MARIEN KLAGE.

MARIEN KLAGE.[Scherer D.p. 247,E.241.]Aus einer dem 15. Jahrhundert angehörigen Handschrift der Trierer Stadtbibliothek herausgegeben von Hoffmann in seinen ‘Fundgruben’ 2, 259.Deinde Maria ut sequitur:Owê owê hiute! waz sol ichOder wer wil nû trœsten mich?Sint ich den süezen hân verlorn10Der mich ze muoter hete erkorn.Owê owê! nû gên ich wider unde vür;Nieman tritet vür die tür,Der dise nôt welle enden!Des ringe ich arme muoter mîne hende.Owê owê der jæmerlîchen nôt!Owê, mich dunket er sî tôt.Johannes neve, nû vüere michZuo mîme kinde, des bite ich dich.Wehe wehe über den heutigen Tag! was soll ich,und wer wird mich nun trösten,da ich den Süssen habe verloren,10der mich zur Mutter hatte erkoren?Wehe wehe! nun geh ich auf und ab;und niemand tritt vor die Thür,der diese Noth will enden:darum ringe ich arme Mutter die Hände.Oweh, oweh der jammervollen Qual!Oweh, mich dünkt er sei tod.Johannes, Neffe, nun führe michzu meinem Kinde, darum bitte ich dich.Tunc vadunt ante crucem et Maria cantat plangendo cum manibus.Owê owê der jæmerlîchen klage,Die ich muoter eine trageAl von des tôdes wâne.Weinen was mir unbekant,Sint ich muoter wart genant,10Und bin doch mannes âne.Nû ist ze weinen mir geschehen,Sint ich sînen tôt muoz sehenDen ich âne swære garMuoter unde meit gebar.Owê tôt! Dise nôtMahtû wol volenden,Daz du von dir Her zuo mirDîne boten wellest senden.Owê der leide!20Der tôt der wil uns scheiden.Tôt nû nim uns beide,Daz er niht aleineSô jæmerlîche von mir scheide.Owê! waz hât er iu getân?Muget ir ime niht sîn leben lânUnd nemt mir mînen lîp?Owê! waz sol ich armez wîp!Grôzer klage ist mir nôt.Owê, læge ich vür in tôt!Vater schepfer bistû mîn,Und ich dîn gebererîn:Dîne wunden tuont mir wê.Miner klage ist worden mê,Sint dû herzeliebez kint trût10Wider mich niht maht werden lût.Herzekint, Dîne ougen sintDir sô gar verblichen.Dîne maht Und dîne kraftIst dir sô gar entwichen.Owê owê, vil lieber sun mîn!Owê der grôzen marteln dîn!Owê, wie jæmerlîchen dû hengest!Owê, wie dû mit dem tôde ringest!Ach wie jæmerlîchen bibet dir dîn lîp!20Eiâ, waz sol ich armez wîp,Sint ich dich, liebez kint mîn,Sihe lîden alsô grôze pîn!Des sticht mich ze dirre stuntEin swert durch mînes herzen grunt.Simeonis grimmec swertDaz hât mich wol bevunden.Pînen bin ich wol gewertZe disen selben stunden.Weh weh, welch jammervolle Klage,die ich, die Mutter, alleine tragevon des Todes Gedanken.Weinen war mir unbekannt,seitdem ich Mutter ward genannt,10obwohl ich des Mannes ledig bin.Nun ist mir das Weinen angekommen,seitdem ich seinen Tod vernommen,den ich ohne jeden Schmerztrug unter jungfräulichem Herz.Oweh Tod! Dieser Nothmachst du leicht ein Ende,wenn du von dir her zu mirdeine Boten willst senden.Weh und Leid!20Der Tod der will uns scheiden.Tod, nun nimm uns beide,dass er nicht alleineso jämmerlich von mir scheide.Oweh! was hat er euch gethan?Könnt ihr ihm nicht seine Leben lassenund nehmt mir meinen Leib?Oweh! was soll ich armes Weib!Grosse Klage thut mir Noth.Oweh, läg ich statt seiner tod!Vater Schöpfer bist du mir,und ich, die dich geboren hat:deine Wunden thun mir weh.Meine Klage hat sich vermehrt,seit du herzliebes trautes Kind10zu mir keinen Laut mehr sprechen kannst.Herzenskind, deine Augen sinddir so ganz verblichen.Deine Macht und deine Kraftist dir so ganz entwichen.Oweh, oweh mein viel lieber Sohn!Weh über deine grosse Marter!Weh, wie jämmerlich du hängest!Weh, wie du mit dem Tode ringest!Ach, wie jämmerlich bebt dir der Leib!20Weh, was soll ich armes Weib,da ich dich, liebes Kind mein,Sehe leiden solch grosse Pein!Damit sticht mich zu dieser Stundein Schwert durch meines Herzens Grund.Simeons grimmes Schwertdas hat mich wohl getroffen.Qualen sind mir reich beschertzu dieser selben Stunde.Post hoc Salvator cantat: Mulier ecce filius tuus, et dicit cum hoc Rhythmo:Sich, wîp, ditz ist der sun dîn,Johannes sol nû dîn pfleger sînUnd sol nû dîn sun wesen,Wande dû wol sihest daz ich niht mac genesen.Sieh, Frau, dies ist dein Sohn,Johannes soll dein Pfleger seinund soll nun dein Sohn werden,da du wohl siehst, dass ich nicht am Leben bleiben kann.Et deinde dicit ad Johannem: Ecce mater tua, cum hoc Rhythmo:Johannes, lieber neve mîn,10Ich bite dich daz dû mîner muoter pfleger wellest sînUnd daz dû trœstest ir herzeleit,Daz si durch mîne martel treit.Johannes, mein lieber Neffe,10ich bitte dich, du mögest meiner Mutter Pfleger seinund sie trösten in ihrem Herzeleid,das sie wegen meiner Marter trägt.Johannes respondet:Gerne, Jesus meister mîn,Ich wil gerne ir huoter sînUnd si bewarn die wîle ich leben,Sint dû mich ir ze pfleger hâst gegeben.Gerne, Jesus Meister mein,ich will gerne ihr Hüter seinund sie bewahren Zeit meines Lebens,Da du mich ihr zum Pfleger gegeben hast.Maria dicit R. ad Salvatorem.Owê Jesus, vil liebez kint mîn,20Wie grôz ist dînes lîbes pîn!Ach owê, wie dîn munt nû bibet!Owê des urloubes, des er mir nû gibet!Owê leit vor allen leiden!Sol ich mich nû von im scheidenVon deme der ie ist gewesen mîn trôst?Von jâmer bin ich ungelôst.Owê, wâ herberge ich die êrste naht?Mit grôzem jâmer bin ich überdaht.Ditz ist ein bitterlîcher mort.Ach liebez kint, nû sprich mir doch zuo ein wort,Ob ich dîn muoter bin.Owê! er enmac, er ist dâ hin.Er ist leider übel gereiset,10Wande ich bin ze mâle verweiset:Des muoz ich schiere vor leide vergân.Ach dû herter kriuzeboum,Wie dû dîne arme hâst zetân,Dâvon ich grôzes jâmers vil hân.Ach wistest dû an dirre stat,Waz man an dir gesperret hât,Dû tætest dîne arme zesamne sintUnd liezest ruowen mîn liebez zartez kint.Eiâ dû sûre jüdesche diet,20Warumbe tœtet ir mich niet?Wand mînen trôst hât ir mir benomen.Owê, wâ sol ich hinnen komen?Nune weiz ich leider war ich vlîe.Des tôdes wil ich bîten hie.Wehe Jesus, mein viel liebes Kind,20wie gross ist deines Leibes Pein!Ach wehe, wie dein Mund jetzt bebt,weh über den Abschied, den er mir giebt!Weh Schmerz über alle Schmerzen!Soll ich mich nun von ihm trennen,von dem, der jeder Zeit mein Trost gewesen?Mit Jammer bin ich unlöslich verbunden.Oweh, wo kehre ich die erste Nacht ein?Mit grossem Jammer bin ich überdacht.Dies ist ein bitterer Mord.Ach liebes Kind, nun sprich doch zu mir ein einzig Wort,wenn ich deine Mutter bin.Weh, er kann nicht, er ist dahin.Er ist leider auf einer schlimmen Reise,10und ich bin zumal verweiset:drum muss ich schier vor Leid vergehn.Ach du harter Kreuzesbaum,wie hast du deine Arme geöffnet!Das bereitet mir grossen Schmerz.Ach wüsstest du nur,was man an dich gehängt hat,du schlössest deine Armeund liessest mein liebes zartes Kind ruhen.Weh du rauhes Judenvolk,20warum tödtet ihr mich nicht?Habt ihr mir doch meinen Trost benommen.Weh, wohin soll ich nun von hier mich wenden?Leider weiss ich nun nicht, wohin fliehen.Des Todes will ich harren hier.Et sic residet in terram.

