Drittes Kapitel.

Drittes Kapitel.

Zum besseren Verständniß dieser Krankheit ist einige Kenntniß von dem Bau dieses Organs nöthig. Die Gebärmutter hat die Form einer Birne und ist zwei und einen halben bis drei Zoll lang, einen und dreiviertel Zoll weit und endigt nach unten in den Muttermund, oder Mutterhals, welcher etwa einen halben Zoll weit ist. Das Gewicht der Gebärmutter beträgt ungefähr 1½ Unze. Dieselbe liegt im unteren Theile des Unterleibs, im sogenannten Becken zwischen der Blase und dem Mastdarm. Gehalten wird die Gebärmutter theils dadurch, daß sie auf dem oberen Ende der Scheide ruht und nebstdem an vier Bändern befestigt ist. Die Bänder sind etwa 2½ Zoll lang und sie sind dazu vorhanden, um dieses Organ in richtiger Lage zu erhalten. Vorfall der Gebärmutter ist ein Sinken derselben und kann dieses so gering sein, daß es gar nicht bemerkt wird, oder so stark, daß sich das Organ durch die Oeffnung der Scheide zwischen die Beine drängt.

Ursachen.Es ist dies nicht sowohl eine Krankheit der Gebärmutter selbst, als vielmehr eine Krankheit der Theile, die sie zu stützen und in Lage zu erhalten haben. So lang als die Scheide ihre natürliche Größe beibehält und die Bänder nur 2½ Zoll lang sind, wird dieses Organ nicht aus seiner Lage verrückt werden. Alles, wodurch der Körperorganismus geschwächt und schlaff wird, mag dieses Uebel herbeiführen. Wenn z. B. die Muskeln des Unterleibs, welche die Eingeweide halten und stützen, aus irgend welcher Ursache erschlaffen, so werden die Eingeweide auf die Gebärmutter und deren Bänder Druck ausüben, welcher endlich ein Nachgeben derselben veranlaßt. Eine andere Ursache ist in zu früher Leibesbewegung nach dem Kindbett zu suchen. Ebenso wird starker Blutabfluß oder weißer Fluß, wenn diesen Uebeln kein Einhalt gethanwird, diese Krankheit erzeugen. Beständiges Stiegenauf- und absteigen von Seiten zartgebauter Frauen, enges Schnüren, Tanzen, Hüpfen und Springen, namentlich während der Monats-Periode, wo die Gebärmutter schwerer ist als sonst, weil sie mehr Blut enthält, sowie der Gebrauch solcher Medizinen, welche den „Stuhlgang öffnen“ und die von Vielen angewandt werden, sind die veranlassenden Ursachen von Gebärmutter-Vorfall.

Symptome.Die Symptome sind, je nachdem das Organ mehr oder weniger aus der Lage verrückt ist, verschieden. Jedoch wird die Patientin mehr oder weniger Druck im unteren Theil des Unterleibs, mit Schmerzen im Kreuz, sowie Druck in den Geschlechtstheilen verspüren, und zwar vermehren sich die Symptome durch körperliche Bewegung, oder wenn die Betreffende lange Zeit steht, und sie sind weniger heftig, wenn sie liegt. Auch in den Schamleisten und den Lenden werden Schmerzen gefühlt, die durch den Druck auf die Nerven entstehen; ebenso findet sich ein Geneigtsein zum Urinlassen, ohne daß die Patientin fähig wäre, so zu thun, es sei denn Tropfen bei Tropfen. Der Urin ist sehr heiß. Der Schmerz ist manchmal so bedeutend, daß sich die Kranke nach vorwärts krümmen oder sich dadurch unterstützen muß, daß sie die Hände gegen die Lenden stemmt, wenn sie geht. Diese Symptome verschwinden jedoch, sobald sie niederliegt, woraus man leicht auf die Natur der Krankheit schließen kann. Die Kranke hat Kopfweh, leidende Gesichtszüge, Dyspepsie, Herzklopfen und Schmerzen in der linken Seite.

