[1]Der Platz in der ersten Cajüte kostet 400 bis 500 Mark, also ungefähr 50 Mark für den Tag; der Platz im Zwischendeck etwa 100 Mark. Die ganze Verpflegung ist eingeschlossen, nur Bier und Wein müssen besonders bezahlt werden.[2]Zu 75 Kilogramm-Meter in 1 Secunde; also gleich 12×13000 = 156000 Menschenkräften.[3]Die 1884 in England gebaute „Eider“, 450′ lang, hatte 6 Millionen Mark gekostet. Die Flotte des norddeutschen Lloyd zählt 76 Dampfer, von denen nur 25 weniger als 1000 Tonnen messen.[4]Ein Drittel der vollen Ladung ist Kohle. (Für ungefähr 17 Tage.)[5]Auf meiner ersten Reise über den atlantischen Ocean im Jahre 1887 habe ich (natürlich in Begleitung des Capitäns, da es sonst nicht gestattet ist,) das Zwischendeck besucht. 600 Reisende waren dort untergebracht, in drei Abtheilungen; die erste ist für ledige Frauen, die zweite für Familien, die dritte für ledige Männer. Jeder hat seine eigene Lagerstätte mit Stroh-Sack und Kopf-Kissen; für eine Decke hat er selber zu sorgen, doch kann er dieselbe, die er auf seiner Fahrt durch den amerikanischen Continent so nothwendig braucht, zum Selbstkostenpreis von der Gesellschaft des norddeutschen Lloyd in Bremen oder Bremerhafen beziehen. Dies Zwischendeck war besser eingerichtet und gelüftet, als irgend eines, das ich zuvor gesehen. Namentlich denke ich noch mit einem gewissen Grauen an das des russischen Dampfers, welcher 500 russisch-katholische Pilger von Odessa nach Palästina beförderte. Aber bei bewegter See herrschte auch im Zwischendeck der „Eider“ das graue Elend. Willenlos liegen oder hocken alle, jung und alt, auf Betten und Gängen. Pausbäckige Kinder, denen die dicken Thränen über die Wangen laufen, klagen „Mutting, ich sterbe,“ lassen aber doch das wohlgeschmierte Butterbrod nicht fallen.[6]Die Schiffe haben ihre Schicksale. Die „Eider“ ist inzwischen wrack geworden; und die „Spree“ hatte, ehe ich die Heimath wieder erreichte, einen Bruch der Schraubenwelle erlitten, wobei die Umsicht und Thatkraft des Capitäns aufs beste sich bewährt hat.[7]Stewards.[8]Frankreich zahlt Unterstützung an Dampferlinien gegen 27000000 Mark.Englandgegen17500000MarkDeutschland„4720000„Italien„7000000„Oestr.-Ungarn„4000000„Russland„5000000„Vereinigte Staaten„1100000„Mexico„2000000„Japan„897000„[9]Von Southampton bis Bremen 420 Seemeilen.[10]Needles.[11]log record.[12]pool, wörtlich Einsatz.[13]Nach Westen macht, wenn alles übrige gleich ist, der Dampfer scheinbar über ein Dutzend Meilen mehr an jedem Tage, als nach Osten. Denn nach Westen zu werden jedem Tag ungefähr 45 Minuten zugegeben, nach Osten abgezogen.[14]Von Greenwich.[15]Von denNadelnab gerechnet.[16]Wegen des zwischen Europa und Nordamerika vorherrschenden Südwestwindes legten die Packetboote die Fahrt von Liverpool nach New-York durchschnittlich in 40 Tagen, den Rückweg in 23 Tagen zurück.[17]1818 war das mit Dampfmaschine versehene Segelschiff Savannah von Nordamerika bis Liverpool in 26 Tagen gefahren, wobei 18 Tage unter Dampf.[18]1887 auf der Eider noch sieben Tage und etliche Stunden. — Der Hamburger Schnelldampfer Bismarck hat 1892 nur 5 T. 20 St. gebraucht.[19]1 Tag = 24 Stunden = 24×60×60 = 86400 Secunden.7 Tage = 7×86400 = 604800 Secunden oder Umdrehungen. Auf der Eider waren es etwa 777600.[20]So eine Welle hat einen Durchmesser von mehr als 2 Fuss, die Schraubenflügel von mehr als 20 Fuss. Die Welle geht von der Maschine, die in derMittedes Schiffes sich befindet, bis zum hinteren Ende, besteht aus mehreren Theilen und besitzt Widerlager, so dass sie bei der Drehung nicht nach vorn gleiten kann. Natürlich ist ihre Austrittsstelle durch eine mächtige Stopfbüchse gegen das Eindringen des Wassers geschützt.[21]Höchst mangelhaft war die Einrichtung auf dem Dampfer Brindisi der englischen P. & O. Gesellschaft, von Hongkong nach Colombo. Um 11 Uhr wurde die Dynamomaschine abgestellt, alle Cajüten waren dunkel. Mein Nachbar, ein Capitän unserer Kriegsflotte, und ich selber forderten (und erlangten) Kerzen für die leeren Leuchter unserer Cajüten.[22]Die 24 Stunden des Tages sind in sieben Wachen eingetheilt: Erste Wacht von 8 Uhr Abends bis Mitternacht; mittlere Wacht von Mitternacht bis 4 Uhr Morgens, Morgenwacht von 4–8 Uhr, Vormittagswacht von 8–12 Uhr, Nachmittagswacht von Mittag bis 4 Uhr. Erste Hundewacht von 4–6 Uhr, zweite Hundewacht von 6–8. Durch diese Eintheilung ändern sich die Wachen für jeden Mann an jedem Tag.[23]Die „Elbe“ des norddeutschen Lloyd führte 1887 für 1000 Menschen 28000 Pfund Fleisch, 24000 Pfund Mehl u. dgl., 48000 Pfund Eis, 8000 Flaschen Bier und dazu noch 1000 Liter, 2000 Fl. Rheinwein u. s. w.[24]Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche liegt in dem grössten Kreis, der durch jene beiden Punkte und den Mittelpunkt der Kugel gelegt wird.[25]Klaproth, 1841. Vgl. Poggendorff’s Geschichte der Physik, 1879, S. 98.[26]1 Faden gleich 6 Fuss.[27]Die Seemeile ist gleich der mittleren Meridianminute = 1852 Meter.Die preussische Meile ist 24000′ = 7420 Meter,die engl. (Statute m.) 5280′ = 1609 Meter.[28]Auf dem Weltmeer ist es doch etwas kühler. Während diesseits und jenseits die fürchterlichste Hitze wüthete, mass ich auf dem Schiffe um die Mittagszeit 19° C. im Schatten, in der Nähe von New-York 22°C. und selbst 23°C. Die Temperatur des Wassers war 13°, aber so lange wir im Golfstrom verweilten, 15–17°. (Zu New-YorkNachtsim Schlafzimmer 22°, zu Washington 30° C, August 1892.)[29]Stets mässig, habe ich während der 65 Seefahrtstage auf dieser Reise nicht eine einzige Mahlzeit versäumt, wohl aber manche Gänge. Oliven, wie Sardinen in Oel, Kraut, Thunfisch vermeide ich stets an Schiffsbord.[30]Man miethet ihn für 4 Mark und lässt ihn mit seinem Namen bezeichnen. Früher musste man einen Stuhl kaufen, was auch jetzt noch zwischen Vancouver und Bombay nothwendig ist.[31]Phocaena communis, 2–3 Meter lang, lebt gesellig im nordatlantischen Ocean. Von den Matrosen Meerschwein genannt. (Englisch porpoise.)[32]Alle halbe Stunden schlägt die Schiffsglocke, um 8½ Uhr Vormittags 1 Mal, um 9 Uhr 2 Mal und so fort, d. h. um 12 Uhr Mittags 8 Mal. Dann beginnt das Spiel von vorn, für jede der sechs Schichten von je 4 Stunden.[33]Besonders im Süden, wo neue Sternbilder auftauchen.[34]Ohne dunkles Schutzglas ist die Beobachtung schwierig und nicht ganz genau.[35]Ausdehnung des Meereshorizontes(a+c)2=b2+c2.b2=a2+2acoder, daa2gegen 2caverschwindet,b=√2c×a2c, der Erddurchmesser, ist 1900×24000′ = 45000000′.√2c= 6500′ = 1 Seemeile.b= 6500′ · √a′= √a′in Seemeilen.Ist unsere Erhebung über den Wasserspiegela=9Fuss,sowirdb=3Seemeilen.a=25„„„b=5„a=36„„„b=6„DieseangenäherteFormel ist leichter zu behalten, als die genauere, welche ich später inBreusing’sSteuermannskunst (Bremen 1890, Seite 184) gefunden. [b= 3568 Meter×√a.]. Unser „Handbuch der Navigation, herausgegeben vom Reichs-Marineamt (Berlin 1891)“ enthält die folgendengenauenAngaben, mit denen meine angenäherten genügend stimmen.AugeshöheSichtweiteM.Sm.33,685,89127,21. . . . . . . . .3311,95Hat der gesehene PunktPdie Erhöhung α und unser Auge diejenige vona; so ist die GesammtentfernungAP=b+ β = √a′+ √α′.Ist α = 100′ (Mastspitze),a= 25′; so sieht manPdoch nicht auf 10 + 5 = 15 Seemeilen, weil die Mastspitze zu wenig sich abhebt. Aber Leuchtfeuer werden auf 20 bis 30 Seemeilen gesehen, — jedoch nicht auf 75, wie der prahlerische Reisende dem rechnenden vergeblich weiss zu machen sucht. Denn 5000′ hoch stellt man kein Leuchtfeuer.