Sechstes Kapitel.Ohrenkrankheiten.
Unter dem äußeren Ohr versteht man die s. g. Ohrmuschel, die man gewöhnlich Ohr nennt, sowie den Gehörgang (Meatus). In der Ohrmuschel wird der Schall gleichsam gesammelt, der Gehörgang aber führt denselben weiter zur Ohrtrommel (Tympanum). Der die Ohrmuschel einfassende Rand wirdHilex, der Rand innerhalb desHilex—Anti-hilexgenannt. Die Aushöhlung, die vomAnti-hilexumgeben ist, nennt manConcha, weil sie einer „Muschel“ ähnlich sieht. Das Ohrläppchen, der Theil, an dem die Ohrringe getragen werden, ist der unterste Theil des Ohres.
Die Ohrenentzündung kommt sehr häufig bei Kindern vor, findet sich jedoch auch bei Erwachsenen. Es ist eine Entzündung der Ohrtrommel und eine sehr schmerzhafte Krankheit, welche andere Theile des Ohres afficirt und namentlich verursacht, daß der Gehörgang oft bedeutend anschwillt, so daß derselbe manchmal geschlossen wird.
Symptome.Bedeutende Hitze, stechende Schmerzen tief im Ohre und auffallende Röthe. Manchmal ergreift die Entzündung das Gehirn und es mögen in diesem Falle Krämpfe oder Delirium eintreten. Oft folgt diese Krankheit dem Scharlachfieber und anderen Krankheiten.
Ursachen.Dieselben sind: das sich Aussetzen der kalten Luft, oder wenn der Kopf kaltem Luftzug ausgesetzt wird. Manchmal entsteht das Uebel auch durch das Eindringen fremder Körper in’s Ohr, z. B. Watte, Papier, Bohnen, Insekten &c.
Behandlung.Allöopathisch.Ein oder zwei Blutegel (Leech), die an die Schläfe oder hinter die Ohren gesetzt, oder ein Pflaster, das hinter dem Ohr aufgelegt wird, werden gute Dienste thun. Auch mögen Umschläge von Flachssamen, Hopfen oder Brod und Milch angewendet werden; sowie das folgende:Zubereitete Kreide (Prepared chalk)36Grane.Kamille (Chamomile)12„Ipecacuanha (Ipecac— Brechwurz)4„Bilsenkrautextrakt (Extract of Hyosciamus)6„Hieraus mache man 12 Pulver und nehme eines derselben vor dem Schlafengehen. Während des Tages gebe kleine Dosen Magnesia oder Bittersalz und Sennesblätter (Salts and Senna).Eclectische und Kräuterkur.Wenn die Entzündung durch Erkältung erzeugt wurde, so verordne man ein Fußbad und lege warme Hopfenumschläge auf das Ohr. Manchmal wird der Schmerz gelindert, wenn man einige Tropfen süßes Mandelöl (Sweet oil of Almonds) und einen Tropfen Laudanum ins Ohr träufeln läßt. Dies mag zwei- oder dreimal des Tages gebraucht werden. Auch kann man hierzu manchmal Zwiebelsaft und Laudanum — gleiche Theile von jedem — verwenden. Oder:Sassafrasöl (Oil of sassafras)½Drachme.Olivenöl (Olive oil)1„Pulverisirter Kampher (Powdered Camphor)15Grane.Mische und löse den Kampher in den Oelen auf. Einige Tropfen dieser Mischung mögen warm ins Ohr geträufelt werden. Ist der Schmerz sehr heftig, so lege man ein Senfpflaster hinter das Ohr und gebe Castoröl, oder Bittersalz oder ein anderes mildes Abführungsmittel.Homöopathisch.Das Waschen des Ohrs mit aus spanischer (Castile) Seife zubereitetem Seifenwasser mag sehr wohlthätig wirken. Auch kann man Watte (Baumwolle), die mit warmgemachtem, süßem Mandelöl begossen wird, auf das Ohr legen.Pulsatillaist gegen diese Krankheit ein sehr wichtiges Heilmittel. Man gibt dasselbe namentlich dann, wenn der Kranke brennende stechende Schmerzen empfindet, die so heftig werden, daß beinahe Delirium eintritt.Belladonna.Wenn der Schmerz sich dem Gehirn mittheilt, Unruhe der Hände, Zerren der Muskeln und Mundecken und große Empfindsamkeit und Erregtheit.Aconitummag mitBelladonnaabwechselnd gegeben werden, wenn das Fieber sehr stark ist. Auch kannCoffeaabwechselnd mitBelladonnain Anwendung kommen, namentlich wenn der Patient große Unruhe zeigt. Setzt sich ein Geschwür an, was sich durch heftigen, stechenden Schmerz und ein eigenthümliches Klopfen anzeigt, so gebe manMercurius,LachesisoderHepar Sulphur. Letzteres Mittel ist das beste.Verordnung der Heilmittel.Man löse 12 Kügelchen des betreffenden Heilmittels in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede halbe Stunde einen Theelöffel voll, oder jede Stunde, alle zwei oder drei Stunden, je nach den Symptomen.
