XVI

Was wir dabei entheiligen,Was zerstörerische Glut zerreißt,Wird sich einst wunderbar an jedem Aufstieg beteiligen,So daß sich am Ende doch alles als gut erweist.So laßt uns glühenUnd ernst bestehen nach heißem Bemühen!

Was wir dabei entheiligen,

Was zerstörerische Glut zerreißt,

Wird sich einst wunderbar an jedem Aufstieg beteiligen,

So daß sich am Ende doch alles als gut erweist.

So laßt uns glühen

Und ernst bestehen nach heißem Bemühen!

Du enteilst mir, schwere Nacht.Schon bist halb du, heller Tag erwacht.Kalt sinkt Stern um Stern.Glocken läuten fern.Goldenes Feuer! Blauer Morgenschein!Herz! Bald sollst du geborgen sein! . . .

Du enteilst mir, schwere Nacht.

Schon bist halb du, heller Tag erwacht.

Kalt sinkt Stern um Stern.

Glocken läuten fern.

Goldenes Feuer! Blauer Morgenschein!

Herz! Bald sollst du geborgen sein! . . .

Trink! Es ist ja nur Wein! Trink ihn zur Neige.Mehr als Wein: es ist mein einsamstes LeidNicht in mir, nicht in dir zur ErlösungMeiner irdischen Qualen gelangt.Trink! Es ist ja nur Wein, trink ihn, mein Leben!Trink ihn, Geliebte, es ist ja nur Wein!Doch tiefer denn alles. In ihm funkelt die Sonne,Spiegel der Sterne, des Monds, Abglanz des Alls,Traumschein des Ewigen, Lippen Gottes . . .Trink, es ist ja nur Wein, oh, wär es mein Blut,Wäre es mein Herz, o wären es jubelnde Ströme!Schlösse den Mund auf ewig ein einziger Kuß,Der von den blühenden Lippen Gottes käme! —

Trink! Es ist ja nur Wein! Trink ihn zur Neige.

Mehr als Wein: es ist mein einsamstes Leid

Nicht in mir, nicht in dir zur Erlösung

Meiner irdischen Qualen gelangt.

Trink! Es ist ja nur Wein, trink ihn, mein Leben!

Trink ihn, Geliebte, es ist ja nur Wein!

Doch tiefer denn alles. In ihm funkelt die Sonne,

Spiegel der Sterne, des Monds, Abglanz des Alls,

Traumschein des Ewigen, Lippen Gottes . . .

Trink, es ist ja nur Wein, oh, wär es mein Blut,

Wäre es mein Herz, o wären es jubelnde Ströme!

Schlösse den Mund auf ewig ein einziger Kuß,

Der von den blühenden Lippen Gottes käme! —

Ewige Liebe du, Licht der Lebendigen!Schattenumrissen droht der glühende Schlund,Letzten Verhängnisses voll, im Antlitz des Todes.Nur im Bann des strahlenden Leibes,Nur in der Kraft des SehnsuchtgedankensKehrt das Heimweh über die Stätte der ErdeZu den Gefilden der Heimat, selig und klar . . .

Ewige Liebe du, Licht der Lebendigen!

Schattenumrissen droht der glühende Schlund,

Letzten Verhängnisses voll, im Antlitz des Todes.

Nur im Bann des strahlenden Leibes,

Nur in der Kraft des Sehnsuchtgedankens

Kehrt das Heimweh über die Stätte der Erde

Zu den Gefilden der Heimat, selig und klar . . .

Sieh: eine Seele verblutet, eine Seele entfachtBlutige Leuchten in den Stürmen der Nacht!Gellende Jubel, so schreien geängstigt die Glocken,Wo nur Verderben die menschliche Hoffnung birgt.

Sieh: eine Seele verblutet, eine Seele entfacht

Blutige Leuchten in den Stürmen der Nacht!

Gellende Jubel, so schreien geängstigt die Glocken,

Wo nur Verderben die menschliche Hoffnung birgt.

Heilige Himmelfahrt du! Im Brausen des FeuersTiefste Ergriffenheit und wie ein Segen von GottKindliche Trauer im flackernden Taumel des Herzens.Heilige Himmelfahrt du, die Toten erwachen,Ihre Macht, die lebendiger ist als menschlichen SinnenJe nur verständlich. Die gnadlos walten!Heilige Himmelfahrt du! Einer der Reinsten, die jeAuf dem Wege zu Gott die Hände erhoben:Sende die Engel des Friedens gütig herab,Daß die Marter der Zeit und unsere LeidenGolden verklärt an deinem Herzen entruhn!Sieh, wie diese glühenden FlammenschwerterSchlägt unsere Inbrunst zu dir, Gott,Ewige Liebe du, Licht der Lebendigen!Sende die Engel des Friedens gütig herab! —Wenn unser Leib zu Asche — sende die Engel herab!Vater! Sende die Engel herab!

Heilige Himmelfahrt du! Im Brausen des Feuers

Tiefste Ergriffenheit und wie ein Segen von Gott

Kindliche Trauer im flackernden Taumel des Herzens.

Heilige Himmelfahrt du, die Toten erwachen,

Ihre Macht, die lebendiger ist als menschlichen Sinnen

Je nur verständlich. Die gnadlos walten!

Heilige Himmelfahrt du! Einer der Reinsten, die je

Auf dem Wege zu Gott die Hände erhoben:

Sende die Engel des Friedens gütig herab,

Daß die Marter der Zeit und unsere Leiden

Golden verklärt an deinem Herzen entruhn!

Sieh, wie diese glühenden Flammenschwerter

Schlägt unsere Inbrunst zu dir, Gott,

Ewige Liebe du, Licht der Lebendigen!

Sende die Engel des Friedens gütig herab! —

Wenn unser Leib zu Asche — sende die Engel herab!

Vater! Sende die Engel herab!

Hoch, bekränzt von aller TraurigkeitenGoldenem Schein umsternt, weit über diesem Erdenland,Sah ich, wie ein armer Leib in allen HerrlichkeitenGottes jubeltönend aufschlug und erstand.

Hoch, bekränzt von aller Traurigkeiten

Goldenem Schein umsternt, weit über diesem Erdenland,

Sah ich, wie ein armer Leib in allen Herrlichkeiten

Gottes jubeltönend aufschlug und erstand.

Ich bin ein Namenrufer über weites Land,Selbst namenlos, und Namenlose sind es,Die ich rufe. Im warmen Hauch des goldenen MorgenwindesSchmerzlich Erweckte aus uralt schattigem Bezirk zu neuem Leben.Um ihre grabzerfetzten Lippen ein gelindes,Letztes, doch starres Lächeln der Verwesung,Manche in der Anmut eines holden Kindes,Träumerisch, im Frieden endlicher Genesung,Manche in den dunklen TrauertrachtenVerstorbenster Ahnen, manche in den funkelndsten SchauerprachtenStolzester verdorbenster Frauen. Über marmorglänzendeFluren hin, in samtenenPrunkgemächern oder in der blassen HelligkeitDer Abendlichter. Immer ists, alsHörte ich Orgeln brausen,Große dumpfe Orgeln irgendwo,So im Aufgang von den Himmelshöhen,So im dunklen WehnDes Abendwindes.Oder hellen Silberklang geschwungener GefäßeOder lallendes Hinträumen junger sterbender Seelen,Weinen oder die Andacht blasser Frauen,Zwischen offenen gespreizten SchößenWunden und entzückte Dolche, funkelndenBerückenden Schimmer heiliger Geräte,Kinderstimmen tönend durch die seltsam hohenFeierlichen spitzgewölbten Hallen.Alles Ferne, Trübe, Grausam-Schöne irgendwo . . .

Ich bin ein Namenrufer über weites Land,

Selbst namenlos, und Namenlose sind es,

Die ich rufe. Im warmen Hauch des goldenen Morgenwindes

Schmerzlich Erweckte aus uralt schattigem Bezirk zu neuem Leben.

Um ihre grabzerfetzten Lippen ein gelindes,

Letztes, doch starres Lächeln der Verwesung,

Manche in der Anmut eines holden Kindes,

Träumerisch, im Frieden endlicher Genesung,

Manche in den dunklen Trauertrachten

Verstorbenster Ahnen, manche in den funkelndsten Schauerprachten

Stolzester verdorbenster Frauen. Über marmorglänzende

Fluren hin, in samtenen

Prunkgemächern oder in der blassen Helligkeit

Der Abendlichter. Immer ists, als

Hörte ich Orgeln brausen,

Große dumpfe Orgeln irgendwo,

So im Aufgang von den Himmelshöhen,

So im dunklen Wehn

Des Abendwindes.

Oder hellen Silberklang geschwungener Gefäße

Oder lallendes Hinträumen junger sterbender Seelen,

Weinen oder die Andacht blasser Frauen,

Zwischen offenen gespreizten Schößen

Wunden und entzückte Dolche, funkelnden

Berückenden Schimmer heiliger Geräte,

Kinderstimmen tönend durch die seltsam hohen

Feierlichen spitzgewölbten Hallen.

Alles Ferne, Trübe, Grausam-Schöne irgendwo . . .

Was ich litt,Blinkt auf darin in tausend NarbenUnd stöhnt nach Reinigung.Und was ich lebte, um was ich stritt,Durchspringt in tausend FarbenGrell kreischend den Weltenraum, VereinigungIm Höchsten heischend und Entfaltung,Gigantische Kräfte zur Vollendung dauernder GebärdenIn mystischer Verzücktheit und Gestaltung. —

Was ich litt,

Blinkt auf darin in tausend Narben

Und stöhnt nach Reinigung.

Und was ich lebte, um was ich stritt,

Durchspringt in tausend Farben

Grell kreischend den Weltenraum, Vereinigung

Im Höchsten heischend und Entfaltung,

Gigantische Kräfte zur Vollendung dauernder Gebärden

In mystischer Verzücktheit und Gestaltung. —

O Friedensstätten siegverklärte!Nach irdischer Not und Tod und schwerem Krieg!O ihr Begehrten!Ihr Vielgeliebten!Ihr von leuchtenden SonnenstürmenUnd ewigen Sternglorien Beglückten!Euch, euch grüß ich, euch ihr weiten Länder,Reiche der Seligen ihr, ewiger Träume bleiche HeimatstättenUnd der Schwermut müde schweigende Gewässer,Wenn der silberne Mond zuhöchst zur Neige kommt.Euch, euch grüß ich, euch ihr weiten Länder,Euch noch ungesehene, euch nur geahnte, euchEinst herrlich leuchtende GestadeIm Morgenlicht!

