Chapter 31

Ankunft.Die Dampfer ankern sw. von der frühern InselDeshima, etwa 5-10 Min. Bootsfahrt nach der Landungsbrücke beim Zollamt; Ausschiffung geschieht meist stündlich auf kleinen Dampfbooten gratis, sonst jederzeit mit Sampan (Ruderbooten): 1 Pers. ohne Gepäck 20 sen, je ein Gepäckstück 5 sen; man landet beim Zollamt. DieZolldurchsichtist streng, man hüte sich, etwas zu verheimlichen; getragene Kleider etc sowie gebrauchte Sportsachen, Fahrräder, Kameras zum eignen Gebrauch sind zollfrei, auch wird üblich je eine Kiste Zigarren und Zigaretten zollfrei durchgelassen, aber sonst darf Tabak, weil Staatsmonopol, nicht eingeführt werden; alle Handelssachen müssen verzollt werden. An japanischen Festtagen (S.346) ist das Zollamt geschlossen.Gasthöfe:Cliff House, Pens. tägl. 4-6 Yen.—Bellevue, 3-5 Yen.—De France, 2,50-4 Yen.—Du Japon, 3,50-5 Yen.Restaurants.Europäisches Essen: in obigen Gasthöfen.—Japanisches Essen:Fukiroin Suwa Matsunomori; —Koyotein Kami Chikugo Machi;—Fujitein Ima Machi. Als Getränk zu empfehlen: Sake (Reiswein), warm; sonst Bier.Post und Telegrapham Bund (Hafenstraße). Das japanische Postwesen ist nach europäischem Muster eingerichtet. —Telephon5 sen für 5 Min. innerhalb der Stadt.Rikschas(Kuruma): 1 St. mit 1 Kuli 25 sen, jede St. mehr 71/2sen; 1 Tag 1 Yen; für 2. Kuli doppelter Preis; auf schlechten Wegen 10 sen mehr stündl. —Sänften(Kago), unbequem, doch für Damen bei Bergbesteigungen brauchbar;Tragstühle(Chairs) etwas bequemer. —Reitpferde.Eisenbahnnach (262 km)Moji, an der Shimonosekistraße, in 7-10 St., I. 5,30 Yen, II. 3,18 Yen; hat durch Fährdampfer nach Shimonoseki Anschluß an das Bahnnetz von Nippon, also nach Miyajima, Kōbe, Ōsaka, Yokohama etc.; nach Kagoshima und Oita auf Kyūshū.

Plan von NagasakiPlan von Nagasaki

Dampfer(vgl. S.347) nach Schanghai wöchentl. einigemal;—Ōsaka Shōsen KaishaundNippon Yūsen Kaishanach Moji, Kōbe und Yokohama wöchentl. einigemal; nach Formosa (Kilung) 14tägig; nach Korea (Fusan, Tschimulpo, Gensan), Dairen (Dalny), Port Arthur (Ryōjunkō) monatl. 4mal; nach Tschifu, Taku etwa 14tägig; nach Niutschwang 2mal wöchentlich; nach Wladiwostok wöchentlich. Außerdem kleine Dampfer mit wechselndem Fahrplan nach den Nachbarhäfen und Inseln, z. B. nach den Gotōinseln wöchentl., nach Sasebo tägl.; nach Kagoshima 2mal wöchentlich etc.— Dampferagenturen:Norddeutscher Lloyd: H. Ahrens & Co. Nachf. (Tel.-Adr.: »Nordlloyd«);—Hamburg-Amerika Linie: C. E. Boeddinghaus (Tel.- Adr.: »Paketline«); außerdem mehrere englische, amerikanische, russische und japanische Linien.—Abfahrt und Ankunft aller Dampfer werden in der »Nagasaki Press« tägl. angezeigt.Banken:Deutsch-Asiatische Bank, —Hongkong-Shanghai-Bank; beide Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Allg. Deutschen Creditanstalt in Leipzig.—Yokohama Specie Bank(Shōkin-Ginkō), Korresp. der Deutschen Bank.Theater:Maizuru-za, Shin-Daikumachi.Fremdenführerdurch Vermittelung der Gasthöfe; sie erhalten etwa 21/2Yen tägl. für 1-2 Pers.,1/2Yen für jede Person mehr, dazu Verpflegung und freie Fahrt. Wer etwas Japanisch versteht, tut besser, einen Diener (Boy), der kochen kann, auf Reisen ins Innere mitzunehmen.Konsulate:Deutsches Reich, Amt am Bund, Konsul Dr. Ohrt; ferner britisches, amerikanisches und russisches Konsulat.Vereine:Nagasaki Club, am Bund;International Clubin Deshima.Ärzte: Ein amerikanischer Arzt. Von den japanischen haben einige in Deutschland studiert.—KatholischesKrankenhaus St. Bernard.Zeitung: »Nagasaki Press«, täglich.Photographen:Tamemasa, Moto Kago-machi;Uenoin Deshima;Tenyōkwanin Shikkui Machi.Geschäftsadressen: Hauptgeschäftsstraßen sind die Moto Kago-machi und deren Verlängerung bis zur Moto Shikkui Machi sowie deren Querstraßen Hamano Machi, wo alle Spezialitäten Nagasakis käuflich sind: Schildpattwaren beiYesakiin Imauwono Machi undSakatain Moto Kago-machi u. a. (man hüte sich vor Nachahmungen aus Kuhhorn!); Lackrahmen beiYamamotoin Moto Kago-machi; Porzellan beiKoranshain Deshima; japanische Curios (Raritäten) beiSatoin Moto Kago-machi undIkeshimain Togiya Machi. Es empfiehlt sich aber, mit Einkäufen bis Kōbe, Kyōto, Yokohama und Tōkyō zu warten, wo Auswahl reicher und Preise häufig billiger.HandPhotographierenist in Nagasaki streng verboten! Vgl. S.347.