Behandlung.Allgemeine.Die meisten mit Gebärmuttervorfall behafteten Frauen meinen, es sei nöthig, daß sie einen Träger zur Stütze des Unterleibs nöthig hätten. Diese Träger (Supporters) richten jedoch viel Schaden an; denn da man sie eng um den Unterleib gebunden trägt, vermehren sie den Druck auf die Eingeweide und drücken so die Gebärmutter und deren Bänder immer weiter herab. Es ist blos nöthig, die Gebärmutter wieder in ihre natürliche Lage zu bringen und daselbst zu erhalten. Zu diesem Behufe gebraucht man ein Instrument — Mutterkranz (engl.Pessary, lat.Pessarium) genannt. Dasselbe ist ein aus Gold, Silber, Elfenbein, Holz oder Guttapercha verfertigter Ring und wird in der Scheide zur Unterstützung der Gebärmutter angebracht. Täglich sollte ein kaltes Hüftbad genommen werden, während man zu gleicher Zeit kaltes Wasser mittelst einer Spritze (Syringe) in die Scheide einspritzt. Die Patientin liege so viel als möglich und vermeide es, erschöpft zu werden. Aufden Unterleib lege beim Schlafengehen kalte Umschläge. Schnürleiber und schwere Röcke dürfen nicht getragen werden und die Kleider sollten los am Körper hinunterhängen. Allen diesen Vorschriften hat man genau nachzukommen und die Kost muß nahrhaft, einfach, aber nicht stimulirend sein.Homöopathisch.Belladonna.— Wenn die Kranke im Unterleib ein Gefühl verspürt, als ob dessen Inhalt sich entleeren wollte, Schwere in den Lenden, mit krampfhaften Schmerzen im Unterleib, große Empfindlichkeit und Aufgeregtheit, weißer Fluß und starke Menstrualblutung.Sepia.— Wenn die Monatsperiode zu früh eintritt, zu schwach oder unterdrückt ist, Schmerzen im Rücken und Unterleib, welche sich beim Gehen vermehren, öftere Geneigtheit zum Urinlassen, drückende Schmerzen im Unterleib, als ob der ganze Inhalt desselben sich entleeren wolle, Brennen, Jucken, weißer Fluß, mit gelblichem, röthlichem oder fauligem Ausfluß.Nux Vomica.— Druck abwärts, namentlich während oder nach dem Gehen, Hitze und Schwere in den Gedärmen und in der Scheide, ziehende Schmerzen im Rücken, dem Unterleib und den Lenden. Während der Periode Kolik, Kopfweh; die Menstruation tritt zu frühe ein und ist zu stark, weißer Fluß mit gelbem stinkendem Abgang.Calcarea Carbonica.— Ausgezeichnet für Personen mit schwachem Muskelsystem oder skrophulöser Anlage, und namentlich wenn die Monatsperioden die Körperkräfte sehr erschöpfen und dieselben zu starke Blutungen erzeugen und zu oft eintreten.Man beginne die Behandlung mit einer DosisNux Vomicaalle 4 Stunden und fahre damit eine Woche lang fort. Die folgende Woche setze aus und die dritte verordne eine DosisSepiaMorgens und Abends. Deuten die Symptome auf den Gebrauch vonBelladonnahin, so verordne dieses anstattNux Vomica.Eclectische und Kräuterkur.Gebrauche einen Aufguß von Weißeichenrinde oder Geranium, oder eine Dosis Alaunauflösung im Verhältniß von einer Unze zu einem Pint Wasser. Die Entzündung der Gebärmutter muß geheilt werden, wenn diese Krankheit vorhanden ist, ehe der Mutterkranz angewandt werden kann. Man gebe Sturmhut-Tinktur (Tincture of aconite), zusammengesetzte Pulver von Brechwurz und Opium (Compound powder of Ipecac and Opium) mit Einspritzung von Lobelia- und Hopfen- oder von Belladonna-Aufguß.Ein ausgezeichnetes Einspritzmittel läßt sich aus gleichen Theilen Pfirsichblätter, Smilacine (Solomon’s seal) und Hopfen bereiten. Ist Hitze und Schwierigkeit beim Urinlassen vorhanden, so trinke man einen aus Eibisch (Marsh mallow) und Münze (Spearmint) bereiteten Aufguß. Ist die Patientin schwach, so verordne man ein Eisenpräparat, z. B. citronensaures Eisen (Citrate of iron) und Chinin (Quinine), oder den zusammengesetzten Wallwurzwein (Compound wine of comfrey).Allöopathisch.Gebrauche das folgende Stärkemittel (Tonic):Schwefelsaures Chinin (Sulphate quinine)25Grane.Citronensaures Eisen (Citrate of iron—soluble)35„Bereite hieraus 24 Pulver und nehme eins derselben dreimal täglich nach jeder Mahlzeit in süßem Wein, oder gebrauche das schwefelsaure Eisenniederschlag-Präparat, welches unter „übermäßiger Menstruation“ angegeben ist.

