II

Fremde Stadt mit der Paläste gradem Bau!Krümme mich zerpeitscht von spitzen Regen grau.Daß vielleicht ich Näh und Linderung fühl,Eilt ich spät ans Ufer düsteren Flusses kühl.

Fremde Stadt mit der Paläste gradem Bau!

Krümme mich zerpeitscht von spitzen Regen grau.

Daß vielleicht ich Näh und Linderung fühl,

Eilt ich spät ans Ufer düsteren Flusses kühl.

Von Pistolen, unter Messern hingestrecktSpringende Wunden deiner Hände Schale deckt,Schleppe mich, auf dich gestützt, in dein Gemach,Wo ich etwas noch, verblutend, bleibe wach . . .

Von Pistolen, unter Messern hingestreckt

Springende Wunden deiner Hände Schale deckt,

Schleppe mich, auf dich gestützt, in dein Gemach,

Wo ich etwas noch, verblutend, bleibe wach . . .

Krankenhaus und Haft und Hungers Pein,Kavaliere, Schlägerei, gebrochener Wein . . .Flattere ängstlich durch die Nächte, schäbiger Fetzen,Den der Winterstürme kläffende Meute hetzet.

Krankenhaus und Haft und Hungers Pein,

Kavaliere, Schlägerei, gebrochener Wein . . .

Flattere ängstlich durch die Nächte, schäbiger Fetzen,

Den der Winterstürme kläffende Meute hetzet.

Der Kasernen Mauern wanke alt entlang!Kauere Bettelweib in Wirtschaft schmalem Gang!Würg aus trockener Kehle dein „A la Villette“!Dreh dich schlaflos in Hotels verdrecktem Bette!

Der Kasernen Mauern wanke alt entlang!

Kauere Bettelweib in Wirtschaft schmalem Gang!

Würg aus trockener Kehle dein „A la Villette“!

Dreh dich schlaflos in Hotels verdrecktem Bette!

Schluchz bei sanften Schwestern, wächsernes Mädchenkind!Spucke Lungenblut! Langer Eiter rinn!Löse die Verbände fiebernd! Mach dich frei!Bäum empor dich! Reiß dich los mit brennendem Schrei! . . .

Schluchz bei sanften Schwestern, wächsernes Mädchenkind!

Spucke Lungenblut! Langer Eiter rinn!

Löse die Verbände fiebernd! Mach dich frei!

Bäum empor dich! Reiß dich los mit brennendem Schrei! . . .

Deines Atems heller WindSchwellet Segel leichtUnd enthülletGoldene Abendländer über Wolken weiß.

Deines Atems heller Wind

Schwellet Segel leicht

Und enthüllet

Goldene Abendländer über Wolken weiß.

Über GlutgebirgenBlutet Sonne schwer,Zu den himmlischen BezirkenWogt entrücktes Meer.

Über Glutgebirgen

Blutet Sonne schwer,

Zu den himmlischen Bezirken

Wogt entrücktes Meer.

Was mag noch gelingen?Man wird nichts mehr tun.Kühle Lüfte, Tote bringenHeiligen Schlaf. Komm, laßt uns ruhn!

Was mag noch gelingen?

Man wird nichts mehr tun.

Kühle Lüfte, Tote bringen

Heiligen Schlaf. Komm, laßt uns ruhn!

Hirt mit Flöte. Sanftes Tier.Zerrissener Ufer bunter Klang.Eng umschlungen sinken wir:Seliger, süßer Untergang.

Hirt mit Flöte. Sanftes Tier.

Zerrissener Ufer bunter Klang.

Eng umschlungen sinken wir:

Seliger, süßer Untergang.

Nun, da längstens hörten auf zu rollenWilder Städte Donner von den Hängebrücken,Schrille Laute, die vom Platz erschollenRuhen starr in tränenden Mondes Blicken:

Nun, da längstens hörten auf zu rollen

Wilder Städte Donner von den Hängebrücken,

Schrille Laute, die vom Platz erschollen

Ruhen starr in tränenden Mondes Blicken:

Treiben wir dahin, wo die Blätter fielen,Die ein weißer Sturm des Tags herabgejagt,Die Allee entlang im laubichten Gewühle,Das jetzt eines Turmes silbernes Horn durchragt.

Treiben wir dahin, wo die Blätter fielen,

Die ein weißer Sturm des Tags herabgejagt,

Die Allee entlang im laubichten Gewühle,

Das jetzt eines Turmes silbernes Horn durchragt.

Und wir schlafen ein im großen Bette,Das, ein Schiff, uns von der Erde trägt.Unserer heißen Küsse dichte KetteSich, als Traum süß, über Müde legt.

Und wir schlafen ein im großen Bette,

Das, ein Schiff, uns von der Erde trägt.

Unserer heißen Küsse dichte Kette

Sich, als Traum süß, über Müde legt.

Lasset uns auch beten für die Armen,Die wir sahn an windiger Ecke stehn,Lasset uns auch wünschen Frierenden Tücher warme,Linderung der Mütter Wehn!

Lasset uns auch beten für die Armen,

Die wir sahn an windiger Ecke stehn,

Lasset uns auch wünschen Frierenden Tücher warme,

Linderung der Mütter Wehn!

Wir jetzt liegen wie in Zuchthaushallen,Nackte Büßer auf verfaultem Stroh.Draußen heulend schwarze Regen fallenUnter Blitze zackichtem Geloh.

Wir jetzt liegen wie in Zuchthaushallen,

Nackte Büßer auf verfaultem Stroh.

Draußen heulend schwarze Regen fallen

Unter Blitze zackichtem Geloh.

Die erfüllen mit verworrener HelleUnser niedriges Gemach.Züge flattern durch mit Hundgebelle,Pferdewiehern und mit Schüssekrach . . .

Die erfüllen mit verworrener Helle

Unser niedriges Gemach.

Züge flattern durch mit Hundgebelle,

Pferdewiehern und mit Schüssekrach . . .

O, so fasse meine zitternden Hände,Daß ich in empörte Gründe stürze nicht!Da in weiße Wälder wandeln schon sich kalkige Wände,Heiliger Morgen frischet dunsenes Gesicht.

O, so fasse meine zitternden Hände,

Daß ich in empörte Gründe stürze nicht!

Da in weiße Wälder wandeln schon sich kalkige Wände,

Heiliger Morgen frischet dunsenes Gesicht.

Fette Kräuter aus dem Boden sprießen.Werden wir mit Sommer schön beschenkt?Die Gebirge schaukeln hinter Wiesen,Ein Gewitter grau am Himmel hängt . . .

Fette Kräuter aus dem Boden sprießen.

Werden wir mit Sommer schön beschenkt?

Die Gebirge schaukeln hinter Wiesen,

Ein Gewitter grau am Himmel hängt . . .

Klagende du aus ächzender Bäume Zweigen,Die bald leuchtend fallende Nacht begräbt,Bald entrückt in jenen flimmernden Reigen,Der um Mondes silbernes Denkmal schwebt:

Klagende du aus ächzender Bäume Zweigen,

Die bald leuchtend fallende Nacht begräbt,

Bald entrückt in jenen flimmernden Reigen,

Der um Mondes silbernes Denkmal schwebt:

Noch tönt Stimme dein aus knieenden Wäldern.Lege um die Brust ein wollenes Tuch!Ruf im Schlafe an die toten Eltern!Lös dich auf im herbstlichen Geruch!

Noch tönt Stimme dein aus knieenden Wäldern.

Lege um die Brust ein wollenes Tuch!

Ruf im Schlafe an die toten Eltern!

Lös dich auf im herbstlichen Geruch!

Tauch in öligen Strom hinein!Laß dich tragen von den heißen Winden!Steige auf im Abendschein,Daß du hin in Wolken schwindest!

Tauch in öligen Strom hinein!

Laß dich tragen von den heißen Winden!

Steige auf im Abendschein,

Daß du hin in Wolken schwindest!

Winke vom brennenden Turme den heulenden Völkern zu!Dröhne wild als Paukenschlag im glühenden Orchester!Strahle kühn in unerhörtem Clou!Schlinge, schlinge deine Arme fester!!

Winke vom brennenden Turme den heulenden Völkern zu!

Dröhne wild als Paukenschlag im glühenden Orchester!

Strahle kühn in unerhörtem Clou!

Schlinge, schlinge deine Arme fester!!

Du bists, Quartier mit den verhängten FensternUnd bunten Mädchen über nassem Strich!In allen, die vorüberschlenkernUnd denen an den Ecken seh ich dich.

Du bists, Quartier mit den verhängten Fenstern

Und bunten Mädchen über nassem Strich!

In allen, die vorüberschlenkern

Und denen an den Ecken seh ich dich.

Es ist nicht schön zu hungernUnd zu spazieren durch die Stadt,Um früh in einem Beisel sich zu treffen,Sich essen an den Brocken aus den verdreckten Töpfen satt.

Es ist nicht schön zu hungern

Und zu spazieren durch die Stadt,

Um früh in einem Beisel sich zu treffen,

Sich essen an den Brocken aus den verdreckten Töpfen satt.

Wie arm wir sind! Wir zucken beim Berühren.Ganz aufgeschwollen bist du und dein Leib ist wund.Nur manchmal wir wie einstmals uns verführen,Ich liebe deinen großen Mund!

Wie arm wir sind! Wir zucken beim Berühren.

Ganz aufgeschwollen bist du und dein Leib ist wund.

Nur manchmal wir wie einstmals uns verführen,

Ich liebe deinen großen Mund!

So alle Tage wir verschlafen.Du hast noch eine Stunde Zeit —Wir liegen berstend in den BettenUnd lesen Kriminalromane.

So alle Tage wir verschlafen.

Du hast noch eine Stunde Zeit —

Wir liegen berstend in den Betten

Und lesen Kriminalromane.

Komm ins warme Haus!Nein, du willst mich nicht.Du bleibst lieber draus.Blauen Schneees Licht

Komm ins warme Haus!

Nein, du willst mich nicht.

Du bleibst lieber draus.