[36]Von P. Dörffel, Berlin.[37]Damals ahnten wir noch nicht, wie berüchtigt die Einwohner durch selbstsüchtige, feige Roheit einige Wochen später, zur Cholerazeit, sich machen sollten: mit Dolchen, Revolvern, Flinten, Aexten hinderten sie die Landung der Reisenden, welche von der amerikanischen Regierung dorthin geschickt worden waren.[38]Mein Brief, der meine Erlebnisse auf dem Dampfer meldete, wurde, mit deutschen Briefmarken ausgestattet, in den deutschen Postbriefkasten an Bord unseres Schiffes geworfen. Wir haben einen Postbeamten an Bord, der die nach Deutschland bestimmten Briefe sofort im Hafen auf einen heimkehrenden Postdampfer befördert, (wozu in New-York an jedem Tag Gelegenheit sich bietet,) so dass mein Schreiben nach 10 Tagen in Berlin sein kann. Meine glückliche Ankunft brauche ich nicht nach Hause zu telegraphiren. Sowie wir in Sandyhook sichtbar geworden, ist die Nachricht durch den Draht nach New-York, und von hier nach Bremen und Berlin befördert worden. Zehn Minuten nach Ankunft des Telegramms in Berlin hat die Gesellschaft des norddeutschen Lloyd dasselbe in mein Haus zu den Meinigen gesendet.[39]Da ich diesmal nur New-York, Washington, Baltimore, Philadelphia besucht; so verzichte ich auf eine genaue Schilderung der Reise durch dieVereinigten Staatenund verweise den Leser auf mein Büchlein: „Von New-York nach S. Francisco“ (Leipzig 1888), wo er eine Schilderung der amerikanischen Eisenbahnen, der Städte Chicago, St. Paul und Minneapolis, Portland, S. Francisco, Mormon City, Denver, ferner vom Niagarafall, vom Nationalpark und vom Yosemite-Thal finden kann.[40]Canadian Pacific Railroad, C. P. R.[41]Das ist allerdings auch mit der nördlichen Pacificbahn durchführbar.[42]Vgl. die Schrift „Canadian Pacific Railway“.[43]Day-line.[44]„No European river is so lordly in its bearing.“ Das ist amerikanische Ausdrucksweise. (Spread eagle style.)[45]West-shore und N. Y. Central.[46]Es ist nicht angebracht, an dieser Stelle den Niagara zu beschreiben. Meine eigene Schilderung findet der geneigte Leser in dem letzten Kapitel des obenerwähnten Büchleins.[47]An Bord des Dampfers ist weder Bier noch Wein, ja nicht einmal Selterswasser zu haben! Das ist gesundheitswidrig, übertrieben und heuchlerisch.[48]Auf der Meeresfahrt haben sie sichnichtbewährt.[49]Rapids.[50]Im Jahre 1890 gingen durch S. St. M. 8,4 Millionen Tonnen; durch den Suezcanal 6,9. Aber die Waaren, die den letzteren passiren, sind kostbarer.[51]Das ist ebenso, wie in den Vereinigten Staaten. Vgl. mein Büchlein, S. 14.[52]Natürlich ist das auch in den Vereinigten Staaten möglich. Aber dort werden Erschwerungen der Einwanderung geplant, und die socialen Streitigkeiten sind gelegentlich recht unangenehm. Als ich durch Buffalo kam, war die Eisenbahn von Soldaten besetzt, da die Ausständigen die Wagen anzuzünden suchten.[53]Three sisters.[54]Bow river.[55]Hot Springs.[56]Grand View.[57]Devils lake oder Minnewonka.[58]Great Divide.[59]Mitten im Urwald liest man an den Bäumen die Ankündigung: „Werthvolles Land preiswürdig zu verkaufen.“[60]Flächeninhalt des stillen (grossen) Oceans 160 Millionen qkm, des atlantischen 80, des indischen 73, des südlichen Eismeeres 20, des nördlichen 15, der Erdoberfläche 509, der fünf Erdtheile nebst den beiden Polargebieten 135.[61]Occidental and Oriental Steamship Co.[62]An der Nordwestecke der Vereinigten Staaten (Washington, Oregon) ist man neidisch auf das Aufblühen von Vancouver und gründet eine neue „pacifische“ Eisenbahnlinie mit Anschluss für Yokohama.[63]Beaver.[64]Inlet, eine nur durch eine schmale Strasse mit dem Pugetsund zusammenhängende Bucht.[65]Ich hatte in New-York meine Fahrkarte von dort bis Yokohama gekauft (für 276 Dollar) und die schriftliche Versicherung einer eignen Cajüte erhalten. — Wie anders, als bei der Gesellschaft Florio-Rubattino, auf deren Schiffen ich sowohl zu Tunis wie auch zu Neapel die bezahlte Cajüte für meine Frau und mich erst durch ein besonderes Trinkgeld an Schiffsbord erlangen konnte![66]Boyheisst er, von Vancouver bis Bombay.[67]Number one, Number two u. s. w. — Zwei mal zwei amerikanische Dollar zahlt der anständige Reisende für die Aufwartung von Vancouver bis Yokohama, und noch einige Kleinigkeiten dazu.[68]„Youwillfight with Russia, — when the Russian have occupied London, not earlier.“ Solche Aussprüche kennzeichnen den wagehalsigen Character der üblichen Kannegiessereien.[69]Die Chinesische Regierung zieht Europäer als Zollbeamte vor.[70]Mercator’s Projection.[71]Es sind da zwei verschiedene Kurse für Hin- und Rückfahrt gezeichnet.[72]24×60 = 1440.1444=4.360[73]Ich schreibe dies in der Hoffnung, dass durch Veröffentlichung dieser haarsträubenden Schäden eine Besserung angebahnt werde. Im vorigen Jahrhundert wurden Auswandrer zu Schiff von Europa nach Amerika befördert, ohne dass der Capitän die Verpflichtung übernahm, sie zu verpflegen; gelegentlich sprang ein Unglücklicher mit Weib und Kind über Bord, um dem Hungertod zu entgehen. Dies ist gesetzlich abgestellt. Aber die Eisenbahngesellschaften dürfen noch heute Auswandrer elf Tage hindurch befördern, ohne für ihre Verpflegung Sorge zu tragen.[74]Ich gebe, aus leicht begreiflichen Gründen, nicht die wirklichen Namen.[75]Für den Forschungsreisenden ist dasLichtbildgeräthgewiss unentbehrlich, für den Vergnügungsreisenden eine Last. Allenthalben kann man weit bessere Lichtbilderkaufen. Im Nationalpark von Yellowstone stellte ein Amerikaner den Ausbruch des Bienenkorb-Geisers ein, ohne das überraschende Naturschauspiel mit seinen Augen zu sehen. In Indien sah ich eine Sammlung von Lichtbildern japanischer und indischer Tempel; dieGattindes Amerikaners war aufjedemBilde zu erkennen, die Tempel viel weniger.[76]Portugiesen heissen im Osten die Mischlinge, die in den beiden ColonienMacao(China) undGoa(Indien) leben und nur wenig portugiesisches Blut besitzen. Die meisten sind in untergeordneter Stellung, Führer, Aufwärter zu Wasser und zu Lande, Handwerker; wenige Gasthofsbesitzer und Kaufleute, Aerzte.[77]Die Untersuchung ist eingehend, aber höflich und ehrlich. Wie viel höflicher sind diese Beamten, als die in New-York und in Ala gegen Jedermann und als die zu Paris gegen Reisende, deren Koffer die Aufschrift Berlin trägt? Wie viel ehrlicher sind sie als die zu Konstantinopel, die den Koffer nicht durchwühlen, wenn man ihnen zwei Francs überreichen lässt, oder die zu Smyrna, die unsere Waschgeräthe auf die Strasse packen und darnach Bakschisch heischen?[78]Die Werke, die ich auf der Seereise, z. Th. auch in Japan, gelesen oder durchgesehen, und denen ich zu grossem Danke verpflichtet bin, sind die folgenden:1. Handbook f. travellers in Japan by B. H. Chamberlain & W. B. Mason. London 1891.2. Things Japanese, by B. H. Chamberlain, London 1891. (Geistreich und witzig.)3. Japanese houses by Morse, London 1888.4. The real Japan. By H. Norman, London 1892. (Gut, aber eine Partei-Schrift.)Dazu kamen nochspäter, zu Hause:5.Rein, Japan, Leipzig 1881–1886. (Unbestritten dasHauptwerküber Japan.)6. Die preussische Expedition nach Ostasien. Nach amtl. Quellen. Berlin 1864. (Königl. G. Oberhofbuchdruckerei.)7.Exner, Japan, Leipzig 1891.8.Netto, Papierschmetterlinge aus Japan, Leipzig 1888. (Das beste volksthümliche Buch über Japan.)9.Wernich, Geogr. med. Studien, Berlin 1878.10.G. Bousquet, Le Japon de nos jours, Paris 1877.Ferner E.Kämpfer, Japon, Lemgo, 1777, sowie einige Abhd. d.deutsch. ostas. Gesellsch., und auch der englischen.