WALTHER VON DER VOGELWEIDE.

WALTHER VON DER VOGELWEIDE.[Scherer D.197,E.189.]Aus ritterlichem Geschlecht, aber arm; vermuthlich in Österreich geboren. Lebte viel auf Reisen. Seine Jugend verbrachte er am babenbergischen Hofe zu Wien, den er nach dem Tode seines Gönners Herzog Friedrich 1198 verliess, aber später noch wiederholentlich besuchte. Er unterhielt Beziehungen zu Philipp von Schwaben, Hermann von Thüringen, Otto IV., Friedrich II. Von letzterem erhielt er ein Lehen. Er starb nach 1227 zu Würzburg. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1827, fünfte Ausg. 1875); Wackernagel und Rieger (Giessen 1862); Pfeiffer (Leipzig 1864, sechste Aufl. 1880); Wilmanns (Halle 1869, 1883); Simrock (Bonn 1870); Paul (Halle 1882). Übersetzt von Simrock (Berlin 1833, sechste Aufl. Leipzig 1876); Koch; Weiske; Pannier.1.TANZLIED.‘Nemt, frowe, disen kranz:’alsô sprach ich zeiner wol getânen maget:‘sô zieret ir den tanzmit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget.het ich vil edele gesteine,daz müest ûf iuwer houbet,obe ir mirs geloubet.sêt mîne triuwe, daz ichz meine.Si nam daz ich ir bôt,einem kinde vil gelîch daz êre hât.ir wangen wurden rôt,same diu rôse, dâ si bî der liljen stât.10do erschampten sich ir liehten ougen:dô neic si mir vil schône.daz wart mir ze lône:wirt mirs iht mêr, daz trage ich tougen.‘Ir sît sô wol getân,daz ich iu mîn schapel gerne geben wil,so ichz aller beste hân.wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil:die stênt sô verre in jener heide.dâ si schône entspringent20und die vogele singent,dâ sule wir si brechen beide.’Mich dûhte daz mir nielieber wurde, danne mir ze muote was.die bluomen vielen ievon dem boume bî uns nider an daz gras.seht, dô muost ich von fröiden lachen.do ich sô wünneclîchewas in troume rîche,dô taget ez und muos ich wachen.Mir ist von ir geschehen,daz ich disen sumer allen meiden muozvast under dougen sehen:lîhte wirt mir eniu: so ist mir sorgen buoz.waz obe si gêt an disem tanze?10frowe, dur iuwer güeterucket ûf die hüete.owê gesæhe ichs under kranze!‘Nehmt, Herrin, diesen Kranz’,Sprach ich jüngst zu einem Mägdlein wunderhold;‘So zieret ihr den TanzMit den schönen Blumen, die ihr tragen sollt.Hätt ich viel Gold und Edelsteine,Sie müssten euch gehören,Kann ich redlich schwören:Vertraut mir, dass ichs ernstlich meine.Sie nahm, was ich ihr bot,Einem Kinde gleich, dem Freundliches geschieht:Ihr Wänglein wurde rothWie die Rose, da man sie bei Lilien sieht.10Ihr Auge schämte sich, das lichte:Ein holdes GegengrüssenWard mir von der Süssen,Und bald noch, was ich nicht berichte.‘Ihr seid so wohlgethan,Dass ich euch ein Kränzlein gönnte herzlich gern,So gut ichs winden kann.Noch viel Blumen stehen, roth und weisse, fern,Die weiss ich dort in jener Haide,Wo sie gar hold entspringen20Bei der Vöglein Singen:Da sollten wir sie brechen beide.’Ich glaubte niemals mehrFreude zu gewinnen, als ich da besass:Die Blüthen fielen schwerVon den Bäumen bei uns nieder in das Gras.Ich war so fröhlich, dass ich lachte.Als mich der Traum umsponnenHielt mit solchen Wonnen,Da ward es Tag und ich erwachte.Mir ist von ihr geschehn,Dass ich allen Mägdlein jetzt zur SommerzeitMuss in die Augen sehn;Fänd ich jene wieder: o der Seligkeit!Wär sie bei diesem Ringeltanze?10Ihr Frauen, habt die Güte,Rücket auf die Hüte:Säh ich sie wieder unterm Kranze!2.HALMMESSEN.In einem zwîvellîchen wânwas ich gesezzen, und gedâhte,ich wolte von ir dienste gân;wan daz ein trôst mich wider brâhte.trôst mag ez rehte niht geheizen, owê des!ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn;sô kleine, swenne ichz iu gesage, ir spottet mîn.20doch fröwet sich lützel ieman, er enwizze wes.Mich hât ein halm gemachet frô:er giht, ich sül genâde vinden.ich maz daz selbe kleine strô,als ich hie vor gesach von kinden.nû hœret unde merket ob siz denne tuo.‘si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.’swie dicke ichz tete, sô was ie daz ende guot.daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.Swie liep si mir von herzen sî,sô mac ich doch vil wol erlîden10daz ich ir sî zem besten bî:ich darf ir werben dâ niht nîden.Ichn mac, als ich erkenne, des gelouben nihtdazs ieman sanfte in zwîvel bringen müge.mirst liep daz die getrogenen wizzen waz si trüge,und alze lanc dazs iemer rüemic man gesiht.In Zweifelsucht und trübem WahnWar ich befangen und gedachteZu lassen ihren Dienst fortan,Als mich ihr Trost ihr wieder brachte.Trost mag es wohl nicht heissen, sei es drum—Ja ists auch nur ein kleines Tröstelein,So klein, erzähl’ ich euch davon, ihr spottet mein;20Doch freut sich selten Jemand, der nicht weiss warum.Mich macht’ ein kleines Hälmchen froh:Es sagt, mir solle Gnade kommen;Ich mass dasselbe kleine Stroh,Wie ichs bei Kindern wahrgenommen.Nun höret All und merkt, ob sie es thu:Sie thut, thuts nicht, sie thut, thuts nicht, sie thut:Wie oft ich mass, so war noch stäts das Ende gut.Das ist mein Trost nun; da gehört auch Glaube zu.Wie lieb sie mir von Herzen sei,So mag ich doch nun wohl erleiden,10Steht auch dem Besten Zutritt frei:Ich darf ihr Werben nicht mehr neiden.Nach dem Bescheid, der mir geworden, glaub ich nicht,Dass wer so leicht sie mir entfremden mag.Doch säh ichs gerne, käm der Selbstbetrug zu Tag;Zu lange währt mir, dass sie noch mit Prahlern spricht.3.FRAUENLOB.Waz sol ein man der niht engertgewerbes umb ein reine wîp?si lâze in iemer ungewert,ez tiuret doch wol sînen lîp.er tuo dur einer willen sôdaz er den andern wol behage:sô tuot in lîhte ein ander frô,ob im diu eine gar versage.dar an gedenke ein sælic man:dâ lît vil sælde und êren an.swer guotes wîbes minne hât,der schamt sich aller missetât.10Was taugt ein Mann, der nicht begehrtZu werben um ein reines Weib?Gesetzt, sie lass ihn ungewährt,Es werthet ihm doch Seel und Leib.Er thu der Einen wegen so,Dass er den Andern wohl behagt,Dann macht ihn eine Andre froh,Wenn sich die Eine ihm versagt.Daran gedenk ein werther Mann:Viel Heil und Ehre liegt daran.Wer gutes Weibes Minne hat,Der schämt sich aller Missethat.104.FRÜHLING UNDFRAUEN.Sô die bluomen ûz dem grase dringent,same si lachen gegen der spilden sunnen,in einem meien an dem morgen fruo,und diu kleinen vogellîn wol singentin ir besten wîse die si kunnen,waz wünne mac sich dâ genôzen zuo?ez ist wol halb ein himelrîche.suln wir sprechen waz sich deme gelîche,sô sage ich waz mir dicke bazin mînen ougen hât getân,und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.Swâ ein edeliu schœne frowe reine,wol gekleidet unde wol gebunden,dur kurzewîle zuo vil liuten gât,hovelîchen hôhgemuot, niht eine,umbe sehende ein wênic under stunden,alsam der sunne gegen den sternen stât,—der meie bringe uns al sîn wunder,waz ist dâ sô wünneclîches under,10als ir vil minneclîcher lîp?wir lâzen alle bluomen stân,und kapfen an daz werde wîp.Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen!gên wir zuo des meien hôhgezîte!der ist mit aller sîner krefte komen.seht an in und seht an werde frouwen,wederz dâ daz ander überstrîte;daz bezzer spil, ob ich daz hân genomen.owê der mich dâ welen hieze,deich daz eine dur daz ander lieze,wie rehte schiere ich danne kür!hêr Meie, ir müeset merze sîn,ê ich mîn frowen dâ verlür.Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,20Gleich als lachten sie hinauf zur SonneDes Morgens früh an einem Maientag,Und die kleinen Vöglein lieblich singenIhre schönsten Weisen, welche WonneHat wohl die Welt, die so erfreuen mag?Man glaubt sich halb im Himmelreiche;Wollt ihr hören, was sich dem vergleiche,So sag ich was mir wohler dochAn meinen Augen öfters thatUnd immer thut, erschau ichs noch.Denkt, ein edles, schönes Fräulein schreite20Wohlgekleidet, wohlbekränzt hernieder,Sich unter Leuten wandelnd zu ergehn,Hochgemuth, in fürstlichem Geleite,Etwas um sich blickend hin und wieder,Wie Sonne neben Sternen anzusehn:Der Mai mit allen WundergabenKann doch nichts so Wonnigliches haben,Als ihr viel minniglicher Leib;Wir lassen alle Blumen stehnUnd blicken nach dem werthen Weib.30Nun wohlan, wollt ihr Beweise schauen:Gehn wir zu des Maien Lustbereiche,Der ist in seiner ganzen Fülle da.Schauet ihn und schauet edle Frauen,Was dem Andern wohl an Schönheit weiche,Ob ich mir nicht das bessre Theil ersah.Ja wenn mich Einer wählen hiesse,10Dass ich Eines für das Andre liesse,Ach wie so bald entschied ich mich:Herr Mai, ihr müsstet Jenner sein,Eh ich von meiner Herrin wich!5.AUSFAHRTSEGEN.Mit sælden müeze ich hiute ûf stên,got hêrre, in dîner huote gênund rîten, swar ich in dem lande kêre.Krist hêrre, lâz mir werden schîndie grôzen kraft der güete dîn,unt pflic mîn wol dur dîner muoter êre.20als ir der heilig engel pflæge,unt dîn, dô du in der kripfen læge,junger mensch unt alter got,dêmüetic vor dem esel und vor dem rinde(und doch mit sælderîcher huotepflac dîn Gabriêl der guotewol mit triuwen sunder spot),als pflig ouch mîn, daz an mir iht erwindedaz dîn vil götelîch gebot.Mit Segen lass mich heut erstehn,Herr Gott, in deinem Schutze gehnUnd reiten, wohinaus mein Weg sich kehre;Herr Christ, an mir gieb an den Tag,Was Deiner Güte Kraft vermag,Und steh mir bei zu Deiner Mutter Ehre.Wie ihr der Engel half, der gute,30Dir, der in der Krippe ruhte,Jung als Mensch, als Gott so alt,Demüthig vor dem Esel und dem Rinde(Und doch mit himmlisch treuem SorgenHielt Dich Gabriel geborgenVor Gefahren mannigfalt):10So schütz auch mich, dass man nicht falsch mich finde,Noch gegen Deine Liebe kalt.6.GEFÄHRDETESGELEIT.Ich saz ûf eime steine,und dahte bein mit beine:dar ûf sast ich den ellenbogen:ich hete in mîne hant gesmogendaz kinne und ein mîn wange.dô dâhte ich mir vil ange,wie man zer welte solte leben:deheinen rât kond ich gegeben,20wie man driu dinc erwurbe,der keines niht verdurbe.diu zwei sint êre und varnde guot,daz dicke ein ander schaden tuot:daz dritte ist gotes hulde,der zweier übergulde.die wolte ich gerne in einen schrîn.jâ leider des enmac niht sîn,daz guot und weltlich êreund gotes hulde mêrezesamene in ein herze komen.stîg unde wege sint in benomen:untriuwe ist in der sâze,gewalt vert ûf der strâze:fride unde reht sint sêre wunt.diu driu enhabent geleites niht,diu zwei enwerden ê gesunt.Ich sass auf einem Steine,Da deckt’ ich Bein mit Beine,Darauf der Ellenbogen stand;Es schmiegte sich in meine HandDas Kinn und eine Wange.Da dacht ich sorglich langeDem Weltlauf nach und irdschem Heil;Doch wurde mir kein Rath zu Theil,20Wie man drei Ding erwürbe,Dass ihrer keins verdürbe.Die zwei sind Ehr und zeitlich Gut,Das oft einander Schaden thut;Das dritte Gottes Segen,An dem ist mehr gelegen:Die hätt ich gern in einen Schrein.Ja leider mag es nimmer sein,Dass Gottes Gnade kehreMit Reichthum und mit EhreJe wieder in dasselbe Herz;Sie finden Hemmung allerwärts:Untreu’ hält Hof und Leute,Gewalt fährt aus auf Beute;So Fried als Recht sind todeswund:Die dreie haben kein Geleit,die zwei denn werden erst gesund.7.DEUTSCHLAND ÜBERALLES.Ir sult sprechen willekomen:10der iu mære bringet, daz bin ich.allez daz ir habt vernomen,daz ist gar ein wint: nû frâget mich.ich wil aber miete:wirt mîn lôn iht guot,ich sage iu vil lîhte daz iu sanfte tuot.seht waz man mir êren biete.Ich wil tiuschen frowen sagensolhiu mære daz si deste bazal der werlte suln behagen:20âne grôze miete tuon ich daz.waz wold ich ze lône?si sint mir ze hêr:sô bin ich gefüege, und bite si nihtes mêrwan daz si mich grüezen schône.Ich hân lande vil gesehenunde nam der besten gerne war:übel müeze mir geschehen,kunde ich ie mîn herze bringen dardaz im wol gevallenwolde fremeder site.nû waz hulfe mich, ob ich unrehte strite?tiuschiu zuht gât vor in allen.Von der Elbe unz an den Rîn10und her wider unz an Ungerlantmugen wol die besten sîn,die ich in der werlte hân erkant.kan ich rehte schouwenguot gelâz unt lîp,sem mir got, sô swüere ich wol daz hie diu wîpbezzer sint danne ander frouwen.Tiusche man sint wol gezogen,rehte als engel sint diu wîp getân.swer si schildet, derst betrogen:20ich enkan sîn anders niht verstântugent und reine minne,swer die suochen wil,der sol komen in unser lant: da ist wünne vil:lange müeze ich leben dar inne!Heisst mich froh willkommen sein,10Der euch Neues bringet, das bin ich.Eitle Worte sinds allein,Die ihr noch vernahmt; jetzt fraget mich.Wenn ihr Lohn gewähretUnd den Sold nicht scheut,Will ich Manches sagen, was die Herzen freut:Seht, wie ihr mich würdig ehret.Ich verkünde deutschen FraunSolche Dinge, dass sie alle WeltNoch begierger wird zu schaun:20Dafür nehm ich weder Gut noch Geld.Was wollt ich von den Süssen?Sie sind mir zu hehr:Drum bescheid ich mich und bitte sie nichts mehr,Als dass sie mich freundlich grüssen.Lande hab ich viel gesehn,Nach den Besten blickt ich allerwärts.Übel möge mir geschehn,Wenn sich je bereden liess mein Herz,Dass ihm wohl gefalleFremder Lande Brauch:Wenn ich lügen wollte, lohnte mir es auch?Deutsche Zucht geht über alle.Von der Elbe bis zum Rhein10Und zurück bis her an Ungerland,Da mögen wohl die Besten sein,Die ich irgend auf der Erden fand,Weiss ich recht zu schauenSchönheit, Huld und Zier,Hilf mir Gott, so schwör ich, dass sie besser hierSind als andrer Länder Frauen.Züchtig ist der deutsche Mann,Deutsche Fraun sind engelschön und rein;Thöricht, wer sie schelten kann,20Anders wahrlich mag es nimmer sein;Zucht und reine Minne,Wer die sucht und liebt,Komm in unser Land, wo es noch beide giebt,Lebt’ ich lange nur darinne!8.DEROPFERSTOCKAhî wie kristenlîche nû der bâbest lachet,swenne er sînen Walhen seit ‘ich hânz alsô gemachet’!(daz er dâ seit, des solt er niemer hân gedâht.)er giht ‘ich hân zwên Almân under eine krône brâht,daz siz rîche sulen stœren unde wasten.ie dar under füllen wir die kasten:ich hâns an mînen stoc gement, ir guot ist allez mîn:ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn.ir pfaffen, ezzent hüenr und trinkent wîn,unde lânt die tiutschen ....... vasten.’10Ei! wie so christlich mag der Pabst in Rom nun lachen,Wenn er zu seinen Wälschen spricht? ‘Seht, solches kann ich machen!’(Was er da spricht, das hätt er besser nie gedacht!)‘Zwei Alemannen hab ich unter Einen Hut gebracht.Nun müssen sie das Reich zerstören und belasten:Unterdessen füllen wir die Kasten:Zinspflichtig sind sie meinem Stock und all ihr Gut ist mein;Ihr deutsches Silber fährt in meinen wälschen Schrein:Ihr Pfaffen esset Hühner, trinket Wein:Und lasst die Deutschen ............ fasten.’209.ALLVATER.Swer âne vorhte, hêrre got,wil sprechen dîniu zehen gebot,und brichet diu, daz ist niht rehtiu minne.dich heizet vater maneger vil:swer mîn ze bruoder niht enwil,der spricht diu starken wort ûz krankem sinne.wir wahsen ûz gelîchem dinge:spîse frumet uns, diu wirt ringe,sô si dur den munt gevert.wer kan den hêrren von dem knehte scheiden,swa er ir gebeine blôzez fünde,het er ir joch lebender künde,sô gewürme dez fleisch verzert?10im dienent kristen juden unde heiden,der elliu lebenden wunder nert.Wer deine zehn Gebote sprichtSo furchtlos und sie dennoch bricht,Mein Herr und Gott, dem fehlt noch wahre Minne:So mancher wohl dich Vater nennt:Wer mich als Bruder nicht erkennt,Der spricht das starke Wort mit schwachem Sinne.Wir wachsen All’ aus gleichem Samen,Die Speise schwindet, die wir nahmen,Wenn sie Nahrung uns gewährt.Wer kann den Knecht vom Herrn noch unterscheiden,(Kannt er auch beide wohl im Leben,)20Wird ihm ihr bloss Gebein gegeben,Nachdem Gewürm das Fleisch verzehrt?Dem dienen Christen, Juden sowie Heiden,Der alle lebenden Wunder nährt.10.ELEGIE.Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?daz ich ie wânde daz iht wære, was daz iht?dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.nû bin ich erwachet, und ist mir unbekantdaz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.liut unde lant, dâ ich von kinde bin erzogen,die sint mir frömde worden reht als ez sî gelogen.die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.vereitet ist daz velt, verhouwen ist der walt:wan daz daz wazzer fliuzet als ez wîlent flôz,für wâr ich wânde, mîn unglücke wurde grôz.mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.diu welt ist allenthalben ungenâden vol.10als ich gedenke an manegen wünneclîchen tac,die mir sint enpfallen gar als in daz mer ein slac,iemer mêre ouwê.Owê wie jæmerlîche junge liute tuont!den unvil riuweclîche ir gemüete stuont,die kunnen nû wan sorgen: owê wie tuont si sô?swar ich zer werlte kêre, dâ ist nieman frô:tanzen unde singen zergât mit sorgen gar:nie kristenman gesach sô jæmerlîchiu jârnû merkent wie den frouwen ir gebende stât:die stolzen ritter tragent dörpellîche wât.uns sint unsenfte brieve her von Rôme komen,uns ist erloubet trûren und fröide gar benomen.daz müet mich inneclîchen (wir lebten ie vil wol),daz ich nû für mîn lachen weinen kiesen sol.die wilden vogel die betrüebet unser klage:waz wunders ist, ob ich dâ von vil gar verzage?waz spriche ich tumber man durch mînen bœsen zorn?swer dirre wünne volget, der hât jene dort verlorn10iemer mêr ouwê.Ouwê wie uns mit süezen dingen ist vergeben!ich sihe die [bittern] gallen mitten in dem honege sweben:diu Welt ist ûzen schœne, wîz grüen unde rôt,und innân swarzer varwe, vinster sam der tôt.swen si nû habe verleitet, der schouwe sînen trôst:er wirt mit swacher buoze grôzer sünde erlôst.dar an gedenkent, ritter: ez ist iuwer dinc.ir tragent die liehten helme und manegen herten rinc,dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert.wolte got, wær ich der sigenünfte wert!sô wolte ich nôtic man verdienen rîchen solt.joch meine ich nicht die huoben: noch der hêrren goltich wolte sælden krône êweclîchen tragen:die möhte ein soldenære mit sîme sper bejagen.möht ich die lieben reise gevaren über sê,sô wolte ich denne singen ‘wol’ und niemer mêr ‘ouwê’.10O weh, wohin verschwunden ist so manches Jahr?Träumte mir mein Leben, oder ist es wahr?Was stäts mich wirklich däuchte, war’s ein trüglich Spiel?Ich habe lang geschlafen, dass es mir entfiel,Nun bin ich erwachet und ist mir unbekannt,Was mir so kund einst war wie diese jener Hand.Leut’ und Land, die meine Kinderjahre sahn,Sind mir so fremde jetzt, als wär’ es Lug und Wahn.Die mir Gespielen waren, sind nun träg’ und alt,Umbrochen ist das Feld, verhauen ist der Wald;Nur das Wasser fliesset, wie es weiland floss:Ja gewiss, ich bin des Unglücks Spielgenoss.Mich grüsset mancher lau, der mich einst wohlgekannt,Die Welt fiel allenthalben aus der Gnade Stand.10Weh’, gedenk’ ich jetzt an manchen Wonnetag,Der mir nun zerronnen ist, wie in das Meer ein Schlag:Immer mehr O weh’!Weh’, wie beschwert die jungen Leute trüber Sinn!Die einst in Glück und Freud ihr Leben brachten hin,Sie wissen nur von Sorgen. Weh’, wie thun sie so?Wohin ich blick’ und schaue, find’ ich niemand froh.Das Tanzen, Singen, das vergeht vor Sorgen gar;Nie sah man unter Christen solche Jammersjahr.Seht nur der Frauen Schmuck, der einst so zierlich stand;Die stolzen Ritter tragen bäurisches Gewand.Uns sind ungnädige Briefe jüngst von Rom gekommen:Uns ist erlaubt zu trauern, Freude gar benommen;Nun schmerzt mich sehr (wir lebten ehmals wonnevoll),Dass ich mein Lachen jetzt für Weinen tauschen soll.Die Vögel in den Lüften dauert unsre Noth:Was Wunder, wenn es mich betrübt bis in den Tod?Was sprech’ ich dummer Mann im Schmerz manch unnütz Wort?Wer dieser Wonne folgen will, der misset jene dort10Immer mehr O weh’!O weh’, wie hat man uns mit Süssigkeit vergeben!Ich seh’ die Galle mitten in dem Honig schweben;Die Welt ist aussen lieblich, weiss und grün und roth,Doch innen schwarzer Farbe, finster wie der Tod;Wen sie verleitet hat, der suche Trost und Heil;Für kleine Busse wird ihm Gnade noch zutheil.Daran gedenket, Ritter, es ist euer Ding:Ihr tragt die lichten Helme und manchen harten Ring,Dazu den festen Schild und das geweihte Schwert.Wollte Gott, ich wär’ für ihn zu streiten werth,So wollt’ ich armer Mann verdienen reichen Sold;Nicht mein’ ich Hufen Landes, noch der Fürsten Gold:Ich trüge Krone selber in der Engel Heer:Die mag ein Söldner wohl erwerben mit dem Speer.Dürft’ ich die liebe Reise fahren über See,So wollt’ ich ewig singen Heil und nimmermehr O weh!10SIMROCK.

