Chapter 32

—Peninsular & Oriental Co.(Itomachi Nr. 109).—Nippon Yūsen Kaisha(Agentur gegenüber American Hatoba), 14tägig nach Hongkong, zweimal wöchentlich nach Schanghai und Yokohama. —Canadian Pacific R. & O. St. S.(Agentur Mayemachi Nr. 14), 1-2mal monatl. nach Vancouver bzw. nach Schanghai und Hongkong über Nagasaki. —Pacific MailundTōyō Kisen Kaisha(Agentur Kyōmachi Nr. 83 u. 81), abwechselnd etwa 3mal monatl. nach Yokohama, Honolulu, San Francisco, Nagasaki, Schanghai, Hongkong und Manila.—Nippon Yūsen Kaishafährt an der Küste; auch nach Europa, Australien und Seattle (Vereinigte Staaten).—Ōsaka Shōsen Kaishaim japanischen Binnenmeer und nach Formosa und Dalny (Port Arthur).—Agentur der Russischen Freiwilligen Flotte: Samuel, Samuel & Co.Banken:Deutsch-Asiatische Bank, Kyōmachi 25.—Yokohama Specie Bank, Sakaye Machi 8.—Chartered Bank of India, Australia & China, alle drei Korr. der Deutschen Bank.—Hongkong & Shanghai Bank, Bund 2, Korr. der Allgem. Deutschen Creditanstalt in Leipzig. Alle vier Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.Theater:Daikokuza.—Bentenzain Hyōgo auf dem Minatogawa; ebenda Kinematographen und Vergnügungsplätze.Fremdenführer:Oriental Guides Society, 163 Kitanagasa Nichōme. (Führer tägl. 4 Yen für 1-3 Pers., 1 Yen für jede Person mehr);Kōbe Kaiyūsha, 4 Sannomiya-chō, Nichōme, Preis ebenso.Deutsches Konsulat: Higashi Machi Nr. 115; KonsulThiel.—Deutscher KlubConcordia(gutes Lesezimmer), am Ostende der Fremdenniederlassung (Settlement);—Kōbe Club(international), ebenso. Tennis, Cricket, Rowing und Athletic Club. Cricket-u. Tennisplatz. —Deutscher Arzt: Dr.Quosig, Ahashi Machi Nr. 39 in Kōbe; internationalesKrankenhaus.—DeutscheApotheke, Harimamachi Nr. 7 im Kōbe Building.Polizeiam Nordende der Fremdenniederlassung; Hafenpolizei an der American Hatoba.Buchhandlungen:Thompson & Co., Division Street 3 (für Kelly & Walsh, Schanghai): für deutsche Bücher:Kawase, Motomachi.—Zeitungen(in englischer Sprache):Japan Chronicle;Kōbe Herald.—Photographen:Ichida(für Porträte), Motomachi, 2 chōme.—Tamamura(für Landschaften, Volksszenen), Uramachi, Nordende der Fremdenniederlassung.Geschäftsadressen.Japan. Kunstsachen:Harishin;—Hamada, beide Motomachi, 2 chōme.—Silbersachen:NambuundChodaisha, Motomachi, 2 chōme.—Porzellan:Shintō Kaisha, Motomachi, 2 chōme;Taniguchiu. a., ebendaselbst.—Bambusarbeiten:Iwamoto, nahe beim Nankotempel.—Seide:Matsumoto, Motomachi, 3 chōme.— Lackwaren:Nakamura(roter Loochoo-Lack), Motomachi.Spediteur:J. A. Christensen & Co., Nakamachi 38, gegenüber der Post.