O Friedensstätten siegverklärte!

Nach irdischer Not und Tod und schwerem Krieg!

O ihr Begehrten!

Ihr Vielgeliebten!

Ihr von leuchtenden Sonnenstürmen

Und ewigen Sternglorien Beglückten!

Euch, euch grüß ich, euch ihr weiten Länder,

Reiche der Seligen ihr, ewiger Träume bleiche Heimatstätten

Und der Schwermut müde schweigende Gewässer,

Wenn der silberne Mond zuhöchst zur Neige kommt.

Euch, euch grüß ich, euch ihr weiten Länder,

Euch noch ungesehene, euch nur geahnte, euch

Einst herrlich leuchtende Gestade

Im Morgenlicht!

Euch, euch grüße ichIn stürmischer Nacht von hohem Wanderschiffe, dessenMürber Kiel zersplittert, dessenStolze Masten jählings berstend übersinken, dessenRumpf mit dumpfer Donnerstimme in ewige Vergessenheit zerkracht.Durch Tod und durch GewittersturmIst mein hohes Heimwehlied der einzige Gesang der Nacht.

Euch, euch grüße ich

In stürmischer Nacht von hohem Wanderschiffe, dessen

Mürber Kiel zersplittert, dessen

Stolze Masten jählings berstend übersinken, dessen

Rumpf mit dumpfer Donnerstimme in ewige Vergessenheit zerkracht.

Durch Tod und durch Gewittersturm

Ist mein hohes Heimwehlied der einzige Gesang der Nacht.

O blutiger Aufruhr! Flammenstöße!O ihr meines irdischen verbrauchten LeibsZerschellende Mächte! O Stimme Gottes,Die durchs Dunkel dringt,Die Firmamente leuchten macht,Die Sterne aus bewährten Bahnen reißt,Mit einem Hauch Frühlinge aus Trümmern weckt,Gräber sprengt,Tote Herzen wieder schlagen macht.O Stimme Gottes, die die Brust beengtUns Menschen, daß der Rasende den Leib sich aufreißtUnd zerfleischt, den Körper peitscht, sich bis aufs BlutZerbeißt und steinigt.Entstellt, zermartert und gepeinigtZum Tod sich hinschleppt, bis auf Flügeln der Ohnmacht er entschwebt,Bis ganz das Tönen deiner reinen Stimme ihn durchdringt,Bis ganz das stille Leuchten deiner Harmonie ihn süß durchdringt,Bis ganz dein milder Glanz ihn sanft umhülltUnd den ErlöstenBlaue Nächte und die Sterne trösten.

O blutiger Aufruhr! Flammenstöße!

O ihr meines irdischen verbrauchten Leibs

Zerschellende Mächte! O Stimme Gottes,

Die durchs Dunkel dringt,

Die Firmamente leuchten macht,

Die Sterne aus bewährten Bahnen reißt,

Mit einem Hauch Frühlinge aus Trümmern weckt,

Gräber sprengt,

Tote Herzen wieder schlagen macht.

O Stimme Gottes, die die Brust beengt

Uns Menschen, daß der Rasende den Leib sich aufreißt

Und zerfleischt, den Körper peitscht, sich bis aufs Blut

Zerbeißt und steinigt.

Entstellt, zermartert und gepeinigt

Zum Tod sich hinschleppt, bis auf Flügeln der Ohnmacht er entschwebt,

Bis ganz das Tönen deiner reinen Stimme ihn durchdringt,

Bis ganz das stille Leuchten deiner Harmonie ihn süß durchdringt,

Bis ganz dein milder Glanz ihn sanft umhüllt

Und den Erlösten

Blaue Nächte und die Sterne trösten.

Du Freudensturm des Lichts! Du Wort, du Tat!Du Sonnengold und Traum der Nacht! Du Tag der Erde!Du Wonne! Jubelglanz! Du All, du Nichts, versteinende Gebärde!Du Sammelruf! Bezirk des ewigen Heils! Umworbene Stadt!Engel der Morgenröte du und heißer Kampf! GefährteUnd Hilfe der Schlacht! Zärtlich Leuchten, Siegesklang und Harmonie,Du goldener Schnitt, du Schwerkraft, MittelpunktUnd Sinn der Welt! Ausatmen und Ertrinken!Natur!Du Frucht im Schoß, du Nein und Amen,Du Ewig-Wacher, Nie-Vergessender, du Heiß-Erträumter!Du grausam Unbarmherziger, du, du — nein Nie-Beirrter!Sieh unsere Hände hält ein Fluch gebunden,Doch unsere Kämpfe führen deinen Namen.O Volk Verlaufener! O Volk Verirrter!O Volk Geschändeter! Zu Wut und Haß Emporgeschäumter!O Volk Geächteter! O Volk Verblendeter! Mit WundenGleich Frühlingssaaten überströmt. Blutüberströmt . . .

Du Freudensturm des Lichts! Du Wort, du Tat!

Du Sonnengold und Traum der Nacht! Du Tag der Erde!

Du Wonne! Jubelglanz! Du All, du Nichts, versteinende Gebärde!

Du Sammelruf! Bezirk des ewigen Heils! Umworbene Stadt!

Engel der Morgenröte du und heißer Kampf! Gefährte

Und Hilfe der Schlacht! Zärtlich Leuchten, Siegesklang und Harmonie,

Du goldener Schnitt, du Schwerkraft, Mittelpunkt

Und Sinn der Welt! Ausatmen und Ertrinken!

Natur!

Du Frucht im Schoß, du Nein und Amen,

Du Ewig-Wacher, Nie-Vergessender, du Heiß-Erträumter!

Du grausam Unbarmherziger, du, du — nein Nie-Beirrter!

Sieh unsere Hände hält ein Fluch gebunden,

Doch unsere Kämpfe führen deinen Namen.

O Volk Verlaufener! O Volk Verirrter!

O Volk Geschändeter! Zu Wut und Haß Emporgeschäumter!

O Volk Geächteter! O Volk Verblendeter! Mit Wunden

Gleich Frühlingssaaten überströmt. Blutüberströmt . . .

Du Unbeirrter!O segne mich, den Trunkenen, Begeisterten, von dir zu dir Entflammten,Dein Kind, dir Held zugleich und Priester, o Meister! DerSeine tiefsten Träume nicht erfüllte noch gestaltete, der nie zur hellen Tat entbrannte, der sie nun unberührtAn dein Herz wieder niederlegt, o Meister und Verwalter. WoherSie erdwärts niederstiegen und entstammten . . .Ich, auch einer der Versunkenen, Verführten und Verdammten.O daß deine reine Gnade unverhüllt und lichtSich mir zuneige und erwäge, doch daß dein GerichtMein Leid unwägbar und ganz unvergleichbar finde . . .(Ach Worten gliche keins. Und Worte wären Winde und Sünde für dies!) . . .Bis deine unnennbare Güte den so weh EntflammtenAus grauen MitternächtenIm dröhnenden Aufstrom sprühender GewitternächteZu blühenden Lichtwelten schön entführt. —

Du Unbeirrter!

O segne mich, den Trunkenen, Begeisterten, von dir zu dir Entflammten,

Dein Kind, dir Held zugleich und Priester, o Meister! Der

Seine tiefsten Träume nicht erfüllte noch gestaltete, der nie zur hellen Tat entbrannte, der sie nun unberührt

An dein Herz wieder niederlegt, o Meister und Verwalter. Woher

Sie erdwärts niederstiegen und entstammten . . .

Ich, auch einer der Versunkenen, Verführten und Verdammten.

O daß deine reine Gnade unverhüllt und licht

Sich mir zuneige und erwäge, doch daß dein Gericht

Mein Leid unwägbar und ganz unvergleichbar finde . . .

(Ach Worten gliche keins. Und Worte wären Winde und Sünde für dies!) . . .

Bis deine unnennbare Güte den so weh Entflammten

Aus grauen Mitternächten

Im dröhnenden Aufstrom sprühender Gewitternächte

Zu blühenden Lichtwelten schön entführt. —

Daß ich aus allen meinen glühendsten Ekstasen,Die mich hinschleudern und zerknirschen, drosseln,Mich kalt umpacken, den Nacken brechen,Gleich wirbelnden, aufpeitschenden Orkanen, die blühende Gelände mit einem Hauch verwehn,Daß ich aus allen Orgien, die meine kranken, getäuschten Sinne feiern,Und stolzen, ungebärdigen Gewalttaten,Entblößenden Räuschen und allen Trunkenheiten,Willküren, rohen Anmaßungen,Aufrührerischem Trotz und Mord,Aus allem Wühlen, Sehnen, Branden, Ringen,Aus allen Stürzen in Abgründe und Zusammenbrüchen,Aus allen Anfechtungen und Verzweiflungen,Aus allen Ängsten, Lastern und VersuchungenUnd allen Verirrungen und HalluzinationenUnd allen Peinigungen des herrischen Geschlechts, dasAlles überwächst und sich ins Unermessene erdehnt:

Daß ich aus allen meinen glühendsten Ekstasen,

Die mich hinschleudern und zerknirschen, drosseln,

Mich kalt umpacken, den Nacken brechen,

Gleich wirbelnden, aufpeitschenden Orkanen, die blühende Gelände mit einem Hauch verwehn,

Daß ich aus allen Orgien, die meine kranken, getäuschten Sinne feiern,

Und stolzen, ungebärdigen Gewalttaten,

Entblößenden Räuschen und allen Trunkenheiten,

Willküren, rohen Anmaßungen,

Aufrührerischem Trotz und Mord,

Aus allem Wühlen, Sehnen, Branden, Ringen,

Aus allen Stürzen in Abgründe und Zusammenbrüchen,

Aus allen Anfechtungen und Verzweiflungen,

Aus allen Ängsten, Lastern und Versuchungen

Und allen Verirrungen und Halluzinationen

Und allen Peinigungen des herrischen Geschlechts, das

Alles überwächst und sich ins Unermessene erdehnt:

Daß ich mich einst aufhebe,Den Staub abschüttle, der an zerschrundenen Flügeln haftet,Traurige Augen öffnend und das Herz erschließend,Daß ich mich einst aufhebe,Schwingen spanne,In jenes Land hinfindend,Mit einem letzten Anflug gläubigen Muts und frommer Kraft:

Daß ich mich einst aufhebe,

Den Staub abschüttle, der an zerschrundenen Flügeln haftet,

Traurige Augen öffnend und das Herz erschließend,

Daß ich mich einst aufhebe,

Schwingen spanne,

In jenes Land hinfindend,

Mit einem letzten Anflug gläubigen Muts und frommer Kraft:

Wo du in Reinheit der azurenen Höhe,Im schimmernden Chaos, wo goldene Sonnen schwanken,Und alle Gestirne tönende Lichtreigen inbrünstig um deine Majestäten ranken,Wo jauchzende Chore ihn umgeben und reiner Himmelswonnen brausende Melodien,Wo harte Engel ihn umschweben mit Blitzen und sausendem Speergewimmel, die ihnZu Bronnen des Lebens schön geleiten, zum Herzen Gottes, die der EinsamkeitGewandung von ihm abtun,Seiner schmerzhaften ErdenzeitenVerhärmte Schatten.O gleißende zitternde Lichtblitze, ewige Gnadenwonnen!O du inmitten kreisender Sonnen stürmische Erhöhung:Bis die Adern von tanzendem Blut und die Brüste von schimmernden Gluten geschwellt,Und die Augen von himmlischen Feuern entbrannt und erhellt:Sein Geist als Geist Gottes durchstürmt die brechende Welt. —

Wo du in Reinheit der azurenen Höhe,

Im schimmernden Chaos, wo goldene Sonnen schwanken,

Und alle Gestirne tönende Lichtreigen inbrünstig um deine Majestäten ranken,

Wo jauchzende Chore ihn umgeben und reiner Himmelswonnen brausende Melodien,

Wo harte Engel ihn umschweben mit Blitzen und sausendem Speergewimmel, die ihn

Zu Bronnen des Lebens schön geleiten, zum Herzen Gottes, die der Einsamkeit

Gewandung von ihm abtun,

Seiner schmerzhaften Erdenzeiten

Verhärmte Schatten.

O gleißende zitternde Lichtblitze, ewige Gnadenwonnen!

O du inmitten kreisender Sonnen stürmische Erhöhung:

Bis die Adern von tanzendem Blut und die Brüste von schimmernden Gluten geschwellt,

Und die Augen von himmlischen Feuern entbrannt und erhellt:

Sein Geist als Geist Gottes durchstürmt die brechende Welt. —

O Herrlicher du, senke der Flammen schlagende Fahnen auf uns mit glühendem Bewenden!Du Ewiger, lenke den Marsch der Verdammten gnädig aus finsteren Bahnen zu blühenden Enden!Du Ewiger, sprenge die irdischen Bande! Mache uns frei!O Herrlicher du, erfülle die Länder mit großem Triumphgeschrei!

O Herrlicher du, senke der Flammen schlagende Fahnen auf uns mit glühendem Bewenden!

Du Ewiger, lenke den Marsch der Verdammten gnädig aus finsteren Bahnen zu blühenden Enden!

Du Ewiger, sprenge die irdischen Bande! Mache uns frei!

O Herrlicher du, erfülle die Länder mit großem Triumphgeschrei!

Kür uns zu Helden, gekrönt mit leidlosem Kranz!Daß über unsere schmerzentstellten Stirnen hinströme der GlanzEndloser Güte unendlicher Macht!Schimmernder Frieden du! Segen du unserer Nacht!

Kür uns zu Helden, gekrönt mit leidlosem Kranz!

Daß über unsere schmerzentstellten Stirnen hinströme der Glanz

Endloser Güte unendlicher Macht!

Schimmernder Frieden du! Segen du unserer Nacht!

Daß wir an deinem Herzen ausruhn!Daß unseren Schmerzen sich Himmel auftun!

Daß wir an deinem Herzen ausruhn!

Daß unseren Schmerzen sich Himmel auftun!

Gott brauset mächtig in den Werken,Die rings umwandeln sich, vergehend und geschehend.Im donnernden Flug der weißen Wolkensärge,In Wetterzorn und klirrendem Geträn.

Gott brauset mächtig in den Werken,

Die rings umwandeln sich, vergehend und geschehend.

Im donnernden Flug der weißen Wolkensärge,

In Wetterzorn und klirrendem Geträn.

Da wir des Abends wurden eingeliefert,An hoher Decke klebte Perlenlicht.Wir wollen uns behalten, nie verlassen,Uns wenden zu das schreckliche Gesicht.

Da wir des Abends wurden eingeliefert,

An hoher Decke klebte Perlenlicht.

Wir wollen uns behalten, nie verlassen,

Uns wenden zu das schreckliche Gesicht.

Es steigen kühl zu uns hereinWälder, Wiesen und der Berge Flor,Auch die Stadt will gegenwärtig seinMit Brutplätzen und der Menschen Chor.

Es steigen kühl zu uns herein

Wälder, Wiesen und der Berge Flor,

Auch die Stadt will gegenwärtig sein

Mit Brutplätzen und der Menschen Chor.

Die sich zwängten durch die Gitterstangen,Streuend Träume durchs Gezell —:Klagemeer und Schrei hat sie empfangen,Flackern böser Augen, fieberhell . . .

Die sich zwängten durch die Gitterstangen,

Streuend Träume durchs Gezell —:

Klagemeer und Schrei hat sie empfangen,

Flackern böser Augen, fieberhell . . .

Ja, Bitternis ward in die Brunnen eingelassen.Nicht herzet Goldluft mehr uns innig-lieb.Gott, den wir in uns faulen lassen,Verfärbt die Ströme unseres Blutes trüb.

Ja, Bitternis ward in die Brunnen eingelassen.

Nicht herzet Goldluft mehr uns innig-lieb.

Gott, den wir in uns faulen lassen,

Verfärbt die Ströme unseres Blutes trüb.

Mit Mondes Sichel, jäh gekrümmt,Pflügt auf er den verpönten Leib.Wir haben Gott in Jammer eingenommen,Berauschet uns an seinem giftigen Leib.

Mit Mondes Sichel, jäh gekrümmt,

Pflügt auf er den verpönten Leib.

Wir haben Gott in Jammer eingenommen,

Berauschet uns an seinem giftigen Leib.

Gott schreit in uns nach blauer Heimat Frieden.Gott gräbt empor sich in Erschütterungsstößen.Der Schlafe Ruh sei ihm wie uns beschieden!Daß wir in ihm, daß er in uns sich löse!

Gott schreit in uns nach blauer Heimat Frieden.

Gott gräbt empor sich in Erschütterungsstößen.

Der Schlafe Ruh sei ihm wie uns beschieden!

Daß wir in ihm, daß er in uns sich löse!

Erwachend aus dem Taumel der NarkosenWir fanden uns zerrissen und geschnürt.Die Mauern stieben auf wie Blätter lose,Doch lindert Spritze Schnitte und Geschwür.

Erwachend aus dem Taumel der Narkosen

Wir fanden uns zerrissen und geschnürt.

Die Mauern stieben auf wie Blätter lose,

Doch lindert Spritze Schnitte und Geschwür.

Wir blicken traurig auf den runden Hof,Wo kreisen mummelnd blaue Kittelrupfen.Wir schlagen jauchzend Purzelbäume oft.Die Wärter uns mit eisernen Pinseln tupfen.

Wir blicken traurig auf den runden Hof,

Wo kreisen mummelnd blaue Kittelrupfen.

Wir schlagen jauchzend Purzelbäume oft.

Die Wärter uns mit eisernen Pinseln tupfen.

O flögen immer wir durchs Luftgeglänze,Wo Strahlentürme aus den Wolken blitzen!O segelten wir mit den ewigen Lenzen!Ein Heiland war bereit, uns zu beschützen! . . .

O flögen immer wir durchs Luftgeglänze,

Wo Strahlentürme aus den Wolken blitzen!

O segelten wir mit den ewigen Lenzen!

Ein Heiland war bereit, uns zu beschützen! . . .

So sind wir jung durch jede Nacht gewallt,Das Dunkel aber fraß sich in die Hirne.Es schuppet sich das fleckige Antlitz alt.Empor wir schwanken zwischen den Gestirnen.

So sind wir jung durch jede Nacht gewallt,

Das Dunkel aber fraß sich in die Hirne.

Es schuppet sich das fleckige Antlitz alt.

Empor wir schwanken zwischen den Gestirnen.

Oft, wenn wir drehn uns nach den Brüdern hin,Dünkt endlos uns gestreckt der Betten Reihe.Im Flammenhorizont der Priester kniet,Der Sonne bricht als Todesarzeneie.

Oft, wenn wir drehn uns nach den Brüdern hin,

Dünkt endlos uns gestreckt der Betten Reihe.

Im Flammenhorizont der Priester kniet,

Der Sonne bricht als Todesarzeneie.

In Wartezimmern hocken wir gebückt.In Magenhöhlen rinselt Eiter frisch.Im Mutterleibe wird ein Mensch zerstückt.Wir liegen lang auf weißem Marmortisch.

In Wartezimmern hocken wir gebückt.

In Magenhöhlen rinselt Eiter frisch.

Im Mutterleibe wird ein Mensch zerstückt.

Wir liegen lang auf weißem Marmortisch.

Wir weinen uns durch Haft und ÄthersaalEinander zu, erlebend süße Nähe,Wenn man uns reicht das letzte Abendmahl,Uns salbet ein mit Öles weichem Schnee.

Wir weinen uns durch Haft und Äthersaal

Einander zu, erlebend süße Nähe,

Wenn man uns reicht das letzte Abendmahl,

Uns salbet ein mit Öles weichem Schnee.

Der Marter Gott hat liebend uns umarmet,Als Sehnsucht Not uns in die Fieber warf.Auf Dächergletscher wandelten wir Arme,Gepeitschet von den freien Winden scharf.

Der Marter Gott hat liebend uns umarmet,

Als Sehnsucht Not uns in die Fieber warf.

Auf Dächergletscher wandelten wir Arme,

Gepeitschet von den freien Winden scharf.

Erhebet euch, ihr teuflischen Matratzen!Euch Siechetücher Hauch der Himmel schwelle!Der heiße Kopf wie eine Bombe platze!Der Leiber Grab bestürz der Hitze Welle!

Erhebet euch, ihr teuflischen Matratzen!

Euch Siechetücher Hauch der Himmel schwelle!

Der heiße Kopf wie eine Bombe platze!

Der Leiber Grab bestürz der Hitze Welle!

