PAUL GERHARDT.
[Scherer D.339,E.342.]
Der grösste evangelische Liederdichter nach Luther. Er war gegen 1606 in Gräfenhainichen in Kursachsen geboren, studierte in Wittenberg, lebte später in Berlin, von wo er 1651 als Prediger nach Mittenwalde gieng. Er heiratete 1655 und kam 1657 als Diaconus an die Nicolai-Kirche zu Berlin. Hier wurde er in die Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Reformierten verwickelt und musste, da er sich dem Religionsedikt des Kurfürsten widersetzte, nach Sachsen auswandern. 1668 ward er Prediger in Lübben und starb 1676. Seine ersten Kirchengesänge wurden 1648 bekannt gemacht, und 1667 erschien die erste Gesammtausgabe von 120 Liedern. Herausgegeben von Bachmann (Berlin 1866); Gödeke (Leipzig 1877).
Der grösste evangelische Liederdichter nach Luther. Er war gegen 1606 in Gräfenhainichen in Kursachsen geboren, studierte in Wittenberg, lebte später in Berlin, von wo er 1651 als Prediger nach Mittenwalde gieng. Er heiratete 1655 und kam 1657 als Diaconus an die Nicolai-Kirche zu Berlin. Hier wurde er in die Streitigkeiten zwischen Lutheranern und Reformierten verwickelt und musste, da er sich dem Religionsedikt des Kurfürsten widersetzte, nach Sachsen auswandern. 1668 ward er Prediger in Lübben und starb 1676. Seine ersten Kirchengesänge wurden 1648 bekannt gemacht, und 1667 erschien die erste Gesammtausgabe von 120 Liedern. Herausgegeben von Bachmann (Berlin 1866); Gödeke (Leipzig 1877).
Wach auf, mein Herz, und singeDem Schöpfer aller Dinge,Dem Geber aller Güter,Dem frommen Menschenhüter.Heint[1036]als die tunkle SchattenMich ganz ümgeben hatten,Hat Satan mein begehret,Gott aber hats gewehret.Ja, Vater, als er suchte,Dass er mich fressen möchte,10War ich in deinem Schosse,Dein Flügel mich beschlosse.Du sprachst: Mein Kind, nun liege,Trotz dem, der dich betriege!Schlaf wol, lass dir nicht grauen,Du sollt die Sonne schauen.Dein Wort, das ist geschehen;Ich kann das Licht noch sehen;Für Not bin ich befreiet;Dein Schutz hat mich verneuet.Du willt ein Opfer haben:Hie bring ich meine Gaben;Mein Weirauch und mein WidderSind mein Gebet und Lieder.Die wirst du nicht verschmähen,Du kannst ins Herze sehen;10Denn du weissst, dass zur GabeIch ja nicht Bessers habe.So wollst du nun vollendendein Werk an mir und sendenDer mich an diesem Tageauf seinen Händen trage.Sprich Ja zu meinen Thaten,Hilf selbst das Beste raten,Denn Anfang, Mittl und Ende,Ach Herr, zum Besten wende.Mich segne, mich behüte,Mein Herz sei deine Hütte,Dein Wort sei meine SpeiseBis ich gen Himmel reise.
Wach auf, mein Herz, und singeDem Schöpfer aller Dinge,Dem Geber aller Güter,Dem frommen Menschenhüter.Heint[1036]als die tunkle SchattenMich ganz ümgeben hatten,Hat Satan mein begehret,Gott aber hats gewehret.Ja, Vater, als er suchte,Dass er mich fressen möchte,10War ich in deinem Schosse,Dein Flügel mich beschlosse.Du sprachst: Mein Kind, nun liege,Trotz dem, der dich betriege!Schlaf wol, lass dir nicht grauen,Du sollt die Sonne schauen.Dein Wort, das ist geschehen;Ich kann das Licht noch sehen;Für Not bin ich befreiet;Dein Schutz hat mich verneuet.Du willt ein Opfer haben:Hie bring ich meine Gaben;Mein Weirauch und mein WidderSind mein Gebet und Lieder.Die wirst du nicht verschmähen,Du kannst ins Herze sehen;10Denn du weissst, dass zur GabeIch ja nicht Bessers habe.So wollst du nun vollendendein Werk an mir und sendenDer mich an diesem Tageauf seinen Händen trage.Sprich Ja zu meinen Thaten,Hilf selbst das Beste raten,Denn Anfang, Mittl und Ende,Ach Herr, zum Besten wende.Mich segne, mich behüte,Mein Herz sei deine Hütte,Dein Wort sei meine SpeiseBis ich gen Himmel reise.
Wach auf, mein Herz, und singeDem Schöpfer aller Dinge,Dem Geber aller Güter,Dem frommen Menschenhüter.Heint[1036]als die tunkle SchattenMich ganz ümgeben hatten,Hat Satan mein begehret,Gott aber hats gewehret.Ja, Vater, als er suchte,Dass er mich fressen möchte,10War ich in deinem Schosse,Dein Flügel mich beschlosse.Du sprachst: Mein Kind, nun liege,Trotz dem, der dich betriege!Schlaf wol, lass dir nicht grauen,Du sollt die Sonne schauen.Dein Wort, das ist geschehen;Ich kann das Licht noch sehen;Für Not bin ich befreiet;Dein Schutz hat mich verneuet.Du willt ein Opfer haben:Hie bring ich meine Gaben;Mein Weirauch und mein WidderSind mein Gebet und Lieder.Die wirst du nicht verschmähen,Du kannst ins Herze sehen;10Denn du weissst, dass zur GabeIch ja nicht Bessers habe.So wollst du nun vollendendein Werk an mir und sendenDer mich an diesem Tageauf seinen Händen trage.Sprich Ja zu meinen Thaten,Hilf selbst das Beste raten,Denn Anfang, Mittl und Ende,Ach Herr, zum Besten wende.Mich segne, mich behüte,Mein Herz sei deine Hütte,Dein Wort sei meine SpeiseBis ich gen Himmel reise.
