Chapter 52

[448]Fergussonverficht mit Eifer die Ansicht, dass „allenthalben unterhalb des Buddha-Glaubens eine Lage von Schlangen- und Baumdienst gefunden wird“, dass hauptsächlich nur die alten Ureinwohner, die Schlangen und Bäume verehrten, den Buddha-Glauben angenommen haben.[449]DersachverständigePrinz Waldemar von Preussen beschreibt es folgendermaassen: „Es bildet ein achtseitiges Vauban’sches Polygon, dessen fünf Landseiten bastionirt, dagegen die drei dem Hugli zugekehrtentenaillirtsind, d. h. abwechselnd ein- und ausspringende Winkel bilden.“[450]Für 1 R.[451]Die Wasserleitung Calcutta’s schöpft aus dem Ganges.[452]Die der Wirth für 2 Annas d. h. etwa 16 Pfennige liefert, mein Landsmann aber auf den Werth von 1 Annas abschätzt.[453]Für 2–4 R.[454]1891 wurden im Mayo-Krankenhaus 176 Fälle von Cholera aufgenommen, von denen 105 tödlich endigten.[455]Schon die alten Griechen waren im Zwiespalt, die Einen leiten das Wort von χολή (chole) „die Galle“, die Anderen von χολάς (cholas) „Dünndarm“ ab. Bei den späteren Griechen bedeutet dasselbe Wort eine Dachrinne.[456]Vgl. Reports on the epidemic cholera, Bombay 1819.[457]Unter dem Namen Bisúchika, während in einer Sanskrit-Handschrift aus dem 17. Jahrhundert der Name Haidsa auftritt.[458]In Berlin sind in den 15 Epidemien von 1831 bis 1873 im Ganzen 18916 Menschen an Cholera verstorben.[459]Den Koffer liess ich im Gasthaus. Calcutta-Darjeeling, 378 englische Meilen in 24 Stunden, also durchschnittlich nur 25 Kilometer in der Stunde. Fahrpreis erster Classe 50 Rupien, wovon 20 auf die letzten 50 Meilen (privater Gebirgsbahn) entfallen. Die erste Classe kostet in Indien höchstens 1 anna 6 pies für die Meile (oder etwa 8 Pfennige für den Kilometer), ungefähr wie bei uns, die zweite die Hälfte, die dritte den sechsten Theil. Hin- und Rückfahrtskarte kostet 1⅓ der Hinfahrt, ungefähr wie bei uns. Madras-Zeit gilt auf allen Bahnen. Auf grösseren Halteplätzen zeigt eine Uhr die Madras- oder Eisenbahnzeit, eine zweite die Ortszeit, und zwar recht deutlich.[460]Der Ganges ist 2500 Kilometer lang und hat ein Gebiet von 1 Million Quadratkilometer. Zu Rajmahal in Bengalen, noch 640 Kilometer von der Mündung, ist er 1500 Meter breit, und entsendet während der Hochfluth 1800000 Cubikfuss in der Secunde, sonst 207000. Die Dauer der Hochfluth beträgt 40 Tage. (Die grösste Entladung des Mississippi beträgt 1200000 Cubikfuss.) Der Innenhandel von und nach Calcutta auf dem Ganges und seinen Nebenflüssen und Canälen beträgt jährlich 400 Millionen Rupien, davon 153 auf einheimischen Böten. 1876 wurden deren zu Hugli 124000 registrirt.[461]Nicht weniger als fünf verschiedene Spurweiten sind auf indischen Eisenbahnen zu finden, was vom Standpunkt der Landesvertheidigung seltsam erscheint. Die grösste ist auf der Strecke Calcutta-Delhi, nämlich 66 Zoll, 9½ Zoll mehr, als bei uns. (Die kleinen Spurweiten sind billiger, aber weniger haltbar.)[462]Auch Nepal oder Nipal geschrieben.[463]Ponny und Führer 6 Rupien.[464]In Deutschland 43156 Kilometer (dazu 2487 Kilometer Industrie-Bahnen); in England 32304 Kilometer.[465]1881 musste Professor Reulaux im Fährboot über den Ganges setzen.[466]Natürlich besser, alsRasthäuser(Dak Bungalow): auf letztere war ich nur zwei Mal angewiesen, in Ahmedabad und bei Ellora, in einheimischen Schutzstaaten, wo überhaupt noch keine Gasthäuser für Europäer errichtet sind.[467]Nelumbium speciosum, indische Teichrose, Nil-lilie, die heilige Padena-Pflanze der Inder.[468]2 Rupien für den Tag.[469]6   „   „  „  „.[470]Für 2 bis 3 Rupien.[471]Die Vorschrift der Religion ist gewiss sehr förderlich für die Gesundheit.[472]Sikra oder Vimanah, mit zahlreichen Nebenthürmchen. (Es soll die aufsteigende Flamme bedeuten.)[473]Rama ist einer der „Niederstiege“ (Avatáras, Incarnationen) des Wischnu.[474]Soll in Europa die Leichenverbrennung, welche ja altgermanische Sitte gewesen, wieder Fortschritte machen, so werden wir von den Asiaten Einfachheit lernen müssen. In Japan kostet die Verbrennung erster Classe 7 Yen, zweiter Classe 2½ Yen, dritter Classe 1½ Yen. (1 Yen = 3 Mark.) In Indien sind die Preise noch niedriger, — wenigstens für dieArmen.[475]Das = zehn; ashva (equus) = Ross. Ross-Opfer kommen in den alten Gesängen der Veden vor, wie bei den alten Germanen.[476]Auch Sutti, Suttee geschrieben.[477]Tij Muhamed Sháhi, Tafeln des Kaiser Muhamed.[478]Grade sowie bei denen unseres Dr. Hevelius in Danzig, um die Mitte des 17. Jahrhunderts, welcher die neu erfundenen Fernröhre verabscheute.[479]Mani = Juwel, Karna = Ohr. Devi (Mahadeo) soll seinen Ohrring hinein geworfen haben. Daher die Heiligkeit.[480]Tarak = der hinüber trägt.[481]Fünf-Fluss-Treppe.[482]Unten 2,5 Meter, oben 2,2 Meter dick. Wegen des mächtigen Unterbaues ist das Ganze vom Fluss bis zur Spitze der Minarete 300 Fuss hoch.[483]Vissva, das All; Issvara, der Herr: alsoHerr der Welt. Mahadeva (Magnus divus) ist eigentlich dasselbe.[484]Von Anna = Nahrung, purna = anfüllend.[485]An Grösse gleich Holland und Belgien, übertrifft es diese dicht bevölkerten Länder noch um zwei Millionen. Es hat 180 Einwohner auf den Quadratkilometer.[486]Nach Calcutta, Bombay, Madras, Haiderabad.[487]EigentlichSipahi, ein eingeborener Soldat, vonsipáh, Armee. (Persisch.) Bei den Türken hiessenSpahidie Reiter; so heissen auch noch jetzt die vier Reiterregimenter, welche die Franzosen in Algier und Tunis aus den Eingeborenen gebildet.[488]Der Antheil am indischen Handel, welchen der König von Preussen im vorigen Jahrhundert für sein Volk vergeblich erstrebt, ist in unserem Jahrhundert von der Thatkraft der deutschen Kaufleute errungen worden. In den letzten fünf Jahren ist der deutsche Handel mit Calcutta auf das Dreifache gewachsen, der englische Handel dagegen von 65 Procent des Ganzen auf 57 gesunken.[489]Dies spricht beredt für die Kraft und Sicherheit der Regierung. Sollte aber einmal ein feindliches Heer rasch durch Punjab vorrücken, so kann ganz Simla leicht von dem übrigen Indien abgeschnitten werden.[490]Die vaterlandsliebenden Inder haben bisher ganz vergeblich in ihremNational-Congressfreie Wahlen zu einer indischen Volksvertretung gefordert. In diesem Jahre, zu Lahore, wollen sie erklären, dass durch die erdrückende Besteuerung und den Geldabfluss nach England Indien verbluten müsse. — Pressfreiheit besteht in Indien seit 1835, durch Macaulay, aber vollständiger erst seit 1867.[491]Rx = 10 Rupien, also 275 Millionen Rupien; beim jetzigen Curs an 400 Millionen Mark.[492]Lucri bonus odor. Die Regierung verkauft unter Monopol den schlimmsten Schnaps, ferner Majoon (= Haschisch, vom indischen Hanf, zum Essen,) und Churra (aus derselben Pflanze, zum Rauchen,) ferner Opium an die Einheimischen. Die genauere Schilderung hat das Parlaments-Mitglied Caine (Picturesque India, S. 292) geliefert.[493]Ausfuhr nach China 1878/79 91000 Kisten, für Rx 13 Millionen; 1890/91 85000 Kisten (119000 Centner) für Rx 9¼ Millionen. 140 Pfund Opium bringen in Canton 300 bis 600 Dollar.[494]Der Vicekönig erhält 500000 + 240000 Mark jährlich, die Beamten des covenanted civil service von 12000 bis 72000 Mark. (1880.)[495]Lakh = 100000.[496]So nennt man die Prachtgebäude zur Feier des Moharram (= Allerheiligsten), des Neumonds vom ersten mohammedanischen Monat, der gleichfalls Moharram genannt wird. Das Fest ist zu Ehren der Märtyrer Hosein und Hussein, der Söhne von Ali, dem Vetter, und von Fatimah, der Tochter von Mohammed; und wird nur von denShiahsgefeiert, nicht von denSunnies. Zu den Shiah gehören die Perser, ein Theil der Einwohner von Oudh und andre Mohammedaner Nordindien’s; zu den Sunnies, welche neben dem Qoran auch die Ueberlieferung Mohammeds (Sunna) gelten lassen, die Araber, Türken, Afghanen u. A. 90 Procent der Moslem in Indien sollen Sunniten sein; zu ihnen gehörten auch die Grossmogul.[497]Die Tabakspfeife, Hukha, des Volkes ist eine Art von Thontrichter mit flachem Teller. Nicht selten wird sie in den von den beiden Händen gebildeten Hohlraum gesteckt, und aus dem Spalt zwischen den beiden Händen der Rauch gesogen. So können mehrere an derselben Pfeife rauchen, ohne Kastenvorurtheile (oder die Gesetze der Gesundheitspflege) zu beleidigen. Der fleissige Handwerker steckt diese Pfeife in ein Wassergefäss, aus dem ein langes Rohr herausragt: so hat er eine Wasser-Pfeife (Nargileh).[498]Lang fortgesetzte Dürre, da 1876beide Monsun-Regen ausbliebenund 1877 nurwenigRegen erfolgte, bewirkte 1877/78 eine so gewaltige Hungersnoth im Dekkan und auch zum Theil in Nord-Indien, dass trotz aller Anstrengung der Regierung und trotz einer Aufwendung von 11 Millionen £ gegen 5¼ Millionen Menschen durch Nahrungsmangel und die davon herrührenden Krankheiten zu Grunde gingen. Das war die grösste Hungersnoth in Indien seit 1770.[499]Rx = 10 Rupien, also beträgt obige Summe weit über 100 Millionen Mark.[500]Wagen und Führer für den Vormittag 5 Rupien.[501]Die ringsum laufende Inschrift lautet: Sacred to the perpetual Memory of a great company of Christian people, chiefly Women and Children, who near this spot were cruelly murdered by the followers of the rebel Nana Dhundu Pant, of Bilhur, and cast, the dying with the dead, into the well below, on the XVthday of July, MDCCCLVII.[502]Darbár (Durbar), persisch, eine königliche Hof- oder Empfangs-Sitzung.[503]1 Rupie 8 Annas; dazu 8 Annas für ½ Fl. Bier.[504]Der Islam hat dort die verschiedenen Völkerschaften, Iranier (Arier), Turanier, Semiten zu einer Nation vereinigt. Die eigentlichen Afghanen behaupten aus Syrien eingewandert zu sein. Diejenigen Leute, die in Indien als Afghanen bezeichnet werden, sehen echt semitisch aus. Von 664 bis 683 n. Chr. hatten die Araber Afghanistan erobert. 812 erfolgte die Auflehnung der einheimischen Statthalter gegen den Chalifen. Die Dynastie der Ghasnawiden bestand von 961 bis 1140.[505]Die Afghanen- und Türken-Könige von Delhi (1193–1526) vor den Mogul werden gelegentlichPathángenannt, und mit diesem Namen auch ihre Bauwerke bezeichnet. Pathan ist der einheimische Name für die Bevölkerung der nach Indien sich abdachenden Thäler von Afghanistan.