MARIEN KLAGE.

[Scherer D.p. 247,E.241.]

Aus einer dem 15. Jahrhundert angehörigen Handschrift der Trierer Stadtbibliothek herausgegeben von Hoffmann in seinen ‘Fundgruben’ 2, 259.

Aus einer dem 15. Jahrhundert angehörigen Handschrift der Trierer Stadtbibliothek herausgegeben von Hoffmann in seinen ‘Fundgruben’ 2, 259.

Deinde Maria ut sequitur:

Deinde Maria ut sequitur:

Deinde Maria ut sequitur:

Deinde Maria ut sequitur:

Owê owê hiute! waz sol ichOder wer wil nû trœsten mich?Sint ich den süezen hân verlorn10Der mich ze muoter hete erkorn.Owê owê! nû gên ich wider unde vür;Nieman tritet vür die tür,Der dise nôt welle enden!Des ringe ich arme muoter mîne hende.Owê owê der jæmerlîchen nôt!Owê, mich dunket er sî tôt.Johannes neve, nû vüere michZuo mîme kinde, des bite ich dich.Wehe wehe über den heutigen Tag! was soll ich,und wer wird mich nun trösten,da ich den Süssen habe verloren,10der mich zur Mutter hatte erkoren?Wehe wehe! nun geh ich auf und ab;und niemand tritt vor die Thür,der diese Noth will enden:darum ringe ich arme Mutter die Hände.Oweh, oweh der jammervollen Qual!Oweh, mich dünkt er sei tod.Johannes, Neffe, nun führe michzu meinem Kinde, darum bitte ich dich.

Owê owê hiute! waz sol ichOder wer wil nû trœsten mich?Sint ich den süezen hân verlorn10Der mich ze muoter hete erkorn.Owê owê! nû gên ich wider unde vür;Nieman tritet vür die tür,Der dise nôt welle enden!Des ringe ich arme muoter mîne hende.Owê owê der jæmerlîchen nôt!Owê, mich dunket er sî tôt.Johannes neve, nû vüere michZuo mîme kinde, des bite ich dich.Wehe wehe über den heutigen Tag! was soll ich,und wer wird mich nun trösten,da ich den Süssen habe verloren,10der mich zur Mutter hatte erkoren?Wehe wehe! nun geh ich auf und ab;und niemand tritt vor die Thür,der diese Noth will enden:darum ringe ich arme Mutter die Hände.Oweh, oweh der jammervollen Qual!Oweh, mich dünkt er sei tod.Johannes, Neffe, nun führe michzu meinem Kinde, darum bitte ich dich.