[79]Nach chinesischen Annalen drangen um 1200 vor Chr. tatarische Stämme nach Korea und den östlichen Inseln vor.[80]Die Photographien der Japaner sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.[81]Die Chinesin und Malayin gefällt dem europäischen Auge minder; selbst die Hindufrau ist trotz der „arischen“ Abstammung nicht anmuthend für uns.[82]Struppiges Haar, das man bei Frauen und Mädchen in Südchina und Vorderindien oft genug sieht, habe ich bei keiner Japanerin gefunden, auch nicht bei einer Bäuerin oder Bettlerin.[83]Dies gilt für die Samurai (Adligen), welchefrüherin dem Gürtel linkszwei Schwertertrugen. — Was heutzutage im Gürtel der Japaner wie ein Dolch in der Scheide aussieht, ist — ein Besteck für die Tabakspfeife.[84]Früher waren sehr abenteuerliche üblich: Kappen, wie die der Lazzaroni; Deckel, wie die Cerevis unserer Studenten. Heutzutage tragen manche bei japanischem Gewand europäische Fuss- und Kopfbedeckung.[85]Mikado heissthohe Pforte,Tenno hoher König.[86]Shogunheisst Obergeneral. Die Europäer setzten irrthümlichTaikun. AberTaikôoder Taikô-sama wurdeHideyoshi(1591 n. Chr.), nachdem er vom Bauernsohn zum Herrscher von Japan sich emporgeschwungen, zum Zeichen seinerRangerhöhung, benannt.[87]Dai = gross, mijo = Name.[88]WörtlichWächter(nämlich der Fürsten). 1878 wurde zur Bezeichnung des niederen Adels das chinesische WortShizokueingeführt. — Heutzutage giebt es höheren Adel (kwaziku), niederen (shizoku) und Volk (heimin). Die beiden ersten Classen machen 5 Procent der Bevölkerung aus. Jeder Bürger muss seinen Namen und Stand auf einem Holztäfelchen am Hauseingang anbringen, auch die im Innern des Landes lebenden Europäer.[89]Chamberlain, der sich hauptsächlich aufSatowstützt. (Things Japanese. London 1891, 314 fgd.)Rein, Japan, Leipzig 1881, I, S. 513 fgd.[90]Auch bei den alten Aegyptern wird das Opfer für den Todten als königliches Geschenk bezeichnet.[91]Lehrer aus der Familie Çakya. (Nach Andern Einsiedler von Çakya?)[92]In einem kleinen Orte Schottlands sah ich die drei Kirchen dreier verschiedener Secten: aber an jeder war die gleiche Inschrift: „Nach dem Gottesdienst findet eine Geldsammlung statt.“[93]Wir nennen ihn Confucius, und Mencius seinen SchülerMoschi.[94]Ein fast 2000 Jahre altes Buch desCho-kiu-kei, des chinesischen Hippocrates.[95]Rein, Japan, I. Abschnitt.[96]Uebrigens ist es eineMissheirath. Die Fichte ist in Japan so herrlich, wie irgendwo in der Welt; die Palme klein und verkümmert.[97]1883 zählte die Stadt 80000 Einwohner mit 4000 Fremden. Unter letzteren waren 2681 Chinesen mit 150 Firmen, 595 Engländer mit 55 Firmen, 253 Nordamerikaner mit 27 Firmen, 160 Deutsche mit 22 Firmen, 109 Franzosen mit 15 Firmen. 1890 waren es 720 Engländer, 257 Amerikaner, 201 Deutsche, 120 Franzosen. Der Einfluss der deutschen Kaufleute ist in stetiger Zunahme begriffen.[98]Der fünfte, Niigata, an der Ostküste von Nippon, steht nur auf dem Papier der Verträge, da fremde Schiffe, wegen der Sandbarre an der Flussmündung, nicht in den Hafen gelangen können.[99]Japans gesammte Ausfuhr betrug 70, die Einfuhr 66 Millionen Yen im Jahre 1889.[100]Beide Verkehrsanstalten sind in vorzüglicher Ordnung. Depeschengebühr nach Europa für das Wort ungefähr 9 Mark. Nach 24 Stunden hat man die Antwort. Sie wurde mir, ohne dass ich es verlangt hatte, nach Nikko nachdepeschirt.[101]Bund oder Bunder heisst Uferstrasse.[102]Man zählt in Japan durchschnittlich 66 Erdbeben im Jahre.[103]Ich sah solche Prachtstücke in anatomischen Sammlungen Japans.[104]Hori-mono = tätowiren, und horu, graben; mono, ein Ding.[105]10000 Pfd. Sterl. kostete die Meile mit englischen Ingenieuren, später 3600 mit japanischen. Bis 1882 baute die Regierung allein. 1890 gab es 551 englische Meilen Staatsbahn, 569 Privatbahn, etwa 700 Meilen waren in Bau, und ebensoviele in Aussicht genommen. Wie gewaltig ist auch in dieser Hinsicht das ungeheure China von dem thatkräftigen Japan überholt! — Es giebt mehrere kleine und eine grosse japanischeDampfschifffahrts-Gesellschaft(Nippon Yusen Kwaisha), die nicht bloss die japanischen Häfen, sondern auch Shanghai anläuft.[106]Jeder Japaner, ob hoch oder niedrig, nimmt täglich (oder mindestens zwei Mal in der Woche) ein heisses Bad (Yu, von 38–45° C.), das in den öffentlichen Anstalten etwa 2 Pfennige kostet. ProfessorBälzhat auf Grund einer 16jährigen Erfahrung die Vorzüge dieser heissen Bäder hervorgehoben.
[1]Der Platz in der ersten Cajüte kostet 400 bis 500 Mark, also ungefähr 50 Mark für den Tag; der Platz im Zwischendeck etwa 100 Mark. Die ganze Verpflegung ist eingeschlossen, nur Bier und Wein müssen besonders bezahlt werden.
[1]Der Platz in der ersten Cajüte kostet 400 bis 500 Mark, also ungefähr 50 Mark für den Tag; der Platz im Zwischendeck etwa 100 Mark. Die ganze Verpflegung ist eingeschlossen, nur Bier und Wein müssen besonders bezahlt werden.
[2]Zu 75 Kilogramm-Meter in 1 Secunde; also gleich 12×13000 = 156000 Menschenkräften.
[2]Zu 75 Kilogramm-Meter in 1 Secunde; also gleich 12×13000 = 156000 Menschenkräften.
[3]Die 1884 in England gebaute „Eider“, 450′ lang, hatte 6 Millionen Mark gekostet. Die Flotte des norddeutschen Lloyd zählt 76 Dampfer, von denen nur 25 weniger als 1000 Tonnen messen.
[3]Die 1884 in England gebaute „Eider“, 450′ lang, hatte 6 Millionen Mark gekostet. Die Flotte des norddeutschen Lloyd zählt 76 Dampfer, von denen nur 25 weniger als 1000 Tonnen messen.
[4]Ein Drittel der vollen Ladung ist Kohle. (Für ungefähr 17 Tage.)
[4]Ein Drittel der vollen Ladung ist Kohle. (Für ungefähr 17 Tage.)
[5]Auf meiner ersten Reise über den atlantischen Ocean im Jahre 1887 habe ich (natürlich in Begleitung des Capitäns, da es sonst nicht gestattet ist,) das Zwischendeck besucht. 600 Reisende waren dort untergebracht, in drei Abtheilungen; die erste ist für ledige Frauen, die zweite für Familien, die dritte für ledige Männer. Jeder hat seine eigene Lagerstätte mit Stroh-Sack und Kopf-Kissen; für eine Decke hat er selber zu sorgen, doch kann er dieselbe, die er auf seiner Fahrt durch den amerikanischen Continent so nothwendig braucht, zum Selbstkostenpreis von der Gesellschaft des norddeutschen Lloyd in Bremen oder Bremerhafen beziehen. Dies Zwischendeck war besser eingerichtet und gelüftet, als irgend eines, das ich zuvor gesehen. Namentlich denke ich noch mit einem gewissen Grauen an das des russischen Dampfers, welcher 500 russisch-katholische Pilger von Odessa nach Palästina beförderte. Aber bei bewegter See herrschte auch im Zwischendeck der „Eider“ das graue Elend. Willenlos liegen oder hocken alle, jung und alt, auf Betten und Gängen. Pausbäckige Kinder, denen die dicken Thränen über die Wangen laufen, klagen „Mutting, ich sterbe,“ lassen aber doch das wohlgeschmierte Butterbrod nicht fallen.
