VI.Ceylon.

VI.Ceylon.

Wir Deutschen kennen Ceylon hauptsächlich aus den bequem zugänglichen Reisebeschreibungen unsererLandsleute(Schmarda1854,Hildebrandt1862, Dr. H.Meyer1882, GrafLanckorónski1889, Dr. EugenBöninger1890); ferner aus ProfessorHäckel’sindischen Reisebriefen (Leipzig, 1882) und vielleicht auch aus dem Prachtwerk von EugenRansonnet-Villez(Braunschweig 1868), das aber leider vergriffen und sehr selten geworden ist.

Jedoch die eigentlicheQuelleunserer Kenntniss von dieser merkwürdigen Insel ist das zweibändigeklassischeWerk:Ceylon, by Sir JamesEmerson Tennent(5. Auflage, London 1860, Longman, Green, L. & Roberts). Der Verfasser hat als höherer Beamter und Gouverneur viele Jahre in Ceylon zugebracht, mit grosser Liebe in seinen Gegenstand sich vertieft und mit Hilfe von Fachgelehrten die ganze Geschichte des Volkes und der Natur, die Landbeschreibung und Sittenschilderung auf das allergründlichste abgehandelt.

Selbstverständlich sind in den letzten 30 Jahren wesentliche Aenderungen auf Ceylon eingetreten. In dieser Hinsicht, durch Angaben über dengegenwärtigenZustand, ist sehr nützlichCeylonin 1893, byJohn Ferguson(London, Huddon & Co. 1893). Dieses Buch ist bei Weitem nicht so wissenschaftlich, wie das vonTennent, für welches Ferguson, ein ganz geschickter Zeitungsschreiber und agrarischer Parteimann, seltsamer Weise kaum ein Wort des Lobes findet, mehr als einmal aber spöttische Bemerkungen.

Eine naturwissenschaftliche Beschreibung der Insel Ceylon enthält das originalePrachtwerk: Ergebnisse der Forschungen in Ceylon von Dr. PaulSarasinund Dr. FritzSarasin, III. Band. Die Wedda’s von Ceylon. Wiesbaden 1892/3, Kreidel. (Fol., 600 S. mit Atlas.) Die Verfasser, hervorragende Naturforscher, haben in 2½ Jahren die Insel in 9 Halbmessern zu Fuss durchstreift und zwei Drittel des Umfangs umschritten.

Der Führer von Colombo (Guide to C., by E. J. A.Skeen, C, 1892) ist fast unlesbar, da Geschäftsanpreisung offenbar seinen Hauptzweck darstellt, enthält aber doch manch’ schätzenswerthe Einzelheiten. Derselbe Verfasser will einen Führer durch ganz Ceylon herausgeben.

EinenFührer nach Kandy und Nuwara Eliyaschrieb S. M.Burrows, der Verfasser eines kleinen Büchleins, das ich im Gasthaus von Nuwara Eliya gelesen:The burried cities of Ceylon. (Colombo und London, Trübner 1881).

Der „Murray“ für Indien undCaine’s Picturesque India (London 1891) widmen der schönen Insel nur wenige Seiten.

Die alteGeschichtevon Ceylon wird auch in dem klassischen Werk unseres Prof.Lassen(Indische Alterthumskunde, Leipzig 1867, 1874, 1858, 1861, IV Bände) abgehandelt. Es giebt auch mehrere englischeSonderschriftenüber Ceylon’s Geschichte, die ich aber nicht gelesen, da Emmerson Tennent’s Werk das Wesentliche enthält.

Hauptquellen für dieAlterthümersind das letztgenannte Werk, und das oben erwähnte Buch von Burrows, ferner J.Fergusson’sIndian and Eastern Architecture(London 1891, J. Murray) sowie, bezüglich der neuesten Ausgrabungen,John Ferguson’sCeylon in 1893.

