!
Ihr droht, euern Wünschen mit Gewalt Geltung zuverschaffen, warf der einsame Mann in der Offizierswachtstube dem unsichtbaren Sprecher vor.
Es ist die letzte Möglichkeit – klang es zurück. Alle Mittel, die das Gesetz vorschreibt, sind umsonst gewesen. Der Menschlichkeit müssen ihre Rechte werden!
Die Regierenden sind Menschen mit schwacher Kraft wie ihr. Große Aufgaben brauchen Zeit, sie durchzuführen.
Wir haben Jahr um Jahr geduldig gewartet. Das Volk verlangt jetzt gebieterisch seine Freiheit.
Kurt preßte die Lippen zusammen. Das Wort Freiheit aus diesem Munde hatte einen fatalen Klang.
Der König von Preußen hat abgelehnt, sagte der Träumende.
Nicht freiwillig, antwortete es. Die regierenden Männer beeinflussen ihre Fürsten, sich gegen den Krönungsbeschluß des Reichsparlaments aufzulehnen.
Wißt ihr denn, ob nicht unser König der Krönung geneigt ist? Billigte er sie, so wäre eure Hauptforderung erfüllt.
Er sträubt sich, klang es zurück. Er denkt nicht daran, zuzustimmen.
Wenn er aber erklärte, daß er für die Krönung sei?
Wir glauben ihm nicht.
Nicht einem Königswort? fuhr Kurt den Sprecher zornig an.
Hier schwieg die Stimme. Der Leichtschlummernde hörte draußen auf dem Waffenplatz die langsamen Schritte des Postens vor dem Gewehr in die Nacht hineinschallen. Sonst war alles still. Wenn der König sprechen würde! Dann müßten sich die Unzufriedenen im Landebescheiden. Und gäben sie ihre feindselige Haltung dennoch nicht auf, so läge es für jeden Gutgesinnten klar zutage, daß die Entrüstung über die ablehnende Haltung des Königs nur als Deckmantel diente, unter dem man das Volk zu Gewalttaten gegen die staatliche Ordnung aufreizte.
Dann hätte der alte Kriegsrat recht. Und wer es mit dem Wohl des Volkes ernst meinte, müßte der Bewegung den Rücken wenden. –
Während der Vormittagstunden war der Verkehr vor der Hauptwache wieder sehr lebhaft. Wie tags vorher umstand eine gedrängte Menge die Einfriedigung des Waffenplatzes, meist übles Gesindel, das den Soldaten freche Worte zurief. Die Erregung steigerte sich, als allgemein bekannt wurde, drei Minister, unter ihnen Herr von Ehrenstein, hätten abgedankt. Sie wollten mit ihrem Rücktritt beweisen, hieß es, daß sie die reaktionären Ansichten der im Amt verbleibenden Minister von Beust und Rabenhorst nicht teilten.
Kurz vor der Wachtablösung wurde Heinrich aus der Wachtstube gerufen, da ihn jemand sprechen wolle. Und wie er den Flur des Wachtgebäudes betrat, sah er die Köchin von Marschalls.
»Heinrich, die Madam ist plötzlich krank geworden,« sagte Anna zu ihm.
Heinrich erschrak.
»Was fehlt ihr denn?« fragte er bestürzt.
»Professor Richter war schon zweimal bei ihr,« antwortete das Mädchen. »Madam hat hohes Fieber. Der Herr Advokat ist außer sich. Komm nur heute abend einmal hin.«
Heinrich warf einen raschen Blick durch die offengebliebene Tür in die Wachtstube, wo die Mannschaften schon die Tornister auf den Rücken warfen.
»Ja, ja, freilich komm' ich, Anna,« versicherte er. »Es wird doch nichts Schlimmes sein?«
Das Mädchen zuckte mit den Achseln.
»Hoffentlich nicht. Ach, du lieber Gott, die gute Madam!« klagte sie, in die Hände schlagend.
Heinrich fühlte seine Brust beengt. Er horchte auf: in der Wachtstube traten die Leute an.
»Ich komme gegen Abend bestimmt,« rief er, sich rasch entfernend.
Da vernahm er noch einmal Annas Stimme:
»Ach, Heinrich, ich habe ja etwas vergessen. Valentinchen hat mir aufgetragen, du möchtest Herrn Leutnant Allmer bitten, daß er sie heute abend besucht. Du sollst es aber ja nicht vergessen!«
Heinrich stand schon in der Tür. Er wandte sich noch einmal um, nickte dem Mädchen zu und eilte dann in die Wachtstube.