[5]Auf meiner ersten Reise über den atlantischen Ocean im Jahre 1887 habe ich (natürlich in Begleitung des Capitäns, da es sonst nicht gestattet ist,) das Zwischendeck besucht. 600 Reisende waren dort untergebracht, in drei Abtheilungen; die erste ist für ledige Frauen, die zweite für Familien, die dritte für ledige Männer. Jeder hat seine eigene Lagerstätte mit Stroh-Sack und Kopf-Kissen; für eine Decke hat er selber zu sorgen, doch kann er dieselbe, die er auf seiner Fahrt durch den amerikanischen Continent so nothwendig braucht, zum Selbstkostenpreis von der Gesellschaft des norddeutschen Lloyd in Bremen oder Bremerhafen beziehen. Dies Zwischendeck war besser eingerichtet und gelüftet, als irgend eines, das ich zuvor gesehen. Namentlich denke ich noch mit einem gewissen Grauen an das des russischen Dampfers, welcher 500 russisch-katholische Pilger von Odessa nach Palästina beförderte. Aber bei bewegter See herrschte auch im Zwischendeck der „Eider“ das graue Elend. Willenlos liegen oder hocken alle, jung und alt, auf Betten und Gängen. Pausbäckige Kinder, denen die dicken Thränen über die Wangen laufen, klagen „Mutting, ich sterbe,“ lassen aber doch das wohlgeschmierte Butterbrod nicht fallen.
[6]Die Schiffe haben ihre Schicksale. Die „Eider“ ist inzwischen wrack geworden; und die „Spree“ hatte, ehe ich die Heimath wieder erreichte, einen Bruch der Schraubenwelle erlitten, wobei die Umsicht und Thatkraft des Capitäns aufs beste sich bewährt hat.
[6]Die Schiffe haben ihre Schicksale. Die „Eider“ ist inzwischen wrack geworden; und die „Spree“ hatte, ehe ich die Heimath wieder erreichte, einen Bruch der Schraubenwelle erlitten, wobei die Umsicht und Thatkraft des Capitäns aufs beste sich bewährt hat.
[7]Stewards.
[7]Stewards.
[8]Frankreich zahlt Unterstützung an Dampferlinien gegen 27000000 Mark.Englandgegen17500000MarkDeutschland„4720000„Italien„7000000„Oestr.-Ungarn„4000000„Russland„5000000„Vereinigte Staaten„1100000„Mexico„2000000„Japan„897000„
[8]Frankreich zahlt Unterstützung an Dampferlinien gegen 27000000 Mark.
[9]Von Southampton bis Bremen 420 Seemeilen.
[9]Von Southampton bis Bremen 420 Seemeilen.
[10]Needles.
[10]Needles.
[11]log record.
[11]log record.
[12]pool, wörtlich Einsatz.
[12]pool, wörtlich Einsatz.
[13]Nach Westen macht, wenn alles übrige gleich ist, der Dampfer scheinbar über ein Dutzend Meilen mehr an jedem Tage, als nach Osten. Denn nach Westen zu werden jedem Tag ungefähr 45 Minuten zugegeben, nach Osten abgezogen.
[13]Nach Westen macht, wenn alles übrige gleich ist, der Dampfer scheinbar über ein Dutzend Meilen mehr an jedem Tage, als nach Osten. Denn nach Westen zu werden jedem Tag ungefähr 45 Minuten zugegeben, nach Osten abgezogen.
[14]Von Greenwich.
[14]Von Greenwich.
[15]Von denNadelnab gerechnet.
[15]Von denNadelnab gerechnet.
[16]Wegen des zwischen Europa und Nordamerika vorherrschenden Südwestwindes legten die Packetboote die Fahrt von Liverpool nach New-York durchschnittlich in 40 Tagen, den Rückweg in 23 Tagen zurück.
[16]Wegen des zwischen Europa und Nordamerika vorherrschenden Südwestwindes legten die Packetboote die Fahrt von Liverpool nach New-York durchschnittlich in 40 Tagen, den Rückweg in 23 Tagen zurück.
[17]1818 war das mit Dampfmaschine versehene Segelschiff Savannah von Nordamerika bis Liverpool in 26 Tagen gefahren, wobei 18 Tage unter Dampf.
[17]1818 war das mit Dampfmaschine versehene Segelschiff Savannah von Nordamerika bis Liverpool in 26 Tagen gefahren, wobei 18 Tage unter Dampf.
[18]1887 auf der Eider noch sieben Tage und etliche Stunden. — Der Hamburger Schnelldampfer Bismarck hat 1892 nur 5 T. 20 St. gebraucht.
[18]1887 auf der Eider noch sieben Tage und etliche Stunden. — Der Hamburger Schnelldampfer Bismarck hat 1892 nur 5 T. 20 St. gebraucht.
[19]1 Tag = 24 Stunden = 24×60×60 = 86400 Secunden.7 Tage = 7×86400 = 604800 Secunden oder Umdrehungen. Auf der Eider waren es etwa 777600.
[19]1 Tag = 24 Stunden = 24×60×60 = 86400 Secunden.
7 Tage = 7×86400 = 604800 Secunden oder Umdrehungen. Auf der Eider waren es etwa 777600.
[20]So eine Welle hat einen Durchmesser von mehr als 2 Fuss, die Schraubenflügel von mehr als 20 Fuss. Die Welle geht von der Maschine, die in derMittedes Schiffes sich befindet, bis zum hinteren Ende, besteht aus mehreren Theilen und besitzt Widerlager, so dass sie bei der Drehung nicht nach vorn gleiten kann. Natürlich ist ihre Austrittsstelle durch eine mächtige Stopfbüchse gegen das Eindringen des Wassers geschützt.
[20]So eine Welle hat einen Durchmesser von mehr als 2 Fuss, die Schraubenflügel von mehr als 20 Fuss. Die Welle geht von der Maschine, die in derMittedes Schiffes sich befindet, bis zum hinteren Ende, besteht aus mehreren Theilen und besitzt Widerlager, so dass sie bei der Drehung nicht nach vorn gleiten kann. Natürlich ist ihre Austrittsstelle durch eine mächtige Stopfbüchse gegen das Eindringen des Wassers geschützt.
[21]Höchst mangelhaft war die Einrichtung auf dem Dampfer Brindisi der englischen P. & O. Gesellschaft, von Hongkong nach Colombo. Um 11 Uhr wurde die Dynamomaschine abgestellt, alle Cajüten waren dunkel. Mein Nachbar, ein Capitän unserer Kriegsflotte, und ich selber forderten (und erlangten) Kerzen für die leeren Leuchter unserer Cajüten.
[21]Höchst mangelhaft war die Einrichtung auf dem Dampfer Brindisi der englischen P. & O. Gesellschaft, von Hongkong nach Colombo. Um 11 Uhr wurde die Dynamomaschine abgestellt, alle Cajüten waren dunkel. Mein Nachbar, ein Capitän unserer Kriegsflotte, und ich selber forderten (und erlangten) Kerzen für die leeren Leuchter unserer Cajüten.
[22]Die 24 Stunden des Tages sind in sieben Wachen eingetheilt: Erste Wacht von 8 Uhr Abends bis Mitternacht; mittlere Wacht von Mitternacht bis 4 Uhr Morgens, Morgenwacht von 4–8 Uhr, Vormittagswacht von 8–12 Uhr, Nachmittagswacht von Mittag bis 4 Uhr. Erste Hundewacht von 4–6 Uhr, zweite Hundewacht von 6–8. Durch diese Eintheilung ändern sich die Wachen für jeden Mann an jedem Tag.
[22]Die 24 Stunden des Tages sind in sieben Wachen eingetheilt: Erste Wacht von 8 Uhr Abends bis Mitternacht; mittlere Wacht von Mitternacht bis 4 Uhr Morgens, Morgenwacht von 4–8 Uhr, Vormittagswacht von 8–12 Uhr, Nachmittagswacht von Mittag bis 4 Uhr. Erste Hundewacht von 4–6 Uhr, zweite Hundewacht von 6–8. Durch diese Eintheilung ändern sich die Wachen für jeden Mann an jedem Tag.
[23]Die „Elbe“ des norddeutschen Lloyd führte 1887 für 1000 Menschen 28000 Pfund Fleisch, 24000 Pfund Mehl u. dgl., 48000 Pfund Eis, 8000 Flaschen Bier und dazu noch 1000 Liter, 2000 Fl. Rheinwein u. s. w.
[23]Die „Elbe“ des norddeutschen Lloyd führte 1887 für 1000 Menschen 28000 Pfund Fleisch, 24000 Pfund Mehl u. dgl., 48000 Pfund Eis, 8000 Flaschen Bier und dazu noch 1000 Liter, 2000 Fl. Rheinwein u. s. w.
[24]Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche liegt in dem grössten Kreis, der durch jene beiden Punkte und den Mittelpunkt der Kugel gelegt wird.
[24]Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten auf einer Kugeloberfläche liegt in dem grössten Kreis, der durch jene beiden Punkte und den Mittelpunkt der Kugel gelegt wird.
[25]Klaproth, 1841. Vgl. Poggendorff’s Geschichte der Physik, 1879, S. 98.
[25]Klaproth, 1841. Vgl. Poggendorff’s Geschichte der Physik, 1879, S. 98.
[26]1 Faden gleich 6 Fuss.
[26]1 Faden gleich 6 Fuss.
[27]Die Seemeile ist gleich der mittleren Meridianminute = 1852 Meter.Die preussische Meile ist 24000′ = 7420 Meter,die engl. (Statute m.) 5280′ = 1609 Meter.
[27]Die Seemeile ist gleich der mittleren Meridianminute = 1852 Meter.
