DIE WIENER GENESIS.

DIE WIENER GENESIS.

[Scherer D.82,E.74.]

Enthält mehrere Stücke, die vermuthlich an Stelle von Predigten zum Vorlesen bestimmt waren und zum Theil noch aus dem elften Jahrhundert herrühren. Scherer unterscheidet sechs verschiedene Verfasser. Herausgegeben von Graff ‘Diutisca’ III (1829); Hoffmann ‘Fundgruben II’ (1837); Massmann ‘Deutsche Gedichte des zwölften Jahrhunderts’ (1837).

Enthält mehrere Stücke, die vermuthlich an Stelle von Predigten zum Vorlesen bestimmt waren und zum Theil noch aus dem elften Jahrhundert herrühren. Scherer unterscheidet sechs verschiedene Verfasser. Herausgegeben von Graff ‘Diutisca’ III (1829); Hoffmann ‘Fundgruben II’ (1837); Massmann ‘Deutsche Gedichte des zwölften Jahrhunderts’ (1837).

Dô diu vrouwa Sâragelebete hundert jouch siben und zueinzich jâre,dise werlt si begab.Abrahâm choufte ir ein grab,und bevalech si scônemit stanch aller bîmentône.20vile harte er si chlagete:ze lezzist er gedagite.do begunde er sich trôsten:waz mahte er dô bezzeres tuon?sô tuot unser igelîchsô ime gescihet samelîch.Dô iz zuo diu cham,daz Ysaac scolte gehîwan,sîn vater Abrahâmeiskôte sînen amman:den hiez er suerigen,sô in got muose nerigen,daz er der liute,dâ er under bûte,niemmer wib ne gewunneYsaac sîneme chinde:10er hiez in dar varen,dannen er geborn was,zuo sines bruoder hûs Nachor,daz ime Batuel gâbe sîne tohter,die scônen Rebeccen,Ysaac ze gebetten.[Der scalch sprach] obe man ime ire niene gâbe,waz er des mahte?er ne scolte ouch sich des pelgen,ob si ime ne wolte volgen.20[Abrahâm chod] ‘des eides sîs dû ledich,ob dir ne volge diu magit.’In deme enteluoder zewô olbentenmit mislîchen dingender magide ze minnen.alsô er dare cham,er irbeizta bi einem brunnan.dô der âbant zuo seich,daz fihe man ze trenche treib.30er stuont bettedaz in got gewertedaz er ime daz wîb erougtediu sîneme hêrren scolte.[Er chot] ‘nû wil ich haben ze zeichenwelihe got mir eiche,suelehe maged ich pittedaz si mir des wazzeres scepphe,ob mir got verlîhit,daz si mir des nieht verzîhet,si ne heizze mich selben trinchen10jouch mîne olbenten:diu scol mîneme hêrrenze minnen jouch ze êren.’Bi daz er daz gebet nider lie,diu scône Rebecca zuo gie,und manech maged anderiu,der ire gelîch was neheiniu.Er sprach ire zuo:‘wande ne trenchest dû mich, vrouwa?’ime selben si scanchte,20sîn olbenten si ouch tranchte.got er gnâdôtedaz er in sô sciere erhôrte.Er gab ir ze minnenzuêne ôringeund zuêne armpougeûz alrôteme golde,und frâgete si sârewes tohter si wâre.Si sprach, Abrahâm30wâre ir vater ôheim.si bat in ze hûs,sprah, dâ wâre vile houwes:dâ mahten gestehaben guote reste.Nieht si ne tualteê si ir vater al gezalte.si begunde zeiganire bruoder Lâbanbouge unde ôringedie si enphie von deme jungelinge.er liuf dar sciere,sprach, wand er ze hûs ne vuore?10Dô er dare cham,dô ward er wole inphangan.vile wole si in handelôten,maniges si in vrâgôten,nâh allem niumâre,waz sîn gewerf wâre.[Er chot] sîn hêrre hête in dare gesantumb einen michelen ârant,sîneme junchêrren umb ein wîbdiu guot wâre und êrlîch,20die scônen Rebeccendeme hêrren Ysaac ze gebetten.Sînen hêrren er lobetewaz er rîhtuomes habete,fihis unde scatzesmanichvaltes nutzes;und wie wole ire gescâheob si in gnâme.ob si iz wolten tuon,daz si in des liezzen spuon:ob si des ne wolten,daz si in niene tualten.Si sprâchen daz si gotes willenniene wolten stillen:‘hie ist unser tohterân aller slahte laster:suie sciere dir gevalle,var heim mit alle.’Er wart vil vrô10solicher antwurtô.silberîne napphe,guldîne chopphe,vile guot gewâteze chemenâten er brâhte:er gébete zêristeder junchvrouwen aller bezzeste;deme vater und dere muoterjouch ir bruoder.Guot wâren die gebe,20wol geviel sîn rede.si sâzen ze muosemit vrôlîcheme gechôse.dâ was spil unde wunneunder wîben unde manne.vone benche ze benchehiez man allûteren wîn scenchen;si spilten unde trunchanunz in iz der slâf binam.Alsô der tach cham,30ûf was der Ysaachis man:des urloubes er bat,daz ime nieman ne gab:si bâten daz er dâ wârezehen tage fristmâle.daz dûhte in ze lenge:[er chot] ze wiu si in scolten tuellen?er bat sich lâzzen,daz is sînen hêrren ieht dorfte irdrizzen.Do si sînen ernist gesâhen,die maged si frâgeten,obe si ime wolte volgen10zuo eigenen seliden.si sprach gerne vuoresuâ ire ieht guotes gescâhe.Ze stete si ime se gâbenmit scônen mageden;si gâben ir mite ir ammen,daz si der daneverte deste min mahte erlangen.Ze rosse si giengen,mit âmare si scieden.vater unde muoter20jouch ire bruoder,si bâten unseren trehtîndaz si sâlich muose sînze tûsent tûsent jâren,und alle die von ire châmen.Isaac was ûz gegangenzuo einem brunnen,daz er ouch sâhewaz tâten sîne snitâre.Also iz zuo deme âbande seig,30sîn man mit dere junchvrouwen zuo reit.Der hêrre ire gegen gie,vil wole er si enphie.er vie sie behende,er gie mit ire spilendeuber daz scône velt:er leite sie in sîn gezelt.

