GEORG RUDOLF WECKHERLIN.

GEORG RUDOLF WECKHERLIN.

[Scherer D.316,E.320.]

Geboren 1584 zu Stuttgart. Nachdem Weckherlin seine Studien in Tübingen beendet, reiste er viel in Deutschland umher, gieng dann nach Frankreich und England, wo er mit politischen Geschäften beauftragt war. 1616 wurde er Secretär und Hofdichter des Herzogs von Würtemberg. Seit 1620 war er auf Empfehlung des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz in der Deutschen Kanzlei zu London angestellt, woselbst er 1653 starb. Er verfasste Trink- und Liebeslieder, Preisgedichte auf historische Personen, geistliche Gedichte. Herausgegeben von Gödeke (Leipzig, 1873).

Geboren 1584 zu Stuttgart. Nachdem Weckherlin seine Studien in Tübingen beendet, reiste er viel in Deutschland umher, gieng dann nach Frankreich und England, wo er mit politischen Geschäften beauftragt war. 1616 wurde er Secretär und Hofdichter des Herzogs von Würtemberg. Seit 1620 war er auf Empfehlung des Kurfürsten Friedrich von der Pfalz in der Deutschen Kanzlei zu London angestellt, woselbst er 1653 starb. Er verfasste Trink- und Liebeslieder, Preisgedichte auf historische Personen, geistliche Gedichte. Herausgegeben von Gödeke (Leipzig, 1873).

DEin aigner muht, O Held, weil Gotsforcht, Ehr vnd Recht,Dein hertz vnd schwerd allein gestörcket vnd gewötzet[977],Weil auch der erdenkraiss für dich zu eng vnnd schlecht,Hat in den himmel dich (zu früh für vns) versötzet.Dan gleichwie deine faust der gläubigen geschlecht,Als es in höchster noht, erröttet vnd ergötzet:Also hat durch dein haupt die kugel (layder!) rechtDer Teutschen Freyheit hertz vnd Tugent haupt verlötzet.20Sigreich vnd seelig zwar hat dich, weil in der schlachtDu frey für Gottes wort dein thewres blut vergossen,In die endlose frewd vnd ehr dein end gebracht:Jedoch in layd vnd noht seind deine bunds-genossen,Weil deine herrschung du mit sig, triumff vnd prachtDort in dem himmelreich anfangend, hie beschlossen.

DEin aigner muht, O Held, weil Gotsforcht, Ehr vnd Recht,Dein hertz vnd schwerd allein gestörcket vnd gewötzet[977],Weil auch der erdenkraiss für dich zu eng vnnd schlecht,Hat in den himmel dich (zu früh für vns) versötzet.Dan gleichwie deine faust der gläubigen geschlecht,Als es in höchster noht, erröttet vnd ergötzet:Also hat durch dein haupt die kugel (layder!) rechtDer Teutschen Freyheit hertz vnd Tugent haupt verlötzet.20Sigreich vnd seelig zwar hat dich, weil in der schlachtDu frey für Gottes wort dein thewres blut vergossen,In die endlose frewd vnd ehr dein end gebracht:Jedoch in layd vnd noht seind deine bunds-genossen,Weil deine herrschung du mit sig, triumff vnd prachtDort in dem himmelreich anfangend, hie beschlossen.

DEin aigner muht, O Held, weil Gotsforcht, Ehr vnd Recht,Dein hertz vnd schwerd allein gestörcket vnd gewötzet[977],Weil auch der erdenkraiss für dich zu eng vnnd schlecht,Hat in den himmel dich (zu früh für vns) versötzet.Dan gleichwie deine faust der gläubigen geschlecht,Als es in höchster noht, erröttet vnd ergötzet:Also hat durch dein haupt die kugel (layder!) rechtDer Teutschen Freyheit hertz vnd Tugent haupt verlötzet.20Sigreich vnd seelig zwar hat dich, weil in der schlachtDu frey für Gottes wort dein thewres blut vergossen,In die endlose frewd vnd ehr dein end gebracht:Jedoch in layd vnd noht seind deine bunds-genossen,Weil deine herrschung du mit sig, triumff vnd prachtDort in dem himmelreich anfangend, hie beschlossen.