Behandlung.
Allöopathisch.Ein oder zwei Blutegel (Leech), die an die Schläfe oder hinter die Ohren gesetzt, oder ein Pflaster, das hinter dem Ohr aufgelegt wird, werden gute Dienste thun. Auch mögen Umschläge von Flachssamen, Hopfen oder Brod und Milch angewendet werden; sowie das folgende:
Hieraus mache man 12 Pulver und nehme eines derselben vor dem Schlafengehen. Während des Tages gebe kleine Dosen Magnesia oder Bittersalz und Sennesblätter (Salts and Senna).
Eclectische und Kräuterkur.Wenn die Entzündung durch Erkältung erzeugt wurde, so verordne man ein Fußbad und lege warme Hopfenumschläge auf das Ohr. Manchmal wird der Schmerz gelindert, wenn man einige Tropfen süßes Mandelöl (Sweet oil of Almonds) und einen Tropfen Laudanum ins Ohr träufeln läßt. Dies mag zwei- oder dreimal des Tages gebraucht werden. Auch kann man hierzu manchmal Zwiebelsaft und Laudanum — gleiche Theile von jedem — verwenden. Oder:
Mische und löse den Kampher in den Oelen auf. Einige Tropfen dieser Mischung mögen warm ins Ohr geträufelt werden. Ist der Schmerz sehr heftig, so lege man ein Senfpflaster hinter das Ohr und gebe Castoröl, oder Bittersalz oder ein anderes mildes Abführungsmittel.
Homöopathisch.Das Waschen des Ohrs mit aus spanischer (Castile) Seife zubereitetem Seifenwasser mag sehr wohlthätig wirken. Auch kann man Watte (Baumwolle), die mit warmgemachtem, süßem Mandelöl begossen wird, auf das Ohr legen.Pulsatillaist gegen diese Krankheit ein sehr wichtiges Heilmittel. Man gibt dasselbe namentlich dann, wenn der Kranke brennende stechende Schmerzen empfindet, die so heftig werden, daß beinahe Delirium eintritt.
Belladonna.Wenn der Schmerz sich dem Gehirn mittheilt, Unruhe der Hände, Zerren der Muskeln und Mundecken und große Empfindsamkeit und Erregtheit.Aconitummag mitBelladonnaabwechselnd gegeben werden, wenn das Fieber sehr stark ist. Auch kannCoffeaabwechselnd mitBelladonnain Anwendung kommen, namentlich wenn der Patient große Unruhe zeigt. Setzt sich ein Geschwür an, was sich durch heftigen, stechenden Schmerz und ein eigenthümliches Klopfen anzeigt, so gebe manMercurius,LachesisoderHepar Sulphur. Letzteres Mittel ist das beste.
Verordnung der Heilmittel.Man löse 12 Kügelchen des betreffenden Heilmittels in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe jede halbe Stunde einen Theelöffel voll, oder jede Stunde, alle zwei oder drei Stunden, je nach den Symptomen.
Dieses Uebel sollte nicht mit der Ohrenentzündung verwechselt werden, da es ganz und gar verschiedener Natur ist, weil dabei kein Fieber vorherrscht und der Schmerz eher rheumatischer Art ist. Die Anfälle treten plötzlich ein und sind von kurzer Dauer. Oft ist der ganze Kopf eingenommen und die Ursache hat man gewöhnlich in einer Erkältung zu suchen.
