GOTTFRIED VON NEIFEN.[Scherer D.215,E.207.]Ein schwäbischer Ritter, dessen Name in würtembergischen Urkunden zwischen 1234–1255 erscheint. Herausgegeben in v. d. Hagens Minnesinger IV, 80; und von Haupt (Leipzig 1851).Nu stêt diu liebe heide barder wunnenclîchen bluomen und der liehten rôsen rôt.der walt hât sich enkleidet gar:des lîdent aber diu kleinen vogellîn vil grôze nôt.waz klage ich tumber vogele sanc?wan klage ich niht die swæren zîtdaz ich der minneclîchen hân gedienet allez âne danc?10Si lône mir, si lône niht,sô ist si doch mîs herzen trôst und ouch diu vrowe mîn.ich diene ouch ir, swaz mir geschiht.si muoz diu êrste und ouch mîn leste unz an mîn ende sîn.ir ougen blic der vie mich sôdaz ich von ir niht scheiden mac,swie selten mich diu herzeliebe hât gemachet frô.Sist tougen in mîs herzen gruntdie ich von êrst ze herzelieber frouwen mir erkôs.dâ von sô wirt ez ungesunt.was schât der lieben daz si schœne ist unde dâ bî lôs?von liebe kan ich niht gesagen:mir wart sô liebes nie niht mêr;des wolde ich ûf genâde gerne ein glüendez îsen tragen.10Nun steht die liebe Haide barDer wonniglichen Blumen und der lichten Rosen roth.Entkleidet hat der Wald sich gar:Drum leiden wieder kleine Vögelein so grosse Noth.Was klag ich Thor der Vöglein Sang?Was klag ich nicht die schwere Zeit,20Da ich der Minniglichen dienen musste sonder Dank?Sie lohne mir, sie lohne nicht,Sie ist doch meines Herzens Trost und ist die Fraue mein.Ich dien ihr, was sie immer spricht,Sie muss die Erste, Letzte mir bis an mein Ende sein.Sie fieng mich mit der Augen Pracht,Dass ich nicht scheiden mag von ihr,Wie selten mich die Herzgeliebte noch hatfroh gemacht.Sie wohnt in meines Herzens Grund,Die ich schon früh zu lieber Herrin mir erwählte frei:Davon wird es krank und wund;Was mag ihr schaden, dass sie schön ist und auch los dabei?Von Freude weiss ich nicht zu sagen;Doch freut nichts Andres mich so sehr,Darauf um Gnade wollt ich gern ein glühend Eisen tragen.20SIMROCK.
GOTTFRIED VON NEIFEN.
[Scherer D.215,E.207.]
Ein schwäbischer Ritter, dessen Name in würtembergischen Urkunden zwischen 1234–1255 erscheint. Herausgegeben in v. d. Hagens Minnesinger IV, 80; und von Haupt (Leipzig 1851).
Ein schwäbischer Ritter, dessen Name in würtembergischen Urkunden zwischen 1234–1255 erscheint. Herausgegeben in v. d. Hagens Minnesinger IV, 80; und von Haupt (Leipzig 1851).