»Valentinchen hat gestern abend einen Brief gekriegt, danach hat sie lange heimlich geweint …« rief Anna ihm noch nach. Aber die Worte verhallten in dem Lärm, der in der Wachtstube herrschte.
Heinrich schnallte rasch den Tornister auf den Rücken und griff nach dem Tschako. Da rief der Posten auch schon »Rrrraus!« und die Wachtmannschaft drängte eilig in die Vorhalle nach den Gewehrstützen.
Nachdem Kurt die Wache in die Kaserne zurückgeführt hatte, legte er sich zu Bett und schlief ein paar Stunden.Als ihn sein Bursche weckte, war es hohe Zeit, daß er sich in das Kasino begab.
Beim Essen wurde eine lebhafte Unterhaltung geführt. Kurt erfuhr, daß sich die Lage erheblich verschärft hatte und daß der Ausbruch der Empörung stündlich erwartet wurde. Aus allen Teilen des Landes waren schlimme Botschaften eingetroffen. In Leipzig, Chemnitz und Bautzen hätten die Unruhen einen so bedrohlichen Charakter angenommen, daß man von offenem Aufruhr reden könne. Im Vogtlande gähre es gewaltig. Die Führer der Demokraten zögen von einem Ort zum andern, wiegelten die Landbevölkerung auf und machten Anstrengungen, die noch Lauen unter der Bürgerschaft in die Bewegung hineinzuziehen. Der Zustand sei sehr ernst, die Stimmung der Regierung wenig zuversichtlich. Wie solle man einen bewaffneten Aufstand niederwerfen? Jetzt, wo mehr als die Hälfte der Truppen in Schleswig sei!
Nachdem die Tafel aufgehoben war, zog Oberleutnant Wetzig, sein Kompagnieführer, Kurt in eine Fensternische.
»Nun, wie war die Wache?« fragte er.
Kurt erzählte seine geringen Erlebnisse.
»Es wird Ernst, Allmer,« sagte der Oberleutnant.
Noch bestürzt von dem eben Gehörten erwiderte Kurt:
»Die Abdankung der drei Minister betrachten die Demokraten sicher als ihren ersten Sieg. Wird dieser Rücktritt nicht überall den Anschein erwecken, als ob ihre Sache gerecht sei?«
Oberleutnant Wetzig war ein ernster und kluger Offizier, der seinen jüngeren Kameraden kannte und schätzte.
»Mag jeder über die Billigkeit der demokratischen Forderungen so wohlwollend denken, wie er will,« antwortete er, »eine bewaffnete Erhebung muß aber aufs schärfste verurteilt werden. Bisher führten sie als Hauptgrund ins Feld, die Regierung sei gegen die Krönung des Königs von Preußen. Ich bin neugierig, was sie nun vorbringen werden, nachdem ihnen diese Waffe aus der Hand geschlagen ist.«
Kurt richtete sich unwillkürlich höher auf.
»Ich verstehe Sie nicht ganz,« entgegnete er.
Der Oberleutnant bemerkte sein Erstaunen.
»Haben Sie noch nicht gehört, daß der König gesprochen hat?«
»Nein,« entgegnete Kurt erregt, »mir ist nichts davon bekannt.«
»Nun, also: heute mittag ist eine Deputation des Deutschen Vereins im Schloß gewesen, um König Friedrich August zur Anerkennung der Reichsverfassung zu bewegen. Der König hat diese Männer huldvoll empfangen und ihnen geantwortet: Meine Herren, ich bin bereit, die Reichsverfassung anzuerkennen, sobald König Friedrich Wilhelm von Preußen sie anerkannt hat.«
Kurt trat einen Schritt zurück und starrte dem Sprecher ins Gesicht.