DEin aigner muht, O Held, weil Gotsforcht, Ehr vnd Recht,

Dein hertz vnd schwerd allein gestörcket vnd gewötzet[977],

Weil auch der erdenkraiss für dich zu eng vnnd schlecht,

Hat in den himmel dich (zu früh für vns) versötzet.

Dan gleichwie deine faust der gläubigen geschlecht,

Als es in höchster noht, erröttet vnd ergötzet:

Also hat durch dein haupt die kugel (layder!) recht

Der Teutschen Freyheit hertz vnd Tugent haupt verlötzet.20

Sigreich vnd seelig zwar hat dich, weil in der schlacht

Du frey für Gottes wort dein thewres blut vergossen,

In die endlose frewd vnd ehr dein end gebracht:

Jedoch in layd vnd noht seind deine bunds-genossen,

Weil deine herrschung du mit sig, triumff vnd pracht

Dort in dem himmelreich anfangend, hie beschlossen.

INdem mein Ohr, hand, mund schier müd, die schwere plagenDie diser grosse Krieg mit hunger, schwert, pest, brand,Vnd vnerhörter wuht auff vnser VatterlandAussgiesset, ohn ablass zu hören, schreiben, klagen,Da wird mit wunder mir vnd mit wohn[978]fürgetragen:10Mein Opitz, deiner lieb vnd freindschafft wehrtes pfand,Pfand, welches mir alssbald die feder auss der hand,Vnd auss dem mund vnd gaist die klag vnd layd geschlagen.Dan ja dein Orgelstraich[979], vnd deiner Harpfen klangSo lieblich das gehör vnd hertz zugleich berühren,Dass (wer sinnreich) mit mir erforschet jhren zwang,Der kan nichts dan dein werck vnd wohrt zu hertzen führen,Vnd sein mund muss dich bald mit einem lobgesang,Vnd seine hand dein haupt mit Lorbörzweigen zieren.

INdem mein Ohr, hand, mund schier müd, die schwere plagenDie diser grosse Krieg mit hunger, schwert, pest, brand,Vnd vnerhörter wuht auff vnser VatterlandAussgiesset, ohn ablass zu hören, schreiben, klagen,Da wird mit wunder mir vnd mit wohn[978]fürgetragen:10Mein Opitz, deiner lieb vnd freindschafft wehrtes pfand,Pfand, welches mir alssbald die feder auss der hand,Vnd auss dem mund vnd gaist die klag vnd layd geschlagen.Dan ja dein Orgelstraich[979], vnd deiner Harpfen klangSo lieblich das gehör vnd hertz zugleich berühren,Dass (wer sinnreich) mit mir erforschet jhren zwang,Der kan nichts dan dein werck vnd wohrt zu hertzen führen,Vnd sein mund muss dich bald mit einem lobgesang,Vnd seine hand dein haupt mit Lorbörzweigen zieren.

INdem mein Ohr, hand, mund schier müd, die schwere plagenDie diser grosse Krieg mit hunger, schwert, pest, brand,Vnd vnerhörter wuht auff vnser VatterlandAussgiesset, ohn ablass zu hören, schreiben, klagen,Da wird mit wunder mir vnd mit wohn[978]fürgetragen:10Mein Opitz, deiner lieb vnd freindschafft wehrtes pfand,Pfand, welches mir alssbald die feder auss der hand,Vnd auss dem mund vnd gaist die klag vnd layd geschlagen.Dan ja dein Orgelstraich[979], vnd deiner Harpfen klangSo lieblich das gehör vnd hertz zugleich berühren,Dass (wer sinnreich) mit mir erforschet jhren zwang,Der kan nichts dan dein werck vnd wohrt zu hertzen führen,Vnd sein mund muss dich bald mit einem lobgesang,Vnd seine hand dein haupt mit Lorbörzweigen zieren.

INdem mein Ohr, hand, mund schier müd, die schwere plagen

Die diser grosse Krieg mit hunger, schwert, pest, brand,

Vnd vnerhörter wuht auff vnser Vatterland

Aussgiesset, ohn ablass zu hören, schreiben, klagen,

Da wird mit wunder mir vnd mit wohn[978]fürgetragen:10

Mein Opitz, deiner lieb vnd freindschafft wehrtes pfand,

Pfand, welches mir alssbald die feder auss der hand,

Vnd auss dem mund vnd gaist die klag vnd layd geschlagen.

