Zweites Kapitel.Das Krankenzimmer.
Das Krankenzimmer sollte groß und luftig sein und womöglich mit den Fenstern nach dem Norden liegen; dabei sollten die Fenster so eingerichtet sein, daß sie von oben herunter gezogen werden können. Ein Kamin (nicht ein Ofen) im Zimmer ist vorzuziehen, da dies den Wechsel der Luft befördert. Alle unnöthigen Möbel mögen entfernt werden und womöglich wähle zwei neben einander liegende Zimmer mit einem Bett in jedem, damit der Patient jeden Morgen und Abend von einem Bett in das andere gebracht werden kann. Die Betttücher müssen sogleich umgewendet und gehörig gelüftet werden. Auch die Matratze sollte öfters gelüftet werden. Wichtig ist es auch, die Temperatur auszugleichen, dieselbe sollte nie über 65 oder unter 55 Grad Fahrenheit sein und der Kranke darf nie von einem Frostschauer überfallen werden. Ordnung und Reinlichkeit müssen in einem Krankenzimmer streng beobachtet werden; viele Dinge, welche zu anderen Zeiten unbeachtet bleiben, machen auf den Patienten einen sehr üblen Eindruck. Die Stühle müssen sogleich nach der Entleerung entfernt werden und das Bettzeug sollte alle zwei oder drei Tage gewechselt werden. Die reine Bettwäsche lüfte und trockne man gehörig, bevor man sie in Gebrauch nimmt. Bei Krankheiten von langer Dauer und bei solchen von ansteckendem Charakter wechsele man das ganze Bett und dessen Inhalt ein- oder zweimal während der Krankheit.
Das Kochen in dem Krankenzimmer ist ganz unpassend und ebensowenig sollte irgend eine Speise in einem Krankenzimmer oder in dessen unmittelbarer Nähe aufbewahrt werden. Wenn es nicht unangenehm für die Kranken, gestatte man dem Lichte freien Zutritt. Das Krankenbett sollte in einer Matratze bestehen oder gehörig mitangefüllt sein; unter keinen Umständen sollte man sich der Federn bedienen. Räucherungen und Desinficiren sind in einem Krankenzimmer nicht statthaft. Es ist eine allgemeine Regel, das, was immer die Luft vergiften könnte, wie die Entleerung des Kranken, sogleich hinaus zu schaffen, und damit fällt die Nothwendigkeit zur Räucherung hinweg.
Ferner ist es von Belang, Ruhestörungen zu meiden. Eine kranke Person wird allenfalls das Geräusch auf der Straße und in der Nähe des Hauses ertragen, während ein bloßes Flüstern im eigenen Zimmer störend, vielleicht sehr schädlich einwirken kann. Lasse den Wärter keine knarrenden Schuhe tragen und gestatte dem Kinde keinen Zutritt in das Zimmer, noch den Aufenthalt in dessen Nähe. Alle Besuche oder Unterredungen, die den Kranken aufregen oder ermüden, sind sehr nachtheilig. Nie lasse man den Kranken aus dem Schlafe stören.
Die Wärterin sollte stets ruhig, kalt und gelassen und muß im Stande sein, alle unangenehmen Gefühle zu unterdrücken und Güte den Patienten gegenüber an den Tag zu legen. Zeigen sich gefährliche Symptome, so ist die Selbstbeherrschung von größter Wichtigkeit. Nothwendig ist es, daß dieselbe hinreichende Kraft besitzt, den Kranken in und aus dem Bette zu bringen und ihn, je nachdem es nothwendig ist, zurecht zu legen. Sie muß gesund und keinen plötzlichen Krankheitsfällen unterworfen sein. Ferner ist es wichtig, daß sie freundlich, mitleidig und gutmüthig ist.