»Das Wort ist also gefallen,« fuhr Oberleutnant Wetzig fort, »das Tausenden die Augen über die wahre Lage öffnen müßte, – wenn sie hören wollten. Die letzten Nachrichten aus der Altstadt lassen aber erkennen, daß die Empörer sich der Einsicht verschließen. Ja, die Erklärung kommt den Führern der Bewegung sehr ungelegen.Sie bieten alles auf, um zu verhindern, daß die Zustimmung des Königs zur Kaiserkrönung im Lande bekannt wird, damit ihnen nicht das schärfste Mittel verloren geht, mit dem sie weite Kreise aufreizen. Jetzt verbreiten sie unter der Bevölkerung die Nachricht, der König verweigere rundweg die Anerkennung. Und diese Fälschung wird von der Hauptstadt aus ins Land fliegen und das Feuer der Empörung schüren. Damit geben die Führer aber den Beweis, daß sie die friedliche Schlichtung des Streits nicht wollen, sondern den Aufstand. Das bedeutet – Revolution!«
Eine kurze Weile stand Kurt sprachlos. Dann erwiderte er scheinbar ruhig, aber mit tiefer Bewegung:
»Vor wenigen Tagen sagte mir Schönberg, die Kameraden verstünden nicht, wie ich noch immer für die Forderungen der demokratischen Partei Sympathien hegte. Auch Sie, Wetzig, werden diese Stimmen gehört haben …«
Oberleutnant Wetzig nickte.
»Ich gestehe freimütig,« fuhr Kurt fort, wobei seine mühevolle Sprechweise verriet, wie es in ihm arbeitete, »daß ich wünschte, die Forderungen möchten bewilligt werden, denn ich hielt sie für gerecht. Ähnlich haben sich, mehr oder weniger entschieden, viele von uns ausgesprochen.«
Der Oberleutnant nickte wieder.
»Nachdem ich jetzt aber gehört, daß man fortfährt, das Volk aufzureizen, obwohldieForderung erfüllt ist, von deren Bewilligung, wie die Demokraten bisher behaupteten, allein der Frieden des Landes abhinge, – jetzt darf ich keine Minute länger einer Partei innerlich zustimmen, deren Führer so verwerfliche Mittel benutzen.Meine warme Anteilnahme für die Sache ist erloschen. Ich bin aus einem Anhänger zu ihrem Gegner geworden!«
Kurts Erregung hatte sich, während er sprach, immer mehr gedämpft. Nun schöpfte er ein paarmal tief Atem und sagte:
»Ich habe besonders dem Advokaten Marschall meine Sympathien nicht verhehlt. Deshalb werde ich ihn sogleich aufsuchen, um ihm zu erklären …«
»Langsam, lieber Allmer,« mäßigte Wetzig. »Ich verstehe recht gut, was Sie empfinden. Aber Sie werden sich gedulden müssen. Die Truppen sind durch Kommandanturbefehl konsigniert.«
»Herr Oberleutnant, ich bitte um eine Stunde Urlaub,« entgegnete Kurt in dienstlichem Ton, indem er sich verneigte.
Wetzig konnte nur schwer ein Lächeln unterdrücken.
»Ich als Ihr Kompagnieführer soll Sie beurlauben? Selbst der Oberst könnte es nicht, wenn Sie ihn darum bäten.«
Und als er Kurts peinliche Enttäuschung bemerkte, setzte er leiser hinzu:
»Helfen Sie sich allein, lieber Allmer. In Uniform gehen Sie aber nicht! Ziehen Sie rasch Ihr Zivil an und machen Sie's kurz. Und seien Sie auf den Straßen vorsichtig. Wie es heißt, sind in Altstadt alle Teufel losgelassen.«
Kurt erwiderte den freundschaftlichen Rat mit einem dankbaren Blick und drückte Wetzigs dargebotene Hand. Dann entfernte er sich unauffällig aus dem Kasino.Eine Viertelstunde später verließ er in Zivilkleidung die Kaserne.
Der Abend war hereingebrochen. Auf der Allee drängten sich die Menschen. In Altstadt herrschte ein Getümmel, wie es Kurt noch nicht erlebt hatte. Auf dem Schloßplatz, im Georgentor und in der Schloßgasse scholl unausgesetzt wüster Lärm. Große Scharen halbwüchsiger Burschen zogen Arm in Arm an ihm vorbei, pfeifend und brüllend. Unanständige Lieder wurden gesungen und drohende Rufe gegen den König und die Regierung ausgestoßen. An der Ecke des Taschenbergs stand gegenüber dem Schloß ein großer Haufe, der unzählige Hochs auf die abgedankten Minister ausbrachte.