Kōbe, erster Einfuhrhafen Japans und Hauptstadt des Hyōgo-Ken (Präfektur) in der Provinz Settsu, an der Südküste der Hauptinsel (Hondo), 36 km westl. von Ōsaka, mit dem es durch Eisenbahn sowie durch elektrische Bahn verbunden ist, bildet mit dem westlicher gelegenenHyōgoeine Doppelstadt von 387915 Einw.Kōbeist eine neue Stadt mit tiefem, in großartigem Ausbau begriffenem Hafen, an dem entlang das Fremdenviertel (Settlement) mit seinen Geschäftshäusern und Villen und 3328 (davon etwa 250 Deutsche und 2000 Asiaten) eingewanderten Fremden sich ausbreitet, die nahen Hügellehnen hinansteigend.Hyōgo, die ältere Stadt, mit rein japanischem Charakter, ist ein sehr alter Seehafen, der schon im 12. Jahrh. blühte. 1868 dem Fremdenhandel eröffnet, hat es seitdem großen Aufschwung genommen, ist Sitz vieler Handelsgesellschaften (122 europäische und amerikanische Firmen, 4 europäische Banken), hat viele Reisschälmühlen, eine große Baumwollspinnerei, viele Zündhölzerfabriken und andre Fabriken.

Plan von Kōbe-Hyōgo.Plan von Kōbe-Hyōgo.

Die Mitsu Bishi Co. besitzt zwei große Docks in Wada bei Hyōgo, die Kawasaki Co. Docks und Schiffsbauanstalt in Kōbe. Die Einfuhr umfaßt Rohbaumwolle, Musselin, Eisenwaren, Maschinen, Petroleum, Zucker, die Ausfuhr Reis, Tee, Baumwollengarn, Seide, Fische, Kampfer, Zündhölzer, Porzellanwaren, Schirme. Die Stadt ist sehr gesund für Europäer, die Umgebung sehr reizvoll. Die deutsche Einfuhr betrug 1910 rund 50 Mill. Mk.—Rundfahrt.Von Kōbe zunächst durch das Fremdenviertel und über denBundzum *Ikutatempel, oberhalb des Bahnhofs Sannomiya zwischen Kampferbäumen und Kryptomerien versteckt, erbaut im 3. Jahrh. von der Kaiserin Jingō Kōgō nach ihrem Sieg über Korea; von da nach den Wasserfällen Nunobiki (s. unten) und zurück zum Fremdenviertel, dann nach W. durch die Hauptgeschäftsstraße Motomachi nach dem Hauptbahnhof Kōbe zu. Wenig sehenswert ist derNanko-(Minatogawa-)Tempelnördl. vom Hauptbahnhof, in dessen Nähe ein Aquarium und ein Basar liegen.—Dann fahre man über eine der Brücken nachHyōgōzum *Nōfukujitempel, berühmt durch den großenBronzebuddha, japan.Daibutsu, eine riesige Bronzefigur von 16 m Höhe und 26 m Leibumfang (1891 vom Papierfabrikanten Nanjo Shōbei gestiftet); im Innern des 2,5 m langen Gesichts, durch Treppen zugänglich, ein Altar für den Lichtgott Amida; wie im großen Tempel, hängen auch im Innern des Daibutsu viele Metallspiegel, Weihgeschenke frommer Stifter.—In der Nähe derShinkōjitempelmit künstlerischer Bronzefigur des Amida vor einem Lotosteich. Gegenüber einDenkmal des Kiyomoriaus dem Tairageschlecht, des einst allmächtigen Premierministers (gest. 1181). —In der Nähe liegt derSeifukujitempel, und 10 Min. südl. die LandzungeWada no Misaki, mit schönem Blick aufs Meer.—Auf der Rückfahrt besichtige man den ShintōtempelWada no Myōjin.— Auch einHandelsmuseum(Shōhin Chinretsujo) ist in Kōbe neben dem Sannomiyatempel.