Wach auf, mein Herz, und singe
Dem Schöpfer aller Dinge,
Dem Geber aller Güter,
Dem frommen Menschenhüter.
Heint[1036]als die tunkle Schatten
Mich ganz ümgeben hatten,
Hat Satan mein begehret,
Gott aber hats gewehret.
Ja, Vater, als er suchte,
Dass er mich fressen möchte,10
War ich in deinem Schosse,
Dein Flügel mich beschlosse.
Du sprachst: Mein Kind, nun liege,
Trotz dem, der dich betriege!
Schlaf wol, lass dir nicht grauen,
Du sollt die Sonne schauen.
Dein Wort, das ist geschehen;
Ich kann das Licht noch sehen;
Für Not bin ich befreiet;
Dein Schutz hat mich verneuet.
Du willt ein Opfer haben:
Hie bring ich meine Gaben;
Mein Weirauch und mein Widder
Sind mein Gebet und Lieder.
Die wirst du nicht verschmähen,
Du kannst ins Herze sehen;10
Denn du weissst, dass zur Gabe
Ich ja nicht Bessers habe.
So wollst du nun vollenden
dein Werk an mir und senden
Der mich an diesem Tage
auf seinen Händen trage.
Sprich Ja zu meinen Thaten,
Hilf selbst das Beste raten,
Denn Anfang, Mittl und Ende,
Ach Herr, zum Besten wende.
Mich segne, mich behüte,
Mein Herz sei deine Hütte,
Dein Wort sei meine Speise
Bis ich gen Himmel reise.
Nun ruhen alle Wälder,Vieh, Menschen, Stadt und Felder,Es schläft die ganze Welt;Ihr aber, meine Sinnen,Auf, auf, ihr sollt beginnenWas eurem Schöpfer wolgefällt!10Wo bist du, Sonne, blieben?Die Nacht hat dich vertrieben,Die Nacht, des Tages Feind;Fahr hin! ein ander Sonne,Mein JEsus, meine Wonne,Gar hell in meinem Herzen scheint.Der Tag ist nun vergangen,Die güldnen Sterne prangenAm blauen Himmelsaal;Also werd ich auch stehen,20Wenn mich wird heissen gehenMein Gott aus diesem Jammerthal.Der Leib eilt nun zur Ruhe,Legt ab das Kleid und Schuhe,Das Bild der Sterblichkeit,Die zieh ich aus. DagegenWird Christus mir anlegenDen Rock der Ehr und Herrlichkeit.Das Häupt, die Füss und HändeSind froh, dass nu zum EndeDie Arbeit kommen sei;Herz, freu dich, du sollt werdenVom Elend dieser ErdenUnd von der Sünden Arbeit frei.Nun geht, ihr matten Glieder,10Geht hin und legt euch nieder,Der Betten ihr begehrt;Es kommen Stund und Zeiten,Da man euch wird bereitenZur Ruh ein Bettlein in der Erd.Mein Augen stehn verdrossen,Im Hui sind sie geschlossen,Wo bleibt denn Leib und Seel?Nimm sie zu deinen Gnaden,Sei gut für allen Schaden,20Du Aug und Wächter Israel!Breit aus die Flügel beide,O JEsu, meine Freude,Und nimm dein Küchlein ein!Will Satan mich verschlingen,So lass die Englein singen:Dies Kind soll unverletzet sein.Auch euch, ihr meine Lieben,Soll heinte nicht betrübenKein Unfall noch Gefahr!30GOtt lass euch selig schlafen,Stell euch die güldne WaffenUms Bett und seiner Engel Schaar!
Nun ruhen alle Wälder,Vieh, Menschen, Stadt und Felder,Es schläft die ganze Welt;Ihr aber, meine Sinnen,Auf, auf, ihr sollt beginnenWas eurem Schöpfer wolgefällt!10Wo bist du, Sonne, blieben?Die Nacht hat dich vertrieben,Die Nacht, des Tages Feind;Fahr hin! ein ander Sonne,Mein JEsus, meine Wonne,Gar hell in meinem Herzen scheint.Der Tag ist nun vergangen,Die güldnen Sterne prangenAm blauen Himmelsaal;Also werd ich auch stehen,20Wenn mich wird heissen gehenMein Gott aus diesem Jammerthal.Der Leib eilt nun zur Ruhe,Legt ab das Kleid und Schuhe,Das Bild der Sterblichkeit,Die zieh ich aus. DagegenWird Christus mir anlegenDen Rock der Ehr und Herrlichkeit.Das Häupt, die Füss und HändeSind froh, dass nu zum EndeDie Arbeit kommen sei;Herz, freu dich, du sollt werdenVom Elend dieser ErdenUnd von der Sünden Arbeit frei.Nun geht, ihr matten Glieder,10Geht hin und legt euch nieder,Der Betten ihr begehrt;Es kommen Stund und Zeiten,Da man euch wird bereitenZur Ruh ein Bettlein in der Erd.Mein Augen stehn verdrossen,Im Hui sind sie geschlossen,Wo bleibt denn Leib und Seel?Nimm sie zu deinen Gnaden,Sei gut für allen Schaden,20Du Aug und Wächter Israel!Breit aus die Flügel beide,O JEsu, meine Freude,Und nimm dein Küchlein ein!Will Satan mich verschlingen,So lass die Englein singen:Dies Kind soll unverletzet sein.Auch euch, ihr meine Lieben,Soll heinte nicht betrübenKein Unfall noch Gefahr!30GOtt lass euch selig schlafen,Stell euch die güldne WaffenUms Bett und seiner Engel Schaar!