Viel tragen solche Eigenschaften einer Wärterin zur Beschleunigung einer Wiedergenesung bei. Vor Allem muß sie genau der Anweisung des Arztes Folge leisten und darf es nicht unternehmen, selbst andere Mittel zu verschreiben, oder andere Anweisungen zu geben, wenn solche nicht ihrem eigenen Ermessen nach unbedingt nothwendig werden. Veränderungen in der Behandlung werden zuweilen während der Abwesenheit des Arztes nothwendig, aber der Wechsel muß mit Umsicht geschehen, und sie darf dem Arzte irgend welche Veränderungen, die während seiner Abwesenheit vorgenommen worden sind, nicht verheimlichen.
Es ist sehr genau zu bestimmen, welche Kost Kranken zu reichen ist; häufig kann ein leichter Diätfehler sehr schlimme Folgen nachsich ziehen. Nicht selten wünscht der Kranke gerade das, was ihm am meisten schädlich ist. Je weniger Nahrungsmittel bei starkem Fieber oder Entzündung genommen werden, desto besser wird es sein, und erst nachdem das Fieber nachgelassen hat, ist eine leichte Kost statthaft.
Verursacht irgend ein Nahrungsmittel eine erhöhte Thätigkeit des Herzens, des Pulses, Kopfschmerz, oder Schmerzen in dem Magen oder in den Eingeweiden, so ist dies ein Anzeichen, daß dasselbe schädlich ist. Der Kranke sollte nie zum Essen genöthigt werden; er kann besser, als irgend Jemand anders sagen, was er wünscht. Hat er ein besonderes Verlangen nach irgend etwas, so wird im Allgemeinen angenommen, daß ihm dies gut thun wird.
Wenn sich der Patient nach einer Krankheit wieder bessert, aber noch schwach ist, obgleich er allmählig wieder an Kraft zunimmt, so muß der Kost große Aufmerksamkeit geschenkt werden. In Bezug auf die Speisen, welche zu gestatten sind, muß erinnert werden, daß dieselben vor Allem leicht und nahrhaft sein müssen. Milch ist ebenso leicht, als irgend etwas Anderes, verdaulich und kann jederzeit während der Krankheit oder Wiedergenesung ohne Nachtheil gegeben werden; nur sollte sie stets unmittelbar von der Kuh weg gebraucht werden, denn nachdem sich Sahne gebildet hat, ist sie unverdaulich. Eier, in heißes Wasser geschlagen und leicht gekocht, können ebenfalls gestattet werden. Gekochter Reis ist leicht verdaulich, und während der Wiedergenesung sind Rindfleisch-Thee, Hammelfleisch-Brühe und Hühner zuträglich. Früchte sind zuweilen sehr empfehlenswerth und zu andern Zeiten höchst schädlich. Bei Fieber wird der Saft reifer Orangen sehr erquicken; der fleischige Theil sollte aber stets entfernt werden. Weintrauben mögen gestattet werden, aber man vermeide sorgfältig das Verschlucken der Körner oder Schalen. Ferner gestatte man Citronensaft, Limonade, den aus den Erdbeeren gepreßten und durchgeseiheten Saft. Heißes Wasser über zerquetschte Datteln (tamarinds), Pfirsiche &c., welches man abkühlen läßt, wird zuträglich sein. Thee, Kaffee, Cacao und Chocolate gestatte man weder Kranken noch Wiedergenesenden. Zwieback-Wasser möge als Getränk dienen. Kaltes Wasser kann zu allen Zeiten, wenn es nicht unangenehme Symptome nach sich zieht, mit Vortheil gegeben werden. Reis-, Gerste- und Apfelwasser sind gute Getränke. Gekochter Fisch ist gewöhnlich leicht verdaulich, ebensoAusternbrühe, Schellfisch sollte dagegen verboten werden. Gemüse, wie gekochte Kartoffeln, gekochte rothe Rüben und gekochte Zwiebeln können ohne Nachtheil gegessen, sollten aber in zwei Wassern, bis sie ganz weich sind, gekocht werden.