Dan ja dein Orgelstraich[979], vnd deiner Harpfen klang

So lieblich das gehör vnd hertz zugleich berühren,

Dass (wer sinnreich) mit mir erforschet jhren zwang,

Der kan nichts dan dein werck vnd wohrt zu hertzen führen,

Vnd sein mund muss dich bald mit einem lobgesang,

Vnd seine hand dein haupt mit Lorbörzweigen zieren.

FRisch auff, jhr dapfere Soldaten,Ihr, die jhr noch mit Teutschem blut,Ihr, die jhr noch mit frischem muhtBelebet, suchet grosse thaten!Ihr Landsleut, jhr Landsknecht frisch auff,Das Land, die Freyheit sich verlieret,Wa jhr nicht muhtig schlaget drauff,Vnd vberwindend triumfieret.Der ist ein Teutscher wolgeboren,Der von betrug vnd falschheit frey,30Hat weder redlichkeit noch trew,Noch glauben, noch freyheit verlohren:Der ist ein teutscher ehren wehrt,Der wacker, hertzhafft, vnverzaget,Für die Freyheit mit seinem schwertIn die gröste gefahr sich waget.Dan wan jhn schon die feind verwunden,Vnd nemen jhm das leben hin,Ist doch ruhm vnd ehr sein gewin,Vnd Er ist gar nicht vberwunden:10Ein solcher tod ist jhm nicht schwer,Weil sein gewissen jhn versüsset;Vnd Er erwirbet lob vnd ehr,Indem er sein blut so vergiesset.Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingenIn allem land, in jedem mund:Sein leben durch den tod wird kund,Weil sein lob die Nachkömling singen:Die edle freyheit ist die frucht,Die er dem Vatterland verlasset;20Da der hertzloss durch seine fluchtWirt gantz verachtet vnd gehasset.Also zu leben vnd zu sterbenGilt dem redlichen Teutschen gleich:Der Tod vnd Sig seind schön vnd reich,Durch beed kan er sein hayl erwerben:Hingegen fliehen allen danckDie flüchtige vnd der verrähter,Vnd jhnen folget ein gestanck,Weil sie verfluchte vbelthäter.30Wolan derhalb, jhr wehrte Teutschen,Mit Teutscher faust, mit kühnem muht,Dämpfet nu der Tyrannen wuht,Zubrechet jhr joch, band und beutschen[980]:Vnüberwindlich rühmet sieIhr titul, torheit vnd stoltzieren:Aber jhr Heer mit schlechter mühMag (vberwindlich) bald verlieren.Ha! fallet in sie: jhre fahnenZittern auss forcht: Sie trennen sich,Ihr böse sach hält nicht den stich,Drumb zu der flucht sie sich schon mahnen:Gross ist jhr heer; klein ist jhr glaub,Gut ist jhr Zeug, böss jhr gewissen:Frisch auff, sie zittern wie das laub,10Vnd weren schon gern aussgerissen.Ha! schlaget auff Sie, Liebe brüder,Ist die müh gross, so ist nicht schlechtDer sig vnd beut: vnd wol vnd rechtZuthun, seind sie dan jhr viel müder:So straff, O Teutsches hertz vnd hand,Nu die Tyrannen, vnd die bösen;Die Freyheit vnd das VatterlandMust du auff dise weiss erlösen.