Ausflüge: Vom Fremdenviertel nördl. auf der breiten Takemichistraße in 20 Min. zu den beiden hübschen Wasserfällen vonNunobiki, der untereMen-daki(weiblicher Wasserfall), der obereOn-daki(männlicher Wasserfall) genannt, beide mit Teehäusern; weiter durch ein Tor in 10 Min. zu einem schönen Stausee. Auch auf dem HügelSuwayama, 8 Min. westl. vom Tor Hotel, liegt ein Teehaus mit *Aussicht.— 300 m östl. vom obern Fall auf schmalem Bergpfad (schwer zu finden!) oder 20 Min. weiter östl. hinter dem Friedhof Kasugano auf breitem Weg weitergehend, gelangt man in etwa 2 St. zum höchsten Gipfel bei Kōbe, den *Mayasan(750 m), auf dem ein Tempel der Maya (Buddhas Mutter), irrtümlichMondtempelgenannt, steht; prächtige *Fernsichtüber den Golf von Ōsaka; Teehäuser beim Tempel. Abstieg in 11/2St. bis Kōbe.—Bequemer ist der Aufstieg auf den Bergkamm hinter demSuwayama(etwa1/2St.), auch auf Bergpfaden hinter dem Tor Hotel zu erreichen; *Aussicht.—Im Tale westl. vom Suwayama steigt man in etwa 1 St. zum *Futatabi-san(500 m), mit schöner Tempelanlage auf dem Gipfel und vorzüglicher *Aussicht.—Ausflüge nachAkashi(S.360),Maiko(S.361),Shioya(S.361).Mit Rikscha (2 Mann) in 40 Min. nach Gomotera, dann zu Fuß oder mit Tragstuhl (3 Mann zu je 60 sen) auf den Kamm desRokkosan(850 m), 8 km lang (Bergrücken westl. hinter Kōbe, oben 60 Sommerhäuser der Fremden, Golfklub und schlechte Teehäuser. Im Sommer auch zu Pferd (1,30 Yen) oder zu Fuß von Oishi (elektr. Bahnstation) überGomonach Rokkosan.

Elektr. EisenbahnüberNishinomiyaund dann mit Rikscha; oder Eisenbahn über (26 km)Kanzaki(s. unten), dann Zweigbahn in3/4St. nachTakarazuka(Takarazuka Hotel, Tansan Hotel), Sommerfrische mit vorzüglichen heißen Bädern und dem berühmten Tansanmineralwasser. Von der nächsten BahnstationNamaze(hübscher, aber beschwerlicher) oder auch von Sanda mit Rikscha in 11/4St. nachArima(Arima Hotel; einf. Gasthöfe:Sugimoto;Masuda), Sommerfrische der Fremden von Kōbe, etwa 430 m ü. M., in hübscher Landschaft gelegen; heiße Bäder; Ausflüge zumTakotorimit schöner Aussicht über das japanische Binnenmeer; ferner elektrische Bahn überNishimomiyazumKabutoyama(Bismarckhügel genannt wegen vier einsamer auf seinem runden Gipfel aufragender Bäume) und lohnender Fußweg vonOishi(Station der elektr. Bahn) überGomonachRokkosan(s. oben).

Die Tōkaidō-Staatsbahnführt vom Bahnhof Sannomiya inKōbeüber (26 km)Kanzakidurch Flußniederung nach

(33 km)Ōsaka(früherNaniwa), zweite Stadt des Reiches und mit Tōkyō und Kyōto eine der drei Fu oder großen Hauptstädte, an der Mündung des Yodogawa in die Idzumi Nada (Golf von Ōsaka).

Gasthöfe:Ōsakahotel, 12 Z., aber mäßig, Pens. etwa 7 Yen, im Nakanoshimapark, 10 Min. vom Tōkaidōstaatsbahnhof. —Nippon-Hotel.—Restaurants: europäische:Shinkaite,Naniwa, empfohlen; japanische:Hanayau. a. —Stadtbahnumgibt die Stadt, mit vielen Stationen, darunterUmeda(nahe dem Osakahotel), der Hauptbahnhof für Kōbe, Shimonoseki, Kyōto, Nagoya und Yokohama;Minatomachi-Bahnhof für Nara, Nagoya;Namba-Bahnhof für Sakai, Hamadera, Wakayama und der HafenbahnhofAjikawaguchi. —EisenbahnennachKōbe,Kyōto,Wakayama,MaizuruundNara.—Elektr. Bahnen50 km Stadtbahnnetz; Fernbahn nach Kyōto (Keihandensha) und nach Takarazuka mit Zweiglinie nach dem AhorndorfMino.—Dampferder Nippon Yūsen Kaisha und der Ōsaka Shōsen Kaisha nach allen japanischen, koreanischen und chinesischen Häfen.—Banken: nur japanische.—Theater(gut): Fünf große im Dōtombori-Stadtviertel; Geishavorstellungen. —Photographische Apparate:Kuwada, Shinsaibashi.—Geschäftsadressen.Satsumaporzellan:Yabu Meizan, 197 Naka Nichome, Dōjima;—Seidenstoffe:Takashimaya, Shinsai-bashi-suji;—Kunstsachen:Yamanaka, Kōraibashi und Naniwabashi-dōri. —Gute Geschäfte aller Art in Shinsai-bashi-suji; auch die Basare (Kwankoba), besondersFuritsu Hakubutsu-jōnahe Umedabahnhof, sind gut.