Schon über dieNamender Insel haben die berühmtesten Gelehrten, wieLassenundBournouf, ausführliche Abhandlungen veröffentlicht. Im Sanskrit heisst sieLanka(d. i. glückliche Insel), in den Schriften der Eingebornen Sihala oderSinhala, d. i.Loewen-Sitz, bei den makedonischen GriechenTaprobane(Tambapanni d. i. Kupferland, wegen des kupferrothen Sandes an der Küste, in welchen König Wiyago sich setzte und seine Hände färbte;) bei den späteren GriechenPalai-Simundu(Pali-Simanta im Sanskrit = Haupt des Gesetzes); bei Ptolemäus im 2. Jahrhundert n. Chr. Salike d. i. Sihala: bei den Arabern, so auch in Sindbad’s Märchen aus „Tausend und eine Nacht“, Selendib oderSerendibd. i. Sinhala oder Silan-dwipa = Silan-Insel. Aus Silan haben dann die PortugiesenZeilan, die Holländer Ceylan, die Engländer Ceylon gemacht.

DasglänzendeLanka preisen die Brahmanen; die Buddhisten denPerlohrringam Antlitz von Indien; die Chinesen rühmen dasLand der Edelsteine, die späteren Griechen das des Hyacinth und Rubins, die Mohammedaner dasNach-Paradiesvon Adam und Eva. So zeugen auch diedichterischenBezeichnungen von der hohen Achtung, deren die Insel zu alter und neuer Zeit, in Ost und in West, sich zu erfreuen hatte.

WennSancho Pansa, der so inbrünstig eine Insel zu besitzen strebte, Ceylon gekannt hätte; so würde er wahrscheinlichdieseInsel vor allen andern begehrt haben. Von den drei Inseln, die uns Mitteleuropäern als Urbilder der Schönheit vorschweben, Korfu, Sicilien, Ceylon; gebe ich, nach eigner Anschauung der letzten diePalme. Ich brauche sie ihr nicht zu geben. Siebesitztdie Palme, im dichten Uferwald längs der brandenden Küste, als Wappen der neugeprägten Silbermünzen.

Ceylon ist übrigens eine ganzstattlicheInsel. Wir täuschen uns leicht über ihre Grösse,[291]wenn wir nur auf die Karte von Asien schauen und nicht unser kleines Europa in dem gleichen Massstab daneben haben.

Ceylon liegt an der Südostseite der Spitze von Vorder-Indien, zwischen 5° 56′ und 9° 49′ N. Br., misst in der Länge von Nord nach Süd 445, in der Breite 160 bis 235 Kilometer, hat einen Umfang von 1200 Kilometer und einen Flächeninhalt von 64000 Quadratkilometer. Daraus folgt, dass Ceylon ebenso gross ist wie das Königreich Bayern und noch einmal so gross wie die Insel Sicilien.

DieBevölkerungszahlist die gleiche für beide Inseln, nämlich drei Millionen. Also ist die Bevölkerungsdichtigkeit in Ceylon 46 für den Quadratkilometer[292], d. h. ebenso gross wie in den mittleren Bezirken von Ostindien.

Die unzähligen, jetzt ausgetrockneten Bewässerungsteiche mit ihren von dichtem Busch bewachsenen Dämmen, welche in den Wäldern der nördlichen Zweidrittel von Ceylon zu finden sind, und die Angabe singhalesischer Chroniken, dass um 1300 n. Chr. 1500000 Dörfer auf der Insel vorhanden waren, habenEmerson Tennentzu der Annahme bewogen, dass Ceylon in seiner Blüthezeit das Zehnfache der derzeitigen Einwohnerzahl, nämlich 12 bis 15 Millionen, besessen haben möge. Wenn auchFergusondies für übertrieben hält und nur 4 bis 5 Millionen zulassen will, und die VetternSarrasinin den verlassenen Teichen nur den Ausdruck derVölkerverschiebung, nicht einer ehemals grösseren Bevölkerungszahl sehen wollen; so ist es doch eine Thatsache, dass heutzutage zwei Drittel der Bevölkerung auf der Hälfte des Flächeninhalts, in den südwestlichen und den Hügel-Bezirken, leben, während das ehemalige Reisland der Nordhälfte aufweite Streckenziemlich öde geworden und nur 15 Einwohner auf den Quadratkilometer zählt. Mit den alten Wasserwerken ist die Cultur zerfallen, in Ceylon wie in Tunis und andern Gegenden des Südens.