Die preussische Meile ist 24000′ = 7420 Meter,
die engl. (Statute m.) 5280′ = 1609 Meter.
[28]Auf dem Weltmeer ist es doch etwas kühler. Während diesseits und jenseits die fürchterlichste Hitze wüthete, mass ich auf dem Schiffe um die Mittagszeit 19° C. im Schatten, in der Nähe von New-York 22°C. und selbst 23°C. Die Temperatur des Wassers war 13°, aber so lange wir im Golfstrom verweilten, 15–17°. (Zu New-YorkNachtsim Schlafzimmer 22°, zu Washington 30° C, August 1892.)
[28]Auf dem Weltmeer ist es doch etwas kühler. Während diesseits und jenseits die fürchterlichste Hitze wüthete, mass ich auf dem Schiffe um die Mittagszeit 19° C. im Schatten, in der Nähe von New-York 22°C. und selbst 23°C. Die Temperatur des Wassers war 13°, aber so lange wir im Golfstrom verweilten, 15–17°. (Zu New-YorkNachtsim Schlafzimmer 22°, zu Washington 30° C, August 1892.)
[29]Stets mässig, habe ich während der 65 Seefahrtstage auf dieser Reise nicht eine einzige Mahlzeit versäumt, wohl aber manche Gänge. Oliven, wie Sardinen in Oel, Kraut, Thunfisch vermeide ich stets an Schiffsbord.
[29]Stets mässig, habe ich während der 65 Seefahrtstage auf dieser Reise nicht eine einzige Mahlzeit versäumt, wohl aber manche Gänge. Oliven, wie Sardinen in Oel, Kraut, Thunfisch vermeide ich stets an Schiffsbord.
[30]Man miethet ihn für 4 Mark und lässt ihn mit seinem Namen bezeichnen. Früher musste man einen Stuhl kaufen, was auch jetzt noch zwischen Vancouver und Bombay nothwendig ist.
[30]Man miethet ihn für 4 Mark und lässt ihn mit seinem Namen bezeichnen. Früher musste man einen Stuhl kaufen, was auch jetzt noch zwischen Vancouver und Bombay nothwendig ist.
[31]Phocaena communis, 2–3 Meter lang, lebt gesellig im nordatlantischen Ocean. Von den Matrosen Meerschwein genannt. (Englisch porpoise.)
[31]Phocaena communis, 2–3 Meter lang, lebt gesellig im nordatlantischen Ocean. Von den Matrosen Meerschwein genannt. (Englisch porpoise.)
[32]Alle halbe Stunden schlägt die Schiffsglocke, um 8½ Uhr Vormittags 1 Mal, um 9 Uhr 2 Mal und so fort, d. h. um 12 Uhr Mittags 8 Mal. Dann beginnt das Spiel von vorn, für jede der sechs Schichten von je 4 Stunden.
[32]Alle halbe Stunden schlägt die Schiffsglocke, um 8½ Uhr Vormittags 1 Mal, um 9 Uhr 2 Mal und so fort, d. h. um 12 Uhr Mittags 8 Mal. Dann beginnt das Spiel von vorn, für jede der sechs Schichten von je 4 Stunden.
[33]Besonders im Süden, wo neue Sternbilder auftauchen.
[33]Besonders im Süden, wo neue Sternbilder auftauchen.
[34]Ohne dunkles Schutzglas ist die Beobachtung schwierig und nicht ganz genau.
[34]Ohne dunkles Schutzglas ist die Beobachtung schwierig und nicht ganz genau.
[35]Ausdehnung des Meereshorizontes(a+c)2=b2+c2.b2=a2+2acoder, daa2gegen 2caverschwindet,b=√2c×a2c, der Erddurchmesser, ist 1900×24000′ = 45000000′.√2c= 6500′ = 1 Seemeile.b= 6500′ · √a′= √a′in Seemeilen.Ist unsere Erhebung über den Wasserspiegela=9Fuss,sowirdb=3Seemeilen.a=25„„„b=5„a=36„„„b=6„DieseangenäherteFormel ist leichter zu behalten, als die genauere, welche ich später inBreusing’sSteuermannskunst (Bremen 1890, Seite 184) gefunden. [b= 3568 Meter×√a.]. Unser „Handbuch der Navigation, herausgegeben vom Reichs-Marineamt (Berlin 1891)“ enthält die folgendengenauenAngaben, mit denen meine angenäherten genügend stimmen.AugeshöheSichtweiteM.Sm.33,685,89127,21. . . . . . . . .3311,95Hat der gesehene PunktPdie Erhöhung α und unser Auge diejenige vona; so ist die GesammtentfernungAP=b+ β = √a′+ √α′.Ist α = 100′ (Mastspitze),a= 25′; so sieht manPdoch nicht auf 10 + 5 = 15 Seemeilen, weil die Mastspitze zu wenig sich abhebt. Aber Leuchtfeuer werden auf 20 bis 30 Seemeilen gesehen, — jedoch nicht auf 75, wie der prahlerische Reisende dem rechnenden vergeblich weiss zu machen sucht. Denn 5000′ hoch stellt man kein Leuchtfeuer.
[35]
Ausdehnung des Meereshorizontes
2c, der Erddurchmesser, ist 1900×24000′ = 45000000′.
√2c= 6500′ = 1 Seemeile.
b= 6500′ · √a′= √a′in Seemeilen.
Ist unsere Erhebung über den Wasserspiegel
DieseangenäherteFormel ist leichter zu behalten, als die genauere, welche ich später inBreusing’sSteuermannskunst (Bremen 1890, Seite 184) gefunden. [b= 3568 Meter×√a.]. Unser „Handbuch der Navigation, herausgegeben vom Reichs-Marineamt (Berlin 1891)“ enthält die folgendengenauenAngaben, mit denen meine angenäherten genügend stimmen.
Hat der gesehene PunktPdie Erhöhung α und unser Auge diejenige vona; so ist die GesammtentfernungAP=b+ β = √a′+ √α′.
Ist α = 100′ (Mastspitze),a= 25′; so sieht manPdoch nicht auf 10 + 5 = 15 Seemeilen, weil die Mastspitze zu wenig sich abhebt. Aber Leuchtfeuer werden auf 20 bis 30 Seemeilen gesehen, — jedoch nicht auf 75, wie der prahlerische Reisende dem rechnenden vergeblich weiss zu machen sucht. Denn 5000′ hoch stellt man kein Leuchtfeuer.
[36]Von P. Dörffel, Berlin.
[36]Von P. Dörffel, Berlin.
[37]Damals ahnten wir noch nicht, wie berüchtigt die Einwohner durch selbstsüchtige, feige Roheit einige Wochen später, zur Cholerazeit, sich machen sollten: mit Dolchen, Revolvern, Flinten, Aexten hinderten sie die Landung der Reisenden, welche von der amerikanischen Regierung dorthin geschickt worden waren.
[37]Damals ahnten wir noch nicht, wie berüchtigt die Einwohner durch selbstsüchtige, feige Roheit einige Wochen später, zur Cholerazeit, sich machen sollten: mit Dolchen, Revolvern, Flinten, Aexten hinderten sie die Landung der Reisenden, welche von der amerikanischen Regierung dorthin geschickt worden waren.
[38]Mein Brief, der meine Erlebnisse auf dem Dampfer meldete, wurde, mit deutschen Briefmarken ausgestattet, in den deutschen Postbriefkasten an Bord unseres Schiffes geworfen. Wir haben einen Postbeamten an Bord, der die nach Deutschland bestimmten Briefe sofort im Hafen auf einen heimkehrenden Postdampfer befördert, (wozu in New-York an jedem Tag Gelegenheit sich bietet,) so dass mein Schreiben nach 10 Tagen in Berlin sein kann. Meine glückliche Ankunft brauche ich nicht nach Hause zu telegraphiren. Sowie wir in Sandyhook sichtbar geworden, ist die Nachricht durch den Draht nach New-York, und von hier nach Bremen und Berlin befördert worden. Zehn Minuten nach Ankunft des Telegramms in Berlin hat die Gesellschaft des norddeutschen Lloyd dasselbe in mein Haus zu den Meinigen gesendet.
[38]Mein Brief, der meine Erlebnisse auf dem Dampfer meldete, wurde, mit deutschen Briefmarken ausgestattet, in den deutschen Postbriefkasten an Bord unseres Schiffes geworfen. Wir haben einen Postbeamten an Bord, der die nach Deutschland bestimmten Briefe sofort im Hafen auf einen heimkehrenden Postdampfer befördert, (wozu in New-York an jedem Tag Gelegenheit sich bietet,) so dass mein Schreiben nach 10 Tagen in Berlin sein kann. Meine glückliche Ankunft brauche ich nicht nach Hause zu telegraphiren. Sowie wir in Sandyhook sichtbar geworden, ist die Nachricht durch den Draht nach New-York, und von hier nach Bremen und Berlin befördert worden. Zehn Minuten nach Ankunft des Telegramms in Berlin hat die Gesellschaft des norddeutschen Lloyd dasselbe in mein Haus zu den Meinigen gesendet.