[506]Babar heisst Löwe, ebenso wie Singh, Haidar, Sher.[507]So genannt nach ihrem mongolischen (in Wirklichkeit tatarischen) Ursprung. Sie selber nannten sich Schah, die Hofsprache war persisch. Wir müssen uns die Grossmogul als Verwandte der Osmanen, nicht etwa der Chinesen vorstellen.[508]Die Kaufkraft des Silbers, in Getreide ausgedrückt, war zu Akbar’s Zeiten zwei bis drei Mal so gross, wie heute.[509]1709 betrug der Staatsaufwand in England 7 Millionen £, eine damals für ungeheuer gehaltene Summe, 1884/85 waren die Staatseinnahmen 88 Millionen £.[510]Auch Jahangir geschrieben. Jehangir fand ich, als Vornamen, auf der Besuchskarte eines Parsi, der in London Heilkunde studirt.[511]AuchNur-Mahal, Licht des Palastes, genannt; uns wenigstens vom — Ballet bekannt.[512]Kron-Palast, persisch.[513]Aurangzib, Aurangzeyb, d. h. Zierde des Throns.[514]841 englische Meilen auf der Eisenbahn von Calcutta entfernt.[515]Im Punjab, jetzt noch 4 Millionen, scythischen, d. h. turanischen Ursprungs, angeblich die Getae der Alten.[516]Sprich Tadsch. Man liest wohl auch, dass Taj Mahal eine Abkürzung sei von Mumtaz Mahal.[517]Sein prachtvolles Grabmal ist erhalten und wird alsbald beschrieben werden.[518]1 Lakh = 100000 Rupien.[519]Mit der Rose in der Hand ist er abgebildet; die Photographien von ihm und seiner Gattin, die von den zu ihren Lebzeiten angefertigten Bildern genommen sind, werden in Agra verkauft. Beide sind schön,erwürdevoll,sielieblich. (Graf Lanckoronski sah in der Privatsammlung des Colonel Hanna zu Delhi Bilder von Mogul-Kaisern, so fein gezeichnet, wie von Albrecht Dürer.)[520]Der Vergleich ist oft genug gemacht worden, aber gegenstandslos. Jedes ist in seiner Art vollendet, das griechische insofern höherer Art, als es durch seineBildwerkedem geistreichsten Gebiet menschlicher Kunst angehört.Fergusson, in seiner grillenhaften Lehre vom Schönen, giebt dem Parthenon 24 Nummern, der Taj 20. „Ihre Schönheit mag nicht von der höchsten Art sein, aber in ihrer Art ist sie unübertroffen.“[521]Der Besuch des Prinzen von Wales in Indien war sehr nützlich. Vieles wurde ausgebessert und vor weiterem Zerfall geschützt; so auch die Marmorplatten, welche die aus Ziegeln gebaute Kuppel der Taj decken und zum Theil durch Verdickung der rostenden Eisenklammern aus ihrer Lage gekommen waren.[522]Wie weise das ist, sieht man an denNachbildungender Taj, die zu Agra verfertigt und feilgehalten werden. Dieselben entbehren jeder Wirkung. Wer diesen Unterschied staunend erwägt, findet alsbald, dass der heutige Künstler erstlich die Verhältnisse nicht richtig wiedergegeben, zweitens sein Klein-Werk mit Verzierungen, auch der Thürme, überladen hat. Weit besser ist es, naturgetreue Lichtbilder mitzubringen, als solche Bildhauerei im Zuckerbäcker-Stil. Auf den Photographien ist der Fugenschnitt auch weit zarter als in den üblichen Holzschnittbildern der Taj, die alle voneinemmittelmässigen Urbild abzustammen scheinen.[523]Reuleaux bestreitet dies, da erstlich die (persischen) Quellen über den Bau davon schweigen, und zweitens die florentinische Kunstübung ganz und gar von der zu Agra verschieden sei, was offenbar richtig ist. Denn bei der Pietra-dura-Mosaik von Florenz wird der harte Stein vonhintenin die Grundplatte eingefügt, bei dem Agra-Werk als dünne Scheibe von vorn. Aber in Schah Jahan’s Palast zuDelhisind zweifellos europäische Arbeiter thätig gewesen.[524]Um diesen merkwürdigen Satz aufzuklären, habe ich mich an verschiedene Gelehrte gewendet. Herr Prof. theol. Herrmann L.Strack(Berlin) schreibt mir: Im neuen Testament habe ich den Gedanken nicht finden können. Herr Dr. Ign. Goldziher (Budapest) schreibt mir: Man darf nie sagen, dieser oder jener Satz komme im „Hadith“ nicht vor. Die Literatur desselben ist so riesig, dass das Material kaum übersehbar ist. Was ich sagen kann, ist, dass mir der Satz aus den sechs kanonischen Sammlungen nicht erinnerlich ist. Ich bemerke noch, dass es in der muhammedanischen Literatur gang und gäbe ist, irgend einen weisen Satz an den Namen irgend einer beliebigen geheiligten Person anzuhängen. Dies machte ihnen niemals Scrupel, wie ich auch in meinen „Muhammedanischen Studien“, Bd. II, S. 156 ff., ausgeführt habe. Unter meinen Notizen über Aussprüche, die man in Islam Jesus zugeschrieben, finde ich die Inschrift der Tâdschmoschee nicht.[525]Nach Sikander Lodi (1489 n. Chr.) benannt.[526]Akbar-Abad, d. h. Akbar’s Wohnung, genannt; auchLal Kila(hindost.), d. h. rothes Schloss.[527]Reuleaux sah 1881 hier einen prachtvollen Blumengarten, angeblich (?) aus der Zeit von Aurangzeb.[528]Am, arabisch, heisst öffentlich;Khas, abgesondert.[529]Doab, Zweiflussland oder Zwischenflussland, zwischen Ganges und Jumna.[530]Indisch Dilli oder Dihli.[531]Er wohnte darin mit Hunderten von Dienern und zwei Regimentern, und hatte auch einige Landhäuser, während allerdings schon vor dem Thor seiner Veste die englischen Schildwachen standen. (Ganz ähnlich, wie jetzt der Papst im Vatican.)[532]Derselbe soll unter der Aufsicht von Austin de Bordeaux angefertigt sein und 5 Millionen £ verschlungen haben; scheint aber mehr kostbar, als geschmackvoll gewesen zu sein. Nadir Schah hat ihn von Delhi 1739 entführt; im königlichen Palast zu Teheran soll er noch zu sehen sein.[533]200×120 = 24000, getheilt durch 4,5 = 5444.[534]Polarstern des Rechts.[535]Die Brüstung oben ist etwas breiter.[536]Also etwa 3 Millionen Mark.[537]Jeypore, Jeypoor, Jeypur, Jaipur, Dschaipur — das sind die Schreibweisen, die man findet.[538]Im Ganzen giebt es in Ostindien 153 Lehnsträger der britischen Krone, die meisten dieser Fürstenfamilien sind erst seit dem Zerfall der Mogul-Herrschaft emporgekommen. Sie beherrschen ein Drittel des Landes und ein Viertel der Bevölkerung von Ostindien. Von den Lehnsfürsten sind 124 Hindu, 28 Mohammedaner, 1 (der von Sikkim) Buddhist. Ihre Einnahmen betragen 260 Millionen Mark jährlich, 15 Millionen müssen sie an Tribut entrichten.[539]Also hat es fast denselben Flächeninhalt, wie das Königreich Preussen, aber nur ein Drittel seiner Einwohner. Die Hälfte der Rajputana ist Steppe.[540]Die Rajput besitzen alte, überlieferte Gesänge und religiöse Dichtungen, die noch jetzt im Munde des Volkes leben.Dadu, ein Glaubenseiferer, 1544 n. Chr. zu Ahmedabad geboren, hinterliess heilige Dichtkunst in 20000 Versen; von neun seiner Hauptschüler haben zwei je 120000 Verse geschaffen.[541]⅛ Rapjut, ⅝ andre Hindu-Kasten,1⁄16Jain,3⁄16Mohammedaner, nach andrer Quelle.[542]Gross-Fürst, Gross-König.[543]Sieges-Löwe.[544]1891 Einnahmen 6½, Ausgaben 5 Millionen Rupien.[545]Ausserdem eine „Ritterakademie“ für die Söhne der adligen Rajput, eine „höhere Töchter-Schule“ und 30 Volksschulen für Knaben.[546]Gas wird hier nicht aus Steinkohlen, sondern aus dem billigen Ricinusöl gewonnen.[547]1877 waren dieselben recht thätig, um die einheimischen Fürsten aufzuwiegeln, jedoch erfolglos. Ob sie 1857 ihre Hände im Spiel gehabt, konnte ich nirgends finden.[548]Deshalb konnte ich nicht nach Gwalior fahren, da der englische Beamte, mit dem einheimischen Fürsten zu Felddienstübungen abwesend, meinen Brief gar nicht beantwortete.[549]„A vision of daring and dainty loveliness.“[550]Die Thiere werden gewöhnlich Alligatoren genannt, doch kommen solche nur in Amerika vor; in Indien lebt das Leisten-Krokodil (C. biporcatus), das bis 10 Meter lang wird.[551]Die Entfernung beträgt 9 Kilometer.[552]Ich hatte gehört, dass Soldat nebst Lenker 2 bis 3 Rupien Trinkgeld erwarten. Als ich ihnen 3 gab, waren sie nicht zufrieden.[553]Die Zerstörung muss rasche Fortschritte machen, nach dem Vergleich des jetzigen Zustandes mit etwas älteren Abbildungen.[554]Nach Böthlink, viel später nach Weber.[555]Star ist Verdunkelung der Crystall-Linse. (Die Schreibweise Staar ist falsch, wie ich nachgewiesen.) Der Greisen-Star wird heutzutage (seit 1750 n. Chr.) so beseitigt, dass man durch einen passendenSchnittdie getrübte Linseherauszieht. Vorher wurde die letztere durch eine in’s AugeninneregestocheneNadel aus dem Sehloch nachunten geschoben.[556]Ich habe zwei von ihm operirte Fälle nachträglich gesehen. Es ist erstaunlich, wie in Berlin erwachsene Menschen einem hergelaufenen, geldgierigen Hinter-Indier sich anvertrauen konnten, während ihnen zahlreiche gelehrte, geübte Wundärzte unentgeltlich zur Verfügung stehen.[557]Diseases of the Eye byMacnamara, Surgeon to Calcutta Hospital. London 1868. S. 479. The nativeHuckeemsandKobragesallways operate for the cure of cataract (by depression) and hardly a week passes that I do not see several of their patients suffering from either inflammation of the choroïd or from retinochoroïditis.[558]Zu meiner Beschämung erfahre ich am Abend vom Gastwirth, dass der weibliche Träger, welcher meine Sachen auf seinem Haupte nach oben befördert, ganze neun Anna, also etwa 72 Pfennige, beansprucht und erhalten hatte.[559]Für diese Leistung von sechs Stunden wurden 6 Rupien gefordert und sieben bezahlt. Man kann auch zu Pferde hinauf reiten. (Die Beförderung mittelst Elephant oder Palankin scheint jetzt veraltet zu sein.)[560]Das Wort ist arabisch und bedeutet arm, d. h. einen Büsser, der das Gelübde der Armuth auf sich genommen. Meist vermied ich unterwegs die Begegnung mit solchen Unglücklichen, die an religiösem Wahnsinn leiden.[561]Auch Dilwarra geschrieben.[562]Auch Perl-See (Nucki Talao) genannt.[563]Pârçvanâtha, der vorletzte Jina oder Siegreiche.[564]Die Bildsäulen der Jaina-Heiligen sowie der Hindu-Götter werden stets in eine viereckige (quadratische) Zelle gesetzt, der Thurm über der Zelle hat eine krummlinige Begrenzung.[565]Den Jaina schien es wichtig, ihre Heiligen zu ehren durcheine grosse Zahl von Bildsäulenund für jede ein eignes Heim zu schaffen. Dies ist aber nicht, wie Fergusson meint, auf die Jaina beschränkt. Eine ungeheure Zahl von gleichen Bildsäulen fanden wir auch schon in dem buddhistischen Kwannon-Tempel zu Kyoto. (Vgl.S. 148.)[566]Bei dem römischen oder gothischen Dom wäre ein gewaltiger Stützbau erforderlich; bei dem indischen fügt das Hängewerk nur sein eignes Gewicht dem des Domes hinzu.[567]Jeni = nackte Weise.