Unmittelbar vor der kleinen Brüdergasse wurde Kurt durch eine neue Zusammenrottung wiederum am schnellen Vorwärtskommen gehindert. Hier riß der Pöbel unter betäubendem Lärm das Straßenpflaster auf und errichtete neben dem Hotel Stadt Gotha – quer über die Schloßgasse – mit Hilfe der granitnen Trottoirplatten eine hohe Barrikade. Auf ihrer Brüstung stand ein einzelner Mann, der die Arbeitenden unterwies, wie sie den Bau aufzurichten hätten, um ihn besonders stark zu machen.
Kurt kannte den Mann auf der Barrikade; es war der Hofbaumeister Semper.
Endlich hatte Kurt das Marschallsche Haus erreicht. Schnell stieg er die dunkeln Treppen hinauf und trat durch die nur angelehnte Tür ein. Die Wohnung schien verlassen. Auch im Vorsaal war es finster. Nur durch die Ritzen einer Tür drang ein Lichtschimmer.
Kurt schritt auf diese Tür zu. Da hörte er, wie indem Zimmer auf dem Klavier ein paar leise Akkorde angeschlagen wurden und wie darauf der gedämpfte Gesang einer Frauenstimme ertönte:
Und ob die Wolke sie verhülle,Die Sonne bleibt am Himmelszelt …
Und ob die Wolke sie verhülle,Die Sonne bleibt am Himmelszelt …
Kurt öffnete leise. An dem alten Tafelklavier saß Valentine. Sie war bleich, und auf ihren herben Zügen lag ein ungewohnter Schimmer von Mädchenhaftigkeit, der den auf der Schwelle Stehenden betroffen machte. Eine kurze Weile betrachtete er sie. Da bemerkte ihn Valentine und schreckte zusammen. Ihre schöne Altstimme brach ab, und nun kam das Mädchen auf ihn zu.
»Ich hatte Sie nicht gleich erkannt, Herr Leutnant,« versetzte sie, »weil ich Sie nur immer in Uniform gesehen habe.«
Kurt bemerkte, daß Valentine weich gestimmt und nicht so sicher war wie sonst.
»Es täte mir sehr leid,« fuhr sie fort, ihn mit einer Handbewegung zum Sitzen einladend, »wenn Sie durch diesen Besuch in eine unangenehme Lage gerieten. Auf den Gassen ist es nicht geheuer.« Dabei sah sie verständnisvoll auf Kurts hellgrauen Zivilanzug. »Aber ich habe Sie doch um diese Unterredung bitten müssen.«
Kurt machte eine Bewegung, als ob er den Sinn ihrer Worte nicht verstanden hätte.
»Heinrich Mißbach wird Ihnen überbracht haben …«
Kurt verneinte. Mißbach hätte ihm nichts mitgeteilt.
»Dann hat er's vergessen. Gewiß vor Bestürzung, weil Anna ihm gleichzeitig von der Erkrankung meiner Mutter erzählt hat. Das wird den guten Jungen erschreckt haben.«
»Ihre Frau Mutter ist erkrankt?« fragte Kurt teilnahmvoll.
Valentine hörte die Wärme aus seiner Stimme heraus.
»Leider – ganz plötzlich. Professor Richter weiß noch nicht, was ihr fehlt. Sie hat hohes Fieber. Vielleicht wird es Lungenentzündung. Jetzt ist Anna einstweilen bei ihr.«
»Die Vorsaaltür stand offen,« sagte Kurt, um sein unerwartete Erscheinen zu erklären.
Valentine hörte diese Worte nicht. Sie sann eine Weile nach. Endlich begann sie stockend:
»Ich mußte Sie noch heute sprechen, Herr Leutnant, weil ich Sie bitten wollte, Ihre Besuche bei uns aufzugeben. Die Entwicklung der politischen Vorgänge hat sich von gestern zu heute in einer so schroffen Weise vollzogen, daß Sie es mit Ihrer Stellung nicht würden vereinbaren können, wenn Sie uns die Freundschaft weiter schenken wollten, die uns bisher verband. Ich weiß nicht, ob Ihnen schon bekannt ist, welch entscheidende Wendung der heutige Tag gebracht hat?«
Kurt bestätigte, daß er es wisse.
