Delhi.
Die Reisebücher rathen, der Zeitersparniss halber Nachts zu fahren, am folgenden Tag die nächste Stadt zu besichtigen und dann wieder Nachts weiter zu fahren. Mir schien das nicht zweckmässig zu sein. Schlafwagen giebt es nicht in Indien; auf ruhigen Schlaf und Bequemlichkeit ist also nicht mit Sicherheit zu rechnen. Nach schlafloser Nacht fehlt die Frische am Tage, um all’ die zahlreichen Sehenswürdigkeiten genau und aufmerksam zu beobachten. Dazu kommt, dass um die Mitte des December die Nächte in Nord-Indien schon recht kühl sind. (Ich mass am 15. December Vormittags 7½ Uhr +14° im Zimmer, +10° C. in der Vorhalle.)
Ich fahre also am 15. December, Vormittags 10 Uhr, von dem Halteplatz Agra-Fort mit dem Personenzug der East Indian R. über Tundla-Junction nordöstlich nach Delhi. (136 englische Meilen für 13½ Rupien, in sechs Stunden, also ungefähr 36 Kilometer in der Stunde.)
Das Land[529]sieht theilweise recht dürr aus, dann wird es wieder besser, ist aber ganz eben. Bemerkenswerth sind die mächtigen Bewässerungs-Canäle mit Schleusen und Abzweigungen. Lehmhütten mit flachem Dach, wie in Ober-Aegypten, sind die Behausungen der Bauern; doch giebt es auch bessere. Erstaunlich ist die Menge des gefiederten Volkes; grüne Papageien erscheinen in Paaren und in Schwärmen, wilde Pfauen, ernste Marabut.
Um 4 Uhr sind wir in Delhi.Imperial Hotel, das mir am meisten empfohlen war, hat kein ordentliches Zimmer frei;Grand Hotel, wo ich Unterkunft finde, ist schlecht. Der Nachmittag wird einer Fahrt durch die Bazar-Strasse (Chandni Chauk = Silber-Strasse) gewidmet.
Delhi wird alsRom Asien’sbezeichnet. Seineälteste Geschichteist in tiefes Dunkel gehüllt. Aber die Trümmer, welche vom Süden der jetzigen Stadt in einer Länge von 16 Kilometer und in einer Breite von 5 bis 10 Kilometer sich erstrecken, sind die Ueberbleibsel vonsiebenverschiedenen Städten, die zu ganz verschiedenen Zeiten errichtet worden sind. Die älteste warIndraprastha. Diese wird schon in dem altindischen Heldengedicht Mahabharata erwähnt. In den Purana, die vom 8. bis 13. Jahrhundert n. Chr. verfasst sind, wird Yudishthira als erster König der Stadt genannt, dann folgen angeblich 30 Geschlechter seiner Familie; hierauf eine andere, die 500 Jahre herrschte; endlich 24 Herrscher, deren letzter von Vikramaditya 57 v. Chr. besiegt wurde. Zu dieser Zeit erscheint zuerst der Name Delhi,[530]nach dem Fürsten Dilu, der 10 Kilometer stromabwärts von der jetzigen Stadt eine Burg erbaute. 792 Jahre lag die Stadt wüst, dann wurde sie neu bevölkert. (1052 durch Anang Pal II.) Die Kämpfe der Hindu mit einander machte den Mohammedanern die Eroberung leicht. 1011 n. Chr. wurde die Stadt von Mohammed Ghazni eingenommen, 1193 von Mohammed Ghori dauernd erobert. Dank dem geschichtlichen Sinn der Mohammedaner sind wir im Stande, die Reihe von 54 Fürsten aufzuzählen, welche danach zu Delhi geherrscht haben, von 1193 bis 1803, wo die Engländer die Stadt einnahmen. Für die Baugeschichte kommen hauptsächlich in Betracht:
1) Kutbu din (1206 n. Chr.), der Erbauer des grossen Thurmes (Kutb Minar) und der grossen Moschee.
2) Feroz Tughlak (1351–1388), der Erbauer des grossen Canals, welcher, unter Schah Jahan und wiederum neuerdings durch die Engländer wieder hergestellt, als westlicher Jumna-Canal durch die heutige Stadt fliesst.
3) Sher Schah machte 1540 Indrapat zur Festung seiner neuen Stadt und erbaute einen Palast und eine Moschee.
4) 1638 begann Schah Jahan die Festung und den Palast von „Shajahanabad“, dem heutigen Delhi. Dasselbe soll zur Zeit Aurangzeb’s 2 Millionen (?) Einwohner gezählt haben.