Dô diu vrouwa Sâragelebete hundert jouch siben und zueinzich jâre,dise werlt si begab.Abrahâm choufte ir ein grab,und bevalech si scônemit stanch aller bîmentône.20vile harte er si chlagete:ze lezzist er gedagite.do begunde er sich trôsten:waz mahte er dô bezzeres tuon?sô tuot unser igelîchsô ime gescihet samelîch.Dô iz zuo diu cham,daz Ysaac scolte gehîwan,sîn vater Abrahâmeiskôte sînen amman:den hiez er suerigen,sô in got muose nerigen,daz er der liute,dâ er under bûte,niemmer wib ne gewunneYsaac sîneme chinde:10er hiez in dar varen,dannen er geborn was,zuo sines bruoder hûs Nachor,daz ime Batuel gâbe sîne tohter,die scônen Rebeccen,Ysaac ze gebetten.[Der scalch sprach] obe man ime ire niene gâbe,waz er des mahte?er ne scolte ouch sich des pelgen,ob si ime ne wolte volgen.20[Abrahâm chod] ‘des eides sîs dû ledich,ob dir ne volge diu magit.’In deme enteluoder zewô olbentenmit mislîchen dingender magide ze minnen.alsô er dare cham,er irbeizta bi einem brunnan.dô der âbant zuo seich,daz fihe man ze trenche treib.30er stuont bettedaz in got gewertedaz er ime daz wîb erougtediu sîneme hêrren scolte.[Er chot] ‘nû wil ich haben ze zeichenwelihe got mir eiche,suelehe maged ich pittedaz si mir des wazzeres scepphe,ob mir got verlîhit,daz si mir des nieht verzîhet,si ne heizze mich selben trinchen10jouch mîne olbenten:diu scol mîneme hêrrenze minnen jouch ze êren.’Bi daz er daz gebet nider lie,diu scône Rebecca zuo gie,und manech maged anderiu,der ire gelîch was neheiniu.Er sprach ire zuo:‘wande ne trenchest dû mich, vrouwa?’ime selben si scanchte,20sîn olbenten si ouch tranchte.got er gnâdôtedaz er in sô sciere erhôrte.Er gab ir ze minnenzuêne ôringeund zuêne armpougeûz alrôteme golde,und frâgete si sârewes tohter si wâre.Si sprach, Abrahâm30wâre ir vater ôheim.si bat in ze hûs,sprah, dâ wâre vile houwes:dâ mahten gestehaben guote reste.Nieht si ne tualteê si ir vater al gezalte.si begunde zeiganire bruoder Lâbanbouge unde ôringedie si enphie von deme jungelinge.er liuf dar sciere,sprach, wand er ze hûs ne vuore?10Dô er dare cham,dô ward er wole inphangan.vile wole si in handelôten,maniges si in vrâgôten,nâh allem niumâre,waz sîn gewerf wâre.[Er chot] sîn hêrre hête in dare gesantumb einen michelen ârant,sîneme junchêrren umb ein wîbdiu guot wâre und êrlîch,20die scônen Rebeccendeme hêrren Ysaac ze gebetten.Sînen hêrren er lobetewaz er rîhtuomes habete,fihis unde scatzesmanichvaltes nutzes;und wie wole ire gescâheob si in gnâme.ob si iz wolten tuon,daz si in des liezzen spuon:ob si des ne wolten,daz si in niene tualten.Si sprâchen daz si gotes willenniene wolten stillen:‘hie ist unser tohterân aller slahte laster:suie sciere dir gevalle,var heim mit alle.’Er wart vil vrô10solicher antwurtô.silberîne napphe,guldîne chopphe,vile guot gewâteze chemenâten er brâhte:er gébete zêristeder junchvrouwen aller bezzeste;deme vater und dere muoterjouch ir bruoder.Guot wâren die gebe,20wol geviel sîn rede.si sâzen ze muosemit vrôlîcheme gechôse.dâ was spil unde wunneunder wîben unde manne.vone benche ze benchehiez man allûteren wîn scenchen;si spilten unde trunchanunz in iz der slâf binam.Alsô der tach cham,30ûf was der Ysaachis man:des urloubes er bat,daz ime nieman ne gab:si bâten daz er dâ wârezehen tage fristmâle.daz dûhte in ze lenge:[er chot] ze wiu si in scolten tuellen?er bat sich lâzzen,daz is sînen hêrren ieht dorfte irdrizzen.Do si sînen ernist gesâhen,die maged si frâgeten,obe si ime wolte volgen10zuo eigenen seliden.si sprach gerne vuoresuâ ire ieht guotes gescâhe.Ze stete si ime se gâbenmit scônen mageden;si gâben ir mite ir ammen,daz si der daneverte deste min mahte erlangen.Ze rosse si giengen,mit âmare si scieden.vater unde muoter20jouch ire bruoder,si bâten unseren trehtîndaz si sâlich muose sînze tûsent tûsent jâren,und alle die von ire châmen.Isaac was ûz gegangenzuo einem brunnen,daz er ouch sâhewaz tâten sîne snitâre.Also iz zuo deme âbande seig,30sîn man mit dere junchvrouwen zuo reit.Der hêrre ire gegen gie,vil wole er si enphie.er vie sie behende,er gie mit ire spilendeuber daz scône velt:er leite sie in sîn gezelt.