Nun ruhen alle Wälder,Vieh, Menschen, Stadt und Felder,Es schläft die ganze Welt;Ihr aber, meine Sinnen,Auf, auf, ihr sollt beginnenWas eurem Schöpfer wolgefällt!10Wo bist du, Sonne, blieben?Die Nacht hat dich vertrieben,Die Nacht, des Tages Feind;Fahr hin! ein ander Sonne,Mein JEsus, meine Wonne,Gar hell in meinem Herzen scheint.Der Tag ist nun vergangen,Die güldnen Sterne prangenAm blauen Himmelsaal;Also werd ich auch stehen,20Wenn mich wird heissen gehenMein Gott aus diesem Jammerthal.Der Leib eilt nun zur Ruhe,Legt ab das Kleid und Schuhe,Das Bild der Sterblichkeit,Die zieh ich aus. DagegenWird Christus mir anlegenDen Rock der Ehr und Herrlichkeit.Das Häupt, die Füss und HändeSind froh, dass nu zum EndeDie Arbeit kommen sei;Herz, freu dich, du sollt werdenVom Elend dieser ErdenUnd von der Sünden Arbeit frei.Nun geht, ihr matten Glieder,10Geht hin und legt euch nieder,Der Betten ihr begehrt;Es kommen Stund und Zeiten,Da man euch wird bereitenZur Ruh ein Bettlein in der Erd.Mein Augen stehn verdrossen,Im Hui sind sie geschlossen,Wo bleibt denn Leib und Seel?Nimm sie zu deinen Gnaden,Sei gut für allen Schaden,20Du Aug und Wächter Israel!Breit aus die Flügel beide,O JEsu, meine Freude,Und nimm dein Küchlein ein!Will Satan mich verschlingen,So lass die Englein singen:Dies Kind soll unverletzet sein.Auch euch, ihr meine Lieben,Soll heinte nicht betrübenKein Unfall noch Gefahr!30GOtt lass euch selig schlafen,Stell euch die güldne WaffenUms Bett und seiner Engel Schaar!
Nun ruhen alle Wälder,
Vieh, Menschen, Stadt und Felder,
Es schläft die ganze Welt;
Ihr aber, meine Sinnen,
Auf, auf, ihr sollt beginnen
Was eurem Schöpfer wolgefällt!10
Wo bist du, Sonne, blieben?
Die Nacht hat dich vertrieben,
Die Nacht, des Tages Feind;
Fahr hin! ein ander Sonne,
Mein JEsus, meine Wonne,
Gar hell in meinem Herzen scheint.
Der Tag ist nun vergangen,
Die güldnen Sterne prangen
Am blauen Himmelsaal;
Also werd ich auch stehen,20
Wenn mich wird heissen gehen
Mein Gott aus diesem Jammerthal.
Der Leib eilt nun zur Ruhe,
Legt ab das Kleid und Schuhe,
Das Bild der Sterblichkeit,
Die zieh ich aus. Dagegen
Wird Christus mir anlegen
Den Rock der Ehr und Herrlichkeit.
Das Häupt, die Füss und Hände
Sind froh, dass nu zum Ende
Die Arbeit kommen sei;
Herz, freu dich, du sollt werden
Vom Elend dieser Erden
Und von der Sünden Arbeit frei.
Nun geht, ihr matten Glieder,10
Geht hin und legt euch nieder,
Der Betten ihr begehrt;
Es kommen Stund und Zeiten,
Da man euch wird bereiten
Zur Ruh ein Bettlein in der Erd.
Mein Augen stehn verdrossen,
Im Hui sind sie geschlossen,
Wo bleibt denn Leib und Seel?
Nimm sie zu deinen Gnaden,
Sei gut für allen Schaden,20
Du Aug und Wächter Israel!
Breit aus die Flügel beide,
O JEsu, meine Freude,
Und nimm dein Küchlein ein!
Will Satan mich verschlingen,
So lass die Englein singen:
Dies Kind soll unverletzet sein.
Auch euch, ihr meine Lieben,
Soll heinte nicht betrüben
Kein Unfall noch Gefahr!30
GOtt lass euch selig schlafen,
Stell euch die güldne Waffen
Ums Bett und seiner Engel Schaar!
