[107]4 Yen den Tag für die ganze Verpflegung mit grossem Zimmer im ersten Stockwerk.[108]Odawara hyōgi.Die Hojo-Daimio’s beriethen 1590 n. Chr. im Schloss zu Odawara, ob sie ausfallen und angreifen oder auf die Vertheidigung sich beschränken sollten. Ehe sie zu einer Entscheidung kommen konnten, stürmteHideyoshidas Schloss.[109]1 Yen Gehalt, 1 Zehrung.[110]In dem Budget des Kaiserreiches Japan für 1889/90 sind die Ausgaben für die Polizei mit 382554 Yen angesetzt. (Unsere gute Stadt Berlin hat 4000000 Mark jährlich für die Polizei beizusteuern.)[111]In Japan werden sie jetzt als „Fremde“ bezeichnet. Hier müssen die Herren Engländer sich selbst „foreigners“ nennen, ein Titel, mit dem sie in Europa alle Nichtengländer — beehren.[112]Mit demGoldsind die Japaner schlecht gefahren. Im 15. Jahrhundert n. Chr. galt 1 Theil Gold = 9½ Silber, 1765 1 Gold = 11,35 Silber, 1855–1860 1 Gold = 4,6 Silber. So verschwand das Gold aus dem Lande. Und da nunmehr die Regierung den Preis der Goldmünzen höher ansetzte, als ihr Werth in Europa war; so erhielt sie den noch nicht eingeschmolzenen Rest zurück und machte wieder Schaden.[113]Bekanntermassen ist der Silberdollar der Vereinigten Staaten genau ebenso gross und schwer und von demselben Feingehalt, gilt aber 4 Mark 20 Pfennig — wegen des Credits der Vereinigten Staaten. Aber im gewöhnlichen Verkehr Ostasiens gelingt es nicht, diesen höheren Preis zu erzielen. [Wenige Monate, nachdem ich dies geschrieben, ist derSilbersturzerfolgt.][114]1 Mon = 0,01 Sen = 0,03 Pfennig.4 Mon = 0,04 Sen = 0,12 Pfennig.[115]Die Staatsschuld betrug 1889 gegen 300 Millionen Yen, darunter gegen 50 Millionen Banknoten.[116]Sha = Wagen, chinesisch. Oft hört man nur diese Silbe ausrufen. (Japanisch heisst der Wagen Kuruma.) Die Engländer schneiden dem Wort den Kopf ab und zerquälen die Selbstlauter, bis sierikshawfertig bringen.[117]H. Meyer wurde im Winter bei 3° in 4 Stunden 46 km weit gezogen![118]Ganz anders in Indien. Von Abu Road nach Abu Mountain (16 englische Meilen) befördert uns die Jinrikisha in sechs Stunden. Sechs Mann sind dabei thätig. Als ich ein Drittel des Weges gemacht, versuchten sie, mir einen schlechtgesattelten Ponny aufzuschwatzen.[119]Als ich 1890 mit meiner Frauin der Vorstadt Pankaldi, wo wir unser Mittagsmahl in einer befreundeten Familie genommen, Abends nach Pera zurückfuhr, setzte sich mein Wirth mit gespanntem Revolver auf den Kutscherbock.[120]Tenno Mutsu Hito, geb. 1852, regiert seit 1868 mit Eifer und Weisheit. Als die Kammern kürzlich die Panzerschiffe nicht bewilligten, sagte er: „Die Worte sind überflüssig. Die Schiffe müssen gebaut werden.Ichsteuere aus meinem Privatvermögen 600000 Yen bei.“ Ebensoviel gab er für den Biwa-Canal. (Die Civilliste betrug 1889/90 3½ Millionen Yen, doch sind Apanagen und Tempel auf sie angewiesen. — Staatseinnahmen 76½Millionen Yen, 42 aus Grundsteuer, 14 vom Schnaps (Sake), 4 Zölle. Ausgaben 76½ Millionen Yen, 20 für Staatsschuld, 12 Ministerium des Krieges, 6 der Marine.) Als ein Reiterstandbild des Kaisers auf der Niju-Brücke vorgeschlagen wurde, verwarf er den Plan, damit nicht die Fremden unter den Füssen eines Pferdes hindurch in den Palast kommen müssten. Er hat, nach altem Gebrauch, seiner Regierungszeit einen besonderen Namen gegeben, und zwar Mei-ji, d. h. erleuchteter Frieden. Verschiedene Briefe meiner japanischen Freunde aus dem Jahre meiner Reise (1892) sind datirt: Im Jahre 25 Mei-ji. Seit dem Jahr 1873 ist unser Kalender in Japan angenommen, statt der schwerfälligen und zusammengesetzten Zeitrechnung der Chinesen.[121]„Das Feuer ist die Blume Tokyo’s.“ Japanisches Sprichwort.[122]Im Gegensatz zu Saikyo, östliche Hauptstadt, d. i. Kyoto.[123]Und der anderen japanischen Städte. Dieselben sehen sich zum Verwechseln ähnlich, soweit nicht ein altes Schloss ihnen Eigenart verleiht.[124]ReinI, 480.[125]Das ganzeClubhauskann ineineHalle umgewandelt werden, wenn die Zahl der Gäste dies erfordert.[126]Das japanische Papier, aus dem Rindenbast des Maulbeerbaumes, ist zäh und zerfliesst nicht im Wasser. Beim Schreiben braucht man kein Löschblatt. Es ist brauchbar als Fensterabschluss; mit Firniss behandelt, wird es lederartig: mit Oel getränkt, wasserdicht, zu Regenmänteln. Werth der japanischen Papierfabrikation 5 Millionen Yen 1887, der Ausfuhr 244000 Yen.[127]Ein englischer Arzt in Kyoto überreichte mir eine „Denkschrift zur Verhütung der Kurzsichtigkeit unter den höheren Classen,“ worin er die Fenster aus Papier tadelt und solche aus Glas empfiehlt. Aber es ist unmöglich, diese für 40 Millionen Menschen augenblicklich zu beschaffen.[128]Schlafgewand, Matratze undHalsschemel(makuro) mit Schlummerrolle, besonders für die Frauen, um den Kopfputz zu schonen. Ich sah dies seltsame Möbel auch in Krankenhäusern.[129]Japanese houses byMorse, London 1888, (Sampson Low, Fleetstreet).[130]Ich ersuche ihn, erst den Strassenschmutz in New-York, Chicago, Frisco mit der Nase zu prüfen und dann nach Berlin zu kommen.[131]Sie vertreten die Stelle unserer Leichensteine; besitzen aber, wegen der Verehrung der Ahnen, bei den Japanern eine weit höhere Bedeutung.[132]Harakiriheisst Bauch-Schnitt; den Japanern scheint das chinesische Wortseppukugewählter, wie manchem meiner Fachgenossen —Laparotomie.Im Mittelalter eine Sitte der besiegten Krieger, die nicht in Feindeshand fallen wollten, wurde es um 1500 n. Chr. einVorrechtder Daimio und Samurai, um, zur Todesstrafe verurtheilt, dem Henker zu entgehen, — gerade wie früher in manchen LändernEuropa’swohl der Edelmann enthauptet, der Bürger gehängt wurde.Hinter dem japanischen Edelmann stand sein Freund; sowie der erste den Dolch in den Leib stiess, hieb der zweite ihm mit scharfem Schwert das Haupt ab.Harakiri als Strafe ist abgeschafft, als Selbstmord kommt es noch vor. 1881 hat ein junger Officier aus Yezo im Tempel von Saitokuji zu Tokyo, an dem Grabe seiner Ahnen, so den Tod gesucht und gefunden, um durch die That sein Vaterland auf die von den Russen drohende Gefahr eindringlicher aufmerksam zu machen, als seine Worte es vermocht.[133]Das 50. Gesetz des Jeyasu oder (Gongen-sama) lautet: An dem Mörder des Herrn oder Vaters soll man Rache nehmen, und auch die weisen und klugen Männer gestatten nicht, dass man mit ihm zusammen unter dem Himmel lebe. Wenn Jemand Rache nehmen will, so ist in den Registern des Gerichtshofes nach Jahr und Monat der Zeitpunkt festzusetzen, bis zu dem er seine Absicht auszuführen hat.[134]Auf einem der Festessen sah ich ein drolliges Singspiel: Eine junge Frau erschien, mit einem blühenden Kirschzweig über der Schulter, schrieb Liebeslieder und hing sie an die Zweige des Kirschbaums.„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)[135]Dieselbe Beobachtung machte ich in den Museen von Hongkong, Calcutta, Bombay.[136]Auch die alten Aegypter gaben der Mumie kleine Thon-Figuren mit ins Grab, die sogenanntenStellvertreter(„wòsbt“), die in den elysäischen Gefilden des Jenseits für den Todten die Arbeit leisten sollten.[137]Es ist das immerhin nicht so schlimm gewesen, wie die Mittel der spanischen Inquisition.[138]In dieser Künstelei leistet die japanische Gärtnerei geradezu Erstaunliches.[139]Bis Yokohama hatten meine Havanna’s gereicht. In Japan giebt es billige Manilla-Cigarren, wie wir sie bei uns kaum kennen, von der Form der Havanna-Cigarren und den geringeren Sorten derselben an Güte nur wenig nachstehend; das Stück kostet 15 Pfennige. — Dass der gebildete Japaner dem Gast das eigne Tabakspfeifchen aufnöthige, ist eine Fabel.[140]West-Haupt-Gebet-Tempel.In der späteren Beschreibung von Kyoto folgen einige Bemerkungen über Tempel und Secten der Buddhisten in Japan.[141]Auch unsere geliebten Griechen waren in diesem Punkte nicht viel klüger. Beim Hippocrates steht ein unsinniger Satz, von dem wir jetzt wissen, dass die Griechen ihn von den alten Aegyptern sich einreden liessen.[142]Jetzt sind dieselben, in kleinerem Maassstab, für den Hausgebrauch, auch bei uns eingeführt.[143]Nikko = Sonnen-Glanz.[144]Das japanische Maass istKoku= 180 Liter, im Werth von 2½-5 Dollar. (Das Einkommen des Daimio betrug jährlich 10000 Koku Reis und bei den mächtigsten sogar 1 Million Koku.)