DER MARNER.

DER MARNER.[Scherer D.217,E.209.]Ein bürgerlicher Fahrender, Schüler Walthers von der Vogelweide. Er wirkte vierzig oder fünfzig Jahre bis gegen 1270, verfasste deutsche und lateinische Gedichte und wurde nach einem Spruche Rumelants als blinder, gebrechlicher Greis ermordet. Herausgegeben von Strauch (Strassburg 1876).Sing ich dien liuten mîniu liet,sô wil der êrste dazwie Dieterîch von Berne schiet,der ander, wâ künc Ruother saz,der dritte wil der Riuzen sturm, sô wil der vierde Ekhartes nôt,der fünfte wen Kriemhilt verriet,dem sehsten tæte bazwar komen sî der Wilzen diet.der sibende wolde eteswazHeimen ald hern Witchen sturm, Sigfrides ald hern Eggen tôt.sô wil der ahtode niht wan hübschen minnesanc.dem niunden ist diu wîle bî den allen lanc.10der zehend enweiz wie,nû sust nû sô, nû dan nû dar, nû hin nû her, nû dort nû hie.dâ bî hæte manger gerne der Nibelunge hort.der wigt mîn wortringer danne ein ort:des muot ist in schatze verschort.sus gât mîn sanc in manges ôre, als der mit blîge in marmel bort.sus singe ich unde sage iu, des iu niht bî mir der künec enbôt.Singe ich den Leuten meine Lieder,so will der Erste das,wie Dietrich von Bern schied,der Andere, wo König Ruother sass;der Dritte will der Russen Sturm: so will der Vierte Eckharts Noth,der Fünfte, wen Kriemhilt verrieth;20dem Sechsten wäre lieber,wohin der Wilzen Volk gekommen sei;der Siebente wollte etwaHeimes oder Herrn Wittichs Kampf, Siegfrieds oder Herrn Egges Tod.So will der Achte dabei nur höfischen Minnesang;dem Neunten istbei alledem die Weile lang;der Zehnte weiss nicht wie:nun so, nun so, nun fort, nun da, nun hin, nun her, nun dort, nun hier;dabei hätte Mancher gern der Nibelungen Schatz;der schätzt mein Wort30geringer als ein Loth,des Sinn ist in Geld vergraben.So geht mein Sang in Manches Ohren, wie wer mit Blei in Marmor bohrt;so singe ich und sage ich, wovon euch der König nichts durch mich bestellte.

DER MARNER.

[Scherer D.217,E.209.]

Ein bürgerlicher Fahrender, Schüler Walthers von der Vogelweide. Er wirkte vierzig oder fünfzig Jahre bis gegen 1270, verfasste deutsche und lateinische Gedichte und wurde nach einem Spruche Rumelants als blinder, gebrechlicher Greis ermordet. Herausgegeben von Strauch (Strassburg 1876).

Ein bürgerlicher Fahrender, Schüler Walthers von der Vogelweide. Er wirkte vierzig oder fünfzig Jahre bis gegen 1270, verfasste deutsche und lateinische Gedichte und wurde nach einem Spruche Rumelants als blinder, gebrechlicher Greis ermordet. Herausgegeben von Strauch (Strassburg 1876).

Sing ich dien liuten mîniu liet,sô wil der êrste dazwie Dieterîch von Berne schiet,der ander, wâ künc Ruother saz,der dritte wil der Riuzen sturm, sô wil der vierde Ekhartes nôt,der fünfte wen Kriemhilt verriet,dem sehsten tæte bazwar komen sî der Wilzen diet.der sibende wolde eteswazHeimen ald hern Witchen sturm, Sigfrides ald hern Eggen tôt.sô wil der ahtode niht wan hübschen minnesanc.dem niunden ist diu wîle bî den allen lanc.10der zehend enweiz wie,nû sust nû sô, nû dan nû dar, nû hin nû her, nû dort nû hie.dâ bî hæte manger gerne der Nibelunge hort.der wigt mîn wortringer danne ein ort:des muot ist in schatze verschort.sus gât mîn sanc in manges ôre, als der mit blîge in marmel bort.sus singe ich unde sage iu, des iu niht bî mir der künec enbôt.

Sing ich dien liuten mîniu liet,sô wil der êrste dazwie Dieterîch von Berne schiet,der ander, wâ künc Ruother saz,der dritte wil der Riuzen sturm, sô wil der vierde Ekhartes nôt,der fünfte wen Kriemhilt verriet,dem sehsten tæte bazwar komen sî der Wilzen diet.der sibende wolde eteswazHeimen ald hern Witchen sturm, Sigfrides ald hern Eggen tôt.sô wil der ahtode niht wan hübschen minnesanc.dem niunden ist diu wîle bî den allen lanc.10der zehend enweiz wie,nû sust nû sô, nû dan nû dar, nû hin nû her, nû dort nû hie.dâ bî hæte manger gerne der Nibelunge hort.der wigt mîn wortringer danne ein ort:des muot ist in schatze verschort.sus gât mîn sanc in manges ôre, als der mit blîge in marmel bort.sus singe ich unde sage iu, des iu niht bî mir der künec enbôt.

Sing ich dien liuten mîniu liet,sô wil der êrste dazwie Dieterîch von Berne schiet,der ander, wâ künc Ruother saz,der dritte wil der Riuzen sturm, sô wil der vierde Ekhartes nôt,der fünfte wen Kriemhilt verriet,dem sehsten tæte bazwar komen sî der Wilzen diet.der sibende wolde eteswazHeimen ald hern Witchen sturm, Sigfrides ald hern Eggen tôt.sô wil der ahtode niht wan hübschen minnesanc.dem niunden ist diu wîle bî den allen lanc.10der zehend enweiz wie,nû sust nû sô, nû dan nû dar, nû hin nû her, nû dort nû hie.dâ bî hæte manger gerne der Nibelunge hort.der wigt mîn wortringer danne ein ort:des muot ist in schatze verschort.sus gât mîn sanc in manges ôre, als der mit blîge in marmel bort.sus singe ich unde sage iu, des iu niht bî mir der künec enbôt.

