NICOLAUS LUDWIG GRAF VON ZINZENDORF.

NICOLAUS LUDWIG GRAF VON ZINZENDORF.

[Scherer D.346,E.348.]

Geboren 1700 in Dresden, in Halle unter Francke erzogen, studierte in Wittenberg die Rechte, neigte sich aber mehr und mehr zur Theologie. Gegen seinen Willen nahm er 1721 eine Stelle bei der Regierung in Dresden an, legte aber schon 1724 mit einigen Mährischen Brüdern den ersten Grund zu seiner Stiftung in Herrnhuth. 1734 wurde er selbst Geistlicher und widmete sein übriges Leben meist auf Reisen frommen Zwecken und der Verbreitung seiner Lehre. Gestorben 1760. Er hat mehr als 2000 geistliche Gedichte verfasst. Herausgegeben von Knapp (Stuttgart 1845).

Geboren 1700 in Dresden, in Halle unter Francke erzogen, studierte in Wittenberg die Rechte, neigte sich aber mehr und mehr zur Theologie. Gegen seinen Willen nahm er 1721 eine Stelle bei der Regierung in Dresden an, legte aber schon 1724 mit einigen Mährischen Brüdern den ersten Grund zu seiner Stiftung in Herrnhuth. 1734 wurde er selbst Geistlicher und widmete sein übriges Leben meist auf Reisen frommen Zwecken und der Verbreitung seiner Lehre. Gestorben 1760. Er hat mehr als 2000 geistliche Gedichte verfasst. Herausgegeben von Knapp (Stuttgart 1845).

GEBUNDENHEIT VONJESU.

Ach mein verwundter Fürste!Nach dessen Heil ich dürste,In dem mein Sehnen ruht,An dessen Liebesherzen20Mir wohl ist, und die SchmerzenSelbst heilsam für mich sind und gut:Nach dir allein verlangen,Das heisst schon an dir hangen;Zu dir voll Liebe seyn,Das heisset dich besitzen;Vor Dienstbegierde schwitzen,Das schreibst du schon als Arbeit ein.Nimm mich mit LiebserbarmenBei’m Herzen, bei den Armen,Und setz’ ein Siegel d’rauf;Lass mich verschlossen werden10Vor dem Geräusch der Erden,Dir aber mache selber auf.

Ach mein verwundter Fürste!Nach dessen Heil ich dürste,In dem mein Sehnen ruht,An dessen Liebesherzen20Mir wohl ist, und die SchmerzenSelbst heilsam für mich sind und gut:Nach dir allein verlangen,Das heisst schon an dir hangen;Zu dir voll Liebe seyn,Das heisset dich besitzen;Vor Dienstbegierde schwitzen,Das schreibst du schon als Arbeit ein.Nimm mich mit LiebserbarmenBei’m Herzen, bei den Armen,Und setz’ ein Siegel d’rauf;Lass mich verschlossen werden10Vor dem Geräusch der Erden,Dir aber mache selber auf.

Ach mein verwundter Fürste!Nach dessen Heil ich dürste,In dem mein Sehnen ruht,An dessen Liebesherzen20Mir wohl ist, und die SchmerzenSelbst heilsam für mich sind und gut:

Ach mein verwundter Fürste!

Nach dessen Heil ich dürste,

In dem mein Sehnen ruht,

An dessen Liebesherzen20

Mir wohl ist, und die Schmerzen

Selbst heilsam für mich sind und gut:

Nach dir allein verlangen,Das heisst schon an dir hangen;Zu dir voll Liebe seyn,Das heisset dich besitzen;Vor Dienstbegierde schwitzen,Das schreibst du schon als Arbeit ein.

Nach dir allein verlangen,

Das heisst schon an dir hangen;

Zu dir voll Liebe seyn,

Das heisset dich besitzen;

Vor Dienstbegierde schwitzen,

Das schreibst du schon als Arbeit ein.

Nimm mich mit LiebserbarmenBei’m Herzen, bei den Armen,Und setz’ ein Siegel d’rauf;Lass mich verschlossen werden10Vor dem Geräusch der Erden,Dir aber mache selber auf.

Nimm mich mit Liebserbarmen

Bei’m Herzen, bei den Armen,

Und setz’ ein Siegel d’rauf;

Lass mich verschlossen werden10

Vor dem Geräusch der Erden,

Dir aber mache selber auf.


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