Dô diu vrouwa Sâragelebete hundert jouch siben und zueinzich jâre,dise werlt si begab.Abrahâm choufte ir ein grab,und bevalech si scônemit stanch aller bîmentône.20vile harte er si chlagete:ze lezzist er gedagite.do begunde er sich trôsten:waz mahte er dô bezzeres tuon?sô tuot unser igelîchsô ime gescihet samelîch.Dô iz zuo diu cham,daz Ysaac scolte gehîwan,sîn vater Abrahâmeiskôte sînen amman:den hiez er suerigen,sô in got muose nerigen,daz er der liute,dâ er under bûte,niemmer wib ne gewunneYsaac sîneme chinde:10er hiez in dar varen,dannen er geborn was,zuo sines bruoder hûs Nachor,daz ime Batuel gâbe sîne tohter,die scônen Rebeccen,Ysaac ze gebetten.[Der scalch sprach] obe man ime ire niene gâbe,waz er des mahte?er ne scolte ouch sich des pelgen,ob si ime ne wolte volgen.20[Abrahâm chod] ‘des eides sîs dû ledich,ob dir ne volge diu magit.’In deme enteluoder zewô olbentenmit mislîchen dingender magide ze minnen.alsô er dare cham,er irbeizta bi einem brunnan.dô der âbant zuo seich,daz fihe man ze trenche treib.30er stuont bettedaz in got gewertedaz er ime daz wîb erougtediu sîneme hêrren scolte.[Er chot] ‘nû wil ich haben ze zeichenwelihe got mir eiche,suelehe maged ich pittedaz si mir des wazzeres scepphe,ob mir got verlîhit,daz si mir des nieht verzîhet,si ne heizze mich selben trinchen10jouch mîne olbenten:diu scol mîneme hêrrenze minnen jouch ze êren.’Bi daz er daz gebet nider lie,diu scône Rebecca zuo gie,und manech maged anderiu,der ire gelîch was neheiniu.Er sprach ire zuo:‘wande ne trenchest dû mich, vrouwa?’ime selben si scanchte,20sîn olbenten si ouch tranchte.got er gnâdôtedaz er in sô sciere erhôrte.Er gab ir ze minnenzuêne ôringeund zuêne armpougeûz alrôteme golde,und frâgete si sârewes tohter si wâre.Si sprach, Abrahâm30wâre ir vater ôheim.si bat in ze hûs,sprah, dâ wâre vile houwes:dâ mahten gestehaben guote reste.Nieht si ne tualteê si ir vater al gezalte.si begunde zeiganire bruoder Lâbanbouge unde ôringedie si enphie von deme jungelinge.er liuf dar sciere,sprach, wand er ze hûs ne vuore?10Dô er dare cham,dô ward er wole inphangan.vile wole si in handelôten,maniges si in vrâgôten,nâh allem niumâre,waz sîn gewerf wâre.[Er chot] sîn hêrre hête in dare gesantumb einen michelen ârant,sîneme junchêrren umb ein wîbdiu guot wâre und êrlîch,20die scônen Rebeccendeme hêrren Ysaac ze gebetten.Sînen hêrren er lobetewaz er rîhtuomes habete,fihis unde scatzesmanichvaltes nutzes;und wie wole ire gescâheob si in gnâme.ob si iz wolten tuon,daz si in des liezzen spuon:ob si des ne wolten,daz si in niene tualten.Si sprâchen daz si gotes willenniene wolten stillen:‘hie ist unser tohterân aller slahte laster:suie sciere dir gevalle,var heim mit alle.’Er wart vil vrô10solicher antwurtô.silberîne napphe,guldîne chopphe,vile guot gewâteze chemenâten er brâhte:er gébete zêristeder junchvrouwen aller bezzeste;deme vater und dere muoterjouch ir bruoder.Guot wâren die gebe,20wol geviel sîn rede.si sâzen ze muosemit vrôlîcheme gechôse.dâ was spil unde wunneunder wîben unde manne.vone benche ze benchehiez man allûteren wîn scenchen;si spilten unde trunchanunz in iz der slâf binam.Alsô der tach cham,30ûf was der Ysaachis man:des urloubes er bat,daz ime nieman ne gab:si bâten daz er dâ wârezehen tage fristmâle.daz dûhte in ze lenge:[er chot] ze wiu si in scolten tuellen?er bat sich lâzzen,daz is sînen hêrren ieht dorfte irdrizzen.Do si sînen ernist gesâhen,die maged si frâgeten,obe si ime wolte volgen10zuo eigenen seliden.si sprach gerne vuoresuâ ire ieht guotes gescâhe.Ze stete si ime se gâbenmit scônen mageden;si gâben ir mite ir ammen,daz si der daneverte deste min mahte erlangen.Ze rosse si giengen,mit âmare si scieden.vater unde muoter20jouch ire bruoder,si bâten unseren trehtîndaz si sâlich muose sînze tûsent tûsent jâren,und alle die von ire châmen.Isaac was ûz gegangenzuo einem brunnen,daz er ouch sâhewaz tâten sîne snitâre.Also iz zuo deme âbande seig,30sîn man mit dere junchvrouwen zuo reit.Der hêrre ire gegen gie,vil wole er si enphie.er vie sie behende,er gie mit ire spilendeuber daz scône velt:er leite sie in sîn gezelt.

Dô diu vrouwa Sâra

gelebete hundert jouch siben und zueinzich jâre,

dise werlt si begab.

Abrahâm choufte ir ein grab,

und bevalech si scône

mit stanch aller bîmentône.20

vile harte er si chlagete:

ze lezzist er gedagite.

do begunde er sich trôsten:

waz mahte er dô bezzeres tuon?

sô tuot unser igelîch

sô ime gescihet samelîch.