Sing ich dien liuten mîniu liet,

sô wil der êrste daz

wie Dieterîch von Berne schiet,

der ander, wâ künc Ruother saz,

der dritte wil der Riuzen sturm, sô wil der vierde Ekhartes nôt,

der fünfte wen Kriemhilt verriet,

dem sehsten tæte baz

war komen sî der Wilzen diet.

der sibende wolde eteswaz

Heimen ald hern Witchen sturm, Sigfrides ald hern Eggen tôt.

sô wil der ahtode niht wan hübschen minnesanc.

dem niunden ist diu wîle bî den allen lanc.10

der zehend enweiz wie,

nû sust nû sô, nû dan nû dar, nû hin nû her, nû dort nû hie.

dâ bî hæte manger gerne der Nibelunge hort.

der wigt mîn wort

ringer danne ein ort:

des muot ist in schatze verschort.

sus gât mîn sanc in manges ôre, als der mit blîge in marmel bort.

sus singe ich unde sage iu, des iu niht bî mir der künec enbôt.

Singe ich den Leuten meine Lieder,so will der Erste das,wie Dietrich von Bern schied,der Andere, wo König Ruother sass;der Dritte will der Russen Sturm: so will der Vierte Eckharts Noth,der Fünfte, wen Kriemhilt verrieth;20dem Sechsten wäre lieber,wohin der Wilzen Volk gekommen sei;der Siebente wollte etwaHeimes oder Herrn Wittichs Kampf, Siegfrieds oder Herrn Egges Tod.So will der Achte dabei nur höfischen Minnesang;dem Neunten istbei alledem die Weile lang;der Zehnte weiss nicht wie:nun so, nun so, nun fort, nun da, nun hin, nun her, nun dort, nun hier;dabei hätte Mancher gern der Nibelungen Schatz;der schätzt mein Wort30geringer als ein Loth,des Sinn ist in Geld vergraben.So geht mein Sang in Manches Ohren, wie wer mit Blei in Marmor bohrt;so singe ich und sage ich, wovon euch der König nichts durch mich bestellte.

Singe ich den Leuten meine Lieder,so will der Erste das,wie Dietrich von Bern schied,der Andere, wo König Ruother sass;der Dritte will der Russen Sturm: so will der Vierte Eckharts Noth,der Fünfte, wen Kriemhilt verrieth;20dem Sechsten wäre lieber,wohin der Wilzen Volk gekommen sei;der Siebente wollte etwaHeimes oder Herrn Wittichs Kampf, Siegfrieds oder Herrn Egges Tod.So will der Achte dabei nur höfischen Minnesang;dem Neunten istbei alledem die Weile lang;der Zehnte weiss nicht wie:nun so, nun so, nun fort, nun da, nun hin, nun her, nun dort, nun hier;dabei hätte Mancher gern der Nibelungen Schatz;der schätzt mein Wort30geringer als ein Loth,des Sinn ist in Geld vergraben.So geht mein Sang in Manches Ohren, wie wer mit Blei in Marmor bohrt;so singe ich und sage ich, wovon euch der König nichts durch mich bestellte.

Singe ich den Leuten meine Lieder,so will der Erste das,wie Dietrich von Bern schied,der Andere, wo König Ruother sass;der Dritte will der Russen Sturm: so will der Vierte Eckharts Noth,der Fünfte, wen Kriemhilt verrieth;20dem Sechsten wäre lieber,wohin der Wilzen Volk gekommen sei;der Siebente wollte etwaHeimes oder Herrn Wittichs Kampf, Siegfrieds oder Herrn Egges Tod.So will der Achte dabei nur höfischen Minnesang;dem Neunten istbei alledem die Weile lang;der Zehnte weiss nicht wie:nun so, nun so, nun fort, nun da, nun hin, nun her, nun dort, nun hier;dabei hätte Mancher gern der Nibelungen Schatz;der schätzt mein Wort30geringer als ein Loth,des Sinn ist in Geld vergraben.So geht mein Sang in Manches Ohren, wie wer mit Blei in Marmor bohrt;so singe ich und sage ich, wovon euch der König nichts durch mich bestellte.

Singe ich den Leuten meine Lieder,

so will der Erste das,

wie Dietrich von Bern schied,

der Andere, wo König Ruother sass;

der Dritte will der Russen Sturm: so will der Vierte Eckharts Noth,

der Fünfte, wen Kriemhilt verrieth;20

dem Sechsten wäre lieber,

wohin der Wilzen Volk gekommen sei;

der Siebente wollte etwa

Heimes oder Herrn Wittichs Kampf, Siegfrieds oder Herrn Egges Tod.

So will der Achte dabei nur höfischen Minnesang;

dem Neunten istbei alledem die Weile lang;

der Zehnte weiss nicht wie:

nun so, nun so, nun fort, nun da, nun hin, nun her, nun dort, nun hier;

dabei hätte Mancher gern der Nibelungen Schatz;

der schätzt mein Wort30

geringer als ein Loth,

des Sinn ist in Geld vergraben.

So geht mein Sang in Manches Ohren, wie wer mit Blei in Marmor bohrt;

so singe ich und sage ich, wovon euch der König nichts durch mich bestellte.


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