[39]Da ich diesmal nur New-York, Washington, Baltimore, Philadelphia besucht; so verzichte ich auf eine genaue Schilderung der Reise durch dieVereinigten Staatenund verweise den Leser auf mein Büchlein: „Von New-York nach S. Francisco“ (Leipzig 1888), wo er eine Schilderung der amerikanischen Eisenbahnen, der Städte Chicago, St. Paul und Minneapolis, Portland, S. Francisco, Mormon City, Denver, ferner vom Niagarafall, vom Nationalpark und vom Yosemite-Thal finden kann.
[39]Da ich diesmal nur New-York, Washington, Baltimore, Philadelphia besucht; so verzichte ich auf eine genaue Schilderung der Reise durch dieVereinigten Staatenund verweise den Leser auf mein Büchlein: „Von New-York nach S. Francisco“ (Leipzig 1888), wo er eine Schilderung der amerikanischen Eisenbahnen, der Städte Chicago, St. Paul und Minneapolis, Portland, S. Francisco, Mormon City, Denver, ferner vom Niagarafall, vom Nationalpark und vom Yosemite-Thal finden kann.
[40]Canadian Pacific Railroad, C. P. R.
[40]Canadian Pacific Railroad, C. P. R.
[41]Das ist allerdings auch mit der nördlichen Pacificbahn durchführbar.
[41]Das ist allerdings auch mit der nördlichen Pacificbahn durchführbar.
[42]Vgl. die Schrift „Canadian Pacific Railway“.
[42]Vgl. die Schrift „Canadian Pacific Railway“.
[43]Day-line.
[43]Day-line.
[44]„No European river is so lordly in its bearing.“ Das ist amerikanische Ausdrucksweise. (Spread eagle style.)
[44]„No European river is so lordly in its bearing.“ Das ist amerikanische Ausdrucksweise. (Spread eagle style.)
[45]West-shore und N. Y. Central.
[45]West-shore und N. Y. Central.
[46]Es ist nicht angebracht, an dieser Stelle den Niagara zu beschreiben. Meine eigene Schilderung findet der geneigte Leser in dem letzten Kapitel des obenerwähnten Büchleins.
[46]Es ist nicht angebracht, an dieser Stelle den Niagara zu beschreiben. Meine eigene Schilderung findet der geneigte Leser in dem letzten Kapitel des obenerwähnten Büchleins.
[47]An Bord des Dampfers ist weder Bier noch Wein, ja nicht einmal Selterswasser zu haben! Das ist gesundheitswidrig, übertrieben und heuchlerisch.
[47]An Bord des Dampfers ist weder Bier noch Wein, ja nicht einmal Selterswasser zu haben! Das ist gesundheitswidrig, übertrieben und heuchlerisch.
[48]Auf der Meeresfahrt haben sie sichnichtbewährt.
[48]Auf der Meeresfahrt haben sie sichnichtbewährt.
[49]Rapids.
[49]Rapids.
[50]Im Jahre 1890 gingen durch S. St. M. 8,4 Millionen Tonnen; durch den Suezcanal 6,9. Aber die Waaren, die den letzteren passiren, sind kostbarer.
[50]Im Jahre 1890 gingen durch S. St. M. 8,4 Millionen Tonnen; durch den Suezcanal 6,9. Aber die Waaren, die den letzteren passiren, sind kostbarer.
[51]Das ist ebenso, wie in den Vereinigten Staaten. Vgl. mein Büchlein, S. 14.
[51]Das ist ebenso, wie in den Vereinigten Staaten. Vgl. mein Büchlein, S. 14.
[52]Natürlich ist das auch in den Vereinigten Staaten möglich. Aber dort werden Erschwerungen der Einwanderung geplant, und die socialen Streitigkeiten sind gelegentlich recht unangenehm. Als ich durch Buffalo kam, war die Eisenbahn von Soldaten besetzt, da die Ausständigen die Wagen anzuzünden suchten.
[52]Natürlich ist das auch in den Vereinigten Staaten möglich. Aber dort werden Erschwerungen der Einwanderung geplant, und die socialen Streitigkeiten sind gelegentlich recht unangenehm. Als ich durch Buffalo kam, war die Eisenbahn von Soldaten besetzt, da die Ausständigen die Wagen anzuzünden suchten.
[53]Three sisters.
[53]Three sisters.
[54]Bow river.
[54]Bow river.
[55]Hot Springs.
[55]Hot Springs.
[56]Grand View.
[56]Grand View.
[57]Devils lake oder Minnewonka.
[57]Devils lake oder Minnewonka.
[58]Great Divide.
[58]Great Divide.
[59]Mitten im Urwald liest man an den Bäumen die Ankündigung: „Werthvolles Land preiswürdig zu verkaufen.“
[59]Mitten im Urwald liest man an den Bäumen die Ankündigung: „Werthvolles Land preiswürdig zu verkaufen.“
[60]Flächeninhalt des stillen (grossen) Oceans 160 Millionen qkm, des atlantischen 80, des indischen 73, des südlichen Eismeeres 20, des nördlichen 15, der Erdoberfläche 509, der fünf Erdtheile nebst den beiden Polargebieten 135.
[60]Flächeninhalt des stillen (grossen) Oceans 160 Millionen qkm, des atlantischen 80, des indischen 73, des südlichen Eismeeres 20, des nördlichen 15, der Erdoberfläche 509, der fünf Erdtheile nebst den beiden Polargebieten 135.
[61]Occidental and Oriental Steamship Co.
[61]Occidental and Oriental Steamship Co.
[62]An der Nordwestecke der Vereinigten Staaten (Washington, Oregon) ist man neidisch auf das Aufblühen von Vancouver und gründet eine neue „pacifische“ Eisenbahnlinie mit Anschluss für Yokohama.
[62]An der Nordwestecke der Vereinigten Staaten (Washington, Oregon) ist man neidisch auf das Aufblühen von Vancouver und gründet eine neue „pacifische“ Eisenbahnlinie mit Anschluss für Yokohama.
[63]Beaver.
[63]Beaver.
[64]Inlet, eine nur durch eine schmale Strasse mit dem Pugetsund zusammenhängende Bucht.
[64]Inlet, eine nur durch eine schmale Strasse mit dem Pugetsund zusammenhängende Bucht.
[65]Ich hatte in New-York meine Fahrkarte von dort bis Yokohama gekauft (für 276 Dollar) und die schriftliche Versicherung einer eignen Cajüte erhalten. — Wie anders, als bei der Gesellschaft Florio-Rubattino, auf deren Schiffen ich sowohl zu Tunis wie auch zu Neapel die bezahlte Cajüte für meine Frau und mich erst durch ein besonderes Trinkgeld an Schiffsbord erlangen konnte!
[65]Ich hatte in New-York meine Fahrkarte von dort bis Yokohama gekauft (für 276 Dollar) und die schriftliche Versicherung einer eignen Cajüte erhalten. — Wie anders, als bei der Gesellschaft Florio-Rubattino, auf deren Schiffen ich sowohl zu Tunis wie auch zu Neapel die bezahlte Cajüte für meine Frau und mich erst durch ein besonderes Trinkgeld an Schiffsbord erlangen konnte!
[66]Boyheisst er, von Vancouver bis Bombay.
[66]Boyheisst er, von Vancouver bis Bombay.
[67]Number one, Number two u. s. w. — Zwei mal zwei amerikanische Dollar zahlt der anständige Reisende für die Aufwartung von Vancouver bis Yokohama, und noch einige Kleinigkeiten dazu.
[67]Number one, Number two u. s. w. — Zwei mal zwei amerikanische Dollar zahlt der anständige Reisende für die Aufwartung von Vancouver bis Yokohama, und noch einige Kleinigkeiten dazu.
[68]„Youwillfight with Russia, — when the Russian have occupied London, not earlier.“ Solche Aussprüche kennzeichnen den wagehalsigen Character der üblichen Kannegiessereien.
[68]„Youwillfight with Russia, — when the Russian have occupied London, not earlier.“ Solche Aussprüche kennzeichnen den wagehalsigen Character der üblichen Kannegiessereien.
[69]Die Chinesische Regierung zieht Europäer als Zollbeamte vor.
[69]Die Chinesische Regierung zieht Europäer als Zollbeamte vor.
[70]Mercator’s Projection.
[70]Mercator’s Projection.
[71]Es sind da zwei verschiedene Kurse für Hin- und Rückfahrt gezeichnet.
[71]Es sind da zwei verschiedene Kurse für Hin- und Rückfahrt gezeichnet.
[72]24×60 = 1440.1444=4.360
[72]24×60 = 1440.
[73]Ich schreibe dies in der Hoffnung, dass durch Veröffentlichung dieser haarsträubenden Schäden eine Besserung angebahnt werde. Im vorigen Jahrhundert wurden Auswandrer zu Schiff von Europa nach Amerika befördert, ohne dass der Capitän die Verpflichtung übernahm, sie zu verpflegen; gelegentlich sprang ein Unglücklicher mit Weib und Kind über Bord, um dem Hungertod zu entgehen. Dies ist gesetzlich abgestellt. Aber die Eisenbahngesellschaften dürfen noch heute Auswandrer elf Tage hindurch befördern, ohne für ihre Verpflegung Sorge zu tragen.