Dô iz zuo diu cham,

daz Ysaac scolte gehîwan,

sîn vater Abrahâm

eiskôte sînen amman:

den hiez er suerigen,

sô in got muose nerigen,

daz er der liute,

dâ er under bûte,

niemmer wib ne gewunne

Ysaac sîneme chinde:10

er hiez in dar varen,

dannen er geborn was,

zuo sines bruoder hûs Nachor,

daz ime Batuel gâbe sîne tohter,

die scônen Rebeccen,

Ysaac ze gebetten.

[Der scalch sprach] obe man ime ire niene gâbe,

waz er des mahte?

er ne scolte ouch sich des pelgen,

ob si ime ne wolte volgen.20

[Abrahâm chod] ‘des eides sîs dû ledich,

ob dir ne volge diu magit.’

In deme ente

luoder zewô olbenten

mit mislîchen dingen

der magide ze minnen.

alsô er dare cham,

er irbeizta bi einem brunnan.

dô der âbant zuo seich,

daz fihe man ze trenche treib.30

er stuont bette

daz in got gewerte

daz er ime daz wîb erougte

diu sîneme hêrren scolte.

[Er chot] ‘nû wil ich haben ze zeichen

welihe got mir eiche,

suelehe maged ich pitte

daz si mir des wazzeres scepphe,

ob mir got verlîhit,

daz si mir des nieht verzîhet,

si ne heizze mich selben trinchen10

jouch mîne olbenten:

diu scol mîneme hêrren

ze minnen jouch ze êren.’

Bi daz er daz gebet nider lie,

diu scône Rebecca zuo gie,

und manech maged anderiu,

der ire gelîch was neheiniu.

Er sprach ire zuo:

‘wande ne trenchest dû mich, vrouwa?’

ime selben si scanchte,20

sîn olbenten si ouch tranchte.

got er gnâdôte

daz er in sô sciere erhôrte.

Er gab ir ze minnen

zuêne ôringe

und zuêne armpouge

ûz alrôteme golde,

und frâgete si sâre

wes tohter si wâre.

Si sprach, Abrahâm30

wâre ir vater ôheim.

si bat in ze hûs,

sprah, dâ wâre vile houwes:

dâ mahten geste

haben guote reste.

Nieht si ne tualte

ê si ir vater al gezalte.

si begunde zeigan

ire bruoder Lâban

bouge unde ôringe

die si enphie von deme jungelinge.

er liuf dar sciere,

sprach, wand er ze hûs ne vuore?10

Dô er dare cham,

dô ward er wole inphangan.

vile wole si in handelôten,

maniges si in vrâgôten,

nâh allem niumâre,

waz sîn gewerf wâre.

[Er chot] sîn hêrre hête in dare gesant

umb einen michelen ârant,

sîneme junchêrren umb ein wîb

diu guot wâre und êrlîch,20

die scônen Rebeccen

deme hêrren Ysaac ze gebetten.

Sînen hêrren er lobete

waz er rîhtuomes habete,

fihis unde scatzes

manichvaltes nutzes;

und wie wole ire gescâhe

ob si in gnâme.

ob si iz wolten tuon,

daz si in des liezzen spuon:

ob si des ne wolten,

daz si in niene tualten.

Si sprâchen daz si gotes willen

niene wolten stillen:

‘hie ist unser tohter

ân aller slahte laster:

suie sciere dir gevalle,

var heim mit alle.’

Er wart vil vrô10

solicher antwurtô.

silberîne napphe,

guldîne chopphe,

vile guot gewâte

ze chemenâten er brâhte:

er gébete zêriste

der junchvrouwen aller bezzeste;

deme vater und dere muoter

jouch ir bruoder.

Guot wâren die gebe,20

wol geviel sîn rede.

si sâzen ze muose

mit vrôlîcheme gechôse.

dâ was spil unde wunne

under wîben unde manne.

vone benche ze benche

hiez man allûteren wîn scenchen;

si spilten unde trunchan

unz in iz der slâf binam.

Alsô der tach cham,30

ûf was der Ysaachis man:

des urloubes er bat,

daz ime nieman ne gab:

si bâten daz er dâ wâre

zehen tage fristmâle.

daz dûhte in ze lenge:

[er chot] ze wiu si in scolten tuellen?

er bat sich lâzzen,

daz is sînen hêrren ieht dorfte irdrizzen.

Do si sînen ernist gesâhen,

die maged si frâgeten,

obe si ime wolte volgen10

zuo eigenen seliden.

si sprach gerne vuore

suâ ire ieht guotes gescâhe.

Ze stete si ime se gâben

mit scônen mageden;

si gâben ir mite ir ammen,

daz si der daneverte deste min mahte erlangen.

Ze rosse si giengen,

mit âmare si scieden.

vater unde muoter20

jouch ire bruoder,

si bâten unseren trehtîn

daz si sâlich muose sîn

ze tûsent tûsent jâren,

und alle die von ire châmen.

Isaac was ûz gegangen

zuo einem brunnen,

daz er ouch sâhe

waz tâten sîne snitâre.

Also iz zuo deme âbande seig,30

sîn man mit dere junchvrouwen zuo reit.

Der hêrre ire gegen gie,

vil wole er si enphie.

er vie sie behende,

er gie mit ire spilende

uber daz scône velt:

er leite sie in sîn gezelt.