Behandlung.Eclectische und Kräuterkur.Das folgende ist ein gutes Mittel: Man röste drei oder vier Knoblauchzwiebel (Garlic) und zerdrücke sie während dieselben warm sind; gieße einen Eßlöffel voll Salatöl, einen Eßlöffel voll Honig und einen Eßlöffel voll Laudanum hinzu. Drücke den Saft aus und träufle denselben warm dann und wann ins Ohr. Der Dampf von bitterem Kräuterthee, über welchen man das Ohr hält, sowie ein Hopfenumschlag werden sich als ausgezeichnete Mittel erweisen.Homöopathisch.Pulsatilla.— Dies ist das Hauptmittel gegen dieses Uebel; namentlich wenn der Schmerz reißend und zuckend ist, als ob sich etwas aus dem Ohre drücken wolle. Wenn das Ohr heiß, roth und geschwollen ist, oder wenn der Patient stechende, reißende Schmerzen in der ganzen Seite des Gesichts fühlt. Dieses Mittel ist hauptsächlich bei Frauenzimmern und Personen anwendbar, die leicht frösteln.Chamomilla.— Namentlich bei acuten und stechenden Schmerzen, wie die von einer Messerwunde, hauptsächlich auf eine Erkältung, wo dem Schweiß plötzlich Einhalt gethan wurde, wenn die Schmerzen stechend, reißend sind und der Patient sehr erregt und übler Laune ist.Belladonna.— Wenn Blutandrang nach dem Kopfe stattfindet und reißende, stechende Schmerzen sich nach dem Halse zu ziehen.Hepar Sulphur— mag gegeben werden, wenn sich die beiBelladonnaangegebenen Symptome zeigen, namentlich wenn dieses Heilmittel nicht lindert; ebenso wenn der Schmerz klopft, zuckt und zaust.Mercurius.— Im FallePulsatillaundChamomillanicht mildern; auch wenn der Schmerz zerrend ist und sich nach den Wangen zieht, wenn die Schmerzen im warmen Zimmer sich vermehren und eine fröstelnde Empfindung im Ohr verspürt wird; oder der Patient viel schwitzt, ohne daß ihm hierdurch Linderung würde.Nux vomica.— Wenn die Schmerzen heftig, stechend und zerrend sind und sich bis zu den Schläfen und der Stirne erstrecken, sowie hinab zu den Kinnbacken.Spigelia.— Wenn der Schmerz empfunden wird, als ob ein Nagel im Ohr stecke und der Patient in den Kinnbacken Reißen und Zerren empfindet.Rhus.— Brauchbar wenn das Ohrenweh durch Erkältung verursacht wird.Arnica.— Wenn der Schmerz bei der geringsten Veranlassung wiederkehrt, bei großer Empfindlichkeit und man ein Sausen um das Ohr herum verspürt. Hauptsächlich bei nervösen, empfindsamen Personen anzuwenden.China.— Ist namentlich anzuwenden nachArnicaoderPulsatilla, hauptsächlich wenn die Schmerzen reißend sind und mehr am äußeren Theil des Ohres gefühlt und bei Berührung vermehrt werden und Sausen im Ohr verspürt wird.Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll jede 15 Minuten, halbe Stunde oder zwei Stunden, je nachdem es die Symptome erfordern. Manchmal fühlt der Kranke, nachdem die heftigsten Schmerzen gehoben sind, eine gewisse Wundheit und dumpfen Schmerz; dagegen gebraucheSulphuroderCalcarea.Carbonica— eine Dosis Morgens und Abends.Allöopathisch.Das Ohrenweh mag gelindert werden, indem man drei oder vier Tropfen Oliven- oder Mandelöl mit einem Tropfen Laudanum ins Ohr träufeln läßt. Amerikanische Blutegel (American leeches) hinters Ohr gesetzt sind manchmal von guter Wirkung. Glycerin und warmes Wasser, von jedem einen halben Eßlöffel voll. Mische und träufle die Mischung vermittelst eines Theelöffels ins Ohr. Dieses Mittel schafft oft baldige Linderung. Oder nehme einen halben Theelöffel voll warmes Olivenöl mit zehn Tropfen Laudanum und träufle dies ins Ohr. Das folgende wird manchmal ausgezeichnet wirken, wenn ein Stärkungsmittel (tonic) nöthig ist.Citronensaures Eisen (Citrate of iron)1Drachme.Strychnin1Gran.Pomeranzschalen-Syrup (Syrup of orange peel)2Unzen.Weiches Wasser½Pint.Mische. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages.
Behandlung.
Eclectische und Kräuterkur.Das folgende ist ein gutes Mittel: Man röste drei oder vier Knoblauchzwiebel (Garlic) und zerdrücke sie während dieselben warm sind; gieße einen Eßlöffel voll Salatöl, einen Eßlöffel voll Honig und einen Eßlöffel voll Laudanum hinzu. Drücke den Saft aus und träufle denselben warm dann und wann ins Ohr. Der Dampf von bitterem Kräuterthee, über welchen man das Ohr hält, sowie ein Hopfenumschlag werden sich als ausgezeichnete Mittel erweisen.
Homöopathisch.Pulsatilla.— Dies ist das Hauptmittel gegen dieses Uebel; namentlich wenn der Schmerz reißend und zuckend ist, als ob sich etwas aus dem Ohre drücken wolle. Wenn das Ohr heiß, roth und geschwollen ist, oder wenn der Patient stechende, reißende Schmerzen in der ganzen Seite des Gesichts fühlt. Dieses Mittel ist hauptsächlich bei Frauenzimmern und Personen anwendbar, die leicht frösteln.
Chamomilla.— Namentlich bei acuten und stechenden Schmerzen, wie die von einer Messerwunde, hauptsächlich auf eine Erkältung, wo dem Schweiß plötzlich Einhalt gethan wurde, wenn die Schmerzen stechend, reißend sind und der Patient sehr erregt und übler Laune ist.
Belladonna.— Wenn Blutandrang nach dem Kopfe stattfindet und reißende, stechende Schmerzen sich nach dem Halse zu ziehen.