[448]Fergussonverficht mit Eifer die Ansicht, dass „allenthalben unterhalb des Buddha-Glaubens eine Lage von Schlangen- und Baumdienst gefunden wird“, dass hauptsächlich nur die alten Ureinwohner, die Schlangen und Bäume verehrten, den Buddha-Glauben angenommen haben.

[448]Fergussonverficht mit Eifer die Ansicht, dass „allenthalben unterhalb des Buddha-Glaubens eine Lage von Schlangen- und Baumdienst gefunden wird“, dass hauptsächlich nur die alten Ureinwohner, die Schlangen und Bäume verehrten, den Buddha-Glauben angenommen haben.

[449]DersachverständigePrinz Waldemar von Preussen beschreibt es folgendermaassen: „Es bildet ein achtseitiges Vauban’sches Polygon, dessen fünf Landseiten bastionirt, dagegen die drei dem Hugli zugekehrtentenaillirtsind, d. h. abwechselnd ein- und ausspringende Winkel bilden.“

[449]DersachverständigePrinz Waldemar von Preussen beschreibt es folgendermaassen: „Es bildet ein achtseitiges Vauban’sches Polygon, dessen fünf Landseiten bastionirt, dagegen die drei dem Hugli zugekehrtentenaillirtsind, d. h. abwechselnd ein- und ausspringende Winkel bilden.“

[450]Für 1 R.

[450]Für 1 R.

[451]Die Wasserleitung Calcutta’s schöpft aus dem Ganges.

[451]Die Wasserleitung Calcutta’s schöpft aus dem Ganges.

[452]Die der Wirth für 2 Annas d. h. etwa 16 Pfennige liefert, mein Landsmann aber auf den Werth von 1 Annas abschätzt.

[452]Die der Wirth für 2 Annas d. h. etwa 16 Pfennige liefert, mein Landsmann aber auf den Werth von 1 Annas abschätzt.

[453]Für 2–4 R.

[453]Für 2–4 R.

[454]1891 wurden im Mayo-Krankenhaus 176 Fälle von Cholera aufgenommen, von denen 105 tödlich endigten.

[454]1891 wurden im Mayo-Krankenhaus 176 Fälle von Cholera aufgenommen, von denen 105 tödlich endigten.

[455]Schon die alten Griechen waren im Zwiespalt, die Einen leiten das Wort von χολή (chole) „die Galle“, die Anderen von χολάς (cholas) „Dünndarm“ ab. Bei den späteren Griechen bedeutet dasselbe Wort eine Dachrinne.

[455]Schon die alten Griechen waren im Zwiespalt, die Einen leiten das Wort von χολή (chole) „die Galle“, die Anderen von χολάς (cholas) „Dünndarm“ ab. Bei den späteren Griechen bedeutet dasselbe Wort eine Dachrinne.

[456]Vgl. Reports on the epidemic cholera, Bombay 1819.

[456]Vgl. Reports on the epidemic cholera, Bombay 1819.

[457]Unter dem Namen Bisúchika, während in einer Sanskrit-Handschrift aus dem 17. Jahrhundert der Name Haidsa auftritt.

[457]Unter dem Namen Bisúchika, während in einer Sanskrit-Handschrift aus dem 17. Jahrhundert der Name Haidsa auftritt.

[458]In Berlin sind in den 15 Epidemien von 1831 bis 1873 im Ganzen 18916 Menschen an Cholera verstorben.