Behandlung.

Allgemeine.Die meisten mit Gebärmuttervorfall behafteten Frauen meinen, es sei nöthig, daß sie einen Träger zur Stütze des Unterleibs nöthig hätten. Diese Träger (Supporters) richten jedoch viel Schaden an; denn da man sie eng um den Unterleib gebunden trägt, vermehren sie den Druck auf die Eingeweide und drücken so die Gebärmutter und deren Bänder immer weiter herab. Es ist blos nöthig, die Gebärmutter wieder in ihre natürliche Lage zu bringen und daselbst zu erhalten. Zu diesem Behufe gebraucht man ein Instrument — Mutterkranz (engl.Pessary, lat.Pessarium) genannt. Dasselbe ist ein aus Gold, Silber, Elfenbein, Holz oder Guttapercha verfertigter Ring und wird in der Scheide zur Unterstützung der Gebärmutter angebracht. Täglich sollte ein kaltes Hüftbad genommen werden, während man zu gleicher Zeit kaltes Wasser mittelst einer Spritze (Syringe) in die Scheide einspritzt. Die Patientin liege so viel als möglich und vermeide es, erschöpft zu werden. Aufden Unterleib lege beim Schlafengehen kalte Umschläge. Schnürleiber und schwere Röcke dürfen nicht getragen werden und die Kleider sollten los am Körper hinunterhängen. Allen diesen Vorschriften hat man genau nachzukommen und die Kost muß nahrhaft, einfach, aber nicht stimulirend sein.

Homöopathisch.Belladonna.— Wenn die Kranke im Unterleib ein Gefühl verspürt, als ob dessen Inhalt sich entleeren wollte, Schwere in den Lenden, mit krampfhaften Schmerzen im Unterleib, große Empfindlichkeit und Aufgeregtheit, weißer Fluß und starke Menstrualblutung.

Sepia.— Wenn die Monatsperiode zu früh eintritt, zu schwach oder unterdrückt ist, Schmerzen im Rücken und Unterleib, welche sich beim Gehen vermehren, öftere Geneigtheit zum Urinlassen, drückende Schmerzen im Unterleib, als ob der ganze Inhalt desselben sich entleeren wolle, Brennen, Jucken, weißer Fluß, mit gelblichem, röthlichem oder fauligem Ausfluß.

Nux Vomica.— Druck abwärts, namentlich während oder nach dem Gehen, Hitze und Schwere in den Gedärmen und in der Scheide, ziehende Schmerzen im Rücken, dem Unterleib und den Lenden. Während der Periode Kolik, Kopfweh; die Menstruation tritt zu frühe ein und ist zu stark, weißer Fluß mit gelbem stinkendem Abgang.

Calcarea Carbonica.— Ausgezeichnet für Personen mit schwachem Muskelsystem oder skrophulöser Anlage, und namentlich wenn die Monatsperioden die Körperkräfte sehr erschöpfen und dieselben zu starke Blutungen erzeugen und zu oft eintreten.