Hepar Sulphur— mag gegeben werden, wenn sich die beiBelladonnaangegebenen Symptome zeigen, namentlich wenn dieses Heilmittel nicht lindert; ebenso wenn der Schmerz klopft, zuckt und zaust.
Mercurius.— Im FallePulsatillaundChamomillanicht mildern; auch wenn der Schmerz zerrend ist und sich nach den Wangen zieht, wenn die Schmerzen im warmen Zimmer sich vermehren und eine fröstelnde Empfindung im Ohr verspürt wird; oder der Patient viel schwitzt, ohne daß ihm hierdurch Linderung würde.
Nux vomica.— Wenn die Schmerzen heftig, stechend und zerrend sind und sich bis zu den Schläfen und der Stirne erstrecken, sowie hinab zu den Kinnbacken.
Spigelia.— Wenn der Schmerz empfunden wird, als ob ein Nagel im Ohr stecke und der Patient in den Kinnbacken Reißen und Zerren empfindet.
Rhus.— Brauchbar wenn das Ohrenweh durch Erkältung verursacht wird.
Arnica.— Wenn der Schmerz bei der geringsten Veranlassung wiederkehrt, bei großer Empfindlichkeit und man ein Sausen um das Ohr herum verspürt. Hauptsächlich bei nervösen, empfindsamen Personen anzuwenden.
China.— Ist namentlich anzuwenden nachArnicaoderPulsatilla, hauptsächlich wenn die Schmerzen reißend sind und mehr am äußeren Theil des Ohres gefühlt und bei Berührung vermehrt werden und Sausen im Ohr verspürt wird.
Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll jede 15 Minuten, halbe Stunde oder zwei Stunden, je nachdem es die Symptome erfordern. Manchmal fühlt der Kranke, nachdem die heftigsten Schmerzen gehoben sind, eine gewisse Wundheit und dumpfen Schmerz; dagegen gebraucheSulphuroderCalcarea.Carbonica— eine Dosis Morgens und Abends.
Allöopathisch.Das Ohrenweh mag gelindert werden, indem man drei oder vier Tropfen Oliven- oder Mandelöl mit einem Tropfen Laudanum ins Ohr träufeln läßt. Amerikanische Blutegel (American leeches) hinters Ohr gesetzt sind manchmal von guter Wirkung. Glycerin und warmes Wasser, von jedem einen halben Eßlöffel voll. Mische und träufle die Mischung vermittelst eines Theelöffels ins Ohr. Dieses Mittel schafft oft baldige Linderung. Oder nehme einen halben Theelöffel voll warmes Olivenöl mit zehn Tropfen Laudanum und träufle dies ins Ohr. Das folgende wird manchmal ausgezeichnet wirken, wenn ein Stärkungsmittel (tonic) nöthig ist.
Mische. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages.
Diese Symptome nimmt man gewöhnlich beimOhrenweh,OhrenlaufenoderEntzündung des Ohreswahr und sollten dieselben wie diese Uebel behandelt werden. Manchmal wird das Ohrenlaufen &c. auch durch Blutandrang im Kopfe und durch Erkältung verursacht.
Taubheit mag von unrichtiger Ohrbildung herrühren oder durch Schläge, einen Fall, Entzündung oder Paralisirung des Ohrnervs verursacht werden. Dieses Uebel folgt oft dem Scharlachfieber, den Masern, bösem Hals &c. Auch ist oft Ansammlung und Verhärtung des Ohrschmalzes, ein harter Körper, der in das Ohr eindrang, zu große Trockenheit und zu große Feuchtigkeit der betreffenden Theile Schuld.