Nagasaki(Nangasaki), Hauptstadt der Provinz Hizen und des Regierungsbezirks (ken) Nagasaki, dem Fremdenverkehr geöffneter Hafen an der Westküste der Insel Kyūshū, unter 32° 43' nördl. Br. (etwa wie Jerusalem), am Ende einer langen, schmalen Bucht prächtig gelegen, einer der tiefsten und sichersten Häfen von Japan, auf drei Seiten von 300-400 m hohen Hügeln, auf der vierten, westlichen, durch die Insel Takaboko geschützt, von deren steiler Höhe nach einer Legende einst viele hundert Christen hinabgestürzt worden sein sollen, von den Holländern deshalb Papenberg (»Pfaffenberg«) genannt. Die Stadt hat (1909) 177000 Einw., darunter 300 Europäer und Amerikaner und 700 Chinesen; die Straßen sind eng, auch im Chinesenviertel, doch ist das Fremdenviertel an der Küste und auf den Hügelabhängen geräumig und sauber. Öffentliche Anstalten: Hospital, medizinische Schule, zwei Handelsschulen, Taubstummen-und Blindenanstalt, Schiffswerft (drei große Trockendocks der Mitsubishi-Gesellschaft), Gefängnis, Land-und Oberlandesgericht, mehrere Missionsgesellschaften. Der Handel tritt jetzt gegen den von Yokohama, Moji und Kōbe weit zurück. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus Ölkuchen und Knochen (als Dungmittel), Rohbaumwolle,Reis, Maschinen, Schiffbaumaterial und Petroleum (über 8 Mill. Yen). Die Ausfuhr umfaßt Meereserzeugnisse (ohne Fische) und Pilze nach China, Kohle und Holzkohle, Kartoffeln und Gemüse sowie Papier. Der Hafen war zuerst den Portugiesen, seit 1639, und bis 1859 nur den Holländern und Chinesen geöffnet. Die erstern hatten auf der künstlichen, jetzt infolge Aufschüttungen im Innern der Stadt liegenden ehemaligen InselDeshimaihre Warenlager nebst Gefängnis, während die chinesische Faktorei, von einer Mauer umschlossen, im Innern der Stadt lag.—Rundfahrt.Von der Landestelle oder vom Gasthof fahre man mit Rikscha amBund(Hafenstraße) entlang, wo europäische Häuser (Konsulate, Geschäftshäuser etc.) stehen, nachDeshimaoder durch die HauptgeschäftsstraßeMoto Kago-machi, entweder gleich zum Ō-Suwa-Tempel oder, wenn hinreichend Zeit, zunächst nach der nahenTera Machi(Tempelstraße), an der eine Reihe buddhistischer Tempel liegen, dahinter am Hang des Kasagashirabergs malerische alte Friedhöfe. Der Aufstieg durch die Grabanlagen bis zum Berggipfel (schönster *Ausblick in Nähe der Stadt) ist außerordentlich lohnend; er liegt auf dem Weg zum berühmtem, viel besuchten *Ō-Suwa-Tempelund Park. Dieser Shintōtempel, der gegenüber Kasagashira über den Terrassenstraßen der Stadt am Hange des Kompiraberges im Hintergrund des Hafens liegt, wird auf mächtiger Freitreppe unter prächtigenTorii(Tempeltoren) aus Stein und Bronze erreicht; man steigt hinauf zum Tempelgarten, der wie der untere Tempelhain durch sehr alte Kampferbäume und Kiefern beschattet ist.—Von der ersten Terrasse gelangt man r. zumMatsunomoritempel(mit berühmten Holzschnitzereien).—Bei weiterm Aufstieg über die Freitreppe sieht man auf dem Tempelhof vor dem Ō-Suwa-Tempel ein großes bronzenes Pferd, Weihgeschenk eines Daimyō, dabei allerhand Kriegstrophäen; die Tempelanlage zeigt verschiedene Hallen und Nebengebäude, Priesterwohnungen, Opferplätze etc. Das letzte Tor führt zu einem einfachen Hauptgebäude nach Art eines Shintötempels; dahinter und l. liegt derŌ-Suwa-Parkmit guter *Aussicht über den Hafen. Unterhalb des Parks liegt das sehenswerteHandelsmuseum. Tempelfeste, die in Nagasaki durch feierliche Umzüge besonders prunkvoll begangen werden, sind: dasSuwa no MatsurioderKunichi, am 7., 8. und 9. Okt., mit Tänzen von Kindern und Geishas; dasBon Matsuri, ein Totenfest (Allerseelen) auf den Kirchhöfen an den Berghängen im August mit charakteristischen Laternenprozessionen; dasGion Matsuriim Juli. Interessant ist auch das nicht religiöseDrachenfestim April auf dem Gipfel desKompira-yama, zu dem man vom Ō-Suwa-Tempel in3/4St. hinaufsteigt; *Rundblick oben noch schöner und umfassender.

Ausflüge: 1) Mit Rikscha (2 Kulis, 2 Yen) in etwa 11/2St. nach (8 km sö.) *Mogi(Gasthof Katsutaro, F. 1, Lunch u. Dinn. je 1,50, Z. 3,50 Yen, undNagasaki-Hotel), einem malerischen Fischerdorf amGolf von Obama. Der Weg führt über einen Bergsattel (oben Teehaus) mit schöner Aussicht auf den Hafen, dann bergab durch ein schönes Tal. Von Mogi fährt ein kleiner Dampfer tägl. in 3 St. nachObama(Hotel Ikkaku-rō, Pens. 3 Yen;Obama Hotel), einem hübscheu Fischerort an der Ostküste des Obamagolfs. Von Obama Besteigung desUnzen-dake(oderOnsenga-take, 1483 m); zuerst 11/2St. steil bergan zu einem Teehaus, dann in 11/2St. auf ebenerm Wege nachShinyu-Unzen(Yumei-u. Shinyu-Hotel, Pens. 3 Yen), einem kleinen Badeort mit heißen Schwefelquellen, umgeben von Wald.