Man beginne die Behandlung mit einer DosisNux Vomicaalle 4 Stunden und fahre damit eine Woche lang fort. Die folgende Woche setze aus und die dritte verordne eine DosisSepiaMorgens und Abends. Deuten die Symptome auf den Gebrauch vonBelladonnahin, so verordne dieses anstattNux Vomica.

Eclectische und Kräuterkur.Gebrauche einen Aufguß von Weißeichenrinde oder Geranium, oder eine Dosis Alaunauflösung im Verhältniß von einer Unze zu einem Pint Wasser. Die Entzündung der Gebärmutter muß geheilt werden, wenn diese Krankheit vorhanden ist, ehe der Mutterkranz angewandt werden kann. Man gebe Sturmhut-Tinktur (Tincture of aconite), zusammengesetzte Pulver von Brechwurz und Opium (Compound powder of Ipecac and Opium) mit Einspritzung von Lobelia- und Hopfen- oder von Belladonna-Aufguß.

Ein ausgezeichnetes Einspritzmittel läßt sich aus gleichen Theilen Pfirsichblätter, Smilacine (Solomon’s seal) und Hopfen bereiten. Ist Hitze und Schwierigkeit beim Urinlassen vorhanden, so trinke man einen aus Eibisch (Marsh mallow) und Münze (Spearmint) bereiteten Aufguß. Ist die Patientin schwach, so verordne man ein Eisenpräparat, z. B. citronensaures Eisen (Citrate of iron) und Chinin (Quinine), oder den zusammengesetzten Wallwurzwein (Compound wine of comfrey).

Allöopathisch.Gebrauche das folgende Stärkemittel (Tonic):

Bereite hieraus 24 Pulver und nehme eins derselben dreimal täglich nach jeder Mahlzeit in süßem Wein, oder gebrauche das schwefelsaure Eisenniederschlag-Präparat, welches unter „übermäßiger Menstruation“ angegeben ist.

Der Name dieser Krankheit in den verschiedenen hier angegebenen Sprachen bezeichnet dieselbe. Sie besteht aus einem Ausfluß aus den Geschlechtsorganen, der manchmal weiß, gelb, hellgrün, hellroth oder auch bräunlich ist, und öfters dünnem Wasser ähnlich aber öfters auch dick und zäh ist. Manchmal ist die Quantität der Aussonderung nicht größer, als die bei gesunder Menstruation, oft aber auch vermehrt sie sich auf mehrere Unzen in 24 Stunden. Der weiße Fluß tritt gewöhnlich zwischen dem fünfzehnten und fünfundvierzigsten Jahre, selten aber in der Kindheit oder im Alter auf. Wenn junge, unentwickelte Mädchen davon befallen werden, so sind die Ursache nicht selten kleine Würmer, die vom Mastdarm in die Scheide gelangen, welche mittelst eines Stück Zeugs entfernt werden können.

Diese Krankheit kann acut oder chronisch auftreten. Die acute Form ist gewöhnlich die Folge einer Erkältung und nichts anderes als eine catarrhalische Entzündung der Scheideschleimhaut. Die chronische Form ist eine Fortsetzung der acuten und wird durch Vernachlässigung oder schlechte Behandlung des acuten weißen Flusses veranlaßt. Manchmal tritt Eiterung des Mutterhalses ein. Es gibt zwei Arten Leucorrhöa — die Scheide-Leucorrhöa, wenn der Ausfluß von der Scheide herrührt, und Mutterhals- (cervicale) Leucorrhöa, wenn der Abgang von dem Hals der Gebärmutter kommt.

Ursachen.Erkältungen, durch Sitzen auf kaltem Boden oder Bloßstellung des Nackens und der Schultern herbeigezogen, übermäßige geschlechtliche Aufregung und Geschlechtsgenuß, enges Schnüren, Hämorrhoiden, Fehlgeburten und Frühgeburten, Verrückung der Gebärmutter, Purganzen, untaugliche Kost, warme Einspritzungen oder Einspritzungen irgend welcher Art, spätes zu Bett Gehen u.s.w. Dieses Uebel kann sich auch vererben.