[145]Vgl. Von „New-York nach S. Francisco“, Leipzig, 1888, S. 195.[146]Naturgetreue Nachbildungen des japanischen Hauses sind hier am besten zu haben.[147]Der Tempel zu Eleusis, dessen Grundlagen jetzt glücklich freigelegt sind, scheint mir nach ägyptischen Mustern, wenngleich mit einigen Abweichungen, erbaut zu sein.[148]Wer inOstindieneine Moschee betritt, ist im ersten Augenblick ganz verwirrt, da die Gebetnische nachWestenliegt; aber die Richtung (Kibla) muss immer nach Mohammed’s Grab hinweisen.[149]Ise(südöstlich von Kyoto, an der Owaribucht) mit dem Tempel der Shinto-Sonnengöttin Amaterasu ist dasNationalheiligthum der Japaner. Fremde können wohl hinreisen, bekommen aber nicht viel zu sehen.[150]Pagode, angeblich vom indischen bhagurati = heiliges Haus; richtiger wohl vonDagoba, Reliquien-Schrein.[151]Kranich und Schildkröte sind Sinnbilder des Glücks und des langen Lebens.[152]Aeolus, der Schaffner der Winde, gab dem Odysseus einenSchlauchaus Ochsenhaut, worin er die Sturmwinde fest eingebunden. (Odyssee, X, 19). Die Uebereinstimmung kann auf Zufall beruhen. (Aber die Schiffersagen des zehnten Buches der Odyssee waren wenigstens den Singhalesen auf Ceylon im 4. Jahrhundert n. Chr. geläufig, da sie dieselben in ihre Chronik hineinflochten.)In einem der Mausoleen sah ich einen Mann aus Bronze als Laternenträger, dem Entwurf nach ähnlich demjenigen von Pompeji. Aber ich erschrak förmlich über die ostasiatische Ausführung.[153]Mit der Eisenbahn in 50 Minuten zu erreichen, wenn man in Ofuna Anschluss an die Zweigbahn findet.[154]Die Bildsäule besteht aus Bronzeplatten, die einzeln gegossen, dann zusammengeschweisst und schliesslich noch mit dem Meissel bearbeitet sind. Das Gewicht soll 9000 Centner betragen. Man kann von hinten in das Innere hineinsteigen. Globetrotter haben früher sich auf Buddha’s Schooss photographiren lassen. Jetzt steht in der Nähe eine englische Inschrift: „Wandrer, wer du auch seist, ehre dieses uralte Heiligthum.“[155]Dazu gehört der Hermes des Praxiteles. — Zu Cairo sagte mir einst ein englischer Oberst von grosser Reiseerfahrung, er theile die Menschen in zwei Classen ein, je nachdem sie den Hermes zu Olympia gesehen oder nicht.[156]Und einen grossen Theil des Gewinnstes vorwegnimmt.[157]Wenigstens in dem der Chinesenstadt zu St. Francisco sassen die Damen, gleichförmig weiss gekleidet und weiss geschminkt, steif und wie leblos, zusammen hoch oben auf einer einzigen Galerie. In dem chinesischen Theater zu Hongkong sah ich nur ganz vereinzelte Frauen und Mädchen. — Die höheren Stände in Japan erlauben ihren Töchtern nicht, die gewöhnlichen Theater zu besuchen.[158]Im Theater zu Kyoto vermochte der „Führer und Dolmetscher“ durchaus nicht, den poetischen Namen des Stückes in verständliches Englisch zu übersetzen.[159]Ichikawa Danyūro gilt für den grössten Schauspieler Japan’s. Seine Darstellungskraft und Gewandtheit ist bewunderungswürdig.[160]Wie im Theater der alten Griechen und — Shakespeare’s, so werden auch im japanischen Theater Frauenrollen von Männern dargestellt. Ebenso im Theater der Chinesen, nicht aber in dem der Hindu und Parsi. Für das Theater der Japaner ist dies um so seltsamer, als ihre moderne Bühne, im 17. Jahrhundert, von zwei Frauen (O-Kuri und O-Tsu) gegründet wurde. — Die erstere war Priesterin, entfloh mit einem Krieger, verursachte durch ihre Schönheit den Tod eines Nebenbuhlers, trat mit ihrem Gatten in Yedo auf und wurde nach seinem Tode erst Lehrerin der Dichtkunst und endlich Nonne, um für die Seele ihres Opfers zu beten. — Dass Frauen auf der japanischen Bühne nicht auftreten, wird verschieden erklärt, ein Mal aus Gründen der Sitte, das andre Mal — weil es den Frauen an Begabung zur Schauspielkunst fehle![161]Aehnlich wie in der Götterdämmerung vor Brunhild’s Felsgemach.[162]Das griechische Theater besass bereits eine Maschine (Ekkyklema), um das Innere eines Hauses, wenn es erforderlich wurde, nach aussen zu drehen. Vgl.Aristophanes, die Acharner, Z. 409.Euripides: „Man drehe mich heraus.“ (Ἀλλ’ ἐκκυκλήσομαι).[163]Gelegentlich sieht man das heutzutage auch auf unserer Bühne.[164]J. L.Kleinerklärt, im III. Band seiner so ausführlichen Geschichte des Drama, die Schauspiele der Japaner für „matte Abbilder oder groteske Nachahmungen des Theaters der Hindu oder Chinesen.“ Aber er schrieb 1866, d. h. zu einer Zeit, wo unsere Kenntniss von Japan noch sehr gering war.[165]Mit Recht betont er (1866) des Königs Çudraka’s Stück „Der Kinderwagen“ (aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.), dasselbe Stück, das wir heutzutage alsVasantasenaso sehr bewundern.[166]Chamberlain, Things Japanese, S. 412.[167]Chikamatsu Monzaemon und Takeda Izumo.[168]Dies Stück ist ins Englische übersetzt und auch einige No-Dichtungen. Aber wir sind noch weit davon entfernt, den Inhalt des japanischen Theaters zu kennen.[169]Auch zur Bereitung der beliebten TunkeSoyaverwendet.[170]Fleisch wird wenig genossen, die Buddhisten verabscheuen es wegen der Lehre von der Seelenwanderung. 1882 wurden im ganzen Reich nur 36000 Stück Rindvieh geschlachtet; in Berlin 1890/91: 124593 Rinder und 115431 Kälber. Der Fisch wurde in Japan nothgedrungen von der Seelenwanderung ausgenommen. Das Meer von Japan wie seine süssen Gewässer wimmeln von Fischen, da der Räuber Hecht fehlt.[171]Arbeiten aus der K. jap. Militärärztlichen Lehranstalt. I, 1. 1892.[172]Vergl. die Erörterung bei J.Munk, Virchow’s Arch. B. 132, S. 150. Bei uns braucht der Arbeiter täglich 110 g Eiweiss, 56 g Fett und 500 g Kohlehydrat. (J.Munk&Uffelmann: „Die Ernährung“. 2. Aufl. 1891. S. 346.)[173]Ebendaselbst. S. 329.[174]Victor Hehn, Kulturpflanzen und Hausthiere. 5. Aufl. Berlin 1887. S. 406.[175]Die getuschten Lichtbilder von Land und Leuten, die man in Tokyo, Yokohama, Kobe kaufen kann, sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.[176]Man könnte es „Aller-Seelen-Tempel“ übersetzen. (Chinesisch sho = einladen, kon = Geist, sha = Tempel.)[177]Die japanische Regierung hattebereits1869 die preussische gebeten, ihr einige tüchtige militärärztliche Kräfte zu überlassen. Die Herren Oberstabsarzt Dr.Müllerund Stabsarzt Dr.Hoffmannkamen, da ihre Abreise durch den Krieg verzögert ward, im August 1871 in Yedo an.[178]Kitsune-tsuki. — Es giebt auch auf dem Lande Fuchs-Eigner (Kitsune-mochi), schlaue Betrüger, welche den Aberglauben zu unrechtmässigem Vortheil ausbeuten.[179]Ist es doch noch nicht lange her, dass wir sogar in unserem Vaterland von Besessenheit und Teufelaustreibung vernommen haben. —Kämpfer(Geschichte von Japan III, 2) fand schon 1692 in Japan „den Glauben, dass der Fuchs manche Menschen (gerade wie bei den Christen der Teufel) besitze.“[180]Dazu kommen noch neuerdings eine Ackerbau- und eine technische Hochschule.[181]Oder in Familien, die eine besondereErlaubnissdazu erhalten haben.[182]Auch eineallgemein wissenschaftliche Zeitschrift„Von West nach Ost“ ist neuerdings von Japanern herausgegeben worden, jedoch nicht lange: „In Deutschland ist die Hauptquelle des Stromes der Wissenschaft unserer Tage zu suchen.“ So lautete ein Satz in dieser Zeitschrift.[183]Er hat eine verschluckte Zahnbürste aus dem Magen durch Schnitterfolgreichentfernt. — Die japanische Zahnbürste (Yoji) ist ein Weidenstäbchen, an einem Ende durch zolltiefe Einschnitte in einen steifen Faserpinsel umgewandelt; kostet etwa 1½ Pfennig und ist ein Werkzeug, dasjederJapaner ohne Ausnahme anwendet, so allgemein, wie kein anderes Volk der Erde.[184]Die Krankenpflegerinnen machen einen sehr günstigen Eindruck, obwohl sie in ihren Mussestunden — mitPuppenspielen, wie manche erwachsene Japanerin.[185]Der in der ersten Hauptstadt ist unzugänglich, den in der zweiten (älteren) Hauptstadt Kyoto befindlichen konnte ich in Augenschein nehmen.[186]Trotz der japanischen Reinlichkeit ist Lungenschwindsucht recht häufig, besonders bei den höheren Classen und Gelehrten, die mehr im Hause leben. Möglich, dass die Matten hier eine wichtige Rolle in der Uebertragung der Keime spielen.[187]On Leprosy by Masana Goto, Cooper Med. College, San Francisco, in theSei-J-KwaiMedical Journal, Tôkyô, Mai 1888.