Haferschleim(Gruel) &c. zuzubereiten, ist folgendes ein ausgezeichnetes Recept:
Gieße ein Quart heißes Wasser in ein reines irdenes oder Blechgefäß über einem lebhaften Feuer; kocht es, so füge zwei große Eßlöffel voll Korn- oder Hafermehl hinzu, mische es mit gerade Wasser genug, um es zu verdicken, gebe ein Stück Butter in das Wasser, und wenn zerschmolzen, füge das Mehl hinzu und rühre es ungefähr eine halbe Stunde lang um; dann gebe einen Theetassenkopf voll süße Milch hinzu, und wenn es wieder kocht, werfe die obere Rinde von hartgebackenem Brode, in kleine Stücke geschnitten, hinein, lasse es einige Zeit kochen und füge schließlich noch ein wenig schwarzen Pfeffer, ein wenig Salz, eine Prise geriebene Muscatnuß, noch ein wenig Butter und einen Theelöffel voll französischen Branntwein (French Brandy) bei. Butter, Gewürz und Branntwein müssen ausgelassen werden, sobald der Fall ein bedenklicher ist.
Rindfleisch-Thee(Beef Tea). Man nehme ein Pfund mageres Rindfleisch, schneide es fein, thue es in eine gut verschlossene Flasche und lege dieselbe in einen Kessel warmen Wassers; lasse das Wasser eine geraume Zeit kochen, dann sollte die Flasche herausgenommen und deren Inhalt ausgegossen werden. Man salze den Thee ein wenig und gebe jedesmal einen Theelöffel voll.
Eine andere Weise, denselben zuzubereiten, ist folgende:
Man nehme eine dicke Fleischschnitte (steak), röste sie leicht auf einem Bratrost und drücke sie dann gehörig mit einer Citronenpresse aus. Der Saft, welcher auf diese Weise herausgepreßt wird, wird sehr nahrhaft sein.
Zwieback- (Toast)Wasser.Röste ein Stück Brod leicht, füge kochendes Wasser hinzu und, wenn vorgezogen, versüße es. Es mag mit Orangenschale schmackhaft gemacht werden.
Leinsamen-Thee.Man nehme eine Unze Leinsamen, ein wenig gestoßene Lackritzenwürzelchen, und gieße ein Pint kochendesWasser darauf, stelle das Gefäß 4 Stunden lang an’s Feuer und seihe es dann durch ein leinenes oder baumwollenes Tuch.
Gerstenkaffee.Röste Gerste hübsch braun und koche einen Eßlöffel voll davon in einem Pint Wasser 5 Minuten lang, seihe es durch und füge, wenn gewünscht, ein wenig Zucker hinzu. Ein nahrhafter Trank bei Abnahme von Fieber und während der Wiedergenesung.
Hafermehlkaffee.Mische gewöhnliches Hafermehl mit Wasser, um einen Kuchen daraus zu machen, backe es braun, pulverisire es und koche dasselbe 5 Minuten lang in Wasser; gut zur Einhaltung hartnäckigen Erbrechens, besonders beiCholera morbus.
Eierbranntwein.Nimm das Gelbe von zwei Eiern, schlage es gehörig, füge eine halbe Unze weißen Zucker und ein wenig Zimmetwasser oder zwei Tropfen Zimmetöl hinzu. Mische es gehörig und füge ein Weinglas französischen Branntwein (French Brandy) hinzu.
Milchpunsch.Ein Theelöffel voll Zucker und hinlänglich Wasser, um denselben aufzulösen; gieße zwei Gills oder Theebecher voll Milch hinein, und es beständig umrührend, füge nach und nach ein oder zwei Theelöffel voll Branntwein oder Rum bei.
EGG NOG(deutsch: Eierpunsch). Ein Theelöffel voll Zucker gehörig mit einem Ei vermischt und dem eine Gill oder ein Theetassenkopf voll Milch und ein oder zwei Theelöffel voll guter französischer Branntwein hinzugefügt wird. Würze es mit geriebener Muskatnuß.
Salbeithee.Trockene Salbei- (Sage) Blätter eine halbe Unze, kochendes Wasser ein Quart; lasse es eine halbe Stunde lang ziehen, seihe es durch und füge Zucker und Limonadensaft, sowie es eben vom Kranken gefordert wird, bei. Balsam- und andere Thees werden in derselben Weise gemacht.