Blauen Schneees Licht

Flimmert, blondes HaarGlänzt so eisig naß,Antlitz wunderbarZerret Lieb und Haß.

Flimmert, blondes Haar

Glänzt so eisig naß,

Antlitz wunderbar

Zerret Lieb und Haß.

Schlottern meine Kniee,Denn ich wart auf dich.Wilden Tag ich fliehe,Der sich stellt vor mich.

Schlottern meine Kniee,

Denn ich wart auf dich.

Wilden Tag ich fliehe,

Der sich stellt vor mich.

Einmal in der NachtWirds schon wieder klopfen:Weinend RegentropfenBist du aufgewacht.

Einmal in der Nacht

Wirds schon wieder klopfen:

Weinend Regentropfen

Bist du aufgewacht.

Ach, ich wieder fühlDich an meiner Seite.Auf der Strahlen Brücke stiegstDu herab in schwarzem Kleid.

Ach, ich wieder fühl

Dich an meiner Seite.

Auf der Strahlen Brücke stiegst

Du herab in schwarzem Kleid.

Wir aus des Stalles Stank und FeuchtigkeitDein ekles Vieh,Herrgott,Du tränke uns noch einmal vor Morgen!Aus roten quadratischen GebäudenWir wittern Abfluß unseres Bluts.Doch,Auf dem wir heute noch flacken, Stroh,Rauschet wie Korn und duftet wie Heu und ist Sommer.Herrgott, unser Gebrüll töst Gebet.Unsere stachlichten Zungen, Herrgott, belecken dich,Deines Fußes und Gewandes Marmor.Tränke uns!Ach, undStreu etwas Frühsonne in unser letztes Geschwank!

Wir aus des Stalles Stank und Feuchtigkeit

Dein ekles Vieh,

Herrgott,

Du tränke uns noch einmal vor Morgen!

Aus roten quadratischen Gebäuden

Wir wittern Abfluß unseres Bluts.

Doch,

Auf dem wir heute noch flacken, Stroh,

Rauschet wie Korn und duftet wie Heu und ist Sommer.

Herrgott, unser Gebrüll töst Gebet.

Unsere stachlichten Zungen, Herrgott, belecken dich,

Deines Fußes und Gewandes Marmor.

Tränke uns!

Ach, und

Streu etwas Frühsonne in unser letztes Geschwank!

Er schwirrte durch der großen Städte Flucht. Das traf ihn schwer.Auf hohlen Plätzen tosten Glitzer-Feste.Staubwirbel bliesen ihn durch grüner Abendhimmel flaches Meer.Er hockte heulend nachts auf Kuppeln brennender Paläste.

Er schwirrte durch der großen Städte Flucht. Das traf ihn schwer.

Auf hohlen Plätzen tosten Glitzer-Feste.

Staubwirbel bliesen ihn durch grüner Abendhimmel flaches Meer.

Er hockte heulend nachts auf Kuppeln brennender Paläste.

Und seine Straße warf sich steil empor und schraubteSich hoch hinaus bis an vergilbten Mondes Zackenrand,Wo bog sie um und sprang zum Abendstern, der schnaubte,Spie Feuer, riß rückwärts sie, daß stöhnend sie sich niederwand.

Und seine Straße warf sich steil empor und schraubte

Sich hoch hinaus bis an vergilbten Mondes Zackenrand,

Wo bog sie um und sprang zum Abendstern, der schnaubte,

Spie Feuer, riß rückwärts sie, daß stöhnend sie sich niederwand.

Er schlug, die Augen grün, Schaum dick ums MaulAuf heißes Pflaster. Säule ward sein Schrei.Ganz leise sang ein DroschkengaulUnd weiße Schleier wehten dicht vorbei.

Er schlug, die Augen grün, Schaum dick ums Maul

Auf heißes Pflaster. Säule ward sein Schrei.

Ganz leise sang ein Droschkengaul

Und weiße Schleier wehten dicht vorbei.

Es stürzten Türme groß und Mauern drob zusammen.Auf allen Dächern tosten Flammen laut.Die Dome knieten nieder. Berge schwammenZur Stadt herein, von Regenbogen kreuzweis überbaut.

Es stürzten Türme groß und Mauern drob zusammen.

Auf allen Dächern tosten Flammen laut.

Die Dome knieten nieder. Berge schwammen

Zur Stadt herein, von Regenbogen kreuzweis überbaut.

Da fuhr ein greller Strahl durch sein Gehirn.Es gellte. Mövenschwärme schreckten auf.Blütenwälder weiß begruben ihn.

Da fuhr ein greller Strahl durch sein Gehirn.

Es gellte. Mövenschwärme schreckten auf.

Blütenwälder weiß begruben ihn.

Die Alte streckt sich weiß mit prallem Bauch.Sie hat Katarrh. Sie hängt voll Blut und Rotz.Im kleinen Raum der eiserne Ofen raucht.Ihr kleiner Kopf von gelben Haaren strotzt.

Die Alte streckt sich weiß mit prallem Bauch.

Sie hat Katarrh. Sie hängt voll Blut und Rotz.

Im kleinen Raum der eiserne Ofen raucht.

Ihr kleiner Kopf von gelben Haaren strotzt.

Mit glänzenden Augen sie zum Kreuze glotzt,Das in die bittere Umwelt goldig taucht,Und während rings die kühle Dämmerung hauchtHat sie den Klumpen brüllend ausgekotzt.

Mit glänzenden Augen sie zum Kreuze glotzt,

Das in die bittere Umwelt goldig taucht,

Und während rings die kühle Dämmerung haucht

Hat sie den Klumpen brüllend ausgekotzt.

Ein Gymnasialdirektor stelzt im Grunewalde.Ein Weib spaziert im Dunkel, grünlich und zernagt.Ein kleiner Fürst kommt an, ganz Wichs und Bügelfalte.Der Reichstag ward zum fünften Male heut vertagt.Es steigen weiße Straßen, jubelnd im GeglänzeErwachten Frühjahrs. Finster streift NapoleonsSchatten. Starr im Schein der fahlen FlammenkränzeBewachen Batterien einen Hügelthron.

Ein Gymnasialdirektor stelzt im Grunewalde.

Ein Weib spaziert im Dunkel, grünlich und zernagt.

Ein kleiner Fürst kommt an, ganz Wichs und Bügelfalte.

Der Reichstag ward zum fünften Male heut vertagt.

Es steigen weiße Straßen, jubelnd im Geglänze

Erwachten Frühjahrs. Finster streift Napoleons

Schatten. Starr im Schein der fahlen Flammenkränze

Bewachen Batterien einen Hügelthron.

Schwer wirds, sich als Deutschen zu bekennen,Nicht nach den Landschaften Frankreichs zu brennen,Nach Paris nicht, unserem rosenen Kindheitstraum.Wir leben in einem kalten rechteckigen Raum.

Schwer wirds, sich als Deutschen zu bekennen,

Nicht nach den Landschaften Frankreichs zu brennen,

Nach Paris nicht, unserem rosenen Kindheitstraum.

Wir leben in einem kalten rechteckigen Raum.

Ein Kritiker hat einen Dichter totgeschwiegen.Kleists Dämon höhnisch aus verworrenem Schilfrohr grinst.In wüsten Knäueln kotzend die Betrunkenen liegen,Derweil ein grüner Mond in schwarze Lachen blinzt.Auf vollem Platze sich die dumpfen Trommeln rühren.Es ziehen bunte Haufen johlend zur Bastille.Die Priester hetzen auf die Schar zu blutigen Schwüren.Die weiße Dame reicht mit spitzen Fingern Pillen.

Ein Kritiker hat einen Dichter totgeschwiegen.

Kleists Dämon höhnisch aus verworrenem Schilfrohr grinst.

In wüsten Knäueln kotzend die Betrunkenen liegen,

Derweil ein grüner Mond in schwarze Lachen blinzt.

Auf vollem Platze sich die dumpfen Trommeln rühren.

Es ziehen bunte Haufen johlend zur Bastille.

Die Priester hetzen auf die Schar zu blutigen Schwüren.

Die weiße Dame reicht mit spitzen Fingern Pillen.

Schwer wirds, sich als Deutschen zu bekennen,Nicht nach den Landschaften Frankreichs zu brennen,Nach Paris nicht, unserem rosenen Kindheitstraum.Wir leben in einem kalten rechteckigen Raum.

Schwer wirds, sich als Deutschen zu bekennen,

Nicht nach den Landschaften Frankreichs zu brennen,

Nach Paris nicht, unserem rosenen Kindheitstraum.

Wir leben in einem kalten rechteckigen Raum.

Mit Richard Wagner heult ein arges Pack besessen.Die plumpen Autobusse zeigen wenig Eile.Die Schildwache entschläft. Das Volk hat nichts zu fressen.Ein blonder Staatsminister starb an Langerweile.Die Fahne aber flattert stolz der Republik.Paris beschließt der heiligen Städte ewigen Bund.Ihr fabelhafter Ruhm erschallt von Mund zu Mund.Paris springt auf, ein Tier, ertötend mit dem Blick.

Mit Richard Wagner heult ein arges Pack besessen.

Die plumpen Autobusse zeigen wenig Eile.

Die Schildwache entschläft. Das Volk hat nichts zu fressen.

Ein blonder Staatsminister starb an Langerweile.

Die Fahne aber flattert stolz der Republik.

Paris beschließt der heiligen Städte ewigen Bund.

Ihr fabelhafter Ruhm erschallt von Mund zu Mund.

Paris springt auf, ein Tier, ertötend mit dem Blick.

Schwer wirds, sich als Deutschen zu bekennen,Nicht nach den Schönheiten Frankreichs zu brennen,Nach Paris nicht, unserem rosenen Kindheitstraum.Wir leben in einem kalten rechteckigen Raum.

Schwer wirds, sich als Deutschen zu bekennen,

Nicht nach den Schönheiten Frankreichs zu brennen,

Nach Paris nicht, unserem rosenen Kindheitstraum.

Wir leben in einem kalten rechteckigen Raum.