[188]Am Abend meines Ankunftstages (13. September 1892) fand ein kleines statt. — Wegen der Erdbeben sind die japanischen Häuser meist aus Holz.[189]1826–1830.[190]Vgl. meine Darstellung in der deutsch. med. Wochenschr. 1893.[191]Geschichte und Beschreibung von Japan, Lemgo 1777, Vorrede. — Vgl. ferner Things Japanese, S. 242–244.[192]Er hat neuerdings dort einDenkmalerhalten.[193]1775 kam ein schwedischer Arzt und Naturforscher,Thunberg, welcher um dieFloraJapan’s die grössten Verdienste sich erworben hat.[194]Kämpfer,v. SieboldtundRein(Prof. in Marburg und Bonn, Verfasser vonJapan, Leipzig 1881–1886, zwei Bände) sind die drei Männer, denen die Welt das Meiste über Japan verdankt. Bezüglich der Sprache, Literatur, Götter- und Sagenlehre, Kunst, sind auch einige Engländer und Franzosen (Satow, Chamberlain, Anderson, Gonse) rühmend zu erwähnen.[195]Der Shogun, sehr zufrieden mit seiner Behandlung, forderte ihn auf, eine Belohnung zu verlangen. „Möge es Ew. Hoheit belieben, dass icheinAuge wiedererlange.“ — Der Shogun schenkte ihm ein Haus in derEin Auge-Strassein Yedo.[196]Amma-San = Knet-Herr.[197]Etwa 50 Procent der Blindheit war durch Pockenkrankheit bedingt. (35 Procent in Europa, vor Einführung der Schutzpockenimpfung. Vgl. meine Mittheilung. Berliner klin. Wochenschr., 1873, No. 5). — Nach der Volkszählung vom Jahre 1875 waren in Japan unter 33110825 Einwohnern 101587 blind, taub, oder verkrüppelt; es ist wahrscheinlich, dass die meistenblindwaren.[198]Heirath zwischenzweiBlinden war streng verboten.[199]Es giebt auch sehr billige. Sie rufen: „Amma kami shimo ni-ju-shi mon!“ „Kneten von oben bis unten für 1½ Pfennige!“[200]Ich habethatsächlichgehört, als ich hier in Berlin vor etlichen Jahren einem Knaben den Blasenwurm aus dem Augeninnern durch Schnitt entfernt hatte, dass von der Mutter vorher ein —Geistbefragt worden sei und meinen Plan gebilligt habe.[201]Zur Zeit der Revolution sind allerdings einige Europäer angegriffen und getödtet worden, namentlich solche, die nicht den grossen Fürsten, wie das Landesgesetz es gebot, auf der Landstrasse Platz machten. — Von der Verwundung des russischen Thronfolgers werde ich noch sprechen.[202]Ich fand auch amerikanische Damen, die ohne Führer und ohne Kenntniss der Sprache allein reisten, ohne je einen Grund zur Klage zu finden.[203]Naku-sen-do, Zwischenberg-Strasse, 132 ri lang, führte quer durch das Land über die Gebirgspässe von Kyoto nach Yedo und stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. — Ausserdem gab es noch eine nördliche Landstrasse (Hokurokudo).[204]Angeblich auch in China. — Von den Holländern wurde der Sport im Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa gebracht, nach England und Frankreich verpflanzt, und wird in Holland gelegentlich noch heute geübt.[205]Franz Xavier gab der Stadt 90000 Häuser und 450000 Seelen.[206]Kyoto hat 975 Buddha-, 93 Shinto-Tempel, und zusammen mit der nächsten Umgebung gegen 3000 Tempel.[207]Die meisten Deutschen, deren Reisebeschreibungen ich gelesen, wohnten auf dem Hügel, imYaami-Hotel.[208]Also weniger weit und höher, im Ganzen schlanker, als bei uns, wo die grösste Weite das 15fache, die Höhe (aussen schräg an der Glocke gemessen) das 12fache der Metallstärke am Schlagring beträgt. Unsere grösste,die Kaiserglocke im Dom zu Köln(1875), ist 3,25 m hoch und 26250 kg schwer; also bedeutend kleiner als die zu Kyoto. Grösser, aber nie benutzt istZar-Kolokolzu Moskau (5,8 m hoch, 200000 kg schwer); und eine eiserne zu Peking vom Jahre 1403: 4,5 m hoch und 65000 kg schwer.[209]Ich sah ein grosses japanisches Gemälde, welches Feuersbrunst im kaiserlichen Palast und Gewühl der Fliehenden darstellte.[210]1 Acre = 40½ Ar, 1 Ar = 100 Quadratmeter.[211]Kyoto ist berühmt durch seine Brocate, Damaste, Seiden- und Sammtgewebe. 18000 Seidenweber in Kyoto und Umgebung schaffen jährlich für 20 Millionen Yen Gewebe. 1888 führte Japan für 28 Millionen Yen Rohseide aus und für 1600000 Yen Seidengewebe.[212]Jugendliche Globetrotter haben die Aufwärterinnen der Theehäuser als ausnehmend frech beschrieben. Ich habe das nicht beobachtet. Als wir nahten, verneigten sich die am Eingang stehenden Mädchen und riefen: „Ruhen Sie aus, meine Herren, unter dem Dach dieses niedrigen Hauses. Sie dürften erschöpft sein von der langen Reise.“ So übersetzten es mir meine jungen Freunde.[213]1½ ri, d. h. 3¾ englische Meilen oder 6,75 km nördlich von Otsu.[214]Weit besser, als die der berühmten Bittschriften-LindeFriedrichs des Grossenneben dem Stadt-Schloss zu Potsdam, deren Lehm-Ausschmierung recht armselig aussieht.[215]Rein I, 527.[216]Hidari heisst Link-Hand. Dieser Name erklärt sich selber, hat aber Veranlassung zu einer artigen Sage gegeben. Des Künstlers Fürst musste seinen Feinden die eigene Tochter opfern. Da schlug der Bildhauer seiner lebenden Galatea den Kopf ab und sandte ihn den Feinden als das Haupt der Fürstentochter. Aber ein treuer Diener des Fürsten, überzeugt, dass der Bildhauer wirklich die Tochter seines Herrn getödtet, schlug ergrimmt dem Künstler die rechte Hand ab.[217]D. h. wahre Worte.
[107]4 Yen den Tag für die ganze Verpflegung mit grossem Zimmer im ersten Stockwerk.
[107]4 Yen den Tag für die ganze Verpflegung mit grossem Zimmer im ersten Stockwerk.
[108]Odawara hyōgi.Die Hojo-Daimio’s beriethen 1590 n. Chr. im Schloss zu Odawara, ob sie ausfallen und angreifen oder auf die Vertheidigung sich beschränken sollten. Ehe sie zu einer Entscheidung kommen konnten, stürmteHideyoshidas Schloss.
[108]Odawara hyōgi.Die Hojo-Daimio’s beriethen 1590 n. Chr. im Schloss zu Odawara, ob sie ausfallen und angreifen oder auf die Vertheidigung sich beschränken sollten. Ehe sie zu einer Entscheidung kommen konnten, stürmteHideyoshidas Schloss.
[109]1 Yen Gehalt, 1 Zehrung.
[109]1 Yen Gehalt, 1 Zehrung.
[110]In dem Budget des Kaiserreiches Japan für 1889/90 sind die Ausgaben für die Polizei mit 382554 Yen angesetzt. (Unsere gute Stadt Berlin hat 4000000 Mark jährlich für die Polizei beizusteuern.)
[110]In dem Budget des Kaiserreiches Japan für 1889/90 sind die Ausgaben für die Polizei mit 382554 Yen angesetzt. (Unsere gute Stadt Berlin hat 4000000 Mark jährlich für die Polizei beizusteuern.)
[111]In Japan werden sie jetzt als „Fremde“ bezeichnet. Hier müssen die Herren Engländer sich selbst „foreigners“ nennen, ein Titel, mit dem sie in Europa alle Nichtengländer — beehren.
[111]In Japan werden sie jetzt als „Fremde“ bezeichnet. Hier müssen die Herren Engländer sich selbst „foreigners“ nennen, ein Titel, mit dem sie in Europa alle Nichtengländer — beehren.
[112]Mit demGoldsind die Japaner schlecht gefahren. Im 15. Jahrhundert n. Chr. galt 1 Theil Gold = 9½ Silber, 1765 1 Gold = 11,35 Silber, 1855–1860 1 Gold = 4,6 Silber. So verschwand das Gold aus dem Lande. Und da nunmehr die Regierung den Preis der Goldmünzen höher ansetzte, als ihr Werth in Europa war; so erhielt sie den noch nicht eingeschmolzenen Rest zurück und machte wieder Schaden.
[112]Mit demGoldsind die Japaner schlecht gefahren. Im 15. Jahrhundert n. Chr. galt 1 Theil Gold = 9½ Silber, 1765 1 Gold = 11,35 Silber, 1855–1860 1 Gold = 4,6 Silber. So verschwand das Gold aus dem Lande. Und da nunmehr die Regierung den Preis der Goldmünzen höher ansetzte, als ihr Werth in Europa war; so erhielt sie den noch nicht eingeschmolzenen Rest zurück und machte wieder Schaden.
[113]Bekanntermassen ist der Silberdollar der Vereinigten Staaten genau ebenso gross und schwer und von demselben Feingehalt, gilt aber 4 Mark 20 Pfennig — wegen des Credits der Vereinigten Staaten. Aber im gewöhnlichen Verkehr Ostasiens gelingt es nicht, diesen höheren Preis zu erzielen. [Wenige Monate, nachdem ich dies geschrieben, ist derSilbersturzerfolgt.]
[113]Bekanntermassen ist der Silberdollar der Vereinigten Staaten genau ebenso gross und schwer und von demselben Feingehalt, gilt aber 4 Mark 20 Pfennig — wegen des Credits der Vereinigten Staaten. Aber im gewöhnlichen Verkehr Ostasiens gelingt es nicht, diesen höheren Preis zu erzielen. [Wenige Monate, nachdem ich dies geschrieben, ist derSilbersturzerfolgt.]