Das schrecklichste Unglück befiel die Stadt im Jahre 1739. Am 10. März wurde die persische Besatzung, welche Nadir Schah hineingelegt hatte, vom Volke aufgerieben. Am 11. befahl der Eroberer eine allgemeine Metzelei, die von Sonnenaufgang bis Mittag dauerte und 30000 (nach Anderen gar 200000) Opfer gefordert haben soll. Nadir Schah schleppte eine unermessliche Beute fort, die auf 30 und selbst 70 Millionen £ geschätzt wird, darunter den Pfauen-Thron und Koh-i-nur. 1788 eroberten die Marathen Delhi, 1803 gewannen es die Engländer und behaupteten es bis 1857, obwohl sie dem Nachkommen des Grossmogul erlaubten, König, ja sogar Schah schahi, König der Könige, sich zu nennen.
Am. 10. Mai 1857 brach zu Meerut, dem Hauptwaffenplatz des Nordwestens, 72 Kilometer nordwestlich von Delhi, die Meuterei aus. 58 Sepoy, welche im Arrest sassen, weil sie die neuen Patronen, wegen der Verwendung von Kuh-Talg, zurückgewiesen, wurden von ihren Kameraden befreit. Die Sepoy setzten die Häuser ihrer Officiere in Brand und marschirten nach Delhi. Leider versäumte General Hewitt in Meerut, der europäische Truppen genug zur Verfügung hatte, den Aufstand durch sofortiges Eingreifen zu ersticken. In Delhi vereinigten sich die Meuterer mit den dort befindlichen einheimischen Truppen, erschossen die britischen Officiere, ermordeten die Europäer, welche sie trafen, und setzten sich in Besitz der mit starken Mauern befestigten Stadt und des darin befindlichen Forts.
Erst am 8. Juni langte Sir H. Barnard mit den vereinigten britischen Truppen an, vertrieb die Meuterer von ihren vorgeschobenen Stellungen und besetzte den Bergrücken (Ridge) dicht bei der Nordwest-Ecke von Delhi. Aber die Engländer waren zunächst mehr belagert, als Belagerer. Denn Delhi hatte ausser der begeisterten Bevölkerung 30000 von den Engländern selbst gedrillte Sepoy, 114 Kanonen und reichlichsten Schiessbedarf.
Am 7. August kam GeneralNicholsonmit Verstärkungen an, am 4. September die Belagerungs-Kanonen aus Ferozpur, gezogen von Elephanten, nachdem die ihnen auflauernden Meuterer auf’s Haupt geschlagen worden; am 8. September RichardLawrencemit weiterenVerstärkungen. Aber zu einer Einschliessung der Stadt von 12½ Kilometer Umfang reichten die 8000 Mann nicht aus. Der Sturm wurde beschlossen. Unter starken Verlusten wurden die schweren Geschütze aufgestellt und das Feuer eröffnet auf die Nordseite der Stadtmauer und ihre drei Bastionen. Am 13. September waren die Breschen genügend. Am 14. wurde der Sturm unternommen, Nicholson war der erste auf dem Wall und fiel an der Spitze seiner Krieger. Die Officiere, welche beauftragt waren, das in der Mitte der Nord-Mauer befindliche Kaschmir-Thor mit Pulver zu sprengen, fielen alle, bis auf einen. Aber der Sturm gelang und nach sechstägigem verzweifeltem Strassenkampf, der auch den Engländern schwere Verluste brachte, war die Stadt genommen, das Rückgrat der Meuterei gebrochen. Am 21. September nahmHodson, ein Reiteroberst, den alten Mogul-König Bahadur Schah, der während der Meuterei den Namen Kaiser von Indien angenommen, in Humayun’s Grabdenkmal gefangen und am folgenden Tage dessen Söhne; und da das Volk bei Delhi die Wache um die Söhne zu bedrängen schien, soschoss er die Prinzen mit eigener Hand nieder. Der Alte kam vor das Kriegsgericht, wurde schuldig befunden, Aufstand und Mord begünstigt zu haben, aber nicht getödtet, sondern nach Rangoon verbannt, wo er am 7. October 1862 verstorben ist.
Dasjetzige Delhiliegt unter 28¼° nördlicher Breite und 252 Meter über dem Meere, an niedrigen Felshügeln auf dem rechten Ufer des Jumna, und zählte 1881 an 173000 Einwohner, darunter 95000 Hindu und 72000 Mohammedaner, die sich nicht gut mit einander vertragen, sondern gelegentlich ihre Kräfte messen. Die Zählung von 1891 ergab für Delhi und Cantonment 192579 Einwohner. Delhi ist heutzutage ein grosserHandelsplatz, dessen Bazar zu den belebtesten im Innern von Indien gehört, und durch Eisenbahnen einerseits mit Calcutta, andererseits mit dem Punjab und der Nordwest-Grenze des Reiches, endlich durch die Rajputana hindurch mit Bombay verbunden.