Owê owê hiute! waz sol ichOder wer wil nû trœsten mich?Sint ich den süezen hân verlorn10Der mich ze muoter hete erkorn.Owê owê! nû gên ich wider unde vür;Nieman tritet vür die tür,Der dise nôt welle enden!Des ringe ich arme muoter mîne hende.Owê owê der jæmerlîchen nôt!Owê, mich dunket er sî tôt.Johannes neve, nû vüere michZuo mîme kinde, des bite ich dich.

Owê owê hiute! waz sol ich

Oder wer wil nû trœsten mich?

Sint ich den süezen hân verlorn10

Der mich ze muoter hete erkorn.

Owê owê! nû gên ich wider unde vür;

Nieman tritet vür die tür,

Der dise nôt welle enden!

Des ringe ich arme muoter mîne hende.

Owê owê der jæmerlîchen nôt!

Owê, mich dunket er sî tôt.

Johannes neve, nû vüere mich

Zuo mîme kinde, des bite ich dich.

Wehe wehe über den heutigen Tag! was soll ich,und wer wird mich nun trösten,da ich den Süssen habe verloren,10der mich zur Mutter hatte erkoren?Wehe wehe! nun geh ich auf und ab;und niemand tritt vor die Thür,der diese Noth will enden:darum ringe ich arme Mutter die Hände.Oweh, oweh der jammervollen Qual!Oweh, mich dünkt er sei tod.Johannes, Neffe, nun führe michzu meinem Kinde, darum bitte ich dich.

Wehe wehe über den heutigen Tag! was soll ich,

und wer wird mich nun trösten,

da ich den Süssen habe verloren,10

der mich zur Mutter hatte erkoren?

Wehe wehe! nun geh ich auf und ab;

und niemand tritt vor die Thür,

der diese Noth will enden:

darum ringe ich arme Mutter die Hände.

Oweh, oweh der jammervollen Qual!

Oweh, mich dünkt er sei tod.

Johannes, Neffe, nun führe mich

zu meinem Kinde, darum bitte ich dich.

Tunc vadunt ante crucem et Maria cantat plangendo cum manibus.

Tunc vadunt ante crucem et Maria cantat plangendo cum manibus.

Tunc vadunt ante crucem et Maria cantat plangendo cum manibus.

Tunc vadunt ante crucem et Maria cantat plangendo cum manibus.

Owê owê der jæmerlîchen klage,Die ich muoter eine trageAl von des tôdes wâne.Weinen was mir unbekant,Sint ich muoter wart genant,10Und bin doch mannes âne.Nû ist ze weinen mir geschehen,Sint ich sînen tôt muoz sehenDen ich âne swære garMuoter unde meit gebar.Owê tôt! Dise nôtMahtû wol volenden,Daz du von dir Her zuo mirDîne boten wellest senden.Owê der leide!20Der tôt der wil uns scheiden.Tôt nû nim uns beide,Daz er niht aleineSô jæmerlîche von mir scheide.Owê! waz hât er iu getân?Muget ir ime niht sîn leben lânUnd nemt mir mînen lîp?Owê! waz sol ich armez wîp!Grôzer klage ist mir nôt.Owê, læge ich vür in tôt!Vater schepfer bistû mîn,Und ich dîn gebererîn:Dîne wunden tuont mir wê.Miner klage ist worden mê,Sint dû herzeliebez kint trût10Wider mich niht maht werden lût.Herzekint, Dîne ougen sintDir sô gar verblichen.Dîne maht Und dîne kraftIst dir sô gar entwichen.Owê owê, vil lieber sun mîn!Owê der grôzen marteln dîn!Owê, wie jæmerlîchen dû hengest!Owê, wie dû mit dem tôde ringest!Ach wie jæmerlîchen bibet dir dîn lîp!20Eiâ, waz sol ich armez wîp,Sint ich dich, liebez kint mîn,Sihe lîden alsô grôze pîn!Des sticht mich ze dirre stuntEin swert durch mînes herzen grunt.Simeonis grimmec swertDaz hât mich wol bevunden.Pînen bin ich wol gewertZe disen selben stunden.Weh weh, welch jammervolle Klage,die ich, die Mutter, alleine tragevon des Todes Gedanken.Weinen war mir unbekannt,seitdem ich Mutter ward genannt,10obwohl ich des Mannes ledig bin.Nun ist mir das Weinen angekommen,seitdem ich seinen Tod vernommen,den ich ohne jeden Schmerztrug unter jungfräulichem Herz.Oweh Tod! Dieser Nothmachst du leicht ein Ende,wenn du von dir her zu mirdeine Boten willst senden.Weh und Leid!20Der Tod der will uns scheiden.Tod, nun nimm uns beide,dass er nicht alleineso jämmerlich von mir scheide.Oweh! was hat er euch gethan?Könnt ihr ihm nicht seine Leben lassenund nehmt mir meinen Leib?Oweh! was soll ich armes Weib!Grosse Klage thut mir Noth.Oweh, läg ich statt seiner tod!Vater Schöpfer bist du mir,und ich, die dich geboren hat:deine Wunden thun mir weh.Meine Klage hat sich vermehrt,seit du herzliebes trautes Kind10zu mir keinen Laut mehr sprechen kannst.Herzenskind, deine Augen sinddir so ganz verblichen.Deine Macht und deine Kraftist dir so ganz entwichen.Oweh, oweh mein viel lieber Sohn!Weh über deine grosse Marter!Weh, wie jämmerlich du hängest!Weh, wie du mit dem Tode ringest!Ach, wie jämmerlich bebt dir der Leib!20Weh, was soll ich armes Weib,da ich dich, liebes Kind mein,Sehe leiden solch grosse Pein!Damit sticht mich zu dieser Stundein Schwert durch meines Herzens Grund.Simeons grimmes Schwertdas hat mich wohl getroffen.Qualen sind mir reich beschertzu dieser selben Stunde.