»Dann wäre es freilich nicht nötig gewesen, Sie noch einmal zu bemühen … Aber« – das Mädchen atmete tief auf – »ich wünschte auch, mich … persönlich von Ihnen …«
Kurt sah stumm vor sich nieder. Eine tiefe Pause entstand. Endlich sagte er:
»Ich bin heute aus freien Stücken hierhergekommen, Fräulein Valentine. Ich wollte Ihrem Herrn Vater erklären, daß meine Pflicht als Offizier und – ich möchte das besonders betonen – meine persönlichen politischenAnschauungen mich zwingen, das Haus zu meiden, in dem ich so manche frohe Stunde verlebt habe.«
»Ich ahnte es, als Sie eintraten,« sagte Valentine leise.
Beide schwiegen.
Kurt erkannte noch einmal Valentinens Edelmut. Sie war ein hochherziges Mädchen! Daß sie jetzt seine politische Gegnerin war und eine tiefe Kluft ihn für alle Zukunft von ihr trennen würde, konnte seine Hochachtung vor ihr nicht verringern.
»Mein Vater ist leider nicht zu Hause,« unterbrach Valentine das Schweigen. »Der Sicherheitsausschuß tagt auf dem Rathause …«
»Bitte teilen Sie Ihrem Herrn Vater mit, daß ich hier war,« antwortete Kurt.
Valentine neigte zustimmend den Kopf. Dann erhoben sich beide fast gleichzeitig und standen eine kurze Weile stumm einander gegenüber.
»Ihrer Frau Mutter meine besten Wünsche,« sagte Kurt in gedämpftem Ton.
»Ich danke Ihnen, Herr Leutnant,« erwiderte sie noch leiser.
»Und Ihnen, Valentine …« Er stockte. »Sie brachten mir Ihre Freundschaft entgegen,« – hier sah er, wie das Mädchen in tiefer Bewegung erschauerte – »ich bot Ihnen die meinige …«
Kurt kämpfte schwer. Endlich fuhr er mit halblauter Stimme fort:
»Lassen Sie mich in dieser Abschiedsstunde frei bekennen, Valentine, daß es eine Zeit gab, zu der es mehr war als Freundschaft, was ich für Sie empfand. Eskann Ihnen nicht verborgen geblieben sein. Aber ich bin nahe daran gewesen, bitteres Unrecht zu tun, – mein Herz war nicht mehr frei. Ich stand im Begriff, einem guten Menschen unaussprechlichen Kummer zu bereiten. Sie wiesen mein leises Werben sanft zurück. Sicherlich vermochten Sie meine Empfindungen nicht zu teilen, – ich weiß es nicht. Ihre Zurückhaltung war mein Heil, sie hat mich vor schwerer Schuld bewahrt. Dafür werde ich Ihnen immer dankbar sein!«
Valentine hatte dieses Bekenntnis mit abgewandtem Gesicht angehört. Sie unterdrückte ihre schweren Atemzüge, aber ihre Schultern zuckten leise. Plötzlich griff sie in die Tasche ihres Kleides und reichte ihm stumm einen verschlossenen Brief ohne Aufschrift. Kurt nahm den Brief und steckte ihn achtlos ein.
»Leben Sie wohl, Valentine,« sagte er.
Sie hielt ihm die Hand hin.
»Werden Sie glücklich, Kurt!«
Er ergriff ihre Hand und hielt sie eine Sekunde lang umschlungen.
Dann wandte er sich ab und verließ die Stube, ohne noch einmal den Blick zurückzuwenden. –
Als sich Kurt der Schloßgasse wieder näherte, empfing ihn brausender Lärm. An der Barrikade bei Stadt Gotha wurde noch immer fieberhaft gearbeitet, und eine tobende Menge wogte auf und ab. Einige der Männer waren mit Gewehren und Säbeln bewaffnet.
Kurt war noch zu tief bewegt, daß er die drohende Haltung des aufgeregten Volkshaufens und die Schmährufe auf den König beachtet hätte. So rasch es ihm gelang, eilte er die Schloßgasse hinunter. Die Brücke warfast menschenleer. Den Neustädter Markt bedeckten die Jahrmarktsbuden, vor denen aber nur wenig Käufer standen. Auf der Hauptstraße wogte noch immer eine dichte Menge, darunter eine große Anzahl von verdächtigen Gestalten. Doch ging es hier weit ruhiger zu als in der Altstadt.
Plötzlich dachte er an Ursula. Und ein heißes Verlangen ergriff ihn, zu ihr zu eilen, seine Schuld zu bekennen und sie um Verzeihung zu bitten. Sein Herz war übervoll.