Von da in etwa 4 St. beschwerlicher Aufstieg auf meist schlechtem Wege auf einen der drei Gipfel des Unzen-dake, mit Vorliebe auf den Fugen-dake. Die Besteigung fordert 2 Tage Zeit: 1. Tag bis Shinyu-Unzen, 2. Tag Aufstieg und zurück nach Obama.—2) Fahrt nach (9 km)Abaüber den Bergpaß des *Himitoge, etwa 5 km östl. von Nagasaki, mit schöner Aussicht über den Golf von Obama (11/2St. Spaziergang dorthin schon lohnend). Vom Fischerdorf Aba gelangt man in 1 St. über Yagami zumKwannontempel, mit einem durch seine Azaleenblüte berühmten Park und Wasserfall. Ein schöner, aber beschwerlicher Weg führt in 3 St. nach Mogi.————Eisenbahn Nagasaki-Moji (und Kagoshima)262 km in 7 St.—Der Bahnhof in Nagasaki liegt am innersten Ende des Hafens. Man fährt über (5 km)Michinoo(in der Nähe das SolbadUrakami no Onsenin hübscher Gegend, wo inNarutakider Japanforscher v. Siebold lebte) nach (29 km)Isahayaam SO.-Zipfel der Ōmurabucht, dann an deren Ostküste entlang über (42 km)Ōmura, das früher Sitz eines Daimyō war und noch dessen Schloß zeigt, ferner über (77 km)Haiki(von hier Zweigbahn nach [9 km]Sasebo, wichtigem Kriegshafen mit Marinewerft), dann (96 km)Arita(alte Porzellanindustrie mit Verkaufsläden, deren Erzeugnisse,Arita-yaki, vom 13 km entfernten HafenImariausgeführt werden, daherImari-Porzellangenannt) nach (104 km)Takeo(Gasthöfe:Tōkyō-ya;Tōyōkwan;Hill-side Hotel), Stadt mit heißen Quellen und öffentlichen Bädern, von schönen Bergen umgeben. Dann über (123 km)Ushizu(Zweigbahn zum KohlenausfuhrhafenKaratsu[Gasthof Hakataya; tägl. Dampfer nach Fusan, Korea] mit heißen Seebädern) nach (132 km)Saga(Gasthof Matsukawaya), alte Stadt mit Ahnenschloß des Nabeshimageschlechts und dem schönenShimbabaparkmit Mausoleen und Lotosteichen. —(156 km)Tosu.Zweigbahn(Kyūshū-Südbahn) von Tosu überKumamoto(Gasthof Togiya; 60000 Einw., Hauptstadt einer Präfektur; östl. der 1500 m hohe Vulkan Aso-take mit 20 km langem Ringwall nach (200 km)Kagoshima(Gasthöfe:Okabe;Ikebata; europ. SpeisehausKakumeikwan), Hauptstadt eines Ken und der japan. Provinz Satsuma, an der SW.-Küste der schönen Bai von Kagoshima gelegen, Sitz eines Gerichtshofs; Fabriken für weltberühmte Fayence und Waffen, Baumwollspinnerei und 63700 Einw. Früher Residenz des mächtigen Daimyō von Satsuma, Shimazu, wurde es 1864 durch eine englische Flotte beschossen und fast ganz zerstört. Die Umgebung der Stadt bietet schöne Spaziergänge. Die Umgebung des Kagoshimagolfs ist ein ganz vulkanisches Gebiet und als das Nordende des vulkanischen »Kurilenbogens« zu betrachten. Nö. des Golfs, von der Bahn durchschnitten, erhebt sich das Vulkangebirge desKirishima-yama(1688 m) mit Kratern, Solfataren usw.; im Golfe selbst, der Stadt gegenüber, liegt die aus einem Vulkan bestehende InselSakura(900 m), und am Westausgange des Golfs der VulkanKaimon(920 m). Südl. der Bucht das sogen.Satsumameer, in dem eine Anzahl z. T. erst zwischen 1780 und 1800 entstandener Vulkaninseln liegt. Heiße Quellen nahebei.Hauptbahn.Von Tosu nordwärts durch Hügelland nach (171 km)Futsukaichi, Station für die historisch berühmte Pilgerstadt *Dazaifu, 2 km nördl. vom Bahnhof, mit alten Shintō-Tempelanlagen,Temmangū(sehenswerte Bronzefiguren), früher Hauptstadt der Generalstatthalter der Insel Kyūshū, deren berühmtester, Sugawara-no-Michizane, hier 903 als exilierter Kanzler gestorben, noch jetzt als Gott der Kalligraphie unter dem Namen Tenjin verehrt wird. (Sein Bild auf den Zehn-Yen-Scheinen.) Die Bahn erreicht dann wieder die Küste bei—(186 km)Hakata(GasthofMatsushimaya, mit europ. Essen), Hafenstadt der alten StadtFukuokamit schönem alten Schloß und Stadtpark sowie berühmten Seidenwebereien (fürHakata-oriundE-ori-komi, Bild-Einweberei), Takatoriporzellan, Tonfiguren Hakata ningyō; Medizinschule.

Im Stadtpark ein Denkmal zum Andenken an den 6. Shikken von Kamakura, Hōjo Tokimune, unter dessen Regentschaft 1274 und 1281 die Angriffe des mongolischen Eroberers Kublai-Chan (japan. Koppitsu-retsu) abgeschlagen wurden. Etwa 2 km vom Park liegt der prächtige ShintōtempelHakozaki Hachiman-gū; etwa 5 km weiter ein sehr alter Tempel, der Göttin Benzaiten geweiht, an prächtigem Aussichtsplatz; am Strand unterhalb des Tempels liegen Bruchstücke einer versteinerten Kiefer, der Sage nach die Masten der Dschunke der Kaiserin Jingō, die hier bei der Rückkehr aus dem siegreichen Feldzug gegen Korea um 200 n. Chr. Schiffbruch erlitten haben soll. Auf dem Rückwege besuche man den buddhistischen TempelSōfukuji.— Nach dem Besuch des Hakozaki Hachimantempels mit großem steinernen Torii und schönem Nadelwald kann man zur Weiterfahrt die Bahnstation (190 km)Hakozakibenutzen; die Bahn bietet sehr schöne Blicke aufs Meer (Genkai Nada) zwischen der Insel Ikishima und der Shimonosekistraße und steigt zwischen (218 km)Akamaund (230 km)Ongagawabis 90 m ü. M. über einen Bergkamm mit schönen Aussichten r. und gelangt dann über (250 km)Kokura, eine lebhafte Geschäftsstadt, früher Daimyōsitz (Abzweigung derKyūshūbahn, fertig bis Usa, im Bau bisOita[GasthofYaoya], einem beträchtlichen Handelsplatz und Seehafen, in dessen Nähe in schöner Landschaft die heilkräftigen heißen Bäder vonBeppu[Gasthof Hinako] liegen), nach (262 km)Moji(S.355).