WALTHER VON DER VOGELWEIDE.

[Scherer D.197,E.189.]

Aus ritterlichem Geschlecht, aber arm; vermuthlich in Österreich geboren. Lebte viel auf Reisen. Seine Jugend verbrachte er am babenbergischen Hofe zu Wien, den er nach dem Tode seines Gönners Herzog Friedrich 1198 verliess, aber später noch wiederholentlich besuchte. Er unterhielt Beziehungen zu Philipp von Schwaben, Hermann von Thüringen, Otto IV., Friedrich II. Von letzterem erhielt er ein Lehen. Er starb nach 1227 zu Würzburg. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1827, fünfte Ausg. 1875); Wackernagel und Rieger (Giessen 1862); Pfeiffer (Leipzig 1864, sechste Aufl. 1880); Wilmanns (Halle 1869, 1883); Simrock (Bonn 1870); Paul (Halle 1882). Übersetzt von Simrock (Berlin 1833, sechste Aufl. Leipzig 1876); Koch; Weiske; Pannier.

Aus ritterlichem Geschlecht, aber arm; vermuthlich in Österreich geboren. Lebte viel auf Reisen. Seine Jugend verbrachte er am babenbergischen Hofe zu Wien, den er nach dem Tode seines Gönners Herzog Friedrich 1198 verliess, aber später noch wiederholentlich besuchte. Er unterhielt Beziehungen zu Philipp von Schwaben, Hermann von Thüringen, Otto IV., Friedrich II. Von letzterem erhielt er ein Lehen. Er starb nach 1227 zu Würzburg. Herausgegeben von Lachmann (Berlin 1827, fünfte Ausg. 1875); Wackernagel und Rieger (Giessen 1862); Pfeiffer (Leipzig 1864, sechste Aufl. 1880); Wilmanns (Halle 1869, 1883); Simrock (Bonn 1870); Paul (Halle 1882). Übersetzt von Simrock (Berlin 1833, sechste Aufl. Leipzig 1876); Koch; Weiske; Pannier.

‘Nemt, frowe, disen kranz:’alsô sprach ich zeiner wol getânen maget:‘sô zieret ir den tanzmit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget.het ich vil edele gesteine,daz müest ûf iuwer houbet,obe ir mirs geloubet.sêt mîne triuwe, daz ichz meine.Si nam daz ich ir bôt,einem kinde vil gelîch daz êre hât.ir wangen wurden rôt,same diu rôse, dâ si bî der liljen stât.10do erschampten sich ir liehten ougen:dô neic si mir vil schône.daz wart mir ze lône:wirt mirs iht mêr, daz trage ich tougen.‘Ir sît sô wol getân,daz ich iu mîn schapel gerne geben wil,so ichz aller beste hân.wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil:die stênt sô verre in jener heide.dâ si schône entspringent20und die vogele singent,dâ sule wir si brechen beide.’Mich dûhte daz mir nielieber wurde, danne mir ze muote was.die bluomen vielen ievon dem boume bî uns nider an daz gras.seht, dô muost ich von fröiden lachen.do ich sô wünneclîchewas in troume rîche,dô taget ez und muos ich wachen.Mir ist von ir geschehen,daz ich disen sumer allen meiden muozvast under dougen sehen:lîhte wirt mir eniu: so ist mir sorgen buoz.waz obe si gêt an disem tanze?10frowe, dur iuwer güeterucket ûf die hüete.owê gesæhe ichs under kranze!

‘Nemt, frowe, disen kranz:’alsô sprach ich zeiner wol getânen maget:‘sô zieret ir den tanzmit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget.het ich vil edele gesteine,daz müest ûf iuwer houbet,obe ir mirs geloubet.sêt mîne triuwe, daz ichz meine.Si nam daz ich ir bôt,einem kinde vil gelîch daz êre hât.ir wangen wurden rôt,same diu rôse, dâ si bî der liljen stât.10do erschampten sich ir liehten ougen:dô neic si mir vil schône.daz wart mir ze lône:wirt mirs iht mêr, daz trage ich tougen.‘Ir sît sô wol getân,daz ich iu mîn schapel gerne geben wil,so ichz aller beste hân.wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil:die stênt sô verre in jener heide.dâ si schône entspringent20und die vogele singent,dâ sule wir si brechen beide.’Mich dûhte daz mir nielieber wurde, danne mir ze muote was.die bluomen vielen ievon dem boume bî uns nider an daz gras.seht, dô muost ich von fröiden lachen.do ich sô wünneclîchewas in troume rîche,dô taget ez und muos ich wachen.Mir ist von ir geschehen,daz ich disen sumer allen meiden muozvast under dougen sehen:lîhte wirt mir eniu: so ist mir sorgen buoz.waz obe si gêt an disem tanze?10frowe, dur iuwer güeterucket ûf die hüete.owê gesæhe ichs under kranze!

‘Nemt, frowe, disen kranz:’alsô sprach ich zeiner wol getânen maget:‘sô zieret ir den tanzmit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget.het ich vil edele gesteine,daz müest ûf iuwer houbet,obe ir mirs geloubet.sêt mîne triuwe, daz ichz meine.Si nam daz ich ir bôt,einem kinde vil gelîch daz êre hât.ir wangen wurden rôt,same diu rôse, dâ si bî der liljen stât.10do erschampten sich ir liehten ougen:dô neic si mir vil schône.daz wart mir ze lône:wirt mirs iht mêr, daz trage ich tougen.‘Ir sît sô wol getân,daz ich iu mîn schapel gerne geben wil,so ichz aller beste hân.wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil:die stênt sô verre in jener heide.dâ si schône entspringent20und die vogele singent,dâ sule wir si brechen beide.’Mich dûhte daz mir nielieber wurde, danne mir ze muote was.die bluomen vielen ievon dem boume bî uns nider an daz gras.seht, dô muost ich von fröiden lachen.do ich sô wünneclîchewas in troume rîche,dô taget ez und muos ich wachen.Mir ist von ir geschehen,daz ich disen sumer allen meiden muozvast under dougen sehen:lîhte wirt mir eniu: so ist mir sorgen buoz.waz obe si gêt an disem tanze?10frowe, dur iuwer güeterucket ûf die hüete.owê gesæhe ichs under kranze!