Wir Elenden zergehn, in Krämpfen weinend,Gestäubet aus. Uns packen an Visionen.Das heilige Tier im Dämmertraum erscheinet.Wir schlürfen ein karbolische Ozone.

Wir Elenden zergehn, in Krämpfen weinend,

Gestäubet aus. Uns packen an Visionen.

Das heilige Tier im Dämmertraum erscheinet.

Wir schlürfen ein karbolische Ozone.

Nicht Frieden mehr die düstere Stirn umheitert.Es raschelt schnell der Schläfer Atemtakt.Wir Wachenden noch Bittgebete leiern.Wir kuschen uns in grauer Kissen Sack.

Nicht Frieden mehr die düstere Stirn umheitert.

Es raschelt schnell der Schläfer Atemtakt.

Wir Wachenden noch Bittgebete leiern.

Wir kuschen uns in grauer Kissen Sack.

O Qualen letzte Schlacht im Lazarette,Trostloser rot umzirkter Höllenstadt!Mit argem Fleische fahren fort die Betten.Schon brennen Kerzen in den Gängen matt.

O Qualen letzte Schlacht im Lazarette,

Trostloser rot umzirkter Höllenstadt!

Mit argem Fleische fahren fort die Betten.

Schon brennen Kerzen in den Gängen matt.

Ihr Mädchen mit den weißen Spitzenhauben!Du Arzt im Mantel, der wie Frühjahr weht!Wir liegen in Verbänden naß umlaubet.Ein Licht beträuft kühl unserer Wunden Beet.

Ihr Mädchen mit den weißen Spitzenhauben!

Du Arzt im Mantel, der wie Frühjahr weht!

Wir liegen in Verbänden naß umlaubet.

Ein Licht beträuft kühl unserer Wunden Beet.

Tag! Endetest mit Tobsucht und GebrülleUns Irrer aus den Dauerbädern bang!O Trauer deck uns zu mit Tränenhülle,Aus der Station mit Schwesternachtgesang!

Tag! Endetest mit Tobsucht und Gebrülle

Uns Irrer aus den Dauerbädern bang!

O Trauer deck uns zu mit Tränenhülle,

Aus der Station mit Schwesternachtgesang!

Im Garten aber hinter schwarzem GitterDer Engel steht bei alten Bäumen schwank.Er schüttelt sein Gefieder voll Geflitter.Ein Stern zersprüht in seines Haars Gerank.

Im Garten aber hinter schwarzem Gitter

Der Engel steht bei alten Bäumen schwank.

Er schüttelt sein Gefieder voll Geflitter.

Ein Stern zersprüht in seines Haars Gerank.

Er flieget auf zu Mondes grüner Klippe,Die bald das Meer des Morgens übergraut.Es fährt sein Schwert uns zwischendurch die Rippen.Wir sterben, rufend seinen Namen laut.

Er flieget auf zu Mondes grüner Klippe,

Die bald das Meer des Morgens übergraut.

Es fährt sein Schwert uns zwischendurch die Rippen.

Wir sterben, rufend seinen Namen laut.

Dem Gedächtnis der Fanny Fuß

Die schwarze Flur, sie gleicht des Meeres Fläche,Wo rote Flecken irren tief am Grund.Es brechen durch Korallen grüne Bäche.

Die schwarze Flur, sie gleicht des Meeres Fläche,

Wo rote Flecken irren tief am Grund.

Es brechen durch Korallen grüne Bäche.

Wo Züge rollen schwimmen Lichter buntUnd braune Wälder in den Lüften bangen,Die wälzen Schatten über Aug und Mund . . .

Wo Züge rollen schwimmen Lichter bunt

Und braune Wälder in den Lüften bangen,

Die wälzen Schatten über Aug und Mund . . .

Und warest du nicht schon von mir gegangen,Da wölbte sich ein ungewisser Mond?Und habest jenen Fremden nicht empfangen

Und warest du nicht schon von mir gegangen,

Da wölbte sich ein ungewisser Mond?

Und habest jenen Fremden nicht empfangen

Und habest nie zur Nacht mit ihm gewohnt?Und jenes Leib im Traum voraus genossen,Der dich mit Lilienküssen süß belohnt?

Und habest nie zur Nacht mit ihm gewohnt?

Und jenes Leib im Traum voraus genossen,

Der dich mit Lilienküssen süß belohnt?

Schau ich bin arm und oftmals ausgegossenIn viele Näpfe, ein Gefäß bald leer.Auch jener Rest ist nun zerflossen.

Schau ich bin arm und oftmals ausgegossen

In viele Näpfe, ein Gefäß bald leer.

Auch jener Rest ist nun zerflossen.

Es füllet nichts die hohen Krüge mehr.

Es füllet nichts die hohen Krüge mehr.

Bald sprenget Tag die grauen Läden auf,Der mich umbraust mit Lärm und Stimmen Schall,Die Straße blitzet und der Schienen Lauf.

Bald sprenget Tag die grauen Läden auf,

Der mich umbraust mit Lärm und Stimmen Schall,

Die Straße blitzet und der Schienen Lauf.

Ich bin Triumphzug, blühend aus Verfall.Du Bitternis zerrinnst in diesen Stunden,Da Häuser wanken bei der Pauken Schwall.

Ich bin Triumphzug, blühend aus Verfall.

Du Bitternis zerrinnst in diesen Stunden,

Da Häuser wanken bei der Pauken Schwall.

Schon tropfet Purpur aus des Himmels Wunde.Das ward mir längst zu fröhlicher Gewähr:Gefesselt wohl, doch so dem Blut verbunden.

Schon tropfet Purpur aus des Himmels Wunde.

Das ward mir längst zu fröhlicher Gewähr:

Gefesselt wohl, doch so dem Blut verbunden.

Es jaget Morgen mildere Lüfte her,Ein Bad auf heiteren Mittag mir bereitend,Da purzelt Clown und knallet Schießgewehr

Es jaget Morgen mildere Lüfte her,

Ein Bad auf heiteren Mittag mir bereitend,

Da purzelt Clown und knallet Schießgewehr

Und ich spaziere friedlich, neugekleidet,Auch tönt ein Horn, wo man die Fahne hißt,Auf dem Kamel ein roter Affe reitet.

Und ich spaziere friedlich, neugekleidet,

Auch tönt ein Horn, wo man die Fahne hißt,

Auf dem Kamel ein roter Affe reitet.

Doch jenen Tag, fast wunschlos, ihn vergißtNicht weicher Schlaf, der weißen Dämmer lischet.Ich darf wohl sagen, daß getröstet ist,

Doch jenen Tag, fast wunschlos, ihn vergißt

Nicht weicher Schlaf, der weißen Dämmer lischet.

Ich darf wohl sagen, daß getröstet ist,

Wer sich mit solcher Dunkelheit vermischet.

Wer sich mit solcher Dunkelheit vermischet.

Es schwingen Sternenvölker ihre Arme,Die Hacken, wirbelnd an den SonnemondUnd Lavastrom sich wälzet, der mit warmem

Es schwingen Sternenvölker ihre Arme,

Die Hacken, wirbelnd an den Sonnemond

Und Lavastrom sich wälzet, der mit warmem

Strahl bohret durch papierenen HorizontUnd schartige Flut die blonden Felder mähet,Der flammenden Straßenbäume starre Front . . .

Strahl bohret durch papierenen Horizont

Und schartige Flut die blonden Felder mähet,

Der flammenden Straßenbäume starre Front . . .

Du wieder leuchtend in den Abend spähest,Du über allen Räumen weit und groß,Ersehnter Hauch, der letzte Segel blähet.

Du wieder leuchtend in den Abend spähest,

Du über allen Räumen weit und groß,

Ersehnter Hauch, der letzte Segel blähet.

Du bist das Lächeln spitz wie Schwerter StoßUnd, Sonnenlanzen, wehen deine Haare.Du brichst als Sturm in finsteren Städten los.

Du bist das Lächeln spitz wie Schwerter Stoß

Und, Sonnenlanzen, wehen deine Haare.

Du brichst als Sturm in finsteren Städten los.

Ein Vogelheer, das sich zusammenscharetUnd kommet plötzlich überm Berg in Sicht,Ein Wolkenschiff, das durch die Lüfte fahret . . .

Ein Vogelheer, das sich zusammenscharet

Und kommet plötzlich überm Berg in Sicht,

Ein Wolkenschiff, das durch die Lüfte fahret . . .

Dich überglänzet grün Laternenlicht,Dich überstimmen Ruf und Orgelpfeifen . . .Doch weiß ich, daß du schlafest nicht.

Dich überglänzet grün Laternenlicht,

Dich überstimmen Ruf und Orgelpfeifen . . .

Doch weiß ich, daß du schlafest nicht.

Du steigst empor in langen Achterschleifen,Du tropfest nieder als der Kerzen Flaum,Du fließest hin am Weg als heller Streifen,

Du steigst empor in langen Achterschleifen,

Du tropfest nieder als der Kerzen Flaum,

Du fließest hin am Weg als heller Streifen,

Dich hängend an der schönen Kleider Saum . . .Palast mit Tanzmusik in Wüstenei —Und stellst dich ein in böser Fratzen Traum.

Dich hängend an der schönen Kleider Saum . . .

Palast mit Tanzmusik in Wüstenei —

Und stellst dich ein in böser Fratzen Traum.

Wir fahren auf, ganz Schweiß, mit Schlafgeschrei.

Wir fahren auf, ganz Schweiß, mit Schlafgeschrei.

Die Katzen schreien aus der Höfe Fluchten,Naß unterm Tore glotzt des Heiligen Bild.Wir atmen heiß nach ewiger Liebe Frucht . . .

Die Katzen schreien aus der Höfe Fluchten,

Naß unterm Tore glotzt des Heiligen Bild.

Wir atmen heiß nach ewiger Liebe Frucht . . .

Du nahest wieder als die Mutter mild,Mit Hängebrust und gelbem Suppennapf.Gekreisch der ausgedörrten Kehlen quillt.

Du nahest wieder als die Mutter mild,

Mit Hängebrust und gelbem Suppennapf.

Gekreisch der ausgedörrten Kehlen quillt.

Die Windeln steigen aus dem Wasserschaff.Du legst den Bruder noch im Bett zurecht. —Nun bist du Mensch, das Puppe herzt im Schlaf.

Die Windeln steigen aus dem Wasserschaff.

Du legst den Bruder noch im Bett zurecht. —

Nun bist du Mensch, das Puppe herzt im Schlaf.