Behandlung.Homöopathisch.Ist Schwerhörigkeit durch Ansammlung des Ohrschmalzes verursacht, so muß dasselbe vorerst dadurch entfernt werden, daß man ein wenig warme Milch oder Salatöl ins Ohr träufeln läßt. Gegen die nach der Operation eintretende Wundheit gebeArnica. Ist zu große Trockenheit des Ohrs vorhanden, oder nach Fieber- und Fieberfrösten gebeCarbo vegetabilisalle Abend eine Dosis. Nachdem hiermit eine Woche oder länger fortgefahren und keine Besserung eingetreten, gebeGraphitis, namentlich wenn Ohrensausen und Ohrenklingen des Nachts oder auch bei Tage hinzukömmt. Tritt nach Gebrauch dieses Mittels immer noch keine Besserung ein, so gebeLachesis,Nitric acid,Petroleum, eines nach dem andern in derselben Weise. Ist die Taubheit durch Blutandrang nach dem Kopfe hervorgerufen, so gebeBelladonna,Coffea,Nux vomica,SulphuroderSilicea— eine Dosis jeden Morgen und Abend, beginnend mit dem erstgenannten Heilmittel und damit drei Tage lang fortzusetzen, ehe zu einem anderen gegriffen wird. Folgt das Uebel den Masern, so gebePulsatillaundCarbo Vegetabilis; wenn dem Scharlachfieber,BelladonnaundHepar Sulphur; wenn nach den Blattern,MercuriusundSulphur, eine Dosis jeden andern Abend abwechselnd. Wenn die Krankheit durch Erkältung im Kopfe entstanden, greife man zuChamomilla,Arsenic,Lachesis,Mercurius,SulphuroderPulsatilla. Folgt das Uebel dem Wechselfieber das durch Chinin kurirt wurde, so gebeCarbo Vegetabilis,Pulsatilla,SulphurundCalcarea Carbonica; jedes Mittel eine Woche, eine Dose jeden Abend, bis Besserung eintritt. Wenn das Uebel durch Unterdrückung des Abgangs aus Ohr und Nase entstanden,Pulsatilla,Mercurius,BelladonnaoderHepar Sulphurzwei oder drei Tage lang, ein Heilmittel einmal des Tages.Allöopathisch.Ist die Schwerhörigkeit durch Ansammlung des Ohrschmalzes entstanden, so sollte eine geringe Quantität Salatöl jeden Abend ins Ohr geträufelt werden, um dasselbe zu erweichen; ebenfalls muß jeden Tag warmes Wasser ins Ohr gespritzt werden, bis das Schmalz entfernt ist. Darnach wende man folgendes an und setze einige Wochen damit fort:Kamphorirtes Oel (Camphorated oil)½Unze.Seifen-Liniment½Drachme.Mische und wende es mittelst ein wenig Wolle oder Baumwolle an. Ist das Uebel durch Erkältung entstanden, so sollten die Mittel, die gegen Catarrh angegeben sind, in Anwendung kommen. Ist es durch bösen Hals erzeugt worden, so wird das Einathmen des Dampfes von heißem Wasser, das mit Essig vermischt wurde, von guter Wirkung sein; auch sollten kleine Pflaster hinter dem Ohr angebracht werden. Ist es durch Rheumatismus verursacht, so mag das folgende Liniment gebraucht werden:Essigsäuerlicher Colchicum- (Zeitlose) Extrakt (Acetous extract of colchicum)1Skrupel.Präparirtes Schweinefett1Unze.Mische. Jeden Abend sollte das Ohr und die Theile um dasselbe mit einem Stückchen dieser Mischung — so groß wie eine Erbse — eingerieben werden. Ist das Ohr sehr trocken, so mag der Ohrengang zwei- oder dreimal die Woche mit Glycerin eingerieben werden, während man ein kleines Stück geräucherten Speck Abends in die Höhlen bringt und Morgens entfernt. Findet sich jedoch zu viel Feuchtigkeit im Ohr, so spritze dasselbe mit einer Auflösung von schwefelsaurem Zink (Sulphate of zinc) aus, indem man einen Gran Zink zu einer Unze Rosenwasser nimmt; auch lege man kleine Pflaster hinter die Ohren. Ist die Ursache eine Entzündung, oder sind es kleine Geschwüre am Ohreingang, so sollte ein warmer Umschlag auf das Ohr gelegt und die Ohren mit gleichen Theilen Goulard- und Rosenwasser ausgespritzt werden.Eclectische und Kräuterkur.Ist die Schwerhörigkeit oder Taubsucht durch Ansammlung des Ohrenschmalzes entstanden, so müssen die bei der Allöopathischen Behandlung angegebenen Mittel zur Entfernung desselben angewandt werden. Auch kann man das folgende in einigen Fällen gebrauchen:Gebrannten Alaun (Burnt Alum)10Grane.Süßes Mandelöl (Sweet oil of almonds)1Unze.Mische dies und laß jeden Tag einige Tropfen der Mischung in das Ohr träufeln. Zu gleicher Zeit spritze das Ohr mit einer Auflösung aus gleichen Theilen Weißeichenrinde (White oak bark), Kurzblätterigem Dreiblatt (Bethroot) und Rosenblätter aus.Ist eine Ohrenschmalz-Ansammlung vorhanden, so mögen von folgender Mischung ein- oder zweimal des Tages einige Tropfen ins Ohr geträufelt werden:Sassafrasöl15Tropfen.Glycerin1½Drachmen.Olivenöl½Unze.Ist das Ohr sehr trocken, so gebrauche man folgendes:Glycerin1Drachme.Terpentinöl½„Leinsamenöl½Unze.
Behandlung.
