8. Altasanen (Altasanes) und Ilamuts.Wo diese beiden den Igorroten naheverwandten Stämme ihre Wohnsitze haben, war mir nicht möglich sicher zu ergründen. Nicht einmal der Name des ersteren Stammes ist sichergestellt, indem Mas (pobl. 14) und nach ihm Bastian (Reisen V, 272) Altabanes schreiben, während Buzeta y Bravo die Schreibweise Altasanes führt. Merkwürdigerweise scheint Dr. Bastian, durch diese verschiedene Schreibweise verleitet, Altasanes und Altabanes für zwei verschiedene Stämme zu halten (vgl.Bastian, Reisen V, 272 u. 274). Altasanen und Ilamuts verehren einen Gott Namens Cabiga und dessen Frau, welche bei Buzeta (Dicc. I, 60) Bujan, bei Mas (pobl. 14) Bujas heisst. Das ist Alles, was wir über diese beiden Stämme wissen. Ihre Wohnsitze sind jedenfalls in der Provinz Nueva Vizcaya zu suchen.9. Bujuanos.Die Bujuanos sind ein ebenfalls den Igorroten naheverwandter Stamm in der Provinz Isabela (Scheidnagel 35). Ihre Wohnsitze konnte ich nicht näher ermitteln.10. Panuipuyes.Die Panuipuyes oder Panipuyes sind Igorrotenstämme, von denen nichts weiter bekannt ist als der Name (Mas, pobl. 28;Buzeta I, 58). Wohnstätten wahrscheinlich im westlichen Nueva Vizcaya oder Isabela. Vielleicht sind sie nur ein Zweig der Mayoyaos.11. Isinays.Die Isinays wohnen am mittleren Rio Agno bis gegen den von den Spaniern Caraballo Sur genannten Gebirgsstock, im westlichen Theile der ehemaligen Provinz Ituy. In ihren Sitten und Bräuchen gleichen sie den Bergstämmen der nördlichen Nachbarstriche. Zwischen 1715–40 wurden sie zum Christenthume bekehrt (Mozo 40 f.). Im Jahre 1788 gab es noch 3900 wilde Isinays (Mas, pobl. 38). Sie scheinen jetzt ihren Dialekt einzubüssen und vollständig in die Pampangos und Pangasinanen einzugehen.Mit ihnen naheverwandt scheinen die Jumangis zu sein, die seit Mozo (Misiones 58) kein neuerer Schriftsteller erwähnt.12. Abacas.Die kleine Nation der Abacas lebt südlich vom Bergstock Caraballo Sur, in der Umgegend von Caranglan. Ihre Sprache scheint erloschen zu sein, wenigstens machen die spanischen Censuslisten hiervon keine Erwähnung, früher besassen sie aber ein eigenes Idiom, das sich selbst von dem der ihnen sonst in Sitten ähnlichen Italonen unterschied, wie diess Fr. Antolin de Alzaga, der unter ihnen 1702 als Missionär lebte, ausdrücklich hervorhebt (Mozo 20). Von den Italonen, mit denen sie in beständigem Kriege begriffen waren, unterschieden sie sich auch durch die Polygamie, die bei ihnen üblich war (Mozo, l. c.). Sie scheinen Kopfjäger gewesen zu sein, heute sind sie friedliche Christen.13. Italonen (Italones).Die Italonen wohnen nördlich vom Caraballo Sur im südlichen Theile der Provinz Nueva Vizcaya, wo auch ihre grösseren Orte Lublub, Bayombon, Dupax &c. liegen. Sie sind erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts allmählich zum Christenthum bekehrt worden, das aber nur oberflächlich an ihnen haftet. Im Jahre 1702 zählten sie 52 Dörfer, welche ein nettes Aussehen hatten, ihre Hütten waren von ansehnlicher Grösse. Obwohl sie eifrige Jäger waren und der Fischfang in ihren Bächen und Flüssen reichliche Beute lieferte, so bildete dennoch Reis ihre Hauptnahrung, sie bestellten die Äcker mit Sorgfalt und waren durch Aufspeichern von Reisvorräthen in der Lage, bei etwa eintretenden Missernten der Hungersnoth vorzubeugen (Mozo 19 u. 26). Ob sie andere Hausthiere als den Hund besassen, ist mir nicht bekannt, obwohl manches darauf schliessen lässt, dass der Büffel und das Schwein wenigstens in geringer Zahl gezüchtet oder eingehandelt wurden. Aus Zuckerrohr bereiteten sie ein berauschendes Getränk, Ilang genannt (Mozo 32). Ihre Waffen waren Lanze, Waldmesser und Schild. Ihre unbändige Kriegslust, die gegen ihre sonstige Liebenswürdigkeit (Mozo 19) eigenthümlich abstach, reizte sie zu beständigen Fehden mit den Nachbarstämmen, insbesondere den Abacas und den Balugas, wobei derjenige den grössten Ruhm davontrug, der die meisten Feindesschädel heimbrachte, denn sie waren Kopfjäger (Mozo 32, 35). Diese eigenthümlichen Trophäen wurden in der Hütte sorglich aufbewahrt, nur pflegten sie vorher den Schädel seiner Zähne zu berauben, um damit den Handgriff ihres Hackmessers auszuschmücken (Mozo 22). Ihre Kriegführung beruhte hauptsächlich auf List und Überrumpelung, der offene Kampf, Mann gegen Mann, wurde so sehr als möglich gescheut; am liebsten überfielen sie den Feind in der Nachtzeit (Mozo 34). Die erlittenen Wunden, sowie andere Krankheiten heilten sie durch verschiedene Kräuter, über welche Mozo (Misiones 56) eingehend berichtet. Sie sollen auch das Blut der erschlagenen Feinde getrunken und Theile von deren Hinterhaupte und Eingeweiden roh verzehrt haben, um den Muth des Erschlagenen zu erben (Mozo 32 f.;Mas, pobl. 22). Starb ein angesehener Häuptling, so hüllten sie ihre Waffen zumZeichen der Trauer ein, und diese Ceremonie nannten sie Magbalata.Wie bei den Igorroten war auch bei ihnen nur Monogamie üblich, die Ehen konnten nur durch den Tod eines der Gatten gelöst werden (Mozo 19). Kebsweiber neben der Gattin zu halten, war untersagt, auch durften Blutsverwandte keine Ehen untereinander eingehen (l. c.).Über ihre frühere Religion stehen mir nur die dürftigen Notizen des Augustiners P. Arzaga zur Verfügung. Nach diesen glaubten sie an einen einzigen Gott, der die Guten belohne und die Bösen bestrafe, doch wussten sie nicht zu sagen, in was die Belohnung bezw. Strafe zu bestehen hätte. Dieser Gott hatte nach ihrer Ansicht im Himmel seinen Wohnsitz. Auffallend ist, dass dieser Gott unbeweibt lebt, während sonst alle Bergstämme von Nord-Luzon nur Götterpaare kennen. Sie glaubten auch an die Unsterblichkeit der Seele, was den Schluss zu ziehen gestattet, dass der Ahnencultus ihnen nicht unbekannt gewesen sein mag.Von diesen erwähnten und dargestellten Bräuchen und Sitten hat sich wenig erhalten, das Christenthum hat ihrem ganzen Leben tagalisches Gepräge verliehen.14. Ibilaos.Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57;Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).15. Ilongoten (Ilongotes).Die Ilongoten, auch Ilungut oder Ylungut genannt, wohnen in den Provinzen Nueva Vizcaya, Isabela und Príncipe, streifen aber auch nach Nueva Écija herüber. Die Cordillere zwischen Baler und Casiguran ist ihr Hauptsitz. Nach einer durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Hofrathes Dr. A. B. Meyer mir zur Ansicht geliehenen Photographie sind ihre Augen langgeschlitzt und schief gestellt. Oberlippe und Kinn haben einen Bartanflug. Das Haar wird auch von den Männern lang getragen; es wird in einen Zopf geflochten, der oft bis zu den Hüften reicht. Ihre Kleidung besteht nur aus dem auch bei den Igorroten üblichen Lendengewand. Den linken Unterarm zieren eng aneinander (spiralförmig?) gefügte Ringe, offenbar aus Metalldraht. Semper (Skizzen 138) charakterisirt sie mit folgenden Worten: „Sie gehören mit zu den wildesten Stämmen des Landes, und sie stehen mit den Christen sowohl, wie mit den nahe wohnenden Negritos in beständiger Fehde”. Sie sind leidenschaftliche Kopfjäger (Mas, pobl. 28;Semper, Erdk. XIII, 251). Sie bekämpfen nicht nur die Negritos und fremden Stämme, ein Dorf gegen das andere steht feindlich auf, um die kostbare Schädelbeute zu erjagen. Auf eigenen Instrumenten werden die blutigen Trophäen heimgetragen und an der Thüre des Siegers aufgehängt. Ähnlich wie bei anderen Bergstämmen Luzons wird die Rückkehr einer siegreichen Kopfjägerbande mit grossen Festlichkeiten und Tänzen gefeiert. Semper (l. c.) nimmt die Ilongoten gegen den Vorwurf des Cannibalismus in Schutz.—Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Erdk. X, 265). Über ihre Zahl ist mir nichts Näheres bekannt, am 2. Mai 1851 zählte man in Nueva Vizcaya 252 erwachsene und 255 noch im Kindesalter stehende friedliche Ilongoten. Die Ilongoten der Provinz Isabela leben im Augenblicke im Frieden mit den Spaniern, doch trauen ihnen diese nicht.16. Mayoyaos (nebst Quianganen, Pungianen und Silipanen).Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten, durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva Vizcaya sesshaft10. Ich vermuthe überhaupt,dass die Mayoyaos mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden, doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): „Einige tragen ein breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder, bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen (spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge, aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle, die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf, wenngleich der Haarwuchs kein dichter war”. Die Kleidung der wilden Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein, obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851 4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen, wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen gezählt wurden (Dias Arenas 515).Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den Pungianen identisch.17. Ifugaos.Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I, 55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter, als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste, welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde11(?) tragen, als es ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige, hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet, am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme, besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand, der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas, pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne, Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao, Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig; Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas, l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.18. Gaddanen (Gaddanes).Die Gaddanen (richtiger: Gad-danen) werden besonders in Missionswerken älteren Datums auch Yogades genannt. Ihr Hauptgebiet ist die Commandancia Saltan, welche von ihnen nahezu ausschliesslich bewohnt wird, von hier dehnen sich ihre Wohnsitze nach den benachbarten Provinzen Isabela, Nueva Vizcaya und Cagayán aus. Man findet sie ebenso bei Gabagan am Rio de Calao, bei Tarnauini, Ilagan, Furao im Stromgebiet des Rio Grande de Cagayán, wie bei Tuao am Rio Chico de Cagayán. Am dichtesten wohnen sie zwischen dem Rio Magat und Rio Chico de Cagayán.Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4;Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.19. Itetapanen (Itetapanes).Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54;Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.20. Guinanen (Guinanes).Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser, welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden (Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.21. Calauas oder Itaves.Die Calauas (sprich: Cala-ú-as) wohnen von Santacruz (an einem Zuflusse des Rio Chico de Cagayán) bis Nachsiping am Rio Grande. Sie reichen bis Piat und Tuao im Süden und Malaueg im Norden, nach letzteren Orten werden sie und ihr Idiom auch Malaueg oder Malauec genannt. Bei den nördlichen Stämmen ist der Name Itaves der gebräuchlichere, im Süden aber Calauas. Ihre Tracht erinnert an ihre Nachbarn, die Guinanen, während ihre ganze Lebensweise in’s volle Gegentheil schlägt. Sie sind noch friedfertiger als die ihnen nach Mas (pobl. 28) ähnlichen Gaddanen, und zeichnen sich besonders durch fleissigen Feldbau aus. Nächst Reis wird am intensivsten Tabak gebaut, dessen Anpflanzung sie eine besondere Pflege zuwenden (Buzeta I, 56). Ihr Tabak wird als der beste der Provinz Cagayán bezeichnet, und das will so viel sagen, als dass der Tabak des Calaua-Gebietes der beste der Philippinen ist. Nach der Tabakernte werden die gesammelten Blätter zuerst einem Gährungsprocesse unterworfen, dann aber wieder an der frischen Luft getrocknet. In kleine Ballen gepackt wird dann der Tabak nach Ilócos Sur und Abra eingeschmuggelt (Mas, pobl. 8;Buzeta I, 56).Religion unbekannt. Sie sind wie die Guinanen noch unabhängig, doch ist in diesem Jahre ein Truppencorps gegen sie abgeschickt worden, um sie zu unterwerfen.22. Gamunangen und Bayabonanen.Der Name dieser beiden Stämme findet sich nur an einer einzigen Stelle bei Mas (pobl. 41) vor, nach dieser leben sie in den Bergen östlich undsüdöstlichvon Tuao. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass sie nur Zweige eines grösseren Stammes, etwa der Dadayag sind.23. Dadayags.Die Dadayags oder Dadayas wohnen in der Provinz Cagayan, und zwar am linken Ufer des Mittellaufes des Rio Grande de Cagayan (jedoch nicht unmittelbar an diesem Strome), etwa in der Höhe des Ortes Cabagan. Über ihre Lebensweise ist nichts Näheres bekannt.24. Nabayuganen (Nabayuganes).Dieser Volksstamm wird auch nur einzig und allein von Mas (pobl. 41) erwähnt. Sie wohnen im Westen von Malaueg, einem Orte, welcher an einem der nördlichsten Nebenflüsse des Rio Chico de Cagayan liegt. Die Nabayuganen sind im Besitze eines eigenen Idioms. Das ist Alles, was wir gegenwärtig von ihnen wissen.25. Aripas.Die Aripas (auch Aribas, Aripanes genannt) wohnen in dem Landstriche südlich von der Vereinigung des Rio Grande und Rio Chico de Cagayán zwischen Nagsiping und Tubang, dann hausen sie auch in dem südlichen Theile jenes Gebirgszuges, welcher die Wasserscheide zwischen dem Stromsystem des Rio Grande de Cagayán und dem Rio Apayo bildet.Sie sind sehr friedfertiger Natur (Buzeta I, 310). Ein Theil von ihnen giebt den Missionären grosse Hoffnung baldiger vollständiger Bekehrung.26. Calingas.Nach Semper (Erdk. X, 256) scheint der Name Calinga eine Collectivbezeichnung „unbekannter” Bedeutung zu sein, da so auch alle die Provinzen Isabela, Cagayán und Nueva Vizcaya bewohnenden Infieles (Heiden) genannt werden, Semper nennt deshalb auch die Irayas Calingas. Ich bezeichne hier mit diesem Namen jenen heidnischen Malaienstamm, welcher in demselben Gebirge wie die Aripas nur mehr im nördlichen Theile wohnt und speciell Calingas genannt wird. Über sie ist wenig bekannt. Sie sollen viel chinesisches Blut in ihren Adern haben (Schadenberg 165). Sie sind kriegerischer als die Aripas. Nach der Zahl der getödteten Feinde ziehen sie Streifen auf ihre Arme (Bastian, Reisen V, 274).27. Tinguianen.Die Tinguianen werden auch Itanegas, Tinggianes, seltener Tingues (so bei Morga) genannt. Sie bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches von Candon in Ilócos Sur sich ungefähr bis zum Mte. Pacsan an der Grenze Cagayans und Ilócos Norte ausdehnt, ja ihre am meisten nach Süden vorgeschobenen Niederlassungen reichen bis Santa Cruz in der Nähe der Punta Darigallos (Namagpacan), so dass sie die Bewohner von drei Provinzen sind, nämlich von Ilócos Sur, Abra und Ilócos Norte. Der an der Küste von Ilócos Sur 1736 begründete Pueblo Santiago war die erste christliche Niederlassung derselben, früher scheinen sie nicht bis zu den Gestaden des Meeres gereicht zu haben, sie gehen hier auch allmählich in die Ilocanen auf, indem sie deren Sprache annehmen, so dass der südliche Theil der Tinguianen unrettbar der Entnationalisirung anheimgefallen ist. Besser erhalten sie sich in den am linken Ufer des Abra liegenden christlichen Pueblos Banguet und Tayun, obwohl auch hier durch ilocanische Zuwanderer Gefahr droht. Die christliche Religion trägt auf den Philippinen am meisten zur Entnationalisirung bei, es trifft bei allen bekehrten Malaien dasselbe Bild ein mutatis mutandis, das wir von den Tagalen entworfen haben.Bei den Spaniern finden wir die Neigung vor, die Tinguianen für einen von den übrigen Bergstämmen Luzons gänzlich verschiedenen Stamm zu halten, indem sie ihre diessfällige Meinung auf die sehr helle Hautfarbe und ihre grosse Friedfertigkeit hinweisen. Es ist diess ganz ungerechtfertigt, und diese Meinung konnte nur so lange eine gewisse Berechtigung haben, als man eben nur die Igorroten und Apoyaos kannte, welche allerdings durch ihre Grausamkeit und Kriegslust einen grellen Gegensatz zu den gutmüthigen Tinguianen darstellten. Wir haben aber gesehen, dass die Bergstämme Luzons nicht insgesammt Kopfjäger und Bluthunde sind, sondern, dass es vielmehr genug Stämme giebt, die an Friedfertigkeit den Tinguianen in gar Nichts nachstehen. In ihren Sitten und ihrer religiösen Anschauung liegt gleichfalls nichts, was die Meinung rechtfertigen könnte, die Tinguianen seien ein zu der Gesammtheit der nordluzonischen Stämme im Gegensatze stehender Stamm.Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache derTinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.Von den benachbarten Igorroten unterscheiden sie sich vortheilhaft durch ihre Reinlichkeit. Charakteristisch bei ihrer Tracht ist die turbanähnliche Kopfbedeckung, welche aus einem langen Stücke Zeug besteht, dessen Enden graciös über Schulter und Rücken fallen. Die Männer tragen eine vorne zuschliessende Jacke, wie sie die chinesische Küstenbevölkerung trägt, und weite Pantalons. Die Weiber gehen in derselben Tracht umher wie jene der Igorroten, nur sind die Kleiderstoffe der ersteren weiss (Buzeta I, 55), während die letzteren dunkelblaue oder blau und weiss gestreifte Zeuge vorziehen. Man sieht also, dass auch hier sich kein Gegensatz zu den Igorroten herausklügeln lässt. Vornehme Frauen tragen Gewänder, welche mit reichgestickten weissen oder rothen Bändern verziert sind (Buzeta, l. c.). Den Kopf umwinden sie mit dem Turban oder einer schmäleren Binde (Buzeta, l. c.;Ilustr. 1860, n. 12, p. 153). Der Unterarm wird vom Ellenbogen bis zum Handgelenke mit Armbändern geschmückt. Dieselben bestehen aus buntfarbigen Glasperlen oder Steinchen, letztere kommen von den Batanes-Inseln her und werden von den Tinguianen auf den Märkten der Pueblos von Ilócos eingekauft (Ilustracion 1860, n. 14, p. 164). Diese Armbänder drücken durch ihre Schwere die Arme wund, die Eitelkeit trägt aber über den Schmerz den Sieg davon. Auch die untere Hälfte der Waden wird mit diesem beschwerlichen Schmucke versehen (Buzeta I, 55;Ilustracion 1860, n. 12, p. 153). Ohrgehänge und Geschmeide aus Kupfer und Silber tragen sie in derselben Weise wie die Igorroten (Scheidnagel 125).In ihren kleinen Dörfern leben sie in glücklicher Zufriedenheit. Ihre Waffen, die Lanze und eine Axt „Aliva”, deren Eisenfläche Quadratform besitzt mit einer rückwärts befindlichen Spitze, dienen nur zur Abwehr der Angriffe ihrer blutdürstigen Feinde, der Guinanen13. Sie bauen Reis in reichlicher Menge (Mas, pobl. 12), ebenso besitzen sie einen reichlichen Viehstand an Büffeln, Rindern und Pferden (l. c.). Wie wir wissen, sind die Igorroten auch Ackerbauer und Besitzer von Vieh, sehen sich aber gezwungen, sowohl Reis wie Vieh von den Christen einzukaufen, während die Tinguianen beides auf die Märkte von Ilócos bringen (Buzeta I, 55). Ihre Felder besitzen ebenfalls ein künstliches Berieselungssystem (Buzeta, l. c.). Sie sind nicht ohne Industrie, besonders ihre Holzschnitzarbeiten haben einen guten Ruf; die Igorroten von Abra wagen sich sogar an das Schnitzen von Figuren (Scheidnagel 126). Ausser mit Reis und Vieh erscheinen sie auch mit Goldstaub, Wachs und Häuten auf den Märkten von Ilócos. Holz wird von ihnen auf dem Wasser ihrer Flüsse herabgeschwemmt (Buzeta I, 58). Sie kommen bis auf den Markt von Vigan (Ilustr. 1860, n. 14, p. 165).Ein Theil von ihnen ist bereits zum Christenthum bekehrt. Die übrigen haben einen ähnlichen Ahnencultus wie die übrigen Malaien Luzons; ob sie ausser den Seelen ihrer Vorfahren andere Götter verehren, ist mir unbekannt. Wie alle philippinischen Malaien haben auch sie vor Schlafenden eine grosse Scheu, ihr stärkster Fluch lautet: „mögest du im Schlafe sterben!” (Mas, pobl. 14). Dieser Fluch beruht nach Jagor (Reisen 132) auf dem Glauben, dass, wie schon erwähnt, die Seele im Traume den Körper verlasse.Die Geburt14geht ungemein leicht von Statten, die Mutter eilt nach der Reinigung sofort zur gewohnten Arbeit.Die Reinigung besteht darin, dass die Mutter das neugeborene Kind unmittelbar nach der Geburt in das Wasser eines Baches oder Flusses taucht, ist kein Wasser in der Nähe, so reinigt sie es mit einem Bananenblatt oder Halmen. Nach dieser Reinigung giebt die Mutter dem Kinde irgend einen Thiernamen.Ehen werden durch die Eltern vermittelt, sobald sie eine gegenseitige Neigung an ihren Kindern wahrnehmen. Durch einen Trommler—„Batintin” genannt—werden die Hochzeitsgäste eingeladen. Das Hochzeitsfest beginnt schon zeitlich Morgens, es besteht aus einem Schmause und Trinkgelage. Der Speisezettel hat nur Reis und Braten von Schweinen, Rindern und Büffeln aufzuweisen. Die Getränke sind verschiedene aus Zuckerrohr oder Reis bereitete Branntweinsorten. Das Bankett entbehrt auch nicht der Tafelmusik, obwohl sie ausser der Trommel nur zwei Instrumente besitzen, nämlich Flöten aus Rohr und zwei Gattungen Guitarren. Letztere werden aus Rohrstückchen zusammengesetzt und sind dreisaitig, jedoch werden die Saiten nicht aus Thierdärmen, sondern aus den Blattfasern einer weiter nicht genannten Pflanze bereitet. Die Pausen während des Schmauses, an dem die gesammten Bewohner des Dorfes Theil nehmen, werden durch Tanz ausgefüllt.Abends führt der Angesehenste die Neuvermählten in ihre Hütte, wo sie das Brautbett in Gestalt einer auf den Boden gelegten mächtigen Matte erwartet. Auf die Matte legen sich die jungen Eheleute in der Weise nieder, dass zwischen ihnen ein Raum von zwei Ellen Entfernung frei bleibt, wo sich ein 6- bis 8jähriger Knabe niederlässt, denn bis zum nächsten Tage darf die Ehe nicht vollzogen werden, ja nicht einmal Worte miteinander zu wechseln ist den Gatten erlaubt.Die Ehen werden leicht und rasch geschieden, man geht zum Dorfältesten oder (in einem bereits spanisch gewordenen Dorfe) zum Gobernadorcillo, der gegen eine Abgabe von 5 Pesos, 2 Büffeln, 2 Schweinen, 2 Cavanen Reis, 2 Tinajas Palmwein die Ehe scheidet. Diese Geldbusse zahlt jener Gatte, welcher die Scheidung beantragt. Die Pönalsumme wird zu einem grossen Festschmause verwendet, an dem wie bei der Hochzeit das ganze Dorf Theil nimmt. Bei einer Scheidung bleiben die Säuglinge der Mutter, die übrigen Kinder werden nach dem Willen jenes Gatten vertheilt, welcher der passive Theil, d. h. der Nichtbeantrager war. Ist aber ein Streit oder gar ein Verbrechen die Ursache der Scheidung, so verliert der schuldige Theil das Recht, über den Verbleib oder die Zuweisung der Kinder zu entscheiden. In diesem Falle muss auch der schuldige Theil die oben erwähnte Geldbusse zahlen, selbst wenn der andere Gatte die Scheidung beantragt. Bei jenen Tinguianen, welche spanische Unterthanen geworden sind, wird mitunter an den Provinzgouverneur appellirt.Die Reichen schliessen auf diese Weise 15 bis 20 Ehen nacheinander; bei den Armen finden Ehescheidungen selten oder gar nicht Statt, indem sie nicht im Stande sind, jene unumgängliche Geldbusse zu zahlen. Es ereignet sich mitunter, dass ein Mann drei, vier Mal eine und dieselbe Frau heirathet und sich wieder scheiden lässt.Wird ein Tinguiane krank, so erhält er so gut wie keine Pflege; sobald die Krankheit einen derartigen Verlauf nimmt, dass keine Hoffnung auf Genesung vorhanden ist, so wird der Kranke von den Seinen lieblos verlassen, und muss ähnlich wie der Eskimo sein Leben beschliessen. Kaum hat der Sterbende den letzten Athemzug gethan, so wird auch schon seine Leiche aus der Wohnstätte herausgeschafft und dicht unter der Hütte vergraben. Über dem Grabe werden grosse Steine aufgehäuft. An gewissen Tagen des Jahres werden auf diese eigenthümlichen Grabmonumente Lebensmittel gelegt, damit die Seelen der Verstorbenen ihren Hunger stillen könnten.Die Namen der Verstorbenen werden von deren Hinterbliebenen nicht mehr genannt, so dass, wenn man einen Tinguianen nach dem Namen eines seiner Ahnen fragt, dieser den Fragesteller an einen Kameraden weist, da er selbst die Antwort nicht ertheilen dürfe. Diese Sitte ist für die spanischen Beamten keine Erleichterung in ihrem Dienste.Im Jahre 1624 begannen die ersten unglücklichen Versuche der Spanier, die Tinguianen zu unterwerfen, erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts drang die spanische Herrschaft immer mehr in die Berge und Thäler jenes intelligenten Stammes vor, bereits 1848 zählte man, nach Diaz Arenas, 8717 Tinguianen, welche die spanische Hoheit anerkannten, während heute nur ein geringer Theil noch seine Unabhängigkeit bewahrt hat. In diesem Theile Luzons breitet sich das spanische Hoheitsgebiet sehr rasch und unblutig aus.28. Adangs.Der Name der Adangs hat zahlreiche Variationen und Lesearten aufzuweisen: Adangtas, Adanginos, Adanes, Adamitas. Sie wohnen im nordwestlichen Winkel Luzons, um den Pueblo Adan(g) und den gleichnamigen Berg15. Ihre Zahl ist keine grosse, trotzdem bilden sie eine Nation für sich, indem ihre Sprache keine Ähnlichkeit mit jener ihrer Nachbarn (der Ilocanen, Tinguianen, Apoyaos, Cagayanen) besitzt (Buzeta y Bravo I, 271). In ihren Sitten haben sie vieles, was an die Apayaos erinnert (Ilustr. 1860, n. 17, p. 200). Seit 1720 begann ihre Christianisirung, und bald erfolgte auch die Gründung des christlichen Pueblos Adan(g)(Mozo 73). Das Christenthum wird auch hier tagalisirend einwirken.29. Apayaos.Der gefürchtete Kriegerstamm der Apayaos wohnt in den Bergregionen des Stromgebietes des Rio Apayao, ferner in dem nördlichen Theile der Ostabhänge jenes Gebirges, welches die Provinzen Cagayán und Ilócos Norte scheidet. Im Süden reichen sie bis zur Stadt Malaueg (oder Malauec) im Stromgebiet des Rio Chico de Cagayán. Sie werden auch Apayos oder Apoyaos genannt.Ihre Hütten sind aus Balken einer Cedergattung „Danigga” erbaut, sie ruhen auf sehr hohen Pfeilern, während die Dachbedeckung durch Rohr ähnlich wie in Ilócos hergestellt wird (Mas, pobl. 28). Der Grundriss ist stets viereckig und an den vier Ecken stehen mächtige grosse Pfeiler. Der Fussboden besteht aus glatt zugehauenen Cederdielen, die Zwischenwände sind aus Palmblättern verfertigt. Der Feuerherd ist in einer Ecke der Hauptwohnung angebracht. Wodurch sie sich aber vor allen übrigen Bewohnern Luzons auszeichnen, ist die Sorgfalt, mit der sie das Innere ihrer Hütten ausschmücken, besonders beliebt sind chinesische Krüge und Vasen (Buzeta I, 57). Sie bauen auch Getreide, insbesondere Mais (Buzeta, l. c.). Auch Tabak wird, und zwar im grossen Stile, angepflanzt und damit ein schwunghafter Schmuggel getrieben (l. c.). Sie pflanzen auch einen vorzüglichen Cacao, den sie nach Ilócos exportiren (Mas, pobl. 28;Buzeta, l. c.).Ein Theil der Apayaos ist bereits christlich geworden (Buzeta I, 306), die übrigen hängen fest an ihrem alten Glauben, der in einem intensiven Ahnencultus besteht. Die Waffen und Schmuckgegenstände der verstorbenen Ahnen werden an den Wänden der Hütten aufgehängt, und um diese Trophäen herum rothgefärbte Bejuco-Stäbe, zu verschiedenen Figuren zusammengestellt, an der Wand befestigt (Buzeta I, 60), oder es wird die Lanze16des Ahnen in die Wand gebohrt und mit rothgefärbtem Bejuco-Geflecht oder den aus bessern Zeugen bestehenden Lendenschürzen17des Verstorbenen behängt (Mas, pobl. 16). Zu den Seiten dieser Trophäen werden Matten, verfertigt aus der Rinde des Afutag-Baumes, aufgespannt oder befestigt (Buzeta, l. c.). Dabei fehlt nie ein eigenthümlich geformtes irdenes Trinkgeschirr, aus welchem sie bei ihren Festgelagen den Anitos, d. h. den Seelen ihrer Vorfahren, Libationen darbringen (Mas, pobl. 16;Buzeta I, 60). Diese Trophäen werden von ihnen ängstlich gehütet und sind ihnen auch zu keinem Preise feil.Auch sie sind Kopfjäger. Starb einer, insbesondere ein Vornehmer, so machten sich seine Verwandten auf, um auf die Kopfjagd auszugehen. Je höher im Ansehen der Verstorbene stand, desto mehr Köpfe sollten zum Todtenopfer fallen (Mozo 69;Buzeta I, 306). Sie legen sich dann in einen Hinterhalt, um dann plötzlich den arglosen Reisenden zu überfallen und mit Lanzenstichen zu tödten, worauf sie den Kopf abschneiden, den übrigen Leichnam aber am Orte der Blutthat zurücklassen. Die erbeuteten Schädel werden dann um den Todten aufgestellt, worauf ein Schmaus und Trinkgelage Statt findet, bei welchem viehisch gegessen und getrunken wird. Ist diese lärmende Festlichkeit vorüber, so wird dann erst der Leichnam bestattet, und zwar werden ihm in das Grab Speisen, Getränke und jene Feindesschädel mit hineingegeben (Mozo 69). Heute ist diese grausame Sitte im Abnehmen begriffen, nur die im Quellgebiete des Rio Apayao lebenden Apayaos wollen davon nicht lassen. Viele Apayaos sind bereits spanische Unterthanen geworden.