Zum Ausgehn ist das Wetter dir zu schlecht,Auch hast du frei heut, brauchst nicht aufzutreten.Bös irrt ein Glanz durch schwarzen Baums Geflecht.

Zum Ausgehn ist das Wetter dir zu schlecht,

Auch hast du frei heut, brauchst nicht aufzutreten.

Bös irrt ein Glanz durch schwarzen Baums Geflecht.

Es schwirren Pfeile wild verzweigter RedenUnd einer nimmt dich, kaum mehr auszudenken,So fern schon: Tränengüsse der Erflehten . . .

Es schwirren Pfeile wild verzweigter Reden

Und einer nimmt dich, kaum mehr auszudenken,

So fern schon: Tränengüsse der Erflehten . . .

Wir aber schliefen oft auf diesen Bänken.

Wir aber schliefen oft auf diesen Bänken.

Nun niemand mehr in dem Bezirke hungert,Der, seidener Teppich, zwischen Monden hängtUnd niemand hutlos an den Ecken lungert

Nun niemand mehr in dem Bezirke hungert,

Der, seidener Teppich, zwischen Monden hängt

Und niemand hutlos an den Ecken lungert

Und keiner bös sich in die Züge mengt —Da flüchtet Priester mit der Klingel leis,Die Dome blühen, Jahre arg beengt,

Und keiner bös sich in die Züge mengt —

Da flüchtet Priester mit der Klingel leis,

Die Dome blühen, Jahre arg beengt,

Und schlagen auf die Dächeraugen weiß,Die Glocken dröhnend, bunte Blasen, schwebenUnd singen im Verein des Höchsten Preis,

Und schlagen auf die Dächeraugen weiß,

Die Glocken dröhnend, bunte Blasen, schweben

Und singen im Verein des Höchsten Preis,

Derweil die Flüsse Silberarme hebenUnd wirre Landschaft jubelt und zerrinnt,Doch wir, erwacht von seligen Räuschen, beben

Derweil die Flüsse Silberarme heben

Und wirre Landschaft jubelt und zerrinnt,

Doch wir, erwacht von seligen Räuschen, beben

Und bleiben Tastende, verwahrlost, blindUnd suchen dich, die gleichet ewigem Wald,Da wechseln Höhlen feucht mit Höhen lind.

Und bleiben Tastende, verwahrlost, blind

Und suchen dich, die gleichet ewigem Wald,

Da wechseln Höhlen feucht mit Höhen lind.

Wir finden uns heraus als Wanderer alt.

Wir finden uns heraus als Wanderer alt.

Schakale winseln Dächer in den Öden.Der Abend dünn in aschene Nacht zerrinnselt.Aus blindem Hafen die Sirene flötet.Leuchtfeuer matt wie grüne Sterne blinzeln.

Schakale winseln Dächer in den Öden.

Der Abend dünn in aschene Nacht zerrinnselt.

Aus blindem Hafen die Sirene flötet.

Leuchtfeuer matt wie grüne Sterne blinzeln.

Er stehet auf und schlägt den Mantel um,Der sich im finsteren Regen klatschend ballet.Durch öliges Tor er schiebt den Buckel krumm,Die Fingernägel er im Sturm verkrallet.

Er stehet auf und schlägt den Mantel um,

Der sich im finsteren Regen klatschend ballet.

Durch öliges Tor er schiebt den Buckel krumm,

Die Fingernägel er im Sturm verkrallet.

Um seine Paukenfüße wirbeln Lehme.Petroleum schillernd um das Haupt ihm spritzet,Aus dem, scharlachenes Rund, das Auge blitzet.

Um seine Paukenfüße wirbeln Lehme.

Petroleum schillernd um das Haupt ihm spritzet,

Aus dem, scharlachenes Rund, das Auge blitzet.

Verdüstert von der Schattenhäuser Fehme . . .Es platschen Gäule durch des Mondes Pfütze . . .Er auf dem Bock der Kohlenfuhre sitzet.

Verdüstert von der Schattenhäuser Fehme . . .

Es platschen Gäule durch des Mondes Pfütze . . .

Er auf dem Bock der Kohlenfuhre sitzet.

Dem Doktor Otto Groß gewidmet

Schon färbet Nacht uns. — Sieh, als heiliger WürgerStolziert er durch die Nacht mit Wohlbehagen.Er spucket Kugelköpfe, rote BürgerUnd Gäule stürzt er, sanfte Trambahn-Wagen.

Schon färbet Nacht uns. — Sieh, als heiliger Würger

Stolziert er durch die Nacht mit Wohlbehagen.

Er spucket Kugelköpfe, rote Bürger

Und Gäule stürzt er, sanfte Trambahn-Wagen.

Er schmettert seine rauschenden Fanfaren,Er rufet Pest und Fieber, die Dämonen.Er zerret Weiber in den Fluß an Strickehaaren.Er balancieret auf bedenklichen Balkonen.

Er schmettert seine rauschenden Fanfaren,

Er rufet Pest und Fieber, die Dämonen.

Er zerret Weiber in den Fluß an Strickehaaren.

Er balancieret auf bedenklichen Balkonen.

Sein Mantel hänget Haut herab in Fetzen.Die dunkle Luft ist irgendwie erschüttert.Schon dünne Nonnen durch die Straßen hetzen.

Sein Mantel hänget Haut herab in Fetzen.

Die dunkle Luft ist irgendwie erschüttert.

Schon dünne Nonnen durch die Straßen hetzen.

Im Arsenal die Bogenlampe zittert.Das Flammenschwert er schwinget, sich ergötzend.Es dröhnet Orgel weit das himmlische Gewitter.

Im Arsenal die Bogenlampe zittert.

Das Flammenschwert er schwinget, sich ergötzend.

Es dröhnet Orgel weit das himmlische Gewitter.

Nun ruhend über, ach, gefallenen Säulen,Zerborstenen Theatern und Konzerten . . .Er füget Glieder an zerbrochene LeiberUnd streicht mit Erde Wunden aus.

Nun ruhend über, ach, gefallenen Säulen,

Zerborstenen Theatern und Konzerten . . .

Er füget Glieder an zerbrochene Leiber

Und streicht mit Erde Wunden aus.

Wo Dunst aufbricht verwelkter SeuchenUnd Flüsse spülen endlos blaue Leichen . . .Und jammernd kindlich über offenen GräbernUnd stößet Seufzer hell durch Blätterruß.

Wo Dunst aufbricht verwelkter Seuchen

Und Flüsse spülen endlos blaue Leichen . . .

Und jammernd kindlich über offenen Gräbern

Und stößet Seufzer hell durch Blätterruß.

Sich streckend, daß dies Leid er fasse,Bis jene Ewigkeit ins Aug ihm wächst.

Sich streckend, daß dies Leid er fasse,

Bis jene Ewigkeit ins Aug ihm wächst.

Verschüttet unterm Strahle des PlanetenLag ich, war Ort, Vergangenheit und manch Gesicht,Ich stöhnte in der Klage des Propheten,War Hundelaut und Stimme im Gericht.

Verschüttet unterm Strahle des Planeten

Lag ich, war Ort, Vergangenheit und manch Gesicht,

Ich stöhnte in der Klage des Propheten,

War Hundelaut und Stimme im Gericht.

Der Tag vergehet wieder und schon ankertIm Hohen fern des weißen Mondes Boot,Bald sich ein Schein um meine Stirne ranketUnd großer Zukunft Ruhm mich heiß umdroht.

Der Tag vergehet wieder und schon ankert

Im Hohen fern des weißen Mondes Boot,

Bald sich ein Schein um meine Stirne ranket

Und großer Zukunft Ruhm mich heiß umdroht.

Ich hab genug dich harte Zeit erlitten,Da ich Empfängnis war, feig und befleckt,Wir über Land auf hellen Schienen glitten.Wir Ziele euch. Wie Scheiben aufgesteckt.

Ich hab genug dich harte Zeit erlitten,

Da ich Empfängnis war, feig und befleckt,

Wir über Land auf hellen Schienen glitten.

Wir Ziele euch. Wie Scheiben aufgesteckt.

Da nun aus schwacher Brust, durchwühlt von Toben,Schon warmer Hauch in kühles Dämmer schied,So will ich gern den mächtigen Herren loben,Der mit der Sonne rot im Westen zieht.

Da nun aus schwacher Brust, durchwühlt von Toben,

Schon warmer Hauch in kühles Dämmer schied,

So will ich gern den mächtigen Herren loben,

Der mit der Sonne rot im Westen zieht.

Er treibet heim das blutgeschwollene Tier,Das schlang die Städte über Tag und fraßSich satt an Hirnen und mit böser GierRiß es den Boden auf, bis Büschelgras,

Er treibet heim das blutgeschwollene Tier,

Das schlang die Städte über Tag und fraß

Sich satt an Hirnen und mit böser Gier

Riß es den Boden auf, bis Büschelgras,

Bis Wiesen flammten, spitz die Wälder schrieen,Die Dächer barsten und der Flüsse SchaumAufkochte, an verträumter Hügel KnieeHinquoll, die konnten atmen kaum.

Bis Wiesen flammten, spitz die Wälder schrieen,

Die Dächer barsten und der Flüsse Schaum

Aufkochte, an verträumter Hügel Kniee

Hinquoll, die konnten atmen kaum.

Nun kriecht es zwinkernd und voll wahrer Reue,Nicht murrend in der grauen Berge Stall.Schon glänzet auf der Stern in heiliger BläueAls jenes Stabes Spitze und der Wall

Nun kriecht es zwinkernd und voll wahrer Reue,

Nicht murrend in der grauen Berge Stall.

Schon glänzet auf der Stern in heiliger Bläue

Als jenes Stabes Spitze und der Wall

Von Wolken, jenes Kleides Falten,Er schimmert und zerfließet, wird verweht.Noch zuckt ein Streif aus rauher Türe Spalte.Es grollet dumpf er, der auf Wache steht.

Von Wolken, jenes Kleides Falten,

Er schimmert und zerfließet, wird verweht.

Noch zuckt ein Streif aus rauher Türe Spalte.

Es grollet dumpf er, der auf Wache steht.

Auf hellen Wagenstraßen Päderasten stelzen.Verblaßte Mädchen streifen an mit buntem Kleid.Der Lichtreklame Teufel farbenes Feuer speit.Ein trüber Kehrichtstrom im breiten Mond sich wälzet.

Auf hellen Wagenstraßen Päderasten stelzen.