Befiehldu deine WegeUnd was dein Herze kränktDer allertreusten PflegeDess, der den Himmel lenkt:Der Wolken, Luft und WindenGibt Wege, Lauf und Bahn,Der wird auch Wege finden,Da dein Fuss gehen kann.Dem HErrenmust du trauen,Wenn dirs soll wolergehn;10Auf sein Werk must du schauen,Wenn dein Werk soll bestehn.Mit Sorgen und mit GrämenUnd mit selbsteigner PeinLässt GOtt Ihm gar nichts nehmen,Es muss erbeten sein.Deinewge Treu und Gnade,O Vater, weiss und siehtWas gut sei oder schadeDem sterblichen Geblüt:Und was du denn erlesen,20Das treibst du, starker Held,Und bringst zum Stand und WesenWas deinem Rat gefällt.Weghast du allerwegen,An Mitteln fehlt dirs nicht;Dein Thun ist lauter Segen,dein Gang ist lauter Licht,Dein Werk kann niemand hindern,Dein Arbeit darf nicht ruhn,Wann du, was deinen KindernErspriesslich ist, willst thun.Undob gleich alle Teufelhier wollten widerstehn,So wird doch ohne ZweifelGOtt nicht zurücke gehn:Was er Ihm fürgenommenUnd was Er haben will,10Das muss doch endlich kommenZu seinem Zweck und Ziel.Hoff, o du arme Seele,Hoff und sei unverzagt!GOtt wird dich aus der Höle,Da dich der Kummer plagt,Mit grossen Gnaden rücken:Erwarte nur die Zeit,So wirst du schon erblickenDie Sonn der schönsten Freud.20Auf, auf, gib deinem SchmerzeUnd Sorgen gute Nacht!Lass fahren was das HerzeBetrübt und traurig macht!Bist du doch nicht Regente,Der alles führen soll;GOtt sitzt im Regimenteund führet alles wol.Ihn, Ihn lass thun und walten,Er ist ein weiser Fürst30Und wird sich so verhalten,Dass du dich wundern wirst,Wann Er, wie ihm gebühret,Mit wunderbarem Rat,Das Werk hinausgeführet,Das dich bekümmert hat.Erwird zwar eine WeileMit seinem Trost verziehnUnd thun an seinem TheileAls hätt in seinem SinnEr deiner sich begeben;Und solltst du für und fürIn Angst und Nöten schweben,So frag Er nichts nach dir.10Wirdsaber sich befinden,Dass du Ihm treu verbleibst,So wird Er dich entbinden,Da dus am wengsten gläubst:Er wird dein Herze lösenVon der so schweren Last,Die du zu keinem BösenBisher getragen hast.Woldir, du Kind der Treue:Du hast und trägst davonMit Ruhm und DankgeschreieDen Sieg und Ehrenkron.Gott gibt dir selbst die PalmenIn deine rechte Hand,Und du singst FreudenpsalmenDem, der dein Leid gewandt.Mach End, o HErr, mach EndeAn aller unsrer Not!10Stärk unser Füss und Hände,Und lass bis in den TodUns allzeit deiner PflegeUnd Treu empfohlen sein,So gehen unsre WegeGewiss zum Himmel ein.
Befiehldu deine WegeUnd was dein Herze kränktDer allertreusten PflegeDess, der den Himmel lenkt:Der Wolken, Luft und WindenGibt Wege, Lauf und Bahn,Der wird auch Wege finden,Da dein Fuss gehen kann.Dem HErrenmust du trauen,Wenn dirs soll wolergehn;10Auf sein Werk must du schauen,Wenn dein Werk soll bestehn.Mit Sorgen und mit GrämenUnd mit selbsteigner PeinLässt GOtt Ihm gar nichts nehmen,Es muss erbeten sein.Deinewge Treu und Gnade,O Vater, weiss und siehtWas gut sei oder schadeDem sterblichen Geblüt:Und was du denn erlesen,20Das treibst du, starker Held,Und bringst zum Stand und WesenWas deinem Rat gefällt.Weghast du allerwegen,An Mitteln fehlt dirs nicht;Dein Thun ist lauter Segen,dein Gang ist lauter Licht,Dein Werk kann niemand hindern,Dein Arbeit darf nicht ruhn,Wann du, was deinen KindernErspriesslich ist, willst thun.Undob gleich alle Teufelhier wollten widerstehn,So wird doch ohne ZweifelGOtt nicht zurücke gehn:Was er Ihm fürgenommenUnd was Er haben will,10Das muss doch endlich kommenZu seinem Zweck und Ziel.Hoff, o du arme Seele,Hoff und sei unverzagt!GOtt wird dich aus der Höle,Da dich der Kummer plagt,Mit grossen Gnaden rücken:Erwarte nur die Zeit,So wirst du schon erblickenDie Sonn der schönsten Freud.20Auf, auf, gib deinem SchmerzeUnd Sorgen gute Nacht!Lass fahren was das HerzeBetrübt und traurig macht!Bist du doch nicht Regente,Der alles führen soll;GOtt sitzt im Regimenteund führet alles wol.Ihn, Ihn lass thun und walten,Er ist ein weiser Fürst30Und wird sich so verhalten,Dass du dich wundern wirst,Wann Er, wie ihm gebühret,Mit wunderbarem Rat,Das Werk hinausgeführet,Das dich bekümmert hat.Erwird zwar eine WeileMit seinem Trost verziehnUnd thun an seinem TheileAls hätt in seinem SinnEr deiner sich begeben;Und solltst du für und fürIn Angst und Nöten schweben,So frag Er nichts nach dir.10Wirdsaber sich befinden,Dass du Ihm treu verbleibst,So wird Er dich entbinden,Da dus am wengsten gläubst:Er wird dein Herze lösenVon der so schweren Last,Die du zu keinem BösenBisher getragen hast.Woldir, du Kind der Treue:Du hast und trägst davonMit Ruhm und DankgeschreieDen Sieg und Ehrenkron.Gott gibt dir selbst die PalmenIn deine rechte Hand,Und du singst FreudenpsalmenDem, der dein Leid gewandt.Mach End, o HErr, mach EndeAn aller unsrer Not!10Stärk unser Füss und Hände,Und lass bis in den TodUns allzeit deiner PflegeUnd Treu empfohlen sein,So gehen unsre WegeGewiss zum Himmel ein.