Was soll dies unter klatschendem Regen Tönen,Der ich voll Trauer bin und klage um Verlust?Was soll der halbverfallenen Gebäude StöhnenBei rasselnder Stürme Sägen und Gehust?

Was soll dies unter klatschendem Regen Tönen,

Der ich voll Trauer bin und klage um Verlust?

Was soll der halbverfallenen Gebäude Stöhnen

Bei rasselnder Stürme Sägen und Gehust?

Ich will mich mit dem Alltag jetzt versöhnen,Wild schuften in der Berge glühendem Bruch,Gern unter Hämmerdonner und der Karren DröhnenGedrückter Untertan sein harten Fluchs.

Ich will mich mit dem Alltag jetzt versöhnen,

Wild schuften in der Berge glühendem Bruch,

Gern unter Hämmerdonner und der Karren Dröhnen

Gedrückter Untertan sein harten Fluchs.

Dämonen sich im Traume um mich scharen,Zerwirkt bin ich vom Sturm und aufgebraucht,Doch werd ich manchmal mit den Zügen fahren,

Dämonen sich im Traume um mich scharen,

Zerwirkt bin ich vom Sturm und aufgebraucht,

Doch werd ich manchmal mit den Zügen fahren,

Die gegen Abend gehn, bei steilem RauchMit hohem Pfiff nach schönen Ländern wimmern,Wo über menschlichem Gestrüpp noch Sterne flimmern.

Die gegen Abend gehn, bei steilem Rauch

Mit hohem Pfiff nach schönen Ländern wimmern,

Wo über menschlichem Gestrüpp noch Sterne flimmern.

Franz Jung gewidmet

Triumph wird über uns schreiten.Es soll Triumph über uns leuchten.Triumph über uns.

Triumph wird über uns schreiten.

Es soll Triumph über uns leuchten.

Triumph über uns.

Aufbruch ruft.Wir aber werden am Boden liegen, schlafend,Berauscht, kotzend oder greinend.An uns vorüberrauschen, über uns rauschen wirdTag und Getümmel.Wenn des Ewigen Hand die goldenen Vorhänge löst . . .Trompeten stoßen,Pauken donnern.Wir müssen Schläfer sein.

Aufbruch ruft.

Wir aber werden am Boden liegen, schlafend,

Berauscht, kotzend oder greinend.

An uns vorüberrauschen, über uns rauschen wird

Tag und Getümmel.

Wenn des Ewigen Hand die goldenen Vorhänge löst . . .

Trompeten stoßen,

Pauken donnern.

Wir müssen Schläfer sein.

Triumph wird über uns schreiten,Es soll Triumph über uns leuchten.Triumph über uns.

Triumph wird über uns schreiten,

Es soll Triumph über uns leuchten.

Triumph über uns.

Die Welt wird zu enge. Die Städte langweilig.So schmal alle Länder. Die Meere zu klein.Die Körper, in giftigen Räuschen entheiligt,Sie welken und stürzen zu Schutthaufen ein.

Die Welt wird zu enge. Die Städte langweilig.

So schmal alle Länder. Die Meere zu klein.

Die Körper, in giftigen Räuschen entheiligt,

Sie welken und stürzen zu Schutthaufen ein.

Da ahnen wir Himmel wohl gischtenden Blutes.Ekstasen trommeln wach Hölle und Grab.Wir stöhnen verkommend in kalkfeuchter Bude,Daß uns der Zusammenbruch rette und lab!

Da ahnen wir Himmel wohl gischtenden Blutes.

Ekstasen trommeln wach Hölle und Grab.

Wir stöhnen verkommend in kalkfeuchter Bude,

Daß uns der Zusammenbruch rette und lab!

Was sollen wir noch? Die Welt wird zu enge.Der Polizei gelingen unglaubliche FängeUnd humpeln verzweifelt wir über den Strich:Die Mädchen ausgepreßt, fade und trocken.In Cafés und Cinémas Spießbürger hockenUnd Goethe glänzt, aufrecht und widerlich.

Was sollen wir noch? Die Welt wird zu enge.

Der Polizei gelingen unglaubliche Fänge

Und humpeln verzweifelt wir über den Strich:

Die Mädchen ausgepreßt, fade und trocken.

In Cafés und Cinémas Spießbürger hocken

Und Goethe glänzt, aufrecht und widerlich.

Verflucht sei der Straßen einförmige Strenge,Die strecken sich grinsend in endlose Länge.Oh, daß doch ein Brand unsere Haupte bewölb!Es rascheln gewitternd Horizonte fahlgelb.

Verflucht sei der Straßen einförmige Strenge,

Die strecken sich grinsend in endlose Länge.

Oh, daß doch ein Brand unsere Haupte bewölb!

Es rascheln gewitternd Horizonte fahlgelb.

Daß auf der Galeere wir duldsam bald schwitzten,Daß wälzten wir uns auf der Ruderer Bank!So aber wir faulen an hohen PultsitzenUnd bröckeln zu Mehlstaub in Wartsälen bang.

Daß auf der Galeere wir duldsam bald schwitzten,

Daß wälzten wir uns auf der Ruderer Bank!

So aber wir faulen an hohen Pultsitzen

Und bröckeln zu Mehlstaub in Wartsälen bang.

Wir horchen auf wilder Trompetdonner StößeUnd wünschten herbei einen großen Weltkrieg.In unseren Ohren der Waffen Lärm töset,Kanonen und Stürme in buntem Gewieg.

Wir horchen auf wilder Trompetdonner Stöße

Und wünschten herbei einen großen Weltkrieg.

In unseren Ohren der Waffen Lärm töset,

Kanonen und Stürme in buntem Gewieg.

Erreget Skandale! Die Welt wird zu enge.Es johlt vor Palästen die ärmliche Menge.Es trümmern die Tore. Es klirren die Fenster.Die Mauern, sie wanken, die schüssedurchsiebten.Vergessen wir unsere schmerzlich Geliebten!Wir bleiben am besten zurück als Gespenster.

Erreget Skandale! Die Welt wird zu enge.

Es johlt vor Palästen die ärmliche Menge.

Es trümmern die Tore. Es klirren die Fenster.

Die Mauern, sie wanken, die schüssedurchsiebten.

Vergessen wir unsere schmerzlich Geliebten!

Wir bleiben am besten zurück als Gespenster.

Wie funkelt das Dunkel! Der Abend voll Gräuel.Die Wagen und Nachtmenschen waten in Schmutz.Kinder, aber Kinder in flammender BläueFlehen zur ewigen Mutter um Schutz.

Wie funkelt das Dunkel! Der Abend voll Gräuel.

Die Wagen und Nachtmenschen waten in Schmutz.

Kinder, aber Kinder in flammender Bläue

Flehen zur ewigen Mutter um Schutz.

Nicht ehren wir Gott mehr. Er hat uns geraubtDie Kräfte. Verwarf uns zu Fetzen und Scherben.Er hat uns mit Wolken des Zornes belaubt.Erpresser mit Krankenhaus, Hunger und Sterben.

Nicht ehren wir Gott mehr. Er hat uns geraubt

Die Kräfte. Verwarf uns zu Fetzen und Scherben.

Er hat uns mit Wolken des Zornes belaubt.

Erpresser mit Krankenhaus, Hunger und Sterben.

Die Nerven gepeitschet! Die Welt wird zu enge.Laßt schlagen uns durchs Gestrüpp und Gedrängel!Es wackeln Soldaten mit schiefen Hüten.Die Welt wird zu enge. Wir zittern und frierenIn Domen und modrigen Schauerrevieren . . .Und poltern und würgen und drohen und wüten . . .

Die Nerven gepeitschet! Die Welt wird zu enge.

Laßt schlagen uns durchs Gestrüpp und Gedrängel!

Es wackeln Soldaten mit schiefen Hüten.

Die Welt wird zu enge. Wir zittern und frieren

In Domen und modrigen Schauerrevieren . . .

Und poltern und würgen und drohen und wüten . . .

Inmitten der Getümmel, knochig und robust,Steh ich, befeuernd den Tumult mit Schrei.Es schneiden Messer durch die steile Brust,Den Acker, hackend Fleisch zu Mampf und Brei.

Inmitten der Getümmel, knochig und robust,

Steh ich, befeuernd den Tumult mit Schrei.

Es schneiden Messer durch die steile Brust,

Den Acker, hackend Fleisch zu Mampf und Brei.

Ich euerer Länder preisgekrönter Akrobat!Mit Muskeln straff, drauf spitze Schwerter tanzen.Aus Winkeln aufgeschrien zu großer Tat,Aus Kneipen und Bordellen, Gräuel und Wanzen.

Ich euerer Länder preisgekrönter Akrobat!

Mit Muskeln straff, drauf spitze Schwerter tanzen.

Aus Winkeln aufgeschrien zu großer Tat,

Aus Kneipen und Bordellen, Gräuel und Wanzen.

Als unterm Tor ich einst mein erstes Mädchen küßte,Die Arme heftig um die eckigen Hüften schlang,Wie saftige Frucht zerpressend runde Brüste . . .O erster Rausch, der Geist und Blut beschwang!

Als unterm Tor ich einst mein erstes Mädchen küßte,

Die Arme heftig um die eckigen Hüften schlang,

Wie saftige Frucht zerpressend runde Brüste . . .

O erster Rausch, der Geist und Blut beschwang!

Durch fernste Träume irrend, brauner Weiber Schöße,Die sich gebärdeten, Verrückte toll,Bis daß ich niedersank, entblößet,Ermattet schwer, da Tag und Stadt verscholl . . .

Durch fernste Träume irrend, brauner Weiber Schöße,

Die sich gebärdeten, Verrückte toll,

Bis daß ich niedersank, entblößet,

Ermattet schwer, da Tag und Stadt verscholl . . .

Hah! Rasselnd atmen schon die LungenDer Sonne, die zerreißet euch zu Fetzen.Die Himmel brechen, plötzlich aufgesprungen,Auf euch herein mit Wassersturz und Schloßenklötzen.

Hah! Rasselnd atmen schon die Lungen

Der Sonne, die zerreißet euch zu Fetzen.