Verblaßte Mädchen streifen an mit buntem Kleid.

Der Lichtreklame Teufel farbenes Feuer speit.

Ein trüber Kehrichtstrom im breiten Mond sich wälzet.

Verzweifelt werden wir noch diesen Leib umfassen,Darein Laternen kollern wie in finstere Kluft.Mit knöchernen Händen wollen wir ein Weib zerfasern,Derweil das kichernd unseren schwarzen Bart zerzupft.

Verzweifelt werden wir noch diesen Leib umfassen,

Darein Laternen kollern wie in finstere Kluft.

Mit knöchernen Händen wollen wir ein Weib zerfasern,

Derweil das kichernd unseren schwarzen Bart zerzupft.

Es müssen Messer schreiend aus den Taschen springen!Zerstochene und Säufer poltern im Lokal!Bordelle sollen bluten und Klaviere klingen!Exzesse rasen furchtbar bei der Reichstagswahl!

Es müssen Messer schreiend aus den Taschen springen!

Zerstochene und Säufer poltern im Lokal!

Bordelle sollen bluten und Klaviere klingen!

Exzesse rasen furchtbar bei der Reichstagswahl!

Vom roten Forum aber tackt ein Trauermarsch.Ein König wird in die Familiengruft getragen.Ein feiner Graf besieht sich einen vollen Arsch.Es liegen Puppenjungen rund bei Lustgelagen.

Vom roten Forum aber tackt ein Trauermarsch.

Ein König wird in die Familiengruft getragen.

Ein feiner Graf besieht sich einen vollen Arsch.

Es liegen Puppenjungen rund bei Lustgelagen.

Ein kleines Leben däucht jetzt bleichem Fant beschissenUnd möcht den neuen Browning an die Schläfe setzen.Sich Meuchelmörder schminken. Diebe Feilen wetzen.Zuhälter strolchen auf dem Boulevard jagdbeflissen.

Ein kleines Leben däucht jetzt bleichem Fant beschissen

Und möcht den neuen Browning an die Schläfe setzen.

Sich Meuchelmörder schminken. Diebe Feilen wetzen.

Zuhälter strolchen auf dem Boulevard jagdbeflissen.

Mit Schlafes giftigem Strauße in der narbigen HandDes Todes Engel hocket bei des Marktes Halle.Wir Armen werden müde am verlassenen StrandVor Morgens blauem Meere auf die Knie fallen.

Mit Schlafes giftigem Strauße in der narbigen Hand

Des Todes Engel hocket bei des Marktes Halle.

Wir Armen werden müde am verlassenen Strand

Vor Morgens blauem Meere auf die Knie fallen.

Stadt du der Qual: — in Höllenschlunde eingeschlossenVon eherner Gebirge Ring und Festungswalle . . .Dein Dulder-Körper blüht, rinnenden Lichts begossen,Azurene Meere sprengen deiner Grüfte Halle!

Stadt du der Qual: — in Höllenschlunde eingeschlossen

Von eherner Gebirge Ring und Festungswalle . . .

Dein Dulder-Körper blüht, rinnenden Lichts begossen,

Azurene Meere sprengen deiner Grüfte Halle!

Stadt der Qual: — die Toten atmen in den Gängen,Ein Marsch beginnt mit Trommelkrach und buntem Spiel.An schmalen Schultern lehnen Hyazinthenstengel.Aus silbernen Kesseln wirbeln Düfte Weihrauch schwül.

Stadt der Qual: — die Toten atmen in den Gängen,

Ein Marsch beginnt mit Trommelkrach und buntem Spiel.

An schmalen Schultern lehnen Hyazinthenstengel.

Aus silbernen Kesseln wirbeln Düfte Weihrauch schwül.

Stadt du der Qual: — erbaut an des Verfalles EndeRaget dein Dom, die dürre Knospe des Jahrhunderts.Wir mit den Tüchern schwenkend uns zum Morgen wenden.Wir gehn, verfaulte Wracks, in Abends Schatten unter. —

Stadt du der Qual: — erbaut an des Verfalles Ende

Raget dein Dom, die dürre Knospe des Jahrhunderts.

Wir mit den Tüchern schwenkend uns zum Morgen wenden.

Wir gehn, verfaulte Wracks, in Abends Schatten unter. —

Sie speiet aus ihr schwarzes Blut und im GeschirreDer hageren Flüsse brüllet auf sie wie ein Stier.Die Sonnenheilige durch Dächerwildnis irretUnd hauchet aus in Todes rosigem Geschwür.

Sie speiet aus ihr schwarzes Blut und im Geschirre

Der hageren Flüsse brüllet auf sie wie ein Stier.

Die Sonnenheilige durch Dächerwildnis irret

Und hauchet aus in Todes rosigem Geschwür.

Sie winket mit den Türmen nach der goldenen Schwester,Die sterbend träufelt Öl auf ihre eisernen Locken.Ein zorniger Sturm beruft das himmlische Orchester,Das stöhnet auf mit Flammenschrei und Donners Glocken.

Sie winket mit den Türmen nach der goldenen Schwester,

Die sterbend träufelt Öl auf ihre eisernen Locken.

Ein zorniger Sturm beruft das himmlische Orchester,

Das stöhnet auf mit Flammenschrei und Donners Glocken.

Ein Kind zuckt knallend hin, das spielet Ball im Hofe.Des Dämmers Schwall würgt keuchend Giebel und Balkone.Es prasseln Scheiter aus der Stube kleinem Ofen.Der nackte König wandelt mit der Dornenkrone.

Ein Kind zuckt knallend hin, das spielet Ball im Hofe.

Des Dämmers Schwall würgt keuchend Giebel und Balkone.

Es prasseln Scheiter aus der Stube kleinem Ofen.

Der nackte König wandelt mit der Dornenkrone.

Es prallen Salven ihm vom Marktplatz gell entgegen.Kasernen, die in Reihenmassen aufgebrochen,Sie überkreuzen ihn mit wirren Säbelschlägen.Geschütze heiser von dem Stachelhügel pochen.

Es prallen Salven ihm vom Marktplatz gell entgegen.

Kasernen, die in Reihenmassen aufgebrochen,

Sie überkreuzen ihn mit wirren Säbelschlägen.

Geschütze heiser von dem Stachelhügel pochen.

Es flammen weit im Rund der Räume Baldachine.Man hetzet Minen auf die Blöden, die wie HasenAufflüchten, stürzend in die dampfenden Latrinen,In Grubenteich, wo träge Schlangenkröten grasen.

Es flammen weit im Rund der Räume Baldachine.

Man hetzet Minen auf die Blöden, die wie Hasen

Aufflüchten, stürzend in die dampfenden Latrinen,

In Grubenteich, wo träge Schlangenkröten grasen.

Die Schimmelwände der Gefängnisse zerbröckeln.Als Seliger Brücke glänzt der Purpurwunde Streifen.Wie Fackeln starren hoch der Lanzen rostige Nägel.Zertrümmerte Gerüste schleiert Winters Reife.

Die Schimmelwände der Gefängnisse zerbröckeln.

Als Seliger Brücke glänzt der Purpurwunde Streifen.

Wie Fackeln starren hoch der Lanzen rostige Nägel.

Zertrümmerte Gerüste schleiert Winters Reife.

Der König ward als Fraß den Hunden vorgeworfen,Die kotzten ihn verreckend an den Ecken wieder.Des Königs welker Leib stinkt wie von Pest verdorben,Doch gelber Strahlen Bündel sprüht sein Haargefieder.

Der König ward als Fraß den Hunden vorgeworfen,

Die kotzten ihn verreckend an den Ecken wieder.

Des Königs welker Leib stinkt wie von Pest verdorben,

Doch gelber Strahlen Bündel sprüht sein Haargefieder.

Der König ist versoffen in der Huren Gosse.Der König schwemmet langsam durch die Kotkanäle.Sein Bauch erdröhnt im Tunnel. In der Hände FlossenHält er das Schilfrohr-Zepter, ewiger Nacht vermählet.

Der König ist versoffen in der Huren Gosse.

Der König schwemmet langsam durch die Kotkanäle.

Sein Bauch erdröhnt im Tunnel. In der Hände Flossen

Hält er das Schilfrohr-Zepter, ewiger Nacht vermählet.

Der König sickerte in gieriger Poren Schächte,Die stoßen dumpfen Dunst, der Marterängste Schweiß.Der Mond blitzt krumm. Ihn schwingt als Beil der Schlächter,Ein Engel schwarz in blendender Orifeuer Kreis.

Der König sickerte in gieriger Poren Schächte,

Die stoßen dumpfen Dunst, der Marterängste Schweiß.

Der Mond blitzt krumm. Ihn schwingt als Beil der Schlächter,

Ein Engel schwarz in blendender Orifeuer Kreis.

Die weißen Betten schweben durch der Zimmer DeckenUnd gondeln, Schiffe, durch die Lüfte mit Gebraus.Zementene Uferdämme Wogenstrom belecketUnd Straßen steigen finster in die Welt hinaus.

Die weißen Betten schweben durch der Zimmer Decken

Und gondeln, Schiffe, durch die Lüfte mit Gebraus.

Zementene Uferdämme Wogenstrom belecket

Und Straßen steigen finster in die Welt hinaus.

Wie Ziegen meckernd hopsern schief die Invaliden.Die braunen Kuttenmönche schwirren mit Geflüster,Es wallen aus den Toren Fahnenzüge düster.Es stehen Sieche auf. Es kommen Jungfraun nieder.

Wie Ziegen meckernd hopsern schief die Invaliden.

Die braunen Kuttenmönche schwirren mit Geflüster,

Es wallen aus den Toren Fahnenzüge düster.

Es stehen Sieche auf. Es kommen Jungfraun nieder.

Die Nonnen winzelnd an den Kreuzaltären bangenMit Lila-Augen brennend unter Spitzenhauben.Kalk spritzet über die verrannzten Butterwangen.Wild scheuchen Fledermäuse auf, die Schar belaubend.

Die Nonnen winzelnd an den Kreuzaltären bangen

Mit Lila-Augen brennend unter Spitzenhauben.

Kalk spritzet über die verrannzten Butterwangen.

Wild scheuchen Fledermäuse auf, die Schar belaubend.

Der süße Wein, der in der Priester Kelche quoll,Zerschliß die Magendärme ruckweis an den Hüften.Geheul Vergifteter an Wasserbrunnen scholl.Signale trillern auf. Ein Brand ward angestiftet.