Als die Frau Sarahundert und sieben und zwanzig Jahr gelebt hatte,verliess sie diese Welt.Abraham kaufte ihr ein Grab,und bestattete sie schönmit Weihrauch von allen Specereien.20er betrauerte sie gar sehr;zuletzt schwieg er.Da begann er sich zu trösten:was konnte er da Besseres thun?so thut ein jeglicher von uns,wenn ihm Ähnliches geschieht.Da es dazu kam,dass Isaac heirathen sollte,da heischte sein VaterAbraham seinen Diener:den hiess er schwören,so ihn Gott erhalten müsse,dass er von den Leuten,darunter er wohnte,nimmer ein Weib gewinnefür sein Kind Isaac.10Er hiess ihn dahin reisen,von wo er geboren war,zu seines Bruders Hause, Nachor,dass ihm Batuel seine Tochter gäbe,die schöne Rebecca,Isaac zur Frau.Der Diener sprach: Wenn man ihm sie nicht gäbe,was er da machte?Er sollte auch sich nicht darob erzürnen,wenn sie ihm nicht folgen wollte.20Abraham sprach: Des Eides seiest du ledig,wenn dir das Mädchen nicht folgt.Zu diesem ZweckeBelud er zwei Kameelemit mannigfachen Dingendem Mädchen zur Liebe.Als er dahin kam,rastete er bei einem Brunnen.Da der Abend sich senkte,trieb man das Vieh zur Tränke.30Er begann zu beten,dass ihm Gott gewährte,dass er ihm das Weib zeige,die für seinen Herrn sollte.Er sprach: ‘Nun will ich zum Zeichen haben,die mir Gott zueigne:welches Mädchen ich bitte,dass sie mir Wasser schöpfe,so mir Gott verleihetdass sie mir das nicht versagt,mich selbst trinken heisse10und auch meine Kameele,die soll meinem Herrnzu Liebe und zu Ehren sein,’Als er das Gebet beendigte,kam die schöne Rebecca herzu,und manche andere Mädchen,von denen ihr keine gleich war.Er sprach ihr zu:Warum giebst du mir nicht zu trinken, Frau?Sie schenkte ihm selber,20sie tränkte auch seine Kameele.Er dankte Gott,dass er ihn so schnell erhörte.Er gab ihr aus Liebezwei Ohrringeund zwei Armspangenaus ganz rothem Goldeund fragte sie sogleich,wes Tochter sie wäre.Sie sprach, Abraham30wäre ihres Vaters Oheim.Sie bat ihn nach Hause,sprach, da wäre viel Heu:da könnten Gästegute Rast haben.Sie rastete nicht,ehe sie ihrem Vater Alles erzählte.Sie begann zu zeigenihrem Bruder Labandie Spangen und Ohrringe,die sie von dem Jüngling empfieng.Er lief dahin schnell,sprach, warum er nicht nach Hause käme?10Da er dahin kam,da ward er wohl empfangen,sie behandelten ihn sehr gut,fragten ihn manches,nach jeder Neuigkeit,was sein Geschäft wäre.Er sprach, sein Herr hätte ihn daher gesandtwegen eines grossen Anliegens (errand)wegen einer Frau für seinen jungen Herrn,die gut wäre und ehrsam,20nämlich wegen der schönen Rebecca,für den Herrn Isaac zur Gemahlin.Er lobte seinen Herrn,wie viel er Reichthum hätte,an Vieh und Schätzenmannigfachen Nutzens,und wie wohl ihr geschähe,wenn sie ihn nähme.Wenn sie es thun wollten,so sollten sie ihn das schnell thun lassen;wenn sie es nicht wollten,so sollten sie ihn nicht verzögern,Sie sprachen, sie wollten Gottes Willennicht aufhalten:hier ist unsre Tochterohne irgend welchen Tadel:wie schnell es dir gefällt,so fahre heim mit ihr.Er ward sehr froh10über solche Antwort.Silberne Schalen,goldene Becher,viel gute Gewänderbrachte er zur Kammer;er gab zuerstder Jungfrau das Allerbestedem Vater und der Mutterund auch ihrem Bruder.Gut waren die Gaben,20wohl gefiel seine Rede.sie sassen zum Mahlemit fröhlichem Gekose.Da gab es Spiel und Freudeunter Frauen und Männern.Von Tische zu Tischeliess man lauteren Wein schenken;sie spielten und tranken,bis der Schlaf es ihnen benahm.Als der Tag kam,30auf war da der Diener Isaacs;er bat um Urlaub,den ihm aber Niemand gab:sie baten ihn, das er da bliebezehn Tage Zeit.Das däuchte ihm zu lange:er sprach, wozu sie ihn verzögern wollten?er bat, dass sie ihn entliessen,dass es seinen Herrn nicht möchte verdriessen.Als sie seinen Ernst sahen,da fragten sie das Mädchen,ob sie ihm folgen wollte10zu eigener Wohnung.Sie sprach, sie gienge gerne,wo ihr etwas Gutes geschähe.Sogleich gaben sie sie ihmmit schönen Mägden;sie gaben ihr ihre Amme mit,damit sie der Abschied desto weniger schmerze.Sie giengen zu den Rossen,sie schieden mit Leid.Vater und Mutter20und auch ihr Bruder,sie baten unsern Herrgott,dass sie möchte selig seintausend tausend Jahre,und alle die von ihr kämen.Isaac war ausgegangenzu einem Brunnen,dass er auch sähe,was seine Schnitter thäten.Als es sich zu Abend neigte,30ritt sein Mann mit der Jungfrau herzu.Der Herr gieng ihr entgegen,empfieng sie sehr wohl.Er fasste sie behende,er gieng mit ihr scherzendüber das schöne Feld:er leitete sie in sein Zelt.