Symptome.Wo nur eine durch Erkältung herbeigeführte catarrhalische Entzündung ist, werden die Theile heiß und wund sein, mit einem Gefühl der Schwere oder abwärts drückenden Schmerzen und Ermüdung. Auch wird die Patientin leichtes Frösteln, Rückenschmerz und Durst verspüren. Der Puls ist schnell, der Urin dunkel. In diesem Stadium der Krankheit wird die Kur derselben wenig Schwierigkeit machen, wenn man eine zweckmäßige Behandlung einschlägt. Rührt der Ausfluß von der Gebärmutter her, so ist derselbe dick, ätzend, brennend und stinkend, und hat eine bräunliche oder grünliche Farbe und macht die Lippen der Scheide und die umliegende Haut wund. Die Verdauung wird geschwächt werden und die Kranke fühlt Uebelsein, Kopfweh, Schwindel, Schwäche und beständigen Rückenschmerz, der sich herunter bis zwischen die Lenden zieht, und ist appetitlos. Das Gesicht magert ab und ist blaß, die Augen sind eingesunken und mit dunklen Ringen umgeben.

Behandlung.Allgemeine.Soll die Behandlung eine erfolgreiche sein, so muß man alles entfernen, was die Krankheit befördern könnte, z. B. unregelmäßige Lebensweise, späte Abendmahlzeiten u.s.w. Die Kost muß einfach und nahrhaft, aber nicht stimulirend sein und sollte ganz regelmäßig genossen werden. Bewegung, aber nicht bis zur Erschöpfung, wird sehr gute Dienste leisten. Die Kleider sollten warm sein und lose, namentlich um die Hüften herum getragen werden. Das Wasser ist gegen dieses Uebel von großer Wichtigkeit. Man mag das Sitzbad täglich gebrauchen und Einspritzungen von kaltem oder warmem Wasser sollten je nach der Heftigkeit des Anfalles drei- oder viermal des Tages vorgenommen werden. Gegen milde Anfälle wird eine Einspritzung mit grünem Thee, oder süßem Cider, oder einer schwachen Alaunauflösung gute Dienste leisten.Eclectische und Kräuterkur.Das folgende wird sich als werthvoll erweisen, falls der Ausfluß und der Schmerz brennend sind:Copaiva-Balsam1Unze.Süßer Salpetergeist (Sweet spirits of nitre)2Unzen.Süßes Mandelöl (Sweet almond oil)2„Terpentingeist (Spirits of turpentine)1„Pulverisirter Kampher1Skrupel.Mische dieses in einem Achtel-Unzen Bottel. Dosis: Einen Theelöffel voll in einer halben Theetasse voll Ulmenthee (Slippery elm) drei- oder viermal täglich. Eines der besten Stärkemittel ist die salzsaure Eisentinktur (Muriated tincture of iron), von welcher 20 bis 25 Tropfen in einem halben Glas voll Wasser drei- oder viermal des Tages zu nehmen sind. Ein gutes Einspritzungsmittel wird von einem Pint Mohnsamenthee (Tea of poppy heads), wozu 1½Unzen pulverisirter Borax beigefügt wird, bereitet. Ebenfalls sind 3 Drachmen Gerbersäure (Tannic acid) und 1 Unze Alaun (Alum), in einem Quart Wasser aufgelöst, ein treffliches Einspritzmittel. Man spritze ein Drittel dieser Mischung dreimal täglich ein. Die Stuhlöffnung sollte mittelst Rochelle- oder Bittersalz oder Seidlitzpulver regelmäßig erhalten werden. Sind die Organe sehr schwach, oder ist die Krankheit durch Erkältung, Schwangerschaft oder Frühgeburt u.s.w. entstanden, so wird sich das folgende als sehr wirksam beweisen:Aloe-Tinktur2Unzen.Salzsaure Eisentinktur (Muriated tincture of iron)4Drachmen.Mische dieses. Dosis: 35 Tropfen in Wasser dreimal täglich. Zur selben Zeit gebrauche das folgende Einspritzmittel:Schwefelsaures Zink (Sulphate of zinc — White vitriol)2Drachmen.Bleizucker (Sugar of lead)2„Mische dieses in einem Quart Wasser und gebrauche ¼ der Mischung für eine Einspritzung.In manchen Fällen wird das folgende gute Dienste leisten:Sokotara Aloe-Tinktur (Tincture of socotrine aloes)4Unzen.Salzsaure Eisen-Tinktur (Tincture of muriate of iron)1„Mische dieses. Dosis: 35 Tropfen dreimal täglich in Wasser. Zur selben Zeit gebrauche die obige Einspritzung.Ein anderes ausgezeichnetes Einspritzmittel wird aus einer schwarzen Schlangenwurzel- (Black cohosh root) Abkochung, wozu Gerbersäure (Tannic acid) beigefügt wird, bereitet. Als innerliches Heilmittel mag das folgende manchmal verordnet werden: Gleiche Theile geriebene Muskatnuß (Grated nutmeg) und pulverisirten Alaun (Powd. alum). Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich in Molasses.Allöopathisch.Das folgende Stärkemittel (Tonic) wird sehr empfohlen:Schierling-Tinktur (Tincture conium)1Unze.Sturmhutblätter-Tinktur (Tincture aconite leaves)3Drachmen.Ammoniak-eisensaurer Alaun (Ammoniated iron alum)3„Syrup8Unzen.Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich in Wasser nach den Mahlzeiten. Kommt der weiße Fluß vom Gebärmutterhals oder der Gebärmutter her, so wird das folgende erfolgreich wirken:Gerbersäure (Tannic acid)1Drachme.Pulverisirter Alaun (Powd. alum)½Unze.Wasser1Quart.Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends in die Scheide ein.Oder:Alaun1Drachme.Rosenhonig (Honey of roses)1Unze.Wasser3Unzen.Spritze einen Eßlöffel voll der Mischung mit einer Tasse voll Wasser vermischt zweimal des Tages ein.Hat die Kranke heftige Schmerzen, so wird das folgende gute Dienste leisten:Laudanum2Drachmen.Essigsäuerliche Bleiauflösung (Solution sub-acetate of lead)1Drachme.Wasser1Pint.Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein.Rührt der weiße Fluß von der Scheide her, so werden kalte Wassereinspritzungen große Dienste leisten, namentlich wenn Vorfall der Gebärmutter vorhanden ist. Ebenso die folgende Einspritzung:Doppeltkohlensaure Soda (Bi-carbonate of soda)½Unze.Doppeltkohlensaures Kali (Bi-carbonate of potash)½„Wasser1Quart.Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein. Oder:Essigsäuerliche Bleiauflösung (Solution sub-acetate of lead)2Drachmen.Wasser1Quart.Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein.Bringen diese Einspritzungen nicht die gewünschte Wirkung hervor, so gebrauche man die folgende innerliche Arznei:Fowler’s Auflösung (Fowler’s solution)2Drachmen.Schierling-Tinktur (Tincture conium)½Unze.Sturmhutblätter-Tinktur (Tincture aconite leaves)2Drachmen.Syrup4Unzen.Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich jeden andern Tag.Homöopathisch.Pulsatilla.— Wenn der Ausfluß dünn und scharf ist, so daß die Theile wund werden, mit geschwollener Vulva, oder wenn der Ausfluß rahmartig ist und die Ausscheidung desselben schneidende Schmerzen im Unterleib verursacht.Pulsatillapaßt am besten für Frauen mit sanftem Gemüthe und zartem Muskelbau, hellen Haaren und blasser Farbe.Sepia.— Geeignet für empfindsame, zarte Frauen. Der Ausfluß ist gelblich oder grünlich, manchmal mit Materie und Blut vermischt, brennende Schmerzen in der Scheide und den andern Geschlechtstheilen, Gebärmuttervorfall.Alumina.— Wenn der weiße Fluß nach der Menstruation eintritt, bedeutender Schleimabgang während des Tages, der Ausfluß ist so dick und zäh, daß er die Wäsche „steift,“ Brennen und Hitze, Wundheit und Jucken der Geschlechtstheile.Calcarea Carbonica.— Wenn der weiße Fluß vor der Menstruation eintritt, mit Jucken, Brennen, in Zwischenräumen oder beim Urinlassen. Geeignet für Frauen von heller Hautfarbe, leichtem Muskelbau und träger Blutcirkulation.Nitric Acid.— Gegen stinkenden, bräunlichen, grünlichen oder fleischfarbenen Ausfluß.Mercurius.— Eiteriger Ausfluß mit Brennen.Cocculus.— Wässeriger, blutiger Ausfluß während der Schwangerschaft. Geringe Menstrual-Blutungen mit Leucorrhöa zwischen den Perioden.Sulphur.— Gegen hartnäckige Fälle, schleimige oder gelbliche, schmerzende und aufschärfende Leucorrhöa, welcher Kolik vorangeht.Verordnung der Heilmittel.Man gebe von dem gewählten Heilmittel 6 Pillen Morgens und Abends 5 Tage lang. Wird die Patientin nicht besser, so gebe man eine Dosis Sulphur und setze 4 Tage lang aus, worauf mit dem vorhergehenden Heilmittel wie zuvor fortzusetzen ist. Tritt hierauf keine Besserung ein, so muß man eine andere Arznei wählen.