8. Altasanen (Altasanes) und Ilamuts.Wo diese beiden den Igorroten naheverwandten Stämme ihre Wohnsitze haben, war mir nicht möglich sicher zu ergründen. Nicht einmal der Name des ersteren Stammes ist sichergestellt, indem Mas (pobl. 14) und nach ihm Bastian (Reisen V, 272) Altabanes schreiben, während Buzeta y Bravo die Schreibweise Altasanes führt. Merkwürdigerweise scheint Dr. Bastian, durch diese verschiedene Schreibweise verleitet, Altasanes und Altabanes für zwei verschiedene Stämme zu halten (vgl.Bastian, Reisen V, 272 u. 274). Altasanen und Ilamuts verehren einen Gott Namens Cabiga und dessen Frau, welche bei Buzeta (Dicc. I, 60) Bujan, bei Mas (pobl. 14) Bujas heisst. Das ist Alles, was wir über diese beiden Stämme wissen. Ihre Wohnsitze sind jedenfalls in der Provinz Nueva Vizcaya zu suchen.9. Bujuanos.Die Bujuanos sind ein ebenfalls den Igorroten naheverwandter Stamm in der Provinz Isabela (Scheidnagel 35). Ihre Wohnsitze konnte ich nicht näher ermitteln.10. Panuipuyes.Die Panuipuyes oder Panipuyes sind Igorrotenstämme, von denen nichts weiter bekannt ist als der Name (Mas, pobl. 28;Buzeta I, 58). Wohnstätten wahrscheinlich im westlichen Nueva Vizcaya oder Isabela. Vielleicht sind sie nur ein Zweig der Mayoyaos.11. Isinays.Die Isinays wohnen am mittleren Rio Agno bis gegen den von den Spaniern Caraballo Sur genannten Gebirgsstock, im westlichen Theile der ehemaligen Provinz Ituy. In ihren Sitten und Bräuchen gleichen sie den Bergstämmen der nördlichen Nachbarstriche. Zwischen 1715–40 wurden sie zum Christenthume bekehrt (Mozo 40 f.). Im Jahre 1788 gab es noch 3900 wilde Isinays (Mas, pobl. 38). Sie scheinen jetzt ihren Dialekt einzubüssen und vollständig in die Pampangos und Pangasinanen einzugehen.Mit ihnen naheverwandt scheinen die Jumangis zu sein, die seit Mozo (Misiones 58) kein neuerer Schriftsteller erwähnt.12. Abacas.Die kleine Nation der Abacas lebt südlich vom Bergstock Caraballo Sur, in der Umgegend von Caranglan. Ihre Sprache scheint erloschen zu sein, wenigstens machen die spanischen Censuslisten hiervon keine Erwähnung, früher besassen sie aber ein eigenes Idiom, das sich selbst von dem der ihnen sonst in Sitten ähnlichen Italonen unterschied, wie diess Fr. Antolin de Alzaga, der unter ihnen 1702 als Missionär lebte, ausdrücklich hervorhebt (Mozo 20). Von den Italonen, mit denen sie in beständigem Kriege begriffen waren, unterschieden sie sich auch durch die Polygamie, die bei ihnen üblich war (Mozo, l. c.). Sie scheinen Kopfjäger gewesen zu sein, heute sind sie friedliche Christen.13. Italonen (Italones).Die Italonen wohnen nördlich vom Caraballo Sur im südlichen Theile der Provinz Nueva Vizcaya, wo auch ihre grösseren Orte Lublub, Bayombon, Dupax &c. liegen. Sie sind erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts allmählich zum Christenthum bekehrt worden, das aber nur oberflächlich an ihnen haftet. Im Jahre 1702 zählten sie 52 Dörfer, welche ein nettes Aussehen hatten, ihre Hütten waren von ansehnlicher Grösse. Obwohl sie eifrige Jäger waren und der Fischfang in ihren Bächen und Flüssen reichliche Beute lieferte, so bildete dennoch Reis ihre Hauptnahrung, sie bestellten die Äcker mit Sorgfalt und waren durch Aufspeichern von Reisvorräthen in der Lage, bei etwa eintretenden Missernten der Hungersnoth vorzubeugen (Mozo 19 u. 26). Ob sie andere Hausthiere als den Hund besassen, ist mir nicht bekannt, obwohl manches darauf schliessen lässt, dass der Büffel und das Schwein wenigstens in geringer Zahl gezüchtet oder eingehandelt wurden. Aus Zuckerrohr bereiteten sie ein berauschendes Getränk, Ilang genannt (Mozo 32). Ihre Waffen waren Lanze, Waldmesser und Schild. Ihre unbändige Kriegslust, die gegen ihre sonstige Liebenswürdigkeit (Mozo 19) eigenthümlich abstach, reizte sie zu beständigen Fehden mit den Nachbarstämmen, insbesondere den Abacas und den Balugas, wobei derjenige den grössten Ruhm davontrug, der die meisten Feindesschädel heimbrachte, denn sie waren Kopfjäger (Mozo 32, 35). Diese eigenthümlichen Trophäen wurden in der Hütte sorglich aufbewahrt, nur pflegten sie vorher den Schädel seiner Zähne zu berauben, um damit den Handgriff ihres Hackmessers auszuschmücken (Mozo 22). Ihre Kriegführung beruhte hauptsächlich auf List und Überrumpelung, der offene Kampf, Mann gegen Mann, wurde so sehr als möglich gescheut; am liebsten überfielen sie den Feind in der Nachtzeit (Mozo 34). Die erlittenen Wunden, sowie andere Krankheiten heilten sie durch verschiedene Kräuter, über welche Mozo (Misiones 56) eingehend berichtet. Sie sollen auch das Blut der erschlagenen Feinde getrunken und Theile von deren Hinterhaupte und Eingeweiden roh verzehrt haben, um den Muth des Erschlagenen zu erben (Mozo 32 f.;Mas, pobl. 22). Starb ein angesehener Häuptling, so hüllten sie ihre Waffen zumZeichen der Trauer ein, und diese Ceremonie nannten sie Magbalata.Wie bei den Igorroten war auch bei ihnen nur Monogamie üblich, die Ehen konnten nur durch den Tod eines der Gatten gelöst werden (Mozo 19). Kebsweiber neben der Gattin zu halten, war untersagt, auch durften Blutsverwandte keine Ehen untereinander eingehen (l. c.).Über ihre frühere Religion stehen mir nur die dürftigen Notizen des Augustiners P. Arzaga zur Verfügung. Nach diesen glaubten sie an einen einzigen Gott, der die Guten belohne und die Bösen bestrafe, doch wussten sie nicht zu sagen, in was die Belohnung bezw. Strafe zu bestehen hätte. Dieser Gott hatte nach ihrer Ansicht im Himmel seinen Wohnsitz. Auffallend ist, dass dieser Gott unbeweibt lebt, während sonst alle Bergstämme von Nord-Luzon nur Götterpaare kennen. Sie glaubten auch an die Unsterblichkeit der Seele, was den Schluss zu ziehen gestattet, dass der Ahnencultus ihnen nicht unbekannt gewesen sein mag.Von diesen erwähnten und dargestellten Bräuchen und Sitten hat sich wenig erhalten, das Christenthum hat ihrem ganzen Leben tagalisches Gepräge verliehen.14. Ibilaos.Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57;Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).15. Ilongoten (Ilongotes).Die Ilongoten, auch Ilungut oder Ylungut genannt, wohnen in den Provinzen Nueva Vizcaya, Isabela und Príncipe, streifen aber auch nach Nueva Écija herüber. Die Cordillere zwischen Baler und Casiguran ist ihr Hauptsitz. Nach einer durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Hofrathes Dr. A. B. Meyer mir zur Ansicht geliehenen Photographie sind ihre Augen langgeschlitzt und schief gestellt. Oberlippe und Kinn haben einen Bartanflug. Das Haar wird auch von den Männern lang getragen; es wird in einen Zopf geflochten, der oft bis zu den Hüften reicht. Ihre Kleidung besteht nur aus dem auch bei den Igorroten üblichen Lendengewand. Den linken Unterarm zieren eng aneinander (spiralförmig?) gefügte Ringe, offenbar aus Metalldraht. Semper (Skizzen 138) charakterisirt sie mit folgenden Worten: „Sie gehören mit zu den wildesten Stämmen des Landes, und sie stehen mit den Christen sowohl, wie mit den nahe wohnenden Negritos in beständiger Fehde”. Sie sind leidenschaftliche Kopfjäger (Mas, pobl. 28;Semper, Erdk. XIII, 251). Sie bekämpfen nicht nur die Negritos und fremden Stämme, ein Dorf gegen das andere steht feindlich auf, um die kostbare Schädelbeute zu erjagen. Auf eigenen Instrumenten werden die blutigen Trophäen heimgetragen und an der Thüre des Siegers aufgehängt. Ähnlich wie bei anderen Bergstämmen Luzons wird die Rückkehr einer siegreichen Kopfjägerbande mit grossen Festlichkeiten und Tänzen gefeiert. Semper (l. c.) nimmt die Ilongoten gegen den Vorwurf des Cannibalismus in Schutz.—Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Erdk. X, 265). Über ihre Zahl ist mir nichts Näheres bekannt, am 2. Mai 1851 zählte man in Nueva Vizcaya 252 erwachsene und 255 noch im Kindesalter stehende friedliche Ilongoten. Die Ilongoten der Provinz Isabela leben im Augenblicke im Frieden mit den Spaniern, doch trauen ihnen diese nicht.16. Mayoyaos (nebst Quianganen, Pungianen und Silipanen).Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten, durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva Vizcaya sesshaft10. Ich vermuthe überhaupt,dass die Mayoyaos mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden, doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): „Einige tragen ein breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder, bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen (spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge, aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle, die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf, wenngleich der Haarwuchs kein dichter war”. Die Kleidung der wilden Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein, obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851 4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen, wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen gezählt wurden (Dias Arenas 515).Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den Pungianen identisch.17. Ifugaos.Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I, 55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter, als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste, welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde11(?) tragen, als es ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige, hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet, am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme, besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand, der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas, pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne, Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao, Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig; Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas, l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.18. Gaddanen (Gaddanes).Die Gaddanen (richtiger: Gad-danen) werden besonders in Missionswerken älteren Datums auch Yogades genannt. Ihr Hauptgebiet ist die Commandancia Saltan, welche von ihnen nahezu ausschliesslich bewohnt wird, von hier dehnen sich ihre Wohnsitze nach den benachbarten Provinzen Isabela, Nueva Vizcaya und Cagayán aus. Man findet sie ebenso bei Gabagan am Rio de Calao, bei Tarnauini, Ilagan, Furao im Stromgebiet des Rio Grande de Cagayán, wie bei Tuao am Rio Chico de Cagayán. Am dichtesten wohnen sie zwischen dem Rio Magat und Rio Chico de Cagayán.Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4;Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.19. Itetapanen (Itetapanes).Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54;Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.20. Guinanen (Guinanes).Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser, welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden (Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.21. Calauas oder Itaves.Die Calauas (sprich: Cala-ú-as) wohnen von Santacruz (an einem Zuflusse des Rio Chico de Cagayán) bis Nachsiping am Rio Grande. Sie reichen bis Piat und Tuao im Süden und Malaueg im Norden, nach letzteren Orten werden sie und ihr Idiom auch Malaueg oder Malauec genannt. Bei den nördlichen Stämmen ist der Name Itaves der gebräuchlichere, im Süden aber Calauas. Ihre Tracht erinnert an ihre Nachbarn, die Guinanen, während ihre ganze Lebensweise in’s volle Gegentheil schlägt. Sie sind noch friedfertiger als die ihnen nach Mas (pobl. 28) ähnlichen Gaddanen, und zeichnen sich besonders durch fleissigen Feldbau aus. Nächst Reis wird am intensivsten Tabak gebaut, dessen Anpflanzung sie eine besondere Pflege zuwenden (Buzeta I, 56). Ihr Tabak wird als der beste der Provinz Cagayán bezeichnet, und das will so viel sagen, als dass der Tabak des Calaua-Gebietes der beste der Philippinen ist. Nach der Tabakernte werden die gesammelten Blätter zuerst einem Gährungsprocesse unterworfen, dann aber wieder an der frischen Luft getrocknet. In kleine Ballen gepackt wird dann der Tabak nach Ilócos Sur und Abra eingeschmuggelt (Mas, pobl. 8;Buzeta I, 56).Religion unbekannt. Sie sind wie die Guinanen noch unabhängig, doch ist in diesem Jahre ein Truppencorps gegen sie abgeschickt worden, um sie zu unterwerfen.22. Gamunangen und Bayabonanen.Der Name dieser beiden Stämme findet sich nur an einer einzigen Stelle bei Mas (pobl. 41) vor, nach dieser leben sie in den Bergen östlich undsüdöstlichvon Tuao. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass sie nur Zweige eines grösseren Stammes, etwa der Dadayag sind.23. Dadayags.Die Dadayags oder Dadayas wohnen in der Provinz Cagayan, und zwar am linken Ufer des Mittellaufes des Rio Grande de Cagayan (jedoch nicht unmittelbar an diesem Strome), etwa in der Höhe des Ortes Cabagan. Über ihre Lebensweise ist nichts Näheres bekannt.24. Nabayuganen (Nabayuganes).Dieser Volksstamm wird auch nur einzig und allein von Mas (pobl. 41) erwähnt. Sie wohnen im Westen von Malaueg, einem Orte, welcher an einem der nördlichsten Nebenflüsse des Rio Chico de Cagayan liegt. Die Nabayuganen sind im Besitze eines eigenen Idioms. Das ist Alles, was wir gegenwärtig von ihnen wissen.25. Aripas.Die Aripas (auch Aribas, Aripanes genannt) wohnen in dem Landstriche südlich von der Vereinigung des Rio Grande und Rio Chico de Cagayán zwischen Nagsiping und Tubang, dann hausen sie auch in dem südlichen Theile jenes Gebirgszuges, welcher die Wasserscheide zwischen dem Stromsystem des Rio Grande de Cagayán und dem Rio Apayo bildet.Sie sind sehr friedfertiger Natur (Buzeta I, 310). Ein Theil von ihnen giebt den Missionären grosse Hoffnung baldiger vollständiger Bekehrung.26. Calingas.Nach Semper (Erdk. X, 256) scheint der Name Calinga eine Collectivbezeichnung „unbekannter” Bedeutung zu sein, da so auch alle die Provinzen Isabela, Cagayán und Nueva Vizcaya bewohnenden Infieles (Heiden) genannt werden, Semper nennt deshalb auch die Irayas Calingas. Ich bezeichne hier mit diesem Namen jenen heidnischen Malaienstamm, welcher in demselben Gebirge wie die Aripas nur mehr im nördlichen Theile wohnt und speciell Calingas genannt wird. Über sie ist wenig bekannt. Sie sollen viel chinesisches Blut in ihren Adern haben (Schadenberg 165). Sie sind kriegerischer als die Aripas. Nach der Zahl der getödteten Feinde ziehen sie Streifen auf ihre Arme (Bastian, Reisen V, 274).27. Tinguianen.Die Tinguianen werden auch Itanegas, Tinggianes, seltener Tingues (so bei Morga) genannt. Sie bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches von Candon in Ilócos Sur sich ungefähr bis zum Mte. Pacsan an der Grenze Cagayans und Ilócos Norte ausdehnt, ja ihre am meisten nach Süden vorgeschobenen Niederlassungen reichen bis Santa Cruz in der Nähe der Punta Darigallos (Namagpacan), so dass sie die Bewohner von drei Provinzen sind, nämlich von Ilócos Sur, Abra und Ilócos Norte. Der an der Küste von Ilócos Sur 1736 begründete Pueblo Santiago war die erste christliche Niederlassung derselben, früher scheinen sie nicht bis zu den Gestaden des Meeres gereicht zu haben, sie gehen hier auch allmählich in die Ilocanen auf, indem sie deren Sprache annehmen, so dass der südliche Theil der Tinguianen unrettbar der Entnationalisirung anheimgefallen ist. Besser erhalten sie sich in den am linken Ufer des Abra liegenden christlichen Pueblos Banguet und Tayun, obwohl auch hier durch ilocanische Zuwanderer Gefahr droht. Die christliche Religion trägt auf den Philippinen am meisten zur Entnationalisirung bei, es trifft bei allen bekehrten Malaien dasselbe Bild ein mutatis mutandis, das wir von den Tagalen entworfen haben.Bei den Spaniern finden wir die Neigung vor, die Tinguianen für einen von den übrigen Bergstämmen Luzons gänzlich verschiedenen Stamm zu halten, indem sie ihre diessfällige Meinung auf die sehr helle Hautfarbe und ihre grosse Friedfertigkeit hinweisen. Es ist diess ganz ungerechtfertigt, und diese Meinung konnte nur so lange eine gewisse Berechtigung haben, als man eben nur die Igorroten und Apoyaos kannte, welche allerdings durch ihre Grausamkeit und Kriegslust einen grellen Gegensatz zu den gutmüthigen Tinguianen darstellten. Wir haben aber gesehen, dass die Bergstämme Luzons nicht insgesammt Kopfjäger und Bluthunde sind, sondern, dass es vielmehr genug Stämme giebt, die an Friedfertigkeit den Tinguianen in gar Nichts nachstehen. In ihren Sitten und ihrer religiösen Anschauung liegt gleichfalls nichts, was die Meinung rechtfertigen könnte, die Tinguianen seien ein zu der Gesammtheit der nordluzonischen Stämme im Gegensatze stehender Stamm.Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache derTinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.Von den benachbarten Igorroten unterscheiden sie sich vortheilhaft durch ihre Reinlichkeit. Charakteristisch bei ihrer Tracht ist die turbanähnliche Kopfbedeckung, welche aus einem langen Stücke Zeug besteht, dessen Enden graciös über Schulter und Rücken fallen. Die Männer tragen eine vorne zuschliessende Jacke, wie sie die chinesische Küstenbevölkerung trägt, und weite Pantalons. Die Weiber gehen in derselben Tracht umher wie jene der Igorroten, nur sind die Kleiderstoffe der ersteren weiss (Buzeta I, 55), während die letzteren dunkelblaue oder blau und weiss gestreifte Zeuge vorziehen. Man sieht also, dass auch hier sich kein Gegensatz zu den Igorroten herausklügeln lässt. Vornehme Frauen tragen Gewänder, welche mit reichgestickten weissen oder rothen Bändern verziert sind (Buzeta, l. c.). Den Kopf umwinden sie mit dem Turban oder einer schmäleren Binde (Buzeta, l. c.;Ilustr. 1860, n. 12, p. 153). Der Unterarm wird vom Ellenbogen bis zum Handgelenke mit Armbändern geschmückt. Dieselben bestehen aus buntfarbigen Glasperlen oder Steinchen, letztere kommen von den Batanes-Inseln her und werden von den Tinguianen auf den Märkten der Pueblos von Ilócos eingekauft (Ilustracion 1860, n. 14, p. 164). Diese Armbänder drücken durch ihre Schwere die Arme wund, die Eitelkeit trägt aber über den Schmerz den Sieg davon. Auch die untere Hälfte der Waden wird mit diesem beschwerlichen Schmucke versehen (Buzeta I, 55;Ilustracion 1860, n. 12, p. 153). Ohrgehänge und Geschmeide aus Kupfer und Silber tragen sie in derselben Weise wie die Igorroten (Scheidnagel 125).In ihren kleinen Dörfern leben sie in glücklicher Zufriedenheit. Ihre Waffen, die Lanze und eine Axt „Aliva”, deren Eisenfläche Quadratform besitzt mit einer rückwärts befindlichen Spitze, dienen nur zur Abwehr der Angriffe ihrer blutdürstigen Feinde, der Guinanen13. Sie bauen Reis in reichlicher Menge (Mas, pobl. 12), ebenso besitzen sie einen reichlichen Viehstand an Büffeln, Rindern und Pferden (l. c.). Wie wir wissen, sind die Igorroten auch Ackerbauer und Besitzer von Vieh, sehen sich aber gezwungen, sowohl Reis wie Vieh von den Christen einzukaufen, während die Tinguianen beides auf die Märkte von Ilócos bringen (Buzeta I, 55). Ihre Felder besitzen ebenfalls ein künstliches Berieselungssystem (Buzeta, l. c.). Sie sind nicht ohne Industrie, besonders ihre Holzschnitzarbeiten haben einen guten Ruf; die Igorroten von Abra wagen sich sogar an das Schnitzen von Figuren (Scheidnagel 126). Ausser mit Reis und Vieh erscheinen sie auch mit Goldstaub, Wachs und Häuten auf den Märkten von Ilócos. Holz wird von ihnen auf dem Wasser ihrer Flüsse herabgeschwemmt (Buzeta I, 58). Sie kommen bis auf den Markt von Vigan (Ilustr. 