Reiswasser.Reis zwei Unzen, Wasser zwei Quart; koche es ungefähr eine Stunde lang und füge Zucker und Muskatnuß hinzu.
Ein erfrischender Trank bei Fiebern.Lege ein wenig Salbei (Sage), zwei Sprossen Balsam und ein wenig Sauerampfer (Sorrel) in einen steinernen Krug, schäle eine kleine Citrone, zerschneide sie in Stücke und lege sie mit ein wenig Schale hinein, dann gieße es in 3 Pints kochendes Wasser, versüße und verschließe es dicht.
Ein anderes.Man nehme eine halbe Unze Pflaumen, eine Unze Preiselbeeren (cranberry), eine halbe Unze Rosinen ohne Körner und ein Quart Wasser, koche es auf ein Pint ein, seihe es durch und würze es mit Citronenschale oder Limonaden-Essenz. Halte es wohl zugedeckt.
Ein anderes.Nimm je eine Unze Korinthen (currants), Rosinen und Tamarinden oder Pflaumen und koche es in einem Quart Wasser zu einem Pint ein. Würze es mit Citronenschale oder Citronen-Essenz.
Korinthen-Gelee(Currant jelly), Preiselbeeren und Pflaumen geben erfrischende Getränke, wenn Wasser beigefügt und dem Geschmacke des Kranken angemessen versüßt werden.
Wasser-Gruel(Water Gruel). Korn- oder Hafermehl zwei Theelöffel voll, Wasser ein Quart, zehn oder fünfzehn Minuten gekocht und Zucker oder Salz nach Wunsch des Kranken hinzugefügt.
Reis-Gruel(Rice Gruel). Gemahlener Reis einen gehäuften Eßlöffel voll, gestoßener Zimmet, einen halben Eßlöffel voll, Wasser ein Quart, 10 oder 15 Minuten langsam gekocht, Zimmet kurz vor dem Kochen beigefügt, durchgeseiht und versüßt.
Kühlender Trank bei Fieber.Man nehme Essig einen Theetassenkopf voll, Wasser sechs Theetassenkopf voll und Honig zwei Theetassenkopf voll. Mische es in einander. Sagt der Honig der betreffenden Person nicht zu, nehme man Molasses oder Syrup.
Quitten-Wein(Quince wine). Man nehme sechs Quitten, zerschneide sie und gieße eine halbe Gallone kochendes Wasser darauf, lasse dies über Nacht stehen, am Morgen koche es 15 Minuten und füge ein Pfund Zucker hinzu. Lasse die Flüssigkeit gähren und füge ein Pint Whiskey oder Branntwein hinzu, seihe es durch und verwahre es in gut verschlossenen Flaschen oder Krügen.
Gummi Arabicum Mischung(Gum Arabic mixture). Löse vier Unzen Gummi Arabicum in drei Theetassenkopf voll kochenden Wassers, versüße und würze es je nach Wunsch. Verwendbar bei Fällen von Entzündung des Magens und der Eingeweide.
Panade(Panada). Weißes Brod eine Unze, Wasser ein Pint, gestoßener Zimmet einen Theelöffel voll, koche es bis gehörig gemischt und füge ein wenig Zucker und Muskatnuß hinzu. Wenn erwünscht, mag Wein hinzugefügt werden.
Sago-Gruel.Sago zwei Eß-Löffel voll, Wasser ein Pint, koche es, bis es dick wird, und rühre es häufig um. Wein, Zucker und Muskatnuß mögen angewendet werden, wenn wünschenswerth.
Ulmenrinden-Schleim(Mucilage of Elm bark). Gebe eine kleine Quantität Ulmenrinde in kaltes Wasser. Mag jede Stunde oder alle zwei Stunden getrunken werden. Wenn angenehm, würze man es mit Citronensaft, Citronen- oder irgend einer anderen Essenz. Kann bei Fällen von Entzündung der Blase, des Magens u.s.w. viel und öfters getrunken werden.