[114]1 Mon = 0,01 Sen = 0,03 Pfennig.4 Mon = 0,04 Sen = 0,12 Pfennig.
[114]
1 Mon = 0,01 Sen = 0,03 Pfennig.4 Mon = 0,04 Sen = 0,12 Pfennig.
[115]Die Staatsschuld betrug 1889 gegen 300 Millionen Yen, darunter gegen 50 Millionen Banknoten.
[115]Die Staatsschuld betrug 1889 gegen 300 Millionen Yen, darunter gegen 50 Millionen Banknoten.
[116]Sha = Wagen, chinesisch. Oft hört man nur diese Silbe ausrufen. (Japanisch heisst der Wagen Kuruma.) Die Engländer schneiden dem Wort den Kopf ab und zerquälen die Selbstlauter, bis sierikshawfertig bringen.
[116]Sha = Wagen, chinesisch. Oft hört man nur diese Silbe ausrufen. (Japanisch heisst der Wagen Kuruma.) Die Engländer schneiden dem Wort den Kopf ab und zerquälen die Selbstlauter, bis sierikshawfertig bringen.
[117]H. Meyer wurde im Winter bei 3° in 4 Stunden 46 km weit gezogen!
[117]H. Meyer wurde im Winter bei 3° in 4 Stunden 46 km weit gezogen!
[118]Ganz anders in Indien. Von Abu Road nach Abu Mountain (16 englische Meilen) befördert uns die Jinrikisha in sechs Stunden. Sechs Mann sind dabei thätig. Als ich ein Drittel des Weges gemacht, versuchten sie, mir einen schlechtgesattelten Ponny aufzuschwatzen.
[118]Ganz anders in Indien. Von Abu Road nach Abu Mountain (16 englische Meilen) befördert uns die Jinrikisha in sechs Stunden. Sechs Mann sind dabei thätig. Als ich ein Drittel des Weges gemacht, versuchten sie, mir einen schlechtgesattelten Ponny aufzuschwatzen.
[119]Als ich 1890 mit meiner Frauin der Vorstadt Pankaldi, wo wir unser Mittagsmahl in einer befreundeten Familie genommen, Abends nach Pera zurückfuhr, setzte sich mein Wirth mit gespanntem Revolver auf den Kutscherbock.
[119]Als ich 1890 mit meiner Frauin der Vorstadt Pankaldi, wo wir unser Mittagsmahl in einer befreundeten Familie genommen, Abends nach Pera zurückfuhr, setzte sich mein Wirth mit gespanntem Revolver auf den Kutscherbock.
[120]Tenno Mutsu Hito, geb. 1852, regiert seit 1868 mit Eifer und Weisheit. Als die Kammern kürzlich die Panzerschiffe nicht bewilligten, sagte er: „Die Worte sind überflüssig. Die Schiffe müssen gebaut werden.Ichsteuere aus meinem Privatvermögen 600000 Yen bei.“ Ebensoviel gab er für den Biwa-Canal. (Die Civilliste betrug 1889/90 3½ Millionen Yen, doch sind Apanagen und Tempel auf sie angewiesen. — Staatseinnahmen 76½Millionen Yen, 42 aus Grundsteuer, 14 vom Schnaps (Sake), 4 Zölle. Ausgaben 76½ Millionen Yen, 20 für Staatsschuld, 12 Ministerium des Krieges, 6 der Marine.) Als ein Reiterstandbild des Kaisers auf der Niju-Brücke vorgeschlagen wurde, verwarf er den Plan, damit nicht die Fremden unter den Füssen eines Pferdes hindurch in den Palast kommen müssten. Er hat, nach altem Gebrauch, seiner Regierungszeit einen besonderen Namen gegeben, und zwar Mei-ji, d. h. erleuchteter Frieden. Verschiedene Briefe meiner japanischen Freunde aus dem Jahre meiner Reise (1892) sind datirt: Im Jahre 25 Mei-ji. Seit dem Jahr 1873 ist unser Kalender in Japan angenommen, statt der schwerfälligen und zusammengesetzten Zeitrechnung der Chinesen.
[120]Tenno Mutsu Hito, geb. 1852, regiert seit 1868 mit Eifer und Weisheit. Als die Kammern kürzlich die Panzerschiffe nicht bewilligten, sagte er: „Die Worte sind überflüssig. Die Schiffe müssen gebaut werden.Ichsteuere aus meinem Privatvermögen 600000 Yen bei.“ Ebensoviel gab er für den Biwa-Canal. (Die Civilliste betrug 1889/90 3½ Millionen Yen, doch sind Apanagen und Tempel auf sie angewiesen. — Staatseinnahmen 76½Millionen Yen, 42 aus Grundsteuer, 14 vom Schnaps (Sake), 4 Zölle. Ausgaben 76½ Millionen Yen, 20 für Staatsschuld, 12 Ministerium des Krieges, 6 der Marine.) Als ein Reiterstandbild des Kaisers auf der Niju-Brücke vorgeschlagen wurde, verwarf er den Plan, damit nicht die Fremden unter den Füssen eines Pferdes hindurch in den Palast kommen müssten. Er hat, nach altem Gebrauch, seiner Regierungszeit einen besonderen Namen gegeben, und zwar Mei-ji, d. h. erleuchteter Frieden. Verschiedene Briefe meiner japanischen Freunde aus dem Jahre meiner Reise (1892) sind datirt: Im Jahre 25 Mei-ji. Seit dem Jahr 1873 ist unser Kalender in Japan angenommen, statt der schwerfälligen und zusammengesetzten Zeitrechnung der Chinesen.
[121]„Das Feuer ist die Blume Tokyo’s.“ Japanisches Sprichwort.
[121]„Das Feuer ist die Blume Tokyo’s.“ Japanisches Sprichwort.
[122]Im Gegensatz zu Saikyo, östliche Hauptstadt, d. i. Kyoto.
[122]Im Gegensatz zu Saikyo, östliche Hauptstadt, d. i. Kyoto.
[123]Und der anderen japanischen Städte. Dieselben sehen sich zum Verwechseln ähnlich, soweit nicht ein altes Schloss ihnen Eigenart verleiht.
[123]Und der anderen japanischen Städte. Dieselben sehen sich zum Verwechseln ähnlich, soweit nicht ein altes Schloss ihnen Eigenart verleiht.
[124]ReinI, 480.
[124]ReinI, 480.
[125]Das ganzeClubhauskann ineineHalle umgewandelt werden, wenn die Zahl der Gäste dies erfordert.
[125]Das ganzeClubhauskann ineineHalle umgewandelt werden, wenn die Zahl der Gäste dies erfordert.
[126]Das japanische Papier, aus dem Rindenbast des Maulbeerbaumes, ist zäh und zerfliesst nicht im Wasser. Beim Schreiben braucht man kein Löschblatt. Es ist brauchbar als Fensterabschluss; mit Firniss behandelt, wird es lederartig: mit Oel getränkt, wasserdicht, zu Regenmänteln. Werth der japanischen Papierfabrikation 5 Millionen Yen 1887, der Ausfuhr 244000 Yen.
[126]Das japanische Papier, aus dem Rindenbast des Maulbeerbaumes, ist zäh und zerfliesst nicht im Wasser. Beim Schreiben braucht man kein Löschblatt. Es ist brauchbar als Fensterabschluss; mit Firniss behandelt, wird es lederartig: mit Oel getränkt, wasserdicht, zu Regenmänteln. Werth der japanischen Papierfabrikation 5 Millionen Yen 1887, der Ausfuhr 244000 Yen.
[127]Ein englischer Arzt in Kyoto überreichte mir eine „Denkschrift zur Verhütung der Kurzsichtigkeit unter den höheren Classen,“ worin er die Fenster aus Papier tadelt und solche aus Glas empfiehlt. Aber es ist unmöglich, diese für 40 Millionen Menschen augenblicklich zu beschaffen.
[127]Ein englischer Arzt in Kyoto überreichte mir eine „Denkschrift zur Verhütung der Kurzsichtigkeit unter den höheren Classen,“ worin er die Fenster aus Papier tadelt und solche aus Glas empfiehlt. Aber es ist unmöglich, diese für 40 Millionen Menschen augenblicklich zu beschaffen.
[128]Schlafgewand, Matratze undHalsschemel(makuro) mit Schlummerrolle, besonders für die Frauen, um den Kopfputz zu schonen. Ich sah dies seltsame Möbel auch in Krankenhäusern.
[128]Schlafgewand, Matratze undHalsschemel(makuro) mit Schlummerrolle, besonders für die Frauen, um den Kopfputz zu schonen. Ich sah dies seltsame Möbel auch in Krankenhäusern.
[129]Japanese houses byMorse, London 1888, (Sampson Low, Fleetstreet).
[129]Japanese houses byMorse, London 1888, (Sampson Low, Fleetstreet).
[130]Ich ersuche ihn, erst den Strassenschmutz in New-York, Chicago, Frisco mit der Nase zu prüfen und dann nach Berlin zu kommen.
[130]Ich ersuche ihn, erst den Strassenschmutz in New-York, Chicago, Frisco mit der Nase zu prüfen und dann nach Berlin zu kommen.
[131]Sie vertreten die Stelle unserer Leichensteine; besitzen aber, wegen der Verehrung der Ahnen, bei den Japanern eine weit höhere Bedeutung.
[131]Sie vertreten die Stelle unserer Leichensteine; besitzen aber, wegen der Verehrung der Ahnen, bei den Japanern eine weit höhere Bedeutung.