Am 16. December fahre ich wiederum zur Besichtigung, im Einspänner und mit Führer. Der letztere ist nirgends und niemals überflüssiger gewesen, als hier an diesem Vormittag. Denn in der Festung übernimmt ein britischer Soldat die Führung; in die grosse Moschee wird mein Führer, als Hindu, überhaupt nicht hineingelassen, da seit dem letzten Volksauflauf und Strassenkampf zwischen den beiden eifersüchtigen Religions-Genossenschaften, der erst vor wenigen Jahren stattgefunden, den Hindu der Eintritt in das Gotteshaus der Mohammedaner, laut Anschlag der Behörde, verboten ist. Uebrigens ist das Englisch dieser Führer ausserordentlich mangelhaft: es reicht ebenhin, um den Reisenden einzufangen; ist aber ganz ungenügend, Erläuterungen des Gesehenen zu geben.
Von dem westlichen Hauptthor (Lahore Gate) der Stadt Delhi führt die Hauptstrasse (Chandni Chauk) zu einem freien Platz, jenseits dessen dieBurg des Kaiser Jahanan dem Ufer des Jumna liegt, ein umwalltes Rechteck von 3200 Fuss Länge von Nord nach Süd und von 1600 Fuss Breite von West nach Ost.
Die zinnenbedeckten Mauern aus rothem Sandstein sind zwar nicht so hoch (40 Fuss), die Thürme nicht so gewaltig, wie in Akbar’s Veste zu Agra; aber dafür sind die grösseren und kleineren Kuppeln und die schlanken Minarets desto gefälliger.
Das westlich gelegene Hauptthor zur Burg (Lahore Gate, jetzt Victoria G. genannt,) ist ein stattliches Gebäude von 140 Fuss Höhe, und die gewölbte Halle von 375 Fuss Länge, durch welche man eintritt, vielleicht die vornehmste Palast-Pforte auf der Erdoberfläche.
Aber wer eingetreten ist, erblickt nicht etwa den herrlichen Palast Schah Jahan’s, der von 1628 bis 1658 erbaut, noch in der Mitte unseres Jahrhunderts vorhanden war, (zwar schlecht gehalten, durch allerhand Hütten verbaut und durch neue Bauwerke verunstaltet, wie unser Prinz Waldemar 1845 gefunden, aber doch immerhin erhalten und von dem Schattenkaiser[531]— bis 1857 — bewohnt,) sondern zunächst nur langweilige, weiss gestrichene Baracken. Was Afghanen und Perser geschont, haben Briten zerstört, und zwar nicht zu einem höheren Zwecke, sondern einfach aus Mangel an Kunstgeschmack.
Fergussonnennt es Vandalismus, aber die Vandalen haben so etwas nie gethan; und auch in der ganzen neueren Geschichte ist nichts Aehnliches vorgekommen. Die massgebenden Rücksichten auf Sicherheit und Vertheidigung kamen gar nicht in Betracht. Kein Gebäude von Schah Jahan brauchte angerührt zu werden, um Raum für die Soldaten zu beschaffen, welche die unbewaffnete Bevölkerung der Stadt Delhi zu überwachen haben; und ein auswärtiger Feind mit Kanonen, der die Stadtmauern nebst ihren Bollwerken bezwungen, könnte in wenigen Stunden die Palast-Mauern niederlegen.
Lediglich, um ohne Mühe und Kosten einen Wall rings um das Barackenlager der Soldaten zu bekommen, damit keiner ohne Urlaub durchschlüpfe, wurde derkostbarste Palast der Erde förmlich ausgeweidet!
Mit der grössten Rücksichtslosigkeit hat man auchgeplündert. Ein Capitän Jones liess zwei grosse Stücke von dem eingelegten Marmorthronsitz der öffentlichen Audienzhalle abreissen, brachte sie nach England und — verkaufte sie an die Regierung für 500 £, so dass man sie jetzt wenigstens im Indischen Museum zu London bewundern kann.
In den Tagen des Glanzes führte der Eingang in einen grossen, quadratischen Hof von 350 Fuss Seitenlänge, an dessen Ende dieMusik-Hallestand. Darauf folgte ein zweiter Hof mit deröffentlichen Audienz-Halle. Im Norden dieser Gebäude-Reihe von 1600 Fuss Länge lagen dieGast-Räumemit Gärten und derPrivat-Audienzhalle. Der ganze Süden, ein Quadrat von 1000 Fuss Länge, war von denWohngemächernund dem Harem eingenommen. Somit bedeckte der Palast die doppelte Fläche des Escurial oder irgend eines Schlosses in Europa.