Die *Fahrt durch die Binnenlandseeist ein Glanzpunkt der Reise in Japan.—Dampfer, vgl. S.349. Fahrzeit der großen Dampfer 28-32 St.; lohnender, aber zeitraubender (bis zu 6 Tagen) ist die Fahrt mit japanischen Küstendampfern, die viele Häfen der Binnenlandsee anlaufen. Fahrpläne geben die japanischen Zeitungen in Nagasaki und Kōbe sowie die Agenturen der Nippon Yūsen Kaisha und Ōsaka Shōsen Kaisha.

Aus dem Hafen vonNagasaki(S.349) dampft man zunächst mit nw. Kurs längs der Küste von Kyūshū an mehreren hohen Klippen und den InselnIkeshimaundHikishima, beide l., vorbei bis zu der mit Kiefern bestandenen und gut bebauten InselMatsushima, die r. bleibt. Nun führt NW.-Kurs zwischen den InselnSakitoshimar. undŌdateshimal. und nahe r. am Leuchtturm auf der gefährlichen KlippeFukusevorbei auf die Südspitze der großen InselHiradoshimazu, die von den Dampfern meist r. gelassen wird, trotzdem an ihrer Westküste oft heftiger Seegang steht. Aber die zwar gut geschützteHirado-oderSpexstraßezwischen der Ostküste der Insel Hirado und der Westküste von Kyūshū hat eine sehr enge, vieler Klippen wegen gefährliche Stelle an ihrem Nordende, die nur bei hellem Tage und mit sehr erfahrenen Lotsen benutzt werden kann; die meisten Dampfer ziehen den kleinen Umweg westl. um Hiradoshima vor. Die InselHiradoist wegen ihres blauweißen Porzellans berühmt und war im 16. u. 17. Jahrh. der Sitz holländischer und englischer Handelsfaktoreien. Die StadtHirado, am Nordende der Spexstraße, zeigt noch die malerischen Ruinen eines Daimyoschlosses. An der Westküste der Insel Hirado durchläuft man die kaum 400 m breiteObreestraße(Ikutsuki no Seto), die die Südspitze der Insel Ikutsuki vom KapTobusakider Insel Hirado trennt; diese nur sehr kurze Enge liegt 53 Seem. von Nagasaki. Mit NO.-Kurs wird das Nordende von Hirado umsteuert, wobei die InselnDōshimaundAtsushi no Ōshimal. bleiben. Man gelangt nun in den mit vielen Inseln besetzten östl. Teil derKoreastraße, den Schauplatzder Seeschlacht beiTsushimaam 27. und 28. Mai 1905, in der die russische Flotte unter Admiral Roshestwenski vom japanischen Admiral Tōgō nahezu vernichtet wurde; dann dampft das Schiff durch die Ikistraße zwischenIkishimal. undMadarashimaund andern Inseln r. längs der NW.-Küste von Kyūshū, allmählich östl. Kurs aufnehmend; viele Fischerfahrzeuge beleben die See. Im NO. erhebt sich eine dunkle Bergkette, man sieht weiße Leuchttürme auf den InselnRokuren,TakenokoundManaita Iwa, das Fahrwasser zwischen den Inseln wird enger, große Leuchttonnen bezeichnen die Fahrrinne zwischen Sandbänken; man nähert sich derMeerenge von Shimonoseki, die zwischen den Inseln Kyūshū und dem Westende von Nippon oder Hondo die stark befestigte Westeinfahrt zur Binnenlandsee bildet. Über die entzückende Landschaft dieser Straße schreibtHans Meyer: »Allmählich löste sich die scheinbare Landmauer in einen Haufen von Inseln auf, die sich wie Kulissen hintereinanderschoben und durch die Aufeinanderfolge von bunten, niedlichen See-und Küstenbildern, von kleinen lachenden Buchten, netten Dörfchen und Wäldchen ganz den Eindruck gelungener Theaterdekorationen machten; eine Miniaturlandschaft, wie sie naiver und freundlicher nur vorgestellt werden konnte, wenn man sommerliche Farben aufgetragen dachte. Nach einer weitern halben Stunde erreichten wir die Einfahrt zur Inlandsee, einen Meereskanal, der völlig einer bewaldeten Bergpartie der Mosel oder des Neckars gleicht. Und von nun ab folgte eine Menge unbeschreiblich schöner Landschaftsbilder so schnell, daß man nur immer zu schauen und wieder zu schauen hatte und doch nicht müde wurde, denn alles ist wie aus Einem Guß, nichts ist unverständlich, nichts düster.«—Bald öffnet sich die Enge zu einer breitern Bucht, der Dampfer ankert mitten zwischen den Hafenstädten Moji und Shimonoseki, 150 Seem. von Nagasaki.

Moji(GasthofIshidaya; man suche lieber das Sanyō-Hotel in Shimonoseki zu erreichen), rasch aufblühende Hafenstadt am Nordende der Kyūshū-Eisenbahnen (Nagasaki-Moji, s. S.353), in der Nähe große Kohlenlager; Ausfuhr von Kohlen. Die Umgegend ist stark befestigt, um die Binnenlandsee zu sperren. Von der Reede von Moji aus beschoß 1864 die Flotte der verbündeten Engländer, Nordamerikaner, Franzosen und Niederländer das Dorf Dan-no-ura und Fort Maeda (jetzt englisches Konsulat auf einem Berg) an der Binnenlandsee bei Shimonoseki als Strafe für die Zerstörung eines amerikanischen Handelsschiffs und zur Erzwingung von Handelsverträgen.

Shimonoseki(Photographieren verboten!), auchBakangenannt (Gasthöfe:Sanyō Railway Hotel, europ., gelobt;Daikichi,Shumpanrō), am Nordufer der Meerenge, mit starken Küstenbefestigungen.Deutsches Konsulat, Konsul Dr. W. Müller. Eisenbahnfährdampfer in 15 Min. nach Moji. Die Umgegend bietet hübsche Waldspaziergänge. Hier wurde 17. April 1895 der Friede zwischen Japan und China geschlossen.—Shimonoseki ist westl. Endpunkt der Sanyōeisenbahn, die auf der Hauptinsel Hondo meist längs der Nordküste der Binnenlandsee bis Kōbe läuft; Bahnfahrt Shimonoseki-Kōbe vgl. S.358.

Japanische Binnenlandsee.