Ceylon ist einnatürliches Treibhaus, warm und feucht, mit einem ewigen Sommer und einer mittleren Jahres-Temperatur von +27 bis 28° C. Obwohl der Boden nicht so reich[293]ist, wie z. B. in dem vulkanischen Java; so genügen doch Wärme und Feuchtigkeit, um denüppigsten Pflanzenwuchshervorzurufen.

Für den mitteleuropäischenMenschenist das Klimawenigerbehaglich. Aber zwei angenehmeErfrischungenhelfen ihm, die Hitze zu ertragen.

Erstlich fiel, während meiner Anwesenheit in der Ebene, fast jeden Abend ein tüchtigerRegen, meist unter Gewitter. (Die Regenmonate in Ceylon sind Mai-Juni und October-November.[294]Colombo, die Hauptstadt der Insel, hat im Jahre etwa 118 Regentage und im Monate November durchschnittlich elf. Die Höhe des Regenfalls beträgt 88 Zoll im Jahre).

Sodann besitzt Ceylon eineGebirgsgegend(hill country), welche ⅙ seiner Fläche oder 4000 englische Quadratmeilen (von den 24702) umfasst, nach Süden steil, nach Norden allmählich abfällt. Hier liegen die beiden höchsten Berge der Insel, Pedurutalagala von 8269 Fuss und Adams-Pik von 7353 Fuss Erhebung. Die andern ⅚ der Insel sind wellige Ebenen. Aber Alles, von den tiefsten Thälern bis zu den höchsten Gipfeln, ist mit ausdauerndem Grün bedeckt, soweit nicht der schroffe Abfall einzelner Felsen den Pflanzenwuchs ausschliesst. Mit den Wäldern auf der Höhe hat man während der Pflanzerzeit, d. h. während der letzten 50 Jahre, unvernünftig aufgeräumt, so dass jetzt die Regierung freies Land oberhalb 5000 Fuss Erhebung nicht mehr veräussert. In diese Höhen flüchtet der Europäer; er verlässt des Morgens die Gluthitze von Colombo und erreicht Abends die Berge von Nuwara Eliya, ein Fleckchen Mitteleuropa im Herzen der tropischen Insel Asiens.

Jahreszeiten giebt es nicht auf Ceylon.Wie in den Gefilden der Seligen trägt die Kokospalme reife Früchte in jedem Monat des Jahres.

Kokos- und Areca-Palmnüsse, China- und Zimmt-Rinde, Thee — das sind dieReichthümerder Insel. Kaffe war es bis vor Kurzem.

Die gesammte Aus- und Einfuhr hat jetzt einen Werth von 8 bis 10 Millionen £.[295]Im Jahre 1891 wurden ausgeführt 89000 Centner Kaffe, 5679000 Pfund Chinarinde (Cinchona), 68 Millionen Pfund Thee, 20000 Pfund Cacao, 422000 Pfund Kardamomgewürz, 2900000 Pfund Zimmt, 409000 Centner Kokosöl, 400000 Centner Graphit. Der Werth der Ausfuhr war 1886 in £: Areca-Nüsse 100000, Chinarinde 300000, Zimmt 115000, Kokos 100000, Cacao 40000, Thee 370000, Tabak[296]80000 und — Kaffee 600000, statt 4000000 in den Jahren 1868, 1869, 1870.

Ausgeführt wird auchEben-undTeak-Holz. AberNährgetreide (Reis) muss eingeführt[297]werden.

(1881 für 2 Millionen £, 1883 über 2 Millionen Hektoliter.)

Die früher so berühmtenEdelsteinlagerCeylons (Rubinen, Saphire, Granaten, Katzenaugen)[298]scheinen ziemlich erschöpft zu sein; noch mehr sind es diePerlenfischereienim Golf von Manaar, zwischen Ceylon und Cap Comorin.

Was die „Mohren“ (Moormen) in Colombo dem gierigen Fremden anbieten, sind theils unbedeutende, minderwerthige Stücke, theils Nachahmungen aus Glas. Gold und Silber ist sparsam; gelegentliche Funde dieser edlen Metalle wurden in der alten Chronik der Singhalesen besonders erwähnt und gepriesen. Eisen ist genügend vorhanden, Kohle fehlt. Nureine Gesteinsartist werthvoll und wichtig; sie besteht, wie der Diamant, einfach aus Kohlenstoff, aber aus uncrystallisirtem: das ist derGraphit, der Stoff für unsre Bleistifte, zu unschmelzbaren Tiegeln und zuAnstrichfarben, zum Ueberzug bei derGalvanoplastik.[299]5 Millionen Mark betrug der Werth der Ausfuhr 1883 und neuerdings 7 Millionen.