Befiehldu deine WegeUnd was dein Herze kränktDer allertreusten PflegeDess, der den Himmel lenkt:Der Wolken, Luft und WindenGibt Wege, Lauf und Bahn,Der wird auch Wege finden,Da dein Fuss gehen kann.Dem HErrenmust du trauen,Wenn dirs soll wolergehn;10Auf sein Werk must du schauen,Wenn dein Werk soll bestehn.Mit Sorgen und mit GrämenUnd mit selbsteigner PeinLässt GOtt Ihm gar nichts nehmen,Es muss erbeten sein.Deinewge Treu und Gnade,O Vater, weiss und siehtWas gut sei oder schadeDem sterblichen Geblüt:Und was du denn erlesen,20Das treibst du, starker Held,Und bringst zum Stand und WesenWas deinem Rat gefällt.Weghast du allerwegen,An Mitteln fehlt dirs nicht;Dein Thun ist lauter Segen,dein Gang ist lauter Licht,Dein Werk kann niemand hindern,Dein Arbeit darf nicht ruhn,Wann du, was deinen KindernErspriesslich ist, willst thun.Undob gleich alle Teufelhier wollten widerstehn,So wird doch ohne ZweifelGOtt nicht zurücke gehn:Was er Ihm fürgenommenUnd was Er haben will,10Das muss doch endlich kommenZu seinem Zweck und Ziel.Hoff, o du arme Seele,Hoff und sei unverzagt!GOtt wird dich aus der Höle,Da dich der Kummer plagt,Mit grossen Gnaden rücken:Erwarte nur die Zeit,So wirst du schon erblickenDie Sonn der schönsten Freud.20Auf, auf, gib deinem SchmerzeUnd Sorgen gute Nacht!Lass fahren was das HerzeBetrübt und traurig macht!Bist du doch nicht Regente,Der alles führen soll;GOtt sitzt im Regimenteund führet alles wol.Ihn, Ihn lass thun und walten,Er ist ein weiser Fürst30Und wird sich so verhalten,Dass du dich wundern wirst,Wann Er, wie ihm gebühret,Mit wunderbarem Rat,Das Werk hinausgeführet,Das dich bekümmert hat.Erwird zwar eine WeileMit seinem Trost verziehnUnd thun an seinem TheileAls hätt in seinem SinnEr deiner sich begeben;Und solltst du für und fürIn Angst und Nöten schweben,So frag Er nichts nach dir.10Wirdsaber sich befinden,Dass du Ihm treu verbleibst,So wird Er dich entbinden,Da dus am wengsten gläubst:Er wird dein Herze lösenVon der so schweren Last,Die du zu keinem BösenBisher getragen hast.Woldir, du Kind der Treue:Du hast und trägst davonMit Ruhm und DankgeschreieDen Sieg und Ehrenkron.Gott gibt dir selbst die PalmenIn deine rechte Hand,Und du singst FreudenpsalmenDem, der dein Leid gewandt.Mach End, o HErr, mach EndeAn aller unsrer Not!10Stärk unser Füss und Hände,Und lass bis in den TodUns allzeit deiner PflegeUnd Treu empfohlen sein,So gehen unsre WegeGewiss zum Himmel ein.
Befiehldu deine Wege
Und was dein Herze kränkt
Der allertreusten Pflege
Dess, der den Himmel lenkt:
Der Wolken, Luft und Winden
Gibt Wege, Lauf und Bahn,
Der wird auch Wege finden,
Da dein Fuss gehen kann.
Dem HErrenmust du trauen,
Wenn dirs soll wolergehn;10
Auf sein Werk must du schauen,
Wenn dein Werk soll bestehn.
Mit Sorgen und mit Grämen
Und mit selbsteigner Pein
Lässt GOtt Ihm gar nichts nehmen,
Es muss erbeten sein.
Deinewge Treu und Gnade,
O Vater, weiss und sieht
Was gut sei oder schade
Dem sterblichen Geblüt:
Und was du denn erlesen,20
Das treibst du, starker Held,
Und bringst zum Stand und Wesen
Was deinem Rat gefällt.
Weghast du allerwegen,
An Mitteln fehlt dirs nicht;
Dein Thun ist lauter Segen,
dein Gang ist lauter Licht,
Dein Werk kann niemand hindern,
Dein Arbeit darf nicht ruhn,
Wann du, was deinen Kindern
Erspriesslich ist, willst thun.
Undob gleich alle Teufel
hier wollten widerstehn,
So wird doch ohne Zweifel
GOtt nicht zurücke gehn:
Was er Ihm fürgenommen
Und was Er haben will,10
Das muss doch endlich kommen
Zu seinem Zweck und Ziel.
Hoff, o du arme Seele,
Hoff und sei unverzagt!
GOtt wird dich aus der Höle,
Da dich der Kummer plagt,
Mit grossen Gnaden rücken:
Erwarte nur die Zeit,
So wirst du schon erblicken
Die Sonn der schönsten Freud.20
Auf, auf, gib deinem Schmerze
Und Sorgen gute Nacht!
Lass fahren was das Herze
Betrübt und traurig macht!
Bist du doch nicht Regente,
Der alles führen soll;
GOtt sitzt im Regimente
und führet alles wol.
Ihn, Ihn lass thun und walten,
Er ist ein weiser Fürst30
Und wird sich so verhalten,
Dass du dich wundern wirst,
Wann Er, wie ihm gebühret,
Mit wunderbarem Rat,
Das Werk hinausgeführet,
Das dich bekümmert hat.
Erwird zwar eine Weile
Mit seinem Trost verziehn
Und thun an seinem Theile
Als hätt in seinem Sinn
Er deiner sich begeben;
Und solltst du für und für
In Angst und Nöten schweben,
So frag Er nichts nach dir.10
Wirdsaber sich befinden,
Dass du Ihm treu verbleibst,
So wird Er dich entbinden,
Da dus am wengsten gläubst:
Er wird dein Herze lösen
Von der so schweren Last,
Die du zu keinem Bösen
Bisher getragen hast.
Woldir, du Kind der Treue:
Du hast und trägst davon
Mit Ruhm und Dankgeschreie
Den Sieg und Ehrenkron.