Owê owê der jæmerlîchen klage,Die ich muoter eine trageAl von des tôdes wâne.Weinen was mir unbekant,Sint ich muoter wart genant,10Und bin doch mannes âne.Nû ist ze weinen mir geschehen,Sint ich sînen tôt muoz sehenDen ich âne swære garMuoter unde meit gebar.Owê tôt! Dise nôtMahtû wol volenden,Daz du von dir Her zuo mirDîne boten wellest senden.Owê der leide!20Der tôt der wil uns scheiden.Tôt nû nim uns beide,Daz er niht aleineSô jæmerlîche von mir scheide.Owê! waz hât er iu getân?Muget ir ime niht sîn leben lânUnd nemt mir mînen lîp?Owê! waz sol ich armez wîp!Grôzer klage ist mir nôt.Owê, læge ich vür in tôt!Vater schepfer bistû mîn,Und ich dîn gebererîn:Dîne wunden tuont mir wê.Miner klage ist worden mê,Sint dû herzeliebez kint trût10Wider mich niht maht werden lût.Herzekint, Dîne ougen sintDir sô gar verblichen.Dîne maht Und dîne kraftIst dir sô gar entwichen.Owê owê, vil lieber sun mîn!Owê der grôzen marteln dîn!Owê, wie jæmerlîchen dû hengest!Owê, wie dû mit dem tôde ringest!Ach wie jæmerlîchen bibet dir dîn lîp!20Eiâ, waz sol ich armez wîp,Sint ich dich, liebez kint mîn,Sihe lîden alsô grôze pîn!Des sticht mich ze dirre stuntEin swert durch mînes herzen grunt.Simeonis grimmec swertDaz hât mich wol bevunden.Pînen bin ich wol gewertZe disen selben stunden.Weh weh, welch jammervolle Klage,die ich, die Mutter, alleine tragevon des Todes Gedanken.Weinen war mir unbekannt,seitdem ich Mutter ward genannt,10obwohl ich des Mannes ledig bin.Nun ist mir das Weinen angekommen,seitdem ich seinen Tod vernommen,den ich ohne jeden Schmerztrug unter jungfräulichem Herz.Oweh Tod! Dieser Nothmachst du leicht ein Ende,wenn du von dir her zu mirdeine Boten willst senden.Weh und Leid!20Der Tod der will uns scheiden.Tod, nun nimm uns beide,dass er nicht alleineso jämmerlich von mir scheide.Oweh! was hat er euch gethan?Könnt ihr ihm nicht seine Leben lassenund nehmt mir meinen Leib?Oweh! was soll ich armes Weib!Grosse Klage thut mir Noth.Oweh, läg ich statt seiner tod!Vater Schöpfer bist du mir,und ich, die dich geboren hat:deine Wunden thun mir weh.Meine Klage hat sich vermehrt,seit du herzliebes trautes Kind10zu mir keinen Laut mehr sprechen kannst.Herzenskind, deine Augen sinddir so ganz verblichen.Deine Macht und deine Kraftist dir so ganz entwichen.Oweh, oweh mein viel lieber Sohn!Weh über deine grosse Marter!Weh, wie jämmerlich du hängest!Weh, wie du mit dem Tode ringest!Ach, wie jämmerlich bebt dir der Leib!20Weh, was soll ich armes Weib,da ich dich, liebes Kind mein,Sehe leiden solch grosse Pein!Damit sticht mich zu dieser Stundein Schwert durch meines Herzens Grund.Simeons grimmes Schwertdas hat mich wohl getroffen.Qualen sind mir reich beschertzu dieser selben Stunde.

Owê owê der jæmerlîchen klage,Die ich muoter eine trageAl von des tôdes wâne.Weinen was mir unbekant,Sint ich muoter wart genant,10Und bin doch mannes âne.Nû ist ze weinen mir geschehen,Sint ich sînen tôt muoz sehenDen ich âne swære garMuoter unde meit gebar.Owê tôt! Dise nôtMahtû wol volenden,Daz du von dir Her zuo mirDîne boten wellest senden.Owê der leide!20Der tôt der wil uns scheiden.Tôt nû nim uns beide,Daz er niht aleineSô jæmerlîche von mir scheide.Owê! waz hât er iu getân?Muget ir ime niht sîn leben lânUnd nemt mir mînen lîp?Owê! waz sol ich armez wîp!Grôzer klage ist mir nôt.Owê, læge ich vür in tôt!Vater schepfer bistû mîn,Und ich dîn gebererîn:Dîne wunden tuont mir wê.Miner klage ist worden mê,Sint dû herzeliebez kint trût10Wider mich niht maht werden lût.Herzekint, Dîne ougen sintDir sô gar verblichen.Dîne maht Und dîne kraftIst dir sô gar entwichen.Owê owê, vil lieber sun mîn!Owê der grôzen marteln dîn!Owê, wie jæmerlîchen dû hengest!Owê, wie dû mit dem tôde ringest!Ach wie jæmerlîchen bibet dir dîn lîp!20Eiâ, waz sol ich armez wîp,Sint ich dich, liebez kint mîn,Sihe lîden alsô grôze pîn!Des sticht mich ze dirre stuntEin swert durch mînes herzen grunt.Simeonis grimmec swertDaz hât mich wol bevunden.Pînen bin ich wol gewertZe disen selben stunden.