[458]In Berlin sind in den 15 Epidemien von 1831 bis 1873 im Ganzen 18916 Menschen an Cholera verstorben.

[459]Den Koffer liess ich im Gasthaus. Calcutta-Darjeeling, 378 englische Meilen in 24 Stunden, also durchschnittlich nur 25 Kilometer in der Stunde. Fahrpreis erster Classe 50 Rupien, wovon 20 auf die letzten 50 Meilen (privater Gebirgsbahn) entfallen. Die erste Classe kostet in Indien höchstens 1 anna 6 pies für die Meile (oder etwa 8 Pfennige für den Kilometer), ungefähr wie bei uns, die zweite die Hälfte, die dritte den sechsten Theil. Hin- und Rückfahrtskarte kostet 1⅓ der Hinfahrt, ungefähr wie bei uns. Madras-Zeit gilt auf allen Bahnen. Auf grösseren Halteplätzen zeigt eine Uhr die Madras- oder Eisenbahnzeit, eine zweite die Ortszeit, und zwar recht deutlich.

[459]Den Koffer liess ich im Gasthaus. Calcutta-Darjeeling, 378 englische Meilen in 24 Stunden, also durchschnittlich nur 25 Kilometer in der Stunde. Fahrpreis erster Classe 50 Rupien, wovon 20 auf die letzten 50 Meilen (privater Gebirgsbahn) entfallen. Die erste Classe kostet in Indien höchstens 1 anna 6 pies für die Meile (oder etwa 8 Pfennige für den Kilometer), ungefähr wie bei uns, die zweite die Hälfte, die dritte den sechsten Theil. Hin- und Rückfahrtskarte kostet 1⅓ der Hinfahrt, ungefähr wie bei uns. Madras-Zeit gilt auf allen Bahnen. Auf grösseren Halteplätzen zeigt eine Uhr die Madras- oder Eisenbahnzeit, eine zweite die Ortszeit, und zwar recht deutlich.

[460]Der Ganges ist 2500 Kilometer lang und hat ein Gebiet von 1 Million Quadratkilometer. Zu Rajmahal in Bengalen, noch 640 Kilometer von der Mündung, ist er 1500 Meter breit, und entsendet während der Hochfluth 1800000 Cubikfuss in der Secunde, sonst 207000. Die Dauer der Hochfluth beträgt 40 Tage. (Die grösste Entladung des Mississippi beträgt 1200000 Cubikfuss.) Der Innenhandel von und nach Calcutta auf dem Ganges und seinen Nebenflüssen und Canälen beträgt jährlich 400 Millionen Rupien, davon 153 auf einheimischen Böten. 1876 wurden deren zu Hugli 124000 registrirt.

[460]Der Ganges ist 2500 Kilometer lang und hat ein Gebiet von 1 Million Quadratkilometer. Zu Rajmahal in Bengalen, noch 640 Kilometer von der Mündung, ist er 1500 Meter breit, und entsendet während der Hochfluth 1800000 Cubikfuss in der Secunde, sonst 207000. Die Dauer der Hochfluth beträgt 40 Tage. (Die grösste Entladung des Mississippi beträgt 1200000 Cubikfuss.) Der Innenhandel von und nach Calcutta auf dem Ganges und seinen Nebenflüssen und Canälen beträgt jährlich 400 Millionen Rupien, davon 153 auf einheimischen Böten. 1876 wurden deren zu Hugli 124000 registrirt.

[461]Nicht weniger als fünf verschiedene Spurweiten sind auf indischen Eisenbahnen zu finden, was vom Standpunkt der Landesvertheidigung seltsam erscheint. Die grösste ist auf der Strecke Calcutta-Delhi, nämlich 66 Zoll, 9½ Zoll mehr, als bei uns. (Die kleinen Spurweiten sind billiger, aber weniger haltbar.)

[461]Nicht weniger als fünf verschiedene Spurweiten sind auf indischen Eisenbahnen zu finden, was vom Standpunkt der Landesvertheidigung seltsam erscheint. Die grösste ist auf der Strecke Calcutta-Delhi, nämlich 66 Zoll, 9½ Zoll mehr, als bei uns. (Die kleinen Spurweiten sind billiger, aber weniger haltbar.)

[462]Auch Nepal oder Nipal geschrieben.

[462]Auch Nepal oder Nipal geschrieben.

[463]Ponny und Führer 6 Rupien.

[463]Ponny und Führer 6 Rupien.

[464]In Deutschland 43156 Kilometer (dazu 2487 Kilometer Industrie-Bahnen); in England 32304 Kilometer.

[464]In Deutschland 43156 Kilometer (dazu 2487 Kilometer Industrie-Bahnen); in England 32304 Kilometer.

[465]1881 musste Professor Reulaux im Fährboot über den Ganges setzen.

[465]1881 musste Professor Reulaux im Fährboot über den Ganges setzen.

[466]Natürlich besser, alsRasthäuser(Dak Bungalow): auf letztere war ich nur zwei Mal angewiesen, in Ahmedabad und bei Ellora, in einheimischen Schutzstaaten, wo überhaupt noch keine Gasthäuser für Europäer errichtet sind.

[466]Natürlich besser, alsRasthäuser(Dak Bungalow): auf letztere war ich nur zwei Mal angewiesen, in Ahmedabad und bei Ellora, in einheimischen Schutzstaaten, wo überhaupt noch keine Gasthäuser für Europäer errichtet sind.

[467]Nelumbium speciosum, indische Teichrose, Nil-lilie, die heilige Padena-Pflanze der Inder.

[467]Nelumbium speciosum, indische Teichrose, Nil-lilie, die heilige Padena-Pflanze der Inder.

[468]2 Rupien für den Tag.

[468]2 Rupien für den Tag.

[469]6   „   „  „  „.

[469]6   „   „  „  „.

[470]Für 2 bis 3 Rupien.

[470]Für 2 bis 3 Rupien.

[471]Die Vorschrift der Religion ist gewiss sehr förderlich für die Gesundheit.

[471]Die Vorschrift der Religion ist gewiss sehr förderlich für die Gesundheit.

[472]Sikra oder Vimanah, mit zahlreichen Nebenthürmchen. (Es soll die aufsteigende Flamme bedeuten.)

[472]Sikra oder Vimanah, mit zahlreichen Nebenthürmchen. (Es soll die aufsteigende Flamme bedeuten.)

[473]Rama ist einer der „Niederstiege“ (Avatáras, Incarnationen) des Wischnu.

[473]Rama ist einer der „Niederstiege“ (Avatáras, Incarnationen) des Wischnu.

[474]Soll in Europa die Leichenverbrennung, welche ja altgermanische Sitte gewesen, wieder Fortschritte machen, so werden wir von den Asiaten Einfachheit lernen müssen. In Japan kostet die Verbrennung erster Classe 7 Yen, zweiter Classe 2½ Yen, dritter Classe 1½ Yen. (1 Yen = 3 Mark.) In Indien sind die Preise noch niedriger, — wenigstens für dieArmen.

[474]Soll in Europa die Leichenverbrennung, welche ja altgermanische Sitte gewesen, wieder Fortschritte machen, so werden wir von den Asiaten Einfachheit lernen müssen. In Japan kostet die Verbrennung erster Classe 7 Yen, zweiter Classe 2½ Yen, dritter Classe 1½ Yen. (1 Yen = 3 Mark.) In Indien sind die Preise noch niedriger, — wenigstens für dieArmen.

[475]Das = zehn; ashva (equus) = Ross. Ross-Opfer kommen in den alten Gesängen der Veden vor, wie bei den alten Germanen.

[475]Das = zehn; ashva (equus) = Ross. Ross-Opfer kommen in den alten Gesängen der Veden vor, wie bei den alten Germanen.

[476]Auch Sutti, Suttee geschrieben.

[476]Auch Sutti, Suttee geschrieben.

[477]Tij Muhamed Sháhi, Tafeln des Kaiser Muhamed.

[477]Tij Muhamed Sháhi, Tafeln des Kaiser Muhamed.

[478]Grade sowie bei denen unseres Dr. Hevelius in Danzig, um die Mitte des 17. Jahrhunderts, welcher die neu erfundenen Fernröhre verabscheute.

[478]Grade sowie bei denen unseres Dr. Hevelius in Danzig, um die Mitte des 17. Jahrhunderts, welcher die neu erfundenen Fernröhre verabscheute.

[479]Mani = Juwel, Karna = Ohr. Devi (Mahadeo) soll seinen Ohrring hinein geworfen haben. Daher die Heiligkeit.

[479]Mani = Juwel, Karna = Ohr. Devi (Mahadeo) soll seinen Ohrring hinein geworfen haben. Daher die Heiligkeit.

[480]Tarak = der hinüber trägt.

[480]Tarak = der hinüber trägt.

[481]Fünf-Fluss-Treppe.

[481]Fünf-Fluss-Treppe.

[482]Unten 2,5 Meter, oben 2,2 Meter dick. Wegen des mächtigen Unterbaues ist das Ganze vom Fluss bis zur Spitze der Minarete 300 Fuss hoch.

[482]Unten 2,5 Meter, oben 2,2 Meter dick. Wegen des mächtigen Unterbaues ist das Ganze vom Fluss bis zur Spitze der Minarete 300 Fuss hoch.

[483]Vissva, das All; Issvara, der Herr: alsoHerr der Welt. Mahadeva (Magnus divus) ist eigentlich dasselbe.

[483]Vissva, das All; Issvara, der Herr: alsoHerr der Welt. Mahadeva (Magnus divus) ist eigentlich dasselbe.