Tapioca-Gelee(Tapioca Jelly). Tapioca zwei Eß-Löffel voll, Wasser ein Pint, koche es eine Stunde langsam, bis es ein geleeartiges Aussehen bekommt, füge Zucker, Wein und Muskatnuß, dem Geschmacke des Patienten angemessen, hinzu. Auch Citronensaft kann hinzugefügt werden.
Irisches Moos-Gelee(Irish moss jelly). Irisches Moos eine halbe Unze, frische Milch ein und ein halbes Pint, koche es zu einem Pint ein, seihe es durch und füge hinreichend Zucker und Citronensaft oder Pfirsichwasser hinzu, um demselben einen angenehmen Geschmack zu geben.
Pfeilwurz-Gruel(Arrow root Gruel). Auf ein Pint kochendes Wasser einen Eßlöffel voll Pfeilwurz, mische es gehörig, füge ein halbes Pint Milch hinzu und koche es zwei oder drei Minuten lang zusammen. Versüße es dem Geschmacke angemessen und füge Wein hinzu, wenn für den Fall passend.
Milch-Suppe(Milk porridge). Auf je ein Pint Milch und Wasser zwei Eß-Löffel voll Kornmehl, mische das Mehl mit einer kleinen Quantität kalten Wassers, so daß es einen dünnen Brei bildet, gieße Milch und Wasser zusammen und sobald dieses zu kochen anfängt, füge den Teig hinzu und rühre es um. Sie mag mit Zimmet, Muskatnuß, Zucker oder Wein gewürzt werden.
Hausenblase-Gelee(Isinglass jelly). Hausenblase eine Rolle in einem Pint Wasser gekocht, bis es aufgelöst ist, dann seihe es durch und füge ein Pint süße Milch hinzu. Bringe es nochmals über das Feuer und lasse es gerade aufkochen. Versüße es mit Stückzucker und reibe Muskatnuß darauf. Wenn gehörig gemacht, ähnelt es Eierrahme.
Aepfelwasser.Schneide zwei Aepfel in Stücke und gieße einQuart kochendes Wasser darauf. Nachdem es zwei oder drei Stunden gestanden hat, versüße es leicht.
Gekochtes Mehl.Binde ein Pfund Mehl in einen leinenen Beutel, tauche es einige Male in kaltes Wasser, streue darauf Mehl auf die äußere Seite, damit sich eine Kruste bildet, welche das Eindringen des Wassers während des Kochens verhindert, lege den so zubereiteten Beutel in etwas Wasser und koche es, bis er eine harte, trockene Masse wird. Etwas davon mag gerieben und in derselben Weise, wie Pfeilwurz-Gruel, zubereitet werden.
Gemüse-Suppe(Vegetable soup). Man nehme eine Rübe, eine Kartoffel und eine Zwiebel, zerschneide und koche sie eine Stunde lang in einem Quart Wasser, füge Salz, wenn angenehm, hinzu und gieße das Ganze auf ein Stück trocknen Zwieback.
Hammelfleischthee.Nimm ein Pfund Hammelfleisch, entferne das Fett davon und schneide das Fleisch in kleine Stücke, gieße ein Pint kochendes Wasser darüber, lasse es eine halbe Stunde am Feuer stehen und koche es dann eine Stunde lang; seihe es durch ein Sieb ober Tuch und salze es je nach dem Geschmacke. Eine sehr nährende Kost.
Hammelfleischbrühe.Man nehme ein Pfund gutes Hammelfleisch, entferne davon das Fett und lege es in ein Gefäß mit drei Pint kochenden Wassers; schmore es zwei Stunden lang, dann schneide man drei Möhren, drei rothe Rüben und drei Zwiebeln in Stücke, koche sie in einem Quart Wasser eine halbe Stunde lang, seihe es ab und gebe das Gemüse zu dem Hammelfleisch, würze es mit Salz und lasse es vier Stunden langsam schmoren.