Ōsakaliegt in der Deltaebene des Jodogawa und wird von vielen Kanälen durchschnitten (»japanisches Venedig«), hat berühmte Tempel, ein schön gebautes, aber unbedeutendes Fremdenviertel in Kawaguchi, die Ruine eines alten Schlosses und (1910) 1226590 Einw. Für den Binnenverkehr ist Ōsaka die erste Handelsstadt des Reiches, namentlich für Reis, Baumwolle und Seidenwaren. Neuerdings verliert Ōsaka seinen spezifisch japanischen Charakter aber sehr rasch, obgleich wenig Europäer hier wohnen, und entwickelt sich immer mehr zu einer von hastigem Leben erfüllten rauchigen Industriestadt; große Textilindustrie (Baumwollspinnereien, Teppichwebereien) und Zündholzfabriken.

Plan von Osaka.Plan von Osaka.

Im J. 1909 zerstörte ein Brand mehrere Stadtviertel zwischen Nakanoshima und Umeda-Bahnhof. Ein großerHafenist fertig, muß aber wegen Versandung jährlich gebaggert werden und wird vorläufig meist nur von kleinen Dampfern angelaufen. Die Stadt ist wegen ihres Sumpfgrundes nicht gesund, Epidemien sind nicht selten.—Rundfahrt.Vom Gasthof fahre man mit Rikscha über die großeNaniwa-bashi Brücke(r. schwimmende Teehäuser im Fluß) zum *Temmangū(Tempel des GottesTenjin), im 10. Jahrh. erbaut, dessen kleiner HeiligentempelTaishischöne Bronzen und Schnitzereien enthält, auch eine fünfstöckige Pagode und ein Tempel der Kwannon (Göttin der Gnade), ein Teich mit Schildkröten und Störchen. Tempelfeste am 25. Juli und 25. Okt.—Eine andre große Tempelanlage,Sakura-no-miya, ist gegenüber der großenKaiserlichen Münze(Zōheikyoku; Besuch interessant).—Sö. davon liegt die Hauptsehenswürdigkeit, die große Daimyōburg *O-shiro(Erlaubnis zum Besuch erteilt dasŌsaka Fu, Stadtamt,1/4St. vom Gasthof; So. geschlossen, Sa. nur bis mittags), ein mächtiges, finsteres, fünfstöckiges Schloß (tenshu) mit gewaltigen Granitmauern, jetzt Riesenkaserne, früher Shōgunsitz, 1538 von Hideyoshi erbaut, zugänglich durch ein einziges Bronzetor; von der obersten Plattform schöne *Aussicht über Stadt und Umgebung.— Von der Burg fährt man mit 2 Kulis durch Tee-und Maulbeerpflanzungen zur Tempelanlage von *Tennōji, im SO. der Stadt, um 600 begründet; durch das Südtor eintretend, liegt r. derTaishi-dō(Schrein des Gründers, des KronprinzenShōtoku-taishi, der sich in der Regierungsära der Kaiserin Suiko um Einführung des Buddhismus und der chinesischen Kultur hochverdient machte), gegenüber l. der Schrein mit der Seelengeleitglocke (Indō no kane), weiterhin eine Halle mit Steinbecken, in das aus steinerner Schildkröte Wasser fließt; dahinter ein Teich mit Schildkröten, daneben eine Tanzbühne, die zumRokuji-dō-Tempelführt. In der Nähe eine fünfstöckige Pagode mit sehr urwüchsigen Holzschnitzereien, ebensolche im Bethaus daneben.—Rückfahrt durch das VergnügungsviertelDōtombori, das nachts besonders belebt ist; Schaustellungen aller Art, Seiltänzer, Schießbuden, Zuckerbäckerbuden, Affenbuden, eine Straße voller Theater etc. (das St. Pauli von Ōsaka!).—Nicht weit davon liegen in Shinsai-bashi-suji zwei Tempel der buddhistischen Hongwanji-Sekte:Higashi Hongwanji, 1615 erbaut, undNishi Hongwanji, mit schönem Torweg (Chrysanthemumarabesken!) und Amida-Altar. Unterwegs besichtige man eine Werkstätte der Satsuma-Porzellanmaler und besteige den siebenstöckigen TurmRyō-un Kaku. Sehenswert sind auch die ShintōtempelKōzu-no-miyaundIkudama Jinjasowie der Blumengarten vonKichisuke, besonders im November zur Chrysanthemumausstellung (Kwangiku-en, Chrysanthemumschaugarten).