Der süße Wein, der in der Priester Kelche quoll,

Zerschliß die Magendärme ruckweis an den Hüften.

Geheul Vergifteter an Wasserbrunnen scholl.

Signale trillern auf. Ein Brand ward angestiftet.

Sprungkünstler hüpfen über Dach der Irren Horten.Mit Peitschen produzieren sich die Flagellanten.Es züngeln grüne Gase pfauchend aus Aborten.Es platzen rauschend vor den Häusern die Hydranten.

Sprungkünstler hüpfen über Dach der Irren Horten.

Mit Peitschen produzieren sich die Flagellanten.

Es züngeln grüne Gase pfauchend aus Aborten.

Es platzen rauschend vor den Häusern die Hydranten.

Da reißet auf des Wolkenschlammes zähes Siegel.Es fahren Schwäne auf dem Seee ruhig-glatt.Hoch wölbet sich der zarten Bläue flacher Spiegel,Der Armen Klagetöne klopfen traurig-matt.

Da reißet auf des Wolkenschlammes zähes Siegel.

Es fahren Schwäne auf dem Seee ruhig-glatt.

Hoch wölbet sich der zarten Bläue flacher Spiegel,

Der Armen Klagetöne klopfen traurig-matt.

„. . . Ich bin die Stadt der Qual . . . Die Schmerzen anderer StädteSind in den Zellen meines Kerkers eingezogen.In meinem tiefsten Bau ringt alles Leid verkettet.Aus meinen Kuppeln widerstrahlt der Gnade Bogen.

„. . . Ich bin die Stadt der Qual . . . Die Schmerzen anderer Städte

Sind in den Zellen meines Kerkers eingezogen.

In meinem tiefsten Bau ringt alles Leid verkettet.

Aus meinen Kuppeln widerstrahlt der Gnade Bogen.

Ich bin die Stadt der Qual . . . Die irdische KreaturZerstäubt in mir, wie Fliegenschwarm in Schwefel.Ich bin zerfetzet ganz von der Verdammung Schwur.Ohnmachten mich in kurzer Lieder Träume schläfern.

Ich bin die Stadt der Qual . . . Die irdische Kreatur

Zerstäubt in mir, wie Fliegenschwarm in Schwefel.

Ich bin zerfetzet ganz von der Verdammung Schwur.

Ohnmachten mich in kurzer Lieder Träume schläfern.

Ich bin die Stadt der Qual . . . Fluch klebt an meiner Stirne,Doch werd ich einst auf Flammenteller hochgereichetZu Gottes Speise. . . der gefallenem GestirneMit Lilienhand die Furche aus dem Antlitz streichet.“

Ich bin die Stadt der Qual . . . Fluch klebt an meiner Stirne,

Doch werd ich einst auf Flammenteller hochgereichet

Zu Gottes Speise. . . der gefallenem Gestirne

Mit Lilienhand die Furche aus dem Antlitz streichet.“

Weh euch! Weh euch! Die ihr den König ausgespeiet,Besudelt mit der Finger Dreck den Hermelin.Er tummelt sich im trüben Teich mit WimmelschleienUnd Molchenbrut in fleckigen Schwerterschilfen dünn.

Weh euch! Weh euch! Die ihr den König ausgespeiet,

Besudelt mit der Finger Dreck den Hermelin.

Er tummelt sich im trüben Teich mit Wimmelschleien

Und Molchenbrut in fleckigen Schwerterschilfen dünn.

Weh euch! Denn er erwacht mit silberner Zymbel SchellenUnd schroffem Blitz, der eueren morschen Fels zerhaut,Er wird sich nackt im Traum vor euere Weiber stellen,Ein Adler, rasselnd mit den ehernen Flügeln laut.

Weh euch! Denn er erwacht mit silberner Zymbel Schellen

Und schroffem Blitz, der eueren morschen Fels zerhaut,

Er wird sich nackt im Traum vor euere Weiber stellen,

Ein Adler, rasselnd mit den ehernen Flügeln laut.

Weh euch! So tragt wie Büßer euer Haupt gesenktUnd schleicht die Mauern lang, die wie ein Alb euch drücken,Der Rosenkränze Stricke um das Handgelenk,Erfrorener Sterne Haufen in den Augenlücken.

Weh euch! So tragt wie Büßer euer Haupt gesenkt

Und schleicht die Mauern lang, die wie ein Alb euch drücken,

Der Rosenkränze Stricke um das Handgelenk,

Erfrorener Sterne Haufen in den Augenlücken.

. . . Da Bettelweiber auf der Kirchen Stufen hockenUnd ums Portal, das klafft, sich kreischend raufen.Ein härener Sack hängt das Gestirn in Wolkenflocken,Durch die der Abendengel düstere Schatten laufen.

. . . Da Bettelweiber auf der Kirchen Stufen hocken

Und ums Portal, das klafft, sich kreischend raufen.

Ein härener Sack hängt das Gestirn in Wolkenflocken,

Durch die der Abendengel düstere Schatten laufen.

Laternen schlingen gierig auf der Nebel Grunde,Aus denen fahler Pferde Vier, sich bäumend, steigen.Raketen sprühen aus der Reiter heulendem Munde.Verbrannte Blätter sich die Horizonte neigen.

Laternen schlingen gierig auf der Nebel Grunde,

Aus denen fahler Pferde Vier, sich bäumend, steigen.

Raketen sprühen aus der Reiter heulendem Munde.

Verbrannte Blätter sich die Horizonte neigen.

. . . Wir warten, während rings die Autobusse sausen,Geduldig. Hupen bohren durch uns scharlach-schrill.Wo sich die Wunden kratzen, sich die Armen lausenUnd Buden jammern unter herbstlichem Geknüll.

. . . Wir warten, während rings die Autobusse sausen,

Geduldig. Hupen bohren durch uns scharlach-schrill.

Wo sich die Wunden kratzen, sich die Armen lausen

Und Buden jammern unter herbstlichem Geknüll.

Kommt eine schwarze Fahne nicht herabgewehet?Bedecket uns mit schleimiger Blässe finsterem Grind?Nah hinter uns der Morde böse Schatten stehen.Wer bricht ins Knie? Ein heißer Blutquell rinnt.

Kommt eine schwarze Fahne nicht herabgewehet?

Bedecket uns mit schleimiger Blässe finsterem Grind?

Nah hinter uns der Morde böse Schatten stehen.

Wer bricht ins Knie? Ein heißer Blutquell rinnt.

O Regen! Deiner grünen Wassermassen StürzeVerwaschen Haus und Wald. Es bröckelt mein Gesicht.. . . Und stampfen platschend durch der Straßen gelbe Pfützen.Uns schützt kein sicherer Unterstand. Uns hellt kein Licht . . .

O Regen! Deiner grünen Wassermassen Stürze

Verwaschen Haus und Wald. Es bröckelt mein Gesicht.

. . . Und stampfen platschend durch der Straßen gelbe Pfützen.

Uns schützt kein sicherer Unterstand. Uns hellt kein Licht . . .

O Regen! Färbest Wände aschenfahl uns: TinteUnd grauer Trauer Schleier über uns gezogen,Bewegt leicht von unerforschter Pohle Winde.Ein blonder Star hat uns zu irrer Fahrt bewogen . . .

O Regen! Färbest Wände aschenfahl uns: Tinte

Und grauer Trauer Schleier über uns gezogen,

Bewegt leicht von unerforschter Pohle Winde.

Ein blonder Star hat uns zu irrer Fahrt bewogen . . .

O Regen! Leise schluchzend schied der Tag verweinet,Da webet bleiche Laken dichtes Schneegefäll.In Kneipenlöchern dumpf der Hunde Völker greinen,Und Clowne kreiseln winzelnd um ein Zirkuszelt.

O Regen! Leise schluchzend schied der Tag verweinet,

Da webet bleiche Laken dichtes Schneegefäll.

In Kneipenlöchern dumpf der Hunde Völker greinen,

Und Clowne kreiseln winzelnd um ein Zirkuszelt.

Die Vorstellungen werden jählings abgebrochen.Der Primadonnen Phantasiekostüme — Feuer!Wirr krümmen sich der Rennmotore Eisenknochen.Tragflächen reißen mittendurch und Höhensteuer.

Die Vorstellungen werden jählings abgebrochen.

Der Primadonnen Phantasiekostüme — Feuer!

Wirr krümmen sich der Rennmotore Eisenknochen.

Tragflächen reißen mittendurch und Höhensteuer.

Wo sind wir hin auf brüchiger Gassen Pfad gelanget?Und der es ruft, versinkt wie Stein in gröhlendem Sumpf.Auf öden Ackerfeldern wachsen Lanzenstangen,Durchschossene Tornister und Gamaschenstrumpf. —

Wo sind wir hin auf brüchiger Gassen Pfad gelanget?

Und der es ruft, versinkt wie Stein in gröhlendem Sumpf.

Auf öden Ackerfeldern wachsen Lanzenstangen,

Durchschossene Tornister und Gamaschenstrumpf. —

„Wir sind die Untergänge vor ersehntem Ziele.Wir sind die Trauernden beim Tangorausch der Zeit.Wir sind die Fallenden in der Erfüllung Streit.Wir sind die Untersten im knäulichten Gewühle.

„Wir sind die Untergänge vor ersehntem Ziele.

Wir sind die Trauernden beim Tangorausch der Zeit.

Wir sind die Fallenden in der Erfüllung Streit.

Wir sind die Untersten im knäulichten Gewühle.

Wir brannten kreischend ab mit Sardes Königsfeste.Wir ließen murrend uns ins Land Ägypten schleppen.Wir litten den Erstickungstod im BurgennesteUnd waren Flucht Napoleons aus Rußlands Steppe.

Wir brannten kreischend ab mit Sardes Königsfeste.

Wir ließen murrend uns ins Land Ägypten schleppen.

Wir litten den Erstickungstod im Burgenneste

Und waren Flucht Napoleons aus Rußlands Steppe.

Wir schlangen innig-heiß den Todesblock der GuillotineUnd taten gerne mit bei Metzel und Gegräuel.Wir wühlen uns durch Fleisches Gänge als Trichine.Wir offenbaren uns am Kopf als Eiterbeule . . .“

Wir schlangen innig-heiß den Todesblock der Guillotine

Und taten gerne mit bei Metzel und Gegräuel.

Wir wühlen uns durch Fleisches Gänge als Trichine.