[73]Ich schreibe dies in der Hoffnung, dass durch Veröffentlichung dieser haarsträubenden Schäden eine Besserung angebahnt werde. Im vorigen Jahrhundert wurden Auswandrer zu Schiff von Europa nach Amerika befördert, ohne dass der Capitän die Verpflichtung übernahm, sie zu verpflegen; gelegentlich sprang ein Unglücklicher mit Weib und Kind über Bord, um dem Hungertod zu entgehen. Dies ist gesetzlich abgestellt. Aber die Eisenbahngesellschaften dürfen noch heute Auswandrer elf Tage hindurch befördern, ohne für ihre Verpflegung Sorge zu tragen.
[74]Ich gebe, aus leicht begreiflichen Gründen, nicht die wirklichen Namen.
[74]Ich gebe, aus leicht begreiflichen Gründen, nicht die wirklichen Namen.
[75]Für den Forschungsreisenden ist dasLichtbildgeräthgewiss unentbehrlich, für den Vergnügungsreisenden eine Last. Allenthalben kann man weit bessere Lichtbilderkaufen. Im Nationalpark von Yellowstone stellte ein Amerikaner den Ausbruch des Bienenkorb-Geisers ein, ohne das überraschende Naturschauspiel mit seinen Augen zu sehen. In Indien sah ich eine Sammlung von Lichtbildern japanischer und indischer Tempel; dieGattindes Amerikaners war aufjedemBilde zu erkennen, die Tempel viel weniger.
[75]Für den Forschungsreisenden ist dasLichtbildgeräthgewiss unentbehrlich, für den Vergnügungsreisenden eine Last. Allenthalben kann man weit bessere Lichtbilderkaufen. Im Nationalpark von Yellowstone stellte ein Amerikaner den Ausbruch des Bienenkorb-Geisers ein, ohne das überraschende Naturschauspiel mit seinen Augen zu sehen. In Indien sah ich eine Sammlung von Lichtbildern japanischer und indischer Tempel; dieGattindes Amerikaners war aufjedemBilde zu erkennen, die Tempel viel weniger.
[76]Portugiesen heissen im Osten die Mischlinge, die in den beiden ColonienMacao(China) undGoa(Indien) leben und nur wenig portugiesisches Blut besitzen. Die meisten sind in untergeordneter Stellung, Führer, Aufwärter zu Wasser und zu Lande, Handwerker; wenige Gasthofsbesitzer und Kaufleute, Aerzte.
[76]Portugiesen heissen im Osten die Mischlinge, die in den beiden ColonienMacao(China) undGoa(Indien) leben und nur wenig portugiesisches Blut besitzen. Die meisten sind in untergeordneter Stellung, Führer, Aufwärter zu Wasser und zu Lande, Handwerker; wenige Gasthofsbesitzer und Kaufleute, Aerzte.
[77]Die Untersuchung ist eingehend, aber höflich und ehrlich. Wie viel höflicher sind diese Beamten, als die in New-York und in Ala gegen Jedermann und als die zu Paris gegen Reisende, deren Koffer die Aufschrift Berlin trägt? Wie viel ehrlicher sind sie als die zu Konstantinopel, die den Koffer nicht durchwühlen, wenn man ihnen zwei Francs überreichen lässt, oder die zu Smyrna, die unsere Waschgeräthe auf die Strasse packen und darnach Bakschisch heischen?
[77]Die Untersuchung ist eingehend, aber höflich und ehrlich. Wie viel höflicher sind diese Beamten, als die in New-York und in Ala gegen Jedermann und als die zu Paris gegen Reisende, deren Koffer die Aufschrift Berlin trägt? Wie viel ehrlicher sind sie als die zu Konstantinopel, die den Koffer nicht durchwühlen, wenn man ihnen zwei Francs überreichen lässt, oder die zu Smyrna, die unsere Waschgeräthe auf die Strasse packen und darnach Bakschisch heischen?
[78]Die Werke, die ich auf der Seereise, z. Th. auch in Japan, gelesen oder durchgesehen, und denen ich zu grossem Danke verpflichtet bin, sind die folgenden:1. Handbook f. travellers in Japan by B. H. Chamberlain & W. B. Mason. London 1891.2. Things Japanese, by B. H. Chamberlain, London 1891. (Geistreich und witzig.)3. Japanese houses by Morse, London 1888.4. The real Japan. By H. Norman, London 1892. (Gut, aber eine Partei-Schrift.)Dazu kamen nochspäter, zu Hause:5.Rein, Japan, Leipzig 1881–1886. (Unbestritten dasHauptwerküber Japan.)6. Die preussische Expedition nach Ostasien. Nach amtl. Quellen. Berlin 1864. (Königl. G. Oberhofbuchdruckerei.)7.Exner, Japan, Leipzig 1891.8.Netto, Papierschmetterlinge aus Japan, Leipzig 1888. (Das beste volksthümliche Buch über Japan.)9.Wernich, Geogr. med. Studien, Berlin 1878.10.G. Bousquet, Le Japon de nos jours, Paris 1877.Ferner E.Kämpfer, Japon, Lemgo, 1777, sowie einige Abhd. d.deutsch. ostas. Gesellsch., und auch der englischen.
[78]Die Werke, die ich auf der Seereise, z. Th. auch in Japan, gelesen oder durchgesehen, und denen ich zu grossem Danke verpflichtet bin, sind die folgenden:
1. Handbook f. travellers in Japan by B. H. Chamberlain & W. B. Mason. London 1891.2. Things Japanese, by B. H. Chamberlain, London 1891. (Geistreich und witzig.)3. Japanese houses by Morse, London 1888.4. The real Japan. By H. Norman, London 1892. (Gut, aber eine Partei-Schrift.)
1. Handbook f. travellers in Japan by B. H. Chamberlain & W. B. Mason. London 1891.
2. Things Japanese, by B. H. Chamberlain, London 1891. (Geistreich und witzig.)
3. Japanese houses by Morse, London 1888.
4. The real Japan. By H. Norman, London 1892. (Gut, aber eine Partei-Schrift.)
Dazu kamen nochspäter, zu Hause:
5.Rein, Japan, Leipzig 1881–1886. (Unbestritten dasHauptwerküber Japan.)6. Die preussische Expedition nach Ostasien. Nach amtl. Quellen. Berlin 1864. (Königl. G. Oberhofbuchdruckerei.)7.Exner, Japan, Leipzig 1891.8.Netto, Papierschmetterlinge aus Japan, Leipzig 1888. (Das beste volksthümliche Buch über Japan.)9.Wernich, Geogr. med. Studien, Berlin 1878.10.G. Bousquet, Le Japon de nos jours, Paris 1877.
5.Rein, Japan, Leipzig 1881–1886. (Unbestritten dasHauptwerküber Japan.)
6. Die preussische Expedition nach Ostasien. Nach amtl. Quellen. Berlin 1864. (Königl. G. Oberhofbuchdruckerei.)
7.Exner, Japan, Leipzig 1891.
8.Netto, Papierschmetterlinge aus Japan, Leipzig 1888. (Das beste volksthümliche Buch über Japan.)
9.Wernich, Geogr. med. Studien, Berlin 1878.
10.G. Bousquet, Le Japon de nos jours, Paris 1877.
Ferner E.Kämpfer, Japon, Lemgo, 1777, sowie einige Abhd. d.deutsch. ostas. Gesellsch., und auch der englischen.
[79]Nach chinesischen Annalen drangen um 1200 vor Chr. tatarische Stämme nach Korea und den östlichen Inseln vor.
[79]Nach chinesischen Annalen drangen um 1200 vor Chr. tatarische Stämme nach Korea und den östlichen Inseln vor.
[80]Die Photographien der Japaner sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.
[80]Die Photographien der Japaner sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.
[81]Die Chinesin und Malayin gefällt dem europäischen Auge minder; selbst die Hindufrau ist trotz der „arischen“ Abstammung nicht anmuthend für uns.
[81]Die Chinesin und Malayin gefällt dem europäischen Auge minder; selbst die Hindufrau ist trotz der „arischen“ Abstammung nicht anmuthend für uns.
[82]Struppiges Haar, das man bei Frauen und Mädchen in Südchina und Vorderindien oft genug sieht, habe ich bei keiner Japanerin gefunden, auch nicht bei einer Bäuerin oder Bettlerin.
[82]Struppiges Haar, das man bei Frauen und Mädchen in Südchina und Vorderindien oft genug sieht, habe ich bei keiner Japanerin gefunden, auch nicht bei einer Bäuerin oder Bettlerin.
[83]Dies gilt für die Samurai (Adligen), welchefrüherin dem Gürtel linkszwei Schwertertrugen. — Was heutzutage im Gürtel der Japaner wie ein Dolch in der Scheide aussieht, ist — ein Besteck für die Tabakspfeife.
[83]Dies gilt für die Samurai (Adligen), welchefrüherin dem Gürtel linkszwei Schwertertrugen. — Was heutzutage im Gürtel der Japaner wie ein Dolch in der Scheide aussieht, ist — ein Besteck für die Tabakspfeife.
[84]Früher waren sehr abenteuerliche üblich: Kappen, wie die der Lazzaroni; Deckel, wie die Cerevis unserer Studenten. Heutzutage tragen manche bei japanischem Gewand europäische Fuss- und Kopfbedeckung.