Als die Frau Sarahundert und sieben und zwanzig Jahr gelebt hatte,verliess sie diese Welt.Abraham kaufte ihr ein Grab,und bestattete sie schönmit Weihrauch von allen Specereien.20er betrauerte sie gar sehr;zuletzt schwieg er.Da begann er sich zu trösten:was konnte er da Besseres thun?so thut ein jeglicher von uns,wenn ihm Ähnliches geschieht.Da es dazu kam,dass Isaac heirathen sollte,da heischte sein VaterAbraham seinen Diener:den hiess er schwören,so ihn Gott erhalten müsse,dass er von den Leuten,darunter er wohnte,nimmer ein Weib gewinnefür sein Kind Isaac.10Er hiess ihn dahin reisen,von wo er geboren war,zu seines Bruders Hause, Nachor,dass ihm Batuel seine Tochter gäbe,die schöne Rebecca,Isaac zur Frau.Der Diener sprach: Wenn man ihm sie nicht gäbe,was er da machte?Er sollte auch sich nicht darob erzürnen,wenn sie ihm nicht folgen wollte.20Abraham sprach: Des Eides seiest du ledig,wenn dir das Mädchen nicht folgt.Zu diesem ZweckeBelud er zwei Kameelemit mannigfachen Dingendem Mädchen zur Liebe.Als er dahin kam,rastete er bei einem Brunnen.Da der Abend sich senkte,trieb man das Vieh zur Tränke.30Er begann zu beten,dass ihm Gott gewährte,dass er ihm das Weib zeige,die für seinen Herrn sollte.Er sprach: ‘Nun will ich zum Zeichen haben,die mir Gott zueigne:welches Mädchen ich bitte,dass sie mir Wasser schöpfe,so mir Gott verleihetdass sie mir das nicht versagt,mich selbst trinken heisse10und auch meine Kameele,die soll meinem Herrnzu Liebe und zu Ehren sein,’Als er das Gebet beendigte,kam die schöne Rebecca herzu,und manche andere Mädchen,von denen ihr keine gleich war.Er sprach ihr zu:Warum giebst du mir nicht zu trinken, Frau?Sie schenkte ihm selber,20sie tränkte auch seine Kameele.Er dankte Gott,dass er ihn so schnell erhörte.Er gab ihr aus Liebezwei Ohrringeund zwei Armspangenaus ganz rothem Goldeund fragte sie sogleich,wes Tochter sie wäre.Sie sprach, Abraham30wäre ihres Vaters Oheim.Sie bat ihn nach Hause,sprach, da wäre viel Heu:da könnten Gästegute Rast haben.Sie rastete nicht,ehe sie ihrem Vater Alles erzählte.Sie begann zu zeigenihrem Bruder Labandie Spangen und Ohrringe,die sie von dem Jüngling empfieng.Er lief dahin schnell,sprach, warum er nicht nach Hause käme?10Da er dahin kam,da ward er wohl empfangen,sie behandelten ihn sehr gut,fragten ihn manches,nach jeder Neuigkeit,was sein Geschäft wäre.Er sprach, sein Herr hätte ihn daher gesandtwegen eines grossen Anliegens (errand)wegen einer Frau für seinen jungen Herrn,die gut wäre und ehrsam,20nämlich wegen der schönen Rebecca,für den Herrn Isaac zur Gemahlin.Er lobte seinen Herrn,wie viel er Reichthum hätte,an Vieh und Schätzenmannigfachen Nutzens,und wie wohl ihr geschähe,wenn sie ihn nähme.Wenn sie es thun wollten,so sollten sie ihn das schnell thun lassen;wenn sie es nicht wollten,so sollten sie ihn nicht verzögern,Sie sprachen, sie wollten Gottes Willennicht aufhalten:hier ist unsre Tochterohne irgend welchen Tadel:wie schnell es dir gefällt,so fahre heim mit ihr.Er ward sehr froh10über solche Antwort.Silberne Schalen,goldene Becher,viel gute Gewänderbrachte er zur Kammer;er gab zuerstder Jungfrau das Allerbestedem Vater und der Mutterund auch ihrem Bruder.Gut waren die Gaben,20wohl gefiel seine Rede.sie sassen zum Mahlemit fröhlichem Gekose.Da gab es Spiel und Freudeunter Frauen und Männern.Von Tische zu Tischeliess man lauteren Wein schenken;sie spielten und tranken,bis der Schlaf es ihnen benahm.Als der Tag kam,30auf war da der Diener Isaacs;er bat um Urlaub,den ihm aber Niemand gab:sie baten ihn, das er da bliebezehn Tage Zeit.Das däuchte ihm zu lange:er sprach, wozu sie ihn verzögern wollten?er bat, dass sie ihn entliessen,dass es seinen Herrn nicht möchte verdriessen.Als sie seinen Ernst sahen,da fragten sie das Mädchen,ob sie ihm folgen wollte10zu eigener Wohnung.Sie sprach, sie gienge gerne,wo ihr etwas Gutes geschähe.Sogleich gaben sie sie ihmmit schönen Mägden;sie gaben ihr ihre Amme mit,damit sie der Abschied desto weniger schmerze.Sie giengen zu den Rossen,sie schieden mit Leid.Vater und Mutter20und auch ihr Bruder,sie baten unsern Herrgott,dass sie möchte selig seintausend tausend Jahre,und alle die von ihr kämen.Isaac war ausgegangenzu einem Brunnen,dass er auch sähe,was seine Schnitter thäten.Als es sich zu Abend neigte,30ritt sein Mann mit der Jungfrau herzu.Der Herr gieng ihr entgegen,empfieng sie sehr wohl.Er fasste sie behende,er gieng mit ihr scherzendüber das schöne Feld:er leitete sie in sein Zelt.

