Gewitter im Walde
»Steht nun, Brüder, wie ein Turm!«Sprach im Forst die alte Eiche;»In den Lüften rast der Sturm,Und schon naht er unserm Reiche.Junges Volk, noch reich belaubt,Schließt euch dicht an uns, die Alten;Stark den Stamm und hoch das Haupt,Laßt uns fest zusammenhalten!«»Kinder,« sprach die Weide, »drehtFügsam euch nach allen Winden;Schmiegt und biegt euch, wie es geht,Daß wir unversehrt uns finden!«Rief das Moos: »Was das GehölzSchwatzt von Kämpfen, Schmiegen, Ducken!Ich auf meinem grünen PelzFühl nur ein behaglich Jucken.« –Doch die Windsbraut fährt alsbaldIn den Forst, die Bäume zittern;Bis zum Grund erbebt der Wald,Wipfel brechen, Stämme splittern.Aus den Wolken, schwarz verhüllt,Wirft der Sturm des Blitzes Schlange,Und des Donners Stimme brülltDumpf ihm nach auf seinem Gange. – –Tief gespalten und zerfetztSteht der Baum, ein wunder Streiter;Moos und Weiden, taubenetzt,Grünen unbekümmert weiter.
»Steht nun, Brüder, wie ein Turm!«Sprach im Forst die alte Eiche;»In den Lüften rast der Sturm,Und schon naht er unserm Reiche.Junges Volk, noch reich belaubt,Schließt euch dicht an uns, die Alten;Stark den Stamm und hoch das Haupt,Laßt uns fest zusammenhalten!«»Kinder,« sprach die Weide, »drehtFügsam euch nach allen Winden;Schmiegt und biegt euch, wie es geht,Daß wir unversehrt uns finden!«Rief das Moos: »Was das GehölzSchwatzt von Kämpfen, Schmiegen, Ducken!Ich auf meinem grünen PelzFühl nur ein behaglich Jucken.« –Doch die Windsbraut fährt alsbaldIn den Forst, die Bäume zittern;Bis zum Grund erbebt der Wald,Wipfel brechen, Stämme splittern.Aus den Wolken, schwarz verhüllt,Wirft der Sturm des Blitzes Schlange,Und des Donners Stimme brülltDumpf ihm nach auf seinem Gange. – –Tief gespalten und zerfetztSteht der Baum, ein wunder Streiter;Moos und Weiden, taubenetzt,Grünen unbekümmert weiter.
»Steht nun, Brüder, wie ein Turm!«Sprach im Forst die alte Eiche;»In den Lüften rast der Sturm,Und schon naht er unserm Reiche.
»Steht nun, Brüder, wie ein Turm!«
Sprach im Forst die alte Eiche;
»In den Lüften rast der Sturm,
Und schon naht er unserm Reiche.
Junges Volk, noch reich belaubt,Schließt euch dicht an uns, die Alten;Stark den Stamm und hoch das Haupt,Laßt uns fest zusammenhalten!«
Junges Volk, noch reich belaubt,
Schließt euch dicht an uns, die Alten;
Stark den Stamm und hoch das Haupt,
Laßt uns fest zusammenhalten!«
»Kinder,« sprach die Weide, »drehtFügsam euch nach allen Winden;Schmiegt und biegt euch, wie es geht,Daß wir unversehrt uns finden!«
»Kinder,« sprach die Weide, »dreht
Fügsam euch nach allen Winden;
Schmiegt und biegt euch, wie es geht,
Daß wir unversehrt uns finden!«
Rief das Moos: »Was das GehölzSchwatzt von Kämpfen, Schmiegen, Ducken!Ich auf meinem grünen PelzFühl nur ein behaglich Jucken.« –
Rief das Moos: »Was das Gehölz
Schwatzt von Kämpfen, Schmiegen, Ducken!
Ich auf meinem grünen Pelz
Fühl nur ein behaglich Jucken.« –
Doch die Windsbraut fährt alsbaldIn den Forst, die Bäume zittern;Bis zum Grund erbebt der Wald,Wipfel brechen, Stämme splittern.
Doch die Windsbraut fährt alsbald
In den Forst, die Bäume zittern;
Bis zum Grund erbebt der Wald,
Wipfel brechen, Stämme splittern.
Aus den Wolken, schwarz verhüllt,Wirft der Sturm des Blitzes Schlange,Und des Donners Stimme brülltDumpf ihm nach auf seinem Gange. – –
Aus den Wolken, schwarz verhüllt,
Wirft der Sturm des Blitzes Schlange,
Und des Donners Stimme brüllt
Dumpf ihm nach auf seinem Gange. – –
Tief gespalten und zerfetztSteht der Baum, ein wunder Streiter;Moos und Weiden, taubenetzt,Grünen unbekümmert weiter.
Tief gespalten und zerfetzt
Steht der Baum, ein wunder Streiter;
Moos und Weiden, taubenetzt,
Grünen unbekümmert weiter.
Georg Scherer