Nur spärliche Reste der Pracht sind noch vorhanden:
1) Die öffentliche Audienz-Halle (Diwan-i-Am). Sie ist ähnlich der zu Agra, aber prächtiger; 200 Fuss lang von Nord nach Süd und 100 Fuss breit; an drei Seiten offen. Das Dach wird getragen von drei Reihen von Säulen aus rothem Sandstein, die früher mit Stuck und Vergoldung geschmückt gewesen. Die Säulencapitäle sind nach allen vier Richtungen mit einander durch neunfach getheilte Spitzbogen verbunden. An der Hinterwand steht ein 10 Fuss hoher Marmorthron, der von einem auf vier weissen, leichten Marmorsäulen ruhenden, gewölbten Baldachin überragt wird und der aus den Privatgemächern durch eine Thür zugänglich ist. Die ganze Hinterwand und der Thron-Sitz ist mit Marmor-Mosaik geschmückt. Man sieht Fruchtkörbe, Vögel, kleine Löwen. Es gilt für das Werk vonAustin de Bordeauxund hat mir nicht sonderlich gefallen, namentlich im Vergleich mit den prachtvoll eingelegten Blumenranken von Agra. (Uebrigens floh Austin aus Europa zum Hof des Schah, weil er daheim — verschiedene Fürsten mit falschen Edelsteinen betrogen hatte.)
Prinz Waldemar berichtet: „Dieselben Muster, die ich in Florenz sah, fand ichhierwieder; auch sind europäische Vögel, Blumen und Früchte, die man hier gar nicht kennt, dargestellt, und, was das schlagendste ist, einOrpheusmit der Cither in der Hand, von Thieren umgeben.“
Ein Theil der Platten ist fortgenommen, ein Theil der kostbaren Steine herausgebrochen und gestohlen. Jetzt ist ein eisernes Gitter nach der Halle zu angebracht. Der friedfertige, durchaus nicht beutelustige Reisende wird von hinten her durch den wachthabenden Soldaten hin- und wieder zurückgeleitet.
2) DiePrivat-Audienzhalle(Diwan-i-Khas). Es ist eine rechteckige Halle (90×70′), nach allen Seiten offen, nach den breiteren durch fünf gleich grosse, neunfach getheilte Spitzbogen, nach den schmaleren durch drei grosse und zwei kleinere. Die Bogen ruhen auf Pfeilern, das platte Dach ist an den vier Ecken mit säulengetragenen Kuppeln geschmückt. Der ganze Bau ist aus rein weissem Marmor und auf’s geschmackvollste und kostbarste mit eingelegten Steinen und Vergoldung geschmückt. In der Mitte der Halle sieht man die Marmor-Erhöhung, auf welcher einst der berühmte Pfauen-Thron (Takt-i-Taus) gestanden hat.[532]Die Decke war mit Silber belegt. Dies haben die Marathen 1760 mitgenommen und ausgemünzt. Ueber dem Nord- und dem Süd-Bogen der Halle steht der berühmte persische Vers:
Giebt es auf Erden ein Paradies,So ist es dies, so ist es dies.
Giebt es auf Erden ein Paradies,So ist es dies, so ist es dies.
Giebt es auf Erden ein Paradies,So ist es dies, so ist es dies.
Giebt es auf Erden ein Paradies,
So ist es dies, so ist es dies.
In der That dürfte es schwer sein, in irgend einem Palast der Erde einen Bau von gleicher Formvollendung aufzufinden.
3) Ganz nahebei in der gemalten Halle (Rung Mahal), die jetzt von den Officieren als Speise-Raum benutzt wird, ist ein wunderbares Fenster aus durchbrochener Marmor-Arbeit und darüber, eingelegt, dieWage der Gerechtigkeit(Mizan-i-Insaf). Die Blumen, welche die Wand schmücken, sind theils eingelegt, theils mit Schmelzfarben aufgelegt, theils ausgemeisselt.
4) Von den Privatgemächern kann man wegen der Zerstörung keine rechte Vorstellung mehr sich bilden; einigermassen erhalten sind dieBäder, drei Marmorgemächer, mit Domen gekrönt und von oben durch gefärbte Glasfenster erleuchtet.
5) Dicht dabei ist die kleinePerl-Moscheeaus weissem und grauem Marmor; sie hat drei Bögen und drei Dome und ist innen ganz mit flacherhabener Arbeit geschmückt. Sie wurde 1635 von Aurangzeb erbaut und kostete 160000 Rupien.
Man könnte sich wundern, in dem grossen Palast nur eine so kleine Moschee zu finden. Aber ganz in der Nähe des südlichen Palastthores liegt dieJumma Musjid, die als Hof-Kirche benutzt wurde.
Das ist das bedeutendste Bauwerk in der Stadt Delhi ausserhalb der Veste, eine der grössten und schönsten Moscheen auf der ganzen Erde. 5000 Arbeiter waren sechs Jahre lang daran thätig; die arabische Inschrift nennt als Jahr der Vollendung dasjenige, in welchem Schah Jahan — von seinem Sohn Aurangzeb abgesetzt worden. (1658, nach unserer Zeitrechnung.)