Gott gibt dir selbst die Palmen
In deine rechte Hand,
Und du singst Freudenpsalmen
Dem, der dein Leid gewandt.
Mach End, o HErr, mach Ende
An aller unsrer Not!10
Stärk unser Füss und Hände,
Und lass bis in den Tod
Uns allzeit deiner Pflege
Und Treu empfohlen sein,
So gehen unsre Wege
Gewiss zum Himmel ein.
O Häupt voll Blut und Wunden,Voll Schmerz und voller Hohn!20O Häupt zu Spott gebundenMit einer Dornenkron!O Häupt, sonst schön gezieretMit höchster Ehr und Zier,Jetzt aber hoch schimpfieret:Gegrüsset seist du mir!Du edles Angesichte,Davor sonst schrickt und scheutDas grosse Weltgewichte,Wie bist du so bespeit!Wie bist du so erbleichet!Wer hat dein Augenlicht,20Dem sonst kein Licht nicht gleichet,So schändlich zugerichtt?Die Farbe deiner Wangen,Der roten Lippen PrachtIst hin und ganz vergangen;Des blassen Todes MachtHat alles hingenommen,Hat alles hingerafft,Und daher bist du kommenVon deines Leibes Kraft.Nun, was du, HErr, erduldet,Ist alles meine Last,Ich hab es selbst verschuldet,Was du getragen hast.Schau her, hier steh ich Armer,10Der Zorn verdienet hat;Gib mir, o mein Erbarmer,Den Anblick deiner Gnad!Erkenne mich, mein Hüter!Mein Hirte, nimm mich an!Von dir, Quell aller Güter,Ist mir viel Guts gethan;Dein Mund hat mich gelabetMit Milch und süsser Kost,Dein Geist hat mich begabet20Mit mancher Himmelslust.Ich will hie bei dir stehen,Verachte mich doch nicht;Von dir will ich nicht gehen,Wenn dir dein Herze bricht;Wenn dein Herz wird erblassenIm letzten Todesstoss,Alsdann will ich dich fassenIn meinen Arm und Schoss.Es dient zu meiner Freudenund kömmt mir herzlich wol,10Wann ich in deinem Leiden,Mein Heil, mich finden soll.Ach möcht ich, o mein Leben,An deinem Kreuze hierMein Leben von mir geben,Wie wol geschähe mir!Ich danke dir von Herzen,O JEsu, liebster Freund,Für deines Todes Schmerzen,Da dus so gut gemeint!20Ach gib, dass ich mich halteZu dir und deiner TreuUnd, wann ich nun erkalte,In dir mein Ende sei.Wann ich einmal soll scheidenSo scheide nicht von mir;Wann ich den Tod soll leiden,So tritt du dann herfür.Wann mir am allerbängstenWird um das Herze sein,So reiss mich aus den Ängsten10Kraft deiner Angst und Pein!Erscheine mir zum Schilde,Zum Trost in meinem Tod,Und lass mich sehn dein BildeIn deiner Kreuzesnot;Da will ich nach dir blicken,Da will ich glaubensvollDich fest an mein Herz drücken:Wer so stirbt, der stirbt wol.
O Häupt voll Blut und Wunden,Voll Schmerz und voller Hohn!20O Häupt zu Spott gebundenMit einer Dornenkron!O Häupt, sonst schön gezieretMit höchster Ehr und Zier,Jetzt aber hoch schimpfieret:Gegrüsset seist du mir!Du edles Angesichte,Davor sonst schrickt und scheutDas grosse Weltgewichte,Wie bist du so bespeit!Wie bist du so erbleichet!Wer hat dein Augenlicht,20Dem sonst kein Licht nicht gleichet,So schändlich zugerichtt?Die Farbe deiner Wangen,Der roten Lippen PrachtIst hin und ganz vergangen;Des blassen Todes MachtHat alles hingenommen,Hat alles hingerafft,Und daher bist du kommenVon deines Leibes Kraft.Nun, was du, HErr, erduldet,Ist alles meine Last,Ich hab es selbst verschuldet,Was du getragen hast.Schau her, hier steh ich Armer,10Der Zorn verdienet hat;Gib mir, o mein Erbarmer,Den Anblick deiner Gnad!Erkenne mich, mein Hüter!Mein Hirte, nimm mich an!Von dir, Quell aller Güter,Ist mir viel Guts gethan;Dein Mund hat mich gelabetMit Milch und süsser Kost,Dein Geist hat mich begabet20Mit mancher Himmelslust.Ich will hie bei dir stehen,Verachte mich doch nicht;Von dir will ich nicht gehen,Wenn dir dein Herze bricht;Wenn dein Herz wird erblassenIm letzten Todesstoss,Alsdann will ich dich fassenIn meinen Arm und Schoss.Es dient zu meiner Freudenund kömmt mir herzlich wol,10Wann ich in deinem Leiden,Mein Heil, mich finden soll.Ach möcht ich, o mein Leben,An deinem Kreuze hierMein Leben von mir geben,Wie wol geschähe mir!Ich danke dir von Herzen,O JEsu, liebster Freund,Für deines Todes Schmerzen,Da dus so gut gemeint!20Ach gib, dass ich mich halteZu dir und deiner TreuUnd, wann ich nun erkalte,In dir mein Ende sei.Wann ich einmal soll scheidenSo scheide nicht von mir;Wann ich den Tod soll leiden,So tritt du dann herfür.Wann mir am allerbängstenWird um das Herze sein,So reiss mich aus den Ängsten10Kraft deiner Angst und Pein!Erscheine mir zum Schilde,Zum Trost in meinem Tod,Und lass mich sehn dein BildeIn deiner Kreuzesnot;Da will ich nach dir blicken,Da will ich glaubensvollDich fest an mein Herz drücken:Wer so stirbt, der stirbt wol.