[132]Harakiriheisst Bauch-Schnitt; den Japanern scheint das chinesische Wortseppukugewählter, wie manchem meiner Fachgenossen —Laparotomie.Im Mittelalter eine Sitte der besiegten Krieger, die nicht in Feindeshand fallen wollten, wurde es um 1500 n. Chr. einVorrechtder Daimio und Samurai, um, zur Todesstrafe verurtheilt, dem Henker zu entgehen, — gerade wie früher in manchen LändernEuropa’swohl der Edelmann enthauptet, der Bürger gehängt wurde.Hinter dem japanischen Edelmann stand sein Freund; sowie der erste den Dolch in den Leib stiess, hieb der zweite ihm mit scharfem Schwert das Haupt ab.Harakiri als Strafe ist abgeschafft, als Selbstmord kommt es noch vor. 1881 hat ein junger Officier aus Yezo im Tempel von Saitokuji zu Tokyo, an dem Grabe seiner Ahnen, so den Tod gesucht und gefunden, um durch die That sein Vaterland auf die von den Russen drohende Gefahr eindringlicher aufmerksam zu machen, als seine Worte es vermocht.
[132]Harakiriheisst Bauch-Schnitt; den Japanern scheint das chinesische Wortseppukugewählter, wie manchem meiner Fachgenossen —Laparotomie.
Im Mittelalter eine Sitte der besiegten Krieger, die nicht in Feindeshand fallen wollten, wurde es um 1500 n. Chr. einVorrechtder Daimio und Samurai, um, zur Todesstrafe verurtheilt, dem Henker zu entgehen, — gerade wie früher in manchen LändernEuropa’swohl der Edelmann enthauptet, der Bürger gehängt wurde.
Hinter dem japanischen Edelmann stand sein Freund; sowie der erste den Dolch in den Leib stiess, hieb der zweite ihm mit scharfem Schwert das Haupt ab.
Harakiri als Strafe ist abgeschafft, als Selbstmord kommt es noch vor. 1881 hat ein junger Officier aus Yezo im Tempel von Saitokuji zu Tokyo, an dem Grabe seiner Ahnen, so den Tod gesucht und gefunden, um durch die That sein Vaterland auf die von den Russen drohende Gefahr eindringlicher aufmerksam zu machen, als seine Worte es vermocht.
[133]Das 50. Gesetz des Jeyasu oder (Gongen-sama) lautet: An dem Mörder des Herrn oder Vaters soll man Rache nehmen, und auch die weisen und klugen Männer gestatten nicht, dass man mit ihm zusammen unter dem Himmel lebe. Wenn Jemand Rache nehmen will, so ist in den Registern des Gerichtshofes nach Jahr und Monat der Zeitpunkt festzusetzen, bis zu dem er seine Absicht auszuführen hat.
[133]Das 50. Gesetz des Jeyasu oder (Gongen-sama) lautet: An dem Mörder des Herrn oder Vaters soll man Rache nehmen, und auch die weisen und klugen Männer gestatten nicht, dass man mit ihm zusammen unter dem Himmel lebe. Wenn Jemand Rache nehmen will, so ist in den Registern des Gerichtshofes nach Jahr und Monat der Zeitpunkt festzusetzen, bis zu dem er seine Absicht auszuführen hat.
[134]Auf einem der Festessen sah ich ein drolliges Singspiel: Eine junge Frau erschien, mit einem blühenden Kirschzweig über der Schulter, schrieb Liebeslieder und hing sie an die Zweige des Kirschbaums.„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)
[134]Auf einem der Festessen sah ich ein drolliges Singspiel: Eine junge Frau erschien, mit einem blühenden Kirschzweig über der Schulter, schrieb Liebeslieder und hing sie an die Zweige des Kirschbaums.
„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)
„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)
„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“
„Tragen möcht’ ich ein Kleid, wie die Blüthe der Kirschen gefärbet;
Sind erst die Blumen verwelkt, mahnt es mich später an sie.“
(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)
(Japan. Liedersammlung, übersetzt von Dr. Lange.)
[135]Dieselbe Beobachtung machte ich in den Museen von Hongkong, Calcutta, Bombay.
[135]Dieselbe Beobachtung machte ich in den Museen von Hongkong, Calcutta, Bombay.
[136]Auch die alten Aegypter gaben der Mumie kleine Thon-Figuren mit ins Grab, die sogenanntenStellvertreter(„wòsbt“), die in den elysäischen Gefilden des Jenseits für den Todten die Arbeit leisten sollten.
[136]Auch die alten Aegypter gaben der Mumie kleine Thon-Figuren mit ins Grab, die sogenanntenStellvertreter(„wòsbt“), die in den elysäischen Gefilden des Jenseits für den Todten die Arbeit leisten sollten.
[137]Es ist das immerhin nicht so schlimm gewesen, wie die Mittel der spanischen Inquisition.
[137]Es ist das immerhin nicht so schlimm gewesen, wie die Mittel der spanischen Inquisition.
[138]In dieser Künstelei leistet die japanische Gärtnerei geradezu Erstaunliches.
[138]In dieser Künstelei leistet die japanische Gärtnerei geradezu Erstaunliches.
[139]Bis Yokohama hatten meine Havanna’s gereicht. In Japan giebt es billige Manilla-Cigarren, wie wir sie bei uns kaum kennen, von der Form der Havanna-Cigarren und den geringeren Sorten derselben an Güte nur wenig nachstehend; das Stück kostet 15 Pfennige. — Dass der gebildete Japaner dem Gast das eigne Tabakspfeifchen aufnöthige, ist eine Fabel.
[139]Bis Yokohama hatten meine Havanna’s gereicht. In Japan giebt es billige Manilla-Cigarren, wie wir sie bei uns kaum kennen, von der Form der Havanna-Cigarren und den geringeren Sorten derselben an Güte nur wenig nachstehend; das Stück kostet 15 Pfennige. — Dass der gebildete Japaner dem Gast das eigne Tabakspfeifchen aufnöthige, ist eine Fabel.
[140]West-Haupt-Gebet-Tempel.In der späteren Beschreibung von Kyoto folgen einige Bemerkungen über Tempel und Secten der Buddhisten in Japan.
[140]West-Haupt-Gebet-Tempel.In der späteren Beschreibung von Kyoto folgen einige Bemerkungen über Tempel und Secten der Buddhisten in Japan.
[141]Auch unsere geliebten Griechen waren in diesem Punkte nicht viel klüger. Beim Hippocrates steht ein unsinniger Satz, von dem wir jetzt wissen, dass die Griechen ihn von den alten Aegyptern sich einreden liessen.
[141]Auch unsere geliebten Griechen waren in diesem Punkte nicht viel klüger. Beim Hippocrates steht ein unsinniger Satz, von dem wir jetzt wissen, dass die Griechen ihn von den alten Aegyptern sich einreden liessen.
[142]Jetzt sind dieselben, in kleinerem Maassstab, für den Hausgebrauch, auch bei uns eingeführt.
[142]Jetzt sind dieselben, in kleinerem Maassstab, für den Hausgebrauch, auch bei uns eingeführt.
[143]Nikko = Sonnen-Glanz.
[143]Nikko = Sonnen-Glanz.
[144]Das japanische Maass istKoku= 180 Liter, im Werth von 2½-5 Dollar. (Das Einkommen des Daimio betrug jährlich 10000 Koku Reis und bei den mächtigsten sogar 1 Million Koku.)
[144]Das japanische Maass istKoku= 180 Liter, im Werth von 2½-5 Dollar. (Das Einkommen des Daimio betrug jährlich 10000 Koku Reis und bei den mächtigsten sogar 1 Million Koku.)
[145]Vgl. Von „New-York nach S. Francisco“, Leipzig, 1888, S. 195.
[145]Vgl. Von „New-York nach S. Francisco“, Leipzig, 1888, S. 195.
[146]Naturgetreue Nachbildungen des japanischen Hauses sind hier am besten zu haben.
[146]Naturgetreue Nachbildungen des japanischen Hauses sind hier am besten zu haben.
[147]Der Tempel zu Eleusis, dessen Grundlagen jetzt glücklich freigelegt sind, scheint mir nach ägyptischen Mustern, wenngleich mit einigen Abweichungen, erbaut zu sein.
[147]Der Tempel zu Eleusis, dessen Grundlagen jetzt glücklich freigelegt sind, scheint mir nach ägyptischen Mustern, wenngleich mit einigen Abweichungen, erbaut zu sein.
[148]Wer inOstindieneine Moschee betritt, ist im ersten Augenblick ganz verwirrt, da die Gebetnische nachWestenliegt; aber die Richtung (Kibla) muss immer nach Mohammed’s Grab hinweisen.
[148]Wer inOstindieneine Moschee betritt, ist im ersten Augenblick ganz verwirrt, da die Gebetnische nachWestenliegt; aber die Richtung (Kibla) muss immer nach Mohammed’s Grab hinweisen.
[149]Ise(südöstlich von Kyoto, an der Owaribucht) mit dem Tempel der Shinto-Sonnengöttin Amaterasu ist dasNationalheiligthum der Japaner. Fremde können wohl hinreisen, bekommen aber nicht viel zu sehen.
[149]Ise(südöstlich von Kyoto, an der Owaribucht) mit dem Tempel der Shinto-Sonnengöttin Amaterasu ist dasNationalheiligthum der Japaner. Fremde können wohl hinreisen, bekommen aber nicht viel zu sehen.
[150]Pagode, angeblich vom indischen bhagurati = heiliges Haus; richtiger wohl vonDagoba, Reliquien-Schrein.
[150]Pagode, angeblich vom indischen bhagurati = heiliges Haus; richtiger wohl vonDagoba, Reliquien-Schrein.
[151]Kranich und Schildkröte sind Sinnbilder des Glücks und des langen Lebens.
[151]Kranich und Schildkröte sind Sinnbilder des Glücks und des langen Lebens.
[152]Aeolus, der Schaffner der Winde, gab dem Odysseus einenSchlauchaus Ochsenhaut, worin er die Sturmwinde fest eingebunden. (Odyssee, X, 19). Die Uebereinstimmung kann auf Zufall beruhen. (Aber die Schiffersagen des zehnten Buches der Odyssee waren wenigstens den Singhalesen auf Ceylon im 4. Jahrhundert n. Chr. geläufig, da sie dieselben in ihre Chronik hineinflochten.)In einem der Mausoleen sah ich einen Mann aus Bronze als Laternenträger, dem Entwurf nach ähnlich demjenigen von Pompeji. Aber ich erschrak förmlich über die ostasiatische Ausführung.