Nu stêt diu liebe heide barder wunnenclîchen bluomen und der liehten rôsen rôt.der walt hât sich enkleidet gar:des lîdent aber diu kleinen vogellîn vil grôze nôt.waz klage ich tumber vogele sanc?wan klage ich niht die swæren zîtdaz ich der minneclîchen hân gedienet allez âne danc?10Si lône mir, si lône niht,sô ist si doch mîs herzen trôst und ouch diu vrowe mîn.ich diene ouch ir, swaz mir geschiht.si muoz diu êrste und ouch mîn leste unz an mîn ende sîn.ir ougen blic der vie mich sôdaz ich von ir niht scheiden mac,swie selten mich diu herzeliebe hât gemachet frô.Sist tougen in mîs herzen gruntdie ich von êrst ze herzelieber frouwen mir erkôs.dâ von sô wirt ez ungesunt.was schât der lieben daz si schœne ist unde dâ bî lôs?von liebe kan ich niht gesagen:mir wart sô liebes nie niht mêr;des wolde ich ûf genâde gerne ein glüendez îsen tragen.10
Nu stêt diu liebe heide barder wunnenclîchen bluomen und der liehten rôsen rôt.der walt hât sich enkleidet gar:des lîdent aber diu kleinen vogellîn vil grôze nôt.waz klage ich tumber vogele sanc?wan klage ich niht die swæren zîtdaz ich der minneclîchen hân gedienet allez âne danc?10Si lône mir, si lône niht,sô ist si doch mîs herzen trôst und ouch diu vrowe mîn.ich diene ouch ir, swaz mir geschiht.si muoz diu êrste und ouch mîn leste unz an mîn ende sîn.ir ougen blic der vie mich sôdaz ich von ir niht scheiden mac,swie selten mich diu herzeliebe hât gemachet frô.Sist tougen in mîs herzen gruntdie ich von êrst ze herzelieber frouwen mir erkôs.dâ von sô wirt ez ungesunt.was schât der lieben daz si schœne ist unde dâ bî lôs?von liebe kan ich niht gesagen:mir wart sô liebes nie niht mêr;des wolde ich ûf genâde gerne ein glüendez îsen tragen.10
Nu stêt diu liebe heide barder wunnenclîchen bluomen und der liehten rôsen rôt.der walt hât sich enkleidet gar:des lîdent aber diu kleinen vogellîn vil grôze nôt.waz klage ich tumber vogele sanc?wan klage ich niht die swæren zîtdaz ich der minneclîchen hân gedienet allez âne danc?10
Nu stêt diu liebe heide bar
der wunnenclîchen bluomen und der liehten rôsen rôt.
der walt hât sich enkleidet gar:
des lîdent aber diu kleinen vogellîn vil grôze nôt.
waz klage ich tumber vogele sanc?
wan klage ich niht die swæren zît
daz ich der minneclîchen hân gedienet allez âne danc?10
Si lône mir, si lône niht,sô ist si doch mîs herzen trôst und ouch diu vrowe mîn.ich diene ouch ir, swaz mir geschiht.si muoz diu êrste und ouch mîn leste unz an mîn ende sîn.ir ougen blic der vie mich sôdaz ich von ir niht scheiden mac,swie selten mich diu herzeliebe hât gemachet frô.
Si lône mir, si lône niht,
sô ist si doch mîs herzen trôst und ouch diu vrowe mîn.
ich diene ouch ir, swaz mir geschiht.
si muoz diu êrste und ouch mîn leste unz an mîn ende sîn.
ir ougen blic der vie mich sô
daz ich von ir niht scheiden mac,
swie selten mich diu herzeliebe hât gemachet frô.
Sist tougen in mîs herzen gruntdie ich von êrst ze herzelieber frouwen mir erkôs.dâ von sô wirt ez ungesunt.was schât der lieben daz si schœne ist unde dâ bî lôs?von liebe kan ich niht gesagen:mir wart sô liebes nie niht mêr;des wolde ich ûf genâde gerne ein glüendez îsen tragen.10
Sist tougen in mîs herzen grunt
die ich von êrst ze herzelieber frouwen mir erkôs.
dâ von sô wirt ez ungesunt.
was schât der lieben daz si schœne ist unde dâ bî lôs?