Als die Frau Sarahundert und sieben und zwanzig Jahr gelebt hatte,verliess sie diese Welt.Abraham kaufte ihr ein Grab,und bestattete sie schönmit Weihrauch von allen Specereien.20er betrauerte sie gar sehr;zuletzt schwieg er.Da begann er sich zu trösten:was konnte er da Besseres thun?so thut ein jeglicher von uns,wenn ihm Ähnliches geschieht.Da es dazu kam,dass Isaac heirathen sollte,da heischte sein VaterAbraham seinen Diener:den hiess er schwören,so ihn Gott erhalten müsse,dass er von den Leuten,darunter er wohnte,nimmer ein Weib gewinnefür sein Kind Isaac.10Er hiess ihn dahin reisen,von wo er geboren war,zu seines Bruders Hause, Nachor,dass ihm Batuel seine Tochter gäbe,die schöne Rebecca,Isaac zur Frau.Der Diener sprach: Wenn man ihm sie nicht gäbe,was er da machte?Er sollte auch sich nicht darob erzürnen,wenn sie ihm nicht folgen wollte.20Abraham sprach: Des Eides seiest du ledig,wenn dir das Mädchen nicht folgt.Zu diesem ZweckeBelud er zwei Kameelemit mannigfachen Dingendem Mädchen zur Liebe.Als er dahin kam,rastete er bei einem Brunnen.Da der Abend sich senkte,trieb man das Vieh zur Tränke.30Er begann zu beten,dass ihm Gott gewährte,dass er ihm das Weib zeige,die für seinen Herrn sollte.Er sprach: ‘Nun will ich zum Zeichen haben,die mir Gott zueigne:welches Mädchen ich bitte,dass sie mir Wasser schöpfe,so mir Gott verleihetdass sie mir das nicht versagt,mich selbst trinken heisse10und auch meine Kameele,die soll meinem Herrnzu Liebe und zu Ehren sein,’Als er das Gebet beendigte,kam die schöne Rebecca herzu,und manche andere Mädchen,von denen ihr keine gleich war.Er sprach ihr zu:Warum giebst du mir nicht zu trinken, Frau?Sie schenkte ihm selber,20sie tränkte auch seine Kameele.Er dankte Gott,dass er ihn so schnell erhörte.Er gab ihr aus Liebezwei Ohrringeund zwei Armspangenaus ganz rothem Goldeund fragte sie sogleich,wes Tochter sie wäre.Sie sprach, Abraham30wäre ihres Vaters Oheim.Sie bat ihn nach Hause,sprach, da wäre viel Heu:da könnten Gästegute Rast haben.Sie rastete nicht,ehe sie ihrem Vater Alles erzählte.Sie begann zu zeigenihrem Bruder Labandie Spangen und Ohrringe,die sie von dem Jüngling empfieng.Er lief dahin schnell,sprach, warum er nicht nach Hause käme?10Da er dahin kam,da ward er wohl empfangen,sie behandelten ihn sehr gut,fragten ihn manches,nach jeder Neuigkeit,was sein Geschäft wäre.Er sprach, sein Herr hätte ihn daher gesandtwegen eines grossen Anliegens (errand)wegen einer Frau für seinen jungen Herrn,die gut wäre und ehrsam,20nämlich wegen der schönen Rebecca,für den Herrn Isaac zur Gemahlin.Er lobte seinen Herrn,wie viel er Reichthum hätte,an Vieh und Schätzenmannigfachen Nutzens,und wie wohl ihr geschähe,wenn sie ihn nähme.Wenn sie es thun wollten,so sollten sie ihn das schnell thun lassen;wenn sie es nicht wollten,so sollten sie ihn nicht verzögern,Sie sprachen, sie wollten Gottes Willennicht aufhalten:hier ist unsre Tochterohne irgend welchen Tadel:wie schnell es dir gefällt,so fahre heim mit ihr.Er ward sehr froh10über solche Antwort.Silberne Schalen,goldene Becher,viel gute Gewänderbrachte er zur Kammer;er gab zuerstder Jungfrau das Allerbestedem Vater und der Mutterund auch ihrem Bruder.Gut waren die Gaben,20wohl gefiel seine Rede.sie sassen zum Mahlemit fröhlichem Gekose.Da gab es Spiel und Freudeunter Frauen und Männern.Von Tische zu Tischeliess man lauteren Wein schenken;sie spielten und tranken,bis der Schlaf es ihnen benahm.Als der Tag kam,30auf war da der Diener Isaacs;er bat um Urlaub,den ihm aber Niemand gab:sie baten ihn, das er da bliebezehn Tage Zeit.Das däuchte ihm zu lange:er sprach, wozu sie ihn verzögern wollten?er bat, dass sie ihn entliessen,dass es seinen Herrn nicht möchte verdriessen.Als sie seinen Ernst sahen,da fragten sie das Mädchen,ob sie ihm folgen wollte10zu eigener Wohnung.Sie sprach, sie gienge gerne,wo ihr etwas Gutes geschähe.Sogleich gaben sie sie ihmmit schönen Mägden;sie gaben ihr ihre Amme mit,damit sie der Abschied desto weniger schmerze.Sie giengen zu den Rossen,sie schieden mit Leid.Vater und Mutter20und auch ihr Bruder,sie baten unsern Herrgott,dass sie möchte selig seintausend tausend Jahre,und alle die von ihr kämen.Isaac war ausgegangenzu einem Brunnen,dass er auch sähe,was seine Schnitter thäten.Als es sich zu Abend neigte,30ritt sein Mann mit der Jungfrau herzu.Der Herr gieng ihr entgegen,empfieng sie sehr wohl.Er fasste sie behende,er gieng mit ihr scherzendüber das schöne Feld:er leitete sie in sein Zelt.

Als die Frau Sara

hundert und sieben und zwanzig Jahr gelebt hatte,

verliess sie diese Welt.

Abraham kaufte ihr ein Grab,

und bestattete sie schön

mit Weihrauch von allen Specereien.20

er betrauerte sie gar sehr;

zuletzt schwieg er.

Da begann er sich zu trösten:

was konnte er da Besseres thun?

so thut ein jeglicher von uns,

wenn ihm Ähnliches geschieht.