Behandlung.

Allgemeine.Soll die Behandlung eine erfolgreiche sein, so muß man alles entfernen, was die Krankheit befördern könnte, z. B. unregelmäßige Lebensweise, späte Abendmahlzeiten u.s.w. Die Kost muß einfach und nahrhaft, aber nicht stimulirend sein und sollte ganz regelmäßig genossen werden. Bewegung, aber nicht bis zur Erschöpfung, wird sehr gute Dienste leisten. Die Kleider sollten warm sein und lose, namentlich um die Hüften herum getragen werden. Das Wasser ist gegen dieses Uebel von großer Wichtigkeit. Man mag das Sitzbad täglich gebrauchen und Einspritzungen von kaltem oder warmem Wasser sollten je nach der Heftigkeit des Anfalles drei- oder viermal des Tages vorgenommen werden. Gegen milde Anfälle wird eine Einspritzung mit grünem Thee, oder süßem Cider, oder einer schwachen Alaunauflösung gute Dienste leisten.

Eclectische und Kräuterkur.Das folgende wird sich als werthvoll erweisen, falls der Ausfluß und der Schmerz brennend sind:

Mische dieses in einem Achtel-Unzen Bottel. Dosis: Einen Theelöffel voll in einer halben Theetasse voll Ulmenthee (Slippery elm) drei- oder viermal täglich. Eines der besten Stärkemittel ist die salzsaure Eisentinktur (Muriated tincture of iron), von welcher 20 bis 25 Tropfen in einem halben Glas voll Wasser drei- oder viermal des Tages zu nehmen sind. Ein gutes Einspritzungsmittel wird von einem Pint Mohnsamenthee (Tea of poppy heads), wozu 1½Unzen pulverisirter Borax beigefügt wird, bereitet. Ebenfalls sind 3 Drachmen Gerbersäure (Tannic acid) und 1 Unze Alaun (Alum), in einem Quart Wasser aufgelöst, ein treffliches Einspritzmittel. Man spritze ein Drittel dieser Mischung dreimal täglich ein. Die Stuhlöffnung sollte mittelst Rochelle- oder Bittersalz oder Seidlitzpulver regelmäßig erhalten werden. Sind die Organe sehr schwach, oder ist die Krankheit durch Erkältung, Schwangerschaft oder Frühgeburt u.s.w. entstanden, so wird sich das folgende als sehr wirksam beweisen:

Mische dieses. Dosis: 35 Tropfen in Wasser dreimal täglich. Zur selben Zeit gebrauche das folgende Einspritzmittel:

Mische dieses in einem Quart Wasser und gebrauche ¼ der Mischung für eine Einspritzung.