Ausflügemit der Nankaibahn vom BahnhofNambanach (5 km)Sumiyoshimit berühmtem, den drei Meergöttern geweihtem und besonders von Seeleuten und Fischern aufgesuchtem Tempel; ferner nach (10 km)Sakaimit schönem Seestrand (Teehäuser) und (63 km, 21/2St. Fahrt von Ōsaka)Wakayama(Gasthof Fujigen; europ. SpeisehausShugatei) mit schöner *Daimyōburg(Eintrittsgeld), dem Tempel von *Kimii-dera, 770 erbaut, mit prächtiger Aussicht auf den Strand von *Waka-no-ura, ein nach japanischem Geschmack, der sich mehr für das Sanftliebliche als für das Wildromantische u. Gewaltige entscheidet, idealschönes Landschaftsbild; man fährt mit Rikscha dahin zunächst nachAshibe-no-ura(Gasthof); andre Lieblingspunkte von Waka-no-ura sind:Imose-yama,Shio-gama,Tamatsu-shima,Tengu-yama(*Aussicht), der Hügel vonDejimaundGongen-yama(*Aussicht).

Vom Bahnhof Minatomachi inŌsakafährt man durch liebliche Landschaft (an Thüringen erinnernd) über (11 km)Yao(mit berühmtem Tempel auf dem HügelShigi-sen) nach (24 km)Ōji(Zweigbahn nachTakadaundSakurai); dann folgt