FRisch auff, jhr dapfere Soldaten,Ihr, die jhr noch mit Teutschem blut,Ihr, die jhr noch mit frischem muhtBelebet, suchet grosse thaten!Ihr Landsleut, jhr Landsknecht frisch auff,Das Land, die Freyheit sich verlieret,Wa jhr nicht muhtig schlaget drauff,Vnd vberwindend triumfieret.Der ist ein Teutscher wolgeboren,Der von betrug vnd falschheit frey,30Hat weder redlichkeit noch trew,Noch glauben, noch freyheit verlohren:Der ist ein teutscher ehren wehrt,Der wacker, hertzhafft, vnverzaget,Für die Freyheit mit seinem schwertIn die gröste gefahr sich waget.Dan wan jhn schon die feind verwunden,Vnd nemen jhm das leben hin,Ist doch ruhm vnd ehr sein gewin,Vnd Er ist gar nicht vberwunden:10Ein solcher tod ist jhm nicht schwer,Weil sein gewissen jhn versüsset;Vnd Er erwirbet lob vnd ehr,Indem er sein blut so vergiesset.Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingenIn allem land, in jedem mund:Sein leben durch den tod wird kund,Weil sein lob die Nachkömling singen:Die edle freyheit ist die frucht,Die er dem Vatterland verlasset;20Da der hertzloss durch seine fluchtWirt gantz verachtet vnd gehasset.Also zu leben vnd zu sterbenGilt dem redlichen Teutschen gleich:Der Tod vnd Sig seind schön vnd reich,Durch beed kan er sein hayl erwerben:Hingegen fliehen allen danckDie flüchtige vnd der verrähter,Vnd jhnen folget ein gestanck,Weil sie verfluchte vbelthäter.30Wolan derhalb, jhr wehrte Teutschen,Mit Teutscher faust, mit kühnem muht,Dämpfet nu der Tyrannen wuht,Zubrechet jhr joch, band und beutschen[980]:Vnüberwindlich rühmet sieIhr titul, torheit vnd stoltzieren:Aber jhr Heer mit schlechter mühMag (vberwindlich) bald verlieren.Ha! fallet in sie: jhre fahnenZittern auss forcht: Sie trennen sich,Ihr böse sach hält nicht den stich,Drumb zu der flucht sie sich schon mahnen:Gross ist jhr heer; klein ist jhr glaub,Gut ist jhr Zeug, böss jhr gewissen:Frisch auff, sie zittern wie das laub,10Vnd weren schon gern aussgerissen.Ha! schlaget auff Sie, Liebe brüder,Ist die müh gross, so ist nicht schlechtDer sig vnd beut: vnd wol vnd rechtZuthun, seind sie dan jhr viel müder:So straff, O Teutsches hertz vnd hand,Nu die Tyrannen, vnd die bösen;Die Freyheit vnd das VatterlandMust du auff dise weiss erlösen.

FRisch auff, jhr dapfere Soldaten,Ihr, die jhr noch mit Teutschem blut,Ihr, die jhr noch mit frischem muhtBelebet, suchet grosse thaten!Ihr Landsleut, jhr Landsknecht frisch auff,Das Land, die Freyheit sich verlieret,Wa jhr nicht muhtig schlaget drauff,Vnd vberwindend triumfieret.Der ist ein Teutscher wolgeboren,Der von betrug vnd falschheit frey,30Hat weder redlichkeit noch trew,Noch glauben, noch freyheit verlohren:Der ist ein teutscher ehren wehrt,Der wacker, hertzhafft, vnverzaget,Für die Freyheit mit seinem schwertIn die gröste gefahr sich waget.Dan wan jhn schon die feind verwunden,Vnd nemen jhm das leben hin,Ist doch ruhm vnd ehr sein gewin,Vnd Er ist gar nicht vberwunden:10Ein solcher tod ist jhm nicht schwer,Weil sein gewissen jhn versüsset;Vnd Er erwirbet lob vnd ehr,Indem er sein blut so vergiesset.Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingenIn allem land, in jedem mund:Sein leben durch den tod wird kund,Weil sein lob die Nachkömling singen:Die edle freyheit ist die frucht,Die er dem Vatterland verlasset;20Da der hertzloss durch seine fluchtWirt gantz verachtet vnd gehasset.Also zu leben vnd zu sterbenGilt dem redlichen Teutschen gleich:Der Tod vnd Sig seind schön vnd reich,Durch beed kan er sein hayl erwerben:Hingegen fliehen allen danckDie flüchtige vnd der verrähter,Vnd jhnen folget ein gestanck,Weil sie verfluchte vbelthäter.30Wolan derhalb, jhr wehrte Teutschen,Mit Teutscher faust, mit kühnem muht,Dämpfet nu der Tyrannen wuht,Zubrechet jhr joch, band und beutschen[980]:Vnüberwindlich rühmet sieIhr titul, torheit vnd stoltzieren:Aber jhr Heer mit schlechter mühMag (vberwindlich) bald verlieren.Ha! fallet in sie: jhre fahnenZittern auss forcht: Sie trennen sich,Ihr böse sach hält nicht den stich,Drumb zu der flucht sie sich schon mahnen:Gross ist jhr heer; klein ist jhr glaub,Gut ist jhr Zeug, böss jhr gewissen:Frisch auff, sie zittern wie das laub,10Vnd weren schon gern aussgerissen.Ha! schlaget auff Sie, Liebe brüder,Ist die müh gross, so ist nicht schlechtDer sig vnd beut: vnd wol vnd rechtZuthun, seind sie dan jhr viel müder:So straff, O Teutsches hertz vnd hand,Nu die Tyrannen, vnd die bösen;Die Freyheit vnd das VatterlandMust du auff dise weiss erlösen.