[152]Aeolus, der Schaffner der Winde, gab dem Odysseus einenSchlauchaus Ochsenhaut, worin er die Sturmwinde fest eingebunden. (Odyssee, X, 19). Die Uebereinstimmung kann auf Zufall beruhen. (Aber die Schiffersagen des zehnten Buches der Odyssee waren wenigstens den Singhalesen auf Ceylon im 4. Jahrhundert n. Chr. geläufig, da sie dieselben in ihre Chronik hineinflochten.)
In einem der Mausoleen sah ich einen Mann aus Bronze als Laternenträger, dem Entwurf nach ähnlich demjenigen von Pompeji. Aber ich erschrak förmlich über die ostasiatische Ausführung.
[153]Mit der Eisenbahn in 50 Minuten zu erreichen, wenn man in Ofuna Anschluss an die Zweigbahn findet.
[153]Mit der Eisenbahn in 50 Minuten zu erreichen, wenn man in Ofuna Anschluss an die Zweigbahn findet.
[154]Die Bildsäule besteht aus Bronzeplatten, die einzeln gegossen, dann zusammengeschweisst und schliesslich noch mit dem Meissel bearbeitet sind. Das Gewicht soll 9000 Centner betragen. Man kann von hinten in das Innere hineinsteigen. Globetrotter haben früher sich auf Buddha’s Schooss photographiren lassen. Jetzt steht in der Nähe eine englische Inschrift: „Wandrer, wer du auch seist, ehre dieses uralte Heiligthum.“
[154]Die Bildsäule besteht aus Bronzeplatten, die einzeln gegossen, dann zusammengeschweisst und schliesslich noch mit dem Meissel bearbeitet sind. Das Gewicht soll 9000 Centner betragen. Man kann von hinten in das Innere hineinsteigen. Globetrotter haben früher sich auf Buddha’s Schooss photographiren lassen. Jetzt steht in der Nähe eine englische Inschrift: „Wandrer, wer du auch seist, ehre dieses uralte Heiligthum.“
[155]Dazu gehört der Hermes des Praxiteles. — Zu Cairo sagte mir einst ein englischer Oberst von grosser Reiseerfahrung, er theile die Menschen in zwei Classen ein, je nachdem sie den Hermes zu Olympia gesehen oder nicht.
[155]Dazu gehört der Hermes des Praxiteles. — Zu Cairo sagte mir einst ein englischer Oberst von grosser Reiseerfahrung, er theile die Menschen in zwei Classen ein, je nachdem sie den Hermes zu Olympia gesehen oder nicht.
[156]Und einen grossen Theil des Gewinnstes vorwegnimmt.
[156]Und einen grossen Theil des Gewinnstes vorwegnimmt.
[157]Wenigstens in dem der Chinesenstadt zu St. Francisco sassen die Damen, gleichförmig weiss gekleidet und weiss geschminkt, steif und wie leblos, zusammen hoch oben auf einer einzigen Galerie. In dem chinesischen Theater zu Hongkong sah ich nur ganz vereinzelte Frauen und Mädchen. — Die höheren Stände in Japan erlauben ihren Töchtern nicht, die gewöhnlichen Theater zu besuchen.
[157]Wenigstens in dem der Chinesenstadt zu St. Francisco sassen die Damen, gleichförmig weiss gekleidet und weiss geschminkt, steif und wie leblos, zusammen hoch oben auf einer einzigen Galerie. In dem chinesischen Theater zu Hongkong sah ich nur ganz vereinzelte Frauen und Mädchen. — Die höheren Stände in Japan erlauben ihren Töchtern nicht, die gewöhnlichen Theater zu besuchen.
[158]Im Theater zu Kyoto vermochte der „Führer und Dolmetscher“ durchaus nicht, den poetischen Namen des Stückes in verständliches Englisch zu übersetzen.
[158]Im Theater zu Kyoto vermochte der „Führer und Dolmetscher“ durchaus nicht, den poetischen Namen des Stückes in verständliches Englisch zu übersetzen.
[159]Ichikawa Danyūro gilt für den grössten Schauspieler Japan’s. Seine Darstellungskraft und Gewandtheit ist bewunderungswürdig.
[159]Ichikawa Danyūro gilt für den grössten Schauspieler Japan’s. Seine Darstellungskraft und Gewandtheit ist bewunderungswürdig.
[160]Wie im Theater der alten Griechen und — Shakespeare’s, so werden auch im japanischen Theater Frauenrollen von Männern dargestellt. Ebenso im Theater der Chinesen, nicht aber in dem der Hindu und Parsi. Für das Theater der Japaner ist dies um so seltsamer, als ihre moderne Bühne, im 17. Jahrhundert, von zwei Frauen (O-Kuri und O-Tsu) gegründet wurde. — Die erstere war Priesterin, entfloh mit einem Krieger, verursachte durch ihre Schönheit den Tod eines Nebenbuhlers, trat mit ihrem Gatten in Yedo auf und wurde nach seinem Tode erst Lehrerin der Dichtkunst und endlich Nonne, um für die Seele ihres Opfers zu beten. — Dass Frauen auf der japanischen Bühne nicht auftreten, wird verschieden erklärt, ein Mal aus Gründen der Sitte, das andre Mal — weil es den Frauen an Begabung zur Schauspielkunst fehle!
[160]Wie im Theater der alten Griechen und — Shakespeare’s, so werden auch im japanischen Theater Frauenrollen von Männern dargestellt. Ebenso im Theater der Chinesen, nicht aber in dem der Hindu und Parsi. Für das Theater der Japaner ist dies um so seltsamer, als ihre moderne Bühne, im 17. Jahrhundert, von zwei Frauen (O-Kuri und O-Tsu) gegründet wurde. — Die erstere war Priesterin, entfloh mit einem Krieger, verursachte durch ihre Schönheit den Tod eines Nebenbuhlers, trat mit ihrem Gatten in Yedo auf und wurde nach seinem Tode erst Lehrerin der Dichtkunst und endlich Nonne, um für die Seele ihres Opfers zu beten. — Dass Frauen auf der japanischen Bühne nicht auftreten, wird verschieden erklärt, ein Mal aus Gründen der Sitte, das andre Mal — weil es den Frauen an Begabung zur Schauspielkunst fehle!
[161]Aehnlich wie in der Götterdämmerung vor Brunhild’s Felsgemach.
[161]Aehnlich wie in der Götterdämmerung vor Brunhild’s Felsgemach.
[162]Das griechische Theater besass bereits eine Maschine (Ekkyklema), um das Innere eines Hauses, wenn es erforderlich wurde, nach aussen zu drehen. Vgl.Aristophanes, die Acharner, Z. 409.Euripides: „Man drehe mich heraus.“ (Ἀλλ’ ἐκκυκλήσομαι).
[162]Das griechische Theater besass bereits eine Maschine (Ekkyklema), um das Innere eines Hauses, wenn es erforderlich wurde, nach aussen zu drehen. Vgl.Aristophanes, die Acharner, Z. 409.Euripides: „Man drehe mich heraus.“ (Ἀλλ’ ἐκκυκλήσομαι).
[163]Gelegentlich sieht man das heutzutage auch auf unserer Bühne.
[163]Gelegentlich sieht man das heutzutage auch auf unserer Bühne.
[164]J. L.Kleinerklärt, im III. Band seiner so ausführlichen Geschichte des Drama, die Schauspiele der Japaner für „matte Abbilder oder groteske Nachahmungen des Theaters der Hindu oder Chinesen.“ Aber er schrieb 1866, d. h. zu einer Zeit, wo unsere Kenntniss von Japan noch sehr gering war.
[164]J. L.Kleinerklärt, im III. Band seiner so ausführlichen Geschichte des Drama, die Schauspiele der Japaner für „matte Abbilder oder groteske Nachahmungen des Theaters der Hindu oder Chinesen.“ Aber er schrieb 1866, d. h. zu einer Zeit, wo unsere Kenntniss von Japan noch sehr gering war.
[165]Mit Recht betont er (1866) des Königs Çudraka’s Stück „Der Kinderwagen“ (aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.), dasselbe Stück, das wir heutzutage alsVasantasenaso sehr bewundern.
[165]Mit Recht betont er (1866) des Königs Çudraka’s Stück „Der Kinderwagen“ (aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.), dasselbe Stück, das wir heutzutage alsVasantasenaso sehr bewundern.
[166]Chamberlain, Things Japanese, S. 412.
[166]Chamberlain, Things Japanese, S. 412.
[167]Chikamatsu Monzaemon und Takeda Izumo.
[167]Chikamatsu Monzaemon und Takeda Izumo.
[168]Dies Stück ist ins Englische übersetzt und auch einige No-Dichtungen. Aber wir sind noch weit davon entfernt, den Inhalt des japanischen Theaters zu kennen.
[168]Dies Stück ist ins Englische übersetzt und auch einige No-Dichtungen. Aber wir sind noch weit davon entfernt, den Inhalt des japanischen Theaters zu kennen.
[169]Auch zur Bereitung der beliebten TunkeSoyaverwendet.
[169]Auch zur Bereitung der beliebten TunkeSoyaverwendet.
[170]Fleisch wird wenig genossen, die Buddhisten verabscheuen es wegen der Lehre von der Seelenwanderung. 1882 wurden im ganzen Reich nur 36000 Stück Rindvieh geschlachtet; in Berlin 1890/91: 124593 Rinder und 115431 Kälber. Der Fisch wurde in Japan nothgedrungen von der Seelenwanderung ausgenommen. Das Meer von Japan wie seine süssen Gewässer wimmeln von Fischen, da der Räuber Hecht fehlt.
[170]Fleisch wird wenig genossen, die Buddhisten verabscheuen es wegen der Lehre von der Seelenwanderung. 1882 wurden im ganzen Reich nur 36000 Stück Rindvieh geschlachtet; in Berlin 1890/91: 124593 Rinder und 115431 Kälber. Der Fisch wurde in Japan nothgedrungen von der Seelenwanderung ausgenommen. Das Meer von Japan wie seine süssen Gewässer wimmeln von Fischen, da der Räuber Hecht fehlt.