Ganz anders war derHandel Ceylon’s in der arabischen Zeit.Edrisi, im 12. Jahrhundert n. Chr., nennt als Ausfuhrgegenstände Ceylon’s: Seide (die aus China kam), Perlen, Edelsteine und wohlriechende Stoffe.

Zwei Drittel der Bevölkerung von Ceylon, also 2 Millionen, sindSinghalesen, gelb oder gelbbraun, mit reichem, welligem Haar und feinen, angenehmen Gesichtszügen, Verehrer des Buddha. Sie sind einMischvolkaus den vor etwa 2500 Jahren vom Gangesthal her eingewandertenarischen Hinduund den schon lange vorher auf der Insel ansässigen Ureinwohnern.

Den zweiten Bestandtheil der Bevölkerung bilden dieTamilen, dunkelbrauneDravida, die aus Südindien, besonders von der Malabarküste, theils als Eroberer schon vor langer Zeit, selbst schon vor 1000 Jahren, in die Nordhälfte der Insel eingedrungen sind, theils neuerdings als Arbeiter auf den grossen Pflanzungen Beschäftigung suchen. Ihre Anzahl ist wechselnd, aber im Ganzen zunehmend, und beträgt jetzt gegen 800 000. Sie sind Shiwa-Verehrer. (Brahmanen).

Von den unvermischten Ureinwohnern Ceylons, die auf niedriger Bildungsstufe verblieben sind, denWedda, ist noch ein geringer Rest, etwa 2200, erhalten. Nach den massgebenden Forschungen der VetternSarrasinstellen die Wedda eine uralte prae-dravidische, aber mit den Dravida verwandte, auf niedrigster Stufe zurückgebliebene Bevölkerung dar.

Die Singhalesen bewohnen hauptsächlich den Südwesten und die Hügelgegend; die Tamilen hingegen den Norden und Osten; die Wedda endlich einsame Urwälder im Innern. Dazu kommen noch Hindu verschiedener Kasten; 212 000 Mohren (Moormen) d. h. Abkömmlinge abenteuernder Araber, natürlich Mohammedaner; Chinesen 8000; ebensoviel Malayen, ursprünglich angeworbene Soldaten, die nach der Auflösung der Truppe (1873) im Lande blieben, zum Theil noch als Polizisten verwendet; vereinzelte Afghanen, Parsi, Kaffern; endlich 6000Europäerund angeblich 20 000Eur-asier, d. h. Mischlinge von Holländern mit Singhalesinnen, sogenannte Burghers, oder auch von Portugiesen und von Engländern mit einheimischen Frauen.[300]

Unter den Eingeborenen (Singhalesen und Tamilen) sind gegen eine Viertel Million Getaufter, nämlich 240000 Katholiken und 70000 Protestanten. Die Portugiesen erzwangen es mit der Inquisition; die Holländer mit dem Hunger, da sie keinem Einheimischen Arbeit gaben, der nicht zum protestantischen Glauben sich bekannte; die Engländer wirken durch ihre Missions-Gesellschaften, — bischöfliche, presbyterianische, wesleyanische. Dazu kommt noch die Heilsarmee, deren einheimische Vertreter ich in den rothen Jacken mit den Buchstaben S. A. prangen sah. Der Singhalese hat wohl nur selten die Qual der Wahl; sein Fassungsvermögen vermag auch nicht zwischen dem neuen Sittengesetz und dem alten des Buddha einen Unterschied zu entdecken.

Seit 543 v. Chr. wurde Ceylon von singhalesischen Fürsten beherrscht. Die erste Königsfamilie, die aus dem Ganges-Thal stammte, hiessMaha-wanso, das grosse Geschlecht, und ebenso heisst die dichterischeChronik, welche in der dem Sanskrit verwandten Pâli-Sprache ihre ganze Geschichte enthält. (Die Sprache der Singhalesen —Elugenannt — ist gemischt, ähnlich wie die englische, und zwar aus einem angeblich[301]der Tamilsprache verwandten Grundstock, der die gewöhnlichen, sichtbaren Dinge und die einfachen Begriffe ausdrückt; aus Pâli für die Begriffe der Religion; und aus Sanskrit für die der Wissenschaft und Kunst. Pâli war die Volkssprache ihrer buddhistischen Apostel aus Maghada).