Die *Japanische Binnenlandsee(Seto no uchi[d. h. »Zwischen den Meerengen«] oderNaikai) wird von den Inseln Hondo (Nippon), Kyūshū und Shikoku umschlossen, steht einerseits durch die Shimonoseki- (oder Van der Kapellen-) Straße mit der Koreastraße, anderseits durch die Bungostraße und den Kiikanal (Linschotenstraße) mit dem Stillen Ozean in Verbindung, ist sehr seicht und mit vielen, meist vulkanischen Inseln besät. Sie ist wahrscheinlich durch Einbruch während der Tertiärzeit entstanden. Die Japaner teilen die Binnensee in fünf offene, durch Inselketten oder Meerengen voneinander geschiedene Seeflächen, die von W. an heißen:Suwō Nada, von der Shimonosekistraße östl. bis zur Insel Iwaishima;Iyo Nada, nö. bis Nakashima;Mishima Nada, nö. bis Oshima;Bingo Nada, nö. bis Shözushima;Harima Nada, östl. bis Awajishima; östl. davon liegt als sechste Teilsee der Golf von Osaka, auchIzumi Nadagenannt. Die Inseln der Binnenlandsee sind meist gebirgig und reich bewaldet, ebene Stellen sind mit Städten, Dörfern, Gehöften, Tempeln, Daimyōburgen und Reisfeldern besetzt; viele Berghänge sind urbar gemacht und terrassenförmig bebaut. Unzählige Fischerboote beleben das Inselmeer, oft zu ganzen Flottillen vereint, die den Dampfern die Durchfahrt erschweren; Dschunken treiben lebhafte Küstenfahrt.—Der Dampfer steuert aus der Shimonosekistraße mit SO.-Kurs in dieSuwō Nada, wobei man r. die bis 1600 m hohen Gebirge der NO.-Küste von Kyūshū erblickt. Etwa 13 Seem. von Shimonoseki, d. h. etwa nach 1 St., wird der Kurs osö., man läßtHimeshimar. und hält aufYashimazu. Von der Südspitze dieser Insel (63 Seem. von Shimonoseki) wird der Kurs onö., man gelangt in dieĪyo Nada, hat l. viele malerische Inseln in nächster Nähe und erreicht bald (92 Seem. von Shimonoseki) den Ankerplatz von

Mitsugahama, auchMitsugenannt (GasthofKubota, Pens. 5 Yen; Eisenbahn stündl. nach Matsuyama in1/2St., Dampfer nach Beppu [S.354], Oita, Hiroshima [S.359], Ōsaka etc.), auf der Insel Shikoku, Hafenplatz für die Antimonausfuhr aus dem nahen Bergwerk vonIchi-no-kawa, während die Kupferausfuhr aus dem alten Bergwerk vonBesshi, das jährlich etwa 5000 Tonnen liefert, meist über den kleinen HafenNiihamageht, der etwa 28 Seem. östl. von Mitsugahama liegt. Nahe östl. von Mitsu liegt der geschütztere HafenTakahama(GasthofYūshinsha), Endpunkt der Iyobahn. Man fahre mit der kleinen Bahn nach

(5 km)Matsuyama(Gasthöfe:Kidoya, 30 Z. 1, F. 0,50, Lunch 1, Din. 1,50 Yen;Shioya), stille, alte Hauptstadt der Provinz Īyo der Insel Shikoku, sehr sauber, 37842 Einw. Mitten in der Stadt erhebt sich eine alte *Daimyōburg, 1603 von dem Geschlecht derHisamatsuerbaut und vorzüglich erhalten; Erlaubnis zum Besuch vorher bei der Präfektur (Kenchō) einholen! Der nur zum Reiten oder Sänfteträgen bestimmte Weg führt steil auf den mit prächtigen Kiefern bewachsenen Burgberg; auf halber Höhe liegt ein schöner Tempel, von dessen Haupteingang eine Prachttreppe zur Stadt hinabführt. Auf dem Berggipfel steht man plötzlich vor einer etwa 15 m hohen schrägen Zyklopenmauer, um die man herumgeht, um den Eingang, etwa fünf im Zickzack hintereinander gelegene Tore, zu finden; hinterjedem Tor ein Vorhof, umschlossen von hohen Mauern. Dann erst gelangt man in den Hofraum der Burg, der in der Höhe der Krone der Umfassungsmauern liegt; im Hofe liegen die Wohngebäude der Samurai, der Vasallen des Daimyō, inmitten von Obstpflanzungen, Gärten und Feldern. An der Südecke erhebt sich auf einer zweiten, gleichhohen Zyklopenmauer der Prachtbau des Daimyōschlosses in mehreren Stockwerken, mit turmartigen Ecken verziert. Prachtvolle *Aussicht vom Schloß auf die Binnenlandsee und die Gebirge von Shikoku.

2 km östl. von Matsuyama liegt das älteste japanische MineralbadDōgo(gute Gasthöfe:Funaya;Chakin) mit hübschem Park und öffentlichen Bädern; man benutze nur das schwächste MineralbadIchi-no-yufür Gesunde (die andern sind für Hautkranke). In Dōgo kauft man das hübsche weiße Fayence Tobeyaki.

Von Mitsugahama durch die Meerenge östl. von der InselGogo Shima, während der Hauptdampferweg zwischen Shimonoseki und Kōbe durch dieTsuru Shima Seto, eine Enge zwischen Gogo Shima r. und den InsebiNaka,MusukiundNokotsuna(l.) hindurch in dieMishima Nadaführt. Mit nö. Kurs an der Nordwestküste von Shikoku entlang bisMitarai, einem engen, landschaftlich schönen Schutzhafen zwischen den InselnŌsakishimaoderMitaraiundOkamura. Von hier mit SO.-Kurs bis zum KapŌsumi Bana; dann gelangt man mit sö. und südl. Kurs durch die mit vielen Inseln besetzte EngeKurushima no Setoin dieBingo Nada, an deren Westende auf Shikoku die HafenstadtImabaruoderImabari(GasthofAsahiya) mit altem Schloß (1602 vom Daimyō Tōdō Takatora erbaut) sehr malerisch liegt. Nun führt onö. Kurs zwischen den InselnTakaikami(l.) undOki Shima(r.) hindurch und in das dichte Inselgewirr hinein, das am Ostende der Bingo Nada die Fahrt landschaftlich reizvoll, aber nautisch schwierig macht; man fährt dabei dicht unter der Südküste der InselHiro Shima(nicht zu verwechseln mit der Stadt Hiroshima, S.359) entlang. Hier liegt an der Nordküste von Shikoku r. vom Dampferkurs