von liebe kan ich niht gesagen:
mir wart sô liebes nie niht mêr;
des wolde ich ûf genâde gerne ein glüendez îsen tragen.10
Nun steht die liebe Haide barDer wonniglichen Blumen und der lichten Rosen roth.Entkleidet hat der Wald sich gar:Drum leiden wieder kleine Vögelein so grosse Noth.Was klag ich Thor der Vöglein Sang?Was klag ich nicht die schwere Zeit,20Da ich der Minniglichen dienen musste sonder Dank?Sie lohne mir, sie lohne nicht,Sie ist doch meines Herzens Trost und ist die Fraue mein.Ich dien ihr, was sie immer spricht,Sie muss die Erste, Letzte mir bis an mein Ende sein.Sie fieng mich mit der Augen Pracht,Dass ich nicht scheiden mag von ihr,Wie selten mich die Herzgeliebte noch hatfroh gemacht.Sie wohnt in meines Herzens Grund,Die ich schon früh zu lieber Herrin mir erwählte frei:Davon wird es krank und wund;Was mag ihr schaden, dass sie schön ist und auch los dabei?Von Freude weiss ich nicht zu sagen;Doch freut nichts Andres mich so sehr,Darauf um Gnade wollt ich gern ein glühend Eisen tragen.20
Nun steht die liebe Haide barDer wonniglichen Blumen und der lichten Rosen roth.Entkleidet hat der Wald sich gar:Drum leiden wieder kleine Vögelein so grosse Noth.Was klag ich Thor der Vöglein Sang?Was klag ich nicht die schwere Zeit,20Da ich der Minniglichen dienen musste sonder Dank?Sie lohne mir, sie lohne nicht,Sie ist doch meines Herzens Trost und ist die Fraue mein.Ich dien ihr, was sie immer spricht,Sie muss die Erste, Letzte mir bis an mein Ende sein.Sie fieng mich mit der Augen Pracht,Dass ich nicht scheiden mag von ihr,Wie selten mich die Herzgeliebte noch hatfroh gemacht.Sie wohnt in meines Herzens Grund,Die ich schon früh zu lieber Herrin mir erwählte frei:Davon wird es krank und wund;Was mag ihr schaden, dass sie schön ist und auch los dabei?Von Freude weiss ich nicht zu sagen;Doch freut nichts Andres mich so sehr,Darauf um Gnade wollt ich gern ein glühend Eisen tragen.20
Nun steht die liebe Haide barDer wonniglichen Blumen und der lichten Rosen roth.Entkleidet hat der Wald sich gar:Drum leiden wieder kleine Vögelein so grosse Noth.Was klag ich Thor der Vöglein Sang?Was klag ich nicht die schwere Zeit,20Da ich der Minniglichen dienen musste sonder Dank?
Nun steht die liebe Haide bar
Der wonniglichen Blumen und der lichten Rosen roth.
Entkleidet hat der Wald sich gar:
Drum leiden wieder kleine Vögelein so grosse Noth.
Was klag ich Thor der Vöglein Sang?
Was klag ich nicht die schwere Zeit,20
Da ich der Minniglichen dienen musste sonder Dank?
Sie lohne mir, sie lohne nicht,Sie ist doch meines Herzens Trost und ist die Fraue mein.Ich dien ihr, was sie immer spricht,Sie muss die Erste, Letzte mir bis an mein Ende sein.Sie fieng mich mit der Augen Pracht,Dass ich nicht scheiden mag von ihr,Wie selten mich die Herzgeliebte noch hatfroh gemacht.
Sie lohne mir, sie lohne nicht,
Sie ist doch meines Herzens Trost und ist die Fraue mein.
Ich dien ihr, was sie immer spricht,
Sie muss die Erste, Letzte mir bis an mein Ende sein.
Sie fieng mich mit der Augen Pracht,
Dass ich nicht scheiden mag von ihr,
Wie selten mich die Herzgeliebte noch hatfroh gemacht.
Sie wohnt in meines Herzens Grund,Die ich schon früh zu lieber Herrin mir erwählte frei:Davon wird es krank und wund;Was mag ihr schaden, dass sie schön ist und auch los dabei?Von Freude weiss ich nicht zu sagen;Doch freut nichts Andres mich so sehr,Darauf um Gnade wollt ich gern ein glühend Eisen tragen.20
Sie wohnt in meines Herzens Grund,
Die ich schon früh zu lieber Herrin mir erwählte frei:
Davon wird es krank und wund;
Was mag ihr schaden, dass sie schön ist und auch los dabei?
Von Freude weiss ich nicht zu sagen;
Doch freut nichts Andres mich so sehr,
Darauf um Gnade wollt ich gern ein glühend Eisen tragen.20
SIMROCK.