[171]Arbeiten aus der K. jap. Militärärztlichen Lehranstalt. I, 1. 1892.
[171]Arbeiten aus der K. jap. Militärärztlichen Lehranstalt. I, 1. 1892.
[172]Vergl. die Erörterung bei J.Munk, Virchow’s Arch. B. 132, S. 150. Bei uns braucht der Arbeiter täglich 110 g Eiweiss, 56 g Fett und 500 g Kohlehydrat. (J.Munk&Uffelmann: „Die Ernährung“. 2. Aufl. 1891. S. 346.)
[172]Vergl. die Erörterung bei J.Munk, Virchow’s Arch. B. 132, S. 150. Bei uns braucht der Arbeiter täglich 110 g Eiweiss, 56 g Fett und 500 g Kohlehydrat. (J.Munk&Uffelmann: „Die Ernährung“. 2. Aufl. 1891. S. 346.)
[173]Ebendaselbst. S. 329.
[173]Ebendaselbst. S. 329.
[174]Victor Hehn, Kulturpflanzen und Hausthiere. 5. Aufl. Berlin 1887. S. 406.
[174]Victor Hehn, Kulturpflanzen und Hausthiere. 5. Aufl. Berlin 1887. S. 406.
[175]Die getuschten Lichtbilder von Land und Leuten, die man in Tokyo, Yokohama, Kobe kaufen kann, sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.
[175]Die getuschten Lichtbilder von Land und Leuten, die man in Tokyo, Yokohama, Kobe kaufen kann, sind eigentlich besser und billiger, als die unsrigen.
[176]Man könnte es „Aller-Seelen-Tempel“ übersetzen. (Chinesisch sho = einladen, kon = Geist, sha = Tempel.)
[176]Man könnte es „Aller-Seelen-Tempel“ übersetzen. (Chinesisch sho = einladen, kon = Geist, sha = Tempel.)
[177]Die japanische Regierung hattebereits1869 die preussische gebeten, ihr einige tüchtige militärärztliche Kräfte zu überlassen. Die Herren Oberstabsarzt Dr.Müllerund Stabsarzt Dr.Hoffmannkamen, da ihre Abreise durch den Krieg verzögert ward, im August 1871 in Yedo an.
[177]Die japanische Regierung hattebereits1869 die preussische gebeten, ihr einige tüchtige militärärztliche Kräfte zu überlassen. Die Herren Oberstabsarzt Dr.Müllerund Stabsarzt Dr.Hoffmannkamen, da ihre Abreise durch den Krieg verzögert ward, im August 1871 in Yedo an.
[178]Kitsune-tsuki. — Es giebt auch auf dem Lande Fuchs-Eigner (Kitsune-mochi), schlaue Betrüger, welche den Aberglauben zu unrechtmässigem Vortheil ausbeuten.
[178]Kitsune-tsuki. — Es giebt auch auf dem Lande Fuchs-Eigner (Kitsune-mochi), schlaue Betrüger, welche den Aberglauben zu unrechtmässigem Vortheil ausbeuten.
[179]Ist es doch noch nicht lange her, dass wir sogar in unserem Vaterland von Besessenheit und Teufelaustreibung vernommen haben. —Kämpfer(Geschichte von Japan III, 2) fand schon 1692 in Japan „den Glauben, dass der Fuchs manche Menschen (gerade wie bei den Christen der Teufel) besitze.“
[179]Ist es doch noch nicht lange her, dass wir sogar in unserem Vaterland von Besessenheit und Teufelaustreibung vernommen haben. —Kämpfer(Geschichte von Japan III, 2) fand schon 1692 in Japan „den Glauben, dass der Fuchs manche Menschen (gerade wie bei den Christen der Teufel) besitze.“
[180]Dazu kommen noch neuerdings eine Ackerbau- und eine technische Hochschule.
[180]Dazu kommen noch neuerdings eine Ackerbau- und eine technische Hochschule.
[181]Oder in Familien, die eine besondereErlaubnissdazu erhalten haben.
[181]Oder in Familien, die eine besondereErlaubnissdazu erhalten haben.
[182]Auch eineallgemein wissenschaftliche Zeitschrift„Von West nach Ost“ ist neuerdings von Japanern herausgegeben worden, jedoch nicht lange: „In Deutschland ist die Hauptquelle des Stromes der Wissenschaft unserer Tage zu suchen.“ So lautete ein Satz in dieser Zeitschrift.
[182]Auch eineallgemein wissenschaftliche Zeitschrift„Von West nach Ost“ ist neuerdings von Japanern herausgegeben worden, jedoch nicht lange: „In Deutschland ist die Hauptquelle des Stromes der Wissenschaft unserer Tage zu suchen.“ So lautete ein Satz in dieser Zeitschrift.
[183]Er hat eine verschluckte Zahnbürste aus dem Magen durch Schnitterfolgreichentfernt. — Die japanische Zahnbürste (Yoji) ist ein Weidenstäbchen, an einem Ende durch zolltiefe Einschnitte in einen steifen Faserpinsel umgewandelt; kostet etwa 1½ Pfennig und ist ein Werkzeug, dasjederJapaner ohne Ausnahme anwendet, so allgemein, wie kein anderes Volk der Erde.
[183]Er hat eine verschluckte Zahnbürste aus dem Magen durch Schnitterfolgreichentfernt. — Die japanische Zahnbürste (Yoji) ist ein Weidenstäbchen, an einem Ende durch zolltiefe Einschnitte in einen steifen Faserpinsel umgewandelt; kostet etwa 1½ Pfennig und ist ein Werkzeug, dasjederJapaner ohne Ausnahme anwendet, so allgemein, wie kein anderes Volk der Erde.
[184]Die Krankenpflegerinnen machen einen sehr günstigen Eindruck, obwohl sie in ihren Mussestunden — mitPuppenspielen, wie manche erwachsene Japanerin.
[184]Die Krankenpflegerinnen machen einen sehr günstigen Eindruck, obwohl sie in ihren Mussestunden — mitPuppenspielen, wie manche erwachsene Japanerin.
[185]Der in der ersten Hauptstadt ist unzugänglich, den in der zweiten (älteren) Hauptstadt Kyoto befindlichen konnte ich in Augenschein nehmen.
[185]Der in der ersten Hauptstadt ist unzugänglich, den in der zweiten (älteren) Hauptstadt Kyoto befindlichen konnte ich in Augenschein nehmen.
[186]Trotz der japanischen Reinlichkeit ist Lungenschwindsucht recht häufig, besonders bei den höheren Classen und Gelehrten, die mehr im Hause leben. Möglich, dass die Matten hier eine wichtige Rolle in der Uebertragung der Keime spielen.
[186]Trotz der japanischen Reinlichkeit ist Lungenschwindsucht recht häufig, besonders bei den höheren Classen und Gelehrten, die mehr im Hause leben. Möglich, dass die Matten hier eine wichtige Rolle in der Uebertragung der Keime spielen.
[187]On Leprosy by Masana Goto, Cooper Med. College, San Francisco, in theSei-J-KwaiMedical Journal, Tôkyô, Mai 1888.
[187]On Leprosy by Masana Goto, Cooper Med. College, San Francisco, in theSei-J-KwaiMedical Journal, Tôkyô, Mai 1888.
[188]Am Abend meines Ankunftstages (13. September 1892) fand ein kleines statt. — Wegen der Erdbeben sind die japanischen Häuser meist aus Holz.
[188]Am Abend meines Ankunftstages (13. September 1892) fand ein kleines statt. — Wegen der Erdbeben sind die japanischen Häuser meist aus Holz.
[189]1826–1830.
[189]1826–1830.
[190]Vgl. meine Darstellung in der deutsch. med. Wochenschr. 1893.
[190]Vgl. meine Darstellung in der deutsch. med. Wochenschr. 1893.
[191]Geschichte und Beschreibung von Japan, Lemgo 1777, Vorrede. — Vgl. ferner Things Japanese, S. 242–244.
[191]Geschichte und Beschreibung von Japan, Lemgo 1777, Vorrede. — Vgl. ferner Things Japanese, S. 242–244.
[192]Er hat neuerdings dort einDenkmalerhalten.
[192]Er hat neuerdings dort einDenkmalerhalten.
[193]1775 kam ein schwedischer Arzt und Naturforscher,Thunberg, welcher um dieFloraJapan’s die grössten Verdienste sich erworben hat.
[193]1775 kam ein schwedischer Arzt und Naturforscher,Thunberg, welcher um dieFloraJapan’s die grössten Verdienste sich erworben hat.
[194]Kämpfer,v. SieboldtundRein(Prof. in Marburg und Bonn, Verfasser vonJapan, Leipzig 1881–1886, zwei Bände) sind die drei Männer, denen die Welt das Meiste über Japan verdankt. Bezüglich der Sprache, Literatur, Götter- und Sagenlehre, Kunst, sind auch einige Engländer und Franzosen (Satow, Chamberlain, Anderson, Gonse) rühmend zu erwähnen.
[194]Kämpfer,v. SieboldtundRein(Prof. in Marburg und Bonn, Verfasser vonJapan, Leipzig 1881–1886, zwei Bände) sind die drei Männer, denen die Welt das Meiste über Japan verdankt. Bezüglich der Sprache, Literatur, Götter- und Sagenlehre, Kunst, sind auch einige Engländer und Franzosen (Satow, Chamberlain, Anderson, Gonse) rühmend zu erwähnen.
[195]Der Shogun, sehr zufrieden mit seiner Behandlung, forderte ihn auf, eine Belohnung zu verlangen. „Möge es Ew. Hoheit belieben, dass icheinAuge wiedererlange.“ — Der Shogun schenkte ihm ein Haus in derEin Auge-Strassein Yedo.