‘Nemt, frowe, disen kranz:’

alsô sprach ich zeiner wol getânen maget:

‘sô zieret ir den tanz

mit den schœnen bluomen, als irs ûffe traget.

het ich vil edele gesteine,

daz müest ûf iuwer houbet,

obe ir mirs geloubet.

sêt mîne triuwe, daz ichz meine.

Si nam daz ich ir bôt,

einem kinde vil gelîch daz êre hât.

ir wangen wurden rôt,

same diu rôse, dâ si bî der liljen stât.10

do erschampten sich ir liehten ougen:

dô neic si mir vil schône.

daz wart mir ze lône:

wirt mirs iht mêr, daz trage ich tougen.

‘Ir sît sô wol getân,

daz ich iu mîn schapel gerne geben wil,

so ichz aller beste hân.

wîzer unde rôter bluomen weiz ich vil:

die stênt sô verre in jener heide.

dâ si schône entspringent20

und die vogele singent,

dâ sule wir si brechen beide.’

Mich dûhte daz mir nie

lieber wurde, danne mir ze muote was.

die bluomen vielen ie

von dem boume bî uns nider an daz gras.

seht, dô muost ich von fröiden lachen.

do ich sô wünneclîche

was in troume rîche,

dô taget ez und muos ich wachen.

Mir ist von ir geschehen,

daz ich disen sumer allen meiden muoz

vast under dougen sehen:

lîhte wirt mir eniu: so ist mir sorgen buoz.

waz obe si gêt an disem tanze?10

frowe, dur iuwer güete

rucket ûf die hüete.

owê gesæhe ichs under kranze!

‘Nehmt, Herrin, diesen Kranz’,Sprach ich jüngst zu einem Mägdlein wunderhold;‘So zieret ihr den TanzMit den schönen Blumen, die ihr tragen sollt.Hätt ich viel Gold und Edelsteine,Sie müssten euch gehören,Kann ich redlich schwören:Vertraut mir, dass ichs ernstlich meine.Sie nahm, was ich ihr bot,Einem Kinde gleich, dem Freundliches geschieht:Ihr Wänglein wurde rothWie die Rose, da man sie bei Lilien sieht.10Ihr Auge schämte sich, das lichte:Ein holdes GegengrüssenWard mir von der Süssen,Und bald noch, was ich nicht berichte.‘Ihr seid so wohlgethan,Dass ich euch ein Kränzlein gönnte herzlich gern,So gut ichs winden kann.Noch viel Blumen stehen, roth und weisse, fern,Die weiss ich dort in jener Haide,Wo sie gar hold entspringen20Bei der Vöglein Singen:Da sollten wir sie brechen beide.’Ich glaubte niemals mehrFreude zu gewinnen, als ich da besass:Die Blüthen fielen schwerVon den Bäumen bei uns nieder in das Gras.Ich war so fröhlich, dass ich lachte.Als mich der Traum umsponnenHielt mit solchen Wonnen,Da ward es Tag und ich erwachte.Mir ist von ihr geschehn,Dass ich allen Mägdlein jetzt zur SommerzeitMuss in die Augen sehn;Fänd ich jene wieder: o der Seligkeit!Wär sie bei diesem Ringeltanze?10Ihr Frauen, habt die Güte,Rücket auf die Hüte:Säh ich sie wieder unterm Kranze!

‘Nehmt, Herrin, diesen Kranz’,Sprach ich jüngst zu einem Mägdlein wunderhold;‘So zieret ihr den TanzMit den schönen Blumen, die ihr tragen sollt.Hätt ich viel Gold und Edelsteine,Sie müssten euch gehören,Kann ich redlich schwören:Vertraut mir, dass ichs ernstlich meine.Sie nahm, was ich ihr bot,Einem Kinde gleich, dem Freundliches geschieht:Ihr Wänglein wurde rothWie die Rose, da man sie bei Lilien sieht.10Ihr Auge schämte sich, das lichte:Ein holdes GegengrüssenWard mir von der Süssen,Und bald noch, was ich nicht berichte.‘Ihr seid so wohlgethan,Dass ich euch ein Kränzlein gönnte herzlich gern,So gut ichs winden kann.Noch viel Blumen stehen, roth und weisse, fern,Die weiss ich dort in jener Haide,Wo sie gar hold entspringen20Bei der Vöglein Singen:Da sollten wir sie brechen beide.’Ich glaubte niemals mehrFreude zu gewinnen, als ich da besass:Die Blüthen fielen schwerVon den Bäumen bei uns nieder in das Gras.Ich war so fröhlich, dass ich lachte.Als mich der Traum umsponnenHielt mit solchen Wonnen,Da ward es Tag und ich erwachte.Mir ist von ihr geschehn,Dass ich allen Mägdlein jetzt zur SommerzeitMuss in die Augen sehn;Fänd ich jene wieder: o der Seligkeit!Wär sie bei diesem Ringeltanze?10Ihr Frauen, habt die Güte,Rücket auf die Hüte:Säh ich sie wieder unterm Kranze!

‘Nehmt, Herrin, diesen Kranz’,Sprach ich jüngst zu einem Mägdlein wunderhold;‘So zieret ihr den TanzMit den schönen Blumen, die ihr tragen sollt.Hätt ich viel Gold und Edelsteine,Sie müssten euch gehören,Kann ich redlich schwören:Vertraut mir, dass ichs ernstlich meine.Sie nahm, was ich ihr bot,Einem Kinde gleich, dem Freundliches geschieht:Ihr Wänglein wurde rothWie die Rose, da man sie bei Lilien sieht.10Ihr Auge schämte sich, das lichte:Ein holdes GegengrüssenWard mir von der Süssen,Und bald noch, was ich nicht berichte.‘Ihr seid so wohlgethan,Dass ich euch ein Kränzlein gönnte herzlich gern,So gut ichs winden kann.Noch viel Blumen stehen, roth und weisse, fern,Die weiss ich dort in jener Haide,Wo sie gar hold entspringen20Bei der Vöglein Singen:Da sollten wir sie brechen beide.’Ich glaubte niemals mehrFreude zu gewinnen, als ich da besass:Die Blüthen fielen schwerVon den Bäumen bei uns nieder in das Gras.Ich war so fröhlich, dass ich lachte.Als mich der Traum umsponnenHielt mit solchen Wonnen,Da ward es Tag und ich erwachte.Mir ist von ihr geschehn,Dass ich allen Mägdlein jetzt zur SommerzeitMuss in die Augen sehn;Fänd ich jene wieder: o der Seligkeit!Wär sie bei diesem Ringeltanze?10Ihr Frauen, habt die Güte,Rücket auf die Hüte:Säh ich sie wieder unterm Kranze!

‘Nehmt, Herrin, diesen Kranz’,

Sprach ich jüngst zu einem Mägdlein wunderhold;

‘So zieret ihr den Tanz

Mit den schönen Blumen, die ihr tragen sollt.

Hätt ich viel Gold und Edelsteine,

Sie müssten euch gehören,

Kann ich redlich schwören:

Vertraut mir, dass ichs ernstlich meine.

Sie nahm, was ich ihr bot,

Einem Kinde gleich, dem Freundliches geschieht:

Ihr Wänglein wurde roth

Wie die Rose, da man sie bei Lilien sieht.10

Ihr Auge schämte sich, das lichte:

Ein holdes Gegengrüssen

Ward mir von der Süssen,

Und bald noch, was ich nicht berichte.

‘Ihr seid so wohlgethan,

Dass ich euch ein Kränzlein gönnte herzlich gern,

So gut ichs winden kann.

Noch viel Blumen stehen, roth und weisse, fern,

Die weiss ich dort in jener Haide,

Wo sie gar hold entspringen20

Bei der Vöglein Singen:

Da sollten wir sie brechen beide.’

Ich glaubte niemals mehr

Freude zu gewinnen, als ich da besass:

Die Blüthen fielen schwer

Von den Bäumen bei uns nieder in das Gras.

Ich war so fröhlich, dass ich lachte.

Als mich der Traum umsponnen

Hielt mit solchen Wonnen,

Da ward es Tag und ich erwachte.

Mir ist von ihr geschehn,

Dass ich allen Mägdlein jetzt zur Sommerzeit

Muss in die Augen sehn;

Fänd ich jene wieder: o der Seligkeit!

Wär sie bei diesem Ringeltanze?10

Ihr Frauen, habt die Güte,

Rücket auf die Hüte:

Säh ich sie wieder unterm Kranze!

In einem zwîvellîchen wânwas ich gesezzen, und gedâhte,ich wolte von ir dienste gân;wan daz ein trôst mich wider brâhte.trôst mag ez rehte niht geheizen, owê des!ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn;sô kleine, swenne ichz iu gesage, ir spottet mîn.20doch fröwet sich lützel ieman, er enwizze wes.Mich hât ein halm gemachet frô:er giht, ich sül genâde vinden.ich maz daz selbe kleine strô,als ich hie vor gesach von kinden.nû hœret unde merket ob siz denne tuo.‘si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.’swie dicke ichz tete, sô was ie daz ende guot.daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.Swie liep si mir von herzen sî,sô mac ich doch vil wol erlîden10daz ich ir sî zem besten bî:ich darf ir werben dâ niht nîden.Ichn mac, als ich erkenne, des gelouben nihtdazs ieman sanfte in zwîvel bringen müge.mirst liep daz die getrogenen wizzen waz si trüge,und alze lanc dazs iemer rüemic man gesiht.

In einem zwîvellîchen wânwas ich gesezzen, und gedâhte,ich wolte von ir dienste gân;wan daz ein trôst mich wider brâhte.trôst mag ez rehte niht geheizen, owê des!ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn;sô kleine, swenne ichz iu gesage, ir spottet mîn.20doch fröwet sich lützel ieman, er enwizze wes.Mich hât ein halm gemachet frô:er giht, ich sül genâde vinden.ich maz daz selbe kleine strô,als ich hie vor gesach von kinden.nû hœret unde merket ob siz denne tuo.‘si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.’swie dicke ichz tete, sô was ie daz ende guot.daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.Swie liep si mir von herzen sî,sô mac ich doch vil wol erlîden10daz ich ir sî zem besten bî:ich darf ir werben dâ niht nîden.Ichn mac, als ich erkenne, des gelouben nihtdazs ieman sanfte in zwîvel bringen müge.mirst liep daz die getrogenen wizzen waz si trüge,und alze lanc dazs iemer rüemic man gesiht.

In einem zwîvellîchen wânwas ich gesezzen, und gedâhte,ich wolte von ir dienste gân;wan daz ein trôst mich wider brâhte.trôst mag ez rehte niht geheizen, owê des!ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn;sô kleine, swenne ichz iu gesage, ir spottet mîn.20doch fröwet sich lützel ieman, er enwizze wes.Mich hât ein halm gemachet frô:er giht, ich sül genâde vinden.ich maz daz selbe kleine strô,als ich hie vor gesach von kinden.nû hœret unde merket ob siz denne tuo.‘si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.’swie dicke ichz tete, sô was ie daz ende guot.daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.Swie liep si mir von herzen sî,sô mac ich doch vil wol erlîden10daz ich ir sî zem besten bî:ich darf ir werben dâ niht nîden.Ichn mac, als ich erkenne, des gelouben nihtdazs ieman sanfte in zwîvel bringen müge.mirst liep daz die getrogenen wizzen waz si trüge,und alze lanc dazs iemer rüemic man gesiht.

In einem zwîvellîchen wân

was ich gesezzen, und gedâhte,

ich wolte von ir dienste gân;

wan daz ein trôst mich wider brâhte.

trôst mag ez rehte niht geheizen, owê des!

ez ist vil kûme ein kleinez trœstelîn;

sô kleine, swenne ichz iu gesage, ir spottet mîn.20

doch fröwet sich lützel ieman, er enwizze wes.

Mich hât ein halm gemachet frô:

er giht, ich sül genâde vinden.

ich maz daz selbe kleine strô,

als ich hie vor gesach von kinden.

nû hœret unde merket ob siz denne tuo.

‘si tuot, si entuot, si tuot, si entuot, si tuot.’

swie dicke ichz tete, sô was ie daz ende guot.

daz trœstet mich: dâ hœret ouch geloube zuo.

Swie liep si mir von herzen sî,

sô mac ich doch vil wol erlîden10

daz ich ir sî zem besten bî:

ich darf ir werben dâ niht nîden.

Ichn mac, als ich erkenne, des gelouben niht

dazs ieman sanfte in zwîvel bringen müge.

mirst liep daz die getrogenen wizzen waz si trüge,

und alze lanc dazs iemer rüemic man gesiht.

In Zweifelsucht und trübem WahnWar ich befangen und gedachteZu lassen ihren Dienst fortan,Als mich ihr Trost ihr wieder brachte.Trost mag es wohl nicht heissen, sei es drum—Ja ists auch nur ein kleines Tröstelein,So klein, erzähl’ ich euch davon, ihr spottet mein;20Doch freut sich selten Jemand, der nicht weiss warum.Mich macht’ ein kleines Hälmchen froh:Es sagt, mir solle Gnade kommen;Ich mass dasselbe kleine Stroh,Wie ichs bei Kindern wahrgenommen.Nun höret All und merkt, ob sie es thu:Sie thut, thuts nicht, sie thut, thuts nicht, sie thut:Wie oft ich mass, so war noch stäts das Ende gut.Das ist mein Trost nun; da gehört auch Glaube zu.Wie lieb sie mir von Herzen sei,So mag ich doch nun wohl erleiden,10Steht auch dem Besten Zutritt frei:Ich darf ihr Werben nicht mehr neiden.Nach dem Bescheid, der mir geworden, glaub ich nicht,Dass wer so leicht sie mir entfremden mag.Doch säh ichs gerne, käm der Selbstbetrug zu Tag;Zu lange währt mir, dass sie noch mit Prahlern spricht.

In Zweifelsucht und trübem WahnWar ich befangen und gedachteZu lassen ihren Dienst fortan,Als mich ihr Trost ihr wieder brachte.Trost mag es wohl nicht heissen, sei es drum—Ja ists auch nur ein kleines Tröstelein,So klein, erzähl’ ich euch davon, ihr spottet mein;20Doch freut sich selten Jemand, der nicht weiss warum.Mich macht’ ein kleines Hälmchen froh:Es sagt, mir solle Gnade kommen;Ich mass dasselbe kleine Stroh,Wie ichs bei Kindern wahrgenommen.Nun höret All und merkt, ob sie es thu:Sie thut, thuts nicht, sie thut, thuts nicht, sie thut:Wie oft ich mass, so war noch stäts das Ende gut.Das ist mein Trost nun; da gehört auch Glaube zu.Wie lieb sie mir von Herzen sei,So mag ich doch nun wohl erleiden,10Steht auch dem Besten Zutritt frei:Ich darf ihr Werben nicht mehr neiden.Nach dem Bescheid, der mir geworden, glaub ich nicht,Dass wer so leicht sie mir entfremden mag.Doch säh ichs gerne, käm der Selbstbetrug zu Tag;Zu lange währt mir, dass sie noch mit Prahlern spricht.