Tadotsu(GasthofHanabishi; Dampfer tägl. in 21/2St. zur BahnstationOnomichi, S.360), lebhafte Hafenstadt; in einigen Stunden erreicht man von hier mit RikschaByōbu-ga-Ura, den vermutlichen Geburtsort des berühmten Buddhapriesters Kōbō Daishi (*Aussicht). —Die Eisenbahn führt von Tadotsu nach (13 km)KotohiraoderKompira(gute Gasthöfe:Toraya;Bizenya Hotel, 12 Z., Pens. 3 Yen), Pilgerstadt mit dem berühmtesten Heiligenschrein von Shikoku und derGoldenen Halle(Kondō), von Kōbō Daishi im 9. Jahrh. gegründet, jetzt aber zum Shintōtempel mit dem NamenAsahi no Yashiro(»Schrein der aufgehenden Sonne«) umgetauft, eine großartige Tempelanlage mit vielerlei Sehenswürdigkeiten, das Ziel vieler Wallfahrten. Tempelfeste sind am 8.-10. Sept. (Shiogawa Matsuri) und am 10. und 11. Okt. (Hauptfest, sehr sehenswert), außerdem kleinere am 10. jeden Monats.—Eine zweite Bahnlinie führt von Tadotsu über (5 km)Marugame(GasthofTamagawa-rō), Stadt mit Daimyōburgruine nahe dem Bahnhof und kleinem Seehafen, nach

(32 km)Takamatsu(Takamatsu Hotel; Dampfer nach vielen Plätzen der Binnenlandsee), Hafenstadt und Hauptstadt der Provinz Sanuki, mit 37430 Einw., Daimyōburgruine am Strand; in der südl. Vorstadt der schöne Landschaftsgarten *Kuri-bayashi Kōenmit phantastischen Kiefern. Lohnender Ausflug auf den *Yashimayama(etwa 4 km) an der Ostseite des Hafens, ein Vorgebirge, wo im 12. Jahrh. eine große Seeschlacht zwischen den Anhängern der Minamoto und Taira geschlagen wurde; eine Dampferfahrt in 1 St. nach der idyllischen BuchtUchi no Umiauf der InselShōzu-(Shōdo-)Shimaist sehr empfehlenswert.

Der Hauptdampferweg führt um die Südküste der InselShōzu-Shimaherum in dieHarima Nadaund durch diese mit nö. Kurs durch die MeerengeAkashi no Setoam Nordende der InselAwaji Shimain den schönenGolf von Ōsaka(Idzumi Nada) und dort längs der Küste von Hondo zur Reede vonKōbe(S.361), 234 Seem. von Shimonoseki.

Eisenbahn.DieSanyōbahnläßt von Shimonoseki nach Kōbe tägl. einen Schnellzug laufen; er legt die Strecke von 350 km in 141/2St. zurück; die Durchgangswagen haben elektrisches Licht und Dampfheizung; Speisewagen in den Schnellzügen, Schlafwagen in den Nachtzügen. In jedem Wagen ist ein »Boy« zur Bedienung der Reisenden. —Die Reisenden I. und II. Kl. der Dampfer derNippon Yūsen Kaishakönnen diese Bahn ohne Mehrkosten benutzen, wenn sie vorher eine Austauschfahrkarte (interchangeable ticket) lösen. Dasselbe Vorrecht genießen die Reisenden der Great Northern S. S. Co. und Tōyō Kisen Kaisha zwischen Kōbe u. Nagasaki.HandMan gebe das Gepäck auf für dieSannomiyastationin Kōbe und beachte, ob man richtig verstanden ist!Die Bahn folgt dem altberühmtenTokkaido, der »alten Heerstraße«, durch das Hügelland des südl. Küstengebiets vonChiogoku, wie die westl. Halbinsel von Hondo heißt. In Chiogoku, das Mittelgebirgscharakter hat, fehlen jungvulkanische Gesteine fast ganz.

Der Schnellzug (r. sitzen!) verläßtShimonoseki(S.355) in nö. Richtung, gegenüberDan-no-ura, dem Orte der größten Seeschlacht in den japanischen Geschlechterkämpfen 1185, wo Yoshitsune die bisher allmächtigen Taira besiegte. Dann folgt (14 km)ChōfuoderToyoura(GasthofShin-ichi), Grabstätte des Mikado Chū-ai Tennō, gest. 201, dessen Frau Jingō Kōgō, die japanische Semiramis, nach seinem Tode Korea erobert haben soll.—(69 km)Ogōri; von hier erreicht man mit elektr. Bahn in 11/2St. (11 km)Yamaguchi(GasthofFujimara) mit Daimyō Mōri-Schloß und den heißen Quellen vonYuda, Mittelpunkt des japanischen Christentums gegen Ende des 16. Jahrh. Auf dem Hügel Kameyama ein Park mit Reiterstatuen der Familie Mōri.—Dann (87 km)Mitajiri(guter GasthofKashiwagiam Bahnhof), ein hübscher Hafenort, in dessen Nähe, inMiyaichi(GasthofFujimura, mit Rikscha zu erreichen), derMatsu-zaki-jinja, ein berühmter Schrein des Gottes Tenjin auf malerischem Hügel mit *Aussicht, liegt.—Die Bahn folgt nun der Küste, führt über (114 km)Tokuyama(GasthofMatsumasa) mit Brikettfabrik für die japanische Marine, zu dem malerischen Hafen (150 km)Yanaitsu, dann immer dicht am Strande, zum Teil auf einem Damm und über den Nishikigawa nach (183 km)Iwakuni(GasthofKomehei),lebhafter Gewerbestadt mit schönem Park und Tempel, berühmt wegen der 230 m langen und 24 m hohen seltsamen BogenbrückeKintaikyō, zuerst 1673 vom Daimyō Kikkawa Motonobu erbaut und stets in alter Form erneuert.

(203 km) *Miyajima(Mikado Hotel, europäisch, Pens. etwa 8 Yen;Momiji Hotel; GasthofIwaso; auf der Insel, mit Sampan in 20 Min., mit Dampfboot in 10 Min. zu erreichen), eine heilige Insel dicht am Strand, auchItsukushima(d. h. heilige Insel) genannt, gehört zu denSankei(den drei Hauptsehenswürdigkeiten Japans).HandVon Kōbe kann man auch mit Dampfer der Osaka-Shimonoseki-Linie der Osaka Shōsen Kaisha in etwa 22 St. für I. Kl. 5,30, II. 3,15 Yen (jede europäische Mahlzeit 1 Yen extra) die Fahrt hierher machen, die infolge Anlaufens von elf kleinen Zwischenplätzen (darunter Takamatsu, Onomichi und Kure) sehr lohnend ist.