[195]Der Shogun, sehr zufrieden mit seiner Behandlung, forderte ihn auf, eine Belohnung zu verlangen. „Möge es Ew. Hoheit belieben, dass icheinAuge wiedererlange.“ — Der Shogun schenkte ihm ein Haus in derEin Auge-Strassein Yedo.
[196]Amma-San = Knet-Herr.
[196]Amma-San = Knet-Herr.
[197]Etwa 50 Procent der Blindheit war durch Pockenkrankheit bedingt. (35 Procent in Europa, vor Einführung der Schutzpockenimpfung. Vgl. meine Mittheilung. Berliner klin. Wochenschr., 1873, No. 5). — Nach der Volkszählung vom Jahre 1875 waren in Japan unter 33110825 Einwohnern 101587 blind, taub, oder verkrüppelt; es ist wahrscheinlich, dass die meistenblindwaren.
[197]Etwa 50 Procent der Blindheit war durch Pockenkrankheit bedingt. (35 Procent in Europa, vor Einführung der Schutzpockenimpfung. Vgl. meine Mittheilung. Berliner klin. Wochenschr., 1873, No. 5). — Nach der Volkszählung vom Jahre 1875 waren in Japan unter 33110825 Einwohnern 101587 blind, taub, oder verkrüppelt; es ist wahrscheinlich, dass die meistenblindwaren.
[198]Heirath zwischenzweiBlinden war streng verboten.
[198]Heirath zwischenzweiBlinden war streng verboten.
[199]Es giebt auch sehr billige. Sie rufen: „Amma kami shimo ni-ju-shi mon!“ „Kneten von oben bis unten für 1½ Pfennige!“
[199]Es giebt auch sehr billige. Sie rufen: „Amma kami shimo ni-ju-shi mon!“ „Kneten von oben bis unten für 1½ Pfennige!“
[200]Ich habethatsächlichgehört, als ich hier in Berlin vor etlichen Jahren einem Knaben den Blasenwurm aus dem Augeninnern durch Schnitt entfernt hatte, dass von der Mutter vorher ein —Geistbefragt worden sei und meinen Plan gebilligt habe.
[200]Ich habethatsächlichgehört, als ich hier in Berlin vor etlichen Jahren einem Knaben den Blasenwurm aus dem Augeninnern durch Schnitt entfernt hatte, dass von der Mutter vorher ein —Geistbefragt worden sei und meinen Plan gebilligt habe.
[201]Zur Zeit der Revolution sind allerdings einige Europäer angegriffen und getödtet worden, namentlich solche, die nicht den grossen Fürsten, wie das Landesgesetz es gebot, auf der Landstrasse Platz machten. — Von der Verwundung des russischen Thronfolgers werde ich noch sprechen.
[201]Zur Zeit der Revolution sind allerdings einige Europäer angegriffen und getödtet worden, namentlich solche, die nicht den grossen Fürsten, wie das Landesgesetz es gebot, auf der Landstrasse Platz machten. — Von der Verwundung des russischen Thronfolgers werde ich noch sprechen.
[202]Ich fand auch amerikanische Damen, die ohne Führer und ohne Kenntniss der Sprache allein reisten, ohne je einen Grund zur Klage zu finden.
[202]Ich fand auch amerikanische Damen, die ohne Führer und ohne Kenntniss der Sprache allein reisten, ohne je einen Grund zur Klage zu finden.
[203]Naku-sen-do, Zwischenberg-Strasse, 132 ri lang, führte quer durch das Land über die Gebirgspässe von Kyoto nach Yedo und stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. — Ausserdem gab es noch eine nördliche Landstrasse (Hokurokudo).
[203]Naku-sen-do, Zwischenberg-Strasse, 132 ri lang, führte quer durch das Land über die Gebirgspässe von Kyoto nach Yedo und stammt aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. — Ausserdem gab es noch eine nördliche Landstrasse (Hokurokudo).
[204]Angeblich auch in China. — Von den Holländern wurde der Sport im Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa gebracht, nach England und Frankreich verpflanzt, und wird in Holland gelegentlich noch heute geübt.
[204]Angeblich auch in China. — Von den Holländern wurde der Sport im Anfang des 17. Jahrhunderts nach Europa gebracht, nach England und Frankreich verpflanzt, und wird in Holland gelegentlich noch heute geübt.
[205]Franz Xavier gab der Stadt 90000 Häuser und 450000 Seelen.
[205]Franz Xavier gab der Stadt 90000 Häuser und 450000 Seelen.
[206]Kyoto hat 975 Buddha-, 93 Shinto-Tempel, und zusammen mit der nächsten Umgebung gegen 3000 Tempel.
[206]Kyoto hat 975 Buddha-, 93 Shinto-Tempel, und zusammen mit der nächsten Umgebung gegen 3000 Tempel.
[207]Die meisten Deutschen, deren Reisebeschreibungen ich gelesen, wohnten auf dem Hügel, imYaami-Hotel.
[207]Die meisten Deutschen, deren Reisebeschreibungen ich gelesen, wohnten auf dem Hügel, imYaami-Hotel.
[208]Also weniger weit und höher, im Ganzen schlanker, als bei uns, wo die grösste Weite das 15fache, die Höhe (aussen schräg an der Glocke gemessen) das 12fache der Metallstärke am Schlagring beträgt. Unsere grösste,die Kaiserglocke im Dom zu Köln(1875), ist 3,25 m hoch und 26250 kg schwer; also bedeutend kleiner als die zu Kyoto. Grösser, aber nie benutzt istZar-Kolokolzu Moskau (5,8 m hoch, 200000 kg schwer); und eine eiserne zu Peking vom Jahre 1403: 4,5 m hoch und 65000 kg schwer.
[208]Also weniger weit und höher, im Ganzen schlanker, als bei uns, wo die grösste Weite das 15fache, die Höhe (aussen schräg an der Glocke gemessen) das 12fache der Metallstärke am Schlagring beträgt. Unsere grösste,die Kaiserglocke im Dom zu Köln(1875), ist 3,25 m hoch und 26250 kg schwer; also bedeutend kleiner als die zu Kyoto. Grösser, aber nie benutzt istZar-Kolokolzu Moskau (5,8 m hoch, 200000 kg schwer); und eine eiserne zu Peking vom Jahre 1403: 4,5 m hoch und 65000 kg schwer.
[209]Ich sah ein grosses japanisches Gemälde, welches Feuersbrunst im kaiserlichen Palast und Gewühl der Fliehenden darstellte.
[209]Ich sah ein grosses japanisches Gemälde, welches Feuersbrunst im kaiserlichen Palast und Gewühl der Fliehenden darstellte.
[210]1 Acre = 40½ Ar, 1 Ar = 100 Quadratmeter.
[210]1 Acre = 40½ Ar, 1 Ar = 100 Quadratmeter.
[211]Kyoto ist berühmt durch seine Brocate, Damaste, Seiden- und Sammtgewebe. 18000 Seidenweber in Kyoto und Umgebung schaffen jährlich für 20 Millionen Yen Gewebe. 1888 führte Japan für 28 Millionen Yen Rohseide aus und für 1600000 Yen Seidengewebe.
[211]Kyoto ist berühmt durch seine Brocate, Damaste, Seiden- und Sammtgewebe. 18000 Seidenweber in Kyoto und Umgebung schaffen jährlich für 20 Millionen Yen Gewebe. 1888 führte Japan für 28 Millionen Yen Rohseide aus und für 1600000 Yen Seidengewebe.
[212]Jugendliche Globetrotter haben die Aufwärterinnen der Theehäuser als ausnehmend frech beschrieben. Ich habe das nicht beobachtet. Als wir nahten, verneigten sich die am Eingang stehenden Mädchen und riefen: „Ruhen Sie aus, meine Herren, unter dem Dach dieses niedrigen Hauses. Sie dürften erschöpft sein von der langen Reise.“ So übersetzten es mir meine jungen Freunde.
[212]Jugendliche Globetrotter haben die Aufwärterinnen der Theehäuser als ausnehmend frech beschrieben. Ich habe das nicht beobachtet. Als wir nahten, verneigten sich die am Eingang stehenden Mädchen und riefen: „Ruhen Sie aus, meine Herren, unter dem Dach dieses niedrigen Hauses. Sie dürften erschöpft sein von der langen Reise.“ So übersetzten es mir meine jungen Freunde.
[213]1½ ri, d. h. 3¾ englische Meilen oder 6,75 km nördlich von Otsu.
[213]1½ ri, d. h. 3¾ englische Meilen oder 6,75 km nördlich von Otsu.
[214]Weit besser, als die der berühmten Bittschriften-LindeFriedrichs des Grossenneben dem Stadt-Schloss zu Potsdam, deren Lehm-Ausschmierung recht armselig aussieht.
[214]Weit besser, als die der berühmten Bittschriften-LindeFriedrichs des Grossenneben dem Stadt-Schloss zu Potsdam, deren Lehm-Ausschmierung recht armselig aussieht.
[215]Rein I, 527.
[215]Rein I, 527.
[216]Hidari heisst Link-Hand. Dieser Name erklärt sich selber, hat aber Veranlassung zu einer artigen Sage gegeben. Des Künstlers Fürst musste seinen Feinden die eigene Tochter opfern. Da schlug der Bildhauer seiner lebenden Galatea den Kopf ab und sandte ihn den Feinden als das Haupt der Fürstentochter. Aber ein treuer Diener des Fürsten, überzeugt, dass der Bildhauer wirklich die Tochter seines Herrn getödtet, schlug ergrimmt dem Künstler die rechte Hand ab.
[216]Hidari heisst Link-Hand. Dieser Name erklärt sich selber, hat aber Veranlassung zu einer artigen Sage gegeben. Des Künstlers Fürst musste seinen Feinden die eigene Tochter opfern. Da schlug der Bildhauer seiner lebenden Galatea den Kopf ab und sandte ihn den Feinden als das Haupt der Fürstentochter. Aber ein treuer Diener des Fürsten, überzeugt, dass der Bildhauer wirklich die Tochter seines Herrn getödtet, schlug ergrimmt dem Künstler die rechte Hand ab.
[217]D. h. wahre Worte.
[217]D. h. wahre Worte.