In Zweifelsucht und trübem WahnWar ich befangen und gedachteZu lassen ihren Dienst fortan,Als mich ihr Trost ihr wieder brachte.Trost mag es wohl nicht heissen, sei es drum—Ja ists auch nur ein kleines Tröstelein,So klein, erzähl’ ich euch davon, ihr spottet mein;20Doch freut sich selten Jemand, der nicht weiss warum.Mich macht’ ein kleines Hälmchen froh:Es sagt, mir solle Gnade kommen;Ich mass dasselbe kleine Stroh,Wie ichs bei Kindern wahrgenommen.Nun höret All und merkt, ob sie es thu:Sie thut, thuts nicht, sie thut, thuts nicht, sie thut:Wie oft ich mass, so war noch stäts das Ende gut.Das ist mein Trost nun; da gehört auch Glaube zu.Wie lieb sie mir von Herzen sei,So mag ich doch nun wohl erleiden,10Steht auch dem Besten Zutritt frei:Ich darf ihr Werben nicht mehr neiden.Nach dem Bescheid, der mir geworden, glaub ich nicht,Dass wer so leicht sie mir entfremden mag.Doch säh ichs gerne, käm der Selbstbetrug zu Tag;Zu lange währt mir, dass sie noch mit Prahlern spricht.

In Zweifelsucht und trübem Wahn

War ich befangen und gedachte

Zu lassen ihren Dienst fortan,

Als mich ihr Trost ihr wieder brachte.

Trost mag es wohl nicht heissen, sei es drum—

Ja ists auch nur ein kleines Tröstelein,

So klein, erzähl’ ich euch davon, ihr spottet mein;20

Doch freut sich selten Jemand, der nicht weiss warum.

Mich macht’ ein kleines Hälmchen froh:

Es sagt, mir solle Gnade kommen;

Ich mass dasselbe kleine Stroh,

Wie ichs bei Kindern wahrgenommen.

Nun höret All und merkt, ob sie es thu:

Sie thut, thuts nicht, sie thut, thuts nicht, sie thut:

Wie oft ich mass, so war noch stäts das Ende gut.

Das ist mein Trost nun; da gehört auch Glaube zu.

Wie lieb sie mir von Herzen sei,

So mag ich doch nun wohl erleiden,10

Steht auch dem Besten Zutritt frei:

Ich darf ihr Werben nicht mehr neiden.

Nach dem Bescheid, der mir geworden, glaub ich nicht,

Dass wer so leicht sie mir entfremden mag.

Doch säh ichs gerne, käm der Selbstbetrug zu Tag;

Zu lange währt mir, dass sie noch mit Prahlern spricht.

Waz sol ein man der niht engertgewerbes umb ein reine wîp?si lâze in iemer ungewert,ez tiuret doch wol sînen lîp.er tuo dur einer willen sôdaz er den andern wol behage:sô tuot in lîhte ein ander frô,ob im diu eine gar versage.dar an gedenke ein sælic man:dâ lît vil sælde und êren an.swer guotes wîbes minne hât,der schamt sich aller missetât.10

Waz sol ein man der niht engertgewerbes umb ein reine wîp?si lâze in iemer ungewert,ez tiuret doch wol sînen lîp.er tuo dur einer willen sôdaz er den andern wol behage:sô tuot in lîhte ein ander frô,ob im diu eine gar versage.dar an gedenke ein sælic man:dâ lît vil sælde und êren an.swer guotes wîbes minne hât,der schamt sich aller missetât.10

Waz sol ein man der niht engertgewerbes umb ein reine wîp?si lâze in iemer ungewert,ez tiuret doch wol sînen lîp.er tuo dur einer willen sôdaz er den andern wol behage:sô tuot in lîhte ein ander frô,ob im diu eine gar versage.dar an gedenke ein sælic man:dâ lît vil sælde und êren an.swer guotes wîbes minne hât,der schamt sich aller missetât.10

Waz sol ein man der niht engert

gewerbes umb ein reine wîp?

si lâze in iemer ungewert,

ez tiuret doch wol sînen lîp.

er tuo dur einer willen sô

daz er den andern wol behage:

sô tuot in lîhte ein ander frô,

ob im diu eine gar versage.

dar an gedenke ein sælic man:

dâ lît vil sælde und êren an.

swer guotes wîbes minne hât,

der schamt sich aller missetât.10

Was taugt ein Mann, der nicht begehrtZu werben um ein reines Weib?Gesetzt, sie lass ihn ungewährt,Es werthet ihm doch Seel und Leib.Er thu der Einen wegen so,Dass er den Andern wohl behagt,Dann macht ihn eine Andre froh,Wenn sich die Eine ihm versagt.Daran gedenk ein werther Mann:Viel Heil und Ehre liegt daran.Wer gutes Weibes Minne hat,Der schämt sich aller Missethat.10

Was taugt ein Mann, der nicht begehrtZu werben um ein reines Weib?Gesetzt, sie lass ihn ungewährt,Es werthet ihm doch Seel und Leib.Er thu der Einen wegen so,Dass er den Andern wohl behagt,Dann macht ihn eine Andre froh,Wenn sich die Eine ihm versagt.Daran gedenk ein werther Mann:Viel Heil und Ehre liegt daran.Wer gutes Weibes Minne hat,Der schämt sich aller Missethat.10

Was taugt ein Mann, der nicht begehrtZu werben um ein reines Weib?Gesetzt, sie lass ihn ungewährt,Es werthet ihm doch Seel und Leib.Er thu der Einen wegen so,Dass er den Andern wohl behagt,Dann macht ihn eine Andre froh,Wenn sich die Eine ihm versagt.Daran gedenk ein werther Mann:Viel Heil und Ehre liegt daran.Wer gutes Weibes Minne hat,Der schämt sich aller Missethat.10

Was taugt ein Mann, der nicht begehrt

Zu werben um ein reines Weib?

Gesetzt, sie lass ihn ungewährt,

Es werthet ihm doch Seel und Leib.

Er thu der Einen wegen so,

Dass er den Andern wohl behagt,

Dann macht ihn eine Andre froh,

Wenn sich die Eine ihm versagt.

Daran gedenk ein werther Mann:

Viel Heil und Ehre liegt daran.

Wer gutes Weibes Minne hat,

Der schämt sich aller Missethat.10

Sô die bluomen ûz dem grase dringent,same si lachen gegen der spilden sunnen,in einem meien an dem morgen fruo,und diu kleinen vogellîn wol singentin ir besten wîse die si kunnen,waz wünne mac sich dâ genôzen zuo?ez ist wol halb ein himelrîche.suln wir sprechen waz sich deme gelîche,sô sage ich waz mir dicke bazin mînen ougen hât getân,und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.Swâ ein edeliu schœne frowe reine,wol gekleidet unde wol gebunden,dur kurzewîle zuo vil liuten gât,hovelîchen hôhgemuot, niht eine,umbe sehende ein wênic under stunden,alsam der sunne gegen den sternen stât,—der meie bringe uns al sîn wunder,waz ist dâ sô wünneclîches under,10als ir vil minneclîcher lîp?wir lâzen alle bluomen stân,und kapfen an daz werde wîp.Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen!gên wir zuo des meien hôhgezîte!der ist mit aller sîner krefte komen.seht an in und seht an werde frouwen,wederz dâ daz ander überstrîte;daz bezzer spil, ob ich daz hân genomen.owê der mich dâ welen hieze,deich daz eine dur daz ander lieze,wie rehte schiere ich danne kür!hêr Meie, ir müeset merze sîn,ê ich mîn frowen dâ verlür.

Sô die bluomen ûz dem grase dringent,same si lachen gegen der spilden sunnen,in einem meien an dem morgen fruo,und diu kleinen vogellîn wol singentin ir besten wîse die si kunnen,waz wünne mac sich dâ genôzen zuo?ez ist wol halb ein himelrîche.suln wir sprechen waz sich deme gelîche,sô sage ich waz mir dicke bazin mînen ougen hât getân,und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.Swâ ein edeliu schœne frowe reine,wol gekleidet unde wol gebunden,dur kurzewîle zuo vil liuten gât,hovelîchen hôhgemuot, niht eine,umbe sehende ein wênic under stunden,alsam der sunne gegen den sternen stât,—der meie bringe uns al sîn wunder,waz ist dâ sô wünneclîches under,10als ir vil minneclîcher lîp?wir lâzen alle bluomen stân,und kapfen an daz werde wîp.Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen!gên wir zuo des meien hôhgezîte!der ist mit aller sîner krefte komen.seht an in und seht an werde frouwen,wederz dâ daz ander überstrîte;daz bezzer spil, ob ich daz hân genomen.owê der mich dâ welen hieze,deich daz eine dur daz ander lieze,wie rehte schiere ich danne kür!hêr Meie, ir müeset merze sîn,ê ich mîn frowen dâ verlür.

Sô die bluomen ûz dem grase dringent,same si lachen gegen der spilden sunnen,in einem meien an dem morgen fruo,und diu kleinen vogellîn wol singentin ir besten wîse die si kunnen,waz wünne mac sich dâ genôzen zuo?ez ist wol halb ein himelrîche.suln wir sprechen waz sich deme gelîche,sô sage ich waz mir dicke bazin mînen ougen hât getân,und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.Swâ ein edeliu schœne frowe reine,wol gekleidet unde wol gebunden,dur kurzewîle zuo vil liuten gât,hovelîchen hôhgemuot, niht eine,umbe sehende ein wênic under stunden,alsam der sunne gegen den sternen stât,—der meie bringe uns al sîn wunder,waz ist dâ sô wünneclîches under,10als ir vil minneclîcher lîp?wir lâzen alle bluomen stân,und kapfen an daz werde wîp.Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen!gên wir zuo des meien hôhgezîte!der ist mit aller sîner krefte komen.seht an in und seht an werde frouwen,wederz dâ daz ander überstrîte;daz bezzer spil, ob ich daz hân genomen.owê der mich dâ welen hieze,deich daz eine dur daz ander lieze,wie rehte schiere ich danne kür!hêr Meie, ir müeset merze sîn,ê ich mîn frowen dâ verlür.

Sô die bluomen ûz dem grase dringent,

same si lachen gegen der spilden sunnen,

in einem meien an dem morgen fruo,

und diu kleinen vogellîn wol singent

in ir besten wîse die si kunnen,

waz wünne mac sich dâ genôzen zuo?

ez ist wol halb ein himelrîche.

suln wir sprechen waz sich deme gelîche,

sô sage ich waz mir dicke baz

in mînen ougen hât getân,

und tæte ouch noch, gesæhe ich daz.

Swâ ein edeliu schœne frowe reine,

wol gekleidet unde wol gebunden,

dur kurzewîle zuo vil liuten gât,

hovelîchen hôhgemuot, niht eine,

umbe sehende ein wênic under stunden,

alsam der sunne gegen den sternen stât,—

der meie bringe uns al sîn wunder,

waz ist dâ sô wünneclîches under,10

als ir vil minneclîcher lîp?

wir lâzen alle bluomen stân,

und kapfen an daz werde wîp.

Nû wol dan, welt ir die wârheit schouwen!

gên wir zuo des meien hôhgezîte!

der ist mit aller sîner krefte komen.

seht an in und seht an werde frouwen,

wederz dâ daz ander überstrîte;

daz bezzer spil, ob ich daz hân genomen.

owê der mich dâ welen hieze,

deich daz eine dur daz ander lieze,

wie rehte schiere ich danne kür!

hêr Meie, ir müeset merze sîn,

ê ich mîn frowen dâ verlür.

Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,20Gleich als lachten sie hinauf zur SonneDes Morgens früh an einem Maientag,Und die kleinen Vöglein lieblich singenIhre schönsten Weisen, welche WonneHat wohl die Welt, die so erfreuen mag?Man glaubt sich halb im Himmelreiche;Wollt ihr hören, was sich dem vergleiche,So sag ich was mir wohler dochAn meinen Augen öfters thatUnd immer thut, erschau ichs noch.Denkt, ein edles, schönes Fräulein schreite20Wohlgekleidet, wohlbekränzt hernieder,Sich unter Leuten wandelnd zu ergehn,Hochgemuth, in fürstlichem Geleite,Etwas um sich blickend hin und wieder,Wie Sonne neben Sternen anzusehn:Der Mai mit allen WundergabenKann doch nichts so Wonnigliches haben,Als ihr viel minniglicher Leib;Wir lassen alle Blumen stehnUnd blicken nach dem werthen Weib.30Nun wohlan, wollt ihr Beweise schauen:Gehn wir zu des Maien Lustbereiche,Der ist in seiner ganzen Fülle da.Schauet ihn und schauet edle Frauen,Was dem Andern wohl an Schönheit weiche,Ob ich mir nicht das bessre Theil ersah.Ja wenn mich Einer wählen hiesse,10Dass ich Eines für das Andre liesse,Ach wie so bald entschied ich mich:Herr Mai, ihr müsstet Jenner sein,Eh ich von meiner Herrin wich!

Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,20Gleich als lachten sie hinauf zur SonneDes Morgens früh an einem Maientag,Und die kleinen Vöglein lieblich singenIhre schönsten Weisen, welche WonneHat wohl die Welt, die so erfreuen mag?Man glaubt sich halb im Himmelreiche;Wollt ihr hören, was sich dem vergleiche,So sag ich was mir wohler dochAn meinen Augen öfters thatUnd immer thut, erschau ichs noch.Denkt, ein edles, schönes Fräulein schreite20Wohlgekleidet, wohlbekränzt hernieder,Sich unter Leuten wandelnd zu ergehn,Hochgemuth, in fürstlichem Geleite,Etwas um sich blickend hin und wieder,Wie Sonne neben Sternen anzusehn:Der Mai mit allen WundergabenKann doch nichts so Wonnigliches haben,Als ihr viel minniglicher Leib;Wir lassen alle Blumen stehnUnd blicken nach dem werthen Weib.30Nun wohlan, wollt ihr Beweise schauen:Gehn wir zu des Maien Lustbereiche,Der ist in seiner ganzen Fülle da.Schauet ihn und schauet edle Frauen,Was dem Andern wohl an Schönheit weiche,Ob ich mir nicht das bessre Theil ersah.Ja wenn mich Einer wählen hiesse,10Dass ich Eines für das Andre liesse,Ach wie so bald entschied ich mich:Herr Mai, ihr müsstet Jenner sein,Eh ich von meiner Herrin wich!

Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,20Gleich als lachten sie hinauf zur SonneDes Morgens früh an einem Maientag,Und die kleinen Vöglein lieblich singenIhre schönsten Weisen, welche WonneHat wohl die Welt, die so erfreuen mag?Man glaubt sich halb im Himmelreiche;Wollt ihr hören, was sich dem vergleiche,So sag ich was mir wohler dochAn meinen Augen öfters thatUnd immer thut, erschau ichs noch.Denkt, ein edles, schönes Fräulein schreite20Wohlgekleidet, wohlbekränzt hernieder,Sich unter Leuten wandelnd zu ergehn,Hochgemuth, in fürstlichem Geleite,Etwas um sich blickend hin und wieder,Wie Sonne neben Sternen anzusehn:Der Mai mit allen WundergabenKann doch nichts so Wonnigliches haben,Als ihr viel minniglicher Leib;Wir lassen alle Blumen stehnUnd blicken nach dem werthen Weib.30Nun wohlan, wollt ihr Beweise schauen:Gehn wir zu des Maien Lustbereiche,Der ist in seiner ganzen Fülle da.Schauet ihn und schauet edle Frauen,Was dem Andern wohl an Schönheit weiche,Ob ich mir nicht das bessre Theil ersah.Ja wenn mich Einer wählen hiesse,10Dass ich Eines für das Andre liesse,Ach wie so bald entschied ich mich:Herr Mai, ihr müsstet Jenner sein,Eh ich von meiner Herrin wich!

Wenn die Blumen aus dem Grase dringen,20

Gleich als lachten sie hinauf zur Sonne

Des Morgens früh an einem Maientag,

Und die kleinen Vöglein lieblich singen

Ihre schönsten Weisen, welche Wonne

Hat wohl die Welt, die so erfreuen mag?

Man glaubt sich halb im Himmelreiche;

Wollt ihr hören, was sich dem vergleiche,

So sag ich was mir wohler doch

An meinen Augen öfters that

Und immer thut, erschau ichs noch.

Denkt, ein edles, schönes Fräulein schreite20

Wohlgekleidet, wohlbekränzt hernieder,

Sich unter Leuten wandelnd zu ergehn,

Hochgemuth, in fürstlichem Geleite,

Etwas um sich blickend hin und wieder,

Wie Sonne neben Sternen anzusehn:

Der Mai mit allen Wundergaben

Kann doch nichts so Wonnigliches haben,

Als ihr viel minniglicher Leib;

Wir lassen alle Blumen stehn

Und blicken nach dem werthen Weib.30

Nun wohlan, wollt ihr Beweise schauen:

Gehn wir zu des Maien Lustbereiche,

Der ist in seiner ganzen Fülle da.

Schauet ihn und schauet edle Frauen,

Was dem Andern wohl an Schönheit weiche,

Ob ich mir nicht das bessre Theil ersah.

Ja wenn mich Einer wählen hiesse,10

Dass ich Eines für das Andre liesse,

Ach wie so bald entschied ich mich:

Herr Mai, ihr müsstet Jenner sein,

Eh ich von meiner Herrin wich!

Mit sælden müeze ich hiute ûf stên,got hêrre, in dîner huote gênund rîten, swar ich in dem lande kêre.Krist hêrre, lâz mir werden schîndie grôzen kraft der güete dîn,unt pflic mîn wol dur dîner muoter êre.20als ir der heilig engel pflæge,unt dîn, dô du in der kripfen læge,junger mensch unt alter got,dêmüetic vor dem esel und vor dem rinde(und doch mit sælderîcher huotepflac dîn Gabriêl der guotewol mit triuwen sunder spot),als pflig ouch mîn, daz an mir iht erwindedaz dîn vil götelîch gebot.

Mit sælden müeze ich hiute ûf stên,got hêrre, in dîner huote gênund rîten, swar ich in dem lande kêre.Krist hêrre, lâz mir werden schîndie grôzen kraft der güete dîn,unt pflic mîn wol dur dîner muoter êre.20als ir der heilig engel pflæge,unt dîn, dô du in der kripfen læge,junger mensch unt alter got,dêmüetic vor dem esel und vor dem rinde(und doch mit sælderîcher huotepflac dîn Gabriêl der guotewol mit triuwen sunder spot),als pflig ouch mîn, daz an mir iht erwindedaz dîn vil götelîch gebot.

Mit sælden müeze ich hiute ûf stên,got hêrre, in dîner huote gênund rîten, swar ich in dem lande kêre.Krist hêrre, lâz mir werden schîndie grôzen kraft der güete dîn,unt pflic mîn wol dur dîner muoter êre.20als ir der heilig engel pflæge,unt dîn, dô du in der kripfen læge,junger mensch unt alter got,dêmüetic vor dem esel und vor dem rinde(und doch mit sælderîcher huotepflac dîn Gabriêl der guotewol mit triuwen sunder spot),als pflig ouch mîn, daz an mir iht erwindedaz dîn vil götelîch gebot.

Mit sælden müeze ich hiute ûf stên,

got hêrre, in dîner huote gên

und rîten, swar ich in dem lande kêre.

Krist hêrre, lâz mir werden schîn

die grôzen kraft der güete dîn,

unt pflic mîn wol dur dîner muoter êre.20

als ir der heilig engel pflæge,

unt dîn, dô du in der kripfen læge,

junger mensch unt alter got,

dêmüetic vor dem esel und vor dem rinde

(und doch mit sælderîcher huote

pflac dîn Gabriêl der guote

wol mit triuwen sunder spot),

als pflig ouch mîn, daz an mir iht erwinde

daz dîn vil götelîch gebot.

Mit Segen lass mich heut erstehn,Herr Gott, in deinem Schutze gehnUnd reiten, wohinaus mein Weg sich kehre;Herr Christ, an mir gieb an den Tag,Was Deiner Güte Kraft vermag,Und steh mir bei zu Deiner Mutter Ehre.Wie ihr der Engel half, der gute,30Dir, der in der Krippe ruhte,Jung als Mensch, als Gott so alt,Demüthig vor dem Esel und dem Rinde(Und doch mit himmlisch treuem SorgenHielt Dich Gabriel geborgenVor Gefahren mannigfalt):10So schütz auch mich, dass man nicht falsch mich finde,Noch gegen Deine Liebe kalt.

Mit Segen lass mich heut erstehn,Herr Gott, in deinem Schutze gehnUnd reiten, wohinaus mein Weg sich kehre;Herr Christ, an mir gieb an den Tag,Was Deiner Güte Kraft vermag,Und steh mir bei zu Deiner Mutter Ehre.Wie ihr der Engel half, der gute,30Dir, der in der Krippe ruhte,Jung als Mensch, als Gott so alt,Demüthig vor dem Esel und dem Rinde(Und doch mit himmlisch treuem SorgenHielt Dich Gabriel geborgenVor Gefahren mannigfalt):10So schütz auch mich, dass man nicht falsch mich finde,Noch gegen Deine Liebe kalt.

Mit Segen lass mich heut erstehn,Herr Gott, in deinem Schutze gehnUnd reiten, wohinaus mein Weg sich kehre;Herr Christ, an mir gieb an den Tag,Was Deiner Güte Kraft vermag,Und steh mir bei zu Deiner Mutter Ehre.Wie ihr der Engel half, der gute,30Dir, der in der Krippe ruhte,Jung als Mensch, als Gott so alt,Demüthig vor dem Esel und dem Rinde(Und doch mit himmlisch treuem SorgenHielt Dich Gabriel geborgenVor Gefahren mannigfalt):10So schütz auch mich, dass man nicht falsch mich finde,Noch gegen Deine Liebe kalt.

Mit Segen lass mich heut erstehn,

Herr Gott, in deinem Schutze gehn

Und reiten, wohinaus mein Weg sich kehre;

Herr Christ, an mir gieb an den Tag,

Was Deiner Güte Kraft vermag,

Und steh mir bei zu Deiner Mutter Ehre.

Wie ihr der Engel half, der gute,30

Dir, der in der Krippe ruhte,

Jung als Mensch, als Gott so alt,

Demüthig vor dem Esel und dem Rinde

(Und doch mit himmlisch treuem Sorgen

Hielt Dich Gabriel geborgen

Vor Gefahren mannigfalt):10

So schütz auch mich, dass man nicht falsch mich finde,

Noch gegen Deine Liebe kalt.

Ich saz ûf eime steine,und dahte bein mit beine:dar ûf sast ich den ellenbogen:ich hete in mîne hant gesmogendaz kinne und ein mîn wange.dô dâhte ich mir vil ange,wie man zer welte solte leben:deheinen rât kond ich gegeben,20wie man driu dinc erwurbe,der keines niht verdurbe.diu zwei sint êre und varnde guot,daz dicke ein ander schaden tuot:daz dritte ist gotes hulde,der zweier übergulde.die wolte ich gerne in einen schrîn.jâ leider des enmac niht sîn,daz guot und weltlich êreund gotes hulde mêrezesamene in ein herze komen.stîg unde wege sint in benomen:untriuwe ist in der sâze,gewalt vert ûf der strâze:fride unde reht sint sêre wunt.diu driu enhabent geleites niht,diu zwei enwerden ê gesunt.

Ich saz ûf eime steine,und dahte bein mit beine:dar ûf sast ich den ellenbogen:ich hete in mîne hant gesmogendaz kinne und ein mîn wange.dô dâhte ich mir vil ange,wie man zer welte solte leben:deheinen rât kond ich gegeben,20wie man driu dinc erwurbe,der keines niht verdurbe.diu zwei sint êre und varnde guot,daz dicke ein ander schaden tuot:daz dritte ist gotes hulde,der zweier übergulde.die wolte ich gerne in einen schrîn.jâ leider des enmac niht sîn,daz guot und weltlich êreund gotes hulde mêrezesamene in ein herze komen.stîg unde wege sint in benomen:untriuwe ist in der sâze,gewalt vert ûf der strâze:fride unde reht sint sêre wunt.diu driu enhabent geleites niht,diu zwei enwerden ê gesunt.

Ich saz ûf eime steine,und dahte bein mit beine:dar ûf sast ich den ellenbogen:ich hete in mîne hant gesmogendaz kinne und ein mîn wange.dô dâhte ich mir vil ange,wie man zer welte solte leben:deheinen rât kond ich gegeben,20wie man driu dinc erwurbe,der keines niht verdurbe.diu zwei sint êre und varnde guot,daz dicke ein ander schaden tuot:daz dritte ist gotes hulde,der zweier übergulde.die wolte ich gerne in einen schrîn.jâ leider des enmac niht sîn,daz guot und weltlich êreund gotes hulde mêrezesamene in ein herze komen.stîg unde wege sint in benomen:untriuwe ist in der sâze,gewalt vert ûf der strâze:fride unde reht sint sêre wunt.diu driu enhabent geleites niht,diu zwei enwerden ê gesunt.

Ich saz ûf eime steine,

und dahte bein mit beine:

dar ûf sast ich den ellenbogen:

ich hete in mîne hant gesmogen

daz kinne und ein mîn wange.

dô dâhte ich mir vil ange,

wie man zer welte solte leben:

deheinen rât kond ich gegeben,20

wie man driu dinc erwurbe,

der keines niht verdurbe.

diu zwei sint êre und varnde guot,

daz dicke ein ander schaden tuot:

daz dritte ist gotes hulde,

der zweier übergulde.

die wolte ich gerne in einen schrîn.

jâ leider des enmac niht sîn,

daz guot und weltlich êre

und gotes hulde mêre

zesamene in ein herze komen.

stîg unde wege sint in benomen:

untriuwe ist in der sâze,

gewalt vert ûf der strâze:

fride unde reht sint sêre wunt.

diu driu enhabent geleites niht,

diu zwei enwerden ê gesunt.

Ich sass auf einem Steine,Da deckt’ ich Bein mit Beine,Darauf der Ellenbogen stand;Es schmiegte sich in meine HandDas Kinn und eine Wange.Da dacht ich sorglich langeDem Weltlauf nach und irdschem Heil;Doch wurde mir kein Rath zu Theil,20Wie man drei Ding erwürbe,Dass ihrer keins verdürbe.Die zwei sind Ehr und zeitlich Gut,Das oft einander Schaden thut;Das dritte Gottes Segen,An dem ist mehr gelegen:Die hätt ich gern in einen Schrein.Ja leider mag es nimmer sein,Dass Gottes Gnade kehreMit Reichthum und mit EhreJe wieder in dasselbe Herz;Sie finden Hemmung allerwärts:Untreu’ hält Hof und Leute,Gewalt fährt aus auf Beute;So Fried als Recht sind todeswund:Die dreie haben kein Geleit,die zwei denn werden erst gesund.

Ich sass auf einem Steine,Da deckt’ ich Bein mit Beine,Darauf der Ellenbogen stand;Es schmiegte sich in meine HandDas Kinn und eine Wange.Da dacht ich sorglich langeDem Weltlauf nach und irdschem Heil;Doch wurde mir kein Rath zu Theil,20Wie man drei Ding erwürbe,Dass ihrer keins verdürbe.Die zwei sind Ehr und zeitlich Gut,Das oft einander Schaden thut;Das dritte Gottes Segen,An dem ist mehr gelegen:Die hätt ich gern in einen Schrein.Ja leider mag es nimmer sein,Dass Gottes Gnade kehreMit Reichthum und mit EhreJe wieder in dasselbe Herz;Sie finden Hemmung allerwärts:Untreu’ hält Hof und Leute,Gewalt fährt aus auf Beute;So Fried als Recht sind todeswund:Die dreie haben kein Geleit,die zwei denn werden erst gesund.

Ich sass auf einem Steine,Da deckt’ ich Bein mit Beine,Darauf der Ellenbogen stand;Es schmiegte sich in meine HandDas Kinn und eine Wange.Da dacht ich sorglich langeDem Weltlauf nach und irdschem Heil;Doch wurde mir kein Rath zu Theil,20Wie man drei Ding erwürbe,Dass ihrer keins verdürbe.Die zwei sind Ehr und zeitlich Gut,Das oft einander Schaden thut;Das dritte Gottes Segen,An dem ist mehr gelegen:Die hätt ich gern in einen Schrein.Ja leider mag es nimmer sein,Dass Gottes Gnade kehreMit Reichthum und mit EhreJe wieder in dasselbe Herz;Sie finden Hemmung allerwärts:Untreu’ hält Hof und Leute,Gewalt fährt aus auf Beute;So Fried als Recht sind todeswund:Die dreie haben kein Geleit,die zwei denn werden erst gesund.

Ich sass auf einem Steine,

Da deckt’ ich Bein mit Beine,

Darauf der Ellenbogen stand;

Es schmiegte sich in meine Hand

Das Kinn und eine Wange.

Da dacht ich sorglich lange

Dem Weltlauf nach und irdschem Heil;

Doch wurde mir kein Rath zu Theil,20

Wie man drei Ding erwürbe,

Dass ihrer keins verdürbe.

Die zwei sind Ehr und zeitlich Gut,

Das oft einander Schaden thut;

Das dritte Gottes Segen,

An dem ist mehr gelegen:

Die hätt ich gern in einen Schrein.