Owê owê der jæmerlîchen klage,

Die ich muoter eine trage

Al von des tôdes wâne.

Weinen was mir unbekant,

Sint ich muoter wart genant,10

Und bin doch mannes âne.

Nû ist ze weinen mir geschehen,

Sint ich sînen tôt muoz sehen

Den ich âne swære gar

Muoter unde meit gebar.

Owê tôt! Dise nôt

Mahtû wol volenden,

Daz du von dir Her zuo mir

Dîne boten wellest senden.

Owê der leide!20

Der tôt der wil uns scheiden.

Tôt nû nim uns beide,

Daz er niht aleine

Sô jæmerlîche von mir scheide.

Owê! waz hât er iu getân?

Muget ir ime niht sîn leben lân

Und nemt mir mînen lîp?

Owê! waz sol ich armez wîp!

Grôzer klage ist mir nôt.

Owê, læge ich vür in tôt!

Vater schepfer bistû mîn,

Und ich dîn gebererîn:

Dîne wunden tuont mir wê.

Miner klage ist worden mê,

Sint dû herzeliebez kint trût10

Wider mich niht maht werden lût.

Herzekint, Dîne ougen sint

Dir sô gar verblichen.

Dîne maht Und dîne kraft

Ist dir sô gar entwichen.

Owê owê, vil lieber sun mîn!

Owê der grôzen marteln dîn!

Owê, wie jæmerlîchen dû hengest!

Owê, wie dû mit dem tôde ringest!

Ach wie jæmerlîchen bibet dir dîn lîp!20

Eiâ, waz sol ich armez wîp,

Sint ich dich, liebez kint mîn,

Sihe lîden alsô grôze pîn!

Des sticht mich ze dirre stunt

Ein swert durch mînes herzen grunt.

Simeonis grimmec swert

Daz hât mich wol bevunden.

Pînen bin ich wol gewert

Ze disen selben stunden.

Weh weh, welch jammervolle Klage,die ich, die Mutter, alleine tragevon des Todes Gedanken.Weinen war mir unbekannt,seitdem ich Mutter ward genannt,10obwohl ich des Mannes ledig bin.Nun ist mir das Weinen angekommen,seitdem ich seinen Tod vernommen,den ich ohne jeden Schmerztrug unter jungfräulichem Herz.Oweh Tod! Dieser Nothmachst du leicht ein Ende,wenn du von dir her zu mirdeine Boten willst senden.Weh und Leid!20Der Tod der will uns scheiden.Tod, nun nimm uns beide,dass er nicht alleineso jämmerlich von mir scheide.Oweh! was hat er euch gethan?Könnt ihr ihm nicht seine Leben lassenund nehmt mir meinen Leib?Oweh! was soll ich armes Weib!Grosse Klage thut mir Noth.Oweh, läg ich statt seiner tod!Vater Schöpfer bist du mir,und ich, die dich geboren hat:deine Wunden thun mir weh.Meine Klage hat sich vermehrt,seit du herzliebes trautes Kind10zu mir keinen Laut mehr sprechen kannst.Herzenskind, deine Augen sinddir so ganz verblichen.Deine Macht und deine Kraftist dir so ganz entwichen.Oweh, oweh mein viel lieber Sohn!Weh über deine grosse Marter!Weh, wie jämmerlich du hängest!Weh, wie du mit dem Tode ringest!Ach, wie jämmerlich bebt dir der Leib!20Weh, was soll ich armes Weib,da ich dich, liebes Kind mein,Sehe leiden solch grosse Pein!Damit sticht mich zu dieser Stundein Schwert durch meines Herzens Grund.Simeons grimmes Schwertdas hat mich wohl getroffen.Qualen sind mir reich beschertzu dieser selben Stunde.

Weh weh, welch jammervolle Klage,

die ich, die Mutter, alleine trage

von des Todes Gedanken.

Weinen war mir unbekannt,

seitdem ich Mutter ward genannt,10

obwohl ich des Mannes ledig bin.

Nun ist mir das Weinen angekommen,

seitdem ich seinen Tod vernommen,

den ich ohne jeden Schmerz

trug unter jungfräulichem Herz.

Oweh Tod! Dieser Noth

machst du leicht ein Ende,

wenn du von dir her zu mir

deine Boten willst senden.

Weh und Leid!20

Der Tod der will uns scheiden.

Tod, nun nimm uns beide,

dass er nicht alleine

so jämmerlich von mir scheide.

Oweh! was hat er euch gethan?

Könnt ihr ihm nicht seine Leben lassen

und nehmt mir meinen Leib?

Oweh! was soll ich armes Weib!

Grosse Klage thut mir Noth.

Oweh, läg ich statt seiner tod!

Vater Schöpfer bist du mir,

und ich, die dich geboren hat:

deine Wunden thun mir weh.

Meine Klage hat sich vermehrt,

seit du herzliebes trautes Kind10

zu mir keinen Laut mehr sprechen kannst.

Herzenskind, deine Augen sind

dir so ganz verblichen.

Deine Macht und deine Kraft

ist dir so ganz entwichen.

Oweh, oweh mein viel lieber Sohn!

Weh über deine grosse Marter!

Weh, wie jämmerlich du hängest!

Weh, wie du mit dem Tode ringest!