Die Himmel brechen, plötzlich aufgesprungen,

Auf euch herein mit Wassersturz und Schloßenklötzen.

Ihr Hurenvölker, Metzen, aller Länder Schlampen!Die euch zermalmt, steinerne Flut, sie naht.Es schaukeln düsterer jener Monde Lampen.Ihr kochet aus in heißem Würgebad.

Ihr Hurenvölker, Metzen, aller Länder Schlampen!

Die euch zermalmt, steinerne Flut, sie naht.

Es schaukeln düsterer jener Monde Lampen.

Ihr kochet aus in heißem Würgebad.

Verrecket! Aus Gestank und dumpfem BetteZerrt schon der Sturm euch, schmeißt euch in die Helle,Wo ihr erstarret. RettetEuch auf die Speicher, flüchtet in die Keller!

Verrecket! Aus Gestank und dumpfem Bette

Zerrt schon der Sturm euch, schmeißt euch in die Helle,

Wo ihr erstarret. Rettet

Euch auf die Speicher, flüchtet in die Keller!

Auch dort, auch dort faßt es euch an und schleppetEuch an den Ort, wo spritzen Körperstümpfe.Verlaustes Pack! Verhuret und verneppet,Bis tief ins Blut verdorben, in den Sümpfen

Auch dort, auch dort faßt es euch an und schleppet

Euch an den Ort, wo spritzen Körperstümpfe.

Verlaustes Pack! Verhuret und verneppet,

Bis tief ins Blut verdorben, in den Sümpfen

Der Unzucht fett wie Kröten aufgequollenMit triefenden Augen, Mäulern voll Gequak!Es faßt euch an! Mit einem wundervollenBravourschwung schleudernd in den kalten Tag!

Der Unzucht fett wie Kröten aufgequollen

Mit triefenden Augen, Mäulern voll Gequak!

Es faßt euch an! Mit einem wundervollen

Bravourschwung schleudernd in den kalten Tag!

Hah! Schon erblindet! Aus den schwarzen LöchernQuillt gelber Schleim . . . „Gewährt uns doch den Stoß!“ . . .Ihr zappelt, hänget Lumpen von den Dächern,Ihr treibet, Klumpen Haut, in Flüssen groß. —

Hah! Schon erblindet! Aus den schwarzen Löchern

Quillt gelber Schleim . . . „Gewährt uns doch den Stoß!“ . . .

Ihr zappelt, hänget Lumpen von den Dächern,

Ihr treibet, Klumpen Haut, in Flüssen groß. —

Zerstampfet ist des Reiches fade Herrlichkeit.Wir Bären heben unsere blanken Eisentatzen.An unseren Zähnen kleben Haar und Därme. SpeitAus den Fraß! Fast unsere Bäuche platzen.

Zerstampfet ist des Reiches fade Herrlichkeit.

Wir Bären heben unsere blanken Eisentatzen.

An unseren Zähnen kleben Haar und Därme. Speit

Aus den Fraß! Fast unsere Bäuche platzen.

Ich wecke dich, verdrängte Kraft! O Anarchie!Die Schienen steigen, Harfen, aufgerissen.Die Länder überschwemmet weit der Sümpfe Vieh,Versoffene Himmel auf die Erde pissen.

Ich wecke dich, verdrängte Kraft! O Anarchie!

Die Schienen steigen, Harfen, aufgerissen.

Die Länder überschwemmet weit der Sümpfe Vieh,

Versoffene Himmel auf die Erde pissen.

Verdammet ewig! Kraftlos, ausgegoren . . .Hah! Ihr verröchelnd in verstopften Rinnen,Versauten Kübeln. Gitterspitzen bohrenEuch durch die Schädel. Spinnen

Verdammet ewig! Kraftlos, ausgegoren . . .

Hah! Ihr verröchelnd in verstopften Rinnen,

Versauten Kübeln. Gitterspitzen bohren

Euch durch die Schädel. Spinnen

Ihr, die ihr tastend steile Schächte ziehetUnd mischet euch in Stürze, die sich trüben.Die Augen Glas und maßlos vorgetrieben,Verbrannt ihr über Dächer gen den Himmel fliehet.

Ihr, die ihr tastend steile Schächte ziehet

Und mischet euch in Stürze, die sich trüben.

Die Augen Glas und maßlos vorgetrieben,

Verbrannt ihr über Dächer gen den Himmel fliehet.

Verdammet ewig! Schwerterblitze schwingen,Es brechet auf aussätzige Kastenbrust.Da schreien Trommeln, alle Türme klingen.Hah! Ungestört in nie erträumter Lust!

Verdammet ewig! Schwerterblitze schwingen,

Es brechet auf aussätzige Kastenbrust.

Da schreien Trommeln, alle Türme klingen.

Hah! Ungestört in nie erträumter Lust!

Verdammet ewig! Ordnet euch zum Zug!Schon wallen Fahnen. Schwarze Chore klopfen.Ihr ausgehöhlt von spitzer Hagel Tropfen,Hinwegrasiert von steilgestellter Winde Flug . . .

Verdammet ewig! Ordnet euch zum Zug!

Schon wallen Fahnen. Schwarze Chore klopfen.

Ihr ausgehöhlt von spitzer Hagel Tropfen,

Hinwegrasiert von steilgestellter Winde Flug . . .

Verdammet ewig! Eng das Himmelreich,Nieder die Tore, wo ihr tretet ein,Der Weg verschottert . . . regenaufgeweicht.Hah! Vorwärts marsch in euer Qualdasein!

Verdammet ewig! Eng das Himmelreich,

Nieder die Tore, wo ihr tretet ein,

Der Weg verschottert . . . regenaufgeweicht.

Hah! Vorwärts marsch in euer Qualdasein!

Hah! Zögert nicht! Verfault in grünen Ecken.Da einer wahrte noch die Kerze gelb.Wo Arme steif an Schimmelleichen stecken,Wie Kreuze . . . Heiliges Nachtgewölb,

Hah! Zögert nicht! Verfault in grünen Ecken.

Da einer wahrte noch die Kerze gelb.

Wo Arme steif an Schimmelleichen stecken,

Wie Kreuze . . . Heiliges Nachtgewölb,

Das nicht mehr Mond durchfurchet, nicht die ScharDer Feuersterne mehr, da es zu spätGeworden. Netzehaar,Das, finsterer Wald, traurig herniederweht.

Das nicht mehr Mond durchfurchet, nicht die Schar

Der Feuersterne mehr, da es zu spät

Geworden. Netzehaar,

Das, finsterer Wald, traurig herniederweht.

Stellet wie Schirme Hände vor euere Lichter,Daß nicht der Sturm sie verlösche, der aufsprang zur Nacht!Schließet die Reihen! Scharet euch dichter!Daß wir werden, Brüder, heil an den Morgen gebracht!

Stellet wie Schirme Hände vor euere Lichter,

Daß nicht der Sturm sie verlösche, der aufsprang zur Nacht!

Schließet die Reihen! Scharet euch dichter!

Daß wir werden, Brüder, heil an den Morgen gebracht!

Brücken bäumet euch! . . . Teiche voll stinkender FischeRasend sich drehen, eitriger Wolken Säcke,Schalen auf grüner Wälder wehenden Tischen.Vulkane schwälend vergrabene Himmel belecken.

Brücken bäumet euch! . . . Teiche voll stinkender Fische

Rasend sich drehen, eitriger Wolken Säcke,

Schalen auf grüner Wälder wehenden Tischen.

Vulkane schwälend vergrabene Himmel belecken.

In die Arme euch fallet . . . Ein Irrer, wo glotzetAn einsamer Straße, der bös prophezeit:„Fraß und Trank, ihr Räuber und Mörder, auskotzet!Euer Morgen, der schöne, ist weit, ist weit . . .

In die Arme euch fallet . . . Ein Irrer, wo glotzet

An einsamer Straße, der bös prophezeit:

„Fraß und Trank, ihr Räuber und Mörder, auskotzet!

Euer Morgen, der schöne, ist weit, ist weit . . .

Auf den Hügel euch schwinget, ob ihr erspähetDer Sonne Ball. Landschaft, die schwebt.Nicht die Mauer der Nebel zerfallet. Die bläulichten SeeenErwachen. Voll Glanz ein Gebirg sich erhebt . . .

Auf den Hügel euch schwinget, ob ihr erspähet

Der Sonne Ball. Landschaft, die schwebt.

Nicht die Mauer der Nebel zerfallet. Die bläulichten Seeen

Erwachen. Voll Glanz ein Gebirg sich erhebt . . .

Erstarrend am Wege ihr, schlaget die Mäntel um!Hüllet euch ein, erwartend, was nie erscheinet!Beweget nur Arme, die Hände, die Beine stumm!Uhren nie schlagend, Schlagwerk, das weinet.

Erstarrend am Wege ihr, schlaget die Mäntel um!

Hüllet euch ein, erwartend, was nie erscheinet!

Beweget nur Arme, die Hände, die Beine stumm!

Uhren nie schlagend, Schlagwerk, das weinet.

Vergesset den Takt nicht! Rennet nicht, jaget nicht durch!Lauschet! . . . Ists nichts?! . . . Kommt da nicht wer gegangen?! — —Die Augen hinfließen, schallender Winde Gefurch.Bäume hoch greifen, knackender Äste Zangen.

Vergesset den Takt nicht! Rennet nicht, jaget nicht durch!

Lauschet! . . . Ists nichts?! . . . Kommt da nicht wer gegangen?! — —

Die Augen hinfließen, schallender Winde Gefurch.

Bäume hoch greifen, knackender Äste Zangen.

Einmal noch singet! . . . Auf eueren KöpfenHocken der Wetter Bäuche. Ach, ihr so maßlos gewachsen.Oder treiben jene so tief?! . . . Einst dreckige TöpfeIhr, trauriger Tollheiten jetzt brennende Achsen.

Einmal noch singet! . . . Auf eueren Köpfen

Hocken der Wetter Bäuche. Ach, ihr so maßlos gewachsen.

Oder treiben jene so tief?! . . . Einst dreckige Töpfe

Ihr, trauriger Tollheiten jetzt brennende Achsen.