Homöopathisch.Ist Schwerhörigkeit durch Ansammlung des Ohrschmalzes verursacht, so muß dasselbe vorerst dadurch entfernt werden, daß man ein wenig warme Milch oder Salatöl ins Ohr träufeln läßt. Gegen die nach der Operation eintretende Wundheit gebeArnica. Ist zu große Trockenheit des Ohrs vorhanden, oder nach Fieber- und Fieberfrösten gebeCarbo vegetabilisalle Abend eine Dosis. Nachdem hiermit eine Woche oder länger fortgefahren und keine Besserung eingetreten, gebeGraphitis, namentlich wenn Ohrensausen und Ohrenklingen des Nachts oder auch bei Tage hinzukömmt. Tritt nach Gebrauch dieses Mittels immer noch keine Besserung ein, so gebeLachesis,Nitric acid,Petroleum, eines nach dem andern in derselben Weise. Ist die Taubheit durch Blutandrang nach dem Kopfe hervorgerufen, so gebeBelladonna,Coffea,Nux vomica,SulphuroderSilicea— eine Dosis jeden Morgen und Abend, beginnend mit dem erstgenannten Heilmittel und damit drei Tage lang fortzusetzen, ehe zu einem anderen gegriffen wird. Folgt das Uebel den Masern, so gebePulsatillaundCarbo Vegetabilis; wenn dem Scharlachfieber,BelladonnaundHepar Sulphur; wenn nach den Blattern,MercuriusundSulphur, eine Dosis jeden andern Abend abwechselnd. Wenn die Krankheit durch Erkältung im Kopfe entstanden, greife man zuChamomilla,Arsenic,Lachesis,Mercurius,SulphuroderPulsatilla. Folgt das Uebel dem Wechselfieber das durch Chinin kurirt wurde, so gebeCarbo Vegetabilis,Pulsatilla,SulphurundCalcarea Carbonica; jedes Mittel eine Woche, eine Dose jeden Abend, bis Besserung eintritt. Wenn das Uebel durch Unterdrückung des Abgangs aus Ohr und Nase entstanden,Pulsatilla,Mercurius,BelladonnaoderHepar Sulphurzwei oder drei Tage lang, ein Heilmittel einmal des Tages.
Allöopathisch.Ist die Schwerhörigkeit durch Ansammlung des Ohrschmalzes entstanden, so sollte eine geringe Quantität Salatöl jeden Abend ins Ohr geträufelt werden, um dasselbe zu erweichen; ebenfalls muß jeden Tag warmes Wasser ins Ohr gespritzt werden, bis das Schmalz entfernt ist. Darnach wende man folgendes an und setze einige Wochen damit fort:
Mische und wende es mittelst ein wenig Wolle oder Baumwolle an. Ist das Uebel durch Erkältung entstanden, so sollten die Mittel, die gegen Catarrh angegeben sind, in Anwendung kommen. Ist es durch bösen Hals erzeugt worden, so wird das Einathmen des Dampfes von heißem Wasser, das mit Essig vermischt wurde, von guter Wirkung sein; auch sollten kleine Pflaster hinter dem Ohr angebracht werden. Ist es durch Rheumatismus verursacht, so mag das folgende Liniment gebraucht werden:
Mische. Jeden Abend sollte das Ohr und die Theile um dasselbe mit einem Stückchen dieser Mischung — so groß wie eine Erbse — eingerieben werden. Ist das Ohr sehr trocken, so mag der Ohrengang zwei- oder dreimal die Woche mit Glycerin eingerieben werden, während man ein kleines Stück geräucherten Speck Abends in die Höhlen bringt und Morgens entfernt. Findet sich jedoch zu viel Feuchtigkeit im Ohr, so spritze dasselbe mit einer Auflösung von schwefelsaurem Zink (Sulphate of zinc) aus, indem man einen Gran Zink zu einer Unze Rosenwasser nimmt; auch lege man kleine Pflaster hinter die Ohren. Ist die Ursache eine Entzündung, oder sind es kleine Geschwüre am Ohreingang, so sollte ein warmer Umschlag auf das Ohr gelegt und die Ohren mit gleichen Theilen Goulard- und Rosenwasser ausgespritzt werden.
Eclectische und Kräuterkur.Ist die Schwerhörigkeit oder Taubsucht durch Ansammlung des Ohrenschmalzes entstanden, so müssen die bei der Allöopathischen Behandlung angegebenen Mittel zur Entfernung desselben angewandt werden. Auch kann man das folgende in einigen Fällen gebrauchen:
Mische dies und laß jeden Tag einige Tropfen der Mischung in das Ohr träufeln. Zu gleicher Zeit spritze das Ohr mit einer Auflösung aus gleichen Theilen Weißeichenrinde (White oak bark), Kurzblätterigem Dreiblatt (Bethroot) und Rosenblätter aus.
Ist eine Ohrenschmalz-Ansammlung vorhanden, so mögen von folgender Mischung ein- oder zweimal des Tages einige Tropfen ins Ohr geträufelt werden:
Ist das Ohr sehr trocken, so gebrauche man folgendes:
Dies ist ein sehr widerwärtiges Uebel, das aus verschiedenartigen Ursachen entstehen mag. Oft folgt es der Ohrentzündung und manchmal dem Scharlachfieber und den Masern.