Ach, wie jämmerlich bebt dir der Leib!20

Weh, was soll ich armes Weib,

da ich dich, liebes Kind mein,

Sehe leiden solch grosse Pein!

Damit sticht mich zu dieser Stund

ein Schwert durch meines Herzens Grund.

Simeons grimmes Schwert

das hat mich wohl getroffen.

Qualen sind mir reich beschert

zu dieser selben Stunde.

Post hoc Salvator cantat: Mulier ecce filius tuus, et dicit cum hoc Rhythmo:

Post hoc Salvator cantat: Mulier ecce filius tuus, et dicit cum hoc Rhythmo:

Post hoc Salvator cantat: Mulier ecce filius tuus, et dicit cum hoc Rhythmo:

Post hoc Salvator cantat: Mulier ecce filius tuus, et dicit cum hoc Rhythmo:

Sich, wîp, ditz ist der sun dîn,Johannes sol nû dîn pfleger sînUnd sol nû dîn sun wesen,Wande dû wol sihest daz ich niht mac genesen.

Sich, wîp, ditz ist der sun dîn,Johannes sol nû dîn pfleger sînUnd sol nû dîn sun wesen,Wande dû wol sihest daz ich niht mac genesen.

Sich, wîp, ditz ist der sun dîn,Johannes sol nû dîn pfleger sînUnd sol nû dîn sun wesen,Wande dû wol sihest daz ich niht mac genesen.

Sich, wîp, ditz ist der sun dîn,

Johannes sol nû dîn pfleger sîn

Und sol nû dîn sun wesen,

Wande dû wol sihest daz ich niht mac genesen.

Sieh, Frau, dies ist dein Sohn,Johannes soll dein Pfleger seinund soll nun dein Sohn werden,da du wohl siehst, dass ich nicht am Leben bleiben kann.

Sieh, Frau, dies ist dein Sohn,Johannes soll dein Pfleger seinund soll nun dein Sohn werden,da du wohl siehst, dass ich nicht am Leben bleiben kann.

Sieh, Frau, dies ist dein Sohn,Johannes soll dein Pfleger seinund soll nun dein Sohn werden,da du wohl siehst, dass ich nicht am Leben bleiben kann.

Sieh, Frau, dies ist dein Sohn,

Johannes soll dein Pfleger sein

und soll nun dein Sohn werden,

da du wohl siehst, dass ich nicht am Leben bleiben kann.

Et deinde dicit ad Johannem: Ecce mater tua, cum hoc Rhythmo:

Et deinde dicit ad Johannem: Ecce mater tua, cum hoc Rhythmo:

Et deinde dicit ad Johannem: Ecce mater tua, cum hoc Rhythmo:

Et deinde dicit ad Johannem: Ecce mater tua, cum hoc Rhythmo:

Johannes, lieber neve mîn,10Ich bite dich daz dû mîner muoter pfleger wellest sînUnd daz dû trœstest ir herzeleit,Daz si durch mîne martel treit.

Johannes, lieber neve mîn,10Ich bite dich daz dû mîner muoter pfleger wellest sînUnd daz dû trœstest ir herzeleit,Daz si durch mîne martel treit.

Johannes, lieber neve mîn,10Ich bite dich daz dû mîner muoter pfleger wellest sînUnd daz dû trœstest ir herzeleit,Daz si durch mîne martel treit.

Johannes, lieber neve mîn,10

Ich bite dich daz dû mîner muoter pfleger wellest sîn

Und daz dû trœstest ir herzeleit,

Daz si durch mîne martel treit.

Johannes, mein lieber Neffe,10ich bitte dich, du mögest meiner Mutter Pfleger seinund sie trösten in ihrem Herzeleid,das sie wegen meiner Marter trägt.

Johannes, mein lieber Neffe,10ich bitte dich, du mögest meiner Mutter Pfleger seinund sie trösten in ihrem Herzeleid,das sie wegen meiner Marter trägt.

Johannes, mein lieber Neffe,10ich bitte dich, du mögest meiner Mutter Pfleger seinund sie trösten in ihrem Herzeleid,das sie wegen meiner Marter trägt.

Johannes, mein lieber Neffe,10

ich bitte dich, du mögest meiner Mutter Pfleger sein

und sie trösten in ihrem Herzeleid,

das sie wegen meiner Marter trägt.

Johannes respondet:

Johannes respondet:

Johannes respondet:

Johannes respondet:

Gerne, Jesus meister mîn,Ich wil gerne ir huoter sînUnd si bewarn die wîle ich leben,Sint dû mich ir ze pfleger hâst gegeben.

Gerne, Jesus meister mîn,Ich wil gerne ir huoter sînUnd si bewarn die wîle ich leben,Sint dû mich ir ze pfleger hâst gegeben.

Gerne, Jesus meister mîn,Ich wil gerne ir huoter sînUnd si bewarn die wîle ich leben,Sint dû mich ir ze pfleger hâst gegeben.

Gerne, Jesus meister mîn,

Ich wil gerne ir huoter sîn

Und si bewarn die wîle ich leben,

Sint dû mich ir ze pfleger hâst gegeben.

Gerne, Jesus Meister mein,ich will gerne ihr Hüter seinund sie bewahren Zeit meines Lebens,Da du mich ihr zum Pfleger gegeben hast.

Gerne, Jesus Meister mein,ich will gerne ihr Hüter seinund sie bewahren Zeit meines Lebens,Da du mich ihr zum Pfleger gegeben hast.

Gerne, Jesus Meister mein,ich will gerne ihr Hüter seinund sie bewahren Zeit meines Lebens,Da du mich ihr zum Pfleger gegeben hast.