[484]Von Anna = Nahrung, purna = anfüllend.

[484]Von Anna = Nahrung, purna = anfüllend.

[485]An Grösse gleich Holland und Belgien, übertrifft es diese dicht bevölkerten Länder noch um zwei Millionen. Es hat 180 Einwohner auf den Quadratkilometer.

[485]An Grösse gleich Holland und Belgien, übertrifft es diese dicht bevölkerten Länder noch um zwei Millionen. Es hat 180 Einwohner auf den Quadratkilometer.

[486]Nach Calcutta, Bombay, Madras, Haiderabad.

[486]Nach Calcutta, Bombay, Madras, Haiderabad.

[487]EigentlichSipahi, ein eingeborener Soldat, vonsipáh, Armee. (Persisch.) Bei den Türken hiessenSpahidie Reiter; so heissen auch noch jetzt die vier Reiterregimenter, welche die Franzosen in Algier und Tunis aus den Eingeborenen gebildet.

[487]EigentlichSipahi, ein eingeborener Soldat, vonsipáh, Armee. (Persisch.) Bei den Türken hiessenSpahidie Reiter; so heissen auch noch jetzt die vier Reiterregimenter, welche die Franzosen in Algier und Tunis aus den Eingeborenen gebildet.

[488]Der Antheil am indischen Handel, welchen der König von Preussen im vorigen Jahrhundert für sein Volk vergeblich erstrebt, ist in unserem Jahrhundert von der Thatkraft der deutschen Kaufleute errungen worden. In den letzten fünf Jahren ist der deutsche Handel mit Calcutta auf das Dreifache gewachsen, der englische Handel dagegen von 65 Procent des Ganzen auf 57 gesunken.

[488]Der Antheil am indischen Handel, welchen der König von Preussen im vorigen Jahrhundert für sein Volk vergeblich erstrebt, ist in unserem Jahrhundert von der Thatkraft der deutschen Kaufleute errungen worden. In den letzten fünf Jahren ist der deutsche Handel mit Calcutta auf das Dreifache gewachsen, der englische Handel dagegen von 65 Procent des Ganzen auf 57 gesunken.

[489]Dies spricht beredt für die Kraft und Sicherheit der Regierung. Sollte aber einmal ein feindliches Heer rasch durch Punjab vorrücken, so kann ganz Simla leicht von dem übrigen Indien abgeschnitten werden.

[489]Dies spricht beredt für die Kraft und Sicherheit der Regierung. Sollte aber einmal ein feindliches Heer rasch durch Punjab vorrücken, so kann ganz Simla leicht von dem übrigen Indien abgeschnitten werden.

[490]Die vaterlandsliebenden Inder haben bisher ganz vergeblich in ihremNational-Congressfreie Wahlen zu einer indischen Volksvertretung gefordert. In diesem Jahre, zu Lahore, wollen sie erklären, dass durch die erdrückende Besteuerung und den Geldabfluss nach England Indien verbluten müsse. — Pressfreiheit besteht in Indien seit 1835, durch Macaulay, aber vollständiger erst seit 1867.

[490]Die vaterlandsliebenden Inder haben bisher ganz vergeblich in ihremNational-Congressfreie Wahlen zu einer indischen Volksvertretung gefordert. In diesem Jahre, zu Lahore, wollen sie erklären, dass durch die erdrückende Besteuerung und den Geldabfluss nach England Indien verbluten müsse. — Pressfreiheit besteht in Indien seit 1835, durch Macaulay, aber vollständiger erst seit 1867.

[491]Rx = 10 Rupien, also 275 Millionen Rupien; beim jetzigen Curs an 400 Millionen Mark.

[491]Rx = 10 Rupien, also 275 Millionen Rupien; beim jetzigen Curs an 400 Millionen Mark.

[492]Lucri bonus odor. Die Regierung verkauft unter Monopol den schlimmsten Schnaps, ferner Majoon (= Haschisch, vom indischen Hanf, zum Essen,) und Churra (aus derselben Pflanze, zum Rauchen,) ferner Opium an die Einheimischen. Die genauere Schilderung hat das Parlaments-Mitglied Caine (Picturesque India, S. 292) geliefert.

[492]Lucri bonus odor. Die Regierung verkauft unter Monopol den schlimmsten Schnaps, ferner Majoon (= Haschisch, vom indischen Hanf, zum Essen,) und Churra (aus derselben Pflanze, zum Rauchen,) ferner Opium an die Einheimischen. Die genauere Schilderung hat das Parlaments-Mitglied Caine (Picturesque India, S. 292) geliefert.

[493]Ausfuhr nach China 1878/79 91000 Kisten, für Rx 13 Millionen; 1890/91 85000 Kisten (119000 Centner) für Rx 9¼ Millionen. 140 Pfund Opium bringen in Canton 300 bis 600 Dollar.

[493]Ausfuhr nach China 1878/79 91000 Kisten, für Rx 13 Millionen; 1890/91 85000 Kisten (119000 Centner) für Rx 9¼ Millionen. 140 Pfund Opium bringen in Canton 300 bis 600 Dollar.

[494]Der Vicekönig erhält 500000 + 240000 Mark jährlich, die Beamten des covenanted civil service von 12000 bis 72000 Mark. (1880.)

[494]Der Vicekönig erhält 500000 + 240000 Mark jährlich, die Beamten des covenanted civil service von 12000 bis 72000 Mark. (1880.)

[495]Lakh = 100000.

[495]Lakh = 100000.

[496]So nennt man die Prachtgebäude zur Feier des Moharram (= Allerheiligsten), des Neumonds vom ersten mohammedanischen Monat, der gleichfalls Moharram genannt wird. Das Fest ist zu Ehren der Märtyrer Hosein und Hussein, der Söhne von Ali, dem Vetter, und von Fatimah, der Tochter von Mohammed; und wird nur von denShiahsgefeiert, nicht von denSunnies. Zu den Shiah gehören die Perser, ein Theil der Einwohner von Oudh und andre Mohammedaner Nordindien’s; zu den Sunnies, welche neben dem Qoran auch die Ueberlieferung Mohammeds (Sunna) gelten lassen, die Araber, Türken, Afghanen u. A. 90 Procent der Moslem in Indien sollen Sunniten sein; zu ihnen gehörten auch die Grossmogul.

[496]So nennt man die Prachtgebäude zur Feier des Moharram (= Allerheiligsten), des Neumonds vom ersten mohammedanischen Monat, der gleichfalls Moharram genannt wird. Das Fest ist zu Ehren der Märtyrer Hosein und Hussein, der Söhne von Ali, dem Vetter, und von Fatimah, der Tochter von Mohammed; und wird nur von denShiahsgefeiert, nicht von denSunnies. Zu den Shiah gehören die Perser, ein Theil der Einwohner von Oudh und andre Mohammedaner Nordindien’s; zu den Sunnies, welche neben dem Qoran auch die Ueberlieferung Mohammeds (Sunna) gelten lassen, die Araber, Türken, Afghanen u. A. 90 Procent der Moslem in Indien sollen Sunniten sein; zu ihnen gehörten auch die Grossmogul.

[497]Die Tabakspfeife, Hukha, des Volkes ist eine Art von Thontrichter mit flachem Teller. Nicht selten wird sie in den von den beiden Händen gebildeten Hohlraum gesteckt, und aus dem Spalt zwischen den beiden Händen der Rauch gesogen. So können mehrere an derselben Pfeife rauchen, ohne Kastenvorurtheile (oder die Gesetze der Gesundheitspflege) zu beleidigen. Der fleissige Handwerker steckt diese Pfeife in ein Wassergefäss, aus dem ein langes Rohr herausragt: so hat er eine Wasser-Pfeife (Nargileh).

[497]Die Tabakspfeife, Hukha, des Volkes ist eine Art von Thontrichter mit flachem Teller. Nicht selten wird sie in den von den beiden Händen gebildeten Hohlraum gesteckt, und aus dem Spalt zwischen den beiden Händen der Rauch gesogen. So können mehrere an derselben Pfeife rauchen, ohne Kastenvorurtheile (oder die Gesetze der Gesundheitspflege) zu beleidigen. Der fleissige Handwerker steckt diese Pfeife in ein Wassergefäss, aus dem ein langes Rohr herausragt: so hat er eine Wasser-Pfeife (Nargileh).

[498]Lang fortgesetzte Dürre, da 1876beide Monsun-Regen ausbliebenund 1877 nurwenigRegen erfolgte, bewirkte 1877/78 eine so gewaltige Hungersnoth im Dekkan und auch zum Theil in Nord-Indien, dass trotz aller Anstrengung der Regierung und trotz einer Aufwendung von 11 Millionen £ gegen 5¼ Millionen Menschen durch Nahrungsmangel und die davon herrührenden Krankheiten zu Grunde gingen. Das war die grösste Hungersnoth in Indien seit 1770.

[498]Lang fortgesetzte Dürre, da 1876beide Monsun-Regen ausbliebenund 1877 nurwenigRegen erfolgte, bewirkte 1877/78 eine so gewaltige Hungersnoth im Dekkan und auch zum Theil in Nord-Indien, dass trotz aller Anstrengung der Regierung und trotz einer Aufwendung von 11 Millionen £ gegen 5¼ Millionen Menschen durch Nahrungsmangel und die davon herrührenden Krankheiten zu Grunde gingen. Das war die grösste Hungersnoth in Indien seit 1770.