Hühnerfleischbrühe.Man nehme ein halbes Huhn, entferne alles Fett, schneide das Fleisch in schmale Stücke und breche die Knochen. Darauf lege man es in ein Gefäß mit drei Pint kochenden Wassers, koche es eine Stunde lang, salze es und seihe es durch. Sehr nährend.
Molken-Rennet(Rennet Whey). Frische Milch ein Quart, Rennet einen großen Eßlöffel voll, lasse die Milch heiß werden und füge dann Rennet hinzu; koche es, bis der Quark sich trennt, welcher wegzunehmen ist.
Essig-Molken.Milch ein Pint, Essig ein Eßlöffel voll; koche es einige Minuten und trenne dann den Quark davon.
Alaun-Molken.Zu einem Pint Milch gebe man einen Theelöffel voll pulverisirten Alaun, koche und seihe es durch, dienlich bei Diarrhöe, Magenschwäche und Entzündung des Magens. Der sich bildende Quark giebt einen vortrefflichen Umschlag bei Augenentzündung.
Senf-Molken.Senfkörner einen Eßlöffel voll, Milch ein Pint, koche es einige Minuten zusammen und trenne den Quark davon. Ein sehr zuträglicher Trank bei Wassersucht.
Kalbsfüße-Gelee.Man nehme zwei Kalbsfüße und füge eine Gallone Wasser hinzu, koche es zu einem Quart ein, seihe es durch, und wenn kalt, schäume das Fett ab; füge dazu das Weiße von sechs oder acht Eiern, gehörig geschlagen, ein Pint Wein, ein halbes Pfund Stückzucker und den Saft von vier Citronen. Mische es gehörig, koche es bei beständigem Umrühren einige Minuten und seihe es durch einen Flanell.
Orangen-Molken.Milch ein Pint, den Saft von einer Orange mit einem Theil der Schale; koche die Milch, füge dann die Orange hinzu und lasse es stehen, bis das Gerinnen eintritt, dann seihe es durch.
Süße Molken.Abgerahmte Milch zwei Quart und ein Stück von Kalbs-Rennet. Mische und stelle es an einen warmen Platz, bis es gerinnt, dann seihe es durch.
Molken-Wein.Milch zwei Drittel Pint, Wasser ein Drittel Pint, Madeira oder anderer Wein eine Gill, Zucker einen Dessertlöffel voll; stelle Milch und Wasser in einer tiefen Pfanne an das Feuer, und in dem Augenblicke, wo es zu kochen anfängt, gieße man den Wein und Zucker unter beständigem Umrühren hinzu, koche es 10 bis 15 Minuten, dann seihe es durch ein Sieb. Dies kann entweder kalt oder warm getrunken werden und zwar ein Weinglas voll zur Zeit. Ein vortrefflicher Trank bei allen Fieberarten.
Brodschnitten.Auf einen sehr heißen Teller lege man zwei oder drei Stücke Brod, gieße darauf etwas Saft von gekochtem Rind-, Hammel- oder Kalbfleisch und streue ein wenig Salz darüber.
Hühner-Panade.Man nehme das weiße Fleisch von einem Huhn und nachdem man davon die Haut und das Fett entfernt hat, koche man es in ein wenig Wasser, bis das Fleisch weich ist, zerstoße es in einem Mörser zu einem Brei und füge dann eben so viel altbackenes Weißbrod hinzu, nach und nach schütte etwas vondem Wasser, in welchem das Huhn gekocht wurde, zu, bis das Ganze einen dünnen, flüssigen Teig bildet; koche diesen unter häufigem Umrühren zehn Minuten lang und würze es dem Geschmacke angemessen.
Französische Milchsuppe.Mische etwas Hafermehl mit Wasser, lasse dies stehen, bis es sich klärt, und gieße dann das Wasser ab, dann gieße von Neuem Wasser auf das Mehl, rühre es gehörig um und lasse es bis den nächsten Tag stehen; seihe es durch ein feines Sieb, koche das Wasser und füge während dessen die Milch hinzu. Wasser darf nur wenig gebraucht werden.