O Häupt voll Blut und Wunden,Voll Schmerz und voller Hohn!20O Häupt zu Spott gebundenMit einer Dornenkron!O Häupt, sonst schön gezieretMit höchster Ehr und Zier,Jetzt aber hoch schimpfieret:Gegrüsset seist du mir!Du edles Angesichte,Davor sonst schrickt und scheutDas grosse Weltgewichte,Wie bist du so bespeit!Wie bist du so erbleichet!Wer hat dein Augenlicht,20Dem sonst kein Licht nicht gleichet,So schändlich zugerichtt?Die Farbe deiner Wangen,Der roten Lippen PrachtIst hin und ganz vergangen;Des blassen Todes MachtHat alles hingenommen,Hat alles hingerafft,Und daher bist du kommenVon deines Leibes Kraft.Nun, was du, HErr, erduldet,Ist alles meine Last,Ich hab es selbst verschuldet,Was du getragen hast.Schau her, hier steh ich Armer,10Der Zorn verdienet hat;Gib mir, o mein Erbarmer,Den Anblick deiner Gnad!Erkenne mich, mein Hüter!Mein Hirte, nimm mich an!Von dir, Quell aller Güter,Ist mir viel Guts gethan;Dein Mund hat mich gelabetMit Milch und süsser Kost,Dein Geist hat mich begabet20Mit mancher Himmelslust.Ich will hie bei dir stehen,Verachte mich doch nicht;Von dir will ich nicht gehen,Wenn dir dein Herze bricht;Wenn dein Herz wird erblassenIm letzten Todesstoss,Alsdann will ich dich fassenIn meinen Arm und Schoss.Es dient zu meiner Freudenund kömmt mir herzlich wol,10Wann ich in deinem Leiden,Mein Heil, mich finden soll.Ach möcht ich, o mein Leben,An deinem Kreuze hierMein Leben von mir geben,Wie wol geschähe mir!Ich danke dir von Herzen,O JEsu, liebster Freund,Für deines Todes Schmerzen,Da dus so gut gemeint!20Ach gib, dass ich mich halteZu dir und deiner TreuUnd, wann ich nun erkalte,In dir mein Ende sei.Wann ich einmal soll scheidenSo scheide nicht von mir;Wann ich den Tod soll leiden,So tritt du dann herfür.Wann mir am allerbängstenWird um das Herze sein,So reiss mich aus den Ängsten10Kraft deiner Angst und Pein!Erscheine mir zum Schilde,Zum Trost in meinem Tod,Und lass mich sehn dein BildeIn deiner Kreuzesnot;Da will ich nach dir blicken,Da will ich glaubensvollDich fest an mein Herz drücken:Wer so stirbt, der stirbt wol.
O Häupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerz und voller Hohn!20
O Häupt zu Spott gebunden
Mit einer Dornenkron!
O Häupt, sonst schön gezieret
Mit höchster Ehr und Zier,
Jetzt aber hoch schimpfieret:
Gegrüsset seist du mir!
Du edles Angesichte,
Davor sonst schrickt und scheut
Das grosse Weltgewichte,
Wie bist du so bespeit!
Wie bist du so erbleichet!
Wer hat dein Augenlicht,20
Dem sonst kein Licht nicht gleichet,
So schändlich zugerichtt?
Die Farbe deiner Wangen,
Der roten Lippen Pracht
Ist hin und ganz vergangen;
Des blassen Todes Macht
Hat alles hingenommen,
Hat alles hingerafft,
Und daher bist du kommen
Von deines Leibes Kraft.
Nun, was du, HErr, erduldet,
Ist alles meine Last,
Ich hab es selbst verschuldet,
Was du getragen hast.
Schau her, hier steh ich Armer,10
Der Zorn verdienet hat;
Gib mir, o mein Erbarmer,
Den Anblick deiner Gnad!
Erkenne mich, mein Hüter!
Mein Hirte, nimm mich an!
Von dir, Quell aller Güter,
Ist mir viel Guts gethan;
Dein Mund hat mich gelabet
Mit Milch und süsser Kost,
Dein Geist hat mich begabet20
Mit mancher Himmelslust.
Ich will hie bei dir stehen,
Verachte mich doch nicht;
Von dir will ich nicht gehen,
Wenn dir dein Herze bricht;
Wenn dein Herz wird erblassen
Im letzten Todesstoss,
Alsdann will ich dich fassen
In meinen Arm und Schoss.
Es dient zu meiner Freuden
und kömmt mir herzlich wol,10
Wann ich in deinem Leiden,
Mein Heil, mich finden soll.
Ach möcht ich, o mein Leben,
An deinem Kreuze hier
Mein Leben von mir geben,
Wie wol geschähe mir!
Ich danke dir von Herzen,
O JEsu, liebster Freund,
Für deines Todes Schmerzen,
Da dus so gut gemeint!20
Ach gib, dass ich mich halte
Zu dir und deiner Treu
Und, wann ich nun erkalte,
In dir mein Ende sei.
Wann ich einmal soll scheiden
So scheide nicht von mir;
Wann ich den Tod soll leiden,
So tritt du dann herfür.
Wann mir am allerbängsten
Wird um das Herze sein,
So reiss mich aus den Ängsten10
Kraft deiner Angst und Pein!
Erscheine mir zum Schilde,
Zum Trost in meinem Tod,
Und lass mich sehn dein Bilde
In deiner Kreuzesnot;
Da will ich nach dir blicken,
Da will ich glaubensvoll
Dich fest an mein Herz drücken:
Wer so stirbt, der stirbt wol.