Kurt bog in den Obergraben ein und ging dann rasch durch die Kasernenstraße bis zum Pförtchen. In wenigen Minuten hatte er die Hospitalstraße hinter sich und stand nun vor dem kleinen Haus des Kriegsrats. Im Wohnzimmer brannte hinter den niedergelassenen Rouleaux mattes Licht.
Als Kurt durch den Hausflur ging, hörte er seine Schritte hohl von den Wänden zurückschallen. Da tastete er nach der Tür, über deren Schwelle er einen Schimmer sah, und öffnete. Die Kerze auf dem Tisch trug eine große Lichtschnuppe, daß die Flamme niedrig brannte und das Zimmer nur dürftig erleuchtet war.
Herr von Abendroth saß in seinem Lehnstuhl, das dickumwickelte kranke Bein auf einen zweiten Stuhl vor sich hochgelegt. An seiner Seite hockte auf der Fußbank Ursula, die Ellbogen auf die Knie gestützt und die Hände vor das Gesicht geschlagen. Als Kurt eintrat, ließ sie die Hände langsam sinken, als wenn sie aus einer Erstarrung erwache, und sah ihn verständnislos an.
Da sprang Ursula mit einem Mal auf, und Kurt glaubte, eine Fremde zu sehen. In starrer Haltung undmit zurückgeworfenem Kopf stand sie vor ihm. Ihr Gesicht war aschfahl, und aus ihren weitgeöffneten Augen trafen ihn die erzürnten Blicke eines tief verletzten Weibes.
»Wie, Herr Allmer!« rief sie mit schneidender Stimme, »Sie wagen es wirklich …«
Kurt war wie gelähmt. War dieses Mädchen, das zitternd vor tiefster Empörung dort stand und ihm diese Worte zurief, war das Ursula? Da brach wie ein Himmelsturz die Empfindung der Schwere seiner Schuld auf ihn nieder, und er senkte den Blick vor Ursulas Augen.
Noch rang das aller Fassung beraubte Mädchen nach Worten, als Kurt tief erschüttert sprach:
»Ursula, ich habe gefehlt. Ich komme zu dir als ein Bittender, der seine Schuld büßen will. Höre mich an. Ich flehe darum! Weise mich nicht von dir, – um deiner großen Liebe willen!«
Da lachte das Mädchen schrill auf.
»Um meiner Liebe willen? Nein, Herr Allmer, das Possenspiel, das Sie mit mir trieben, ist aus! Mit grausamer Hand haben Sie aus meinem Herzen gerissen, was ich darin wie ein Heiligtum bewahrte. Ja, ich will es bekennen,« stieß sie hervor, wobei sich ihre Stimme bis zur äußersten Kraftanstrengung steigerte, »ich will es ohne zu erröten gestehen, daß ich Sie liebte mit der ganzen heißen Glut, die ein unschuldiges Mädchenherz für den geliebten Mann nur erfüllen kann. Empfand ich doch, daß diese Leidenschaft selbst stärker war, als die Liebe, mit der ich von meiner sterbenden Mutter Abschied nahm. Jetzt aber ist in meinem Herzen erstickt,was ich für Sie sorgsam darin hegte! Sie selbst waren es, der dies vollbracht!«
Kurt krampfte die Hände ineinander.
»Ursula! – Ursula! –« rief er verzweifelt.
»Nein, Herr Allmer!« schrie das Mädchen, während Blitze aus ihren Augen brachen, »Ihr Flehen ist umsonst!« – Sie schlug wiederholt mit der Hand heftig auf ihre Brust. »Alles ist hier tot, – alles! Verlassen Sie mich! In diesem Hause ist kein längeres Bleiben für Sie!«
»Herr Kriegsrat,« stammelte der Erschütterte und wollte zu dem alten Herrn hineilen, aber seine Füße hingen wie gebannt an der Stelle, »Sie waren immer so gütig zu mir wie ein Vater …«
Herr von Abendroth lag regungslos im Stuhl und hielt die Augen mit der Hand bedeckt und vermochte nicht zu antworten.
»Was zögern Sie noch!« rief Ursula befehlend, – »gehen Sie!« und wies nach der Tür.
Noch eine kurze Weile verharrte Kurt wie betäubt in seiner zusammengesunkenen Haltung, als wenn er die Kraft, diesen Ort zu verlassen, erst sammeln müsse. Müde wandte er sich dann um, tat ein paar Schritte und – blieb stehen.