(41 km)Nara(Nara Hôtel, 75 Z., prächtig gelegen, im Winter geschlossen; halbeurop. Gasthof:Kikusui-rō, am Park, recht gelobt; TeehausMusashino, mit europ. Küche), jetzt eine stille Stadt, altertümlich und idyllisch, mit 34000 Einw., die rote Lacksachen, Tusche und Waffen anfertigen; früher, von 709-784 Hauptstadt Japans, während der Glanzzeit des japanischen Buddhismus, daher die prächtigen, gut erhaltenen Tempel.—Zahllose Läden mit Reiseandenken, da Nara von Japanern sehr viel besucht wird.—Rundfahrtvom Gasthof in den riesigenNaturpark, in dem die Hügel Mikasa und Wakakusa liegen und vorzügliche Wege von Tempel zu Tempel führen. An der Südseite des Mikasayama führt ein Weg in urwaldähnlichen Forst. Tausendjährige Baumriesen säumen die Wege ein und beschatten die Tempelanlagen; Kryptomerien, andre Kiefern, Kampferbäume, Steineichen, Glyzinien in prächtigen Formen; Rudel von kleinen Hirschen folgen der Rikscha und lassen sich mit flachen Kuchen, die Verkäufer feilbieten, füttern. Zahlreiche Bronze-und Steinlaternen bezeichnen die Tempelanlagen, deren Bauten alle rot lackiert sind. Zuerst besucht man den 767 erbauten Tempel *Kasuga-jinja, am obern Ende einer romantischen Schlucht (Tempelfest am 17. Dez.); r. vom Haupttempel, am Ende einer langen Laternenallee, steht der *Wakamiyatempel, wo stets junge Mädchen bereit sind, unter Aufsicht und Musikbegleitung alter Priester (für 1,50 Yen »Opfergeld«) den uralten *Tempeltanz »Kagura« in seltsamer Tracht zu tanzen. Auf dem Hofe des Haupttempels verschiedene Heiligtümer, darunter ein Wunderbaum, der an einem Stamme sieben Pflanzen, Kamelien, Kirschen, eine Wistaria u. a., dicht verwachsen miteinander, trägt. (Wer Zeit hat, steige [180 m Steigung] auf den Gipfel des Mikasa-yama hinter dem Kasugatempel, oben bei einem Stein schöne *Aussicht.) Vom Kasugatempel gelangt man zu dem halbverfallenen TempelTamuke-yama no Hachimanund zu dem schönen TempelNi-gwatsu-dō, schon 752 erbaut und der Göttin Kwannon geweiht, 1898 erneuert; in der Nähe im TempelhofTōdaijidie 732 gegossene *Riesenglockevon 37 Tonnen Gewicht (das Anschlagen kostet 5 sen). Hügelabwärts gelangt man dann zu einer Tempelanlage, in deren Haupthalle große Buddhafigur aus Bronze,Daibutsu, von über 16 m Höhe, 749 erbaut (der älteste in Japan), der Kopf im 16. Jahrh. erneuert, die Göttin Roshana (Skr. Vairochana) darstellend; im Vorhof schöne Bronzelaterne. Hinter dem Daibutsu im Gehölz das frühere kaiserliche Vorratshaus *Shōsō-in, jetzt durch sein Alter zum Archäologischen Museum geworden (Besichtigung nur ausnahmsweise gestattet). Man gelangt vom Daibutsu durch die ToreNitenmonundNiō-mon(mit Riesenfiguren derNi-ō, der beiden Tempelwachtgötter Indra und Brahma, gegen 1095 vom Künstler Kwaikei geschnitzt) zum *Museum (Hakubutsu-kwan) mit vielen wertvollen Altertümern. Dahinter liegt am Wege l. der Tempel *Kōfukuji, 710 begründet, doch 1717 zum Teil verbrannt.

Plan von Kyōto.Plan von Kyōto.

Ausflüge von Nara.Nach dem berühmten romantischen Waldkloster *Kōya-san: 3 St. Bahnfahrt bisKōya-guchian der Linie nach Wakayama, dann Rikscha über den Fluß zum Fuß des Bergs und 4 St. Aufstieg; oben Übernachten als Klostergast (gegen 4-6 Yen Gastgeschenk!). Die Sehenswürdigkeiten des KlostersKongō-buji(816 gegründet von Kōbō Daishi) beanspruchen1/2Tag Zeit (sehr lohnend). Wer Zeit hat und gut zu Fuß ist, wandere zurück durch prächtige wilde Wälder überDorogawa(58 km) undYoshino(GasthofKadoya), berühmt zur Kirschblüte, die man vonHitome Senbon(d. h. 1000 Bäume mit einem Blick) genießt; nahebei der BergtempelZōōdō.Ausflug in1/2Tag nachHōryūji(Station der Bahn nach Ōsaka), dem ältesten Buddhatempel in Japan, 607 von Shōtōku-taishi erbaut; wertvolle Tempelschätze; Ausflug von Hōryūji in3/4St. Rikschafahrt nach dem TempelYakushi-ji, wo einige prachtvolle alte Bronzen koreanischer Arbeit.

Von Nara läuft die Kyōto-Nara-Bahn in 2 St. durch sehr gut angebaute hügelige Landschaft mit Teepflanzungen (die in der wärmern Jahreszeit zum Schutz gegen den Sonnenbrand mit Bastmatten überdeckt werden; der beste Tee Japans wird hier gewonnen), Bambus-und Maulbeerwäldchen und vielen hübschen Dörfern zum (42 km) BahnhofShichijo(gute Bahnwirtschaft) vonKyōto.