Auf einem mächtigenUnterbauerhebt sich die offene, mit 15 Fuss langen Architraven aus Sandstein gedeckte, zinnengekrönte Säulenhalle, welche an jeder der vier Ecken mit einem Thürmchen geschmückt ist und den Hof von drei Seiten umgiebt, während die vierte Seite von der Moschee selber eingenommen wird. In der Mitte jeder der drei Seiten der Halle führt eine stattliche, unten 150 Fuss langeFreitreppevon 36 Stufen empor zu einemThorgebäude. Das hauptsächlichste, östliche, der Moschee gegenüber, hat das Aussehen eines dreistöckigen Gebäudes durch die drei Reihen von Spitzbogenfenstern und in der Mitte ein gewaltiges bis oben reichendes Spitzbogen-Thor, darüber eine Gallerie mit fünfzehn kleinen Marmor-Domen und sechs Thürmchen. Die Thür im Hintergrund des Bogens ist massiv und mit dicken Arabesken belegt.
DerHof, welchen wir nun betreten, ist mit Granit- und Marmorplatten schön gepflastert, und quadratisch mit einer Seitenlänge von 325 Fuss. In der Mitte liegt das übliche Marmor-Becken für die Abwaschungen.
DieMoscheeselber ist 200 Fuss lang und 120 Fuss tief. Sie öffnet sich nach dem Hof mit zwei Mal fünf kleineren und einem grösseren mittleren Spitzbogen, ist zierlich aus rothem Sandstein und weissem Marmor erbaut, an der Vorderseite mit Zinnen gekrönt, oben von drei Marmordomen überragt, an den beiden Ecken mit dreistöckigen, 130 Fuss hohen Minarets geschmückt, deren Besteigung eine lohnende Aussicht auf die Stadt gewährt. Im Innern sind Fussboden, Decke und Wände vollständig mit Marmor bekleidet.
Der Fussboden der Moschee ist mit weissen, schwarzgesäumten Marmorplatten von 3 Fuss Länge und 1½ Fuss Breite gepflastert; jede stellt einen Gebet-Teppich dar, deren Zahl nach der Rechnung[533]über 5000 beträgt. Aber am Freitag Nachmittag drängen sich hier 10000 Gläubige zusammen.
In der Nordost-Ecke der Säulenhalle ist ein Pavillon mit alten Handschriften des Koran, einer kufischen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., und mit Reliquien Mohammed’s, z. B. einemHaar aus dem Bart des Propheten. Der fromme Mann, welcher diese heiligen Dinge dem Ungläubigen zeigt, ist unzufrieden, wenn letzterer ihm nicht eine Rupie spendet.
DieHauptstrassevon Delhi istChandni Chauk, die Silberstrasse. Sie führt von dem westlichen Hauptthor des Palastes zu dem der Stadt (Lahore Gate), ist 1½ Kilometer lang, 74 Fuss breit. Durch den grösseren Theil ihrer Ausdehnung zieht in der Mitte ein von doppelter Baumreihe eingefasster, erhöhter Fussweg, der die erwähnte, den Palast versorgende Wasserleitung bedeckt.
In diese Strasse ist das Gewühl der Käufer und Verkäufer zusammengedrängt. Laden reiht sich an Laden. Durch Zuruf, Gebärden, Geschäftskarten wird der Reisende, mag er zu Fuss gehen oder im Wagen fahren, zum Eintreten aufgefordert. Da sind Gold- und Silberwaaren, allerdings für meinem Geschmack viel zu plump. Vergeblich suchte ich nach einem Halsband für meine Frau. Der Verkäufer langte sein Prachtstück hervor, 2500 Rupien war der Preis. Lächelnd erwiederte ich, dass ich mir so viel Geld nicht eingesteckt. Die Händler in Kaschmir-Tüchern nehmen den Fremden aus dem Laden in das Hauptlager, das eine Treppe hoch nach dem Hof gelegen ist, und breiten unermüdlich ihre Schätze aus. Gold- und Silber-Stickereien gehören zu den einheimischen Erzeugnissen. Herr Tellery, ein Ungar, der ursprünglich vor vielen Jahren als Maschinenbaumeister nach Indien gekommen, erst Sammler von Erzeugnissen der einheimischen Kunsthandwerke, dann Händler und Hersteller, hat seine Hauptwerkstätten in Delhi.
Um Handel und Wandel zu unterstützen, hat die Stadtverwaltung in der Nähe der Hauptstrasse neuerdings ein grossartiges Gasthaus für Einheimische (Mor-Serai) erbaut, das in seinem hübschen morgenländischen Stil die Bauten der Engländer in Indien beschämt.
In der Mitte der Hauptstrasse ist ein misslungener Brunnen (Northfolk fountain), dicht dabei eine kleine Moschee aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts, die wegen ihrer drei vergoldeten Dome den Namen dergoldnenempfangen. Von hier hat Nadir Schah die Ermordung der unglücklichen Einwohner von Delhi betrachtet.