»Ich komme wieder,« murmelte er schwer atmend.
»Nein, versuchen Sie es nicht!« klang Ursulas Stimme jetzt ruhiger, aber unerbittlich. »Sie würden nur von neuem von der Schwelle dieses Hauses gewiesen werden.«
Ein paar Sekunden vergingen noch. Dann verließ Kurt Allmer wortlos und unsicheren Schritts das Abendrothsche Haus.
Ursula blieb in steifer Haltung in der Mitte des Zimmers stehen und horchte angestrengt auf die sich entfernenden Schritte. Als der letzte verhallt war, ging sie ruhig zum Tisch zurück, sank schwer auf einen Stuhl nieder und sah unbeweglich nach der Tür. So verharrte sie eine geraume Zeit. Dann legte sie die Arme auf den Tisch und vergrub ihr Gesicht darin. Bis sich endlich der alte Herr mühsam von seinem Stuhl erhob, zu der Sitzenden hinkte und sich neben ihr niederließ. Mit unendlicher Schonung richtete er die still Weinende auf, schlug die Arme um sie und legte ihren Kopf an seine Brust.
Inzwischen war Kurt völlig erschöpft in die Kaserne zurückgekehrt. Kaum hatte er seine Stube betreten, als es an der Tür stark klopfte und gleich darauf Korporal Mißbach mit tief bekümmertem Gesicht ins Zimmer trat.
Heinrich war halb verzweifelt, weil er nichts über die kranke Frau Marschall erfahren konnte. Kein Soldat durfte ja die Kaserne verlassen.
»Herr Leutnant möchten,« stotterte er, »ich hatte ganz vergessen, – möchten heute abend noch zu Valen… zu Fräulein Marschall kommen.«
Kurt winkte ab. »Schon gut.«
Der geängstigte Bursche verstand, der Herr Leutnant war bereits drüben gewesen. Da fiel ihm dessen verstörtes Gesicht auf, das nichts Gutes weissagte. Schon sollte er nach der Kranken fragen. Da besann er sich, vor wem er stand, und ging tief bedrückt aus dem Zimmer.
Heinrichs Erscheinen hatte Kurt an den Brief erinnert, den Valentine ihm beim Abschied gegeben. Er zog ihn aus der Tasche, riß den Umschlag auf und las:
Fräulein Marschall!Nachdem Sie bisher alle Ihre Künste aufgeboten haben, um Herrn Leutnant Allmer in Ihr Haus zu locken, begingen Sie gestern abend auch noch die unglaubliche Taktlosigkeit, sich von ihm auf offener Straße küssen zu lassen. Ich darf kaum hoffen, daß Sie noch empfinden können, was Menschen von Erziehung von einer Person, wie Sie sind, halten. Ich möchte Ihnen nur mitteilen, daß Herr Allmer der heimliche Verlobte einer jungen Dame von Stand ist. Vielleicht glimmt noch ein Funken weiblicher Scham in Ihrer Brust!Amalie von Zehmen.
Fräulein Marschall!
Nachdem Sie bisher alle Ihre Künste aufgeboten haben, um Herrn Leutnant Allmer in Ihr Haus zu locken, begingen Sie gestern abend auch noch die unglaubliche Taktlosigkeit, sich von ihm auf offener Straße küssen zu lassen. Ich darf kaum hoffen, daß Sie noch empfinden können, was Menschen von Erziehung von einer Person, wie Sie sind, halten. Ich möchte Ihnen nur mitteilen, daß Herr Allmer der heimliche Verlobte einer jungen Dame von Stand ist. Vielleicht glimmt noch ein Funken weiblicher Scham in Ihrer Brust!
Amalie von Zehmen.
Und darunter war mit Bleistift gekritzelt:
Selbst wenn ich Ihr Verlöbnis gekannt, hätte ich das Gefühl in meinem Herzen nicht ersticken können, das mich während ein paar kurzer Monate unaussprechlich glücklich gemacht hat.Valentine.
Selbst wenn ich Ihr Verlöbnis gekannt, hätte ich das Gefühl in meinem Herzen nicht ersticken können, das mich während ein paar kurzer Monate unaussprechlich glücklich gemacht hat.
Valentine.
Auch in der engen Offizierstube war ein von Schmerz Überwältigter willenlos auf den Tisch gesunken. Aber es kam niemand, der ihm liebevoll Trost zugesprochen hätte.