War es nicht Rausch, nicht Wahn? Wie ward es erfunden?Einer träumte. Der schrie es herum.Rausch und Wahn . . . Einst mit Gärten umwundenDie Stirnen, jetzt Öden, verwelket und plump . . .

War es nicht Rausch, nicht Wahn? Wie ward es erfunden?

Einer träumte. Der schrie es herum.

Rausch und Wahn . . . Einst mit Gärten umwunden

Die Stirnen, jetzt Öden, verwelket und plump . . .

Keiner schrickt auf mehr. Nirgends ertönet mehr Klage.Waldung mit Körper sich mischet, Haare mit Meer und Grün,Aber im Finstern pfeifend ein Knochenturm raget,Trotzend den Völkern der Stürme und Hagel kühn . . .“

Keiner schrickt auf mehr. Nirgends ertönet mehr Klage.

Waldung mit Körper sich mischet, Haare mit Meer und Grün,

Aber im Finstern pfeifend ein Knochenturm raget,

Trotzend den Völkern der Stürme und Hagel kühn . . .“

Sie sitzen warm am Tische. In der FiebelDie Kinder blättern. Rings behaglich-stumm.Es trägt die Mutter auf den Suppenkübel.Der Vater bringt jetzt eine Henne um.

Sie sitzen warm am Tische. In der Fiebel

Die Kinder blättern. Rings behaglich-stumm.

Es trägt die Mutter auf den Suppenkübel.

Der Vater bringt jetzt eine Henne um.

Die Uhr, sie hinkt mit furchtbarem GedröhnDurch Tag und Nacht. Da rauscht ein Sturm vorbei.Der Unterricht beginnt um viertel zwei.Ein Telegramm verheißt den Sonntag schön.

Die Uhr, sie hinkt mit furchtbarem Gedröhn

Durch Tag und Nacht. Da rauscht ein Sturm vorbei.

Der Unterricht beginnt um viertel zwei.

Ein Telegramm verheißt den Sonntag schön.

Es rauschen die Flammen. Ich leide. Ich leide.Das schuf der Sehnsucht gefährlicher Drang.Einst liebten wir heiß uns und innig beide,Doch unser Leben im Blut, im Blut versank.

Es rauschen die Flammen. Ich leide. Ich leide.

Das schuf der Sehnsucht gefährlicher Drang.

Einst liebten wir heiß uns und innig beide,

Doch unser Leben im Blut, im Blut versank.

O ihr Engel Gottes mit den blassen HändenÜber den Sterbenden schwebend in den leuchtenden Höhen!Wer kann das Unabwendbare wenden?Wer macht das Geschehene ungeschehn?!

O ihr Engel Gottes mit den blassen Händen

Über den Sterbenden schwebend in den leuchtenden Höhen!

Wer kann das Unabwendbare wenden?

Wer macht das Geschehene ungeschehn?!

Vielleicht ist’s nicht viel. Nur matt und gewöhnlich.Höchst albern, nur von Zeit zu ZeitEin Aufbrüllen wie ein Tier. Ganz unversöhnlich.Ein schwirrender Tumult trunkenster Zerrissenheit.

Vielleicht ist’s nicht viel. Nur matt und gewöhnlich.

Höchst albern, nur von Zeit zu Zeit

Ein Aufbrüllen wie ein Tier. Ganz unversöhnlich.

Ein schwirrender Tumult trunkenster Zerrissenheit.

O alle die Nächte, o alle die Nächte,Die ich durchirrte und die ich durchsuchte und die ich durchlitt:Waren unendliche brausende Schächte,In die ich, sausender Ball, mit SturmgewaltDem sicheren HaltEiner allmächtigen Hand entglitt.

O alle die Nächte, o alle die Nächte,

Die ich durchirrte und die ich durchsuchte und die ich durchlitt:

Waren unendliche brausende Schächte,

In die ich, sausender Ball, mit Sturmgewalt

Dem sicheren Halt

Einer allmächtigen Hand entglitt.

Nun winzele ich furchtbar durch die windige Nacht,In der der sündige Geist der großen Toten haust.Ich bin ein Hund verlaust,Aussätzig und voll ekler Niedertracht.

Nun winzele ich furchtbar durch die windige Nacht,

In der der sündige Geist der großen Toten haust.

Ich bin ein Hund verlaust,

Aussätzig und voll ekler Niedertracht.

Singe mein trunkenstes Loblied auf euch ihr großen, ihr rauschenden Städte.Trägt euer schmerzhaft verworren, unruhig Mal doch mein eigen Gesicht!Zerrüttet wie ihr, rüttelnd an rasselnder Kette.Glänzende Glorie, seltsamst verwoben aus Licht und Nacht du, die meine zerrissene Stirn umflicht!

Singe mein trunkenstes Loblied auf euch ihr großen, ihr rauschenden Städte.

Trägt euer schmerzhaft verworren, unruhig Mal doch mein eigen Gesicht!

Zerrüttet wie ihr, rüttelnd an rasselnder Kette.

Glänzende Glorie, seltsamst verwoben aus Licht und Nacht du, die meine zerrissene Stirn umflicht!

Schwer schallt aus ewig dröhnendem Dunkel euerer ziehenden Kolonnen und ScharenMarschtritt, gedämpfter Waffen- und Trommelklang.Feuerschein. Rasende Automobile an schimmernden Palästen vorfahren.Auf glänzenden Treppen der Damen und Kavaliere flimmernder Gang.

Schwer schallt aus ewig dröhnendem Dunkel euerer ziehenden Kolonnen und Scharen

Marschtritt, gedämpfter Waffen- und Trommelklang.

Feuerschein. Rasende Automobile an schimmernden Palästen vorfahren.

Auf glänzenden Treppen der Damen und Kavaliere flimmernder Gang.

Liebende. Einsam und weinend am düsteren GestadeSchmutzigen Stroms, der träg durch die Vorstadt hinzieht.Höret die alte, die ewige Bitte um die lichte, die himmlische GnadeVerhallen im Strudel der Wasser als Schlummer- und Todeslied!

Liebende. Einsam und weinend am düsteren Gestade

Schmutzigen Stroms, der träg durch die Vorstadt hinzieht.

Höret die alte, die ewige Bitte um die lichte, die himmlische Gnade

Verhallen im Strudel der Wasser als Schlummer- und Todeslied!

Rote Laternen blinken und winken aus finsteren Gassen.Schwarze Schatten gebückt hinschleichen, die Böses tun.Fabriken, Lagerräume, Baracken, die öd, die verlassenIm falben Scheine des Mondes gleich großen schlafenden Heerlagern ruhn.

Rote Laternen blinken und winken aus finsteren Gassen.

Schwarze Schatten gebückt hinschleichen, die Böses tun.

Fabriken, Lagerräume, Baracken, die öd, die verlassen

Im falben Scheine des Mondes gleich großen schlafenden Heerlagern ruhn.

Aus verfeuchteten Kellern gebärender Weiber schallende Schreie.Schwarzer Zug. Geheul. Begräbnis. Glockenton.Horchet begeistert, wie sich erleuchteten Saals eine neueMeinung durchsetzt in stürmischer Diskussion!

Aus verfeuchteten Kellern gebärender Weiber schallende Schreie.

Schwarzer Zug. Geheul. Begräbnis. Glockenton.

Horchet begeistert, wie sich erleuchteten Saals eine neue

Meinung durchsetzt in stürmischer Diskussion!

Volk. Fahnen. Ernst. Eiserne Fäuste.Rußig. Ruhig. Mann, Weib und Kind.Geruch der Fäulnis steigt auf aus den blutverschweißtenHemden, doch die, wie ich glaube,einst leuchtend gleich purpurenen Rosen sind!—

Volk. Fahnen. Ernst. Eiserne Fäuste.

Rußig. Ruhig. Mann, Weib und Kind.

Geruch der Fäulnis steigt auf aus den blutverschweißten

Hemden, doch die, wie ich glaube,einst leuchtend gleich purpurenen Rosen sind!—

Blühen dann wieder des Sonntags die himmlischen Feste,Flattern Bänder weit, wehen Wimpel bunt über dem ländlichen Grün.Man tanzt. Ist fröhlich. Unterhält sich so am besten.Hoch am blauen Himmel wieder die weißen Wolken ziehn.

Blühen dann wieder des Sonntags die himmlischen Feste,

Flattern Bänder weit, wehen Wimpel bunt über dem ländlichen Grün.

Man tanzt. Ist fröhlich. Unterhält sich so am besten.

Hoch am blauen Himmel wieder die weißen Wolken ziehn.

Aber schon brausen und sausen über Brücken und ViadukteDie Züge. Durchs AbendgoldHeimführend die Fröhlichen, die Vergnügten.Dumpf der Zug in der dämonischen Bahnhofshalle einrollt.

Aber schon brausen und sausen über Brücken und Viadukte

Die Züge. Durchs Abendgold

Heimführend die Fröhlichen, die Vergnügten.

Dumpf der Zug in der dämonischen Bahnhofshalle einrollt.

Niederströmt die Masse. Die KettenKlirren. Der irdische Dämon Hölle und Feuer schürt . . .Und doch —: singe mein trunkenstes Loblied auf euch ihr großen, ihr rauschenden Städte!Von euch verdorben. In euch verirrt. Von euch verführt.Doch sterbend vom Schein himmlischen Lichtes berührt . . .

Niederströmt die Masse. Die Ketten

Klirren. Der irdische Dämon Hölle und Feuer schürt . . .

Und doch —: singe mein trunkenstes Loblied auf euch ihr großen, ihr rauschenden Städte!

Von euch verdorben. In euch verirrt. Von euch verführt.

Doch sterbend vom Schein himmlischen Lichtes berührt . . .

Denn plötzlich schrillen empor Sturmglocken und Pfeifen.Ekstatisch schwillt ein unendlicher Brand.Wasser stürzen. Rote Flammenfangarme in die schwarze Nacht hineingreifen.Millionen versinken. Tief glüht das Land . . .

Denn plötzlich schrillen empor Sturmglocken und Pfeifen.