In manchen Fällen wird das folgende gute Dienste leisten:

Mische dieses. Dosis: 35 Tropfen dreimal täglich in Wasser. Zur selben Zeit gebrauche die obige Einspritzung.

Ein anderes ausgezeichnetes Einspritzmittel wird aus einer schwarzen Schlangenwurzel- (Black cohosh root) Abkochung, wozu Gerbersäure (Tannic acid) beigefügt wird, bereitet. Als innerliches Heilmittel mag das folgende manchmal verordnet werden: Gleiche Theile geriebene Muskatnuß (Grated nutmeg) und pulverisirten Alaun (Powd. alum). Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich in Molasses.

Allöopathisch.Das folgende Stärkemittel (Tonic) wird sehr empfohlen:

Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich in Wasser nach den Mahlzeiten. Kommt der weiße Fluß vom Gebärmutterhals oder der Gebärmutter her, so wird das folgende erfolgreich wirken:

Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends in die Scheide ein.

Oder:

Spritze einen Eßlöffel voll der Mischung mit einer Tasse voll Wasser vermischt zweimal des Tages ein.

Hat die Kranke heftige Schmerzen, so wird das folgende gute Dienste leisten:

Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein.

Rührt der weiße Fluß von der Scheide her, so werden kalte Wassereinspritzungen große Dienste leisten, namentlich wenn Vorfall der Gebärmutter vorhanden ist. Ebenso die folgende Einspritzung:

Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein. Oder:

Spritze die Hälfte der Mischung Morgens und Abends ein.

Bringen diese Einspritzungen nicht die gewünschte Wirkung hervor, so gebrauche man die folgende innerliche Arznei:

Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal täglich jeden andern Tag.

Homöopathisch.Pulsatilla.— Wenn der Ausfluß dünn und scharf ist, so daß die Theile wund werden, mit geschwollener Vulva, oder wenn der Ausfluß rahmartig ist und die Ausscheidung desselben schneidende Schmerzen im Unterleib verursacht.Pulsatillapaßt am besten für Frauen mit sanftem Gemüthe und zartem Muskelbau, hellen Haaren und blasser Farbe.

Sepia.— Geeignet für empfindsame, zarte Frauen. Der Ausfluß ist gelblich oder grünlich, manchmal mit Materie und Blut vermischt, brennende Schmerzen in der Scheide und den andern Geschlechtstheilen, Gebärmuttervorfall.

Alumina.— Wenn der weiße Fluß nach der Menstruation eintritt, bedeutender Schleimabgang während des Tages, der Ausfluß ist so dick und zäh, daß er die Wäsche „steift,“ Brennen und Hitze, Wundheit und Jucken der Geschlechtstheile.

Calcarea Carbonica.— Wenn der weiße Fluß vor der Menstruation eintritt, mit Jucken, Brennen, in Zwischenräumen oder beim Urinlassen. Geeignet für Frauen von heller Hautfarbe, leichtem Muskelbau und träger Blutcirkulation.

Nitric Acid.— Gegen stinkenden, bräunlichen, grünlichen oder fleischfarbenen Ausfluß.

Mercurius.— Eiteriger Ausfluß mit Brennen.

Cocculus.— Wässeriger, blutiger Ausfluß während der Schwangerschaft. Geringe Menstrual-Blutungen mit Leucorrhöa zwischen den Perioden.

Sulphur.— Gegen hartnäckige Fälle, schleimige oder gelbliche, schmerzende und aufschärfende Leucorrhöa, welcher Kolik vorangeht.

Verordnung der Heilmittel.Man gebe von dem gewählten Heilmittel 6 Pillen Morgens und Abends 5 Tage lang. Wird die Patientin nicht besser, so gebe man eine Dosis Sulphur und setze 4 Tage lang aus, worauf mit dem vorhergehenden Heilmittel wie zuvor fortzusetzen ist. Tritt hierauf keine Besserung ein, so muß man eine andere Arznei wählen.


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