1860, n. 14, p. 165).Ein Theil von ihnen ist bereits zum Christenthum bekehrt. Die übrigen haben einen ähnlichen Ahnencultus wie die übrigen Malaien Luzons; ob sie ausser den Seelen ihrer Vorfahren andere Götter verehren, ist mir unbekannt. Wie alle philippinischen Malaien haben auch sie vor Schlafenden eine grosse Scheu, ihr stärkster Fluch lautet: „mögest du im Schlafe sterben!” (Mas, pobl. 14). Dieser Fluch beruht nach Jagor (Reisen 132) auf dem Glauben, dass, wie schon erwähnt, die Seele im Traume den Körper verlasse.Die Geburt14geht ungemein leicht von Statten, die Mutter eilt nach der Reinigung sofort zur gewohnten Arbeit.Die Reinigung besteht darin, dass die Mutter das neugeborene Kind unmittelbar nach der Geburt in das Wasser eines Baches oder Flusses taucht, ist kein Wasser in der Nähe, so reinigt sie es mit einem Bananenblatt oder Halmen. Nach dieser Reinigung giebt die Mutter dem Kinde irgend einen Thiernamen.Ehen werden durch die Eltern vermittelt, sobald sie eine gegenseitige Neigung an ihren Kindern wahrnehmen. Durch einen Trommler—„Batintin” genannt—werden die Hochzeitsgäste eingeladen. Das Hochzeitsfest beginnt schon zeitlich Morgens, es besteht aus einem Schmause und Trinkgelage. Der Speisezettel hat nur Reis und Braten von Schweinen, Rindern und Büffeln aufzuweisen. Die Getränke sind verschiedene aus Zuckerrohr oder Reis bereitete Branntweinsorten. Das Bankett entbehrt auch nicht der Tafelmusik, obwohl sie ausser der Trommel nur zwei Instrumente besitzen, nämlich Flöten aus Rohr und zwei Gattungen Guitarren. Letztere werden aus Rohrstückchen zusammengesetzt und sind dreisaitig, jedoch werden die Saiten nicht aus Thierdärmen, sondern aus den Blattfasern einer weiter nicht genannten Pflanze bereitet. Die Pausen während des Schmauses, an dem die gesammten Bewohner des Dorfes Theil nehmen, werden durch Tanz ausgefüllt.Abends führt der Angesehenste die Neuvermählten in ihre Hütte, wo sie das Brautbett in Gestalt einer auf den Boden gelegten mächtigen Matte erwartet. Auf die Matte legen sich die jungen Eheleute in der Weise nieder, dass zwischen ihnen ein Raum von zwei Ellen Entfernung frei bleibt, wo sich ein 6- bis 8jähriger Knabe niederlässt, denn bis zum nächsten Tage darf die Ehe nicht vollzogen werden, ja nicht einmal Worte miteinander zu wechseln ist den Gatten erlaubt.Die Ehen werden leicht und rasch geschieden, man geht zum Dorfältesten oder (in einem bereits spanisch gewordenen Dorfe) zum Gobernadorcillo, der gegen eine Abgabe von 5 Pesos, 2 Büffeln, 2 Schweinen, 2 Cavanen Reis, 2 Tinajas Palmwein die Ehe scheidet. Diese Geldbusse zahlt jener Gatte, welcher die Scheidung beantragt. Die Pönalsumme wird zu einem grossen Festschmause verwendet, an dem wie bei der Hochzeit das ganze Dorf Theil nimmt. Bei einer Scheidung bleiben die Säuglinge der Mutter, die übrigen Kinder werden nach dem Willen jenes Gatten vertheilt, welcher der passive Theil, d. h. der Nichtbeantrager war. Ist aber ein Streit oder gar ein Verbrechen die Ursache der Scheidung, so verliert der schuldige Theil das Recht, über den Verbleib oder die Zuweisung der Kinder zu entscheiden. In diesem Falle muss auch der schuldige Theil die oben erwähnte Geldbusse zahlen, selbst wenn der andere Gatte die Scheidung beantragt. Bei jenen Tinguianen, welche spanische Unterthanen geworden sind, wird mitunter an den Provinzgouverneur appellirt.Die Reichen schliessen auf diese Weise 15 bis 20 Ehen nacheinander; bei den Armen finden Ehescheidungen selten oder gar nicht Statt, indem sie nicht im Stande sind, jene unumgängliche Geldbusse zu zahlen. Es ereignet sich mitunter, dass ein Mann drei, vier Mal eine und dieselbe Frau heirathet und sich wieder scheiden lässt.Wird ein Tinguiane krank, so erhält er so gut wie keine Pflege; sobald die Krankheit einen derartigen Verlauf nimmt, dass keine Hoffnung auf Genesung vorhanden ist, so wird der Kranke von den Seinen lieblos verlassen, und muss ähnlich wie der Eskimo sein Leben beschliessen. Kaum hat der Sterbende den letzten Athemzug gethan, so wird auch schon seine Leiche aus der Wohnstätte herausgeschafft und dicht unter der Hütte vergraben. Über dem Grabe werden grosse Steine aufgehäuft. An gewissen Tagen des Jahres werden auf diese eigenthümlichen Grabmonumente Lebensmittel gelegt, damit die Seelen der Verstorbenen ihren Hunger stillen könnten.Die Namen der Verstorbenen werden von deren Hinterbliebenen nicht mehr genannt, so dass, wenn man einen Tinguianen nach dem Namen eines seiner Ahnen fragt, dieser den Fragesteller an einen Kameraden weist, da er selbst die Antwort nicht ertheilen dürfe. Diese Sitte ist für die spanischen Beamten keine Erleichterung in ihrem Dienste.Im Jahre 1624 begannen die ersten unglücklichen Versuche der Spanier, die Tinguianen zu unterwerfen, erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts drang die spanische Herrschaft immer mehr in die Berge und Thäler jenes intelligenten Stammes vor, bereits 1848 zählte man, nach Diaz Arenas, 8717 Tinguianen, welche die spanische Hoheit anerkannten, während heute nur ein geringer Theil noch seine Unabhängigkeit bewahrt hat. In diesem Theile Luzons breitet sich das spanische Hoheitsgebiet sehr rasch und unblutig aus.28. Adangs.Der Name der Adangs hat zahlreiche Variationen und Lesearten aufzuweisen: Adangtas, Adanginos, Adanes, Adamitas. Sie wohnen im nordwestlichen Winkel Luzons, um den Pueblo Adan(g) und den gleichnamigen Berg15. Ihre Zahl ist keine grosse, trotzdem bilden sie eine Nation für sich, indem ihre Sprache keine Ähnlichkeit mit jener ihrer Nachbarn (der Ilocanen, Tinguianen, Apoyaos, Cagayanen) besitzt (Buzeta y Bravo I, 271). In ihren Sitten haben sie vieles, was an die Apayaos erinnert (Ilustr. 1860, n. 17, p. 200). Seit 1720 begann ihre Christianisirung, und bald erfolgte auch die Gründung des christlichen Pueblos Adan(g)(Mozo 73). Das Christenthum wird auch hier tagalisirend einwirken.29. Apayaos.Der gefürchtete Kriegerstamm der Apayaos wohnt in den Bergregionen des Stromgebietes des Rio Apayao, ferner in dem nördlichen Theile der Ostabhänge jenes Gebirges, welches die Provinzen Cagayán und Ilócos Norte scheidet. Im Süden reichen sie bis zur Stadt Malaueg (oder Malauec) im Stromgebiet des Rio Chico de Cagayán. Sie werden auch Apayos oder Apoyaos genannt.Ihre Hütten sind aus Balken einer Cedergattung „Danigga” erbaut, sie ruhen auf sehr hohen Pfeilern, während die Dachbedeckung durch Rohr ähnlich wie in Ilócos hergestellt wird (Mas, pobl. 28). Der Grundriss ist stets viereckig und an den vier Ecken stehen mächtige grosse Pfeiler. Der Fussboden besteht aus glatt zugehauenen Cederdielen, die Zwischenwände sind aus Palmblättern verfertigt. Der Feuerherd ist in einer Ecke der Hauptwohnung angebracht. Wodurch sie sich aber vor allen übrigen Bewohnern Luzons auszeichnen, ist die Sorgfalt, mit der sie das Innere ihrer Hütten ausschmücken, besonders beliebt sind chinesische Krüge und Vasen (Buzeta I, 57). Sie bauen auch Getreide, insbesondere Mais (Buzeta, l. c.). Auch Tabak wird, und zwar im grossen Stile, angepflanzt und damit ein schwunghafter Schmuggel getrieben (l. c.). Sie pflanzen auch einen vorzüglichen Cacao, den sie nach Ilócos exportiren (Mas, pobl. 28;Buzeta, l. c.).Ein Theil der Apayaos ist bereits christlich geworden (Buzeta I, 306), die übrigen hängen fest an ihrem alten Glauben, der in einem intensiven Ahnencultus besteht. Die Waffen und Schmuckgegenstände der verstorbenen Ahnen werden an den Wänden der Hütten aufgehängt, und um diese Trophäen herum rothgefärbte Bejuco-Stäbe, zu verschiedenen Figuren zusammengestellt, an der Wand befestigt (Buzeta I, 60), oder es wird die Lanze16des Ahnen in die Wand gebohrt und mit rothgefärbtem Bejuco-Geflecht oder den aus bessern Zeugen bestehenden Lendenschürzen17des Verstorbenen behängt (Mas, pobl. 16). Zu den Seiten dieser Trophäen werden Matten, verfertigt aus der Rinde des Afutag-Baumes, aufgespannt oder befestigt (Buzeta, l. c.). Dabei fehlt nie ein eigenthümlich geformtes irdenes Trinkgeschirr, aus welchem sie bei ihren Festgelagen den Anitos, d. h. den Seelen ihrer Vorfahren, Libationen darbringen (Mas, pobl. 16;Buzeta I, 60). Diese Trophäen werden von ihnen ängstlich gehütet und sind ihnen auch zu keinem Preise feil.Auch sie sind Kopfjäger. Starb einer, insbesondere ein Vornehmer, so machten sich seine Verwandten auf, um auf die Kopfjagd auszugehen. Je höher im Ansehen der Verstorbene stand, desto mehr Köpfe sollten zum Todtenopfer fallen (Mozo 69;Buzeta I, 306). Sie legen sich dann in einen Hinterhalt, um dann plötzlich den arglosen Reisenden zu überfallen und mit Lanzenstichen zu tödten, worauf sie den Kopf abschneiden, den übrigen Leichnam aber am Orte der Blutthat zurücklassen. Die erbeuteten Schädel werden dann um den Todten aufgestellt, worauf ein Schmaus und Trinkgelage Statt findet, bei welchem viehisch gegessen und getrunken wird. Ist diese lärmende Festlichkeit vorüber, so wird dann erst der Leichnam bestattet, und zwar werden ihm in das Grab Speisen, Getränke und jene Feindesschädel mit hineingegeben (Mozo 69). Heute ist diese grausame Sitte im Abnehmen begriffen, nur die im Quellgebiete des Rio Apayao lebenden Apayaos wollen davon nicht lassen. Viele Apayaos sind bereits spanische Unterthanen geworden.
8. Altasanen (Altasanes) und Ilamuts.Wo diese beiden den Igorroten naheverwandten Stämme ihre Wohnsitze haben, war mir nicht möglich sicher zu ergründen. Nicht einmal der Name des ersteren Stammes ist sichergestellt, indem Mas (pobl. 14) und nach ihm Bastian (Reisen V, 272) Altabanes schreiben, während Buzeta y Bravo die Schreibweise Altasanes führt. Merkwürdigerweise scheint Dr. Bastian, durch diese verschiedene Schreibweise verleitet, Altasanes und Altabanes für zwei verschiedene Stämme zu halten (vgl.Bastian, Reisen V, 272 u. 274). Altasanen und Ilamuts verehren einen Gott Namens Cabiga und dessen Frau, welche bei Buzeta (Dicc. I, 60) Bujan, bei Mas (pobl. 14) Bujas heisst. Das ist Alles, was wir über diese beiden Stämme wissen. Ihre Wohnsitze sind jedenfalls in der Provinz Nueva Vizcaya zu suchen.9. Bujuanos.Die Bujuanos sind ein ebenfalls den Igorroten naheverwandter Stamm in der Provinz Isabela (Scheidnagel 35). Ihre Wohnsitze konnte ich nicht näher ermitteln.10. Panuipuyes.Die Panuipuyes oder Panipuyes sind Igorrotenstämme, von denen nichts weiter bekannt ist als der Name (Mas, pobl. 28;Buzeta I, 58). Wohnstätten wahrscheinlich im westlichen Nueva Vizcaya oder Isabela. Vielleicht sind sie nur ein Zweig der Mayoyaos.11. Isinays.Die Isinays wohnen am mittleren Rio Agno bis gegen den von den Spaniern Caraballo Sur genannten Gebirgsstock, im westlichen Theile der ehemaligen Provinz Ituy. In ihren Sitten und Bräuchen gleichen sie den Bergstämmen der nördlichen Nachbarstriche. Zwischen 1715–40 wurden sie zum Christenthume bekehrt (Mozo 40 f.). Im Jahre 1788 gab es noch 3900 wilde Isinays (Mas, pobl. 38). Sie scheinen jetzt ihren Dialekt einzubüssen und vollständig in die Pampangos und Pangasinanen einzugehen.Mit ihnen naheverwandt scheinen die Jumangis zu sein, die seit Mozo (Misiones 58) kein neuerer Schriftsteller erwähnt.12. Abacas.Die kleine Nation der Abacas lebt südlich vom Bergstock Caraballo Sur, in der Umgegend von Caranglan. Ihre Sprache scheint erloschen zu sein, wenigstens machen die spanischen Censuslisten hiervon keine Erwähnung, früher besassen sie aber ein eigenes Idiom, das sich selbst von dem der ihnen sonst in Sitten ähnlichen Italonen unterschied, wie diess Fr. Antolin de Alzaga, der unter ihnen 1702 als Missionär lebte, ausdrücklich hervorhebt (Mozo 20). Von den Italonen, mit denen sie in beständigem Kriege begriffen waren, unterschieden sie sich auch durch die Polygamie, die bei ihnen üblich war (Mozo, l. c.). Sie scheinen Kopfjäger gewesen zu sein, heute sind sie friedliche Christen.13. Italonen (Italones).Die Italonen wohnen nördlich vom Caraballo Sur im südlichen Theile der Provinz Nueva Vizcaya, wo auch ihre grösseren Orte Lublub, Bayombon, Dupax &c. liegen. Sie sind erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts allmählich zum Christenthum bekehrt worden, das aber nur oberflächlich an ihnen haftet. Im Jahre 1702 zählten sie 52 Dörfer, welche ein nettes Aussehen hatten, ihre Hütten waren von ansehnlicher Grösse. Obwohl sie eifrige Jäger waren und der Fischfang in ihren Bächen und Flüssen reichliche Beute lieferte, so bildete dennoch Reis ihre Hauptnahrung, sie bestellten die Äcker mit Sorgfalt und waren durch Aufspeichern von Reisvorräthen in der Lage, bei etwa eintretenden Missernten der Hungersnoth vorzubeugen (Mozo 19 u. 26). Ob sie andere Hausthiere als den Hund besassen, ist mir nicht bekannt, obwohl manches darauf schliessen lässt, dass der Büffel und das Schwein wenigstens in geringer Zahl gezüchtet oder eingehandelt wurden. Aus Zuckerrohr bereiteten sie ein berauschendes Getränk, Ilang genannt (Mozo 32). Ihre Waffen waren Lanze, Waldmesser und Schild. Ihre unbändige Kriegslust, die gegen ihre sonstige Liebenswürdigkeit (Mozo 19) eigenthümlich abstach, reizte sie zu beständigen Fehden mit den Nachbarstämmen, insbesondere den Abacas und den Balugas, wobei derjenige den grössten Ruhm davontrug, der die meisten Feindesschädel heimbrachte, denn sie waren Kopfjäger (Mozo 32, 35). Diese eigenthümlichen Trophäen wurden in der Hütte sorglich aufbewahrt, nur pflegten sie vorher den Schädel seiner Zähne zu berauben, um damit den Handgriff ihres Hackmessers auszuschmücken (Mozo 22). Ihre Kriegführung beruhte hauptsächlich auf List und Überrumpelung, der offene Kampf, Mann gegen Mann, wurde so sehr als möglich gescheut; am liebsten überfielen sie den Feind in der Nachtzeit (Mozo 34). Die erlittenen Wunden, sowie andere Krankheiten heilten sie durch verschiedene Kräuter, über welche Mozo (Misiones 56) eingehend berichtet. Sie sollen auch das Blut der erschlagenen Feinde getrunken und Theile von deren Hinterhaupte und Eingeweiden roh verzehrt haben, um den Muth des Erschlagenen zu erben (Mozo 32 f.;Mas, pobl. 22). Starb ein angesehener Häuptling, so hüllten sie ihre Waffen zumZeichen der Trauer ein, und diese Ceremonie nannten sie Magbalata.Wie bei den Igorroten war auch bei ihnen nur Monogamie üblich, die Ehen konnten nur durch den Tod eines der Gatten gelöst werden (Mozo 19). Kebsweiber neben der Gattin zu halten, war untersagt, auch durften Blutsverwandte keine Ehen untereinander eingehen (l. c.).Über ihre frühere Religion stehen mir nur die dürftigen Notizen des Augustiners P. Arzaga zur Verfügung. Nach diesen glaubten sie an einen einzigen Gott, der die Guten belohne und die Bösen bestrafe, doch wussten sie nicht zu sagen, in was die Belohnung bezw. Strafe zu bestehen hätte. Dieser Gott hatte nach ihrer Ansicht im Himmel seinen Wohnsitz. Auffallend ist, dass dieser Gott unbeweibt lebt, während sonst alle Bergstämme von Nord-Luzon nur Götterpaare kennen. Sie glaubten auch an die Unsterblichkeit der Seele, was den Schluss zu ziehen gestattet, dass der Ahnencultus ihnen nicht unbekannt gewesen sein mag.Von diesen erwähnten und dargestellten Bräuchen und Sitten hat sich wenig erhalten, das Christenthum hat ihrem ganzen Leben tagalisches Gepräge verliehen.14. Ibilaos.Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57;Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).15. Ilongoten (Ilongotes).Die Ilongoten, auch Ilungut oder Ylungut genannt, wohnen in den Provinzen Nueva Vizcaya, Isabela und Príncipe, streifen aber auch nach Nueva Écija herüber. Die Cordillere zwischen Baler und Casiguran ist ihr Hauptsitz. Nach einer durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Hofrathes Dr. A. B. Meyer mir zur Ansicht geliehenen Photographie sind ihre Augen langgeschlitzt und schief gestellt. Oberlippe und Kinn haben einen Bartanflug. Das Haar wird auch von den Männern lang getragen; es wird in einen Zopf geflochten, der oft bis zu den Hüften reicht. Ihre Kleidung besteht nur aus dem auch bei den Igorroten üblichen Lendengewand. Den linken Unterarm zieren eng aneinander (spiralförmig?) gefügte Ringe, offenbar aus Metalldraht. Semper (Skizzen 138) charakterisirt sie mit folgenden Worten: „Sie gehören mit zu den wildesten Stämmen des Landes, und sie stehen mit den Christen sowohl, wie mit den nahe wohnenden Negritos in beständiger Fehde”. Sie sind leidenschaftliche Kopfjäger (Mas, pobl. 28;Semper, Erdk. XIII, 251). Sie bekämpfen nicht nur die Negritos und fremden Stämme, ein Dorf gegen das andere steht feindlich auf, um die kostbare Schädelbeute zu erjagen. Auf eigenen Instrumenten werden die blutigen Trophäen heimgetragen und an der Thüre des Siegers aufgehängt. Ähnlich wie bei anderen Bergstämmen Luzons wird die Rückkehr einer siegreichen Kopfjägerbande mit grossen Festlichkeiten und Tänzen gefeiert. Semper (l. c.) nimmt die Ilongoten gegen den Vorwurf des Cannibalismus in Schutz.—Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Erdk. X, 265). Über ihre Zahl ist mir nichts Näheres bekannt, am 2. Mai 1851 zählte man in Nueva Vizcaya 252 erwachsene und 255 noch im Kindesalter stehende friedliche Ilongoten. Die Ilongoten der Provinz Isabela leben im Augenblicke im Frieden mit den Spaniern, doch trauen ihnen diese nicht.16. Mayoyaos (nebst Quianganen, Pungianen und Silipanen).Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten, durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva Vizcaya sesshaft10. Ich vermuthe überhaupt,dass die Mayoyaos mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden, doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): „Einige tragen ein breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder, bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen (spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge, aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle, die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf, wenngleich der Haarwuchs kein dichter war”. Die Kleidung der wilden Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein, obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851 4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen, wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen gezählt wurden (Dias Arenas 515).Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den Pungianen identisch.17. Ifugaos.Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I, 55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter, als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste, welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde11(?) tragen, als es ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige, hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet, am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme, besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand, der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas, pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne, Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao, Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig; Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas, l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.18. Gaddanen (Gaddanes).Die Gaddanen (richtiger: Gad-danen) werden besonders in Missionswerken älteren Datums auch Yogades genannt. Ihr Hauptgebiet ist die Commandancia Saltan, welche von ihnen nahezu ausschliesslich bewohnt wird, von hier dehnen sich ihre Wohnsitze nach den benachbarten Provinzen Isabela, Nueva Vizcaya und Cagayán aus. Man findet sie ebenso bei Gabagan am Rio de Calao, bei Tarnauini, Ilagan, Furao im Stromgebiet des Rio Grande de Cagayán, wie bei Tuao am Rio Chico de Cagayán. Am dichtesten wohnen sie zwischen dem Rio Magat und Rio Chico de Cagayán.Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4;Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.19. Itetapanen (Itetapanes).Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54;Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.20. Guinanen (Guinanes).Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser, welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden (Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.21. Calauas oder Itaves.Die Calauas (sprich: Cala-ú-as) wohnen von Santacruz (an einem Zuflusse des Rio Chico de Cagayán) bis Nachsiping am Rio Grande. Sie reichen bis Piat und Tuao im Süden und Malaueg im Norden, nach letzteren Orten werden sie und ihr Idiom auch Malaueg oder Malauec genannt. Bei den nördlichen Stämmen ist der Name Itaves der gebräuchlichere, im Süden aber Calauas. Ihre Tracht erinnert an ihre Nachbarn, die Guinanen, während ihre ganze Lebensweise in’s volle Gegentheil schlägt. Sie sind noch friedfertiger als die ihnen nach Mas (pobl. 28) ähnlichen Gaddanen, und zeichnen sich besonders durch fleissigen Feldbau aus. Nächst Reis wird am intensivsten Tabak gebaut, dessen Anpflanzung sie eine besondere Pflege zuwenden (Buzeta I, 56). Ihr Tabak wird als der beste der Provinz Cagayán bezeichnet, und das will so viel sagen, als dass der Tabak des Calaua-Gebietes der beste der Philippinen ist. Nach der Tabakernte werden die gesammelten Blätter zuerst einem Gährungsprocesse unterworfen, dann aber wieder an der frischen Luft getrocknet. In kleine Ballen gepackt wird dann der Tabak nach Ilócos Sur und Abra eingeschmuggelt (Mas, pobl. 8;Buzeta I, 56).Religion unbekannt. Sie sind wie die Guinanen noch unabhängig, doch ist in diesem Jahre ein Truppencorps gegen sie abgeschickt worden, um sie zu unterwerfen.22. Gamunangen und Bayabonanen.Der Name dieser beiden Stämme findet sich nur an einer einzigen Stelle bei Mas (pobl. 41) vor, nach dieser leben sie in den Bergen östlich undsüdöstlichvon Tuao. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass sie nur Zweige eines grösseren Stammes, etwa der Dadayag sind.23. Dadayags.Die Dadayags oder Dadayas wohnen in der Provinz Cagayan, und zwar am linken Ufer des Mittellaufes des Rio Grande de Cagayan (jedoch nicht unmittelbar an diesem Strome), etwa in der Höhe des Ortes Cabagan. Über ihre Lebensweise ist nichts Näheres bekannt.24. Nabayuganen (Nabayuganes).Dieser Volksstamm wird auch nur einzig und allein von Mas (pobl. 41) erwähnt. Sie wohnen im Westen von Malaueg, einem Orte, welcher an einem der nördlichsten Nebenflüsse des Rio Chico de Cagayan liegt. Die Nabayuganen sind im Besitze eines eigenen Idioms. Das ist Alles, was wir gegenwärtig von ihnen wissen.25. Aripas.Die Aripas (auch Aribas, Aripanes genannt) wohnen in dem Landstriche südlich von der Vereinigung des Rio Grande und Rio Chico de Cagayán zwischen Nagsiping und Tubang, dann hausen sie auch in dem südlichen Theile jenes Gebirgszuges, welcher die Wasserscheide zwischen dem Stromsystem des Rio Grande de Cagayán und dem Rio Apayo bildet.Sie sind sehr friedfertiger Natur (Buzeta I, 310). Ein Theil von ihnen giebt den Missionären grosse Hoffnung baldiger vollständiger Bekehrung.26. Calingas.Nach Semper (Erdk. X, 256) scheint der Name Calinga eine Collectivbezeichnung „unbekannter” Bedeutung zu sein, da so auch alle die Provinzen Isabela, Cagayán und Nueva Vizcaya bewohnenden Infieles (Heiden) genannt werden, Semper nennt deshalb auch die Irayas Calingas. Ich bezeichne hier mit diesem Namen jenen heidnischen Malaienstamm, welcher in demselben Gebirge wie die Aripas nur mehr im nördlichen Theile wohnt und speciell Calingas genannt wird. Über sie ist wenig bekannt. Sie sollen viel chinesisches Blut in ihren Adern haben (Schadenberg 165). Sie sind kriegerischer als die Aripas. Nach der Zahl der getödteten Feinde ziehen sie Streifen auf ihre Arme (Bastian, Reisen V, 274).27. Tinguianen.Die Tinguianen werden auch Itanegas, Tinggianes, seltener Tingues (so bei Morga) genannt. Sie bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches von Candon in Ilócos Sur sich ungefähr bis zum Mte. Pacsan an der Grenze Cagayans und Ilócos Norte ausdehnt, ja ihre am meisten nach Süden vorgeschobenen Niederlassungen reichen bis Santa Cruz in der Nähe der Punta Darigallos (Namagpacan), so dass sie die Bewohner von drei Provinzen sind, nämlich von Ilócos Sur, Abra und Ilócos Norte. Der an der Küste von Ilócos Sur 1736 begründete Pueblo Santiago war die erste christliche Niederlassung derselben, früher scheinen sie nicht bis zu den Gestaden des Meeres gereicht zu haben, sie gehen hier auch allmählich in die Ilocanen auf, indem sie deren Sprache annehmen, so dass der südliche Theil der Tinguianen unrettbar der Entnationalisirung anheimgefallen ist. Besser erhalten sie sich in den am linken Ufer des Abra liegenden christlichen Pueblos Banguet und Tayun, obwohl auch hier durch ilocanische Zuwanderer Gefahr droht. Die christliche Religion trägt auf den Philippinen am meisten zur Entnationalisirung bei, es trifft bei allen bekehrten Malaien dasselbe Bild ein mutatis mutandis, das wir von den Tagalen entworfen haben.Bei den Spaniern finden wir die Neigung vor, die Tinguianen für einen von den übrigen Bergstämmen Luzons gänzlich verschiedenen Stamm zu halten, indem sie ihre diessfällige Meinung auf die sehr helle Hautfarbe und ihre grosse Friedfertigkeit hinweisen. Es ist diess ganz ungerechtfertigt, und diese Meinung konnte nur so lange eine gewisse Berechtigung haben, als man eben nur die Igorroten und Apoyaos kannte, welche allerdings durch ihre Grausamkeit und Kriegslust einen grellen Gegensatz zu den gutmüthigen Tinguianen darstellten. Wir haben aber gesehen, dass die Bergstämme Luzons nicht insgesammt Kopfjäger und Bluthunde sind, sondern, dass es vielmehr genug Stämme giebt, die an Friedfertigkeit den Tinguianen in gar Nichts nachstehen. In ihren Sitten und ihrer religiösen Anschauung liegt gleichfalls nichts, was die Meinung rechtfertigen könnte, die Tinguianen seien ein zu der Gesammtheit der nordluzonischen Stämme im Gegensatze stehender Stamm.Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache derTinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.Von den benachbarten Igorroten unterscheiden sie sich vortheilhaft durch ihre Reinlichkeit. Charakteristisch bei ihrer Tracht ist die turbanähnliche Kopfbedeckung, welche aus einem langen Stücke Zeug besteht, dessen Enden graciös über Schulter und Rücken fallen. Die Männer tragen eine vorne zuschliessende Jacke, wie sie die chinesische Küstenbevölkerung trägt, und weite Pantalons. Die Weiber gehen in derselben Tracht umher wie jene der Igorroten, nur sind die Kleiderstoffe der ersteren weiss (Buzeta I, 55), während die letzteren dunkelblaue oder blau und weiss gestreifte Zeuge vorziehen. Man sieht also, dass auch hier sich kein Gegensatz zu den Igorroten herausklügeln lässt. Vornehme Frauen tragen Gewänder, welche mit reichgestickten weissen oder rothen Bändern verziert sind (Buzeta, l. c.). Den Kopf umwinden sie mit dem Turban oder einer schmäleren Binde (Buzeta, l. c.;Ilustr. 1860, n. 12, p. 153). Der Unterarm wird vom Ellenbogen bis zum Handgelenke mit Armbändern geschmückt. Dieselben bestehen aus buntfarbigen Glasperlen oder Steinchen, letztere kommen von den Batanes-Inseln her und werden von den Tinguianen auf den Märkten der Pueblos von Ilócos eingekauft (Ilustracion 1860, n. 14, p. 164). Diese Armbänder drücken durch ihre Schwere die Arme wund, die Eitelkeit trägt aber über den Schmerz den Sieg davon. Auch die untere Hälfte der Waden wird mit diesem beschwerlichen Schmucke versehen (Buzeta I, 55;Ilustracion 1860, n. 12, p. 153). Ohrgehänge und Geschmeide aus Kupfer und Silber tragen sie in derselben Weise wie die Igorroten (Scheidnagel 125).In ihren kleinen Dörfern leben sie in glücklicher Zufriedenheit. Ihre Waffen, die Lanze und eine Axt „Aliva”, deren Eisenfläche Quadratform besitzt mit einer rückwärts befindlichen Spitze, dienen nur zur Abwehr der Angriffe ihrer blutdürstigen Feinde, der Guinanen13. Sie bauen Reis in reichlicher Menge (Mas, pobl. 12), ebenso besitzen sie einen reichlichen Viehstand an Büffeln, Rindern und Pferden (l. c.). Wie wir wissen, sind die Igorroten auch Ackerbauer und Besitzer von Vieh, sehen sich aber gezwungen, sowohl Reis wie Vieh von den Christen einzukaufen, während die Tinguianen beides auf die Märkte von Ilócos bringen (Buzeta I, 55). Ihre Felder besitzen ebenfalls ein künstliches Berieselungssystem (Buzeta, l. c.). Sie sind nicht ohne Industrie, besonders ihre Holzschnitzarbeiten haben einen guten Ruf; die Igorroten von Abra wagen sich sogar an das Schnitzen von Figuren (Scheidnagel 126). Ausser mit Reis und Vieh erscheinen sie auch mit Goldstaub, Wachs und Häuten auf den Märkten von Ilócos. Holz wird von ihnen auf dem Wasser ihrer Flüsse herabgeschwemmt (Buzeta I, 58). Sie kommen bis auf den Markt von Vigan (Ilustr. 1860, n. 14, p. 165).Ein Theil von ihnen ist bereits zum Christenthum bekehrt. Die übrigen haben einen ähnlichen Ahnencultus wie die übrigen Malaien Luzons; ob sie ausser den Seelen ihrer Vorfahren andere Götter verehren, ist mir unbekannt. Wie alle philippinischen Malaien haben auch sie vor Schlafenden eine grosse Scheu, ihr stärkster Fluch lautet: „mögest du im Schlafe sterben!” (Mas, pobl. 14). Dieser Fluch beruht nach Jagor (Reisen 132) auf dem Glauben, dass, wie schon erwähnt, die Seele im Traume den Körper verlasse.Die Geburt14geht ungemein leicht von Statten, die Mutter eilt nach der Reinigung sofort zur gewohnten Arbeit.Die Reinigung besteht darin, dass die Mutter das neugeborene Kind unmittelbar nach der Geburt in das Wasser eines Baches oder Flusses taucht, ist kein Wasser in der Nähe, so reinigt sie es mit einem Bananenblatt oder Halmen. Nach dieser Reinigung giebt die Mutter dem Kinde irgend einen Thiernamen.Ehen werden durch die Eltern vermittelt, sobald sie eine gegenseitige Neigung an ihren Kindern wahrnehmen. Durch einen Trommler—„Batintin” genannt—werden die Hochzeitsgäste eingeladen. Das Hochzeitsfest beginnt schon zeitlich Morgens, es besteht aus einem Schmause und Trinkgelage. Der Speisezettel hat nur Reis und Braten von Schweinen, Rindern und Büffeln aufzuweisen. Die Getränke sind verschiedene aus Zuckerrohr oder Reis bereitete Branntweinsorten. Das Bankett entbehrt auch nicht der Tafelmusik, obwohl sie ausser der Trommel nur zwei Instrumente besitzen, nämlich Flöten aus Rohr und zwei Gattungen Guitarren. Letztere werden aus Rohrstückchen zusammengesetzt und sind dreisaitig, jedoch werden die Saiten nicht aus Thierdärmen, sondern aus den Blattfasern einer weiter nicht genannten Pflanze bereitet. Die Pausen während des Schmauses, an dem die gesammten Bewohner des Dorfes Theil nehmen, werden durch Tanz ausgefüllt.Abends führt der Angesehenste die Neuvermählten in ihre Hütte, wo sie das Brautbett in Gestalt einer auf den Boden gelegten mächtigen Matte erwartet. Auf die Matte legen sich die jungen Eheleute in der Weise nieder, dass zwischen ihnen ein Raum von zwei Ellen Entfernung frei bleibt, wo sich ein 6- bis 8jähriger Knabe niederlässt, denn bis zum nächsten Tage darf die Ehe nicht vollzogen werden, ja nicht einmal Worte miteinander zu wechseln ist den Gatten erlaubt.Die Ehen werden leicht und rasch geschieden, man geht zum Dorfältesten oder (in einem bereits spanisch gewordenen Dorfe) zum Gobernadorcillo, der gegen eine Abgabe von 5 Pesos, 2 Büffeln, 2 Schweinen, 2 Cavanen Reis, 2 Tinajas Palmwein die Ehe scheidet. Diese Geldbusse zahlt jener Gatte, welcher die Scheidung beantragt. Die Pönalsumme wird zu einem grossen Festschmause verwendet, an dem wie bei der Hochzeit das ganze Dorf Theil nimmt. Bei einer Scheidung bleiben die Säuglinge der Mutter, die übrigen Kinder werden nach dem Willen jenes Gatten vertheilt, welcher der passive Theil, d. h. der Nichtbeantrager war. Ist aber ein Streit oder gar ein Verbrechen die Ursache der Scheidung, so verliert der schuldige Theil das Recht, über den Verbleib oder die Zuweisung der Kinder zu entscheiden. In diesem Falle muss auch der schuldige Theil die oben erwähnte Geldbusse zahlen, selbst wenn der andere Gatte die Scheidung beantragt. Bei jenen Tinguianen, welche spanische Unterthanen geworden sind, wird mitunter an den Provinzgouverneur appellirt.Die Reichen schliessen auf diese Weise 15 bis 20 Ehen nacheinander; bei den Armen finden Ehescheidungen selten oder gar nicht Statt, indem sie nicht im Stande sind, jene unumgängliche Geldbusse zu zahlen. Es ereignet sich mitunter, dass ein Mann drei, vier Mal eine und dieselbe Frau heirathet und sich wieder scheiden lässt.Wird ein Tinguiane krank, so erhält er so gut wie keine Pflege; sobald die Krankheit einen derartigen Verlauf nimmt, dass keine Hoffnung auf Genesung vorhanden ist, so wird der Kranke von den Seinen lieblos verlassen, und muss ähnlich wie der Eskimo sein Leben beschliessen. Kaum hat der Sterbende den letzten Athemzug gethan, so wird auch schon seine Leiche aus der Wohnstätte herausgeschafft und dicht unter der Hütte vergraben. Über dem Grabe werden grosse Steine aufgehäuft. An gewissen Tagen des Jahres werden auf diese eigenthümlichen Grabmonumente Lebensmittel gelegt, damit die Seelen der Verstorbenen ihren Hunger stillen könnten.Die Namen der Verstorbenen werden von deren Hinterbliebenen nicht mehr genannt, so dass, wenn man einen Tinguianen nach dem Namen eines seiner Ahnen fragt, dieser den Fragesteller an einen Kameraden weist, da er selbst die Antwort nicht ertheilen dürfe. Diese Sitte ist für die spanischen Beamten keine Erleichterung in ihrem Dienste.Im Jahre 1624 begannen die ersten unglücklichen Versuche der Spanier, die Tinguianen zu unterwerfen, erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts drang die spanische Herrschaft immer mehr in die Berge und Thäler jenes intelligenten Stammes vor, bereits 1848 zählte man, nach Diaz Arenas, 8717 Tinguianen, welche die spanische Hoheit anerkannten, während heute nur ein geringer Theil noch seine Unabhängigkeit bewahrt hat. In diesem Theile Luzons breitet sich das spanische Hoheitsgebiet sehr rasch und unblutig aus.28. Adangs.Der Name der Adangs hat zahlreiche Variationen und Lesearten aufzuweisen: Adangtas, Adanginos, Adanes, Adamitas. Sie wohnen im nordwestlichen Winkel Luzons, um den Pueblo Adan(g) und den gleichnamigen Berg15. Ihre Zahl ist keine grosse, trotzdem bilden sie eine Nation für sich, indem ihre Sprache keine Ähnlichkeit mit jener ihrer Nachbarn (der Ilocanen, Tinguianen, Apoyaos, Cagayanen) besitzt (Buzeta y Bravo I, 271). In ihren Sitten haben sie vieles, was an die Apayaos erinnert (Ilustr. 1860, n. 17, p. 200). Seit 1720 begann ihre Christianisirung, und bald erfolgte auch die Gründung des christlichen Pueblos Adan(g)(Mozo 73). Das Christenthum wird auch hier tagalisirend einwirken.29. Apayaos.Der gefürchtete Kriegerstamm der Apayaos wohnt in den Bergregionen des Stromgebietes des Rio Apayao, ferner in dem nördlichen Theile der Ostabhänge jenes Gebirges, welches die Provinzen Cagayán und Ilócos Norte scheidet. Im Süden reichen sie bis zur Stadt Malaueg (oder Malauec) im Stromgebiet des Rio Chico de Cagayán. Sie werden auch Apayos oder Apoyaos genannt.Ihre Hütten sind aus Balken einer Cedergattung „Danigga” erbaut, sie ruhen auf sehr hohen Pfeilern, während die Dachbedeckung durch Rohr ähnlich wie in Ilócos hergestellt wird (Mas, pobl. 28). Der Grundriss ist stets viereckig und an den vier Ecken stehen mächtige grosse Pfeiler. Der Fussboden besteht aus glatt zugehauenen Cederdielen, die Zwischenwände sind aus Palmblättern verfertigt. Der Feuerherd ist in einer Ecke der Hauptwohnung angebracht. Wodurch sie sich aber vor allen übrigen Bewohnern Luzons auszeichnen, ist die Sorgfalt, mit der sie das Innere ihrer Hütten ausschmücken, besonders beliebt sind chinesische Krüge und Vasen (Buzeta I, 57). Sie bauen auch Getreide, insbesondere Mais (Buzeta, l. c.). Auch Tabak wird, und zwar im grossen Stile, angepflanzt und damit ein schwunghafter Schmuggel getrieben (l. c.). Sie pflanzen auch einen vorzüglichen Cacao, den sie nach Ilócos exportiren (Mas, pobl. 28;Buzeta, l. c.).Ein Theil der Apayaos ist bereits christlich geworden (Buzeta I, 306), die übrigen hängen fest an ihrem alten Glauben, der in einem intensiven Ahnencultus besteht. Die Waffen und Schmuckgegenstände der verstorbenen Ahnen werden an den Wänden der Hütten aufgehängt, und um diese Trophäen herum rothgefärbte Bejuco-Stäbe, zu verschiedenen Figuren zusammengestellt, an der Wand befestigt (Buzeta I, 60), oder es wird die Lanze16des Ahnen in die Wand gebohrt und mit rothgefärbtem Bejuco-Geflecht oder den aus bessern Zeugen bestehenden Lendenschürzen17des Verstorbenen behängt (Mas, pobl. 16). Zu den Seiten dieser Trophäen werden Matten, verfertigt aus der Rinde des Afutag-Baumes, aufgespannt oder befestigt (Buzeta, l. c.). Dabei fehlt nie ein eigenthümlich geformtes irdenes Trinkgeschirr, aus welchem sie bei ihren Festgelagen den Anitos, d. h. den Seelen ihrer Vorfahren, Libationen darbringen (Mas, pobl. 16;Buzeta I, 60). Diese Trophäen werden von ihnen ängstlich gehütet und sind ihnen auch zu keinem Preise feil.Auch sie sind Kopfjäger. Starb einer, insbesondere ein Vornehmer, so machten sich seine Verwandten auf, um auf die Kopfjagd auszugehen. Je höher im Ansehen der Verstorbene stand, desto mehr Köpfe sollten zum Todtenopfer fallen (Mozo 69;Buzeta I, 306). Sie legen sich dann in einen Hinterhalt, um dann plötzlich den arglosen Reisenden zu überfallen und mit Lanzenstichen zu tödten, worauf sie den Kopf abschneiden, den übrigen Leichnam aber am Orte der Blutthat zurücklassen. Die erbeuteten Schädel werden dann um den Todten aufgestellt, worauf ein Schmaus und Trinkgelage Statt findet, bei welchem viehisch gegessen und getrunken wird. Ist diese lärmende Festlichkeit vorüber, so wird dann erst der Leichnam bestattet, und zwar werden ihm in das Grab Speisen, Getränke und jene Feindesschädel mit hineingegeben (Mozo 69). Heute ist diese grausame Sitte im Abnehmen begriffen, nur die im Quellgebiete des Rio Apayao lebenden Apayaos wollen davon nicht lassen. Viele Apayaos sind bereits spanische Unterthanen geworden.
8. Altasanen (Altasanes) und Ilamuts.Wo diese beiden den Igorroten naheverwandten Stämme ihre Wohnsitze haben, war mir nicht möglich sicher zu ergründen. Nicht einmal der Name des ersteren Stammes ist sichergestellt, indem Mas (pobl. 14) und nach ihm Bastian (Reisen V, 272) Altabanes schreiben, während Buzeta y Bravo die Schreibweise Altasanes führt. Merkwürdigerweise scheint Dr. Bastian, durch diese verschiedene Schreibweise verleitet, Altasanes und Altabanes für zwei verschiedene Stämme zu halten (vgl.Bastian, Reisen V, 272 u. 274). Altasanen und Ilamuts verehren einen Gott Namens Cabiga und dessen Frau, welche bei Buzeta (Dicc. I, 60) Bujan, bei Mas (pobl. 14) Bujas heisst. Das ist Alles, was wir über diese beiden Stämme wissen. Ihre Wohnsitze sind jedenfalls in der Provinz Nueva Vizcaya zu suchen.
8. Altasanen (Altasanes) und Ilamuts.
Wo diese beiden den Igorroten naheverwandten Stämme ihre Wohnsitze haben, war mir nicht möglich sicher zu ergründen. Nicht einmal der Name des ersteren Stammes ist sichergestellt, indem Mas (pobl. 14) und nach ihm Bastian (Reisen V, 272) Altabanes schreiben, während Buzeta y Bravo die Schreibweise Altasanes führt. Merkwürdigerweise scheint Dr. Bastian, durch diese verschiedene Schreibweise verleitet, Altasanes und Altabanes für zwei verschiedene Stämme zu halten (vgl.Bastian, Reisen V, 272 u. 274). Altasanen und Ilamuts verehren einen Gott Namens Cabiga und dessen Frau, welche bei Buzeta (Dicc. I, 60) Bujan, bei Mas (pobl. 14) Bujas heisst. Das ist Alles, was wir über diese beiden Stämme wissen. Ihre Wohnsitze sind jedenfalls in der Provinz Nueva Vizcaya zu suchen.
Wo diese beiden den Igorroten naheverwandten Stämme ihre Wohnsitze haben, war mir nicht möglich sicher zu ergründen. Nicht einmal der Name des ersteren Stammes ist sichergestellt, indem Mas (pobl. 14) und nach ihm Bastian (Reisen V, 272) Altabanes schreiben, während Buzeta y Bravo die Schreibweise Altasanes führt. Merkwürdigerweise scheint Dr. Bastian, durch diese verschiedene Schreibweise verleitet, Altasanes und Altabanes für zwei verschiedene Stämme zu halten (vgl.Bastian, Reisen V, 272 u. 274). Altasanen und Ilamuts verehren einen Gott Namens Cabiga und dessen Frau, welche bei Buzeta (Dicc. I, 60) Bujan, bei Mas (pobl. 14) Bujas heisst. Das ist Alles, was wir über diese beiden Stämme wissen. Ihre Wohnsitze sind jedenfalls in der Provinz Nueva Vizcaya zu suchen.
9. Bujuanos.Die Bujuanos sind ein ebenfalls den Igorroten naheverwandter Stamm in der Provinz Isabela (Scheidnagel 35). Ihre Wohnsitze konnte ich nicht näher ermitteln.
9. Bujuanos.
Die Bujuanos sind ein ebenfalls den Igorroten naheverwandter Stamm in der Provinz Isabela (Scheidnagel 35). Ihre Wohnsitze konnte ich nicht näher ermitteln.
Die Bujuanos sind ein ebenfalls den Igorroten naheverwandter Stamm in der Provinz Isabela (Scheidnagel 35). Ihre Wohnsitze konnte ich nicht näher ermitteln.
10. Panuipuyes.Die Panuipuyes oder Panipuyes sind Igorrotenstämme, von denen nichts weiter bekannt ist als der Name (Mas, pobl. 28;Buzeta I, 58). Wohnstätten wahrscheinlich im westlichen Nueva Vizcaya oder Isabela. Vielleicht sind sie nur ein Zweig der Mayoyaos.
10. Panuipuyes.
Die Panuipuyes oder Panipuyes sind Igorrotenstämme, von denen nichts weiter bekannt ist als der Name (Mas, pobl. 28;Buzeta I, 58). Wohnstätten wahrscheinlich im westlichen Nueva Vizcaya oder Isabela. Vielleicht sind sie nur ein Zweig der Mayoyaos.
Die Panuipuyes oder Panipuyes sind Igorrotenstämme, von denen nichts weiter bekannt ist als der Name (Mas, pobl. 28;Buzeta I, 58). Wohnstätten wahrscheinlich im westlichen Nueva Vizcaya oder Isabela. Vielleicht sind sie nur ein Zweig der Mayoyaos.
11. Isinays.Die Isinays wohnen am mittleren Rio Agno bis gegen den von den Spaniern Caraballo Sur genannten Gebirgsstock, im westlichen Theile der ehemaligen Provinz Ituy. In ihren Sitten und Bräuchen gleichen sie den Bergstämmen der nördlichen Nachbarstriche. Zwischen 1715–40 wurden sie zum Christenthume bekehrt (Mozo 40 f.). Im Jahre 1788 gab es noch 3900 wilde Isinays (Mas, pobl. 38). Sie scheinen jetzt ihren Dialekt einzubüssen und vollständig in die Pampangos und Pangasinanen einzugehen.Mit ihnen naheverwandt scheinen die Jumangis zu sein, die seit Mozo (Misiones 58) kein neuerer Schriftsteller erwähnt.
11. Isinays.
Die Isinays wohnen am mittleren Rio Agno bis gegen den von den Spaniern Caraballo Sur genannten Gebirgsstock, im westlichen Theile der ehemaligen Provinz Ituy. In ihren Sitten und Bräuchen gleichen sie den Bergstämmen der nördlichen Nachbarstriche. Zwischen 1715–40 wurden sie zum Christenthume bekehrt (Mozo 40 f.). Im Jahre 1788 gab es noch 3900 wilde Isinays (Mas, pobl. 38). Sie scheinen jetzt ihren Dialekt einzubüssen und vollständig in die Pampangos und Pangasinanen einzugehen.Mit ihnen naheverwandt scheinen die Jumangis zu sein, die seit Mozo (Misiones 58) kein neuerer Schriftsteller erwähnt.
Die Isinays wohnen am mittleren Rio Agno bis gegen den von den Spaniern Caraballo Sur genannten Gebirgsstock, im westlichen Theile der ehemaligen Provinz Ituy. In ihren Sitten und Bräuchen gleichen sie den Bergstämmen der nördlichen Nachbarstriche. Zwischen 1715–40 wurden sie zum Christenthume bekehrt (Mozo 40 f.). Im Jahre 1788 gab es noch 3900 wilde Isinays (Mas, pobl. 38). Sie scheinen jetzt ihren Dialekt einzubüssen und vollständig in die Pampangos und Pangasinanen einzugehen.
Mit ihnen naheverwandt scheinen die Jumangis zu sein, die seit Mozo (Misiones 58) kein neuerer Schriftsteller erwähnt.
12. Abacas.Die kleine Nation der Abacas lebt südlich vom Bergstock Caraballo Sur, in der Umgegend von Caranglan. Ihre Sprache scheint erloschen zu sein, wenigstens machen die spanischen Censuslisten hiervon keine Erwähnung, früher besassen sie aber ein eigenes Idiom, das sich selbst von dem der ihnen sonst in Sitten ähnlichen Italonen unterschied, wie diess Fr. Antolin de Alzaga, der unter ihnen 1702 als Missionär lebte, ausdrücklich hervorhebt (Mozo 20). Von den Italonen, mit denen sie in beständigem Kriege begriffen waren, unterschieden sie sich auch durch die Polygamie, die bei ihnen üblich war (Mozo, l. c.). Sie scheinen Kopfjäger gewesen zu sein, heute sind sie friedliche Christen.