Miyajimaist etwa 550 m hoch, felsig und dicht bewaldet, mit prächtigen Aussichtspunkten und malerischen Tälern; viel zahme Hirsche; Teehäuser und Fischerdörfer; früher durfte niemand auf der Insel geboren werden oder sterben. Jetzt beliebte Sommerfrische mit Seebad und Wallfahrtsplatz. Die *Tempelder Insel sind meist den drei Töchtern des (schintoistischen) Meergottes Susanoo geweiht, weshalb die Torii (Tempeltore) und auch die Tempelanlagen vielfach im Meere stehen. Der erste Tempel wurde im 6. Jahrh. erbaut. Die Tempel sind sehr sehenswert, enthalten groteske Schnitzereien und alte Bilder. Interessant ist das Anzünden aller Opferlaternen gegen Abend (man bestelle es bei einem Bonzen für etwa 2-4 Yen). Die große TempelhalleSenjōjikiauf einer Anhöhe l.vom Haupttempel soll Hideyoshi aus einem einzigen Kampferbaum erbaut haben; sie diente seinem Kriegsrat vor dem großen Seezug gegen Korea am Ende des 16. Jahrh. In einem Tempel auf einem Berggipfel wird das von Kōbō Daishi (S.357) angezündete heilige Feuer gehütet.

Die Bahn fährt von Miyajima weiter längs der Küste;

(225 km)Hiroshima(Gasthöfe:Kikkawa;Mizoguchi, in beiden europäisches Essen), Hauptstadt der Provinz Hiroshima, mit 121196 Einw., eine sehr lebhafte Gewerbestadt (für Lack, Bronze und andres Kunsthandwerk) an der Mündung des Ōtagawa sehr malerisch gelegen; Eisenbahn nach dem (5 km) HafenortUjina(GasthofNaganuma; Dampfer 3mal tägl. nach Takahama, S.356). Rundfahrt durch die Stadt mit Rikscha zunächst zum Landschaftspark *Senteides Asanogeschlechts, in dessen Nähe ein fünfstöckiger Wartturm (tenshu) fast der einzige Rest des alten Daimyōschlosses ist (Zutritt verboten); neben dem alten Schloß liegt der Stadtpark Kōen mit der TempelanlageNigi-tsu-Jinja. Überall sieht man das Wappen der Asano, zwei gekreuzte Falkenfedern, nach dem auch der HügelFutabayama(oben schöne *Aussicht und kleine Teehäuser) hinter dem Tempel benannt ist.—Ausflug mit Dampfer nachKure(Gasthof Miyoshi), etwa 8 Seem. ssö. von Ujina, einer wichtigen Marinestation und Kriegswerft (Erlaubnis zur Besichtigung nur durch den Marineminister zu erwirken); auf der kleinen InselEtajimadie kaiserliche Marineschule.

Hinter Hiroshima verläßt die Bahn die Küste und läuft durch gebirgiges Land über (250 km)Hachi-kon-matsuund (274 km)Kōchi, erreicht dann die Küste wieder bei (296 km)Mihara(Gasthof Go-un-rō),Stadt mit Daimyōburgruine, und läuft längs der Meerenge, die die vorgelagerte InselMukōjimabildet, nach—(307 km)Onomichi(GasthofHamakichi; Dampfer nach Tadotsu tägl. in 3 St.), lebhaftem Hafenplatz mit schönen alten Tempeln, deren schönsteSenkōjiund *Saikokuji(auf dem Gipfel eines steilen Hügels, auf den eine schier endlose Treppe führt; oben *Aussicht).—Dann verläßt die Bahn kurze Zeit die Küste und erreicht—(328 km)Fukuyama(Gasthöfe:Kurisada;Yoshino-Kadan, am Bahnhof, 7 Z., Pens. 3 Yen), Hauptstadt der Provinz Bingo mit *Daimyōburg(Besichtigung erlaubt); etwa 10 km südl. liegt der malerische HafenTomo(GasthofMarutsune), geeignet zu Bootsausflügen nachAbuto(Tempel der Kwannon) und nach den InselnBenten-jimaundSensuitō(Seebad), gegenüber vom Kwannon-Tempel, 4,5 km westl. von Tomo.— Weiterhin berührt die Bahn die Küste nur bei (343 km)Kasaokaund erreicht dann—(386 km)Okayama(Gasthöfe:Miyoshi-Kadan, nahe beim Bahnhof;Jiyūsha; Zweigbahn nachTsuyama), Hauptstadt der Provinz Bizen, mit 81025 Einw.; neben dem alten, jetzt als Schule benutzten Daimyōschloß (die »Rabenburg«) der weitberühmte Garten *Kōraku-en, eine echt altjapanische Anlage mit Hügeln, Seen, zahmen Kranichen, Brücken und Pavillons; Gymnasium (Kōtōgakkō), Medizinschule und das größte Waisenhaus Japans.

AusflugvonSamban, dem Hafenort für Okayama (3 km südl.), mit Dampfer in 11/2St., dazu1/2St. Bootsfahrt nach der großen InselShōdoshima, wo man einen Tag zubringt, um mit Rikscha und zu Fuß einige der 88 heiligen Plätze der Insel, z. B. die Felsen vonKankake, den WasserfallNishi no taki, die Höhle der Göttin Beuten inGōtō, zu besuchen. Auskunft und Führer besorgt die Agentur der Dampfer (funa-donya) an der Landungsbrücke. Gelegenheit zum Übernachten in den HauptortenTonoshōundFuchizaki.—ÜberUchi no Umivgl. S.358.