[499]Rx = 10 Rupien, also beträgt obige Summe weit über 100 Millionen Mark.

[499]Rx = 10 Rupien, also beträgt obige Summe weit über 100 Millionen Mark.

[500]Wagen und Führer für den Vormittag 5 Rupien.

[500]Wagen und Führer für den Vormittag 5 Rupien.

[501]Die ringsum laufende Inschrift lautet: Sacred to the perpetual Memory of a great company of Christian people, chiefly Women and Children, who near this spot were cruelly murdered by the followers of the rebel Nana Dhundu Pant, of Bilhur, and cast, the dying with the dead, into the well below, on the XVthday of July, MDCCCLVII.

[501]Die ringsum laufende Inschrift lautet: Sacred to the perpetual Memory of a great company of Christian people, chiefly Women and Children, who near this spot were cruelly murdered by the followers of the rebel Nana Dhundu Pant, of Bilhur, and cast, the dying with the dead, into the well below, on the XVthday of July, MDCCCLVII.

[502]Darbár (Durbar), persisch, eine königliche Hof- oder Empfangs-Sitzung.

[502]Darbár (Durbar), persisch, eine königliche Hof- oder Empfangs-Sitzung.

[503]1 Rupie 8 Annas; dazu 8 Annas für ½ Fl. Bier.

[503]1 Rupie 8 Annas; dazu 8 Annas für ½ Fl. Bier.

[504]Der Islam hat dort die verschiedenen Völkerschaften, Iranier (Arier), Turanier, Semiten zu einer Nation vereinigt. Die eigentlichen Afghanen behaupten aus Syrien eingewandert zu sein. Diejenigen Leute, die in Indien als Afghanen bezeichnet werden, sehen echt semitisch aus. Von 664 bis 683 n. Chr. hatten die Araber Afghanistan erobert. 812 erfolgte die Auflehnung der einheimischen Statthalter gegen den Chalifen. Die Dynastie der Ghasnawiden bestand von 961 bis 1140.

[504]Der Islam hat dort die verschiedenen Völkerschaften, Iranier (Arier), Turanier, Semiten zu einer Nation vereinigt. Die eigentlichen Afghanen behaupten aus Syrien eingewandert zu sein. Diejenigen Leute, die in Indien als Afghanen bezeichnet werden, sehen echt semitisch aus. Von 664 bis 683 n. Chr. hatten die Araber Afghanistan erobert. 812 erfolgte die Auflehnung der einheimischen Statthalter gegen den Chalifen. Die Dynastie der Ghasnawiden bestand von 961 bis 1140.

[505]Die Afghanen- und Türken-Könige von Delhi (1193–1526) vor den Mogul werden gelegentlichPathángenannt, und mit diesem Namen auch ihre Bauwerke bezeichnet. Pathan ist der einheimische Name für die Bevölkerung der nach Indien sich abdachenden Thäler von Afghanistan.

[505]Die Afghanen- und Türken-Könige von Delhi (1193–1526) vor den Mogul werden gelegentlichPathángenannt, und mit diesem Namen auch ihre Bauwerke bezeichnet. Pathan ist der einheimische Name für die Bevölkerung der nach Indien sich abdachenden Thäler von Afghanistan.

[506]Babar heisst Löwe, ebenso wie Singh, Haidar, Sher.

[506]Babar heisst Löwe, ebenso wie Singh, Haidar, Sher.

[507]So genannt nach ihrem mongolischen (in Wirklichkeit tatarischen) Ursprung. Sie selber nannten sich Schah, die Hofsprache war persisch. Wir müssen uns die Grossmogul als Verwandte der Osmanen, nicht etwa der Chinesen vorstellen.

[507]So genannt nach ihrem mongolischen (in Wirklichkeit tatarischen) Ursprung. Sie selber nannten sich Schah, die Hofsprache war persisch. Wir müssen uns die Grossmogul als Verwandte der Osmanen, nicht etwa der Chinesen vorstellen.

[508]Die Kaufkraft des Silbers, in Getreide ausgedrückt, war zu Akbar’s Zeiten zwei bis drei Mal so gross, wie heute.

[508]Die Kaufkraft des Silbers, in Getreide ausgedrückt, war zu Akbar’s Zeiten zwei bis drei Mal so gross, wie heute.

[509]1709 betrug der Staatsaufwand in England 7 Millionen £, eine damals für ungeheuer gehaltene Summe, 1884/85 waren die Staatseinnahmen 88 Millionen £.

[509]1709 betrug der Staatsaufwand in England 7 Millionen £, eine damals für ungeheuer gehaltene Summe, 1884/85 waren die Staatseinnahmen 88 Millionen £.

[510]Auch Jahangir geschrieben. Jehangir fand ich, als Vornamen, auf der Besuchskarte eines Parsi, der in London Heilkunde studirt.

[510]Auch Jahangir geschrieben. Jehangir fand ich, als Vornamen, auf der Besuchskarte eines Parsi, der in London Heilkunde studirt.

[511]AuchNur-Mahal, Licht des Palastes, genannt; uns wenigstens vom — Ballet bekannt.

[511]AuchNur-Mahal, Licht des Palastes, genannt; uns wenigstens vom — Ballet bekannt.

[512]Kron-Palast, persisch.

[512]Kron-Palast, persisch.

[513]Aurangzib, Aurangzeyb, d. h. Zierde des Throns.

[513]Aurangzib, Aurangzeyb, d. h. Zierde des Throns.

[514]841 englische Meilen auf der Eisenbahn von Calcutta entfernt.

[514]841 englische Meilen auf der Eisenbahn von Calcutta entfernt.

[515]Im Punjab, jetzt noch 4 Millionen, scythischen, d. h. turanischen Ursprungs, angeblich die Getae der Alten.

[515]Im Punjab, jetzt noch 4 Millionen, scythischen, d. h. turanischen Ursprungs, angeblich die Getae der Alten.

[516]Sprich Tadsch. Man liest wohl auch, dass Taj Mahal eine Abkürzung sei von Mumtaz Mahal.

[516]Sprich Tadsch. Man liest wohl auch, dass Taj Mahal eine Abkürzung sei von Mumtaz Mahal.

[517]Sein prachtvolles Grabmal ist erhalten und wird alsbald beschrieben werden.

[517]Sein prachtvolles Grabmal ist erhalten und wird alsbald beschrieben werden.

[518]1 Lakh = 100000 Rupien.

[518]1 Lakh = 100000 Rupien.

[519]Mit der Rose in der Hand ist er abgebildet; die Photographien von ihm und seiner Gattin, die von den zu ihren Lebzeiten angefertigten Bildern genommen sind, werden in Agra verkauft. Beide sind schön,erwürdevoll,sielieblich. (Graf Lanckoronski sah in der Privatsammlung des Colonel Hanna zu Delhi Bilder von Mogul-Kaisern, so fein gezeichnet, wie von Albrecht Dürer.)

[519]Mit der Rose in der Hand ist er abgebildet; die Photographien von ihm und seiner Gattin, die von den zu ihren Lebzeiten angefertigten Bildern genommen sind, werden in Agra verkauft. Beide sind schön,erwürdevoll,sielieblich. (Graf Lanckoronski sah in der Privatsammlung des Colonel Hanna zu Delhi Bilder von Mogul-Kaisern, so fein gezeichnet, wie von Albrecht Dürer.)

[520]Der Vergleich ist oft genug gemacht worden, aber gegenstandslos. Jedes ist in seiner Art vollendet, das griechische insofern höherer Art, als es durch seineBildwerkedem geistreichsten Gebiet menschlicher Kunst angehört.Fergusson, in seiner grillenhaften Lehre vom Schönen, giebt dem Parthenon 24 Nummern, der Taj 20. „Ihre Schönheit mag nicht von der höchsten Art sein, aber in ihrer Art ist sie unübertroffen.“

[520]Der Vergleich ist oft genug gemacht worden, aber gegenstandslos. Jedes ist in seiner Art vollendet, das griechische insofern höherer Art, als es durch seineBildwerkedem geistreichsten Gebiet menschlicher Kunst angehört.Fergusson, in seiner grillenhaften Lehre vom Schönen, giebt dem Parthenon 24 Nummern, der Taj 20. „Ihre Schönheit mag nicht von der höchsten Art sein, aber in ihrer Art ist sie unübertroffen.“

[521]Der Besuch des Prinzen von Wales in Indien war sehr nützlich. Vieles wurde ausgebessert und vor weiterem Zerfall geschützt; so auch die Marmorplatten, welche die aus Ziegeln gebaute Kuppel der Taj decken und zum Theil durch Verdickung der rostenden Eisenklammern aus ihrer Lage gekommen waren.

[521]Der Besuch des Prinzen von Wales in Indien war sehr nützlich. Vieles wurde ausgebessert und vor weiterem Zerfall geschützt; so auch die Marmorplatten, welche die aus Ziegeln gebaute Kuppel der Taj decken und zum Theil durch Verdickung der rostenden Eisenklammern aus ihrer Lage gekommen waren.

[522]Wie weise das ist, sieht man an denNachbildungender Taj, die zu Agra verfertigt und feilgehalten werden. Dieselben entbehren jeder Wirkung. Wer diesen Unterschied staunend erwägt, findet alsbald, dass der heutige Künstler erstlich die Verhältnisse nicht richtig wiedergegeben, zweitens sein Klein-Werk mit Verzierungen, auch der Thürme, überladen hat. Weit besser ist es, naturgetreue Lichtbilder mitzubringen, als solche Bildhauerei im Zuckerbäcker-Stil. Auf den Photographien ist der Fugenschnitt auch weit zarter als in den üblichen Holzschnittbildern der Taj, die alle voneinemmittelmässigen Urbild abzustammen scheinen.