Ekstatisch schwillt ein unendlicher Brand.

Wasser stürzen. Rote Flammenfangarme in die schwarze Nacht hineingreifen.

Millionen versinken. Tief glüht das Land . . .

Singe mein trunkenstes Loblied auf euch, ihr großen, ihr rauschenden Städte,Trägt euer schmerzhaft verworren, unruhig Mal doch mein eigen Gesicht.Zerrüttet wie ihr, rüttelnd an rasselnder Kette.Glänzende Glorie, seltsamst verwoben aus Licht und Nacht du, die meine zerrissene Stirn umflicht!

Singe mein trunkenstes Loblied auf euch, ihr großen, ihr rauschenden Städte,

Trägt euer schmerzhaft verworren, unruhig Mal doch mein eigen Gesicht.

Zerrüttet wie ihr, rüttelnd an rasselnder Kette.

Glänzende Glorie, seltsamst verwoben aus Licht und Nacht du, die meine zerrissene Stirn umflicht!

Da ich überwandIm steten Aufwärtssteigen selig mich mühendGlühende Gipfel: sei mir gegrüßtEbene, weites blühendes Land!

Da ich überwand

Im steten Aufwärtssteigen selig mich mühend

Glühende Gipfel: sei mir gegrüßt

Ebene, weites blühendes Land!

Du Sinn der Erde! Wie oft hat mich dein BlühenAufgeweckt und der herbe Duft deiner Saaten.Wie oft hat mir der Geruch deiner Fluren verliehenHoffnung und Mut zu neuen Taten.

Du Sinn der Erde! Wie oft hat mich dein Blühen

Aufgeweckt und der herbe Duft deiner Saaten.

Wie oft hat mir der Geruch deiner Fluren verliehen

Hoffnung und Mut zu neuen Taten.

Ach, deiner verschwenderischen FruchtbarkeitGoldener SegenWar oft als stille Hoffnung über meinem tiefen Leid,Als ein heller Himmelstrost über meiner argen Schmach gelegen.

Ach, deiner verschwenderischen Fruchtbarkeit

Goldener Segen

War oft als stille Hoffnung über meinem tiefen Leid,

Als ein heller Himmelstrost über meiner argen Schmach gelegen.

O, und wie liebte ich deiner Wälder Brausen,Das Sausen des Sturms über die Heide.Das Rauschen deiner großen Ströme.O Wandermusik! Welch fröhlich Geleite!

O, und wie liebte ich deiner Wälder Brausen,

Das Sausen des Sturms über die Heide.

Das Rauschen deiner großen Ströme.

O Wandermusik! Welch fröhlich Geleite!

Ihr fliehenden, ziehenden Wolken hoch dort oben!Ihr purpurglühenden in dunkel wehenden, bewegten Lüften!Ihr Feuerwolken, Feuerrosen! Glut über meinem Menschenhaupt!O Frühling du! Himmlischer Heros du! Verschwender du in Blut und Düften!Ich nenn mich deinen besten Held. Ich habe dir geglaubt . . .

Ihr fliehenden, ziehenden Wolken hoch dort oben!

Ihr purpurglühenden in dunkel wehenden, bewegten Lüften!

Ihr Feuerwolken, Feuerrosen! Glut über meinem Menschenhaupt!

O Frühling du! Himmlischer Heros du! Verschwender du in Blut und Düften!

Ich nenn mich deinen besten Held. Ich habe dir geglaubt . . .

Sieh, alle Menschenherrlichkeiten und Verworfenheiten,Wenn auch seltsamst verworren noch, trag ich in meinem irdischen Menschenblut.Aus tiefstem Niederfall hast du erbarmend dich mich jäh erhoben.Dereinst, das weiß ich, herrsch ich königlich. Du gabst mir Kraft dazu und Mut.

Sieh, alle Menschenherrlichkeiten und Verworfenheiten,

Wenn auch seltsamst verworren noch, trag ich in meinem irdischen Menschenblut.

Aus tiefstem Niederfall hast du erbarmend dich mich jäh erhoben.

Dereinst, das weiß ich, herrsch ich königlich. Du gabst mir Kraft dazu und Mut.

Goldene Schätze sind in mir enthalten.Einst werde ich die Arme ausbreiten,Einst werde ich Schwingen entfaltenZum Flug in die sternenen Unendlichkeiten.

Goldene Schätze sind in mir enthalten.

Einst werde ich die Arme ausbreiten,

Einst werde ich Schwingen entfalten

Zum Flug in die sternenen Unendlichkeiten.

So träume ich oft, und mein himmlisches SchwebenGeht verzückt von hinnen zu silbernen Wolken hin.Die großen Städte im Abendrot hebenIhre blinkenden Zinnen. Brücken, Wälder, Ströme vorüberfliehn.So wird alles Traurige, dein irdisches Leben,O Mensch einst unter dir vorüberziehn

So träume ich oft, und mein himmlisches Schweben

Geht verzückt von hinnen zu silbernen Wolken hin.

Die großen Städte im Abendrot heben

Ihre blinkenden Zinnen. Brücken, Wälder, Ströme vorüberfliehn.

So wird alles Traurige, dein irdisches Leben,

O Mensch einst unter dir vorüberziehn

Überwunden, klein und doch so bedeutendUnd das alles in einem großen kosmischen ZusammenhangUnd du wirst kaum mehr unterscheidenKönnen, wo ist von diesem Ding das Ende und wo von jenem der Anfang . . .Du wirst staunen nur. Über alles dich tief verwundern.Jahrhunderte brechen auf.Deine blaue Glocke, Himmel, wird herrlich läuten.Deiner Engel Posaunen schmettern den Triumphgesang.

Überwunden, klein und doch so bedeutend

Und das alles in einem großen kosmischen Zusammenhang

Und du wirst kaum mehr unterscheiden

Können, wo ist von diesem Ding das Ende und wo von jenem der Anfang . . .

Du wirst staunen nur. Über alles dich tief verwundern.

Jahrhunderte brechen auf.

Deine blaue Glocke, Himmel, wird herrlich läuten.

Deiner Engel Posaunen schmettern den Triumphgesang.

Ich komme spät nachts noch betrunken ins Bierlokal:Ganz am Ende der Stadt gelegen. Verrufen. WildLärmt man der versunkenen Nacht nach. Dem Sonntag entgegen. Im SaalDas Gedröhn und Getön der erhitzten Stimmen zunimmt und furchtbar anschwillt.

Ich komme spät nachts noch betrunken ins Bierlokal:

Ganz am Ende der Stadt gelegen. Verrufen. Wild

Lärmt man der versunkenen Nacht nach. Dem Sonntag entgegen. Im Saal

Das Gedröhn und Getön der erhitzten Stimmen zunimmt und furchtbar anschwillt.

Vier Weiber. Sehr schmutzig. Verschwitzt. Fett. Höchst gemein.Musizierend. Klavier. Zwei Geigen. Die Älteste schmetternd mit tropfendem Mund singt.Man säuft. Füllt sich den ausgetrockneten Schlund mit Schnaps, mit Branntwein. Rülpst. Stopft sich hinein,Während draußen vielleicht die schöne Welt schon im erwachenden Morgen aufklingt.

Vier Weiber. Sehr schmutzig. Verschwitzt. Fett. Höchst gemein.

Musizierend. Klavier. Zwei Geigen. Die Älteste schmetternd mit tropfendem Mund singt.

Man säuft. Füllt sich den ausgetrockneten Schlund mit Schnaps, mit Branntwein. Rülpst. Stopft sich hinein,

Während draußen vielleicht die schöne Welt schon im erwachenden Morgen aufklingt.

Ich sitz in der Mitte. Umbrandet. Da entlockt zärtlich der verwirrte TumultDem müden Gehirn phantasievoll ein rührend Bild.Das tilgt, o Mensch, das überdeckt einst reichlich all deine Schuld.Du kniest hin wie ein Kind. Du neigst deine Stirn. Du Ärger wirst weich und mild.

Ich sitz in der Mitte. Umbrandet. Da entlockt zärtlich der verwirrte Tumult

Dem müden Gehirn phantasievoll ein rührend Bild.

Das tilgt, o Mensch, das überdeckt einst reichlich all deine Schuld.

Du kniest hin wie ein Kind. Du neigst deine Stirn. Du Ärger wirst weich und mild.

Dort oben, o sieh: sie spielen auf jenem Podium —O, wer dies nur einmal sah, es sicherlich nie mehr vergißt! —Die Engel, die Engel, die lichten, blondgelockt, die weißen. Ringsum, ringsumDie muffige Luft vom goldenen Klingen ihrer heiligen Gesänge duftend angefüllt ist!

Dort oben, o sieh: sie spielen auf jenem Podium —

O, wer dies nur einmal sah, es sicherlich nie mehr vergißt! —

Die Engel, die Engel, die lichten, blondgelockt, die weißen. Ringsum, ringsum

Die muffige Luft vom goldenen Klingen ihrer heiligen Gesänge duftend angefüllt ist!

Was soll mir da der helle Tag noch? Oh, so sagt mir. Ich lausche ja hier einem Lied,So himmlisch entrückt. Dem kommt so leicht nicht mehr eins meiner Erde gleich.Kein Rauschen der Ströme. Kein Klang der Glocken. Kein Lerchenschlag . . . Mein GemütErblickt ein unnennbar süßes Himmelreich.

Was soll mir da der helle Tag noch? Oh, so sagt mir. Ich lausche ja hier einem Lied,

So himmlisch entrückt. Dem kommt so leicht nicht mehr eins meiner Erde gleich.

Kein Rauschen der Ströme. Kein Klang der Glocken. Kein Lerchenschlag . . . Mein Gemüt

Erblickt ein unnennbar süßes Himmelreich.

Wir wandern heimwärts durch die eisige NachtWir Saufkumpane. Unser Schritt hallt schwer.Versprengte wir wie nach verlorener Schlacht.Gaslicht schwimmt gelb im weißen Flockenmeer.

Wir wandern heimwärts durch die eisige Nacht

Wir Saufkumpane. Unser Schritt hallt schwer.