Von der Hauptstrasse gelangt man auch in die Königlichen Gärten (Queen’s Gardens), die etwas verwahrlost erscheinen. Am Eingang steht ein grosser Elephant aus Stein, der 1645 von Gwalior hierher gebracht worden. In dem Garten steht ein Glockenthurm von 128 Fuss Höhe, und daneben dasMuseum. Dasselbe enthält eine Sammlung von Erzeugnissen der Kunstindustrie; zunächst ausDelhieingelegte Metallwaaren, Stickereien, Schnitzereien; sodann aus den andern Hauptorten Indiens, aber auch chinesische Elfenbeinschnitzereien (Riesenschachspiel) und Lampen.
Sehr lehrreich sind verkleinerte Darstellungen der Handwerke und des Ackerbau’s (z. B. der Bewässerung), wie sie hier zu Lande betrieben werden.
Im Nordwesten der Stadt, auf dem Bergrücken, steht ein gothischer Thurm zum Andenken an den Meuter-Kampf (Mutiny Memorial). Nördlich davon in der Ebene liegt der Platz, wo am 1. Januar 1877 die Königin von England alsKaiserin von Indienverkündigt wurde. Lord Lytton hatte alle Fürsten von Indien, die hauptsächlichsten europäischen Beamten und 50000 Soldaten, britische wie einheimische, versammelt und den grössten Prunk entfaltet.
Wer Delhi besitzt, beherrscht Indien, nach der Meinung der Einheimischen. Als die Engländer im Anfang des Jahrhunderts Delhi erobert hatten, begaben sich mehrere Kleinstaaten freiwillig unter ihren Schutz. Als der Meuterkrieg aufloderte, versuchten die Sepoy, den Schattenkönig von Delhi zum Kaiser von Indien zu erheben. Nur in Delhi konnte Königin Victoria als Kaisar-i-Hind ausgerufen werden.
Wenn Delhi, wegen seinerRuinen, das Rom Asiens genannt wird, so verdient der Weg südwärts nach Kutb Minar als seine appische Strasse bezeichnet zu werden.
Von der Südwestecke der jetzigen Stadt (Ajmir Gate) fährt man südwärts auf gut geebneter Strasse und erblickt zu beiden Seiten zwischen dem ostwärts gelegenen Fluss (Jumna) und dem westwärts gelegenen Höhenzug unzählige Grabmäler; hier und da, dichter aneinander gedrängt, die Ruinen der auf den Gefilden von Alt-Delhi nach einander errichteten sieben Städte, von denen jede folgende die Ueberreste ihrerVorgängerinJahrhunderte lang alsSteinbruchausgebeutet hat.
Das erste Gebäude von Bedeutung istJai Sing’s Sternwarte, ähnlich der zu Benares, nur mehr zerstört. Der „Fürst der Sonnen-Uhren“ (Samrat Yantra) ist ein Gemäuer von der Form eines rechtwinkligen Dreiecks, dessen Höhe 56, dessen Grundlinie 104 Fuss misst. Demnächst folgt das Grabmal desSafdar Jang, Abu ’l Mansur Khan, der um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Vezir des Kaisers Ahmed Schah gewesen und, 1749/50 von den afghanischen Rohilla besiegt, so thöricht war, die Marathen um Hilfe zu bitten. Das Grabdenkmal, welches 3 lakh Rupien gekostet, steht auf einer gemauerten Erhöhung, ist ein Quadrat von 100 Fuss Seitenlänge mit 4 Eckthürmen und einem Dom aus rothem Sandstein und — Stuck. Von Weitem sieht es mächtig aus, aber bei näherer Betrachtung schwindet die Bewunderung. Safdar Jang ist der Gründer der Herrscherfamilie von Oudh, deren Stärke im Stuck liegt.
Unterwegs traf ich eine stattliche Abtheilung berittenerbritischer Artillerie, welche ein Feldlager aufschlug. Pferde und Bespannung schienen mir in vorzüglicher Ordnung, auch die Mannschaften nicht gar so jung wie die meisten britischen Fusssoldaten, die man in Indien antrifft. Aber der Train ist durchaus morgenländisch. Kameele tragen die Zelte, einheimische Diener schlagen dieselben auf, kochen ab für die Herren Soldaten, so dass auf jeden Kämpfer vielleicht zwei Diener kommen. In Friedenszeiten mag das sehr behaglich sein. Für den Ernstfall birgt es grosse Gefahren.
Das Endziel der Ausfahrt,Kutb Minar, liegt 19 Kilometer südlich vom Ajmir-Thor, auf der Stelle, wo die ursprüngliche Hindu-Stadt Dilli einst gestanden. Das mächtige Bauwerk zeigt beim ersten Blick, was es ist und sein soll, einDenkmal des Siegesder Mohammedaner über die Hindu. Zum Gebet konnte der Mueddin höchstens vom unteren Söller aus die Gläubigen rufen. Wenn Kutab-ud-din[534](1206 bis 1210) das Werk begonnen, so scheint nach der Buchstabenform der Inschriften doch Altamsh (1211 bis 1236) das Wesentliche desselben vollendet zu haben. Der Führer allerdings erzählt uns einVolksmärchen, dass der Hindu-König Raj Pithora (1180 n. Chr.) den Thurm gebaut, um von der Spitze aus seine geliebte Tochter zu sehen, wenn sie mit ihrem Gefolge zum Bad im Jumna-Fluss auszog.