[522]Wie weise das ist, sieht man an denNachbildungender Taj, die zu Agra verfertigt und feilgehalten werden. Dieselben entbehren jeder Wirkung. Wer diesen Unterschied staunend erwägt, findet alsbald, dass der heutige Künstler erstlich die Verhältnisse nicht richtig wiedergegeben, zweitens sein Klein-Werk mit Verzierungen, auch der Thürme, überladen hat. Weit besser ist es, naturgetreue Lichtbilder mitzubringen, als solche Bildhauerei im Zuckerbäcker-Stil. Auf den Photographien ist der Fugenschnitt auch weit zarter als in den üblichen Holzschnittbildern der Taj, die alle voneinemmittelmässigen Urbild abzustammen scheinen.

[523]Reuleaux bestreitet dies, da erstlich die (persischen) Quellen über den Bau davon schweigen, und zweitens die florentinische Kunstübung ganz und gar von der zu Agra verschieden sei, was offenbar richtig ist. Denn bei der Pietra-dura-Mosaik von Florenz wird der harte Stein vonhintenin die Grundplatte eingefügt, bei dem Agra-Werk als dünne Scheibe von vorn. Aber in Schah Jahan’s Palast zuDelhisind zweifellos europäische Arbeiter thätig gewesen.

[523]Reuleaux bestreitet dies, da erstlich die (persischen) Quellen über den Bau davon schweigen, und zweitens die florentinische Kunstübung ganz und gar von der zu Agra verschieden sei, was offenbar richtig ist. Denn bei der Pietra-dura-Mosaik von Florenz wird der harte Stein vonhintenin die Grundplatte eingefügt, bei dem Agra-Werk als dünne Scheibe von vorn. Aber in Schah Jahan’s Palast zuDelhisind zweifellos europäische Arbeiter thätig gewesen.

[524]Um diesen merkwürdigen Satz aufzuklären, habe ich mich an verschiedene Gelehrte gewendet. Herr Prof. theol. Herrmann L.Strack(Berlin) schreibt mir: Im neuen Testament habe ich den Gedanken nicht finden können. Herr Dr. Ign. Goldziher (Budapest) schreibt mir: Man darf nie sagen, dieser oder jener Satz komme im „Hadith“ nicht vor. Die Literatur desselben ist so riesig, dass das Material kaum übersehbar ist. Was ich sagen kann, ist, dass mir der Satz aus den sechs kanonischen Sammlungen nicht erinnerlich ist. Ich bemerke noch, dass es in der muhammedanischen Literatur gang und gäbe ist, irgend einen weisen Satz an den Namen irgend einer beliebigen geheiligten Person anzuhängen. Dies machte ihnen niemals Scrupel, wie ich auch in meinen „Muhammedanischen Studien“, Bd. II, S. 156 ff., ausgeführt habe. Unter meinen Notizen über Aussprüche, die man in Islam Jesus zugeschrieben, finde ich die Inschrift der Tâdschmoschee nicht.

[524]Um diesen merkwürdigen Satz aufzuklären, habe ich mich an verschiedene Gelehrte gewendet. Herr Prof. theol. Herrmann L.Strack(Berlin) schreibt mir: Im neuen Testament habe ich den Gedanken nicht finden können. Herr Dr. Ign. Goldziher (Budapest) schreibt mir: Man darf nie sagen, dieser oder jener Satz komme im „Hadith“ nicht vor. Die Literatur desselben ist so riesig, dass das Material kaum übersehbar ist. Was ich sagen kann, ist, dass mir der Satz aus den sechs kanonischen Sammlungen nicht erinnerlich ist. Ich bemerke noch, dass es in der muhammedanischen Literatur gang und gäbe ist, irgend einen weisen Satz an den Namen irgend einer beliebigen geheiligten Person anzuhängen. Dies machte ihnen niemals Scrupel, wie ich auch in meinen „Muhammedanischen Studien“, Bd. II, S. 156 ff., ausgeführt habe. Unter meinen Notizen über Aussprüche, die man in Islam Jesus zugeschrieben, finde ich die Inschrift der Tâdschmoschee nicht.

[525]Nach Sikander Lodi (1489 n. Chr.) benannt.

[525]Nach Sikander Lodi (1489 n. Chr.) benannt.

[526]Akbar-Abad, d. h. Akbar’s Wohnung, genannt; auchLal Kila(hindost.), d. h. rothes Schloss.

[526]Akbar-Abad, d. h. Akbar’s Wohnung, genannt; auchLal Kila(hindost.), d. h. rothes Schloss.

[527]Reuleaux sah 1881 hier einen prachtvollen Blumengarten, angeblich (?) aus der Zeit von Aurangzeb.

[527]Reuleaux sah 1881 hier einen prachtvollen Blumengarten, angeblich (?) aus der Zeit von Aurangzeb.

[528]Am, arabisch, heisst öffentlich;Khas, abgesondert.

[528]Am, arabisch, heisst öffentlich;Khas, abgesondert.

[529]Doab, Zweiflussland oder Zwischenflussland, zwischen Ganges und Jumna.

[529]Doab, Zweiflussland oder Zwischenflussland, zwischen Ganges und Jumna.

[530]Indisch Dilli oder Dihli.

[530]Indisch Dilli oder Dihli.

[531]Er wohnte darin mit Hunderten von Dienern und zwei Regimentern, und hatte auch einige Landhäuser, während allerdings schon vor dem Thor seiner Veste die englischen Schildwachen standen. (Ganz ähnlich, wie jetzt der Papst im Vatican.)

[531]Er wohnte darin mit Hunderten von Dienern und zwei Regimentern, und hatte auch einige Landhäuser, während allerdings schon vor dem Thor seiner Veste die englischen Schildwachen standen. (Ganz ähnlich, wie jetzt der Papst im Vatican.)

[532]Derselbe soll unter der Aufsicht von Austin de Bordeaux angefertigt sein und 5 Millionen £ verschlungen haben; scheint aber mehr kostbar, als geschmackvoll gewesen zu sein. Nadir Schah hat ihn von Delhi 1739 entführt; im königlichen Palast zu Teheran soll er noch zu sehen sein.

[532]Derselbe soll unter der Aufsicht von Austin de Bordeaux angefertigt sein und 5 Millionen £ verschlungen haben; scheint aber mehr kostbar, als geschmackvoll gewesen zu sein. Nadir Schah hat ihn von Delhi 1739 entführt; im königlichen Palast zu Teheran soll er noch zu sehen sein.

[533]200×120 = 24000, getheilt durch 4,5 = 5444.

[533]200×120 = 24000, getheilt durch 4,5 = 5444.

[534]Polarstern des Rechts.

[534]Polarstern des Rechts.

[535]Die Brüstung oben ist etwas breiter.

[535]Die Brüstung oben ist etwas breiter.

[536]Also etwa 3 Millionen Mark.

[536]Also etwa 3 Millionen Mark.

[537]Jeypore, Jeypoor, Jeypur, Jaipur, Dschaipur — das sind die Schreibweisen, die man findet.

[537]Jeypore, Jeypoor, Jeypur, Jaipur, Dschaipur — das sind die Schreibweisen, die man findet.

[538]Im Ganzen giebt es in Ostindien 153 Lehnsträger der britischen Krone, die meisten dieser Fürstenfamilien sind erst seit dem Zerfall der Mogul-Herrschaft emporgekommen. Sie beherrschen ein Drittel des Landes und ein Viertel der Bevölkerung von Ostindien. Von den Lehnsfürsten sind 124 Hindu, 28 Mohammedaner, 1 (der von Sikkim) Buddhist. Ihre Einnahmen betragen 260 Millionen Mark jährlich, 15 Millionen müssen sie an Tribut entrichten.

[538]Im Ganzen giebt es in Ostindien 153 Lehnsträger der britischen Krone, die meisten dieser Fürstenfamilien sind erst seit dem Zerfall der Mogul-Herrschaft emporgekommen. Sie beherrschen ein Drittel des Landes und ein Viertel der Bevölkerung von Ostindien. Von den Lehnsfürsten sind 124 Hindu, 28 Mohammedaner, 1 (der von Sikkim) Buddhist. Ihre Einnahmen betragen 260 Millionen Mark jährlich, 15 Millionen müssen sie an Tribut entrichten.

[539]Also hat es fast denselben Flächeninhalt, wie das Königreich Preussen, aber nur ein Drittel seiner Einwohner. Die Hälfte der Rajputana ist Steppe.

[539]Also hat es fast denselben Flächeninhalt, wie das Königreich Preussen, aber nur ein Drittel seiner Einwohner. Die Hälfte der Rajputana ist Steppe.

[540]Die Rajput besitzen alte, überlieferte Gesänge und religiöse Dichtungen, die noch jetzt im Munde des Volkes leben.Dadu, ein Glaubenseiferer, 1544 n. Chr. zu Ahmedabad geboren, hinterliess heilige Dichtkunst in 20000 Versen; von neun seiner Hauptschüler haben zwei je 120000 Verse geschaffen.

[540]Die Rajput besitzen alte, überlieferte Gesänge und religiöse Dichtungen, die noch jetzt im Munde des Volkes leben.Dadu, ein Glaubenseiferer, 1544 n. Chr. zu Ahmedabad geboren, hinterliess heilige Dichtkunst in 20000 Versen; von neun seiner Hauptschüler haben zwei je 120000 Verse geschaffen.