12. Abacas.
Die kleine Nation der Abacas lebt südlich vom Bergstock Caraballo Sur, in der Umgegend von Caranglan. Ihre Sprache scheint erloschen zu sein, wenigstens machen die spanischen Censuslisten hiervon keine Erwähnung, früher besassen sie aber ein eigenes Idiom, das sich selbst von dem der ihnen sonst in Sitten ähnlichen Italonen unterschied, wie diess Fr. Antolin de Alzaga, der unter ihnen 1702 als Missionär lebte, ausdrücklich hervorhebt (Mozo 20). Von den Italonen, mit denen sie in beständigem Kriege begriffen waren, unterschieden sie sich auch durch die Polygamie, die bei ihnen üblich war (Mozo, l. c.). Sie scheinen Kopfjäger gewesen zu sein, heute sind sie friedliche Christen.
Die kleine Nation der Abacas lebt südlich vom Bergstock Caraballo Sur, in der Umgegend von Caranglan. Ihre Sprache scheint erloschen zu sein, wenigstens machen die spanischen Censuslisten hiervon keine Erwähnung, früher besassen sie aber ein eigenes Idiom, das sich selbst von dem der ihnen sonst in Sitten ähnlichen Italonen unterschied, wie diess Fr. Antolin de Alzaga, der unter ihnen 1702 als Missionär lebte, ausdrücklich hervorhebt (Mozo 20). Von den Italonen, mit denen sie in beständigem Kriege begriffen waren, unterschieden sie sich auch durch die Polygamie, die bei ihnen üblich war (Mozo, l. c.). Sie scheinen Kopfjäger gewesen zu sein, heute sind sie friedliche Christen.
13. Italonen (Italones).Die Italonen wohnen nördlich vom Caraballo Sur im südlichen Theile der Provinz Nueva Vizcaya, wo auch ihre grösseren Orte Lublub, Bayombon, Dupax &c. liegen. Sie sind erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts allmählich zum Christenthum bekehrt worden, das aber nur oberflächlich an ihnen haftet. Im Jahre 1702 zählten sie 52 Dörfer, welche ein nettes Aussehen hatten, ihre Hütten waren von ansehnlicher Grösse. Obwohl sie eifrige Jäger waren und der Fischfang in ihren Bächen und Flüssen reichliche Beute lieferte, so bildete dennoch Reis ihre Hauptnahrung, sie bestellten die Äcker mit Sorgfalt und waren durch Aufspeichern von Reisvorräthen in der Lage, bei etwa eintretenden Missernten der Hungersnoth vorzubeugen (Mozo 19 u. 26). Ob sie andere Hausthiere als den Hund besassen, ist mir nicht bekannt, obwohl manches darauf schliessen lässt, dass der Büffel und das Schwein wenigstens in geringer Zahl gezüchtet oder eingehandelt wurden. Aus Zuckerrohr bereiteten sie ein berauschendes Getränk, Ilang genannt (Mozo 32). Ihre Waffen waren Lanze, Waldmesser und Schild. Ihre unbändige Kriegslust, die gegen ihre sonstige Liebenswürdigkeit (Mozo 19) eigenthümlich abstach, reizte sie zu beständigen Fehden mit den Nachbarstämmen, insbesondere den Abacas und den Balugas, wobei derjenige den grössten Ruhm davontrug, der die meisten Feindesschädel heimbrachte, denn sie waren Kopfjäger (Mozo 32, 35). Diese eigenthümlichen Trophäen wurden in der Hütte sorglich aufbewahrt, nur pflegten sie vorher den Schädel seiner Zähne zu berauben, um damit den Handgriff ihres Hackmessers auszuschmücken (Mozo 22). Ihre Kriegführung beruhte hauptsächlich auf List und Überrumpelung, der offene Kampf, Mann gegen Mann, wurde so sehr als möglich gescheut; am liebsten überfielen sie den Feind in der Nachtzeit (Mozo 34). Die erlittenen Wunden, sowie andere Krankheiten heilten sie durch verschiedene Kräuter, über welche Mozo (Misiones 56) eingehend berichtet. Sie sollen auch das Blut der erschlagenen Feinde getrunken und Theile von deren Hinterhaupte und Eingeweiden roh verzehrt haben, um den Muth des Erschlagenen zu erben (Mozo 32 f.;Mas, pobl. 22). Starb ein angesehener Häuptling, so hüllten sie ihre Waffen zumZeichen der Trauer ein, und diese Ceremonie nannten sie Magbalata.Wie bei den Igorroten war auch bei ihnen nur Monogamie üblich, die Ehen konnten nur durch den Tod eines der Gatten gelöst werden (Mozo 19). Kebsweiber neben der Gattin zu halten, war untersagt, auch durften Blutsverwandte keine Ehen untereinander eingehen (l. c.).Über ihre frühere Religion stehen mir nur die dürftigen Notizen des Augustiners P. Arzaga zur Verfügung. Nach diesen glaubten sie an einen einzigen Gott, der die Guten belohne und die Bösen bestrafe, doch wussten sie nicht zu sagen, in was die Belohnung bezw. Strafe zu bestehen hätte. Dieser Gott hatte nach ihrer Ansicht im Himmel seinen Wohnsitz. Auffallend ist, dass dieser Gott unbeweibt lebt, während sonst alle Bergstämme von Nord-Luzon nur Götterpaare kennen. Sie glaubten auch an die Unsterblichkeit der Seele, was den Schluss zu ziehen gestattet, dass der Ahnencultus ihnen nicht unbekannt gewesen sein mag.Von diesen erwähnten und dargestellten Bräuchen und Sitten hat sich wenig erhalten, das Christenthum hat ihrem ganzen Leben tagalisches Gepräge verliehen.
13. Italonen (Italones).
Die Italonen wohnen nördlich vom Caraballo Sur im südlichen Theile der Provinz Nueva Vizcaya, wo auch ihre grösseren Orte Lublub, Bayombon, Dupax &c. liegen. Sie sind erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts allmählich zum Christenthum bekehrt worden, das aber nur oberflächlich an ihnen haftet. Im Jahre 1702 zählten sie 52 Dörfer, welche ein nettes Aussehen hatten, ihre Hütten waren von ansehnlicher Grösse. Obwohl sie eifrige Jäger waren und der Fischfang in ihren Bächen und Flüssen reichliche Beute lieferte, so bildete dennoch Reis ihre Hauptnahrung, sie bestellten die Äcker mit Sorgfalt und waren durch Aufspeichern von Reisvorräthen in der Lage, bei etwa eintretenden Missernten der Hungersnoth vorzubeugen (Mozo 19 u. 26). Ob sie andere Hausthiere als den Hund besassen, ist mir nicht bekannt, obwohl manches darauf schliessen lässt, dass der Büffel und das Schwein wenigstens in geringer Zahl gezüchtet oder eingehandelt wurden. Aus Zuckerrohr bereiteten sie ein berauschendes Getränk, Ilang genannt (Mozo 32). Ihre Waffen waren Lanze, Waldmesser und Schild. Ihre unbändige Kriegslust, die gegen ihre sonstige Liebenswürdigkeit (Mozo 19) eigenthümlich abstach, reizte sie zu beständigen Fehden mit den Nachbarstämmen, insbesondere den Abacas und den Balugas, wobei derjenige den grössten Ruhm davontrug, der die meisten Feindesschädel heimbrachte, denn sie waren Kopfjäger (Mozo 32, 35). Diese eigenthümlichen Trophäen wurden in der Hütte sorglich aufbewahrt, nur pflegten sie vorher den Schädel seiner Zähne zu berauben, um damit den Handgriff ihres Hackmessers auszuschmücken (Mozo 22). Ihre Kriegführung beruhte hauptsächlich auf List und Überrumpelung, der offene Kampf, Mann gegen Mann, wurde so sehr als möglich gescheut; am liebsten überfielen sie den Feind in der Nachtzeit (Mozo 34). Die erlittenen Wunden, sowie andere Krankheiten heilten sie durch verschiedene Kräuter, über welche Mozo (Misiones 56) eingehend berichtet. Sie sollen auch das Blut der erschlagenen Feinde getrunken und Theile von deren Hinterhaupte und Eingeweiden roh verzehrt haben, um den Muth des Erschlagenen zu erben (Mozo 32 f.;Mas, pobl. 22). Starb ein angesehener Häuptling, so hüllten sie ihre Waffen zumZeichen der Trauer ein, und diese Ceremonie nannten sie Magbalata.Wie bei den Igorroten war auch bei ihnen nur Monogamie üblich, die Ehen konnten nur durch den Tod eines der Gatten gelöst werden (Mozo 19). Kebsweiber neben der Gattin zu halten, war untersagt, auch durften Blutsverwandte keine Ehen untereinander eingehen (l. c.).Über ihre frühere Religion stehen mir nur die dürftigen Notizen des Augustiners P. Arzaga zur Verfügung. Nach diesen glaubten sie an einen einzigen Gott, der die Guten belohne und die Bösen bestrafe, doch wussten sie nicht zu sagen, in was die Belohnung bezw. Strafe zu bestehen hätte. Dieser Gott hatte nach ihrer Ansicht im Himmel seinen Wohnsitz. Auffallend ist, dass dieser Gott unbeweibt lebt, während sonst alle Bergstämme von Nord-Luzon nur Götterpaare kennen. Sie glaubten auch an die Unsterblichkeit der Seele, was den Schluss zu ziehen gestattet, dass der Ahnencultus ihnen nicht unbekannt gewesen sein mag.Von diesen erwähnten und dargestellten Bräuchen und Sitten hat sich wenig erhalten, das Christenthum hat ihrem ganzen Leben tagalisches Gepräge verliehen.
Die Italonen wohnen nördlich vom Caraballo Sur im südlichen Theile der Provinz Nueva Vizcaya, wo auch ihre grösseren Orte Lublub, Bayombon, Dupax &c. liegen. Sie sind erst seit dem Anfange des vorigen Jahrhunderts allmählich zum Christenthum bekehrt worden, das aber nur oberflächlich an ihnen haftet. Im Jahre 1702 zählten sie 52 Dörfer, welche ein nettes Aussehen hatten, ihre Hütten waren von ansehnlicher Grösse. Obwohl sie eifrige Jäger waren und der Fischfang in ihren Bächen und Flüssen reichliche Beute lieferte, so bildete dennoch Reis ihre Hauptnahrung, sie bestellten die Äcker mit Sorgfalt und waren durch Aufspeichern von Reisvorräthen in der Lage, bei etwa eintretenden Missernten der Hungersnoth vorzubeugen (Mozo 19 u. 26). Ob sie andere Hausthiere als den Hund besassen, ist mir nicht bekannt, obwohl manches darauf schliessen lässt, dass der Büffel und das Schwein wenigstens in geringer Zahl gezüchtet oder eingehandelt wurden. Aus Zuckerrohr bereiteten sie ein berauschendes Getränk, Ilang genannt (Mozo 32). Ihre Waffen waren Lanze, Waldmesser und Schild. Ihre unbändige Kriegslust, die gegen ihre sonstige Liebenswürdigkeit (Mozo 19) eigenthümlich abstach, reizte sie zu beständigen Fehden mit den Nachbarstämmen, insbesondere den Abacas und den Balugas, wobei derjenige den grössten Ruhm davontrug, der die meisten Feindesschädel heimbrachte, denn sie waren Kopfjäger (Mozo 32, 35). Diese eigenthümlichen Trophäen wurden in der Hütte sorglich aufbewahrt, nur pflegten sie vorher den Schädel seiner Zähne zu berauben, um damit den Handgriff ihres Hackmessers auszuschmücken (Mozo 22). Ihre Kriegführung beruhte hauptsächlich auf List und Überrumpelung, der offene Kampf, Mann gegen Mann, wurde so sehr als möglich gescheut; am liebsten überfielen sie den Feind in der Nachtzeit (Mozo 34). Die erlittenen Wunden, sowie andere Krankheiten heilten sie durch verschiedene Kräuter, über welche Mozo (Misiones 56) eingehend berichtet. Sie sollen auch das Blut der erschlagenen Feinde getrunken und Theile von deren Hinterhaupte und Eingeweiden roh verzehrt haben, um den Muth des Erschlagenen zu erben (Mozo 32 f.;Mas, pobl. 22). Starb ein angesehener Häuptling, so hüllten sie ihre Waffen zumZeichen der Trauer ein, und diese Ceremonie nannten sie Magbalata.
Wie bei den Igorroten war auch bei ihnen nur Monogamie üblich, die Ehen konnten nur durch den Tod eines der Gatten gelöst werden (Mozo 19). Kebsweiber neben der Gattin zu halten, war untersagt, auch durften Blutsverwandte keine Ehen untereinander eingehen (l. c.).
Über ihre frühere Religion stehen mir nur die dürftigen Notizen des Augustiners P. Arzaga zur Verfügung. Nach diesen glaubten sie an einen einzigen Gott, der die Guten belohne und die Bösen bestrafe, doch wussten sie nicht zu sagen, in was die Belohnung bezw. Strafe zu bestehen hätte. Dieser Gott hatte nach ihrer Ansicht im Himmel seinen Wohnsitz. Auffallend ist, dass dieser Gott unbeweibt lebt, während sonst alle Bergstämme von Nord-Luzon nur Götterpaare kennen. Sie glaubten auch an die Unsterblichkeit der Seele, was den Schluss zu ziehen gestattet, dass der Ahnencultus ihnen nicht unbekannt gewesen sein mag.
Von diesen erwähnten und dargestellten Bräuchen und Sitten hat sich wenig erhalten, das Christenthum hat ihrem ganzen Leben tagalisches Gepräge verliehen.
14. Ibilaos.Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57;Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).
14. Ibilaos.
Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57;Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).
Die wilden Ibilaos wohnen in den Grenzdistrikten von Nueva Vizcaya und Nueva Écija, vom Caraballo Sur gegen Norden und Nordwest ihre Sitze ausdehnend. Bei den Orten Levang, S. Fabian und Tongbon treten sie in unmittelbare Berührung mit den civilisirten Indiern. Sie streichen bis zum Caraballo del Baler hinüber.
Sie sind von kleiner Statur und geringer Körperstärke (Buzeta I, 57). Sie scheinen keinen Ackerbau zu treiben, sondern nur von der Jagd und dem Raube sich zu nähren, was vielleicht auf eine starke Beimischung mit Negritoblut zurückzuführen ist. Buzeta und Bravo bezeichnen das Leben, welches sie führen, als ein nur elendes (Buzeta, l. c.).
Wie bei den meisten Bergstämmen Luzons herrscht auch bei ihnen die Sitte der Kopfjägerei (Buzeta I, 57;Mas, pobl. 28). Sie lauern im Hinterhalte auf den Nichts ahnenden Reisenden, den sie mit sicherer Hand mit ihren Pfeilen tödten (Mas, l. c.). Es erinnert diess auffallend an die Negritos. Ihre Pfeile sollen nach Bastian (Reisen V, 274) vergiftet sein, ich weiss nicht, welcher Quelle diese Notiz entnommen ist. Auch sie schmücken ihre Waffen mit den Zähnen der erschlagenen Feinde. Ihre Zahl ist sehr gering (Mas, pobl. 28); am 2. Mai 1851 zählte man in der Provinz Nueva Vizcaya 330 erwachsene unterworfene Ibilaos (Diaz Arenas 515).
Von ihrer Religion ist Nichts bekannt; nach Semper (Erdkunde XIII, 94) „sollen” sie am Caraballo Sur Tempel besitzen, was höchst unwahrscheinlich erscheint.
Einzelne Ibilao-Stämme leben mit den Spaniern in Frieden, besonders jene der Provinz Nueva Écija (Cavada II, 464).
15. Ilongoten (Ilongotes).Die Ilongoten, auch Ilungut oder Ylungut genannt, wohnen in den Provinzen Nueva Vizcaya, Isabela und Príncipe, streifen aber auch nach Nueva Écija herüber. Die Cordillere zwischen Baler und Casiguran ist ihr Hauptsitz. Nach einer durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Hofrathes Dr. A. B. Meyer mir zur Ansicht geliehenen Photographie sind ihre Augen langgeschlitzt und schief gestellt. Oberlippe und Kinn haben einen Bartanflug. Das Haar wird auch von den Männern lang getragen; es wird in einen Zopf geflochten, der oft bis zu den Hüften reicht. Ihre Kleidung besteht nur aus dem auch bei den Igorroten üblichen Lendengewand. Den linken Unterarm zieren eng aneinander (spiralförmig?) gefügte Ringe, offenbar aus Metalldraht. Semper (Skizzen 138) charakterisirt sie mit folgenden Worten: „Sie gehören mit zu den wildesten Stämmen des Landes, und sie stehen mit den Christen sowohl, wie mit den nahe wohnenden Negritos in beständiger Fehde”. Sie sind leidenschaftliche Kopfjäger (Mas, pobl. 28;Semper, Erdk. XIII, 251). Sie bekämpfen nicht nur die Negritos und fremden Stämme, ein Dorf gegen das andere steht feindlich auf, um die kostbare Schädelbeute zu erjagen. Auf eigenen Instrumenten werden die blutigen Trophäen heimgetragen und an der Thüre des Siegers aufgehängt. Ähnlich wie bei anderen Bergstämmen Luzons wird die Rückkehr einer siegreichen Kopfjägerbande mit grossen Festlichkeiten und Tänzen gefeiert. Semper (l. c.) nimmt die Ilongoten gegen den Vorwurf des Cannibalismus in Schutz.—Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Erdk. X, 265). Über ihre Zahl ist mir nichts Näheres bekannt, am 2. Mai 1851 zählte man in Nueva Vizcaya 252 erwachsene und 255 noch im Kindesalter stehende friedliche Ilongoten. Die Ilongoten der Provinz Isabela leben im Augenblicke im Frieden mit den Spaniern, doch trauen ihnen diese nicht.
15. Ilongoten (Ilongotes).
Die Ilongoten, auch Ilungut oder Ylungut genannt, wohnen in den Provinzen Nueva Vizcaya, Isabela und Príncipe, streifen aber auch nach Nueva Écija herüber. Die Cordillere zwischen Baler und Casiguran ist ihr Hauptsitz. Nach einer durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Hofrathes Dr. A. B. Meyer mir zur Ansicht geliehenen Photographie sind ihre Augen langgeschlitzt und schief gestellt. Oberlippe und Kinn haben einen Bartanflug. Das Haar wird auch von den Männern lang getragen; es wird in einen Zopf geflochten, der oft bis zu den Hüften reicht. Ihre Kleidung besteht nur aus dem auch bei den Igorroten üblichen Lendengewand. Den linken Unterarm zieren eng aneinander (spiralförmig?) gefügte Ringe, offenbar aus Metalldraht. Semper (Skizzen 138) charakterisirt sie mit folgenden Worten: „Sie gehören mit zu den wildesten Stämmen des Landes, und sie stehen mit den Christen sowohl, wie mit den nahe wohnenden Negritos in beständiger Fehde”. Sie sind leidenschaftliche Kopfjäger (Mas, pobl. 28;Semper, Erdk. XIII, 251). Sie bekämpfen nicht nur die Negritos und fremden Stämme, ein Dorf gegen das andere steht feindlich auf, um die kostbare Schädelbeute zu erjagen. Auf eigenen Instrumenten werden die blutigen Trophäen heimgetragen und an der Thüre des Siegers aufgehängt. Ähnlich wie bei anderen Bergstämmen Luzons wird die Rückkehr einer siegreichen Kopfjägerbande mit grossen Festlichkeiten und Tänzen gefeiert. Semper (l. c.) nimmt die Ilongoten gegen den Vorwurf des Cannibalismus in Schutz.—Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Erdk. X, 265). Über ihre Zahl ist mir nichts Näheres bekannt, am 2. Mai 1851 zählte man in Nueva Vizcaya 252 erwachsene und 255 noch im Kindesalter stehende friedliche Ilongoten. Die Ilongoten der Provinz Isabela leben im Augenblicke im Frieden mit den Spaniern, doch trauen ihnen diese nicht.
Die Ilongoten, auch Ilungut oder Ylungut genannt, wohnen in den Provinzen Nueva Vizcaya, Isabela und Príncipe, streifen aber auch nach Nueva Écija herüber. Die Cordillere zwischen Baler und Casiguran ist ihr Hauptsitz. Nach einer durch die Liebenswürdigkeit des Herrn Hofrathes Dr. A. B. Meyer mir zur Ansicht geliehenen Photographie sind ihre Augen langgeschlitzt und schief gestellt. Oberlippe und Kinn haben einen Bartanflug. Das Haar wird auch von den Männern lang getragen; es wird in einen Zopf geflochten, der oft bis zu den Hüften reicht. Ihre Kleidung besteht nur aus dem auch bei den Igorroten üblichen Lendengewand. Den linken Unterarm zieren eng aneinander (spiralförmig?) gefügte Ringe, offenbar aus Metalldraht. Semper (Skizzen 138) charakterisirt sie mit folgenden Worten: „Sie gehören mit zu den wildesten Stämmen des Landes, und sie stehen mit den Christen sowohl, wie mit den nahe wohnenden Negritos in beständiger Fehde”. Sie sind leidenschaftliche Kopfjäger (Mas, pobl. 28;Semper, Erdk. XIII, 251). Sie bekämpfen nicht nur die Negritos und fremden Stämme, ein Dorf gegen das andere steht feindlich auf, um die kostbare Schädelbeute zu erjagen. Auf eigenen Instrumenten werden die blutigen Trophäen heimgetragen und an der Thüre des Siegers aufgehängt. Ähnlich wie bei anderen Bergstämmen Luzons wird die Rückkehr einer siegreichen Kopfjägerbande mit grossen Festlichkeiten und Tänzen gefeiert. Semper (l. c.) nimmt die Ilongoten gegen den Vorwurf des Cannibalismus in Schutz.—Ihre Religion besteht in einem Ahnencultus (Semper, Erdk. X, 265). Über ihre Zahl ist mir nichts Näheres bekannt, am 2. Mai 1851 zählte man in Nueva Vizcaya 252 erwachsene und 255 noch im Kindesalter stehende friedliche Ilongoten. Die Ilongoten der Provinz Isabela leben im Augenblicke im Frieden mit den Spaniern, doch trauen ihnen diese nicht.
16. Mayoyaos (nebst Quianganen, Pungianen und Silipanen).Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten, durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva Vizcaya sesshaft10. Ich vermuthe überhaupt,dass die Mayoyaos mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden, doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): „Einige tragen ein breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder, bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen (spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge, aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle, die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf, wenngleich der Haarwuchs kein dichter war”. Die Kleidung der wilden Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein, obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851 4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen, wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen gezählt wurden (Dias Arenas 515).Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den Pungianen identisch.
16. Mayoyaos (nebst Quianganen, Pungianen und Silipanen).
Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten, durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva Vizcaya sesshaft10. Ich vermuthe überhaupt,dass die Mayoyaos mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden, doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): „Einige tragen ein breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder, bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen (spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge, aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle, die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf, wenngleich der Haarwuchs kein dichter war”. Die Kleidung der wilden Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein, obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851 4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen, wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen gezählt wurden (Dias Arenas 515).Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den Pungianen identisch.
Die Mayoyaos oder Mayayaos sind die westlichen Nachbaren der Igorroten, durch die Cordillera Central von diesen getrennt. Sie wohnen in den Grenzdistrikten von Bontoc und Nueva Vizcaya, hauptsächlich aber in letzterer Provinz, wo die Pueblos Mayoyao, Ozcariz, Vilanova und Nueva Ocaña ihre Hauptniederlassungen sind. Zu ihnen sind zu zählen die Pungianen (Panguianen), Quianganen und Silipanen, alle in Nueva Vizcaya sesshaft10. Ich vermuthe überhaupt,dass die Mayoyaos mit den Ifugaos zusammen einen einzigen grossen Dialektstamm bilden, doch lässt sich bei den dürftigen Nachrichten über diesen Gegenstand Nichts auch nur mit einiger Sicherheit behaupten. Eine Beschreibung vom Jahre 1850 sagt folgendes (Dias Arenas 506): „Einige tragen ein breitmächtiges Bracelet am linken Arm, bei anderen sahen wir Armbänder, bestehend aus dickem Kupferdrahte, welcher das Handgelenk in vielen (spiralförmigen) Windungen umschlang. Etwelche trugen Ohrgehänge, aus bis zu zwei Finger dicken Perlmuscheln zusammengesetzt, welche bis auf die Schultern herabfielen. Bei einem von ihnen sahen wir ein Halsband, welches aus einem durchlöcherten kreisrunden Stückchen Bein und weissen Steinchen, die vermittelst einer Schnur zu einer Kette verbunden waren, sich zusammensetzte; diese zierlich auslaufende Kette war drei Mal um den Hals geschlungen. Bartlos waren nicht alle, die uns zu Gesichte kamen, einige wiesen Kinn- und Schnurrbart auf, wenngleich der Haarwuchs kein dichter war”. Die Kleidung der wilden Mayoyaos und auch die der Mehrzahl der unterworfenen besteht nur aus einem Lendenschurz. Ihre Zahl muss eine recht stattliche sein, obwohl sie erst 1849 durch die Missionen der Dominicaner friedlich den Spaniern unterworfen worden sind, so zählte man dennoch 1851 4416 Mayoyaos, 1251 Silipanen, 6076 Quianganen und 2400 Pungianen, wobei zu bemerken ist, dass bei den Silipanen nur die Erwachsenen gezählt wurden (Dias Arenas 515).