Symptome.— Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen im Ohr und Anschwellen der Halsdrüsen. Bald sondert sich eine röthliche, wässerige Masse aus, die nach und nach sich verdickt. Das Fieber tritt mit der Aussonderung dieser Materie ein.
Behandlung.Allöopathisch.Ist die Entzündung eine acute, so sollte die bei Ohrenentzündung vorgeschriebene Behandlung eingeschlagen und das Ohr mit warmem Wasser oder einerMohnsamen- (poppies) Auflösung ausgespritzt werden. Es ist aber besser, wenn man die Flüssigkeit mittelst eines Theelöffels dem Ohre zuführt, weil durch das Einspritzen mit der Spritze leicht Kopfweh entsteht. Sobald die Aussonderung eintritt, sollte das Ohr mit spanischer (castile) Seife gut ausgewaschen werden und gleich darauf mit einer Auflösung von Alaun (Alum), Zinkvitriol (Sulphate of zinc) — ein Gran zu einer Drachme Wasser. Essigsaures Blei (Acetate of lead), ein oder zwei Grane auf eine Unze Wasser, wird sich öfters sehr wirksam erweisen. Auch wird ein Theil Glycerin und fünf Theile Rosenwasser empfohlen. Ist die Absonderung sehr übelriechend, so hat man das Ohr mit einer Mischung auszuspritzen, die aus zwei Drachmen Chlorkalk (Chloride of lime) und einer halben Pint Wasser besteht, während man zu gleicher Zeit eine Auflösung von salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) — fünf Grane zu einer Unze Wasser — gebraucht. Jedoch muß man bei Anwendung dieser Mittel acht darauf haben, daß dem Ausfluß nicht allzu plötzlich Einhalt gethan wird.Eclectische und Kräuterkur.Die Ohren mögen mit warmem Seifenwasser ausgespritzt werden, wornach eine Einflößung von Gelbwurzel (Golden seal) und brenzlicher Holzsäure (Pyroligneous acid) stattfinden sollte. Die Säure darf nur gebraucht werden, wenn der Ausfluß sehr übel riecht. Eine Abkochung von Gelbwurzel, wilder Indigowurzel kann in manchen Fällen gebraucht werden, oder auch eine Auflösung von anderthalbkohlensaurem Kali (Sesquicarbonate of potassa).Homöopathisch.Nie sollte man versuchen, den Ausfluß dadurch hinwegzuräumen, daß man das Ohr verstopft, denn dies mag sehr gefährlich werden. Wurde der Ohrfluß durch Masern herbeigeführt, so gebe manPulsatillaundSulphurvier Tage lang, jedes dieser Heilmittel an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, — sechs Kügelchen eine Dosis. Folgt das Ohrenlaufen dem Scharlachfieber, so gebeBelladonna,Mercurius,Hepar SulphurundLycopodium— in derselben Weise. Wenn es nach den Blattern eintritt,Mercurius,Lachesis,SulphurundCalcarea Carbonica. Diese Mittel sollten eine Woche lang oder länger eingegeben werden, ehe man zu andern Arzneien greift. Wenn der Geruch der sich ausscheidenden Flüssigkeit außerordentlich unangenehm ist, so gebe manMercurius,Hepar Sulphur,Lycopodium,PulsatillaoderSulphur. Ist der Ausfluß mit Blut vermischt,Pulsatilla,MercuriusundLachesis. Hat der Kranke heftiges Kopfweh und Fieber,BelladonnaundBryoniaabwechselnd. Wurde der Ausfluß plötzlich unterdrückt und die Mandeln beginnen anzuschwellen, so gebePulsatilla,MercuriusundBelladonna. Wenn die Unterdrückung des Ausflusses durch Erkältung veranlaßt wurde, so gebeRhusoderDulcamara. Wenn nach der Unterdrückung die Hoden anschwellen,Pulsatilla,Nux vomicaoderMercurius.Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen der erwählten Arznei in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll der Auflösung jede 4 Stunden, eine Woche lang, es sei denn, andere Anweisungen seien bei den Heilmitteln angegeben. Wenn es bequemer ist, so gebe man sechs Kügelchen zu einer Dosis.
Behandlung.