Versprengte wir wie nach verlorener Schlacht.

Gaslicht schwimmt gelb im weißen Flockenmeer.

Wir Schar. Zerschlagen und zermalmt.Gehirn zersetzt schon Wahn. Wir habenZum Letzten wohl geludert. Pest und QualmUnd Dirnenpack und Luis und Straßengraben.

Wir Schar. Zerschlagen und zermalmt.

Gehirn zersetzt schon Wahn. Wir haben

Zum Letzten wohl geludert. Pest und Qualm

Und Dirnenpack und Luis und Straßengraben.

Unmerklich rinnt auch diese Nacht zum Tag.So schwarz in Grau. Von unerhörter QualBrecht ihr empor: rote Glorie und Glockenschlag.Verstörte, Tote wir im Morgenstrahl . . .

Unmerklich rinnt auch diese Nacht zum Tag.

So schwarz in Grau. Von unerhörter Qual

Brecht ihr empor: rote Glorie und Glockenschlag.

Verstörte, Tote wir im Morgenstrahl . . .

Rasche Jugend, du sinkst und fällst,Rasche Jugend verblühend!Die du all Licht, o all Licht enthältst,Stark und über die Maßen so kühn.

Rasche Jugend, du sinkst und fällst,

Rasche Jugend verblühend!

Die du all Licht, o all Licht enthältst,

Stark und über die Maßen so kühn.

Und wenn du jetzt auch scheiden mußt,— du harrst ja schon im weißen KleidDes Todes wehen Abschieds —Oh, wer hat so wie ich gewußtUm allen Schmerz, von deiner FreudeUnd blutiger Nacht und dumpfem Tag!Wer bot so frei die offene BrustDen Stürmen wilden Lebens dar,So fromm und ohne Klage?

Und wenn du jetzt auch scheiden mußt,

— du harrst ja schon im weißen Kleid

Des Todes wehen Abschieds —

Oh, wer hat so wie ich gewußt

Um allen Schmerz, von deiner Freude

Und blutiger Nacht und dumpfem Tag!

Wer bot so frei die offene Brust

Den Stürmen wilden Lebens dar,

So fromm und ohne Klage?

Wer hat so wie ich getanAlles, was du nur wolltest?Wer stieg so kühn die steile Bahn!Oh, nun leuchte du mir stolz voranSo glühend, warm umgoldetUnd wie in diesem letzten StrahlDie sinkende Abendsonne!O deiner Kämpfe tiefster Sinn!Jetzt weiß ich erst, daß ich gesegnet binUnd daß ich segnen kann.

Wer hat so wie ich getan

Alles, was du nur wolltest?

Wer stieg so kühn die steile Bahn!

Oh, nun leuchte du mir stolz voran

So glühend, warm umgoldet

Und wie in diesem letzten Strahl

Die sinkende Abendsonne!

O deiner Kämpfe tiefster Sinn!

Jetzt weiß ich erst, daß ich gesegnet bin

Und daß ich segnen kann.

Und wenn du jetzt auch scheiden mußt,— du harrst ja schon im weißen KleidDes Todes wehen Abschieds —Leb wohl, dein seliges Licht vereintUns doch für alle, alle Zeit.Reiß mich empor zur Ewigkeit,O stürmisches Brausen deines trunkenen Liedes!

Und wenn du jetzt auch scheiden mußt,

— du harrst ja schon im weißen Kleid

Des Todes wehen Abschieds —

Leb wohl, dein seliges Licht vereint

Uns doch für alle, alle Zeit.

Reiß mich empor zur Ewigkeit,

O stürmisches Brausen deines trunkenen Liedes!

Rasche Jugend, du sinkst und fällst,Rasche Jugend verblühend!Die du all Licht, o all Licht enthältst,Stark und über die Maßen so kühn.

Rasche Jugend, du sinkst und fällst,

Rasche Jugend verblühend!

Die du all Licht, o all Licht enthältst,

Stark und über die Maßen so kühn.

Ich, der Gottes AngesichtNacht für Nacht geschaut:Ich dünke mir ein festlich grelles FlackerlichtDem abendlichen Tage anvertraut.Ich bin ein Rausch verklungener Zeit,Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Ich, der Gottes Angesicht

Nacht für Nacht geschaut:

Ich dünke mir ein festlich grelles Flackerlicht

Dem abendlichen Tage anvertraut.

Ich bin ein Rausch verklungener Zeit,

Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Es rauschen Bäume schwer im Wind,Mein Wald, du wirst entlaubt.Wir die aus dunkler Erde sind,Wir neigen schwer das Haupt.Wir sind ein Rausch verklungener Zeit,Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Es rauschen Bäume schwer im Wind,

Mein Wald, du wirst entlaubt.

Wir die aus dunkler Erde sind,

Wir neigen schwer das Haupt.

Wir sind ein Rausch verklungener Zeit,

Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Wo lacht dem Leid der heilige Stern?Erwachst du große Güte?Ich hab dich liebe Welt so gern,Ich hab dich lieben Herrn so gern,Dich Jesu, Schmerzensblüte.Auch du ein Rausch verklungener Zeit,Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Wo lacht dem Leid der heilige Stern?

Erwachst du große Güte?

Ich hab dich liebe Welt so gern,

Ich hab dich lieben Herrn so gern,

Dich Jesu, Schmerzensblüte.

Auch du ein Rausch verklungener Zeit,

Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Und hab ich alles recht bedacht,Den Schmerz und auch die Freude,Den hellen Tag, die dunkle NachtUnd Lust und Liebe, beide —Ich bin ein Rausch verklungener Zeit,Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Und hab ich alles recht bedacht,

Den Schmerz und auch die Freude,

Den hellen Tag, die dunkle Nacht

Und Lust und Liebe, beide —

Ich bin ein Rausch verklungener Zeit,

Ein Traum trunkenster Herrlichkeit.

Die trunkenen Nächte! Die trunkenen Nächte! —Oh, meine Jugend du, blutende du! Empor, empor undAufstehn, o auferstehn!Die schlaffen Muskeln wieder strecken!Die matten Flügel wieder spreiten!Die müden Schwingen wieder entfaltenDer Sonne zu!O wiederMorgenröte-Umarmungen!

Die trunkenen Nächte! Die trunkenen Nächte! —

Oh, meine Jugend du, blutende du! Empor, empor und

Aufstehn, o auferstehn!

Die schlaffen Muskeln wieder strecken!

Die matten Flügel wieder spreiten!

Die müden Schwingen wieder entfalten

Der Sonne zu!

O wieder

Morgenröte-Umarmungen!

Ja empor und aufstehn! Wenn es nicht anders geht,Dich aufreißen, dein wimmerndes Herz ausreißen,Dich aufreißen aus Traumdämmerungen, AbendruhenMit der kalten höhnischen Gelassenheit und Grausamkeit derStarken über die Vergewaltigten.

Ja empor und aufstehn! Wenn es nicht anders geht,

Dich aufreißen, dein wimmerndes Herz ausreißen,

Dich aufreißen aus Traumdämmerungen, Abendruhen

Mit der kalten höhnischen Gelassenheit und Grausamkeit der

Starken über die Vergewaltigten.

DannMit gebreiteten Armen springen ins Morgenrot,Fliegen im Strahl der Sonne über die großen Städte hin,Über namenlose Finsternisse hin,Donnergründe, brausende Geheimnisse hin,Höher emporÜber alle Not, alle Armut, alle Schmerzen hin,Höher, höher emporDem Aufgang zu!

Dann

Mit gebreiteten Armen springen ins Morgenrot,

Fliegen im Strahl der Sonne über die großen Städte hin,

Über namenlose Finsternisse hin,

Donnergründe, brausende Geheimnisse hin,

Höher empor

Über alle Not, alle Armut, alle Schmerzen hin,

Höher, höher empor

Dem Aufgang zu!

Ja empor und auferstehn! Empor ausQualmigen Verbrecherhöhlen, empor aus fettigen DirnenspelunkenMit dem roten gedämpften Ampellicht, mit dem geputzten SchielenWeißhaariger Kupplerinnen, all der plumpen bäuerischen,Jämmerlichen Koketterie der Fleischschau.Empor aus Spielhöllen, dem stieren Blick, dem Münzengeklirr,Empor aus Zuhälterkneipen, Ställen voll Absinthgerüchen,Schmierigen Aborten, Samengestank und Eitergeträufel,Dem Geklimper all der Tamburins, Klaviers und Musikautomaten.Empor aus Freudenhäusern, den Kneiplokalen der Homosexuellen,Empor aus Asylen, Krankenhäusern, Zuchthäusern.Empor aus Irrenanstalten, Pestbaracken, all den GehegenTobender Alkoholiker,Ächzender Tuberkulöser,Demaskierter Syphilitiker . . .

Ja empor und auferstehn! Empor aus

Qualmigen Verbrecherhöhlen, empor aus fettigen Dirnenspelunken

Mit dem roten gedämpften Ampellicht, mit dem geputzten Schielen

Weißhaariger Kupplerinnen, all der plumpen bäuerischen,

Jämmerlichen Koketterie der Fleischschau.

Empor aus Spielhöllen, dem stieren Blick, dem Münzengeklirr,

Empor aus Zuhälterkneipen, Ställen voll Absinthgerüchen,

Schmierigen Aborten, Samengestank und Eitergeträufel,

Dem Geklimper all der Tamburins, Klaviers und Musikautomaten.

Empor aus Freudenhäusern, den Kneiplokalen der Homosexuellen,

Empor aus Asylen, Krankenhäusern, Zuchthäusern.

Empor aus Irrenanstalten, Pestbaracken, all den Gehegen

Tobender Alkoholiker,

Ächzender Tuberkulöser,

Demaskierter Syphilitiker . . .

O du mein Schrei auch Schrei der Zeit!Steht auf! Steht auf!Schlagt nieder!Stoßt zu!Brecht auf!

O du mein Schrei auch Schrei der Zeit!

Steht auf! Steht auf!

Schlagt nieder!

Stoßt zu!

Brecht auf!