[84]Früher waren sehr abenteuerliche üblich: Kappen, wie die der Lazzaroni; Deckel, wie die Cerevis unserer Studenten. Heutzutage tragen manche bei japanischem Gewand europäische Fuss- und Kopfbedeckung.
[85]Mikado heissthohe Pforte,Tenno hoher König.
[85]Mikado heissthohe Pforte,Tenno hoher König.
[86]Shogunheisst Obergeneral. Die Europäer setzten irrthümlichTaikun. AberTaikôoder Taikô-sama wurdeHideyoshi(1591 n. Chr.), nachdem er vom Bauernsohn zum Herrscher von Japan sich emporgeschwungen, zum Zeichen seinerRangerhöhung, benannt.
[86]Shogunheisst Obergeneral. Die Europäer setzten irrthümlichTaikun. AberTaikôoder Taikô-sama wurdeHideyoshi(1591 n. Chr.), nachdem er vom Bauernsohn zum Herrscher von Japan sich emporgeschwungen, zum Zeichen seinerRangerhöhung, benannt.
[87]Dai = gross, mijo = Name.
[87]Dai = gross, mijo = Name.
[88]WörtlichWächter(nämlich der Fürsten). 1878 wurde zur Bezeichnung des niederen Adels das chinesische WortShizokueingeführt. — Heutzutage giebt es höheren Adel (kwaziku), niederen (shizoku) und Volk (heimin). Die beiden ersten Classen machen 5 Procent der Bevölkerung aus. Jeder Bürger muss seinen Namen und Stand auf einem Holztäfelchen am Hauseingang anbringen, auch die im Innern des Landes lebenden Europäer.
[88]WörtlichWächter(nämlich der Fürsten). 1878 wurde zur Bezeichnung des niederen Adels das chinesische WortShizokueingeführt. — Heutzutage giebt es höheren Adel (kwaziku), niederen (shizoku) und Volk (heimin). Die beiden ersten Classen machen 5 Procent der Bevölkerung aus. Jeder Bürger muss seinen Namen und Stand auf einem Holztäfelchen am Hauseingang anbringen, auch die im Innern des Landes lebenden Europäer.
[89]Chamberlain, der sich hauptsächlich aufSatowstützt. (Things Japanese. London 1891, 314 fgd.)Rein, Japan, Leipzig 1881, I, S. 513 fgd.
[89]Chamberlain, der sich hauptsächlich aufSatowstützt. (Things Japanese. London 1891, 314 fgd.)
Rein, Japan, Leipzig 1881, I, S. 513 fgd.
[90]Auch bei den alten Aegyptern wird das Opfer für den Todten als königliches Geschenk bezeichnet.
[90]Auch bei den alten Aegyptern wird das Opfer für den Todten als königliches Geschenk bezeichnet.
[91]Lehrer aus der Familie Çakya. (Nach Andern Einsiedler von Çakya?)
[91]Lehrer aus der Familie Çakya. (Nach Andern Einsiedler von Çakya?)
[92]In einem kleinen Orte Schottlands sah ich die drei Kirchen dreier verschiedener Secten: aber an jeder war die gleiche Inschrift: „Nach dem Gottesdienst findet eine Geldsammlung statt.“
[92]In einem kleinen Orte Schottlands sah ich die drei Kirchen dreier verschiedener Secten: aber an jeder war die gleiche Inschrift: „Nach dem Gottesdienst findet eine Geldsammlung statt.“
[93]Wir nennen ihn Confucius, und Mencius seinen SchülerMoschi.
[93]Wir nennen ihn Confucius, und Mencius seinen SchülerMoschi.
[94]Ein fast 2000 Jahre altes Buch desCho-kiu-kei, des chinesischen Hippocrates.
[94]Ein fast 2000 Jahre altes Buch desCho-kiu-kei, des chinesischen Hippocrates.
[95]Rein, Japan, I. Abschnitt.
[95]Rein, Japan, I. Abschnitt.
[96]Uebrigens ist es eineMissheirath. Die Fichte ist in Japan so herrlich, wie irgendwo in der Welt; die Palme klein und verkümmert.
[96]Uebrigens ist es eineMissheirath. Die Fichte ist in Japan so herrlich, wie irgendwo in der Welt; die Palme klein und verkümmert.
[97]1883 zählte die Stadt 80000 Einwohner mit 4000 Fremden. Unter letzteren waren 2681 Chinesen mit 150 Firmen, 595 Engländer mit 55 Firmen, 253 Nordamerikaner mit 27 Firmen, 160 Deutsche mit 22 Firmen, 109 Franzosen mit 15 Firmen. 1890 waren es 720 Engländer, 257 Amerikaner, 201 Deutsche, 120 Franzosen. Der Einfluss der deutschen Kaufleute ist in stetiger Zunahme begriffen.
[97]1883 zählte die Stadt 80000 Einwohner mit 4000 Fremden. Unter letzteren waren 2681 Chinesen mit 150 Firmen, 595 Engländer mit 55 Firmen, 253 Nordamerikaner mit 27 Firmen, 160 Deutsche mit 22 Firmen, 109 Franzosen mit 15 Firmen. 1890 waren es 720 Engländer, 257 Amerikaner, 201 Deutsche, 120 Franzosen. Der Einfluss der deutschen Kaufleute ist in stetiger Zunahme begriffen.
[98]Der fünfte, Niigata, an der Ostküste von Nippon, steht nur auf dem Papier der Verträge, da fremde Schiffe, wegen der Sandbarre an der Flussmündung, nicht in den Hafen gelangen können.
[98]Der fünfte, Niigata, an der Ostküste von Nippon, steht nur auf dem Papier der Verträge, da fremde Schiffe, wegen der Sandbarre an der Flussmündung, nicht in den Hafen gelangen können.
[99]Japans gesammte Ausfuhr betrug 70, die Einfuhr 66 Millionen Yen im Jahre 1889.
[99]Japans gesammte Ausfuhr betrug 70, die Einfuhr 66 Millionen Yen im Jahre 1889.
[100]Beide Verkehrsanstalten sind in vorzüglicher Ordnung. Depeschengebühr nach Europa für das Wort ungefähr 9 Mark. Nach 24 Stunden hat man die Antwort. Sie wurde mir, ohne dass ich es verlangt hatte, nach Nikko nachdepeschirt.
[100]Beide Verkehrsanstalten sind in vorzüglicher Ordnung. Depeschengebühr nach Europa für das Wort ungefähr 9 Mark. Nach 24 Stunden hat man die Antwort. Sie wurde mir, ohne dass ich es verlangt hatte, nach Nikko nachdepeschirt.
[101]Bund oder Bunder heisst Uferstrasse.
[101]Bund oder Bunder heisst Uferstrasse.
[102]Man zählt in Japan durchschnittlich 66 Erdbeben im Jahre.
[102]Man zählt in Japan durchschnittlich 66 Erdbeben im Jahre.
[103]Ich sah solche Prachtstücke in anatomischen Sammlungen Japans.
[103]Ich sah solche Prachtstücke in anatomischen Sammlungen Japans.
[104]Hori-mono = tätowiren, und horu, graben; mono, ein Ding.
[104]Hori-mono = tätowiren, und horu, graben; mono, ein Ding.
[105]10000 Pfd. Sterl. kostete die Meile mit englischen Ingenieuren, später 3600 mit japanischen. Bis 1882 baute die Regierung allein. 1890 gab es 551 englische Meilen Staatsbahn, 569 Privatbahn, etwa 700 Meilen waren in Bau, und ebensoviele in Aussicht genommen. Wie gewaltig ist auch in dieser Hinsicht das ungeheure China von dem thatkräftigen Japan überholt! — Es giebt mehrere kleine und eine grosse japanischeDampfschifffahrts-Gesellschaft(Nippon Yusen Kwaisha), die nicht bloss die japanischen Häfen, sondern auch Shanghai anläuft.
[105]10000 Pfd. Sterl. kostete die Meile mit englischen Ingenieuren, später 3600 mit japanischen. Bis 1882 baute die Regierung allein. 1890 gab es 551 englische Meilen Staatsbahn, 569 Privatbahn, etwa 700 Meilen waren in Bau, und ebensoviele in Aussicht genommen. Wie gewaltig ist auch in dieser Hinsicht das ungeheure China von dem thatkräftigen Japan überholt! — Es giebt mehrere kleine und eine grosse japanischeDampfschifffahrts-Gesellschaft(Nippon Yusen Kwaisha), die nicht bloss die japanischen Häfen, sondern auch Shanghai anläuft.
[106]Jeder Japaner, ob hoch oder niedrig, nimmt täglich (oder mindestens zwei Mal in der Woche) ein heisses Bad (Yu, von 38–45° C.), das in den öffentlichen Anstalten etwa 2 Pfennige kostet. ProfessorBälzhat auf Grund einer 16jährigen Erfahrung die Vorzüge dieser heissen Bäder hervorgehoben.
[106]Jeder Japaner, ob hoch oder niedrig, nimmt täglich (oder mindestens zwei Mal in der Woche) ein heisses Bad (Yu, von 38–45° C.), das in den öffentlichen Anstalten etwa 2 Pfennige kostet. ProfessorBälzhat auf Grund einer 16jährigen Erfahrung die Vorzüge dieser heissen Bäder hervorgehoben.