Der von Cavada (I, 82) erwähnte Stamm der Bungananes ist mit den Pungianen identisch.
17. Ifugaos.Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I, 55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter, als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste, welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde11(?) tragen, als es ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige, hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet, am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme, besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand, der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas, pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne, Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao, Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig; Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas, l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.
17. Ifugaos.
Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I, 55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter, als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste, welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde11(?) tragen, als es ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige, hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet, am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme, besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand, der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas, pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne, Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao, Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig; Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas, l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.
Die nächsten Verwandten der Mayoyaos sind die Ifugaos; dieser mächtige Stamm wohnte einst weiter nördlich und wurde erst später zu Ende des XVII. oder Anfang des XVIII. Jahrhunderts nach seinen heutigen Wohnsitzen durch die Gaddanen verdrängt. Sie wohnen heute hauptsächlich am linken Ufer des Magat, südlich und südwestlich von Furao zwischen Mayoyao und Camarag in der Provinz Nueva Vizcaya.
Ihr Äusseres soll vielfach an die Japanesen erinnern (Buzeta I, 55). Sie bauen zwar Reis, ziehen es aber vor, durch Raub sich zu ernähren. Auf das Erjagen von Feindesschädeln sind sie noch erpichter, als die Ilongoten. Auch bei ihnen ist derjenige der Angesehenste, welcher die meisten Schädel erbeutet hat, und sie begnügen sich nicht damit, die schauerliche Beute als Prunkstück in ihrem Hause aufzuhängen, sie suchen auch durch eine Art von Decoration ausserhalb der Hütte ihren Ruhm zur allgemeinen Kenntniss zu bringen, indem sie in den Ohren so viel Ringe aus Bambusrinde11(?) tragen, als es ihnen gelungen ist, Schädel zu erjagen (Buzeta I, 56). Die feige, hinterlistige Art und Weise, mit der sie die Opfer ihres Blutdurstes überfallen, ist überaus kennzeichnend: Im Dickicht versteckt, lauern sie auf den einsamen Reisenden, dem sie plötzlich eine Art Lazo um den Hals werfen, so dass er zu Boden geworfen wird, worauf sie dem Wehrlosen den Kopf abschlagen (Buzeta, l. c.). Der Lazo ist eine auf den Philippinen ungewöhnliche Waffe. Sonst sind sie mit Lanze, Pfeil und Bogen, ferner mit zweierlei Gattungen von Waldmessern bewaffnet, am geübtesten sind sie im Gebrauche des Lazo. Alle Nachbarstämme, besonders die christlichen, haben unter ihren Nachstellungen viel zu leiden, von ihrer Mordwuth kann man sich einen Begriff machen, wenn man erfährt, dass der Oberst Galvey nach einem Gefechte mit diesen Wilden unter ihren zurückgelassenen Todten einen Krieger fand, der im Ohre 32 der obenerwähnten Mordzeichen stecken hatte (Mas, pobl. 27). Auch untereinander sind sie ewig im Kriege begriffen.
Ihre Religion im Allgemeinen, sowie einzelne Namen ihrer Götter erinnern an die Gotteslehren der Igorroten und anderer Bergstämme Nord-Luzons. Ihr höchster Gott heisst Cabunian, dieser hat zwei Söhne, Sumabit und Cabigat, und zwei Töchter, Buingan und Daunguen, diese Geschwister heiratheten untereinander und wurden so die Erzeuger der Menschen (Mas, pobl. 15). Der Regengott heisst Pati; gebetet wird zu den Dii minores: Balitoc, Piti, Misi, Sanian, Liniantacao, Bangeiz, Sipat, Batacagan, Sadibubu, Dasiasoiat, Capaiat, Dalig; Göttinnen geringeren Ranges waren: Libongan, Libugon und Limoan (Mas, l. c.). Der Ahnencultus scheint auch ihnen nicht unbekannt zu sein.
Die Ileabanes und Ifumangiës, welche Diaz Arenas als in der Provinz Nueva Vizcaya sesshaft anführt, sind Ifugao-Stämme.
18. Gaddanen (Gaddanes).Die Gaddanen (richtiger: Gad-danen) werden besonders in Missionswerken älteren Datums auch Yogades genannt. Ihr Hauptgebiet ist die Commandancia Saltan, welche von ihnen nahezu ausschliesslich bewohnt wird, von hier dehnen sich ihre Wohnsitze nach den benachbarten Provinzen Isabela, Nueva Vizcaya und Cagayán aus. Man findet sie ebenso bei Gabagan am Rio de Calao, bei Tarnauini, Ilagan, Furao im Stromgebiet des Rio Grande de Cagayán, wie bei Tuao am Rio Chico de Cagayán. Am dichtesten wohnen sie zwischen dem Rio Magat und Rio Chico de Cagayán.Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4;Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.
18. Gaddanen (Gaddanes).
Die Gaddanen (richtiger: Gad-danen) werden besonders in Missionswerken älteren Datums auch Yogades genannt. Ihr Hauptgebiet ist die Commandancia Saltan, welche von ihnen nahezu ausschliesslich bewohnt wird, von hier dehnen sich ihre Wohnsitze nach den benachbarten Provinzen Isabela, Nueva Vizcaya und Cagayán aus. Man findet sie ebenso bei Gabagan am Rio de Calao, bei Tarnauini, Ilagan, Furao im Stromgebiet des Rio Grande de Cagayán, wie bei Tuao am Rio Chico de Cagayán. Am dichtesten wohnen sie zwischen dem Rio Magat und Rio Chico de Cagayán.Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4;Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.
Die Gaddanen (richtiger: Gad-danen) werden besonders in Missionswerken älteren Datums auch Yogades genannt. Ihr Hauptgebiet ist die Commandancia Saltan, welche von ihnen nahezu ausschliesslich bewohnt wird, von hier dehnen sich ihre Wohnsitze nach den benachbarten Provinzen Isabela, Nueva Vizcaya und Cagayán aus. Man findet sie ebenso bei Gabagan am Rio de Calao, bei Tarnauini, Ilagan, Furao im Stromgebiet des Rio Grande de Cagayán, wie bei Tuao am Rio Chico de Cagayán. Am dichtesten wohnen sie zwischen dem Rio Magat und Rio Chico de Cagayán.
Ihre Hautfarbe ist dunkler, als jene der übrigen Bergstämme Luzons. Sie besitzen einen gedrungenen Körperbau, rundgeformte Augen und eine grosse plattgedrückte Nase (Buzeta I, 56), überdiess sind sie wie die Igorroten schmutzig und unreinlich.
Ihre Hütten stehen auf sehr hohen Pfählen, um der Feuchtigkeit des Erdbodens nicht ausgesetzt zu sein und um feindliche Angriffe zu erschweren, es wird deshalb zur Nachtzeit und in Kriegsgefahr auch bei Tage die Leiter, welche in die Wohnräume führt, aufgezogen. Die Hütten sind aus Holz oder Cogongräsern erbaut (Cavada I, 82).
Ein grosser Theil der Gaddanen ist zum Christenthum bereits bekehrt, wenn auch nur äusserlich. Die heidnischen Gaddanen verehren einen Gottschöpfer Amanolay und dessen Gattin Dalingay (Mas, pobl. 4;Buzeta I, 60), überdiess ist bei ihnen auch der Ahnencultus heimisch (Semper, Erdk. X, 165). Sie sind von sanfteren Sitten als ihre Nachbarstämme.
19. Itetapanen (Itetapanes).Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54;Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.
19. Itetapanen (Itetapanes).
Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54;Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.
Die Itetapanen wohnen östlich von den Busao-Igorroten und westlich von den Gaddanen, welch’ letzteren sie ungemein ähnlich sind, indem sie gleichfalls eine geringe Körpergrösse und sehr dunkle Hautfarbe besitzen (Ilustr. 1860, p. 285). Auch an Unreinlichkeit können sie mit ihren östlichen Nachbarn wetteifern. Mas (pobl. 26) bezeichnet ihr Äusseres geradezu als widerlich. Durch die runde Formung der Augen unterscheiden sie sich, ebenso wie die Gaddanen, streng von den Igorroten. Buzeta und Bravo schreiben: „Die Itetapanen besitzen den vollen Negritotypus in Körperbau, Farbe und Nasenform, aber in Bezug auf Haare, Augen &c. gleichen sie den Tagalen” und weiter „Es ist ebenso schwierig, sie von ihrem wilden Leben abzubringen, wie die Negritos, mit welchen sie mehr in Bezug auf Charakter, Sitten und Bräuche als im äusseren Habitus Ähnlichkeit besitzen”. Es scheint demnach, dass die Itetapanen eine starke Beimischung von Negritoblut aufzuweisen haben. Auffallend ist bei ihrer Tracht eine Kappe, ähnlich dem Tschako der deutschen Bergleute, nur etwas niedriger. Diese Kappe, sowie alle aus Bejuco-Rohr verfertigten Gegenstände wissen sie lebhaft-roth zu färben, doch hüten sie die Bereitung dieser Farbe als ein strenges Geheimniss, obwohl anzunehmen ist, dass sie durch eine Mischung verschiedener, in ihren Wäldern wachsender Farbehölzer, insbesondere des Sibucao, erzielt wird (Buzeta I, 54). Die Farbe selbst soll unaustilgbar am Bejuco haften. Die Schultern bedecken sie mit einem aus Palmblättern oder Cogongras geflochtenen Kragen, „anaos” oder „anas” genannt (Buzeta I, 54;Ilustracion 1860, 285). Ihre Waffen sind Lanze, Pfeil und die Aliva der Igorroten.
20. Guinanen (Guinanes).Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser, welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden (Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.
20. Guinanen (Guinanes).
Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser, welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden (Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.
Die Guinanen werden auch Guinaanes, Quinanes oder Quinaanes genannt. Ihre Wohnsitze liegen nördlich von denen der Busao-Igorroten, hauptsächlich auf dem Ostabhange jener Cordillere, welche die Provinz Abra von Cagayán trennt. Das rechte Ufer des Rio Abra und das linke seines Nebenflusses Pusulguan bezeichnen die Westgrenze dieses wilden und kriegerischen Stammes. Der Pueblo Bauang ist eine ihrer grössten und wichtigsten Niederlassungen.
Zu ihrem äusseren Habitus, sowie in ihren Bräuchen ist die nahe Verwandtschaft mit den Igorroten nicht zu verkennen. Ihre unbändige Kriegslust wird durch den Ruhm, den ein beutereicher Kopfjäger geniesst, beständig angefacht, und ihre Nachbarn, besonders die friedlichen Tinguianen haben vor ihnen nicht einen Augenblick Ruhe. Mit der Hinterlist, welche allen Kopfjägerstämmen eigen ist, beschleicht der Guinane sein Opfer, um demselben dann den Kopf abzuschlagen. Ist diess geschehen, so eilt der Sieger mit der bluttriefenden Beute in das heimathliche Dorf, wo die Heldenthat dann durch ein mehrtägiges Trinkgelage gefeiert wird; der Schädel selbst wird als eine kostbare Trophäe sorgfältig aufbewahrt (Ilustracion 1860, N. 12, p. 152). Haben sie keine stammfremden Feinde zu bekämpfen, so führen die einzelnen Dörfer gegen einander Krieg, und zwar in der oben erwähnten Form. Ein Theil der Tinguianen entrichtete ihnen früher Tribut (Mas, pobl. 26).
Sie sind übrigens nicht ohne alle Kunstfertigkeit, in dem Pueblo Bauang verfertigen ihre trefflichen Schmiede ausgezeichnete Aliva-Hackmesser, welche besonders von den Busao-Igorroten gern gekauft werden (Ilustracion 1860, 285); über ihre Religion ist Nichts bekannt.
21. Calauas oder Itaves.Die Calauas (sprich: Cala-ú-as) wohnen von Santacruz (an einem Zuflusse des Rio Chico de Cagayán) bis Nachsiping am Rio Grande. Sie reichen bis Piat und Tuao im Süden und Malaueg im Norden, nach letzteren Orten werden sie und ihr Idiom auch Malaueg oder Malauec genannt. Bei den nördlichen Stämmen ist der Name Itaves der gebräuchlichere, im Süden aber Calauas. Ihre Tracht erinnert an ihre Nachbarn, die Guinanen, während ihre ganze Lebensweise in’s volle Gegentheil schlägt. Sie sind noch friedfertiger als die ihnen nach Mas (pobl. 28) ähnlichen Gaddanen, und zeichnen sich besonders durch fleissigen Feldbau aus. Nächst Reis wird am intensivsten Tabak gebaut, dessen Anpflanzung sie eine besondere Pflege zuwenden (Buzeta I, 56). Ihr Tabak wird als der beste der Provinz Cagayán bezeichnet, und das will so viel sagen, als dass der Tabak des Calaua-Gebietes der beste der Philippinen ist. Nach der Tabakernte werden die gesammelten Blätter zuerst einem Gährungsprocesse unterworfen, dann aber wieder an der frischen Luft getrocknet. In kleine Ballen gepackt wird dann der Tabak nach Ilócos Sur und Abra eingeschmuggelt (Mas, pobl. 8;Buzeta I, 56).Religion unbekannt. Sie sind wie die Guinanen noch unabhängig, doch ist in diesem Jahre ein Truppencorps gegen sie abgeschickt worden, um sie zu unterwerfen.
21. Calauas oder Itaves.
Die Calauas (sprich: Cala-ú-as) wohnen von Santacruz (an einem Zuflusse des Rio Chico de Cagayán) bis Nachsiping am Rio Grande. Sie reichen bis Piat und Tuao im Süden und Malaueg im Norden, nach letzteren Orten werden sie und ihr Idiom auch Malaueg oder Malauec genannt. Bei den nördlichen Stämmen ist der Name Itaves der gebräuchlichere, im Süden aber Calauas. Ihre Tracht erinnert an ihre Nachbarn, die Guinanen, während ihre ganze Lebensweise in’s volle Gegentheil schlägt. Sie sind noch friedfertiger als die ihnen nach Mas (pobl. 28) ähnlichen Gaddanen, und zeichnen sich besonders durch fleissigen Feldbau aus. Nächst Reis wird am intensivsten Tabak gebaut, dessen Anpflanzung sie eine besondere Pflege zuwenden (Buzeta I, 56). Ihr Tabak wird als der beste der Provinz Cagayán bezeichnet, und das will so viel sagen, als dass der Tabak des Calaua-Gebietes der beste der Philippinen ist. Nach der Tabakernte werden die gesammelten Blätter zuerst einem Gährungsprocesse unterworfen, dann aber wieder an der frischen Luft getrocknet. In kleine Ballen gepackt wird dann der Tabak nach Ilócos Sur und Abra eingeschmuggelt (Mas, pobl. 8;Buzeta I, 56).Religion unbekannt. Sie sind wie die Guinanen noch unabhängig, doch ist in diesem Jahre ein Truppencorps gegen sie abgeschickt worden, um sie zu unterwerfen.
Die Calauas (sprich: Cala-ú-as) wohnen von Santacruz (an einem Zuflusse des Rio Chico de Cagayán) bis Nachsiping am Rio Grande. Sie reichen bis Piat und Tuao im Süden und Malaueg im Norden, nach letzteren Orten werden sie und ihr Idiom auch Malaueg oder Malauec genannt. Bei den nördlichen Stämmen ist der Name Itaves der gebräuchlichere, im Süden aber Calauas. Ihre Tracht erinnert an ihre Nachbarn, die Guinanen, während ihre ganze Lebensweise in’s volle Gegentheil schlägt. Sie sind noch friedfertiger als die ihnen nach Mas (pobl. 28) ähnlichen Gaddanen, und zeichnen sich besonders durch fleissigen Feldbau aus. Nächst Reis wird am intensivsten Tabak gebaut, dessen Anpflanzung sie eine besondere Pflege zuwenden (Buzeta I, 56). Ihr Tabak wird als der beste der Provinz Cagayán bezeichnet, und das will so viel sagen, als dass der Tabak des Calaua-Gebietes der beste der Philippinen ist. Nach der Tabakernte werden die gesammelten Blätter zuerst einem Gährungsprocesse unterworfen, dann aber wieder an der frischen Luft getrocknet. In kleine Ballen gepackt wird dann der Tabak nach Ilócos Sur und Abra eingeschmuggelt (Mas, pobl. 8;Buzeta I, 56).
Religion unbekannt. Sie sind wie die Guinanen noch unabhängig, doch ist in diesem Jahre ein Truppencorps gegen sie abgeschickt worden, um sie zu unterwerfen.
22. Gamunangen und Bayabonanen.Der Name dieser beiden Stämme findet sich nur an einer einzigen Stelle bei Mas (pobl. 41) vor, nach dieser leben sie in den Bergen östlich undsüdöstlichvon Tuao. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass sie nur Zweige eines grösseren Stammes, etwa der Dadayag sind.
22. Gamunangen und Bayabonanen.
Der Name dieser beiden Stämme findet sich nur an einer einzigen Stelle bei Mas (pobl. 41) vor, nach dieser leben sie in den Bergen östlich undsüdöstlichvon Tuao. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass sie nur Zweige eines grösseren Stammes, etwa der Dadayag sind.
Der Name dieser beiden Stämme findet sich nur an einer einzigen Stelle bei Mas (pobl. 41) vor, nach dieser leben sie in den Bergen östlich undsüdöstlichvon Tuao. Es ist nicht so unwahrscheinlich, dass sie nur Zweige eines grösseren Stammes, etwa der Dadayag sind.
23. Dadayags.Die Dadayags oder Dadayas wohnen in der Provinz Cagayan, und zwar am linken Ufer des Mittellaufes des Rio Grande de Cagayan (jedoch nicht unmittelbar an diesem Strome), etwa in der Höhe des Ortes Cabagan. Über ihre Lebensweise ist nichts Näheres bekannt.
23. Dadayags.
Die Dadayags oder Dadayas wohnen in der Provinz Cagayan, und zwar am linken Ufer des Mittellaufes des Rio Grande de Cagayan (jedoch nicht unmittelbar an diesem Strome), etwa in der Höhe des Ortes Cabagan. Über ihre Lebensweise ist nichts Näheres bekannt.
Die Dadayags oder Dadayas wohnen in der Provinz Cagayan, und zwar am linken Ufer des Mittellaufes des Rio Grande de Cagayan (jedoch nicht unmittelbar an diesem Strome), etwa in der Höhe des Ortes Cabagan. Über ihre Lebensweise ist nichts Näheres bekannt.
24. Nabayuganen (Nabayuganes).Dieser Volksstamm wird auch nur einzig und allein von Mas (pobl. 41) erwähnt. Sie wohnen im Westen von Malaueg, einem Orte, welcher an einem der nördlichsten Nebenflüsse des Rio Chico de Cagayan liegt. Die Nabayuganen sind im Besitze eines eigenen Idioms. Das ist Alles, was wir gegenwärtig von ihnen wissen.
24. Nabayuganen (Nabayuganes).
Dieser Volksstamm wird auch nur einzig und allein von Mas (pobl. 41) erwähnt. Sie wohnen im Westen von Malaueg, einem Orte, welcher an einem der nördlichsten Nebenflüsse des Rio Chico de Cagayan liegt. Die Nabayuganen sind im Besitze eines eigenen Idioms. Das ist Alles, was wir gegenwärtig von ihnen wissen.
Dieser Volksstamm wird auch nur einzig und allein von Mas (pobl. 41) erwähnt. Sie wohnen im Westen von Malaueg, einem Orte, welcher an einem der nördlichsten Nebenflüsse des Rio Chico de Cagayan liegt. Die Nabayuganen sind im Besitze eines eigenen Idioms. Das ist Alles, was wir gegenwärtig von ihnen wissen.
25. Aripas.Die Aripas (auch Aribas, Aripanes genannt) wohnen in dem Landstriche südlich von der Vereinigung des Rio Grande und Rio Chico de Cagayán zwischen Nagsiping und Tubang, dann hausen sie auch in dem südlichen Theile jenes Gebirgszuges, welcher die Wasserscheide zwischen dem Stromsystem des Rio Grande de Cagayán und dem Rio Apayo bildet.Sie sind sehr friedfertiger Natur (Buzeta I, 310). Ein Theil von ihnen giebt den Missionären grosse Hoffnung baldiger vollständiger Bekehrung.
25. Aripas.
Die Aripas (auch Aribas, Aripanes genannt) wohnen in dem Landstriche südlich von der Vereinigung des Rio Grande und Rio Chico de Cagayán zwischen Nagsiping und Tubang, dann hausen sie auch in dem südlichen Theile jenes Gebirgszuges, welcher die Wasserscheide zwischen dem Stromsystem des Rio Grande de Cagayán und dem Rio Apayo bildet.Sie sind sehr friedfertiger Natur (Buzeta I, 310). Ein Theil von ihnen giebt den Missionären grosse Hoffnung baldiger vollständiger Bekehrung.
Die Aripas (auch Aribas, Aripanes genannt) wohnen in dem Landstriche südlich von der Vereinigung des Rio Grande und Rio Chico de Cagayán zwischen Nagsiping und Tubang, dann hausen sie auch in dem südlichen Theile jenes Gebirgszuges, welcher die Wasserscheide zwischen dem Stromsystem des Rio Grande de Cagayán und dem Rio Apayo bildet.
Sie sind sehr friedfertiger Natur (Buzeta I, 310). Ein Theil von ihnen giebt den Missionären grosse Hoffnung baldiger vollständiger Bekehrung.
26. Calingas.Nach Semper (Erdk. X, 256) scheint der Name Calinga eine Collectivbezeichnung „unbekannter” Bedeutung zu sein, da so auch alle die Provinzen Isabela, Cagayán und Nueva Vizcaya bewohnenden Infieles (Heiden) genannt werden, Semper nennt deshalb auch die Irayas Calingas. Ich bezeichne hier mit diesem Namen jenen heidnischen Malaienstamm, welcher in demselben Gebirge wie die Aripas nur mehr im nördlichen Theile wohnt und speciell Calingas genannt wird. Über sie ist wenig bekannt. Sie sollen viel chinesisches Blut in ihren Adern haben (Schadenberg 165). Sie sind kriegerischer als die Aripas. Nach der Zahl der getödteten Feinde ziehen sie Streifen auf ihre Arme (Bastian, Reisen V, 274).
26. Calingas.
Nach Semper (Erdk. X, 256) scheint der Name Calinga eine Collectivbezeichnung „unbekannter” Bedeutung zu sein, da so auch alle die Provinzen Isabela, Cagayán und Nueva Vizcaya bewohnenden Infieles (Heiden) genannt werden, Semper nennt deshalb auch die Irayas Calingas. Ich bezeichne hier mit diesem Namen jenen heidnischen Malaienstamm, welcher in demselben Gebirge wie die Aripas nur mehr im nördlichen Theile wohnt und speciell Calingas genannt wird. Über sie ist wenig bekannt. Sie sollen viel chinesisches Blut in ihren Adern haben (Schadenberg 165). Sie sind kriegerischer als die Aripas. Nach der Zahl der getödteten Feinde ziehen sie Streifen auf ihre Arme (Bastian, Reisen V, 274).
Nach Semper (Erdk. X, 256) scheint der Name Calinga eine Collectivbezeichnung „unbekannter” Bedeutung zu sein, da so auch alle die Provinzen Isabela, Cagayán und Nueva Vizcaya bewohnenden Infieles (Heiden) genannt werden, Semper nennt deshalb auch die Irayas Calingas. Ich bezeichne hier mit diesem Namen jenen heidnischen Malaienstamm, welcher in demselben Gebirge wie die Aripas nur mehr im nördlichen Theile wohnt und speciell Calingas genannt wird. Über sie ist wenig bekannt. Sie sollen viel chinesisches Blut in ihren Adern haben (Schadenberg 165). Sie sind kriegerischer als die Aripas. Nach der Zahl der getödteten Feinde ziehen sie Streifen auf ihre Arme (Bastian, Reisen V, 274).