Ja leider mag es nimmer sein,

Dass Gottes Gnade kehre

Mit Reichthum und mit Ehre

Je wieder in dasselbe Herz;

Sie finden Hemmung allerwärts:

Untreu’ hält Hof und Leute,

Gewalt fährt aus auf Beute;

So Fried als Recht sind todeswund:

Die dreie haben kein Geleit,

die zwei denn werden erst gesund.

Ir sult sprechen willekomen:10der iu mære bringet, daz bin ich.allez daz ir habt vernomen,daz ist gar ein wint: nû frâget mich.ich wil aber miete:wirt mîn lôn iht guot,ich sage iu vil lîhte daz iu sanfte tuot.seht waz man mir êren biete.Ich wil tiuschen frowen sagensolhiu mære daz si deste bazal der werlte suln behagen:20âne grôze miete tuon ich daz.waz wold ich ze lône?si sint mir ze hêr:sô bin ich gefüege, und bite si nihtes mêrwan daz si mich grüezen schône.Ich hân lande vil gesehenunde nam der besten gerne war:übel müeze mir geschehen,kunde ich ie mîn herze bringen dardaz im wol gevallenwolde fremeder site.nû waz hulfe mich, ob ich unrehte strite?tiuschiu zuht gât vor in allen.Von der Elbe unz an den Rîn10und her wider unz an Ungerlantmugen wol die besten sîn,die ich in der werlte hân erkant.kan ich rehte schouwenguot gelâz unt lîp,sem mir got, sô swüere ich wol daz hie diu wîpbezzer sint danne ander frouwen.Tiusche man sint wol gezogen,rehte als engel sint diu wîp getân.swer si schildet, derst betrogen:20ich enkan sîn anders niht verstântugent und reine minne,swer die suochen wil,der sol komen in unser lant: da ist wünne vil:lange müeze ich leben dar inne!

Ir sult sprechen willekomen:10der iu mære bringet, daz bin ich.allez daz ir habt vernomen,daz ist gar ein wint: nû frâget mich.ich wil aber miete:wirt mîn lôn iht guot,ich sage iu vil lîhte daz iu sanfte tuot.seht waz man mir êren biete.Ich wil tiuschen frowen sagensolhiu mære daz si deste bazal der werlte suln behagen:20âne grôze miete tuon ich daz.waz wold ich ze lône?si sint mir ze hêr:sô bin ich gefüege, und bite si nihtes mêrwan daz si mich grüezen schône.Ich hân lande vil gesehenunde nam der besten gerne war:übel müeze mir geschehen,kunde ich ie mîn herze bringen dardaz im wol gevallenwolde fremeder site.nû waz hulfe mich, ob ich unrehte strite?tiuschiu zuht gât vor in allen.Von der Elbe unz an den Rîn10und her wider unz an Ungerlantmugen wol die besten sîn,die ich in der werlte hân erkant.kan ich rehte schouwenguot gelâz unt lîp,sem mir got, sô swüere ich wol daz hie diu wîpbezzer sint danne ander frouwen.Tiusche man sint wol gezogen,rehte als engel sint diu wîp getân.swer si schildet, derst betrogen:20ich enkan sîn anders niht verstântugent und reine minne,swer die suochen wil,der sol komen in unser lant: da ist wünne vil:lange müeze ich leben dar inne!

Ir sult sprechen willekomen:10der iu mære bringet, daz bin ich.allez daz ir habt vernomen,daz ist gar ein wint: nû frâget mich.ich wil aber miete:wirt mîn lôn iht guot,ich sage iu vil lîhte daz iu sanfte tuot.seht waz man mir êren biete.Ich wil tiuschen frowen sagensolhiu mære daz si deste bazal der werlte suln behagen:20âne grôze miete tuon ich daz.waz wold ich ze lône?si sint mir ze hêr:sô bin ich gefüege, und bite si nihtes mêrwan daz si mich grüezen schône.Ich hân lande vil gesehenunde nam der besten gerne war:übel müeze mir geschehen,kunde ich ie mîn herze bringen dardaz im wol gevallenwolde fremeder site.nû waz hulfe mich, ob ich unrehte strite?tiuschiu zuht gât vor in allen.Von der Elbe unz an den Rîn10und her wider unz an Ungerlantmugen wol die besten sîn,die ich in der werlte hân erkant.kan ich rehte schouwenguot gelâz unt lîp,sem mir got, sô swüere ich wol daz hie diu wîpbezzer sint danne ander frouwen.Tiusche man sint wol gezogen,rehte als engel sint diu wîp getân.swer si schildet, derst betrogen:20ich enkan sîn anders niht verstântugent und reine minne,swer die suochen wil,der sol komen in unser lant: da ist wünne vil:lange müeze ich leben dar inne!

Ir sult sprechen willekomen:10

der iu mære bringet, daz bin ich.

allez daz ir habt vernomen,

daz ist gar ein wint: nû frâget mich.

ich wil aber miete:

wirt mîn lôn iht guot,

ich sage iu vil lîhte daz iu sanfte tuot.

seht waz man mir êren biete.

Ich wil tiuschen frowen sagen

solhiu mære daz si deste baz

al der werlte suln behagen:20

âne grôze miete tuon ich daz.

waz wold ich ze lône?

si sint mir ze hêr:

sô bin ich gefüege, und bite si nihtes mêr

wan daz si mich grüezen schône.

Ich hân lande vil gesehen

unde nam der besten gerne war:

übel müeze mir geschehen,

kunde ich ie mîn herze bringen dar

daz im wol gevallen

wolde fremeder site.

nû waz hulfe mich, ob ich unrehte strite?

tiuschiu zuht gât vor in allen.

Von der Elbe unz an den Rîn10

und her wider unz an Ungerlant

mugen wol die besten sîn,

die ich in der werlte hân erkant.

kan ich rehte schouwen

guot gelâz unt lîp,

sem mir got, sô swüere ich wol daz hie diu wîp

bezzer sint danne ander frouwen.

Tiusche man sint wol gezogen,

rehte als engel sint diu wîp getân.

swer si schildet, derst betrogen:20

ich enkan sîn anders niht verstân

tugent und reine minne,

swer die suochen wil,

der sol komen in unser lant: da ist wünne vil:

lange müeze ich leben dar inne!

Heisst mich froh willkommen sein,10Der euch Neues bringet, das bin ich.Eitle Worte sinds allein,Die ihr noch vernahmt; jetzt fraget mich.Wenn ihr Lohn gewähretUnd den Sold nicht scheut,Will ich Manches sagen, was die Herzen freut:Seht, wie ihr mich würdig ehret.Ich verkünde deutschen FraunSolche Dinge, dass sie alle WeltNoch begierger wird zu schaun:20Dafür nehm ich weder Gut noch Geld.Was wollt ich von den Süssen?Sie sind mir zu hehr:Drum bescheid ich mich und bitte sie nichts mehr,Als dass sie mich freundlich grüssen.Lande hab ich viel gesehn,Nach den Besten blickt ich allerwärts.Übel möge mir geschehn,Wenn sich je bereden liess mein Herz,Dass ihm wohl gefalleFremder Lande Brauch:Wenn ich lügen wollte, lohnte mir es auch?Deutsche Zucht geht über alle.Von der Elbe bis zum Rhein10Und zurück bis her an Ungerland,Da mögen wohl die Besten sein,Die ich irgend auf der Erden fand,Weiss ich recht zu schauenSchönheit, Huld und Zier,Hilf mir Gott, so schwör ich, dass sie besser hierSind als andrer Länder Frauen.Züchtig ist der deutsche Mann,Deutsche Fraun sind engelschön und rein;Thöricht, wer sie schelten kann,20Anders wahrlich mag es nimmer sein;Zucht und reine Minne,Wer die sucht und liebt,Komm in unser Land, wo es noch beide giebt,Lebt’ ich lange nur darinne!

Heisst mich froh willkommen sein,10Der euch Neues bringet, das bin ich.Eitle Worte sinds allein,Die ihr noch vernahmt; jetzt fraget mich.Wenn ihr Lohn gewähretUnd den Sold nicht scheut,Will ich Manches sagen, was die Herzen freut:Seht, wie ihr mich würdig ehret.Ich verkünde deutschen FraunSolche Dinge, dass sie alle WeltNoch begierger wird zu schaun:20Dafür nehm ich weder Gut noch Geld.Was wollt ich von den Süssen?Sie sind mir zu hehr:Drum bescheid ich mich und bitte sie nichts mehr,Als dass sie mich freundlich grüssen.Lande hab ich viel gesehn,Nach den Besten blickt ich allerwärts.Übel möge mir geschehn,Wenn sich je bereden liess mein Herz,Dass ihm wohl gefalleFremder Lande Brauch:Wenn ich lügen wollte, lohnte mir es auch?Deutsche Zucht geht über alle.Von der Elbe bis zum Rhein10Und zurück bis her an Ungerland,Da mögen wohl die Besten sein,Die ich irgend auf der Erden fand,Weiss ich recht zu schauenSchönheit, Huld und Zier,Hilf mir Gott, so schwör ich, dass sie besser hierSind als andrer Länder Frauen.Züchtig ist der deutsche Mann,Deutsche Fraun sind engelschön und rein;Thöricht, wer sie schelten kann,20Anders wahrlich mag es nimmer sein;Zucht und reine Minne,Wer die sucht und liebt,Komm in unser Land, wo es noch beide giebt,Lebt’ ich lange nur darinne!

Heisst mich froh willkommen sein,10Der euch Neues bringet, das bin ich.Eitle Worte sinds allein,Die ihr noch vernahmt; jetzt fraget mich.Wenn ihr Lohn gewähretUnd den Sold nicht scheut,Will ich Manches sagen, was die Herzen freut:Seht, wie ihr mich würdig ehret.Ich verkünde deutschen FraunSolche Dinge, dass sie alle WeltNoch begierger wird zu schaun:20Dafür nehm ich weder Gut noch Geld.Was wollt ich von den Süssen?Sie sind mir zu hehr:Drum bescheid ich mich und bitte sie nichts mehr,Als dass sie mich freundlich grüssen.Lande hab ich viel gesehn,Nach den Besten blickt ich allerwärts.Übel möge mir geschehn,Wenn sich je bereden liess mein Herz,Dass ihm wohl gefalleFremder Lande Brauch:Wenn ich lügen wollte, lohnte mir es auch?Deutsche Zucht geht über alle.Von der Elbe bis zum Rhein10Und zurück bis her an Ungerland,Da mögen wohl die Besten sein,Die ich irgend auf der Erden fand,Weiss ich recht zu schauenSchönheit, Huld und Zier,Hilf mir Gott, so schwör ich, dass sie besser hierSind als andrer Länder Frauen.Züchtig ist der deutsche Mann,Deutsche Fraun sind engelschön und rein;Thöricht, wer sie schelten kann,20Anders wahrlich mag es nimmer sein;Zucht und reine Minne,Wer die sucht und liebt,Komm in unser Land, wo es noch beide giebt,Lebt’ ich lange nur darinne!

Heisst mich froh willkommen sein,10

Der euch Neues bringet, das bin ich.

Eitle Worte sinds allein,

Die ihr noch vernahmt; jetzt fraget mich.

Wenn ihr Lohn gewähret

Und den Sold nicht scheut,

Will ich Manches sagen, was die Herzen freut:

Seht, wie ihr mich würdig ehret.

Ich verkünde deutschen Fraun

Solche Dinge, dass sie alle Welt

Noch begierger wird zu schaun:20

Dafür nehm ich weder Gut noch Geld.

Was wollt ich von den Süssen?

Sie sind mir zu hehr:

Drum bescheid ich mich und bitte sie nichts mehr,

Als dass sie mich freundlich grüssen.

Lande hab ich viel gesehn,

Nach den Besten blickt ich allerwärts.

Übel möge mir geschehn,

Wenn sich je bereden liess mein Herz,

Dass ihm wohl gefalle

Fremder Lande Brauch:

Wenn ich lügen wollte, lohnte mir es auch?

Deutsche Zucht geht über alle.

Von der Elbe bis zum Rhein10

Und zurück bis her an Ungerland,

Da mögen wohl die Besten sein,

Die ich irgend auf der Erden fand,

Weiss ich recht zu schauen

Schönheit, Huld und Zier,

Hilf mir Gott, so schwör ich, dass sie besser hier

Sind als andrer Länder Frauen.

Züchtig ist der deutsche Mann,

Deutsche Fraun sind engelschön und rein;

Thöricht, wer sie schelten kann,20

Anders wahrlich mag es nimmer sein;

Zucht und reine Minne,

Wer die sucht und liebt,

Komm in unser Land, wo es noch beide giebt,

Lebt’ ich lange nur darinne!

Ahî wie kristenlîche nû der bâbest lachet,swenne er sînen Walhen seit ‘ich hânz alsô gemachet’!(daz er dâ seit, des solt er niemer hân gedâht.)er giht ‘ich hân zwên Almân under eine krône brâht,daz siz rîche sulen stœren unde wasten.ie dar under füllen wir die kasten:ich hâns an mînen stoc gement, ir guot ist allez mîn:ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn.ir pfaffen, ezzent hüenr und trinkent wîn,unde lânt die tiutschen ....... vasten.’10

Ahî wie kristenlîche nû der bâbest lachet,swenne er sînen Walhen seit ‘ich hânz alsô gemachet’!(daz er dâ seit, des solt er niemer hân gedâht.)er giht ‘ich hân zwên Almân under eine krône brâht,daz siz rîche sulen stœren unde wasten.ie dar under füllen wir die kasten:ich hâns an mînen stoc gement, ir guot ist allez mîn:ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn.ir pfaffen, ezzent hüenr und trinkent wîn,unde lânt die tiutschen ....... vasten.’10

Ahî wie kristenlîche nû der bâbest lachet,swenne er sînen Walhen seit ‘ich hânz alsô gemachet’!(daz er dâ seit, des solt er niemer hân gedâht.)er giht ‘ich hân zwên Almân under eine krône brâht,daz siz rîche sulen stœren unde wasten.ie dar under füllen wir die kasten:ich hâns an mînen stoc gement, ir guot ist allez mîn:ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn.ir pfaffen, ezzent hüenr und trinkent wîn,unde lânt die tiutschen ....... vasten.’10

Ahî wie kristenlîche nû der bâbest lachet,

swenne er sînen Walhen seit ‘ich hânz alsô gemachet’!