Hinter Okayama bleibt die Bahn der Küste fern und führt über unbedeutende Plätze durch bergige Landschaft nach—(475 km)Himeji(GasthofAkamatsu; europ. Speisehaus:Daishika;Toyo, Bierhalle; Zweigbahn nachIkuno, mit Silberminen, und nach den heißen Quellen vonKinosaki, auchYushimagenannt [Gasthof Ōmeikan], schöne Sommerfrische), Hauptstadt der Provinz Harima mit 36509 Einw. und lebhaftem Handel; sehenswerte *Daimyōburg Rojō, vorzüglich erhalten, fünfstöckig, oben *Aussicht (Erlaubnis zum Besuch beim Kenchō, Präfektur, in Himeji oder Kōbe vorher einholen), gegründet 1339 vonAkamatsu Sadanori, geschichtlich berühmt, jetzt Kaserne einer Division.—Hinter Himeji ist bei (483 km)Sone(Amida) Gelegenheit zu Ausflügen mit Rikscha nach den StranddörfernSoneundTakasago(GasthofShikataya); in der Nähe die sehr alten, heiligen KiefernAi-oi no Matsu(die »zusammenwachsenden Kiefern«, als Symbole der Langlebigkeit und der ehelichen Treue in der japanischen Poesie oft genannt) und andre in Literatur oder Geschichte berühmte Örtlichkeiten (z. B. das TalIchi-no-tani, wo 1184 große Schlacht zwischen den Minamoto und Taira) sowie ein Tenjintempel; man erreicht nach kurzer Rundfahrt die Bahn wieder bei (491 km)Kakogawa. Nun nähert sich die Bahn der Küste und erreicht sie bei (511 km)Akashi(GasthofYebisuya; europ. Speisehaus:Jiyūtei-Restaurant), mit hübschem Shintōtempelzu Ehren des alten Dichters Hitomaro und großer Daimyōburgruine, auch Nullmeridian für die japanische Zeit.—Dann folgen die hübschen Seebäder (515 km)Maiko(Gasthof Manki-rō); (520 km)Shioya(Oriental's Seaside Villa) und (523 km)Suma(Gasthof Hoyōin), wo viele Europäer aus Kōbe Sommerwohnung haben.—Nun folgen die Vorstadt (525 km)Takatori, dann (528 km)HyōgoundKōbe-Hauptbahnhofund schließlich (530 km) BahnhofSannomiyavon Kōbe.

Vgl.beifolgenden Plan.

Ankunft zur See.VonShimonosekidurch die Binnenlandsee kommend, vgl. S.356; vonSchanghaiaußen herum vgl. S.347. In die Linschotenstraße steuert man mit südlichem Kurs hinein, wobei das hohe KapMurotosakiund die bergige LandspitzeHi no Misaki(mit Leuchtturm) die besten Landmarken sind. Weiter innen erkennt man bald die scharfen Gipfel vonNumashima,Tomagashimaund die Kuppe desTakayama, des höchsten Berges im südlichen Teile der Insel Awaji. Durch die mit zwei Inseln besetzteIzumistraße(Tomagashima suido) steuert man dann in dieIzumi Nada(denGolf von Ōsaka) ein und ankert nach kaum 2 St. auf der schönen malerischen Reede vonKōbe, hinter deren flachen Küste sich die bis 914 m hohen Berge erheben. Ausschiffung mit Dampfbooten der Schiffsagenturen oder Hotels 1-2stündl. frei oder mit Sampan, etwa 20-50 sen für eine Person je nach Entfernung (Tarif auf Tafel der Landungsbrücke). Zolldurchsicht (S.349) für Schiffsreisende, die aus dem Auslande kommen, im Zollamt derEast Hatoba(östl. Bootshafen) beim Fremdenviertel.Gasthöfe:Tor Hotel(deutscher Leiter), Prachtbau I. Ranges, auf dem Hügel schön gelegen, Garten, Pens. von 8 Yen an; sehr zu empfehlen, Auto zur Stadt frei. —Oriental, Kyō-Machi 80 (Neubau am Bund), Pens. von 8 Yen an. —Mikado, in der Nähe des Kōbe-Bahnhofs, 15 Min. Rikschafahrt von der Fremdenniederlassung, II. Ranges; ebensoPleasanton,Californiau. a. —Restaurants:Grill Roomim Oriental Hotel sowie bei Sannomiya und Kōbe-Station; japanisch:Nishimura, Gotō. —Tokiwa-Kadan, beim Kōbe-Bahnhof, oderNishi-Tokiwa, beim Suwayama, Teehäuser für japanische Gastmahlzeit mit Tanz (vorauszubestellen, teuer).Post(Sannomiya Postoffice) in der Fremdenniederlassung Nr. 33. —Telegraphneben der Sannomiya-Bahnstation (s. oben). —Rikschas1 St. 25 sen mit 1 Kuli, 50 sen mit 2 Kulis; jede Stunde mehr 20 sen, für 2 Kulis doppelt;1/2Tag 1 Yen, 1 Tag 1,50 Yen; bei Dunkelheit 20 Proz., bei Regenwetter 30 Proz. mehr; innerhalb der Stadt kleinere Taxe, für die man an den Bahnhofsausgängen Tickets lösen kann.Wagen(Mikado Hotel): Einspänner1/2Tag 3 Yen, 1 Tag 5 Yen; Zweispänner (3-4 Pers.)1/2Tag 5 Yen, 1 Tag 9 Yen.Elektrische Stadtbahnvom Bahnhof Hyōgo nach Kōbe am Settlement vorbei; vom Hyōgo-Bahnhof nach Suma, alle 5-10 Min.Eisenbahnen: Hauptbahnhof am Südende der Stadt, nahe bei Hyōgo; für die Fremdenniederlassung ist der BahnhofSannomiyaam nächsten, weshalb man Fahrkarte stets nach dieser Station lösen soll. Von Kōbe fährt die Sanyōbahn nachShimonoseki(S.355), die Tōkaidōstaatsbahn nachTōkyō(S.393).Dampfer:Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd(Agentur H. Ahrens & Co. Nachf., Bund Nr. 10, Tel.-Adresse »Nordlloyd«), 14tägig mit Dampfer der Europa-Linie über Nagasaki oder Tsingtau nach Europa sowie nach Yokohama; mit Dampfer der Austral-Japan-Linie jede 4. Woche nach Australien über Hongkong, Manila und Neuguinea, oder nach Yokohama. —Hamburg-Amerika Linie(Agentur C. Illies & Co.). —Österreichischer Lloyd(Agentur Samuel, Samuel & Co.), monatl. nach Schanghai. —Messageries Maritimes(Agentur G. Abily, Mayemachi Nr. 8), 14tägig nach Yokohama und Europa über Schanghai.


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