Allöopathisch.Ist die Entzündung eine acute, so sollte die bei Ohrenentzündung vorgeschriebene Behandlung eingeschlagen und das Ohr mit warmem Wasser oder einerMohnsamen- (poppies) Auflösung ausgespritzt werden. Es ist aber besser, wenn man die Flüssigkeit mittelst eines Theelöffels dem Ohre zuführt, weil durch das Einspritzen mit der Spritze leicht Kopfweh entsteht. Sobald die Aussonderung eintritt, sollte das Ohr mit spanischer (castile) Seife gut ausgewaschen werden und gleich darauf mit einer Auflösung von Alaun (Alum), Zinkvitriol (Sulphate of zinc) — ein Gran zu einer Drachme Wasser. Essigsaures Blei (Acetate of lead), ein oder zwei Grane auf eine Unze Wasser, wird sich öfters sehr wirksam erweisen. Auch wird ein Theil Glycerin und fünf Theile Rosenwasser empfohlen. Ist die Absonderung sehr übelriechend, so hat man das Ohr mit einer Mischung auszuspritzen, die aus zwei Drachmen Chlorkalk (Chloride of lime) und einer halben Pint Wasser besteht, während man zu gleicher Zeit eine Auflösung von salpetersaurem Silber (Nitrate of silver) — fünf Grane zu einer Unze Wasser — gebraucht. Jedoch muß man bei Anwendung dieser Mittel acht darauf haben, daß dem Ausfluß nicht allzu plötzlich Einhalt gethan wird.
Eclectische und Kräuterkur.Die Ohren mögen mit warmem Seifenwasser ausgespritzt werden, wornach eine Einflößung von Gelbwurzel (Golden seal) und brenzlicher Holzsäure (Pyroligneous acid) stattfinden sollte. Die Säure darf nur gebraucht werden, wenn der Ausfluß sehr übel riecht. Eine Abkochung von Gelbwurzel, wilder Indigowurzel kann in manchen Fällen gebraucht werden, oder auch eine Auflösung von anderthalbkohlensaurem Kali (Sesquicarbonate of potassa).
Homöopathisch.Nie sollte man versuchen, den Ausfluß dadurch hinwegzuräumen, daß man das Ohr verstopft, denn dies mag sehr gefährlich werden. Wurde der Ohrfluß durch Masern herbeigeführt, so gebe manPulsatillaundSulphurvier Tage lang, jedes dieser Heilmittel an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, — sechs Kügelchen eine Dosis. Folgt das Ohrenlaufen dem Scharlachfieber, so gebeBelladonna,Mercurius,Hepar SulphurundLycopodium— in derselben Weise. Wenn es nach den Blattern eintritt,Mercurius,Lachesis,SulphurundCalcarea Carbonica. Diese Mittel sollten eine Woche lang oder länger eingegeben werden, ehe man zu andern Arzneien greift. Wenn der Geruch der sich ausscheidenden Flüssigkeit außerordentlich unangenehm ist, so gebe manMercurius,Hepar Sulphur,Lycopodium,PulsatillaoderSulphur. Ist der Ausfluß mit Blut vermischt,Pulsatilla,MercuriusundLachesis. Hat der Kranke heftiges Kopfweh und Fieber,BelladonnaundBryoniaabwechselnd. Wurde der Ausfluß plötzlich unterdrückt und die Mandeln beginnen anzuschwellen, so gebePulsatilla,MercuriusundBelladonna. Wenn die Unterdrückung des Ausflusses durch Erkältung veranlaßt wurde, so gebeRhusoderDulcamara. Wenn nach der Unterdrückung die Hoden anschwellen,Pulsatilla,Nux vomicaoderMercurius.
Verordnung der Heilmittel.Löse 12 Kügelchen der erwählten Arznei in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll der Auflösung jede 4 Stunden, eine Woche lang, es sei denn, andere Anweisungen seien bei den Heilmitteln angegeben. Wenn es bequemer ist, so gebe man sechs Kügelchen zu einer Dosis.
Dr. H. R. Stout in Chicago befolgt beim Durchstechen des Ohrs zum Zwecke des Anbringens der Ohrringe eine sehr einfache Methode. Dieselbe besteht darin, daß das Ohrläppchen so lange gegen ein Stück Kork gedrückt wird, bis man kein Gefühl mehr in demselben hat; sodann sticht man, ohne den Kork zu entfernen, mit einer Nadel, in welcher ein Faden ist, schnell durch das Ohrläppchen, macht eine kleine Masche und läßt den Faden in der Oeffnung, bis die unbedeutende Wunde geheilt ist. Jeden Tag sollte man den Faden ein wenig hin- und herziehen, damit die Höhlung nicht zuheilt. Manchmal entsteht durch diese Operation die „Rose,“ deren Behandlung in einem anderen Theile dieses Buchs angegeben ist.
Manchmal kommen Insekten ins Ohr, in welchem Falle man Salatöl einträufelt, welches das Insekt tödtet, wornach es leicht entfernt werden kann. Ist eine Bohne oder derartige Substanz im Ohr, so sollte sie mittelst einer Haarnadel sorgsam entfernt werden; man biegt zu diesem Zwecke die Nadel hakenförmig. Jedoch muß man sich äußerst in acht nehmen, den Gegenstand nicht noch weiter hineinzuschieben. Es ist immer besser, wenn derartige Operationen von einem gebildeten Arzt vollbracht werden.