Wir offenbaren uns am Kopf als Eiterbeule . . .“

. . . Schon wirbeln Fackeln durch die kubischen Räume leer.Aus rissigen Spalten prasseln flammende Geschwader.Mit weißem Krach zerbirst der Finsternisse Krater.Aus rußigen Stollen stößt ein roter Höllenspeer.

. . . Schon wirbeln Fackeln durch die kubischen Räume leer.

Aus rissigen Spalten prasseln flammende Geschwader.

Mit weißem Krach zerbirst der Finsternisse Krater.

Aus rußigen Stollen stößt ein roter Höllenspeer.

In andern Welten wird die Erde fortgeboren,Geschleudert durch vergilbten Äther, glühender Samen.Sie spiegelt sich entflüchtend in der Meere RahmenUnd in der blendenden Gletscher Ebene, kahlgeschoren.

In andern Welten wird die Erde fortgeboren,

Geschleudert durch vergilbten Äther, glühender Samen.

Sie spiegelt sich entflüchtend in der Meere Rahmen

Und in der blendenden Gletscher Ebene, kahlgeschoren.

Es plaudern Stürme über dem entrückten WerkMit nackten Einsamkeiten, die sich zitternd scharen.Aus blauen Schalen träufeln flimmernd Sonnenhaare,Die ballen drehend sich zu goldenem Klumpenberg.

Es plaudern Stürme über dem entrückten Werk

Mit nackten Einsamkeiten, die sich zitternd scharen.

Aus blauen Schalen träufeln flimmernd Sonnenhaare,

Die ballen drehend sich zu goldenem Klumpenberg.

Da jeder Name sank, in Dunkelheit vergessen,Da jeder Schall erstarb, in Dunkelheit getauchet.Ihr mögt der Dunkelheiten Reiche kaum ermessen,Die blähen, Moore, endlos sich mit schwangerem Bauche.

Da jeder Name sank, in Dunkelheit vergessen,

Da jeder Schall erstarb, in Dunkelheit getauchet.

Ihr mögt der Dunkelheiten Reiche kaum ermessen,

Die blähen, Moore, endlos sich mit schwangerem Bauche.

Die Dunkelheiten haben unseren Sinn verstöret.Die Dunkelheiten halten Weg und Platz verborgen.Die Dunkelheiten haben Raum und Ort verzehret.Die Dunkelheiten rückten donnernd vor den Morgen.

Die Dunkelheiten haben unseren Sinn verstöret.

Die Dunkelheiten halten Weg und Platz verborgen.

Die Dunkelheiten haben Raum und Ort verzehret.

Die Dunkelheiten rückten donnernd vor den Morgen.

Wir werden eingelullet sein . . . In nassen GräbernDer Nächte wie in Bettlersärge eingezwängt.In Marmorplatten sich die blasse Wölbung fängt.Des Winds Hyänen schnuppernd durch die Grüfte stöbern.

Wir werden eingelullet sein . . . In nassen Gräbern

Der Nächte wie in Bettlersärge eingezwängt.

In Marmorplatten sich die blasse Wölbung fängt.

Des Winds Hyänen schnuppernd durch die Grüfte stöbern.

Es klingeln alle Türme. Lautlos auf Kanälen,Schwarzsilbergründig der Paläste Reih durchschneidend,Erdolchen Gondeln sich. Aus branddurchrasten SälenSich Lichtteppiche grell wie Treppen aufwärtsbreiten.

Es klingeln alle Türme. Lautlos auf Kanälen,

Schwarzsilbergründig der Paläste Reih durchschneidend,

Erdolchen Gondeln sich. Aus branddurchrasten Sälen

Sich Lichtteppiche grell wie Treppen aufwärtsbreiten.

Da wiegen Stürme sich, im Meer zur Ruh gelegt,Und schreiten Regen, Tröster über trockener Flur.Des Mondes Sichel blitzet groß im NachtgehegUnd ein Komet schleppt zischend seine Feuerschnur.

Da wiegen Stürme sich, im Meer zur Ruh gelegt,

Und schreiten Regen, Tröster über trockener Flur.

Des Mondes Sichel blitzet groß im Nachtgeheg

Und ein Komet schleppt zischend seine Feuerschnur.

Melodisch atmen Bäume, Teiche und GesträucherIn Parkanlagen. Manchmal seufzet eine Bank.Das Tulpenbeet entbrennt, ein weitverzweigter LeuchterUnd goldene Ströme poltern in der Klüfte Schrank. —

Melodisch atmen Bäume, Teiche und Gesträucher

In Parkanlagen. Manchmal seufzet eine Bank.

Das Tulpenbeet entbrennt, ein weitverzweigter Leuchter

Und goldene Ströme poltern in der Klüfte Schrank. —

O Schlaf! Durchwalle zymbelnd unsere GemächerUnd wen du antriffst schmerzzerrückt, den lulle ein!Umzirke ihn! Traum, laß ihn weinend schwächer!Gestrengen Engel rühr zu Wehmut auf dies Leiblichsein!

O Schlaf! Durchwalle zymbelnd unsere Gemächer

Und wen du antriffst schmerzzerrückt, den lulle ein!

Umzirke ihn! Traum, laß ihn weinend schwächer!

Gestrengen Engel rühr zu Wehmut auf dies Leiblichsein!

O Stadt der Qual! Zu Marter Zwang erkoren!Da wanken wir an Humpelkrücken, welk-zerbrochen.Wir haben Halt und Spur im Labyrinth verloren.In Einsamkeit vereist, zerbarsten unsere Knochen.

O Stadt der Qual! Zu Marter Zwang erkoren!

Da wanken wir an Humpelkrücken, welk-zerbrochen.

Wir haben Halt und Spur im Labyrinth verloren.

In Einsamkeit vereist, zerbarsten unsere Knochen.

Zertrümmert seufzt des Kirchendomes Pyramide.Der Himmel greint, verschlissen-grau, ein Aufwaschtuch.Auf offene Gräber träuft der Schneee bleicher Flieder.Verweilet nicht im Zug betäubenden Geruchs!

Zertrümmert seufzt des Kirchendomes Pyramide.

Der Himmel greint, verschlissen-grau, ein Aufwaschtuch.

Auf offene Gräber träuft der Schneee bleicher Flieder.

Verweilet nicht im Zug betäubenden Geruchs!

Steigt weiter, wo euch nicht zerwirkte Gassen hindern,Wo dichter Ölwald rauschend sich herniederneigt!In warmer Bucht die Schwanenschiffe überwintern,Bis einst ein Frühjahr guten Wind und Sonne zeugt.

Steigt weiter, wo euch nicht zerwirkte Gassen hindern,

Wo dichter Ölwald rauschend sich herniederneigt!

In warmer Bucht die Schwanenschiffe überwintern,

Bis einst ein Frühjahr guten Wind und Sonne zeugt.

. . . Es zuckte manchen diese Hoffnung um die LippenUnd hatten sterbend wohl dies Wort geformet, daßWie Säulen gold aufleuchteten der Tode KlippenUnd Marmorprunk . . . Da aus der flammenden Steppen Gras

. . . Es zuckte manchen diese Hoffnung um die Lippen

Und hatten sterbend wohl dies Wort geformet, daß

Wie Säulen gold aufleuchteten der Tode Klippen

Und Marmorprunk . . . Da aus der flammenden Steppen Gras

Nahte im Schwarm von Vögeln geisterhaft der Hauch.Von Paradiesen, ob von Höllen er Bescheid uns brächte,Wir wußtens nicht. Vertrauten gläubig nur, daß auch,Wenns schlimm wär, wir uns wehrten nicht, nur dulden möchten.

Nahte im Schwarm von Vögeln geisterhaft der Hauch.

Von Paradiesen, ob von Höllen er Bescheid uns brächte,

Wir wußtens nicht. Vertrauten gläubig nur, daß auch,

Wenns schlimm wär, wir uns wehrten nicht, nur dulden möchten.

Und wurden eingesargt in zorniger Mächte Kampf.Der Rache Gott war furchtbar vor uns hingetreten.Mit gelber Flüsse Schwert. Mit Augen, Feuerdampf.Mit Schultern bergebreit, von Brand und Blitz umwehten.

Und wurden eingesargt in zorniger Mächte Kampf.

Der Rache Gott war furchtbar vor uns hingetreten.

Mit gelber Flüsse Schwert. Mit Augen, Feuerdampf.

Mit Schultern bergebreit, von Brand und Blitz umwehten.

Die Brücken krachten, vor ihm auf die Kniee fallend.Die Häuser sich wie Hände ineinanderschoben.Die Eisenbahnen gröhlend durch die Straßen wallten,Die haben Schlangen züngelnd sich emporgehoben

Die Brücken krachten, vor ihm auf die Kniee fallend.

Die Häuser sich wie Hände ineinanderschoben.

Die Eisenbahnen gröhlend durch die Straßen wallten,

Die haben Schlangen züngelnd sich emporgehoben

Und sausten Geißeln durch die Lüfte mit GesirreUnd krümmten pfeifend sich wie Hydren in der FaustDes Ewigen. Wie Riesenbienen Plätze schwirrten.Es schnellten Geysirstrudel aus der Klüfte Bau.

Und sausten Geißeln durch die Lüfte mit Gesirre

Und krümmten pfeifend sich wie Hydren in der Faust

Des Ewigen. Wie Riesenbienen Plätze schwirrten.

Es schnellten Geysirstrudel aus der Klüfte Bau.

So daß wir dumpf verwandt uns fühlten blutiger Gosse.Ach Brüder ihr, im Morgen Kreide und kaput!Ihr Schwestern hingeklatscht, mit breitem Mund verschlossen,Grau übertüncht von Puders Moderstaub und Schutt.

So daß wir dumpf verwandt uns fühlten blutiger Gosse.

Ach Brüder ihr, im Morgen Kreide und kaput!

Ihr Schwestern hingeklatscht, mit breitem Mund verschlossen,

Grau übertüncht von Puders Moderstaub und Schutt.

Vergeßt die Körper, quer zerhackt und aufgetrennt!Zerfetzte Därme, die wie Bündel Würmer schleifen.Der Leichen violetten Dunst! Das Instrument!Der Watten Flockenbausch! Der Klebepflaster Streifen!

Vergeßt die Körper, quer zerhackt und aufgetrennt!

Zerfetzte Därme, die wie Bündel Würmer schleifen.

Der Leichen violetten Dunst! Das Instrument!

Der Watten Flockenbausch! Der Klebepflaster Streifen!


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