Der Thurm ist 240 Fuss hoch. In fünf Stockwerken, die durch vier Söller abgetheilt sind, (in der Höhe von 97, 148, 188, 215 Fuss über dem Boden) verjüngt er sich, von 47 Fuss Durchmesser an der Grundfläche bis auf 9 Fuss an der Spitze,[535]deren Kuppel allerdings abgefallen ist. In Folge der starken Verjüngung erscheint dem nahe stehenden Betrachter die Höhe noch weit bedeutender, als sie wirklich ist. Die drei unteren Stockwerke bestehen aus rothem Sandstein und zeigen an der Oberfläche schön geschmückte Halb-Säulen und Pfeiler; im ersten Stockwerk beide abwechselnd, im zweiten nur Säulen, im dritten nur Pfeiler. Höchst gefällig ist die Abnahme der Höhe und der Dicke der höheren Stockwerke.
Das unterste Stockwerk hat drei, die beiden folgenden je zwei Bänder kufischer Inschriften mit Koran-Versen. Der Honigwabenschmuck unter dem ersten Söller soll von dem der Alhambra nicht merklich verschieden sein. Die beiden obersten Stockwerke sind glatt und mit Marmor belegt.
Kutb Minar gilt für das vollkommenste Bauwerk seiner Art aufder Erdoberfläche. (Der von Giotto erbaute Glockenthurm zu Florenz, der allerdings 30 Fuss höher ist, wird gewissermassen erdrückt von den Massen der benachbarten Kathedrale.)
390 Stufen führen im Innern auf die von einem Geländer umgebene Fläche der Spitze. Gewissenhaft stieg ich empor und fand den engen Raum dicht gedrängt von Einheimischen, die mir höflich, Platz machten. Der Ausblick ist ungemein lohnend; man sieht den Jumna und die heutige Stadt Delhi sowie die zahllosen Ruinen, endlich das zur Zeit recht trockne Land. Ist doch die indische Wüste nicht allzu fern! Der Gegensatz zwischen der dürren Ebene und dem grünen Streifen am Fluss erinnert an die Aussicht von der grossen Pyramide zu Gizeh.
In der Nähe erblickt man die Reste der mächtigen Mauern der Hindu-Festung Lalkot, weiter nach Osten die gewaltigen Ruinen der im Anfang des 14. Jahrhunderts erbauten mohammedanischen Festung Tughlakabad.
Kutb Minar steht neben derMoschee, die Kutab-ud-din unmittelbar nach der Eroberung von Delhi (1191 n. Chr.) begonnen und die Ibn Batuta, der mohammedanische Reisende, 150 Jahre später mit den Worten gepriesen, dass sie weder an Grösse noch an Schönheit ihres Gleichen habe. Ein wunderbarer Spitzbogen des Eingangs steht noch, 53 Fuss hoch, 22 Fuss breit, umrahmt von schöner Inschrift, die ganze Fläche mit blumiger Zierrath bedeckt. Der Hof ist umgeben von ganz und gar geschmückten Säulen, die nach den Inschriften aus 27 heidnischen Tempeln entnommen wurden; es dürften 1200 gewesen sein; die bilderzerstörenden Mohammedaner haben die Figuren an den Säulen zerstört, nur in einzelnen Ecken sieht man noch Jain-Heilige mit gekreuzten Schenkeln. Altamsh (1210–1236) und Alaud-din (1300) haben neue Höfe an und um die früheren gelegt, ähnlich, wie wir das aus altägyptischen Tempeln kennen, und so Kutb Minar mit eingeschlossen.
In dem ursprünglichen Hof steht derEisenpfeiler, 23 Fuss 8 Zoll hoch, 16 Zoll dick, 6 Tonnen schwer, aus solidem Schmiedeeisen, mit einer Sanskrit-Inschrift aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., welche einen Sieg des Rajah Dhava über das Volk der Vahlikas am Indus feiert. Es ist merkwürdig, dass die Hindu schon damals einen so mächtigen Pfeiler aus Eisen schmieden konnten, wie er selbst heutzutage in Europa nicht häufig hergestellt wird. (Nach Professor Reuleaux’s Untersuchung ist der Pfeiler aus kleinen Eisenstückchen zusammengeschweisst.)
In den äussersten Hof führtAlaud-din’s Thor, ein viereckiges Gebäude aus rothem Sandstein mit Spitzbogen, der von arabischerInschrift umgeben wird, mit durchbrochener Marmor-Arbeit in den Fenstern und gekrönt von einer flachen Kuppel: wohl das schönste Beispiel des früheren mohammedanischen oderPathan-Stilesin Indien.