Die Wünsche, die ich Tags gedacht,Sehnsüchte, die ich Tags nicht stillen konnte,Werden die Ängste meiner Nacht.Ich rings in Feuern steh,In der Geliebten meine Mutter seh,Meinen Vater wie einen Fraß der Hunde.

Die Wünsche, die ich Tags gedacht,

Sehnsüchte, die ich Tags nicht stillen konnte,

Werden die Ängste meiner Nacht.

Ich rings in Feuern steh,

In der Geliebten meine Mutter seh,

Meinen Vater wie einen Fraß der Hunde.

Aus den Wänden trete ich,Geschändet am Geschlecht,Der weiße LeibBeglüht und fein gehüftet,So ganz und echt:Ich Weib.

Aus den Wänden trete ich,

Geschändet am Geschlecht,

Der weiße Leib

Beglüht und fein gehüftet,

So ganz und echt:

Ich Weib.

Ich hebe meine furchtbar spitzen Hände, im innern MarkLängst leer und schlimm vergiftet,Will um meine Sehnsucht zu übertörenAllen, o allen gehören,Geb mich jedem Bettler hin,Nur kummervoll besorgt, daß ich Gefallen fände,Und kühn,Daß ich sie alle niederkrallen könnte.

Ich hebe meine furchtbar spitzen Hände, im innern Mark

Längst leer und schlimm vergiftet,

Will um meine Sehnsucht zu übertören

Allen, o allen gehören,

Geb mich jedem Bettler hin,

Nur kummervoll besorgt, daß ich Gefallen fände,

Und kühn,

Daß ich sie alle niederkrallen könnte.

Schon höre ich die Dämmerung fallen.Klänge wiegen mich in die Welt.O Tag!Jetzt bin ich allen Träumen fremd . . .

Schon höre ich die Dämmerung fallen.

Klänge wiegen mich in die Welt.

O Tag!

Jetzt bin ich allen Träumen fremd . . .

Sei gütig! Dein TobenWill sich erlösen.Was du gewesenIm träumenden BösenBefreit sich nach oben.

Sei gütig! Dein Toben

Will sich erlösen.

Was du gewesen

Im träumenden Bösen

Befreit sich nach oben.

Wie mag noch lieben, wer dich klar gesehn?Was kann vor deinem Bild bestehn?Was hat noch Anmut, was noch Sinn,Du gute Himmelskönigin!

Wie mag noch lieben, wer dich klar gesehn?

Was kann vor deinem Bild bestehn?

Was hat noch Anmut, was noch Sinn,

Du gute Himmelskönigin!

Oh, all das Gute,Das du mir getan,Wo faß ich es an?

Oh, all das Gute,

Das du mir getan,

Wo faß ich es an?

Du trugst auf deinen wunden LendenMich, der dich bittend traf.Du sprengeltest mit ZitterhändenWeichen Traum durch meinen Schlaf.

Du trugst auf deinen wunden Lenden

Mich, der dich bittend traf.

Du sprengeltest mit Zitterhänden

Weichen Traum durch meinen Schlaf.

Oh, all das Gute,Das du mir getan,Wo faß ich es an?

Oh, all das Gute,

Das du mir getan,

Wo faß ich es an?

Oh, all das Gute,Das du mir getan,Ich verblute,Ich sterbe dran.

Oh, all das Gute,

Das du mir getan,

Ich verblute,

Ich sterbe dran.

Oh, einmal dich umarmenNoch, an dir niedersinken!Einmal noch das warmeGold des Abends trinken!

Oh, einmal dich umarmen

Noch, an dir niedersinken!

Einmal noch das warme

Gold des Abends trinken!

Wieviel haben wir geweintUm uns! Nun soll das Schwerste erst kommen . . .Wirst du mir einst entführt,Muß ich wohl sterbend hinfallen.

Wieviel haben wir geweint

Um uns! Nun soll das Schwerste erst kommen . . .

Wirst du mir einst entführt,

Muß ich wohl sterbend hinfallen.

Gottes gute Sonne ist erloschenUnd die böse Nacht drückt schwer.Meines Blutes VerlangenWeiß von keinem Frieden mehr.

Gottes gute Sonne ist erloschen

Und die böse Nacht drückt schwer.

Meines Blutes Verlangen

Weiß von keinem Frieden mehr.

In der Ferne ruht ein GlühenÜber dem entschlafenen Land.Was mich bitter traf, wird blühenEinst.Darum lächle ich so unverwandt.

In der Ferne ruht ein Glühen

Über dem entschlafenen Land.

Was mich bitter traf, wird blühen

Einst.Darum lächle ich so unverwandt.

Darum hat ein großes HoffenMeinem Herzen sich auf ewig eingeprägt.Alles Irdische, das mich so schwer betroffen,Ist von jenem Schmerz, der einst das Wunder wirkt.

Darum hat ein großes Hoffen

Meinem Herzen sich auf ewig eingeprägt.

Alles Irdische, das mich so schwer betroffen,

Ist von jenem Schmerz, der einst das Wunder wirkt.

Es entgleitet meinen müden ArmenJetzt der Leib, den nicht mehr Wärme hält.Sieh, mein Tod ist ein entzückt ekstatisch und erbarmendNiedersinken, wie die Abendsonne niederfällt.

Es entgleitet meinen müden Armen

Jetzt der Leib, den nicht mehr Wärme hält.

Sieh, mein Tod ist ein entzückt ekstatisch und erbarmend

Niedersinken, wie die Abendsonne niederfällt.

Übertu du heimatliches LeuchtenDer Natur mit mild versöhnendem GlanzAlle Qualen meines Herzens,Daß, gleich sprühenden Sternenreigen,Himmlische Wonnen mich umfahen, blühend ganz.

Übertu du heimatliches Leuchten

Der Natur mit mild versöhnendem Glanz

Alle Qualen meines Herzens,

Daß, gleich sprühenden Sternenreigen,

Himmlische Wonnen mich umfahen, blühend ganz.

Aufgepeitscht, von roten FlammenschlündenIrr umtobt, glüh ich in nächtiger Haft.Weh zerfetzt, selig verblutendSchau ich stier in ein entzücktes Land.

Aufgepeitscht, von roten Flammenschlünden

Irr umtobt, glüh ich in nächtiger Haft.

Weh zerfetzt, selig verblutend

Schau ich stier in ein entzücktes Land.

Brausend kreisen unermeßliche Ströme Blutes,Unerschöpfliche Kelche spenden dunklen Wein,Daß wir ganz trunken und sinnlos werden,Daß unser Leib im wirbelnden Strudel der Lust verbraust.Mond und Sterne, der leuchtende Glanz im nächtlichen Blau,Erster Lichtschimmer vom kommenden Tag,Zerstieben in Purpurglut.Aber hoch, hoch über allem, über allem noch BegreifbarenDer Welt, in letzter, höchster, traurigster NachteinsamkeitSpannt sich, spannt sich ein Schoß, spreizt sich zur Gruft,Flammend enthüllen sich tiefste, nie erschaute Röten,Scharlachen aufgetan, nie geahnt,Deren brennende Reize kein irdisches Aug erfaßt . . .

Brausend kreisen unermeßliche Ströme Blutes,

Unerschöpfliche Kelche spenden dunklen Wein,

Daß wir ganz trunken und sinnlos werden,

Daß unser Leib im wirbelnden Strudel der Lust verbraust.

Mond und Sterne, der leuchtende Glanz im nächtlichen Blau,

Erster Lichtschimmer vom kommenden Tag,

Zerstieben in Purpurglut.

Aber hoch, hoch über allem, über allem noch Begreifbaren

Der Welt, in letzter, höchster, traurigster Nachteinsamkeit

Spannt sich, spannt sich ein Schoß, spreizt sich zur Gruft,

Flammend enthüllen sich tiefste, nie erschaute Röten,

Scharlachen aufgetan, nie geahnt,

Deren brennende Reize kein irdisches Aug erfaßt . . .

Wir ringen. Wir ringen.Doch wir wissen, wir werden die dunklen GewaltenEinst noch bezwingenUnd unsere Kämpfe werden uns nicht dumpf behalten,Sie werden nur unsere Kräfte entfaltenUnd uns beschwingenUnd uns den Triumph bringen.

Wir ringen. Wir ringen.

Doch wir wissen, wir werden die dunklen Gewalten

Einst noch bezwingen

Und unsere Kämpfe werden uns nicht dumpf behalten,

Sie werden nur unsere Kräfte entfalten

Und uns beschwingen

Und uns den Triumph bringen.

Durch alle Erdenkämpfe werden wir zuletztDas Herz unberührtDoch noch heimwärtstragenUnd durch alles, was uns jetztNoch mit Schmerz verführtUnd zu Boden drückt.Wenn auch jetzt noch dämonisch die Flammen über uns zusammenschlagenUnd unsere Augen rot das Leid benetzt,Einst werden wir sagen:Es ist uns schön geglückt.

Durch alle Erdenkämpfe werden wir zuletzt

Das Herz unberührt

Doch noch heimwärtstragen

Und durch alles, was uns jetzt

Noch mit Schmerz verführt

Und zu Boden drückt.

Wenn auch jetzt noch dämonisch die Flammen über uns zusammenschlagen

Und unsere Augen rot das Leid benetzt,

Einst werden wir sagen:

Es ist uns schön geglückt.

O daß ein jeder auf seine herrliche JugendzeitStolz sei und sich derer freut!Wo wir den Wert der Dinge erforschen,Das Alte vergessen,Das Neue ermessen,Fanatisch den alten hergebrachten RechtenEntgegenwirken und aus den morschen,Zerfallenen Reichen neue Reiche aufrichtenUnd die Grenzen der neuen mit Ekstase verfechten.

O daß ein jeder auf seine herrliche Jugendzeit

Stolz sei und sich derer freut!

Wo wir den Wert der Dinge erforschen,

Das Alte vergessen,

Das Neue ermessen,

Fanatisch den alten hergebrachten Rechten

Entgegenwirken und aus den morschen,

Zerfallenen Reichen neue Reiche aufrichten

Und die Grenzen der neuen mit Ekstase verfechten.


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