170 Fürsten herrschten von 543 v. Chr. bis 1815 n. Chr., wo der letzte König von Kandy, angeblich wegen Grausamkeit, von den Engländern abgesetzt wurde. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde die Buddha-Lehre eingeführt und gelangte zu hoher Blüthe. Ceylon ist ihre zweite Heimath. Von hier verbreitete sie sich nach Hinterindien, China, Japan.

Aber die kriegerischen Tamil-Stämme von der Coromandelküste und dem Süden des indischen Festlandes störten den Frieden der Insel und vertrieben allmählich die Singhalesen aus der nördlichen Hälfte. Im 8. Jahrhundert n. Chr. kamen Araber, 1505 die Portugiesen. Nachdem die letzteren über ein Jahrhundert lang die Küsten beherrscht, tüchtig geplündert und unter königlichem Monopol Gewürze ausgeführt,wurden sie 1632–1658 von den Holländern verdrängt, welche ursprünglich von den Singhalesen zu Hilfe gerufen waren. Die Holländer beuteten die Singhalesen ebenso aus, wie vorher die Portugiesen es gethan; sie setzten Todesstrafe auf unerlaubten Verkauf eines einzigen Zimmtstengels und übten Gewissenszwang; aber sie begannen doch wenigstens den Anbau von Kaffe und Indigo, sowie von Cocospalmen längs der ganzen Südwestküste.

1802 wurde die Insel im Frieden von Amiens an die Engländer abgetreten und 1815 zu einerKron-Coloniegemacht, nachdem das Königreich Kandy, welches sowohl den Portugiesen wie auch den Holländern widerstanden, endgiltig besiegt worden war.

EinGouverneurherrscht über die Insel, selbstherrlich und uneingeschränkt,[302]allerdings dem Colonialamt verantwortlich, das aber ziemlich fern weilt, — in Downingstreet zu London. Sechs Jahre pflegt seine Amtsthätigkeit zu dauern, für welche er die Kleinigkeit von jährlich 80000 Rupien bezieht.

(Entsprechend sind die Gehälter der andern Beamten. Schon seufzen die gebildeten Ceylonesen, Singhalesen und Burghers, über die Last der Pensionen, und klagen, dass sie, geborene Unterthanen der Königin Victoria, so wenig bei der Verwaltung ihres eignen Landes berücksichtigt werden.) Friede und Ruhe herrscht auf der Insel, die zu den bestbebauten Colonial-Ländern der Erde gehört und die wichtigste Kron-Colonie Englands darstellt.

The best and brightest gemIn Britain’s orient diadem.

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The best and brightest gem

In Britain’s orient diadem.

1500 Soldaten genügen, „um die Eingeborenen niederzuhalten.“ Sie kosten jährlich 160000 £; drei Viertel dieser Ausgabe fällt der Colonie zur Last. Dazu kommen noch 1400 Polizisten, für 60000 £. Die Einkünfte der Insel betrugen (im Jahre 1883) 1462000 £, die Ausgaben 1458834 £; im Jahre 1889 aber nur 1052000 £ und 1030000 £. Im Jahre 1891 war das Einkommen 17962701 Rupien;[303]1892 ungefähr ebensoviel. Das Jahr 1893 wird sich ungünstiger gestalten wegen des Silbersturzes; 5¾ Millionen R. sind nach London als Zinsen der Schuld und für Pensionen zu zahlen. Die Schuld derColonie beträgt ungefähr 2000000 £ und ist im Wesentlichen für Eisenbahnen, Hafenanlagen und Wasserwerke verbraucht worden.

Die Colonie befindet sich jetzt in einer Uebergangszeit; mit dem Kaffebau ist es vorbei, die Thee-Pflanzung ist in stetiger Zunahme begriffen; die Pflanzer machen grosse Anstrengung, mit ihrem Thee den Weltmarkt zu erobern.


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