Da es dazu kam,

dass Isaac heirathen sollte,

da heischte sein Vater

Abraham seinen Diener:

den hiess er schwören,

so ihn Gott erhalten müsse,

dass er von den Leuten,

darunter er wohnte,

nimmer ein Weib gewinne

für sein Kind Isaac.10

Er hiess ihn dahin reisen,

von wo er geboren war,

zu seines Bruders Hause, Nachor,

dass ihm Batuel seine Tochter gäbe,

die schöne Rebecca,

Isaac zur Frau.

Der Diener sprach: Wenn man ihm sie nicht gäbe,

was er da machte?

Er sollte auch sich nicht darob erzürnen,

wenn sie ihm nicht folgen wollte.20

Abraham sprach: Des Eides seiest du ledig,

wenn dir das Mädchen nicht folgt.

Zu diesem Zwecke

Belud er zwei Kameele

mit mannigfachen Dingen

dem Mädchen zur Liebe.

Als er dahin kam,

rastete er bei einem Brunnen.

Da der Abend sich senkte,

trieb man das Vieh zur Tränke.30

Er begann zu beten,

dass ihm Gott gewährte,

dass er ihm das Weib zeige,

die für seinen Herrn sollte.

Er sprach: ‘Nun will ich zum Zeichen haben,

die mir Gott zueigne:

welches Mädchen ich bitte,

dass sie mir Wasser schöpfe,

so mir Gott verleihet

dass sie mir das nicht versagt,

mich selbst trinken heisse10

und auch meine Kameele,

die soll meinem Herrn

zu Liebe und zu Ehren sein,’

Als er das Gebet beendigte,

kam die schöne Rebecca herzu,

und manche andere Mädchen,

von denen ihr keine gleich war.

Er sprach ihr zu:

Warum giebst du mir nicht zu trinken, Frau?

Sie schenkte ihm selber,20

sie tränkte auch seine Kameele.

Er dankte Gott,

dass er ihn so schnell erhörte.

Er gab ihr aus Liebe

zwei Ohrringe

und zwei Armspangen

aus ganz rothem Golde

und fragte sie sogleich,

wes Tochter sie wäre.

Sie sprach, Abraham30

wäre ihres Vaters Oheim.

Sie bat ihn nach Hause,

sprach, da wäre viel Heu:

da könnten Gäste

gute Rast haben.

Sie rastete nicht,

ehe sie ihrem Vater Alles erzählte.

Sie begann zu zeigen

ihrem Bruder Laban

die Spangen und Ohrringe,

die sie von dem Jüngling empfieng.

Er lief dahin schnell,

sprach, warum er nicht nach Hause käme?10

Da er dahin kam,

da ward er wohl empfangen,

sie behandelten ihn sehr gut,

fragten ihn manches,

nach jeder Neuigkeit,

was sein Geschäft wäre.

Er sprach, sein Herr hätte ihn daher gesandt

wegen eines grossen Anliegens (errand)

wegen einer Frau für seinen jungen Herrn,

die gut wäre und ehrsam,20

nämlich wegen der schönen Rebecca,

für den Herrn Isaac zur Gemahlin.

Er lobte seinen Herrn,

wie viel er Reichthum hätte,

an Vieh und Schätzen

mannigfachen Nutzens,

und wie wohl ihr geschähe,

wenn sie ihn nähme.

Wenn sie es thun wollten,

so sollten sie ihn das schnell thun lassen;

wenn sie es nicht wollten,

so sollten sie ihn nicht verzögern,

Sie sprachen, sie wollten Gottes Willen

nicht aufhalten:

hier ist unsre Tochter

ohne irgend welchen Tadel:

wie schnell es dir gefällt,

so fahre heim mit ihr.

Er ward sehr froh10

über solche Antwort.

Silberne Schalen,

goldene Becher,

viel gute Gewänder

brachte er zur Kammer;

er gab zuerst

der Jungfrau das Allerbeste

dem Vater und der Mutter

und auch ihrem Bruder.

Gut waren die Gaben,20

wohl gefiel seine Rede.

sie sassen zum Mahle

mit fröhlichem Gekose.

Da gab es Spiel und Freude

unter Frauen und Männern.

Von Tische zu Tische

liess man lauteren Wein schenken;

sie spielten und tranken,

bis der Schlaf es ihnen benahm.

Als der Tag kam,30

auf war da der Diener Isaacs;

er bat um Urlaub,

den ihm aber Niemand gab:

sie baten ihn, das er da bliebe

zehn Tage Zeit.

Das däuchte ihm zu lange:

er sprach, wozu sie ihn verzögern wollten?

er bat, dass sie ihn entliessen,

dass es seinen Herrn nicht möchte verdriessen.

Als sie seinen Ernst sahen,

da fragten sie das Mädchen,

ob sie ihm folgen wollte10

zu eigener Wohnung.

Sie sprach, sie gienge gerne,

wo ihr etwas Gutes geschähe.

Sogleich gaben sie sie ihm

mit schönen Mägden;

sie gaben ihr ihre Amme mit,

damit sie der Abschied desto weniger schmerze.

Sie giengen zu den Rossen,

sie schieden mit Leid.

Vater und Mutter20

und auch ihr Bruder,

sie baten unsern Herrgott,

dass sie möchte selig sein

tausend tausend Jahre,

und alle die von ihr kämen.

Isaac war ausgegangen

zu einem Brunnen,

dass er auch sähe,

was seine Schnitter thäten.

Als es sich zu Abend neigte,30

ritt sein Mann mit der Jungfrau herzu.

Der Herr gieng ihr entgegen,

empfieng sie sehr wohl.

Er fasste sie behende,

er gieng mit ihr scherzend

über das schöne Feld:

er leitete sie in sein Zelt.

M.


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