(daz er dâ seit, des solt er niemer hân gedâht.)

er giht ‘ich hân zwên Almân under eine krône brâht,

daz siz rîche sulen stœren unde wasten.

ie dar under füllen wir die kasten:

ich hâns an mînen stoc gement, ir guot ist allez mîn:

ir tiuschez silber vert in mînen welschen schrîn.

ir pfaffen, ezzent hüenr und trinkent wîn,

unde lânt die tiutschen ....... vasten.’10

Ei! wie so christlich mag der Pabst in Rom nun lachen,Wenn er zu seinen Wälschen spricht? ‘Seht, solches kann ich machen!’(Was er da spricht, das hätt er besser nie gedacht!)‘Zwei Alemannen hab ich unter Einen Hut gebracht.Nun müssen sie das Reich zerstören und belasten:Unterdessen füllen wir die Kasten:Zinspflichtig sind sie meinem Stock und all ihr Gut ist mein;Ihr deutsches Silber fährt in meinen wälschen Schrein:Ihr Pfaffen esset Hühner, trinket Wein:Und lasst die Deutschen ............ fasten.’20

Ei! wie so christlich mag der Pabst in Rom nun lachen,Wenn er zu seinen Wälschen spricht? ‘Seht, solches kann ich machen!’(Was er da spricht, das hätt er besser nie gedacht!)‘Zwei Alemannen hab ich unter Einen Hut gebracht.Nun müssen sie das Reich zerstören und belasten:Unterdessen füllen wir die Kasten:Zinspflichtig sind sie meinem Stock und all ihr Gut ist mein;Ihr deutsches Silber fährt in meinen wälschen Schrein:Ihr Pfaffen esset Hühner, trinket Wein:Und lasst die Deutschen ............ fasten.’20

Ei! wie so christlich mag der Pabst in Rom nun lachen,Wenn er zu seinen Wälschen spricht? ‘Seht, solches kann ich machen!’(Was er da spricht, das hätt er besser nie gedacht!)‘Zwei Alemannen hab ich unter Einen Hut gebracht.Nun müssen sie das Reich zerstören und belasten:Unterdessen füllen wir die Kasten:Zinspflichtig sind sie meinem Stock und all ihr Gut ist mein;Ihr deutsches Silber fährt in meinen wälschen Schrein:Ihr Pfaffen esset Hühner, trinket Wein:Und lasst die Deutschen ............ fasten.’20

Ei! wie so christlich mag der Pabst in Rom nun lachen,

Wenn er zu seinen Wälschen spricht? ‘Seht, solches kann ich machen!’

(Was er da spricht, das hätt er besser nie gedacht!)

‘Zwei Alemannen hab ich unter Einen Hut gebracht.

Nun müssen sie das Reich zerstören und belasten:

Unterdessen füllen wir die Kasten:

Zinspflichtig sind sie meinem Stock und all ihr Gut ist mein;

Ihr deutsches Silber fährt in meinen wälschen Schrein:

Ihr Pfaffen esset Hühner, trinket Wein:

Und lasst die Deutschen ............ fasten.’20

Swer âne vorhte, hêrre got,wil sprechen dîniu zehen gebot,und brichet diu, daz ist niht rehtiu minne.dich heizet vater maneger vil:swer mîn ze bruoder niht enwil,der spricht diu starken wort ûz krankem sinne.wir wahsen ûz gelîchem dinge:spîse frumet uns, diu wirt ringe,sô si dur den munt gevert.wer kan den hêrren von dem knehte scheiden,swa er ir gebeine blôzez fünde,het er ir joch lebender künde,sô gewürme dez fleisch verzert?10im dienent kristen juden unde heiden,der elliu lebenden wunder nert.

Swer âne vorhte, hêrre got,wil sprechen dîniu zehen gebot,und brichet diu, daz ist niht rehtiu minne.dich heizet vater maneger vil:swer mîn ze bruoder niht enwil,der spricht diu starken wort ûz krankem sinne.wir wahsen ûz gelîchem dinge:spîse frumet uns, diu wirt ringe,sô si dur den munt gevert.wer kan den hêrren von dem knehte scheiden,swa er ir gebeine blôzez fünde,het er ir joch lebender künde,sô gewürme dez fleisch verzert?10im dienent kristen juden unde heiden,der elliu lebenden wunder nert.

Swer âne vorhte, hêrre got,wil sprechen dîniu zehen gebot,und brichet diu, daz ist niht rehtiu minne.dich heizet vater maneger vil:swer mîn ze bruoder niht enwil,der spricht diu starken wort ûz krankem sinne.wir wahsen ûz gelîchem dinge:spîse frumet uns, diu wirt ringe,sô si dur den munt gevert.wer kan den hêrren von dem knehte scheiden,swa er ir gebeine blôzez fünde,het er ir joch lebender künde,sô gewürme dez fleisch verzert?10im dienent kristen juden unde heiden,der elliu lebenden wunder nert.

Swer âne vorhte, hêrre got,

wil sprechen dîniu zehen gebot,

und brichet diu, daz ist niht rehtiu minne.

dich heizet vater maneger vil:

swer mîn ze bruoder niht enwil,

der spricht diu starken wort ûz krankem sinne.

wir wahsen ûz gelîchem dinge:

spîse frumet uns, diu wirt ringe,

sô si dur den munt gevert.

wer kan den hêrren von dem knehte scheiden,

swa er ir gebeine blôzez fünde,

het er ir joch lebender künde,

sô gewürme dez fleisch verzert?10

im dienent kristen juden unde heiden,

der elliu lebenden wunder nert.

Wer deine zehn Gebote sprichtSo furchtlos und sie dennoch bricht,Mein Herr und Gott, dem fehlt noch wahre Minne:So mancher wohl dich Vater nennt:Wer mich als Bruder nicht erkennt,Der spricht das starke Wort mit schwachem Sinne.Wir wachsen All’ aus gleichem Samen,Die Speise schwindet, die wir nahmen,Wenn sie Nahrung uns gewährt.Wer kann den Knecht vom Herrn noch unterscheiden,(Kannt er auch beide wohl im Leben,)20Wird ihm ihr bloss Gebein gegeben,Nachdem Gewürm das Fleisch verzehrt?Dem dienen Christen, Juden sowie Heiden,Der alle lebenden Wunder nährt.

Wer deine zehn Gebote sprichtSo furchtlos und sie dennoch bricht,Mein Herr und Gott, dem fehlt noch wahre Minne:So mancher wohl dich Vater nennt:Wer mich als Bruder nicht erkennt,Der spricht das starke Wort mit schwachem Sinne.Wir wachsen All’ aus gleichem Samen,Die Speise schwindet, die wir nahmen,Wenn sie Nahrung uns gewährt.Wer kann den Knecht vom Herrn noch unterscheiden,(Kannt er auch beide wohl im Leben,)20Wird ihm ihr bloss Gebein gegeben,Nachdem Gewürm das Fleisch verzehrt?Dem dienen Christen, Juden sowie Heiden,Der alle lebenden Wunder nährt.

Wer deine zehn Gebote sprichtSo furchtlos und sie dennoch bricht,Mein Herr und Gott, dem fehlt noch wahre Minne:So mancher wohl dich Vater nennt:Wer mich als Bruder nicht erkennt,Der spricht das starke Wort mit schwachem Sinne.Wir wachsen All’ aus gleichem Samen,Die Speise schwindet, die wir nahmen,Wenn sie Nahrung uns gewährt.Wer kann den Knecht vom Herrn noch unterscheiden,(Kannt er auch beide wohl im Leben,)20Wird ihm ihr bloss Gebein gegeben,Nachdem Gewürm das Fleisch verzehrt?Dem dienen Christen, Juden sowie Heiden,Der alle lebenden Wunder nährt.

Wer deine zehn Gebote spricht

So furchtlos und sie dennoch bricht,

Mein Herr und Gott, dem fehlt noch wahre Minne:

So mancher wohl dich Vater nennt:

Wer mich als Bruder nicht erkennt,

Der spricht das starke Wort mit schwachem Sinne.

Wir wachsen All’ aus gleichem Samen,

Die Speise schwindet, die wir nahmen,

Wenn sie Nahrung uns gewährt.

Wer kann den Knecht vom Herrn noch unterscheiden,

(Kannt er auch beide wohl im Leben,)20

Wird ihm ihr bloss Gebein gegeben,

Nachdem Gewürm das Fleisch verzehrt?

Dem dienen Christen, Juden sowie Heiden,

Der alle lebenden Wunder nährt.

Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?daz ich ie wânde daz iht wære, was daz iht?dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.nû bin ich erwachet, und ist mir unbekantdaz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.liut unde lant, dâ ich von kinde bin erzogen,die sint mir frömde worden reht als ez sî gelogen.die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.vereitet ist daz velt, verhouwen ist der walt:wan daz daz wazzer fliuzet als ez wîlent flôz,für wâr ich wânde, mîn unglücke wurde grôz.mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.diu welt ist allenthalben ungenâden vol.10als ich gedenke an manegen wünneclîchen tac,die mir sint enpfallen gar als in daz mer ein slac,iemer mêre ouwê.Owê wie jæmerlîche junge liute tuont!den unvil riuweclîche ir gemüete stuont,die kunnen nû wan sorgen: owê wie tuont si sô?swar ich zer werlte kêre, dâ ist nieman frô:tanzen unde singen zergât mit sorgen gar:nie kristenman gesach sô jæmerlîchiu jârnû merkent wie den frouwen ir gebende stât:die stolzen ritter tragent dörpellîche wât.uns sint unsenfte brieve her von Rôme komen,uns ist erloubet trûren und fröide gar benomen.daz müet mich inneclîchen (wir lebten ie vil wol),daz ich nû für mîn lachen weinen kiesen sol.die wilden vogel die betrüebet unser klage:waz wunders ist, ob ich dâ von vil gar verzage?waz spriche ich tumber man durch mînen bœsen zorn?swer dirre wünne volget, der hât jene dort verlorn10iemer mêr ouwê.Ouwê wie uns mit süezen dingen ist vergeben!ich sihe die [bittern] gallen mitten in dem honege sweben:diu Welt ist ûzen schœne, wîz grüen unde rôt,und innân swarzer varwe, vinster sam der tôt.swen si nû habe verleitet, der schouwe sînen trôst:er wirt mit swacher buoze grôzer sünde erlôst.dar an gedenkent, ritter: ez ist iuwer dinc.ir tragent die liehten helme und manegen herten rinc,dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert.wolte got, wær ich der sigenünfte wert!sô wolte ich nôtic man verdienen rîchen solt.joch meine ich nicht die huoben: noch der hêrren goltich wolte sælden krône êweclîchen tragen:die möhte ein soldenære mit sîme sper bejagen.möht ich die lieben reise gevaren über sê,sô wolte ich denne singen ‘wol’ und niemer mêr ‘ouwê’.10

Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?daz ich ie wânde daz iht wære, was daz iht?dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.nû bin ich erwachet, und ist mir unbekantdaz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.liut unde lant, dâ ich von kinde bin erzogen,die sint mir frömde worden reht als ez sî gelogen.die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.vereitet ist daz velt, verhouwen ist der walt:wan daz daz wazzer fliuzet als ez wîlent flôz,für wâr ich wânde, mîn unglücke wurde grôz.mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.diu welt ist allenthalben ungenâden vol.10als ich gedenke an manegen wünneclîchen tac,die mir sint enpfallen gar als in daz mer ein slac,iemer mêre ouwê.Owê wie jæmerlîche junge liute tuont!den unvil riuweclîche ir gemüete stuont,die kunnen nû wan sorgen: owê wie tuont si sô?swar ich zer werlte kêre, dâ ist nieman frô:tanzen unde singen zergât mit sorgen gar:nie kristenman gesach sô jæmerlîchiu jârnû merkent wie den frouwen ir gebende stât:die stolzen ritter tragent dörpellîche wât.uns sint unsenfte brieve her von Rôme komen,uns ist erloubet trûren und fröide gar benomen.daz müet mich inneclîchen (wir lebten ie vil wol),daz ich nû für mîn lachen weinen kiesen sol.die wilden vogel die betrüebet unser klage:waz wunders ist, ob ich dâ von vil gar verzage?waz spriche ich tumber man durch mînen bœsen zorn?swer dirre wünne volget, der hât jene dort verlorn10iemer mêr ouwê.Ouwê wie uns mit süezen dingen ist vergeben!ich sihe die [bittern] gallen mitten in dem honege sweben:diu Welt ist ûzen schœne, wîz grüen unde rôt,und innân swarzer varwe, vinster sam der tôt.swen si nû habe verleitet, der schouwe sînen trôst:er wirt mit swacher buoze grôzer sünde erlôst.dar an gedenkent, ritter: ez ist iuwer dinc.ir tragent die liehten helme und manegen herten rinc,dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert.wolte got, wær ich der sigenünfte wert!sô wolte ich nôtic man verdienen rîchen solt.joch meine ich nicht die huoben: noch der hêrren goltich wolte sælden krône êweclîchen tragen:die möhte ein soldenære mit sîme sper bejagen.möht ich die lieben reise gevaren über sê,sô wolte ich denne singen ‘wol’ und niemer mêr ‘ouwê’.10

Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?daz ich ie wânde daz iht wære, was daz iht?dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.nû bin ich erwachet, und ist mir unbekantdaz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.liut unde lant, dâ ich von kinde bin erzogen,die sint mir frömde worden reht als ez sî gelogen.die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.vereitet ist daz velt, verhouwen ist der walt:wan daz daz wazzer fliuzet als ez wîlent flôz,für wâr ich wânde, mîn unglücke wurde grôz.mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.diu welt ist allenthalben ungenâden vol.10als ich gedenke an manegen wünneclîchen tac,die mir sint enpfallen gar als in daz mer ein slac,iemer mêre ouwê.Owê wie jæmerlîche junge liute tuont!den unvil riuweclîche ir gemüete stuont,die kunnen nû wan sorgen: owê wie tuont si sô?swar ich zer werlte kêre, dâ ist nieman frô:tanzen unde singen zergât mit sorgen gar:nie kristenman gesach sô jæmerlîchiu jârnû merkent wie den frouwen ir gebende stât:die stolzen ritter tragent dörpellîche wât.uns sint unsenfte brieve her von Rôme komen,uns ist erloubet trûren und fröide gar benomen.daz müet mich inneclîchen (wir lebten ie vil wol),daz ich nû für mîn lachen weinen kiesen sol.die wilden vogel die betrüebet unser klage:waz wunders ist, ob ich dâ von vil gar verzage?waz spriche ich tumber man durch mînen bœsen zorn?swer dirre wünne volget, der hât jene dort verlorn10iemer mêr ouwê.Ouwê wie uns mit süezen dingen ist vergeben!ich sihe die [bittern] gallen mitten in dem honege sweben:diu Welt ist ûzen schœne, wîz grüen unde rôt,und innân swarzer varwe, vinster sam der tôt.swen si nû habe verleitet, der schouwe sînen trôst:er wirt mit swacher buoze grôzer sünde erlôst.dar an gedenkent, ritter: ez ist iuwer dinc.ir tragent die liehten helme und manegen herten rinc,dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert.wolte got, wær ich der sigenünfte wert!sô wolte ich nôtic man verdienen rîchen solt.joch meine ich nicht die huoben: noch der hêrren goltich wolte sælden krône êweclîchen tragen:die möhte ein soldenære mit sîme sper bejagen.möht ich die lieben reise gevaren über sê,sô wolte ich denne singen ‘wol’ und niemer mêr ‘ouwê’.10

Owê war sint verswunden alliu mîniu jâr!

ist mir mîn leben getroumet, oder ist ez wâr?

daz ich ie wânde daz iht wære, was daz iht?

dar nâch hân ich geslâfen und enweiz es niht.

nû bin ich erwachet, und ist mir unbekant

daz mir hie vor was kündic als mîn ander hant.

liut unde lant, dâ ich von kinde bin erzogen,

die sint mir frömde worden reht als ez sî gelogen.

die mîne gespilen wâren, die sint træge unt alt.

vereitet ist daz velt, verhouwen ist der walt:

wan daz daz wazzer fliuzet als ez wîlent flôz,

für wâr ich wânde, mîn unglücke wurde grôz.

mich grüezet maneger trâge, der mich bekande ê wol.

diu welt ist allenthalben ungenâden vol.10

als ich gedenke an manegen wünneclîchen tac,

die mir sint enpfallen gar als in daz mer ein slac,

iemer mêre ouwê.