Salve, caput cruentatum,totum spinis coronatum,30conquassatum, vulneratum,arundine verberatum,facie sputis illita.Salve, cuius dulcis vultus,immutatus et incultus,immutavit suum florem,totus versus in pallorem,quem cœli tremit curia.30Omnis vigor atque virorhinc recessit: non admiror;mors apparet in aspectu.totus pendens in defectu,attritus ægra macie,Sic affectus, sic despectus,propter me sic interfectus,peccatori tam indignocum amoris intersigno30appare clara facie.In hac tua passioneme agnosce, pastor bone,cuius sumpsi mel ex ore,haustum lactis cum dulcorepræ omnibus deliciis.Non me reum asperneris,nec indignum dedigneris:morte tibi jam vicinatuum caput huc inclina,in meis pausa brachiis.Tuæ sanctæ passionime gauderem interponi,in hac cruce tecum mori;præsta crucis amatori,30sub cruce tua moriar.Morti tuæ tam amarægrates ago, Jesu chare;qui es clemens, pie deus,fac quod petit tuus reus,ut absque te non finiar.Dum me mori est necesse,noli mihi tunc deesse;in tremenda mortis horaveni, Jesu, absque mora,tuere me et libera.Cum me jubes emigrare,10Jesu chare, tunc appare;o amator amplectende,temetipsum tunc ostende,in cruce salutifera.
Salve, caput cruentatum,totum spinis coronatum,30conquassatum, vulneratum,arundine verberatum,facie sputis illita.Salve, cuius dulcis vultus,immutatus et incultus,immutavit suum florem,totus versus in pallorem,quem cœli tremit curia.30Omnis vigor atque virorhinc recessit: non admiror;mors apparet in aspectu.totus pendens in defectu,attritus ægra macie,Sic affectus, sic despectus,propter me sic interfectus,peccatori tam indignocum amoris intersigno30appare clara facie.In hac tua passioneme agnosce, pastor bone,cuius sumpsi mel ex ore,haustum lactis cum dulcorepræ omnibus deliciis.Non me reum asperneris,nec indignum dedigneris:morte tibi jam vicinatuum caput huc inclina,in meis pausa brachiis.Tuæ sanctæ passionime gauderem interponi,in hac cruce tecum mori;præsta crucis amatori,30sub cruce tua moriar.Morti tuæ tam amarægrates ago, Jesu chare;qui es clemens, pie deus,fac quod petit tuus reus,ut absque te non finiar.Dum me mori est necesse,noli mihi tunc deesse;in tremenda mortis horaveni, Jesu, absque mora,tuere me et libera.Cum me jubes emigrare,10Jesu chare, tunc appare;o amator amplectende,temetipsum tunc ostende,in cruce salutifera.
Salve, caput cruentatum,totum spinis coronatum,30conquassatum, vulneratum,arundine verberatum,facie sputis illita.Salve, cuius dulcis vultus,immutatus et incultus,immutavit suum florem,totus versus in pallorem,quem cœli tremit curia.30Omnis vigor atque virorhinc recessit: non admiror;mors apparet in aspectu.totus pendens in defectu,attritus ægra macie,Sic affectus, sic despectus,propter me sic interfectus,peccatori tam indignocum amoris intersigno30appare clara facie.In hac tua passioneme agnosce, pastor bone,cuius sumpsi mel ex ore,haustum lactis cum dulcorepræ omnibus deliciis.Non me reum asperneris,nec indignum dedigneris:morte tibi jam vicinatuum caput huc inclina,in meis pausa brachiis.Tuæ sanctæ passionime gauderem interponi,in hac cruce tecum mori;præsta crucis amatori,30sub cruce tua moriar.Morti tuæ tam amarægrates ago, Jesu chare;qui es clemens, pie deus,fac quod petit tuus reus,ut absque te non finiar.Dum me mori est necesse,noli mihi tunc deesse;in tremenda mortis horaveni, Jesu, absque mora,tuere me et libera.Cum me jubes emigrare,10Jesu chare, tunc appare;o amator amplectende,temetipsum tunc ostende,in cruce salutifera.
Salve, caput cruentatum,
totum spinis coronatum,30
conquassatum, vulneratum,
arundine verberatum,
facie sputis illita.
Salve, cuius dulcis vultus,
immutatus et incultus,
immutavit suum florem,
totus versus in pallorem,
quem cœli tremit curia.30
Omnis vigor atque viror
hinc recessit: non admiror;
mors apparet in aspectu.
totus pendens in defectu,
attritus ægra macie,
Sic affectus, sic despectus,
propter me sic interfectus,
peccatori tam indigno
cum amoris intersigno30
appare clara facie.
In hac tua passione
me agnosce, pastor bone,
cuius sumpsi mel ex ore,
haustum lactis cum dulcore
præ omnibus deliciis.
Non me reum asperneris,
nec indignum dedigneris:
morte tibi jam vicina
tuum caput huc inclina,
in meis pausa brachiis.
Tuæ sanctæ passioni
me gauderem interponi,
in hac cruce tecum mori;
præsta crucis amatori,30
sub cruce tua moriar.
Morti tuæ tam amaræ
grates ago, Jesu chare;
qui es clemens, pie deus,
fac quod petit tuus reus,
ut absque te non finiar.
Dum me mori est necesse,
noli mihi tunc deesse;
in tremenda mortis hora
veni, Jesu, absque mora,
tuere me et libera.
Cum me jubes emigrare,10
Jesu chare, tunc appare;
o amator amplectende,
temetipsum tunc ostende,
in cruce salutifera.
ST.BERNARDUS.