II. UNTERSUCHUNGSREIHE IN OLDENBURG.

Wie erwähnt, fanden in der vorliegenden, wie in den später folgenden Untersuchungen genaue Körpergewichtsbestimmungen Statt.—Ausser dem Studium der Statik des Stoffwechsels hatte ich mir die Frage gestellt, ob der Zuckerzusatz zu dem Morgens genossenen Thee oder Caffee einen bemerkbaren Einfluss auf die Quantität des Urins ausübe; man wird demnach an einigen Tagen Zucker unter den Nahrungsmitteln verzeichnet finden, an andern nicht und die Antwort auf die gestellte Frage werde ich unten in Kürze geben.—Fernerhin mag es im Voraus bemerkt werden, dass das genossene Nahrungs-Quantum in der vorliegenden Beobachtungsreihe das grösstmögliche verträgliche Maass erreichte, dass sich an einzelnen Tagen schon leichte Digestionsstörungen, Catarrh der Magenschleimhaut u. s. w. zu zeigen anfingen, dass aber dennoch ein täglicher, geringer Körper-Gewichtsverlust Statt hatte, ein Beweis also, dass der Kraftverbrauch im Verhältniss zum Assimilationsvermögen um Etwas zu gross war.—Es ist schwierig bei sich drängenden Berufsgeschäften solche Missstände zu entfernen; sie können aber hier fast ganz unberücksichtigt bleiben, da die Arbeit während jeder Untersuchungsperiode beträchtlich und fast gleich war.—

Befinden:gut, namentlich Nachmittags und Abends sehr wohl.Beschäftigung:10 St. gearbeitet. 4 St. Krankenbesuche und Bewegung im Freien.8 St. Schlaf.Hautfunction:Morgens leicht transpirirt; Nachmittags trockene Haut.Nachts leicht duftend.Witterung:sehr windig.W.-Wind.Regen.

Körpergewicht:Zunahme = 31,3 Gramm.

Befinden:sehr gut; Abends ermüdet u. leichte rheumat. Schmerzen im Rücken.—Nachmittags starker Durst.Beschäftigung:9 St. Arbeit.—31⁄2St. Krankenbesuche. 81⁄2St. Schlaf.Hautfunction:Morgens leicht transpirirt.—Witterung:Morgens klarer Sonnenschein; Nachmittags Regen.—WSW.—

Körpergewicht:Abnahme = 186,5 Gramm.

Befinden:im Ganzen sehr wohl; nur sehr wechselnde Hauttemperatur.Beschäftigung:91⁄2St. gearbeitet. 21⁄4St. Krankenbesuche. 81⁄2St. Schlaf.Hautfunction:Morgens leicht duftend. Mittags kalt und trocken.—Nachmittags trocken, aber warm.— Nachts nicht transpirirt.Witterung:NO.-Wind. Scharfe, reine Kälte.—

Körpergewicht:Abnahme = 204 Gramm.

Befinden:sehr gut, Abends ermüdet.Beschäftigung:8 St. gearbeitet. 11⁄2St. Krankenbesuche. Abends anhaltend musicirt—7 St. Schlaf.Hautfunction:Nachmittags und Abends starke Hauttranspiration.Witterung:N.-Wind. Klarer Himmel, bedeutende Kälte.—

Körpergewicht:Abnahme = 214,8 Gramm.

Befinden:gut; doch nicht so frisch, wie an andern Tagen. Leicht rheumat. Erscheinungen.Beschäftigung:101⁄2St. gearbeitet. 11⁄2St. Krankenbesuche.—8 St. Schlaf.Hautfunction:Morgens und Nachmittags leichte Hauttranspiration.Witterung:NW.-Wind.—Schnee und Regen; windig.—

(NB. Seit dem 11ten Febr. wird die Abends genossene Milch stets mit etwas Kochsalz versetzt. Im Uebrigen werden alle Speisen stets in gewöhnlicher Zubereitung genossen.)

Körpergewicht:Abnahme = 64 Gramm.

Befinden:nicht gut; schwerfällig, matt. Kalte Füsse und Hände. Leichter Catarrh. ventricul.Beschäftigung:10 St. gearbeitet. 23⁄4St. Krankenbesuche. 81⁄2St. Schlaf.Hautfunction:Trockenheit und Kälte der Haut; nur Abends angenehm warm.Witterung:sehr kalt; scharfer NO.-Wind.—Morgens ziemlich heiter; Nachmittags trübe.

Körpergewicht:Abnahme = 363,4 Gramm.

Befinden:sehr gut.—Mannigfache geistige Anregung durch Lectüre, Besuche u. s. w.Beschäftigung:101⁄2St. angestrengte Arbeit.—21⁄2St. Krankenbesuche.—8 St. Schlaf.Hautfunction:trockne, aber angenehm warme Haut.Witterung:scharfer NW.-Wind.—Trübe, bedeckte Luft. Abends Sturm mit Regen.


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