Gerne, Jesus Meister mein,

ich will gerne ihr Hüter sein

und sie bewahren Zeit meines Lebens,

Da du mich ihr zum Pfleger gegeben hast.

Maria dicit R. ad Salvatorem.

Maria dicit R. ad Salvatorem.

Maria dicit R. ad Salvatorem.

Maria dicit R. ad Salvatorem.

Owê Jesus, vil liebez kint mîn,20Wie grôz ist dînes lîbes pîn!Ach owê, wie dîn munt nû bibet!Owê des urloubes, des er mir nû gibet!Owê leit vor allen leiden!Sol ich mich nû von im scheidenVon deme der ie ist gewesen mîn trôst?Von jâmer bin ich ungelôst.Owê, wâ herberge ich die êrste naht?Mit grôzem jâmer bin ich überdaht.Ditz ist ein bitterlîcher mort.Ach liebez kint, nû sprich mir doch zuo ein wort,Ob ich dîn muoter bin.Owê! er enmac, er ist dâ hin.Er ist leider übel gereiset,10Wande ich bin ze mâle verweiset:Des muoz ich schiere vor leide vergân.Ach dû herter kriuzeboum,Wie dû dîne arme hâst zetân,Dâvon ich grôzes jâmers vil hân.Ach wistest dû an dirre stat,Waz man an dir gesperret hât,Dû tætest dîne arme zesamne sintUnd liezest ruowen mîn liebez zartez kint.Eiâ dû sûre jüdesche diet,20Warumbe tœtet ir mich niet?Wand mînen trôst hât ir mir benomen.Owê, wâ sol ich hinnen komen?Nune weiz ich leider war ich vlîe.Des tôdes wil ich bîten hie.

Owê Jesus, vil liebez kint mîn,20Wie grôz ist dînes lîbes pîn!Ach owê, wie dîn munt nû bibet!Owê des urloubes, des er mir nû gibet!Owê leit vor allen leiden!Sol ich mich nû von im scheidenVon deme der ie ist gewesen mîn trôst?Von jâmer bin ich ungelôst.Owê, wâ herberge ich die êrste naht?Mit grôzem jâmer bin ich überdaht.Ditz ist ein bitterlîcher mort.Ach liebez kint, nû sprich mir doch zuo ein wort,Ob ich dîn muoter bin.Owê! er enmac, er ist dâ hin.Er ist leider übel gereiset,10Wande ich bin ze mâle verweiset:Des muoz ich schiere vor leide vergân.Ach dû herter kriuzeboum,Wie dû dîne arme hâst zetân,Dâvon ich grôzes jâmers vil hân.Ach wistest dû an dirre stat,Waz man an dir gesperret hât,Dû tætest dîne arme zesamne sintUnd liezest ruowen mîn liebez zartez kint.Eiâ dû sûre jüdesche diet,20Warumbe tœtet ir mich niet?Wand mînen trôst hât ir mir benomen.Owê, wâ sol ich hinnen komen?Nune weiz ich leider war ich vlîe.Des tôdes wil ich bîten hie.

Owê Jesus, vil liebez kint mîn,20Wie grôz ist dînes lîbes pîn!Ach owê, wie dîn munt nû bibet!Owê des urloubes, des er mir nû gibet!Owê leit vor allen leiden!Sol ich mich nû von im scheidenVon deme der ie ist gewesen mîn trôst?Von jâmer bin ich ungelôst.Owê, wâ herberge ich die êrste naht?Mit grôzem jâmer bin ich überdaht.Ditz ist ein bitterlîcher mort.Ach liebez kint, nû sprich mir doch zuo ein wort,Ob ich dîn muoter bin.Owê! er enmac, er ist dâ hin.Er ist leider übel gereiset,10Wande ich bin ze mâle verweiset:Des muoz ich schiere vor leide vergân.Ach dû herter kriuzeboum,Wie dû dîne arme hâst zetân,Dâvon ich grôzes jâmers vil hân.Ach wistest dû an dirre stat,Waz man an dir gesperret hât,Dû tætest dîne arme zesamne sintUnd liezest ruowen mîn liebez zartez kint.Eiâ dû sûre jüdesche diet,20Warumbe tœtet ir mich niet?Wand mînen trôst hât ir mir benomen.Owê, wâ sol ich hinnen komen?Nune weiz ich leider war ich vlîe.Des tôdes wil ich bîten hie.

Owê Jesus, vil liebez kint mîn,20

Wie grôz ist dînes lîbes pîn!

Ach owê, wie dîn munt nû bibet!

Owê des urloubes, des er mir nû gibet!

Owê leit vor allen leiden!

Sol ich mich nû von im scheiden

Von deme der ie ist gewesen mîn trôst?

Von jâmer bin ich ungelôst.

Owê, wâ herberge ich die êrste naht?

Mit grôzem jâmer bin ich überdaht.

Ditz ist ein bitterlîcher mort.

Ach liebez kint, nû sprich mir doch zuo ein wort,

Ob ich dîn muoter bin.

Owê! er enmac, er ist dâ hin.

Er ist leider übel gereiset,10

Wande ich bin ze mâle verweiset:

Des muoz ich schiere vor leide vergân.

Ach dû herter kriuzeboum,

Wie dû dîne arme hâst zetân,

Dâvon ich grôzes jâmers vil hân.

Ach wistest dû an dirre stat,

Waz man an dir gesperret hât,

Dû tætest dîne arme zesamne sint

Und liezest ruowen mîn liebez zartez kint.

Eiâ dû sûre jüdesche diet,20

Warumbe tœtet ir mich niet?

Wand mînen trôst hât ir mir benomen.

Owê, wâ sol ich hinnen komen?