27. Tinguianen.Die Tinguianen werden auch Itanegas, Tinggianes, seltener Tingues (so bei Morga) genannt. Sie bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches von Candon in Ilócos Sur sich ungefähr bis zum Mte. Pacsan an der Grenze Cagayans und Ilócos Norte ausdehnt, ja ihre am meisten nach Süden vorgeschobenen Niederlassungen reichen bis Santa Cruz in der Nähe der Punta Darigallos (Namagpacan), so dass sie die Bewohner von drei Provinzen sind, nämlich von Ilócos Sur, Abra und Ilócos Norte. Der an der Küste von Ilócos Sur 1736 begründete Pueblo Santiago war die erste christliche Niederlassung derselben, früher scheinen sie nicht bis zu den Gestaden des Meeres gereicht zu haben, sie gehen hier auch allmählich in die Ilocanen auf, indem sie deren Sprache annehmen, so dass der südliche Theil der Tinguianen unrettbar der Entnationalisirung anheimgefallen ist. Besser erhalten sie sich in den am linken Ufer des Abra liegenden christlichen Pueblos Banguet und Tayun, obwohl auch hier durch ilocanische Zuwanderer Gefahr droht. Die christliche Religion trägt auf den Philippinen am meisten zur Entnationalisirung bei, es trifft bei allen bekehrten Malaien dasselbe Bild ein mutatis mutandis, das wir von den Tagalen entworfen haben.Bei den Spaniern finden wir die Neigung vor, die Tinguianen für einen von den übrigen Bergstämmen Luzons gänzlich verschiedenen Stamm zu halten, indem sie ihre diessfällige Meinung auf die sehr helle Hautfarbe und ihre grosse Friedfertigkeit hinweisen. Es ist diess ganz ungerechtfertigt, und diese Meinung konnte nur so lange eine gewisse Berechtigung haben, als man eben nur die Igorroten und Apoyaos kannte, welche allerdings durch ihre Grausamkeit und Kriegslust einen grellen Gegensatz zu den gutmüthigen Tinguianen darstellten. Wir haben aber gesehen, dass die Bergstämme Luzons nicht insgesammt Kopfjäger und Bluthunde sind, sondern, dass es vielmehr genug Stämme giebt, die an Friedfertigkeit den Tinguianen in gar Nichts nachstehen. In ihren Sitten und ihrer religiösen Anschauung liegt gleichfalls nichts, was die Meinung rechtfertigen könnte, die Tinguianen seien ein zu der Gesammtheit der nordluzonischen Stämme im Gegensatze stehender Stamm.Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache derTinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.Von den benachbarten Igorroten unterscheiden sie sich vortheilhaft durch ihre Reinlichkeit. Charakteristisch bei ihrer Tracht ist die turbanähnliche Kopfbedeckung, welche aus einem langen Stücke Zeug besteht, dessen Enden graciös über Schulter und Rücken fallen. Die Männer tragen eine vorne zuschliessende Jacke, wie sie die chinesische Küstenbevölkerung trägt, und weite Pantalons. Die Weiber gehen in derselben Tracht umher wie jene der Igorroten, nur sind die Kleiderstoffe der ersteren weiss (Buzeta I, 55), während die letzteren dunkelblaue oder blau und weiss gestreifte Zeuge vorziehen. Man sieht also, dass auch hier sich kein Gegensatz zu den Igorroten herausklügeln lässt. Vornehme Frauen tragen Gewänder, welche mit reichgestickten weissen oder rothen Bändern verziert sind (Buzeta, l. c.). Den Kopf umwinden sie mit dem Turban oder einer schmäleren Binde (Buzeta, l. c.;Ilustr. 1860, n. 12, p. 153). Der Unterarm wird vom Ellenbogen bis zum Handgelenke mit Armbändern geschmückt. Dieselben bestehen aus buntfarbigen Glasperlen oder Steinchen, letztere kommen von den Batanes-Inseln her und werden von den Tinguianen auf den Märkten der Pueblos von Ilócos eingekauft (Ilustracion 1860, n. 14, p. 164). Diese Armbänder drücken durch ihre Schwere die Arme wund, die Eitelkeit trägt aber über den Schmerz den Sieg davon. Auch die untere Hälfte der Waden wird mit diesem beschwerlichen Schmucke versehen (Buzeta I, 55;Ilustracion 1860, n. 12, p. 153). Ohrgehänge und Geschmeide aus Kupfer und Silber tragen sie in derselben Weise wie die Igorroten (Scheidnagel 125).In ihren kleinen Dörfern leben sie in glücklicher Zufriedenheit. Ihre Waffen, die Lanze und eine Axt „Aliva”, deren Eisenfläche Quadratform besitzt mit einer rückwärts befindlichen Spitze, dienen nur zur Abwehr der Angriffe ihrer blutdürstigen Feinde, der Guinanen13. Sie bauen Reis in reichlicher Menge (Mas, pobl. 12), ebenso besitzen sie einen reichlichen Viehstand an Büffeln, Rindern und Pferden (l. c.). Wie wir wissen, sind die Igorroten auch Ackerbauer und Besitzer von Vieh, sehen sich aber gezwungen, sowohl Reis wie Vieh von den Christen einzukaufen, während die Tinguianen beides auf die Märkte von Ilócos bringen (Buzeta I, 55). Ihre Felder besitzen ebenfalls ein künstliches Berieselungssystem (Buzeta, l. c.). Sie sind nicht ohne Industrie, besonders ihre Holzschnitzarbeiten haben einen guten Ruf; die Igorroten von Abra wagen sich sogar an das Schnitzen von Figuren (Scheidnagel 126). Ausser mit Reis und Vieh erscheinen sie auch mit Goldstaub, Wachs und Häuten auf den Märkten von Ilócos. Holz wird von ihnen auf dem Wasser ihrer Flüsse herabgeschwemmt (Buzeta I, 58). Sie kommen bis auf den Markt von Vigan (Ilustr. 1860, n. 14, p. 165).Ein Theil von ihnen ist bereits zum Christenthum bekehrt. Die übrigen haben einen ähnlichen Ahnencultus wie die übrigen Malaien Luzons; ob sie ausser den Seelen ihrer Vorfahren andere Götter verehren, ist mir unbekannt. Wie alle philippinischen Malaien haben auch sie vor Schlafenden eine grosse Scheu, ihr stärkster Fluch lautet: „mögest du im Schlafe sterben!” (Mas, pobl. 14). Dieser Fluch beruht nach Jagor (Reisen 132) auf dem Glauben, dass, wie schon erwähnt, die Seele im Traume den Körper verlasse.Die Geburt14geht ungemein leicht von Statten, die Mutter eilt nach der Reinigung sofort zur gewohnten Arbeit.Die Reinigung besteht darin, dass die Mutter das neugeborene Kind unmittelbar nach der Geburt in das Wasser eines Baches oder Flusses taucht, ist kein Wasser in der Nähe, so reinigt sie es mit einem Bananenblatt oder Halmen. Nach dieser Reinigung giebt die Mutter dem Kinde irgend einen Thiernamen.Ehen werden durch die Eltern vermittelt, sobald sie eine gegenseitige Neigung an ihren Kindern wahrnehmen. Durch einen Trommler—„Batintin” genannt—werden die Hochzeitsgäste eingeladen. Das Hochzeitsfest beginnt schon zeitlich Morgens, es besteht aus einem Schmause und Trinkgelage. Der Speisezettel hat nur Reis und Braten von Schweinen, Rindern und Büffeln aufzuweisen. Die Getränke sind verschiedene aus Zuckerrohr oder Reis bereitete Branntweinsorten. Das Bankett entbehrt auch nicht der Tafelmusik, obwohl sie ausser der Trommel nur zwei Instrumente besitzen, nämlich Flöten aus Rohr und zwei Gattungen Guitarren. Letztere werden aus Rohrstückchen zusammengesetzt und sind dreisaitig, jedoch werden die Saiten nicht aus Thierdärmen, sondern aus den Blattfasern einer weiter nicht genannten Pflanze bereitet. Die Pausen während des Schmauses, an dem die gesammten Bewohner des Dorfes Theil nehmen, werden durch Tanz ausgefüllt.Abends führt der Angesehenste die Neuvermählten in ihre Hütte, wo sie das Brautbett in Gestalt einer auf den Boden gelegten mächtigen Matte erwartet. Auf die Matte legen sich die jungen Eheleute in der Weise nieder, dass zwischen ihnen ein Raum von zwei Ellen Entfernung frei bleibt, wo sich ein 6- bis 8jähriger Knabe niederlässt, denn bis zum nächsten Tage darf die Ehe nicht vollzogen werden, ja nicht einmal Worte miteinander zu wechseln ist den Gatten erlaubt.Die Ehen werden leicht und rasch geschieden, man geht zum Dorfältesten oder (in einem bereits spanisch gewordenen Dorfe) zum Gobernadorcillo, der gegen eine Abgabe von 5 Pesos, 2 Büffeln, 2 Schweinen, 2 Cavanen Reis, 2 Tinajas Palmwein die Ehe scheidet. Diese Geldbusse zahlt jener Gatte, welcher die Scheidung beantragt. Die Pönalsumme wird zu einem grossen Festschmause verwendet, an dem wie bei der Hochzeit das ganze Dorf Theil nimmt. Bei einer Scheidung bleiben die Säuglinge der Mutter, die übrigen Kinder werden nach dem Willen jenes Gatten vertheilt, welcher der passive Theil, d. h. der Nichtbeantrager war. Ist aber ein Streit oder gar ein Verbrechen die Ursache der Scheidung, so verliert der schuldige Theil das Recht, über den Verbleib oder die Zuweisung der Kinder zu entscheiden. In diesem Falle muss auch der schuldige Theil die oben erwähnte Geldbusse zahlen, selbst wenn der andere Gatte die Scheidung beantragt. Bei jenen Tinguianen, welche spanische Unterthanen geworden sind, wird mitunter an den Provinzgouverneur appellirt.Die Reichen schliessen auf diese Weise 15 bis 20 Ehen nacheinander; bei den Armen finden Ehescheidungen selten oder gar nicht Statt, indem sie nicht im Stande sind, jene unumgängliche Geldbusse zu zahlen. Es ereignet sich mitunter, dass ein Mann drei, vier Mal eine und dieselbe Frau heirathet und sich wieder scheiden lässt.Wird ein Tinguiane krank, so erhält er so gut wie keine Pflege; sobald die Krankheit einen derartigen Verlauf nimmt, dass keine Hoffnung auf Genesung vorhanden ist, so wird der Kranke von den Seinen lieblos verlassen, und muss ähnlich wie der Eskimo sein Leben beschliessen. Kaum hat der Sterbende den letzten Athemzug gethan, so wird auch schon seine Leiche aus der Wohnstätte herausgeschafft und dicht unter der Hütte vergraben. Über dem Grabe werden grosse Steine aufgehäuft. An gewissen Tagen des Jahres werden auf diese eigenthümlichen Grabmonumente Lebensmittel gelegt, damit die Seelen der Verstorbenen ihren Hunger stillen könnten.Die Namen der Verstorbenen werden von deren Hinterbliebenen nicht mehr genannt, so dass, wenn man einen Tinguianen nach dem Namen eines seiner Ahnen fragt, dieser den Fragesteller an einen Kameraden weist, da er selbst die Antwort nicht ertheilen dürfe. Diese Sitte ist für die spanischen Beamten keine Erleichterung in ihrem Dienste.Im Jahre 1624 begannen die ersten unglücklichen Versuche der Spanier, die Tinguianen zu unterwerfen, erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts drang die spanische Herrschaft immer mehr in die Berge und Thäler jenes intelligenten Stammes vor, bereits 1848 zählte man, nach Diaz Arenas, 8717 Tinguianen, welche die spanische Hoheit anerkannten, während heute nur ein geringer Theil noch seine Unabhängigkeit bewahrt hat. In diesem Theile Luzons breitet sich das spanische Hoheitsgebiet sehr rasch und unblutig aus.
27. Tinguianen.
Die Tinguianen werden auch Itanegas, Tinggianes, seltener Tingues (so bei Morga) genannt. Sie bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches von Candon in Ilócos Sur sich ungefähr bis zum Mte. Pacsan an der Grenze Cagayans und Ilócos Norte ausdehnt, ja ihre am meisten nach Süden vorgeschobenen Niederlassungen reichen bis Santa Cruz in der Nähe der Punta Darigallos (Namagpacan), so dass sie die Bewohner von drei Provinzen sind, nämlich von Ilócos Sur, Abra und Ilócos Norte. Der an der Küste von Ilócos Sur 1736 begründete Pueblo Santiago war die erste christliche Niederlassung derselben, früher scheinen sie nicht bis zu den Gestaden des Meeres gereicht zu haben, sie gehen hier auch allmählich in die Ilocanen auf, indem sie deren Sprache annehmen, so dass der südliche Theil der Tinguianen unrettbar der Entnationalisirung anheimgefallen ist. Besser erhalten sie sich in den am linken Ufer des Abra liegenden christlichen Pueblos Banguet und Tayun, obwohl auch hier durch ilocanische Zuwanderer Gefahr droht. Die christliche Religion trägt auf den Philippinen am meisten zur Entnationalisirung bei, es trifft bei allen bekehrten Malaien dasselbe Bild ein mutatis mutandis, das wir von den Tagalen entworfen haben.Bei den Spaniern finden wir die Neigung vor, die Tinguianen für einen von den übrigen Bergstämmen Luzons gänzlich verschiedenen Stamm zu halten, indem sie ihre diessfällige Meinung auf die sehr helle Hautfarbe und ihre grosse Friedfertigkeit hinweisen. Es ist diess ganz ungerechtfertigt, und diese Meinung konnte nur so lange eine gewisse Berechtigung haben, als man eben nur die Igorroten und Apoyaos kannte, welche allerdings durch ihre Grausamkeit und Kriegslust einen grellen Gegensatz zu den gutmüthigen Tinguianen darstellten. Wir haben aber gesehen, dass die Bergstämme Luzons nicht insgesammt Kopfjäger und Bluthunde sind, sondern, dass es vielmehr genug Stämme giebt, die an Friedfertigkeit den Tinguianen in gar Nichts nachstehen. In ihren Sitten und ihrer religiösen Anschauung liegt gleichfalls nichts, was die Meinung rechtfertigen könnte, die Tinguianen seien ein zu der Gesammtheit der nordluzonischen Stämme im Gegensatze stehender Stamm.Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache derTinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.Von den benachbarten Igorroten unterscheiden sie sich vortheilhaft durch ihre Reinlichkeit. Charakteristisch bei ihrer Tracht ist die turbanähnliche Kopfbedeckung, welche aus einem langen Stücke Zeug besteht, dessen Enden graciös über Schulter und Rücken fallen. Die Männer tragen eine vorne zuschliessende Jacke, wie sie die chinesische Küstenbevölkerung trägt, und weite Pantalons. Die Weiber gehen in derselben Tracht umher wie jene der Igorroten, nur sind die Kleiderstoffe der ersteren weiss (Buzeta I, 55), während die letzteren dunkelblaue oder blau und weiss gestreifte Zeuge vorziehen. Man sieht also, dass auch hier sich kein Gegensatz zu den Igorroten herausklügeln lässt. Vornehme Frauen tragen Gewänder, welche mit reichgestickten weissen oder rothen Bändern verziert sind (Buzeta, l. c.). Den Kopf umwinden sie mit dem Turban oder einer schmäleren Binde (Buzeta, l. c.;Ilustr. 1860, n. 12, p. 153). Der Unterarm wird vom Ellenbogen bis zum Handgelenke mit Armbändern geschmückt. Dieselben bestehen aus buntfarbigen Glasperlen oder Steinchen, letztere kommen von den Batanes-Inseln her und werden von den Tinguianen auf den Märkten der Pueblos von Ilócos eingekauft (Ilustracion 1860, n. 14, p. 164). Diese Armbänder drücken durch ihre Schwere die Arme wund, die Eitelkeit trägt aber über den Schmerz den Sieg davon. Auch die untere Hälfte der Waden wird mit diesem beschwerlichen Schmucke versehen (Buzeta I, 55;Ilustracion 1860, n. 12, p. 153). Ohrgehänge und Geschmeide aus Kupfer und Silber tragen sie in derselben Weise wie die Igorroten (Scheidnagel 125).In ihren kleinen Dörfern leben sie in glücklicher Zufriedenheit. Ihre Waffen, die Lanze und eine Axt „Aliva”, deren Eisenfläche Quadratform besitzt mit einer rückwärts befindlichen Spitze, dienen nur zur Abwehr der Angriffe ihrer blutdürstigen Feinde, der Guinanen13. Sie bauen Reis in reichlicher Menge (Mas, pobl. 12), ebenso besitzen sie einen reichlichen Viehstand an Büffeln, Rindern und Pferden (l. c.). Wie wir wissen, sind die Igorroten auch Ackerbauer und Besitzer von Vieh, sehen sich aber gezwungen, sowohl Reis wie Vieh von den Christen einzukaufen, während die Tinguianen beides auf die Märkte von Ilócos bringen (Buzeta I, 55). Ihre Felder besitzen ebenfalls ein künstliches Berieselungssystem (Buzeta, l. c.). Sie sind nicht ohne Industrie, besonders ihre Holzschnitzarbeiten haben einen guten Ruf; die Igorroten von Abra wagen sich sogar an das Schnitzen von Figuren (Scheidnagel 126). Ausser mit Reis und Vieh erscheinen sie auch mit Goldstaub, Wachs und Häuten auf den Märkten von Ilócos. Holz wird von ihnen auf dem Wasser ihrer Flüsse herabgeschwemmt (Buzeta I, 58). Sie kommen bis auf den Markt von Vigan (Ilustr. 1860, n. 14, p. 165).Ein Theil von ihnen ist bereits zum Christenthum bekehrt. Die übrigen haben einen ähnlichen Ahnencultus wie die übrigen Malaien Luzons; ob sie ausser den Seelen ihrer Vorfahren andere Götter verehren, ist mir unbekannt. Wie alle philippinischen Malaien haben auch sie vor Schlafenden eine grosse Scheu, ihr stärkster Fluch lautet: „mögest du im Schlafe sterben!” (Mas, pobl. 14). Dieser Fluch beruht nach Jagor (Reisen 132) auf dem Glauben, dass, wie schon erwähnt, die Seele im Traume den Körper verlasse.Die Geburt14geht ungemein leicht von Statten, die Mutter eilt nach der Reinigung sofort zur gewohnten Arbeit.Die Reinigung besteht darin, dass die Mutter das neugeborene Kind unmittelbar nach der Geburt in das Wasser eines Baches oder Flusses taucht, ist kein Wasser in der Nähe, so reinigt sie es mit einem Bananenblatt oder Halmen. Nach dieser Reinigung giebt die Mutter dem Kinde irgend einen Thiernamen.Ehen werden durch die Eltern vermittelt, sobald sie eine gegenseitige Neigung an ihren Kindern wahrnehmen. Durch einen Trommler—„Batintin” genannt—werden die Hochzeitsgäste eingeladen. Das Hochzeitsfest beginnt schon zeitlich Morgens, es besteht aus einem Schmause und Trinkgelage. Der Speisezettel hat nur Reis und Braten von Schweinen, Rindern und Büffeln aufzuweisen. Die Getränke sind verschiedene aus Zuckerrohr oder Reis bereitete Branntweinsorten. Das Bankett entbehrt auch nicht der Tafelmusik, obwohl sie ausser der Trommel nur zwei Instrumente besitzen, nämlich Flöten aus Rohr und zwei Gattungen Guitarren. Letztere werden aus Rohrstückchen zusammengesetzt und sind dreisaitig, jedoch werden die Saiten nicht aus Thierdärmen, sondern aus den Blattfasern einer weiter nicht genannten Pflanze bereitet. Die Pausen während des Schmauses, an dem die gesammten Bewohner des Dorfes Theil nehmen, werden durch Tanz ausgefüllt.Abends führt der Angesehenste die Neuvermählten in ihre Hütte, wo sie das Brautbett in Gestalt einer auf den Boden gelegten mächtigen Matte erwartet. Auf die Matte legen sich die jungen Eheleute in der Weise nieder, dass zwischen ihnen ein Raum von zwei Ellen Entfernung frei bleibt, wo sich ein 6- bis 8jähriger Knabe niederlässt, denn bis zum nächsten Tage darf die Ehe nicht vollzogen werden, ja nicht einmal Worte miteinander zu wechseln ist den Gatten erlaubt.Die Ehen werden leicht und rasch geschieden, man geht zum Dorfältesten oder (in einem bereits spanisch gewordenen Dorfe) zum Gobernadorcillo, der gegen eine Abgabe von 5 Pesos, 2 Büffeln, 2 Schweinen, 2 Cavanen Reis, 2 Tinajas Palmwein die Ehe scheidet. Diese Geldbusse zahlt jener Gatte, welcher die Scheidung beantragt. Die Pönalsumme wird zu einem grossen Festschmause verwendet, an dem wie bei der Hochzeit das ganze Dorf Theil nimmt. Bei einer Scheidung bleiben die Säuglinge der Mutter, die übrigen Kinder werden nach dem Willen jenes Gatten vertheilt, welcher der passive Theil, d. h. der Nichtbeantrager war. Ist aber ein Streit oder gar ein Verbrechen die Ursache der Scheidung, so verliert der schuldige Theil das Recht, über den Verbleib oder die Zuweisung der Kinder zu entscheiden. In diesem Falle muss auch der schuldige Theil die oben erwähnte Geldbusse zahlen, selbst wenn der andere Gatte die Scheidung beantragt. Bei jenen Tinguianen, welche spanische Unterthanen geworden sind, wird mitunter an den Provinzgouverneur appellirt.Die Reichen schliessen auf diese Weise 15 bis 20 Ehen nacheinander; bei den Armen finden Ehescheidungen selten oder gar nicht Statt, indem sie nicht im Stande sind, jene unumgängliche Geldbusse zu zahlen. Es ereignet sich mitunter, dass ein Mann drei, vier Mal eine und dieselbe Frau heirathet und sich wieder scheiden lässt.Wird ein Tinguiane krank, so erhält er so gut wie keine Pflege; sobald die Krankheit einen derartigen Verlauf nimmt, dass keine Hoffnung auf Genesung vorhanden ist, so wird der Kranke von den Seinen lieblos verlassen, und muss ähnlich wie der Eskimo sein Leben beschliessen. Kaum hat der Sterbende den letzten Athemzug gethan, so wird auch schon seine Leiche aus der Wohnstätte herausgeschafft und dicht unter der Hütte vergraben. Über dem Grabe werden grosse Steine aufgehäuft. An gewissen Tagen des Jahres werden auf diese eigenthümlichen Grabmonumente Lebensmittel gelegt, damit die Seelen der Verstorbenen ihren Hunger stillen könnten.Die Namen der Verstorbenen werden von deren Hinterbliebenen nicht mehr genannt, so dass, wenn man einen Tinguianen nach dem Namen eines seiner Ahnen fragt, dieser den Fragesteller an einen Kameraden weist, da er selbst die Antwort nicht ertheilen dürfe. Diese Sitte ist für die spanischen Beamten keine Erleichterung in ihrem Dienste.Im Jahre 1624 begannen die ersten unglücklichen Versuche der Spanier, die Tinguianen zu unterwerfen, erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts drang die spanische Herrschaft immer mehr in die Berge und Thäler jenes intelligenten Stammes vor, bereits 1848 zählte man, nach Diaz Arenas, 8717 Tinguianen, welche die spanische Hoheit anerkannten, während heute nur ein geringer Theil noch seine Unabhängigkeit bewahrt hat. In diesem Theile Luzons breitet sich das spanische Hoheitsgebiet sehr rasch und unblutig aus.
Die Tinguianen werden auch Itanegas, Tinggianes, seltener Tingues (so bei Morga) genannt. Sie bewohnen ein sehr ausgedehntes Gebiet, welches von Candon in Ilócos Sur sich ungefähr bis zum Mte. Pacsan an der Grenze Cagayans und Ilócos Norte ausdehnt, ja ihre am meisten nach Süden vorgeschobenen Niederlassungen reichen bis Santa Cruz in der Nähe der Punta Darigallos (Namagpacan), so dass sie die Bewohner von drei Provinzen sind, nämlich von Ilócos Sur, Abra und Ilócos Norte. Der an der Küste von Ilócos Sur 1736 begründete Pueblo Santiago war die erste christliche Niederlassung derselben, früher scheinen sie nicht bis zu den Gestaden des Meeres gereicht zu haben, sie gehen hier auch allmählich in die Ilocanen auf, indem sie deren Sprache annehmen, so dass der südliche Theil der Tinguianen unrettbar der Entnationalisirung anheimgefallen ist. Besser erhalten sie sich in den am linken Ufer des Abra liegenden christlichen Pueblos Banguet und Tayun, obwohl auch hier durch ilocanische Zuwanderer Gefahr droht. Die christliche Religion trägt auf den Philippinen am meisten zur Entnationalisirung bei, es trifft bei allen bekehrten Malaien dasselbe Bild ein mutatis mutandis, das wir von den Tagalen entworfen haben.
Bei den Spaniern finden wir die Neigung vor, die Tinguianen für einen von den übrigen Bergstämmen Luzons gänzlich verschiedenen Stamm zu halten, indem sie ihre diessfällige Meinung auf die sehr helle Hautfarbe und ihre grosse Friedfertigkeit hinweisen. Es ist diess ganz ungerechtfertigt, und diese Meinung konnte nur so lange eine gewisse Berechtigung haben, als man eben nur die Igorroten und Apoyaos kannte, welche allerdings durch ihre Grausamkeit und Kriegslust einen grellen Gegensatz zu den gutmüthigen Tinguianen darstellten. Wir haben aber gesehen, dass die Bergstämme Luzons nicht insgesammt Kopfjäger und Bluthunde sind, sondern, dass es vielmehr genug Stämme giebt, die an Friedfertigkeit den Tinguianen in gar Nichts nachstehen. In ihren Sitten und ihrer religiösen Anschauung liegt gleichfalls nichts, was die Meinung rechtfertigen könnte, die Tinguianen seien ein zu der Gesammtheit der nordluzonischen Stämme im Gegensatze stehender Stamm.