Owê wie jæmerlîche junge liute tuont!

den unvil riuweclîche ir gemüete stuont,

die kunnen nû wan sorgen: owê wie tuont si sô?

swar ich zer werlte kêre, dâ ist nieman frô:

tanzen unde singen zergât mit sorgen gar:

nie kristenman gesach sô jæmerlîchiu jâr

nû merkent wie den frouwen ir gebende stât:

die stolzen ritter tragent dörpellîche wât.

uns sint unsenfte brieve her von Rôme komen,

uns ist erloubet trûren und fröide gar benomen.

daz müet mich inneclîchen (wir lebten ie vil wol),

daz ich nû für mîn lachen weinen kiesen sol.

die wilden vogel die betrüebet unser klage:

waz wunders ist, ob ich dâ von vil gar verzage?

waz spriche ich tumber man durch mînen bœsen zorn?

swer dirre wünne volget, der hât jene dort verlorn10

iemer mêr ouwê.

Ouwê wie uns mit süezen dingen ist vergeben!

ich sihe die [bittern] gallen mitten in dem honege sweben:

diu Welt ist ûzen schœne, wîz grüen unde rôt,

und innân swarzer varwe, vinster sam der tôt.

swen si nû habe verleitet, der schouwe sînen trôst:

er wirt mit swacher buoze grôzer sünde erlôst.

dar an gedenkent, ritter: ez ist iuwer dinc.

ir tragent die liehten helme und manegen herten rinc,

dar zuo die vesten schilte und diu gewîhten swert.

wolte got, wær ich der sigenünfte wert!

sô wolte ich nôtic man verdienen rîchen solt.

joch meine ich nicht die huoben: noch der hêrren golt

ich wolte sælden krône êweclîchen tragen:

die möhte ein soldenære mit sîme sper bejagen.

möht ich die lieben reise gevaren über sê,

sô wolte ich denne singen ‘wol’ und niemer mêr ‘ouwê’.10

O weh, wohin verschwunden ist so manches Jahr?Träumte mir mein Leben, oder ist es wahr?Was stäts mich wirklich däuchte, war’s ein trüglich Spiel?Ich habe lang geschlafen, dass es mir entfiel,Nun bin ich erwachet und ist mir unbekannt,Was mir so kund einst war wie diese jener Hand.Leut’ und Land, die meine Kinderjahre sahn,Sind mir so fremde jetzt, als wär’ es Lug und Wahn.Die mir Gespielen waren, sind nun träg’ und alt,Umbrochen ist das Feld, verhauen ist der Wald;Nur das Wasser fliesset, wie es weiland floss:Ja gewiss, ich bin des Unglücks Spielgenoss.Mich grüsset mancher lau, der mich einst wohlgekannt,Die Welt fiel allenthalben aus der Gnade Stand.10Weh’, gedenk’ ich jetzt an manchen Wonnetag,Der mir nun zerronnen ist, wie in das Meer ein Schlag:Immer mehr O weh’!Weh’, wie beschwert die jungen Leute trüber Sinn!Die einst in Glück und Freud ihr Leben brachten hin,Sie wissen nur von Sorgen. Weh’, wie thun sie so?Wohin ich blick’ und schaue, find’ ich niemand froh.Das Tanzen, Singen, das vergeht vor Sorgen gar;Nie sah man unter Christen solche Jammersjahr.Seht nur der Frauen Schmuck, der einst so zierlich stand;Die stolzen Ritter tragen bäurisches Gewand.Uns sind ungnädige Briefe jüngst von Rom gekommen:Uns ist erlaubt zu trauern, Freude gar benommen;Nun schmerzt mich sehr (wir lebten ehmals wonnevoll),Dass ich mein Lachen jetzt für Weinen tauschen soll.Die Vögel in den Lüften dauert unsre Noth:Was Wunder, wenn es mich betrübt bis in den Tod?Was sprech’ ich dummer Mann im Schmerz manch unnütz Wort?Wer dieser Wonne folgen will, der misset jene dort10Immer mehr O weh’!O weh’, wie hat man uns mit Süssigkeit vergeben!Ich seh’ die Galle mitten in dem Honig schweben;Die Welt ist aussen lieblich, weiss und grün und roth,Doch innen schwarzer Farbe, finster wie der Tod;Wen sie verleitet hat, der suche Trost und Heil;Für kleine Busse wird ihm Gnade noch zutheil.Daran gedenket, Ritter, es ist euer Ding:Ihr tragt die lichten Helme und manchen harten Ring,Dazu den festen Schild und das geweihte Schwert.Wollte Gott, ich wär’ für ihn zu streiten werth,So wollt’ ich armer Mann verdienen reichen Sold;Nicht mein’ ich Hufen Landes, noch der Fürsten Gold:Ich trüge Krone selber in der Engel Heer:Die mag ein Söldner wohl erwerben mit dem Speer.Dürft’ ich die liebe Reise fahren über See,So wollt’ ich ewig singen Heil und nimmermehr O weh!10

O weh, wohin verschwunden ist so manches Jahr?Träumte mir mein Leben, oder ist es wahr?Was stäts mich wirklich däuchte, war’s ein trüglich Spiel?Ich habe lang geschlafen, dass es mir entfiel,Nun bin ich erwachet und ist mir unbekannt,Was mir so kund einst war wie diese jener Hand.Leut’ und Land, die meine Kinderjahre sahn,Sind mir so fremde jetzt, als wär’ es Lug und Wahn.Die mir Gespielen waren, sind nun träg’ und alt,Umbrochen ist das Feld, verhauen ist der Wald;Nur das Wasser fliesset, wie es weiland floss:Ja gewiss, ich bin des Unglücks Spielgenoss.Mich grüsset mancher lau, der mich einst wohlgekannt,Die Welt fiel allenthalben aus der Gnade Stand.10Weh’, gedenk’ ich jetzt an manchen Wonnetag,Der mir nun zerronnen ist, wie in das Meer ein Schlag:Immer mehr O weh’!Weh’, wie beschwert die jungen Leute trüber Sinn!Die einst in Glück und Freud ihr Leben brachten hin,Sie wissen nur von Sorgen. Weh’, wie thun sie so?Wohin ich blick’ und schaue, find’ ich niemand froh.Das Tanzen, Singen, das vergeht vor Sorgen gar;Nie sah man unter Christen solche Jammersjahr.Seht nur der Frauen Schmuck, der einst so zierlich stand;Die stolzen Ritter tragen bäurisches Gewand.Uns sind ungnädige Briefe jüngst von Rom gekommen:Uns ist erlaubt zu trauern, Freude gar benommen;Nun schmerzt mich sehr (wir lebten ehmals wonnevoll),Dass ich mein Lachen jetzt für Weinen tauschen soll.Die Vögel in den Lüften dauert unsre Noth:Was Wunder, wenn es mich betrübt bis in den Tod?Was sprech’ ich dummer Mann im Schmerz manch unnütz Wort?Wer dieser Wonne folgen will, der misset jene dort10Immer mehr O weh’!O weh’, wie hat man uns mit Süssigkeit vergeben!Ich seh’ die Galle mitten in dem Honig schweben;Die Welt ist aussen lieblich, weiss und grün und roth,Doch innen schwarzer Farbe, finster wie der Tod;Wen sie verleitet hat, der suche Trost und Heil;Für kleine Busse wird ihm Gnade noch zutheil.Daran gedenket, Ritter, es ist euer Ding:Ihr tragt die lichten Helme und manchen harten Ring,Dazu den festen Schild und das geweihte Schwert.Wollte Gott, ich wär’ für ihn zu streiten werth,So wollt’ ich armer Mann verdienen reichen Sold;Nicht mein’ ich Hufen Landes, noch der Fürsten Gold:Ich trüge Krone selber in der Engel Heer:Die mag ein Söldner wohl erwerben mit dem Speer.Dürft’ ich die liebe Reise fahren über See,So wollt’ ich ewig singen Heil und nimmermehr O weh!10

O weh, wohin verschwunden ist so manches Jahr?Träumte mir mein Leben, oder ist es wahr?Was stäts mich wirklich däuchte, war’s ein trüglich Spiel?Ich habe lang geschlafen, dass es mir entfiel,Nun bin ich erwachet und ist mir unbekannt,Was mir so kund einst war wie diese jener Hand.Leut’ und Land, die meine Kinderjahre sahn,Sind mir so fremde jetzt, als wär’ es Lug und Wahn.Die mir Gespielen waren, sind nun träg’ und alt,Umbrochen ist das Feld, verhauen ist der Wald;Nur das Wasser fliesset, wie es weiland floss:Ja gewiss, ich bin des Unglücks Spielgenoss.Mich grüsset mancher lau, der mich einst wohlgekannt,Die Welt fiel allenthalben aus der Gnade Stand.10Weh’, gedenk’ ich jetzt an manchen Wonnetag,Der mir nun zerronnen ist, wie in das Meer ein Schlag:Immer mehr O weh’!Weh’, wie beschwert die jungen Leute trüber Sinn!Die einst in Glück und Freud ihr Leben brachten hin,Sie wissen nur von Sorgen. Weh’, wie thun sie so?Wohin ich blick’ und schaue, find’ ich niemand froh.Das Tanzen, Singen, das vergeht vor Sorgen gar;Nie sah man unter Christen solche Jammersjahr.Seht nur der Frauen Schmuck, der einst so zierlich stand;Die stolzen Ritter tragen bäurisches Gewand.Uns sind ungnädige Briefe jüngst von Rom gekommen:Uns ist erlaubt zu trauern, Freude gar benommen;Nun schmerzt mich sehr (wir lebten ehmals wonnevoll),Dass ich mein Lachen jetzt für Weinen tauschen soll.Die Vögel in den Lüften dauert unsre Noth:Was Wunder, wenn es mich betrübt bis in den Tod?Was sprech’ ich dummer Mann im Schmerz manch unnütz Wort?Wer dieser Wonne folgen will, der misset jene dort10Immer mehr O weh’!O weh’, wie hat man uns mit Süssigkeit vergeben!Ich seh’ die Galle mitten in dem Honig schweben;Die Welt ist aussen lieblich, weiss und grün und roth,Doch innen schwarzer Farbe, finster wie der Tod;Wen sie verleitet hat, der suche Trost und Heil;Für kleine Busse wird ihm Gnade noch zutheil.Daran gedenket, Ritter, es ist euer Ding:Ihr tragt die lichten Helme und manchen harten Ring,Dazu den festen Schild und das geweihte Schwert.Wollte Gott, ich wär’ für ihn zu streiten werth,So wollt’ ich armer Mann verdienen reichen Sold;Nicht mein’ ich Hufen Landes, noch der Fürsten Gold:Ich trüge Krone selber in der Engel Heer:Die mag ein Söldner wohl erwerben mit dem Speer.Dürft’ ich die liebe Reise fahren über See,So wollt’ ich ewig singen Heil und nimmermehr O weh!10

O weh, wohin verschwunden ist so manches Jahr?

Träumte mir mein Leben, oder ist es wahr?

Was stäts mich wirklich däuchte, war’s ein trüglich Spiel?

Ich habe lang geschlafen, dass es mir entfiel,

Nun bin ich erwachet und ist mir unbekannt,

Was mir so kund einst war wie diese jener Hand.

Leut’ und Land, die meine Kinderjahre sahn,

Sind mir so fremde jetzt, als wär’ es Lug und Wahn.

Die mir Gespielen waren, sind nun träg’ und alt,

Umbrochen ist das Feld, verhauen ist der Wald;

Nur das Wasser fliesset, wie es weiland floss:

Ja gewiss, ich bin des Unglücks Spielgenoss.

Mich grüsset mancher lau, der mich einst wohlgekannt,

Die Welt fiel allenthalben aus der Gnade Stand.10

Weh’, gedenk’ ich jetzt an manchen Wonnetag,

Der mir nun zerronnen ist, wie in das Meer ein Schlag:

Immer mehr O weh’!

Weh’, wie beschwert die jungen Leute trüber Sinn!

Die einst in Glück und Freud ihr Leben brachten hin,

Sie wissen nur von Sorgen. Weh’, wie thun sie so?

Wohin ich blick’ und schaue, find’ ich niemand froh.

Das Tanzen, Singen, das vergeht vor Sorgen gar;

Nie sah man unter Christen solche Jammersjahr.

Seht nur der Frauen Schmuck, der einst so zierlich stand;

Die stolzen Ritter tragen bäurisches Gewand.

Uns sind ungnädige Briefe jüngst von Rom gekommen:

Uns ist erlaubt zu trauern, Freude gar benommen;

Nun schmerzt mich sehr (wir lebten ehmals wonnevoll),

Dass ich mein Lachen jetzt für Weinen tauschen soll.

Die Vögel in den Lüften dauert unsre Noth:

Was Wunder, wenn es mich betrübt bis in den Tod?

Was sprech’ ich dummer Mann im Schmerz manch unnütz Wort?

Wer dieser Wonne folgen will, der misset jene dort10

Immer mehr O weh’!

O weh’, wie hat man uns mit Süssigkeit vergeben!

Ich seh’ die Galle mitten in dem Honig schweben;

Die Welt ist aussen lieblich, weiss und grün und roth,

Doch innen schwarzer Farbe, finster wie der Tod;

Wen sie verleitet hat, der suche Trost und Heil;

Für kleine Busse wird ihm Gnade noch zutheil.

Daran gedenket, Ritter, es ist euer Ding:

Ihr tragt die lichten Helme und manchen harten Ring,

Dazu den festen Schild und das geweihte Schwert.

Wollte Gott, ich wär’ für ihn zu streiten werth,

So wollt’ ich armer Mann verdienen reichen Sold;

Nicht mein’ ich Hufen Landes, noch der Fürsten Gold:

Ich trüge Krone selber in der Engel Heer:

Die mag ein Söldner wohl erwerben mit dem Speer.

Dürft’ ich die liebe Reise fahren über See,

So wollt’ ich ewig singen Heil und nimmermehr O weh!10

SIMROCK.


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