Nune weiz ich leider war ich vlîe.

Des tôdes wil ich bîten hie.

Wehe Jesus, mein viel liebes Kind,20wie gross ist deines Leibes Pein!Ach wehe, wie dein Mund jetzt bebt,weh über den Abschied, den er mir giebt!Weh Schmerz über alle Schmerzen!Soll ich mich nun von ihm trennen,von dem, der jeder Zeit mein Trost gewesen?Mit Jammer bin ich unlöslich verbunden.Oweh, wo kehre ich die erste Nacht ein?Mit grossem Jammer bin ich überdacht.Dies ist ein bitterer Mord.Ach liebes Kind, nun sprich doch zu mir ein einzig Wort,wenn ich deine Mutter bin.Weh, er kann nicht, er ist dahin.Er ist leider auf einer schlimmen Reise,10und ich bin zumal verweiset:drum muss ich schier vor Leid vergehn.Ach du harter Kreuzesbaum,wie hast du deine Arme geöffnet!Das bereitet mir grossen Schmerz.Ach wüsstest du nur,was man an dich gehängt hat,du schlössest deine Armeund liessest mein liebes zartes Kind ruhen.Weh du rauhes Judenvolk,20warum tödtet ihr mich nicht?Habt ihr mir doch meinen Trost benommen.Weh, wohin soll ich nun von hier mich wenden?Leider weiss ich nun nicht, wohin fliehen.Des Todes will ich harren hier.

Wehe Jesus, mein viel liebes Kind,20wie gross ist deines Leibes Pein!Ach wehe, wie dein Mund jetzt bebt,weh über den Abschied, den er mir giebt!Weh Schmerz über alle Schmerzen!Soll ich mich nun von ihm trennen,von dem, der jeder Zeit mein Trost gewesen?Mit Jammer bin ich unlöslich verbunden.Oweh, wo kehre ich die erste Nacht ein?Mit grossem Jammer bin ich überdacht.Dies ist ein bitterer Mord.Ach liebes Kind, nun sprich doch zu mir ein einzig Wort,wenn ich deine Mutter bin.Weh, er kann nicht, er ist dahin.Er ist leider auf einer schlimmen Reise,10und ich bin zumal verweiset:drum muss ich schier vor Leid vergehn.Ach du harter Kreuzesbaum,wie hast du deine Arme geöffnet!Das bereitet mir grossen Schmerz.Ach wüsstest du nur,was man an dich gehängt hat,du schlössest deine Armeund liessest mein liebes zartes Kind ruhen.Weh du rauhes Judenvolk,20warum tödtet ihr mich nicht?Habt ihr mir doch meinen Trost benommen.Weh, wohin soll ich nun von hier mich wenden?Leider weiss ich nun nicht, wohin fliehen.Des Todes will ich harren hier.

Wehe Jesus, mein viel liebes Kind,20wie gross ist deines Leibes Pein!Ach wehe, wie dein Mund jetzt bebt,weh über den Abschied, den er mir giebt!Weh Schmerz über alle Schmerzen!Soll ich mich nun von ihm trennen,von dem, der jeder Zeit mein Trost gewesen?Mit Jammer bin ich unlöslich verbunden.Oweh, wo kehre ich die erste Nacht ein?Mit grossem Jammer bin ich überdacht.Dies ist ein bitterer Mord.Ach liebes Kind, nun sprich doch zu mir ein einzig Wort,wenn ich deine Mutter bin.Weh, er kann nicht, er ist dahin.Er ist leider auf einer schlimmen Reise,10und ich bin zumal verweiset:drum muss ich schier vor Leid vergehn.Ach du harter Kreuzesbaum,wie hast du deine Arme geöffnet!Das bereitet mir grossen Schmerz.Ach wüsstest du nur,was man an dich gehängt hat,du schlössest deine Armeund liessest mein liebes zartes Kind ruhen.Weh du rauhes Judenvolk,20warum tödtet ihr mich nicht?Habt ihr mir doch meinen Trost benommen.Weh, wohin soll ich nun von hier mich wenden?Leider weiss ich nun nicht, wohin fliehen.Des Todes will ich harren hier.

Wehe Jesus, mein viel liebes Kind,20

wie gross ist deines Leibes Pein!

Ach wehe, wie dein Mund jetzt bebt,

weh über den Abschied, den er mir giebt!

Weh Schmerz über alle Schmerzen!

Soll ich mich nun von ihm trennen,

von dem, der jeder Zeit mein Trost gewesen?

Mit Jammer bin ich unlöslich verbunden.

Oweh, wo kehre ich die erste Nacht ein?

Mit grossem Jammer bin ich überdacht.

Dies ist ein bitterer Mord.

Ach liebes Kind, nun sprich doch zu mir ein einzig Wort,

wenn ich deine Mutter bin.

Weh, er kann nicht, er ist dahin.

Er ist leider auf einer schlimmen Reise,10

und ich bin zumal verweiset:

drum muss ich schier vor Leid vergehn.

Ach du harter Kreuzesbaum,

wie hast du deine Arme geöffnet!

Das bereitet mir grossen Schmerz.

Ach wüsstest du nur,

was man an dich gehängt hat,

du schlössest deine Arme

und liessest mein liebes zartes Kind ruhen.

Weh du rauhes Judenvolk,20

warum tödtet ihr mich nicht?

Habt ihr mir doch meinen Trost benommen.

Weh, wohin soll ich nun von hier mich wenden?

Leider weiss ich nun nicht, wohin fliehen.

Des Todes will ich harren hier.

Et sic residet in terram.

Et sic residet in terram.

Et sic residet in terram.

Et sic residet in terram.


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