Ihre Hautfarbe ist, wie einstimmig berichtet wird, sehr hell, die Nase oft adlerartig gekrümmt (Mas, pobl. 13). Allgemein12wird behauptet, dass die Tinguianen den Chinesen in Gestalt wie Kleidung ähnlich sähen; mit Bezug auf die Tracht sollen sie kaum von den Fischern der chinesischen Provinz Fukiang oder Fokien zu unterscheiden sein, doch berichtet Mas selbst, dass ein genauer Kenner des Chinesischen, der Erzbischof Segui, erklärt hätte, dass in der Sprache derTinguianen gar nichts vorhanden wäre, was nur einigermassen an das Chinesische erinnern könnte. Diess ist von Wichtigkeit, wenn man bedenkt, mit welcher Vorliebe die spanischen Schriftsteller jeden Stamm als von Chinesen abstammend hinstellen, sobald in den Gesichtszügen seiner Individuen Anklänge an den mongolischen Typus sich vorfinden. Jedenfalls wäre es angezeigt, bevor nicht eingehende Untersuchungen Statt gefunden haben, sich dieser Chinesentheorie gegenüber sehr reservirt zu verhalten. Die Adlernase stimmt nicht sehr zu dem Bilde eines Chinesen. Was die Sage anbelangt, wonach die Tinguianen die Abkömmlinge der Chinesischen Piraten wären, welche der Cortés der Philippinen D. Juan de Salcedo 1574 von Manila zurückschlug und das Jahr darauf aus dem Golfe von Lingayen in die Chinesische See zurückwarf, so kann ich diess ganz ruhig für eine Erfindung der späteren Zeit erklären, denn bei meinen langjährigen Studien zur Geschichte der Philippinen habe ich speciell die Schicksale jenes ritterlichen Salcedo mit besonderem Fleisse und Interesse verfolgt und fand hierbei, dass die zeitgenössischen Chronisten von dieser Angelegenheit gar nichts wissen, sondern im Gegentheil ausdrücklich erklären, dass alle Piraten, welche an’s Land stiegen, von den erbitterten Indiern niedergemetzelt wurden. Erst gegen Ende des XVII. Jahrhunderts kam die Sage auf, einige (!) jener Piraten wären aus Pangasinán nach den Bergwildnissen des Innern entkommen und hätten mit eingeborenen Weibern die Bastardrassen der Igorroten und Tinguianen erzeugt. Der geschwätzige Fr. Juan de la Concepcion und sein Epitomator Fr. Martinez de Zuñiga haben dann ihr Schärflein dazu beigetragen, dass zu Ende des vorigen Jahrhunderts die Sage für ein Factum angenommen wurde und zum Theile auch heute noch angenommen wird. Chamisso hat diese Erdichtung einer späteren Zeit auch nach Deutschland gebracht.
Von den benachbarten Igorroten unterscheiden sie sich vortheilhaft durch ihre Reinlichkeit. Charakteristisch bei ihrer Tracht ist die turbanähnliche Kopfbedeckung, welche aus einem langen Stücke Zeug besteht, dessen Enden graciös über Schulter und Rücken fallen. Die Männer tragen eine vorne zuschliessende Jacke, wie sie die chinesische Küstenbevölkerung trägt, und weite Pantalons. Die Weiber gehen in derselben Tracht umher wie jene der Igorroten, nur sind die Kleiderstoffe der ersteren weiss (Buzeta I, 55), während die letzteren dunkelblaue oder blau und weiss gestreifte Zeuge vorziehen. Man sieht also, dass auch hier sich kein Gegensatz zu den Igorroten herausklügeln lässt. Vornehme Frauen tragen Gewänder, welche mit reichgestickten weissen oder rothen Bändern verziert sind (Buzeta, l. c.). Den Kopf umwinden sie mit dem Turban oder einer schmäleren Binde (Buzeta, l. c.;Ilustr. 1860, n. 12, p. 153). Der Unterarm wird vom Ellenbogen bis zum Handgelenke mit Armbändern geschmückt. Dieselben bestehen aus buntfarbigen Glasperlen oder Steinchen, letztere kommen von den Batanes-Inseln her und werden von den Tinguianen auf den Märkten der Pueblos von Ilócos eingekauft (Ilustracion 1860, n. 14, p. 164). Diese Armbänder drücken durch ihre Schwere die Arme wund, die Eitelkeit trägt aber über den Schmerz den Sieg davon. Auch die untere Hälfte der Waden wird mit diesem beschwerlichen Schmucke versehen (Buzeta I, 55;Ilustracion 1860, n. 12, p. 153). Ohrgehänge und Geschmeide aus Kupfer und Silber tragen sie in derselben Weise wie die Igorroten (Scheidnagel 125).
In ihren kleinen Dörfern leben sie in glücklicher Zufriedenheit. Ihre Waffen, die Lanze und eine Axt „Aliva”, deren Eisenfläche Quadratform besitzt mit einer rückwärts befindlichen Spitze, dienen nur zur Abwehr der Angriffe ihrer blutdürstigen Feinde, der Guinanen13. Sie bauen Reis in reichlicher Menge (Mas, pobl. 12), ebenso besitzen sie einen reichlichen Viehstand an Büffeln, Rindern und Pferden (l. c.). Wie wir wissen, sind die Igorroten auch Ackerbauer und Besitzer von Vieh, sehen sich aber gezwungen, sowohl Reis wie Vieh von den Christen einzukaufen, während die Tinguianen beides auf die Märkte von Ilócos bringen (Buzeta I, 55). Ihre Felder besitzen ebenfalls ein künstliches Berieselungssystem (Buzeta, l. c.). Sie sind nicht ohne Industrie, besonders ihre Holzschnitzarbeiten haben einen guten Ruf; die Igorroten von Abra wagen sich sogar an das Schnitzen von Figuren (Scheidnagel 126). Ausser mit Reis und Vieh erscheinen sie auch mit Goldstaub, Wachs und Häuten auf den Märkten von Ilócos. Holz wird von ihnen auf dem Wasser ihrer Flüsse herabgeschwemmt (Buzeta I, 58). Sie kommen bis auf den Markt von Vigan (Ilustr. 1860, n. 14, p. 165).
Ein Theil von ihnen ist bereits zum Christenthum bekehrt. Die übrigen haben einen ähnlichen Ahnencultus wie die übrigen Malaien Luzons; ob sie ausser den Seelen ihrer Vorfahren andere Götter verehren, ist mir unbekannt. Wie alle philippinischen Malaien haben auch sie vor Schlafenden eine grosse Scheu, ihr stärkster Fluch lautet: „mögest du im Schlafe sterben!” (Mas, pobl. 14). Dieser Fluch beruht nach Jagor (Reisen 132) auf dem Glauben, dass, wie schon erwähnt, die Seele im Traume den Körper verlasse.
Die Geburt14geht ungemein leicht von Statten, die Mutter eilt nach der Reinigung sofort zur gewohnten Arbeit.Die Reinigung besteht darin, dass die Mutter das neugeborene Kind unmittelbar nach der Geburt in das Wasser eines Baches oder Flusses taucht, ist kein Wasser in der Nähe, so reinigt sie es mit einem Bananenblatt oder Halmen. Nach dieser Reinigung giebt die Mutter dem Kinde irgend einen Thiernamen.
Ehen werden durch die Eltern vermittelt, sobald sie eine gegenseitige Neigung an ihren Kindern wahrnehmen. Durch einen Trommler—„Batintin” genannt—werden die Hochzeitsgäste eingeladen. Das Hochzeitsfest beginnt schon zeitlich Morgens, es besteht aus einem Schmause und Trinkgelage. Der Speisezettel hat nur Reis und Braten von Schweinen, Rindern und Büffeln aufzuweisen. Die Getränke sind verschiedene aus Zuckerrohr oder Reis bereitete Branntweinsorten. Das Bankett entbehrt auch nicht der Tafelmusik, obwohl sie ausser der Trommel nur zwei Instrumente besitzen, nämlich Flöten aus Rohr und zwei Gattungen Guitarren. Letztere werden aus Rohrstückchen zusammengesetzt und sind dreisaitig, jedoch werden die Saiten nicht aus Thierdärmen, sondern aus den Blattfasern einer weiter nicht genannten Pflanze bereitet. Die Pausen während des Schmauses, an dem die gesammten Bewohner des Dorfes Theil nehmen, werden durch Tanz ausgefüllt.
Abends führt der Angesehenste die Neuvermählten in ihre Hütte, wo sie das Brautbett in Gestalt einer auf den Boden gelegten mächtigen Matte erwartet. Auf die Matte legen sich die jungen Eheleute in der Weise nieder, dass zwischen ihnen ein Raum von zwei Ellen Entfernung frei bleibt, wo sich ein 6- bis 8jähriger Knabe niederlässt, denn bis zum nächsten Tage darf die Ehe nicht vollzogen werden, ja nicht einmal Worte miteinander zu wechseln ist den Gatten erlaubt.
Die Ehen werden leicht und rasch geschieden, man geht zum Dorfältesten oder (in einem bereits spanisch gewordenen Dorfe) zum Gobernadorcillo, der gegen eine Abgabe von 5 Pesos, 2 Büffeln, 2 Schweinen, 2 Cavanen Reis, 2 Tinajas Palmwein die Ehe scheidet. Diese Geldbusse zahlt jener Gatte, welcher die Scheidung beantragt. Die Pönalsumme wird zu einem grossen Festschmause verwendet, an dem wie bei der Hochzeit das ganze Dorf Theil nimmt. Bei einer Scheidung bleiben die Säuglinge der Mutter, die übrigen Kinder werden nach dem Willen jenes Gatten vertheilt, welcher der passive Theil, d. h. der Nichtbeantrager war. Ist aber ein Streit oder gar ein Verbrechen die Ursache der Scheidung, so verliert der schuldige Theil das Recht, über den Verbleib oder die Zuweisung der Kinder zu entscheiden. In diesem Falle muss auch der schuldige Theil die oben erwähnte Geldbusse zahlen, selbst wenn der andere Gatte die Scheidung beantragt. Bei jenen Tinguianen, welche spanische Unterthanen geworden sind, wird mitunter an den Provinzgouverneur appellirt.
Die Reichen schliessen auf diese Weise 15 bis 20 Ehen nacheinander; bei den Armen finden Ehescheidungen selten oder gar nicht Statt, indem sie nicht im Stande sind, jene unumgängliche Geldbusse zu zahlen. Es ereignet sich mitunter, dass ein Mann drei, vier Mal eine und dieselbe Frau heirathet und sich wieder scheiden lässt.
Wird ein Tinguiane krank, so erhält er so gut wie keine Pflege; sobald die Krankheit einen derartigen Verlauf nimmt, dass keine Hoffnung auf Genesung vorhanden ist, so wird der Kranke von den Seinen lieblos verlassen, und muss ähnlich wie der Eskimo sein Leben beschliessen. Kaum hat der Sterbende den letzten Athemzug gethan, so wird auch schon seine Leiche aus der Wohnstätte herausgeschafft und dicht unter der Hütte vergraben. Über dem Grabe werden grosse Steine aufgehäuft. An gewissen Tagen des Jahres werden auf diese eigenthümlichen Grabmonumente Lebensmittel gelegt, damit die Seelen der Verstorbenen ihren Hunger stillen könnten.
Die Namen der Verstorbenen werden von deren Hinterbliebenen nicht mehr genannt, so dass, wenn man einen Tinguianen nach dem Namen eines seiner Ahnen fragt, dieser den Fragesteller an einen Kameraden weist, da er selbst die Antwort nicht ertheilen dürfe. Diese Sitte ist für die spanischen Beamten keine Erleichterung in ihrem Dienste.
Im Jahre 1624 begannen die ersten unglücklichen Versuche der Spanier, die Tinguianen zu unterwerfen, erst seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts drang die spanische Herrschaft immer mehr in die Berge und Thäler jenes intelligenten Stammes vor, bereits 1848 zählte man, nach Diaz Arenas, 8717 Tinguianen, welche die spanische Hoheit anerkannten, während heute nur ein geringer Theil noch seine Unabhängigkeit bewahrt hat. In diesem Theile Luzons breitet sich das spanische Hoheitsgebiet sehr rasch und unblutig aus.
28. Adangs.Der Name der Adangs hat zahlreiche Variationen und Lesearten aufzuweisen: Adangtas, Adanginos, Adanes, Adamitas. Sie wohnen im nordwestlichen Winkel Luzons, um den Pueblo Adan(g) und den gleichnamigen Berg15. Ihre Zahl ist keine grosse, trotzdem bilden sie eine Nation für sich, indem ihre Sprache keine Ähnlichkeit mit jener ihrer Nachbarn (der Ilocanen, Tinguianen, Apoyaos, Cagayanen) besitzt (Buzeta y Bravo I, 271). In ihren Sitten haben sie vieles, was an die Apayaos erinnert (Ilustr. 1860, n. 17, p. 200). Seit 1720 begann ihre Christianisirung, und bald erfolgte auch die Gründung des christlichen Pueblos Adan(g)(Mozo 73). Das Christenthum wird auch hier tagalisirend einwirken.
28. Adangs.
Der Name der Adangs hat zahlreiche Variationen und Lesearten aufzuweisen: Adangtas, Adanginos, Adanes, Adamitas. Sie wohnen im nordwestlichen Winkel Luzons, um den Pueblo Adan(g) und den gleichnamigen Berg15. Ihre Zahl ist keine grosse, trotzdem bilden sie eine Nation für sich, indem ihre Sprache keine Ähnlichkeit mit jener ihrer Nachbarn (der Ilocanen, Tinguianen, Apoyaos, Cagayanen) besitzt (Buzeta y Bravo I, 271). In ihren Sitten haben sie vieles, was an die Apayaos erinnert (Ilustr. 1860, n. 17, p. 200). Seit 1720 begann ihre Christianisirung, und bald erfolgte auch die Gründung des christlichen Pueblos Adan(g)(Mozo 73). Das Christenthum wird auch hier tagalisirend einwirken.
Der Name der Adangs hat zahlreiche Variationen und Lesearten aufzuweisen: Adangtas, Adanginos, Adanes, Adamitas. Sie wohnen im nordwestlichen Winkel Luzons, um den Pueblo Adan(g) und den gleichnamigen Berg15. Ihre Zahl ist keine grosse, trotzdem bilden sie eine Nation für sich, indem ihre Sprache keine Ähnlichkeit mit jener ihrer Nachbarn (der Ilocanen, Tinguianen, Apoyaos, Cagayanen) besitzt (Buzeta y Bravo I, 271). In ihren Sitten haben sie vieles, was an die Apayaos erinnert (Ilustr. 1860, n. 17, p. 200). Seit 1720 begann ihre Christianisirung, und bald erfolgte auch die Gründung des christlichen Pueblos Adan(g)(Mozo 73). Das Christenthum wird auch hier tagalisirend einwirken.
29. Apayaos.Der gefürchtete Kriegerstamm der Apayaos wohnt in den Bergregionen des Stromgebietes des Rio Apayao, ferner in dem nördlichen Theile der Ostabhänge jenes Gebirges, welches die Provinzen Cagayán und Ilócos Norte scheidet. Im Süden reichen sie bis zur Stadt Malaueg (oder Malauec) im Stromgebiet des Rio Chico de Cagayán. Sie werden auch Apayos oder Apoyaos genannt.Ihre Hütten sind aus Balken einer Cedergattung „Danigga” erbaut, sie ruhen auf sehr hohen Pfeilern, während die Dachbedeckung durch Rohr ähnlich wie in Ilócos hergestellt wird (Mas, pobl. 28). Der Grundriss ist stets viereckig und an den vier Ecken stehen mächtige grosse Pfeiler. Der Fussboden besteht aus glatt zugehauenen Cederdielen, die Zwischenwände sind aus Palmblättern verfertigt. Der Feuerherd ist in einer Ecke der Hauptwohnung angebracht. Wodurch sie sich aber vor allen übrigen Bewohnern Luzons auszeichnen, ist die Sorgfalt, mit der sie das Innere ihrer Hütten ausschmücken, besonders beliebt sind chinesische Krüge und Vasen (Buzeta I, 57). Sie bauen auch Getreide, insbesondere Mais (Buzeta, l. c.). Auch Tabak wird, und zwar im grossen Stile, angepflanzt und damit ein schwunghafter Schmuggel getrieben (l. c.). Sie pflanzen auch einen vorzüglichen Cacao, den sie nach Ilócos exportiren (Mas, pobl. 28;Buzeta, l. c.).Ein Theil der Apayaos ist bereits christlich geworden (Buzeta I, 306), die übrigen hängen fest an ihrem alten Glauben, der in einem intensiven Ahnencultus besteht. Die Waffen und Schmuckgegenstände der verstorbenen Ahnen werden an den Wänden der Hütten aufgehängt, und um diese Trophäen herum rothgefärbte Bejuco-Stäbe, zu verschiedenen Figuren zusammengestellt, an der Wand befestigt (Buzeta I, 60), oder es wird die Lanze16des Ahnen in die Wand gebohrt und mit rothgefärbtem Bejuco-Geflecht oder den aus bessern Zeugen bestehenden Lendenschürzen17des Verstorbenen behängt (Mas, pobl. 16). Zu den Seiten dieser Trophäen werden Matten, verfertigt aus der Rinde des Afutag-Baumes, aufgespannt oder befestigt (Buzeta, l. c.). Dabei fehlt nie ein eigenthümlich geformtes irdenes Trinkgeschirr, aus welchem sie bei ihren Festgelagen den Anitos, d. h. den Seelen ihrer Vorfahren, Libationen darbringen (Mas, pobl. 16;Buzeta I, 60). Diese Trophäen werden von ihnen ängstlich gehütet und sind ihnen auch zu keinem Preise feil.Auch sie sind Kopfjäger. Starb einer, insbesondere ein Vornehmer, so machten sich seine Verwandten auf, um auf die Kopfjagd auszugehen. Je höher im Ansehen der Verstorbene stand, desto mehr Köpfe sollten zum Todtenopfer fallen (Mozo 69;Buzeta I, 306). Sie legen sich dann in einen Hinterhalt, um dann plötzlich den arglosen Reisenden zu überfallen und mit Lanzenstichen zu tödten, worauf sie den Kopf abschneiden, den übrigen Leichnam aber am Orte der Blutthat zurücklassen. Die erbeuteten Schädel werden dann um den Todten aufgestellt, worauf ein Schmaus und Trinkgelage Statt findet, bei welchem viehisch gegessen und getrunken wird. Ist diese lärmende Festlichkeit vorüber, so wird dann erst der Leichnam bestattet, und zwar werden ihm in das Grab Speisen, Getränke und jene Feindesschädel mit hineingegeben (Mozo 69). Heute ist diese grausame Sitte im Abnehmen begriffen, nur die im Quellgebiete des Rio Apayao lebenden Apayaos wollen davon nicht lassen. Viele Apayaos sind bereits spanische Unterthanen geworden.
29. Apayaos.
Der gefürchtete Kriegerstamm der Apayaos wohnt in den Bergregionen des Stromgebietes des Rio Apayao, ferner in dem nördlichen Theile der Ostabhänge jenes Gebirges, welches die Provinzen Cagayán und Ilócos Norte scheidet. Im Süden reichen sie bis zur Stadt Malaueg (oder Malauec) im Stromgebiet des Rio Chico de Cagayán. Sie werden auch Apayos oder Apoyaos genannt.Ihre Hütten sind aus Balken einer Cedergattung „Danigga” erbaut, sie ruhen auf sehr hohen Pfeilern, während die Dachbedeckung durch Rohr ähnlich wie in Ilócos hergestellt wird (Mas, pobl. 28). Der Grundriss ist stets viereckig und an den vier Ecken stehen mächtige grosse Pfeiler. Der Fussboden besteht aus glatt zugehauenen Cederdielen, die Zwischenwände sind aus Palmblättern verfertigt. Der Feuerherd ist in einer Ecke der Hauptwohnung angebracht. Wodurch sie sich aber vor allen übrigen Bewohnern Luzons auszeichnen, ist die Sorgfalt, mit der sie das Innere ihrer Hütten ausschmücken, besonders beliebt sind chinesische Krüge und Vasen (Buzeta I, 57). Sie bauen auch Getreide, insbesondere Mais (Buzeta, l. c.). Auch Tabak wird, und zwar im grossen Stile, angepflanzt und damit ein schwunghafter Schmuggel getrieben (l. c.). Sie pflanzen auch einen vorzüglichen Cacao, den sie nach Ilócos exportiren (Mas, pobl. 28;Buzeta, l. c.).Ein Theil der Apayaos ist bereits christlich geworden (Buzeta I, 306), die übrigen hängen fest an ihrem alten Glauben, der in einem intensiven Ahnencultus besteht. Die Waffen und Schmuckgegenstände der verstorbenen Ahnen werden an den Wänden der Hütten aufgehängt, und um diese Trophäen herum rothgefärbte Bejuco-Stäbe, zu verschiedenen Figuren zusammengestellt, an der Wand befestigt (Buzeta I, 60), oder es wird die Lanze16des Ahnen in die Wand gebohrt und mit rothgefärbtem Bejuco-Geflecht oder den aus bessern Zeugen bestehenden Lendenschürzen17des Verstorbenen behängt (Mas, pobl. 16). Zu den Seiten dieser Trophäen werden Matten, verfertigt aus der Rinde des Afutag-Baumes, aufgespannt oder befestigt (Buzeta, l. c.). Dabei fehlt nie ein eigenthümlich geformtes irdenes Trinkgeschirr, aus welchem sie bei ihren Festgelagen den Anitos, d. h. den Seelen ihrer Vorfahren, Libationen darbringen (Mas, pobl. 16;Buzeta I, 60). Diese Trophäen werden von ihnen ängstlich gehütet und sind ihnen auch zu keinem Preise feil.Auch sie sind Kopfjäger. Starb einer, insbesondere ein Vornehmer, so machten sich seine Verwandten auf, um auf die Kopfjagd auszugehen. Je höher im Ansehen der Verstorbene stand, desto mehr Köpfe sollten zum Todtenopfer fallen (Mozo 69;Buzeta I, 306). Sie legen sich dann in einen Hinterhalt, um dann plötzlich den arglosen Reisenden zu überfallen und mit Lanzenstichen zu tödten, worauf sie den Kopf abschneiden, den übrigen Leichnam aber am Orte der Blutthat zurücklassen. Die erbeuteten Schädel werden dann um den Todten aufgestellt, worauf ein Schmaus und Trinkgelage Statt findet, bei welchem viehisch gegessen und getrunken wird. Ist diese lärmende Festlichkeit vorüber, so wird dann erst der Leichnam bestattet, und zwar werden ihm in das Grab Speisen, Getränke und jene Feindesschädel mit hineingegeben (Mozo 69). Heute ist diese grausame Sitte im Abnehmen begriffen, nur die im Quellgebiete des Rio Apayao lebenden Apayaos wollen davon nicht lassen. Viele Apayaos sind bereits spanische Unterthanen geworden.
Der gefürchtete Kriegerstamm der Apayaos wohnt in den Bergregionen des Stromgebietes des Rio Apayao, ferner in dem nördlichen Theile der Ostabhänge jenes Gebirges, welches die Provinzen Cagayán und Ilócos Norte scheidet. Im Süden reichen sie bis zur Stadt Malaueg (oder Malauec) im Stromgebiet des Rio Chico de Cagayán. Sie werden auch Apayos oder Apoyaos genannt.
Ihre Hütten sind aus Balken einer Cedergattung „Danigga” erbaut, sie ruhen auf sehr hohen Pfeilern, während die Dachbedeckung durch Rohr ähnlich wie in Ilócos hergestellt wird (Mas, pobl. 28). Der Grundriss ist stets viereckig und an den vier Ecken stehen mächtige grosse Pfeiler. Der Fussboden besteht aus glatt zugehauenen Cederdielen, die Zwischenwände sind aus Palmblättern verfertigt. Der Feuerherd ist in einer Ecke der Hauptwohnung angebracht. Wodurch sie sich aber vor allen übrigen Bewohnern Luzons auszeichnen, ist die Sorgfalt, mit der sie das Innere ihrer Hütten ausschmücken, besonders beliebt sind chinesische Krüge und Vasen (Buzeta I, 57). Sie bauen auch Getreide, insbesondere Mais (Buzeta, l. c.). Auch Tabak wird, und zwar im grossen Stile, angepflanzt und damit ein schwunghafter Schmuggel getrieben (l. c.). Sie pflanzen auch einen vorzüglichen Cacao, den sie nach Ilócos exportiren (Mas, pobl. 28;Buzeta, l. c.).
Ein Theil der Apayaos ist bereits christlich geworden (Buzeta I, 306), die übrigen hängen fest an ihrem alten Glauben, der in einem intensiven Ahnencultus besteht. Die Waffen und Schmuckgegenstände der verstorbenen Ahnen werden an den Wänden der Hütten aufgehängt, und um diese Trophäen herum rothgefärbte Bejuco-Stäbe, zu verschiedenen Figuren zusammengestellt, an der Wand befestigt (Buzeta I, 60), oder es wird die Lanze16des Ahnen in die Wand gebohrt und mit rothgefärbtem Bejuco-Geflecht oder den aus bessern Zeugen bestehenden Lendenschürzen17des Verstorbenen behängt (Mas, pobl. 16). Zu den Seiten dieser Trophäen werden Matten, verfertigt aus der Rinde des Afutag-Baumes, aufgespannt oder befestigt (Buzeta, l. c.). Dabei fehlt nie ein eigenthümlich geformtes irdenes Trinkgeschirr, aus welchem sie bei ihren Festgelagen den Anitos, d. h. den Seelen ihrer Vorfahren, Libationen darbringen (Mas, pobl. 16;Buzeta I, 60). Diese Trophäen werden von ihnen ängstlich gehütet und sind ihnen auch zu keinem Preise feil.
Auch sie sind Kopfjäger. Starb einer, insbesondere ein Vornehmer, so machten sich seine Verwandten auf, um auf die Kopfjagd auszugehen. Je höher im Ansehen der Verstorbene stand, desto mehr Köpfe sollten zum Todtenopfer fallen (Mozo 69;Buzeta I, 306). Sie legen sich dann in einen Hinterhalt, um dann plötzlich den arglosen Reisenden zu überfallen und mit Lanzenstichen zu tödten, worauf sie den Kopf abschneiden, den übrigen Leichnam aber am Orte der Blutthat zurücklassen. Die erbeuteten Schädel werden dann um den Todten aufgestellt, worauf ein Schmaus und Trinkgelage Statt findet, bei welchem viehisch gegessen und getrunken wird. Ist diese lärmende Festlichkeit vorüber, so wird dann erst der Leichnam bestattet, und zwar werden ihm in das Grab Speisen, Getränke und jene Feindesschädel mit hineingegeben (Mozo 69). Heute ist diese grausame Sitte im Abnehmen begriffen, nur die im Quellgebiete des Rio Apayao lebenden Apayaos wollen davon nicht lassen. Viele Apayaos sind bereits spanische Unterthanen geworden.