FRisch auff, jhr dapfere Soldaten,

Ihr, die jhr noch mit Teutschem blut,

Ihr, die jhr noch mit frischem muht

Belebet, suchet grosse thaten!

Ihr Landsleut, jhr Landsknecht frisch auff,

Das Land, die Freyheit sich verlieret,

Wa jhr nicht muhtig schlaget drauff,

Vnd vberwindend triumfieret.

Der ist ein Teutscher wolgeboren,

Der von betrug vnd falschheit frey,30

Hat weder redlichkeit noch trew,

Noch glauben, noch freyheit verlohren:

Der ist ein teutscher ehren wehrt,

Der wacker, hertzhafft, vnverzaget,

Für die Freyheit mit seinem schwert

In die gröste gefahr sich waget.

Dan wan jhn schon die feind verwunden,

Vnd nemen jhm das leben hin,

Ist doch ruhm vnd ehr sein gewin,

Vnd Er ist gar nicht vberwunden:10

Ein solcher tod ist jhm nicht schwer,

Weil sein gewissen jhn versüsset;

Vnd Er erwirbet lob vnd ehr,

Indem er sein blut so vergiesset.

Sein Nahm vnd ruhm allzeit erklingen

In allem land, in jedem mund:

Sein leben durch den tod wird kund,

Weil sein lob die Nachkömling singen:

Die edle freyheit ist die frucht,

Die er dem Vatterland verlasset;20

Da der hertzloss durch seine flucht

Wirt gantz verachtet vnd gehasset.

Also zu leben vnd zu sterben

Gilt dem redlichen Teutschen gleich:

Der Tod vnd Sig seind schön vnd reich,

Durch beed kan er sein hayl erwerben:

Hingegen fliehen allen danck

Die flüchtige vnd der verrähter,

Vnd jhnen folget ein gestanck,

Weil sie verfluchte vbelthäter.30

Wolan derhalb, jhr wehrte Teutschen,

Mit Teutscher faust, mit kühnem muht,

Dämpfet nu der Tyrannen wuht,

Zubrechet jhr joch, band und beutschen[980]:

Vnüberwindlich rühmet sie

Ihr titul, torheit vnd stoltzieren:

Aber jhr Heer mit schlechter müh

Mag (vberwindlich) bald verlieren.

Ha! fallet in sie: jhre fahnen

Zittern auss forcht: Sie trennen sich,

Ihr böse sach hält nicht den stich,

Drumb zu der flucht sie sich schon mahnen:

Gross ist jhr heer; klein ist jhr glaub,

Gut ist jhr Zeug, böss jhr gewissen:

Frisch auff, sie zittern wie das laub,10

Vnd weren schon gern aussgerissen.

Ha! schlaget auff Sie, Liebe brüder,

Ist die müh gross, so ist nicht schlecht

Der sig vnd beut: vnd wol vnd recht

Zuthun, seind sie dan jhr viel müder:

So straff, O Teutsches hertz vnd hand,

Nu die Tyrannen, vnd die bösen;

Die Freyheit vnd das Vatterland

Must du auff dise weiss erlösen.


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