[541]⅛ Rapjut, ⅝ andre Hindu-Kasten,1⁄16Jain,3⁄16Mohammedaner, nach andrer Quelle.

[541]⅛ Rapjut, ⅝ andre Hindu-Kasten,1⁄16Jain,3⁄16Mohammedaner, nach andrer Quelle.

[542]Gross-Fürst, Gross-König.

[542]Gross-Fürst, Gross-König.

[543]Sieges-Löwe.

[543]Sieges-Löwe.

[544]1891 Einnahmen 6½, Ausgaben 5 Millionen Rupien.

[544]1891 Einnahmen 6½, Ausgaben 5 Millionen Rupien.

[545]Ausserdem eine „Ritterakademie“ für die Söhne der adligen Rajput, eine „höhere Töchter-Schule“ und 30 Volksschulen für Knaben.

[545]Ausserdem eine „Ritterakademie“ für die Söhne der adligen Rajput, eine „höhere Töchter-Schule“ und 30 Volksschulen für Knaben.

[546]Gas wird hier nicht aus Steinkohlen, sondern aus dem billigen Ricinusöl gewonnen.

[546]Gas wird hier nicht aus Steinkohlen, sondern aus dem billigen Ricinusöl gewonnen.

[547]1877 waren dieselben recht thätig, um die einheimischen Fürsten aufzuwiegeln, jedoch erfolglos. Ob sie 1857 ihre Hände im Spiel gehabt, konnte ich nirgends finden.

[547]1877 waren dieselben recht thätig, um die einheimischen Fürsten aufzuwiegeln, jedoch erfolglos. Ob sie 1857 ihre Hände im Spiel gehabt, konnte ich nirgends finden.

[548]Deshalb konnte ich nicht nach Gwalior fahren, da der englische Beamte, mit dem einheimischen Fürsten zu Felddienstübungen abwesend, meinen Brief gar nicht beantwortete.

[548]Deshalb konnte ich nicht nach Gwalior fahren, da der englische Beamte, mit dem einheimischen Fürsten zu Felddienstübungen abwesend, meinen Brief gar nicht beantwortete.

[549]„A vision of daring and dainty loveliness.“

[549]„A vision of daring and dainty loveliness.“

[550]Die Thiere werden gewöhnlich Alligatoren genannt, doch kommen solche nur in Amerika vor; in Indien lebt das Leisten-Krokodil (C. biporcatus), das bis 10 Meter lang wird.

[550]Die Thiere werden gewöhnlich Alligatoren genannt, doch kommen solche nur in Amerika vor; in Indien lebt das Leisten-Krokodil (C. biporcatus), das bis 10 Meter lang wird.

[551]Die Entfernung beträgt 9 Kilometer.

[551]Die Entfernung beträgt 9 Kilometer.

[552]Ich hatte gehört, dass Soldat nebst Lenker 2 bis 3 Rupien Trinkgeld erwarten. Als ich ihnen 3 gab, waren sie nicht zufrieden.

[552]Ich hatte gehört, dass Soldat nebst Lenker 2 bis 3 Rupien Trinkgeld erwarten. Als ich ihnen 3 gab, waren sie nicht zufrieden.

[553]Die Zerstörung muss rasche Fortschritte machen, nach dem Vergleich des jetzigen Zustandes mit etwas älteren Abbildungen.

[553]Die Zerstörung muss rasche Fortschritte machen, nach dem Vergleich des jetzigen Zustandes mit etwas älteren Abbildungen.

[554]Nach Böthlink, viel später nach Weber.

[554]Nach Böthlink, viel später nach Weber.

[555]Star ist Verdunkelung der Crystall-Linse. (Die Schreibweise Staar ist falsch, wie ich nachgewiesen.) Der Greisen-Star wird heutzutage (seit 1750 n. Chr.) so beseitigt, dass man durch einen passendenSchnittdie getrübte Linseherauszieht. Vorher wurde die letztere durch eine in’s AugeninneregestocheneNadel aus dem Sehloch nachunten geschoben.

[555]Star ist Verdunkelung der Crystall-Linse. (Die Schreibweise Staar ist falsch, wie ich nachgewiesen.) Der Greisen-Star wird heutzutage (seit 1750 n. Chr.) so beseitigt, dass man durch einen passendenSchnittdie getrübte Linseherauszieht. Vorher wurde die letztere durch eine in’s AugeninneregestocheneNadel aus dem Sehloch nachunten geschoben.

[556]Ich habe zwei von ihm operirte Fälle nachträglich gesehen. Es ist erstaunlich, wie in Berlin erwachsene Menschen einem hergelaufenen, geldgierigen Hinter-Indier sich anvertrauen konnten, während ihnen zahlreiche gelehrte, geübte Wundärzte unentgeltlich zur Verfügung stehen.

[556]Ich habe zwei von ihm operirte Fälle nachträglich gesehen. Es ist erstaunlich, wie in Berlin erwachsene Menschen einem hergelaufenen, geldgierigen Hinter-Indier sich anvertrauen konnten, während ihnen zahlreiche gelehrte, geübte Wundärzte unentgeltlich zur Verfügung stehen.

[557]Diseases of the Eye byMacnamara, Surgeon to Calcutta Hospital. London 1868. S. 479. The nativeHuckeemsandKobragesallways operate for the cure of cataract (by depression) and hardly a week passes that I do not see several of their patients suffering from either inflammation of the choroïd or from retinochoroïditis.

[557]Diseases of the Eye byMacnamara, Surgeon to Calcutta Hospital. London 1868. S. 479. The nativeHuckeemsandKobragesallways operate for the cure of cataract (by depression) and hardly a week passes that I do not see several of their patients suffering from either inflammation of the choroïd or from retinochoroïditis.

[558]Zu meiner Beschämung erfahre ich am Abend vom Gastwirth, dass der weibliche Träger, welcher meine Sachen auf seinem Haupte nach oben befördert, ganze neun Anna, also etwa 72 Pfennige, beansprucht und erhalten hatte.

[558]Zu meiner Beschämung erfahre ich am Abend vom Gastwirth, dass der weibliche Träger, welcher meine Sachen auf seinem Haupte nach oben befördert, ganze neun Anna, also etwa 72 Pfennige, beansprucht und erhalten hatte.

[559]Für diese Leistung von sechs Stunden wurden 6 Rupien gefordert und sieben bezahlt. Man kann auch zu Pferde hinauf reiten. (Die Beförderung mittelst Elephant oder Palankin scheint jetzt veraltet zu sein.)

[559]Für diese Leistung von sechs Stunden wurden 6 Rupien gefordert und sieben bezahlt. Man kann auch zu Pferde hinauf reiten. (Die Beförderung mittelst Elephant oder Palankin scheint jetzt veraltet zu sein.)

[560]Das Wort ist arabisch und bedeutet arm, d. h. einen Büsser, der das Gelübde der Armuth auf sich genommen. Meist vermied ich unterwegs die Begegnung mit solchen Unglücklichen, die an religiösem Wahnsinn leiden.

[560]Das Wort ist arabisch und bedeutet arm, d. h. einen Büsser, der das Gelübde der Armuth auf sich genommen. Meist vermied ich unterwegs die Begegnung mit solchen Unglücklichen, die an religiösem Wahnsinn leiden.

[561]Auch Dilwarra geschrieben.

[561]Auch Dilwarra geschrieben.

[562]Auch Perl-See (Nucki Talao) genannt.

[562]Auch Perl-See (Nucki Talao) genannt.

[563]Pârçvanâtha, der vorletzte Jina oder Siegreiche.

[563]Pârçvanâtha, der vorletzte Jina oder Siegreiche.

[564]Die Bildsäulen der Jaina-Heiligen sowie der Hindu-Götter werden stets in eine viereckige (quadratische) Zelle gesetzt, der Thurm über der Zelle hat eine krummlinige Begrenzung.

[564]Die Bildsäulen der Jaina-Heiligen sowie der Hindu-Götter werden stets in eine viereckige (quadratische) Zelle gesetzt, der Thurm über der Zelle hat eine krummlinige Begrenzung.

[565]Den Jaina schien es wichtig, ihre Heiligen zu ehren durcheine grosse Zahl von Bildsäulenund für jede ein eignes Heim zu schaffen. Dies ist aber nicht, wie Fergusson meint, auf die Jaina beschränkt. Eine ungeheure Zahl von gleichen Bildsäulen fanden wir auch schon in dem buddhistischen Kwannon-Tempel zu Kyoto. (Vgl.S. 148.)

[565]Den Jaina schien es wichtig, ihre Heiligen zu ehren durcheine grosse Zahl von Bildsäulenund für jede ein eignes Heim zu schaffen. Dies ist aber nicht, wie Fergusson meint, auf die Jaina beschränkt. Eine ungeheure Zahl von gleichen Bildsäulen fanden wir auch schon in dem buddhistischen Kwannon-Tempel zu Kyoto. (Vgl.S. 148.)

[566]Bei dem römischen oder gothischen Dom wäre ein gewaltiger Stützbau erforderlich; bei dem indischen fügt das Hängewerk nur sein eignes Gewicht dem des Domes hinzu.

[566]Bei dem römischen oder gothischen Dom wäre ein gewaltiger Stützbau erforderlich; bei dem indischen fügt das Hängewerk nur sein eignes Gewicht dem des Domes hinzu.

[567]Jeni = nackte Weise.

[567]Jeni = nackte Weise.


Back to IndexNext