Ausserhalb des Hofes, an seiner Nordwestecke, liegt dasGrabmal von Altamsh, das älteste in Indien.
Auf der Rückfahrt von Kutub Minar sah ich, östlich von Safdar Jang’s Denkmal noch die vom Führer so genannteHalle der64 Säulen, das Grab von Akbar’s Milchbruder. In der Nähe liegt das Grabmal des DichtersAmir Khusran, der 1315 zu Delhi gestorben ist, aber in seinen Liedern noch heute fortlebt; ferner das prachtvolle Marmorgrab des heiligenNizam-u-din(1652), noch heute von den Nachkommen seiner Schwester gepflegt; und endlich das derJahanara, der frommen und gehorsamen Tochter des Schah Jahan. Treu pflegte sie ihren Vater in seiner siebenjährigen Gefangenschaft. (1658–1665) und ist 1681 verstorben. Das Grab ist unbedeckt. Die persische Inschrift des Leichensteins enthält die schönen Verse:
Deckt grünen Rasen auf mein Grab, nichts andres mir behagt.Dies sei das einz’ge Leichentuch der demuthsvollen Magd.
Deckt grünen Rasen auf mein Grab, nichts andres mir behagt.Dies sei das einz’ge Leichentuch der demuthsvollen Magd.
Deckt grünen Rasen auf mein Grab, nichts andres mir behagt.Dies sei das einz’ge Leichentuch der demuthsvollen Magd.
Deckt grünen Rasen auf mein Grab, nichts andres mir behagt.
Dies sei das einz’ge Leichentuch der demuthsvollen Magd.
Das Menschengeschlecht ist nur von einer einzigen Art; die indische Prinzessin aus türkischem Stamm hat vor 200 Jahren Worte gewählt, wie sie der romantischen Schule Deutschlands im Anfang unseres Jahrhunderts geläufig waren.
In der Nähe ist ein von dem erwähnten Heiligen geweihter, 40 Fuss tieferTeich, in dem der Sage nach Niemand ertrinken kann. Nackte Knaben stehen auf dem 40 Fuss hohen Dach des angrenzenden Gebäudes, bereit zum Sprung in das Wasser, wenn man ihnen ein Geschenk zusichert. Doch mochte ich den Heiligen nicht versuchen.
Oestlich und in geringer Entfernung von diesen Stätten liegt das Grabdenkmal vonHumayun, der 1556 n. Chr. gestorben ist. Der Bau hat 16 Jahre gedauert und 15 lakh[536]gekostet und ist das älteste Vorbild für die Taj. Auf einer gemauerten Erhebung steht der von einer Marmorkuppel gekrönte, achteckige Mittelbau mit vier achteckigen Thürmen an den Ecken und vier 40 Fuss hohen, spitzbogigen Eingängen, alles aus rothem Sandstein, mit eingelegten Streifen von weissem Marmor geschmückt: im Gebiet der Grossmogul ein Werk zweiten Ranges, an jeder andern Stelle der Erdoberfläche ein Wunderbau. Hier war es, wo nach der Wiedereroberung Delhi’s am 12. September1857 Hodson den Mogul-KönigBahadurSchah gefangen nahm und am nächsten Tage dessen Söhne mit eigener Hand niederschoss.
1,8 Kilometer nördlich von Humayun’s Grab (etwa 3,5 Kilometer südlich von dem Südostthor, Delhi Gate, der heutigen Stadt) liegtIndrapat, eine Veste mit hohen und dicken Mauern, die allerdings von Humayun 1533 ausgebessert sind, aber immerhin an verschiedenen Stellen den Eindruck hohen Alters machen. Eine steile Zufahrt bringt uns an das Südwestthor. Innerhalb der Mauern hat eine ärmliche Hindu-Bevölkerung ihre Hütten aufgeschlagen. Bettelnde Kinder und Frauen umringen nach Zigeuner-Art den Fremdling.Sher Schah’s Moschee vom Jahre 1541 ist eine einfache Halle aus rothem Sandstein, mit Marmor und Schiefer eingelegt, mit hohen Bögen und einem Dom: ein durchaus ebenmässiges Gebäude. In der Nähe steht ein achteckiges Gebäude,die Bücherei von Humayun, der hier, als er den Aufgang des Abendsterns beobachten wollte, die Treppen herabfiel und an den Folgen der Verletzung gestorben ist.
Südlich von den Südmauern der jetzigen Stadt sind die ganz zerfallenen Ruinen vonFerozabad, der Festung, die Feroz Schah Tughlak 1354 erbaut hatte. Auf einem dreistöckigen Gebäude steht der Steinpfeiler (lat) des KönigsAsoka(257 v. Chr.), von den Siwalik-Hügeln, wo der Jumna in die Ebene tritt, hierher gebracht: die Inschrift, in Pali, verbietet „zu tödten.“ Zur Zeit von Ferok Schah konnte Niemand dieselbe entziffern.