Vgl.beifolgenden Plan.

Gasthöfe:Miyako Hôtel(E3), Awata-guchi, mit herrlicher Aussicht über nördl. Stadt und Gebirge, europäisch, mehr für den Sommer, gut geführt; Informationsbureau und Handbuch für Reisende im Hotel; Deutsch gesprochen; 100 Z. von 2 Yen an, F. 1, Lunch 1,50, Dinn. u. Sup. je 2, Pens. von 6 Yen an.—Kyōto Hôtel(C3), gegenüber dem Rathaus, in Kawara Machi, mehr für den Winter, hat Zimmer mit Bad; Pens. von 6 Yen an, F. 1, Lunch u. Din. 1,50 Yen. Beide schicken Vertreter zum Bahnhof.— Japanische Gasthöfe:Nakamura-rō, Gion.—Tawaraya;HiiragiyaundSawabun, sämtlich in Fuyachō (C3, 4).Restaurants, europäische, zahlreich; japanische:Tawaraya;Hachi-shin;Hirano-yau. a.Post, Tel., Fernspr.(BC3, 4), Sanjō-dōri Higashi-no-Tōin.—Rikschashaben Polizeitaxe, die auf jedem Zahlzettel (Ticket) steht; diese Zettel erhält man nur am Bahnhof.Wagen(Landauer und Victoria) im Kyōto-und Miyako-Hotel.Straßenbahnendurch die Stadt und nach Fushimi, vgl. den Plan. Fahrpreis für jede Teilstrecke von etwa 0,8 km ist 2 sen.—Eisenbahnen, vier Staatsbahnlinien: Nach Maipuru, Ōsaka, Nara und Tōkyō (S.393). Neue Bahn über Ayabe nach Maipuru (für Ama-no-Hashidate). —Elektrische Bahnennach Ōsaka und nach Arashiyama fertig, nach Ōtsu und dem Biwasee im Bau.Banken:Kyōto Shōko Ginkō,Kyōto Ginkō,Dai-ichi Ginkō,Nippon Ginkōund andre.Theater: Mehrere gute in Shin-Kyōgoku u. eins in Shijō Hashizume.Fremdenführer: Durch die Gasthöfe erhält man Führer derOriental Guides Society(Tūyū tsūben kyūkwai) zu 4 Yen tägl. für 1-2 Pers., 50 sen für jede Pers. mehr; dazu die Reisekosten. Ausführliche Beschreibung von Kyōto und Umgegend enthält das Buch:Kyōto, Japan, zusammengestellt vom Stadtrat von Kyōto, und die guten Handbücher (englisch) des Kyōto-und Miyako-Hotels. Vgl. S.345.Reisebureauin Furumonzen, Telegrammadresse »Advisory«. Vgl. S.345.Polizeiim Präfekturgebäude (B2), Shimodachiuri, westl. vom Kaiserpark.Buchhandlung:Daikokuya, gegenüber dem Kyōto-Hotel;Nankōdō, in Sanjōdōri, westl. der Brücke;Maruzen, östl. vom Postamt, in Sanjōdōri.—Zeitungen: Fünf japanische.Photographen:Nakai, beim Giontempel. —Hori Marumi, Tera Machi.— Photographische Apparate:Asanuma & Co., Minami Bukkoji Machi.

Geschäftsadressen.Porzellan:Kinkōzan Sōbei, Sanjō, östl. von Shirakawabashi;Yasuda, am Shirakawa. —Stickereien:Nishimura Sozaemon, Sanjō, Karasu-maru;Iida Shinshichi, Karasumaru, Takatsuji.—Cloisonné-Sachen:Namikawa Yasuyuki, Sanjō, Kita-ura, Shirakawa-bashi;Kin-un-ken, Sanjō-dōri, Shirakawa-bashi.—Bronzen und Stahl:Kuroda, Tera Machi Shijō sagaru;Jōmi Eisuke, Tera Machi, Shijō;Nogawa Nōboru, Shijō, östl. von Tera Machi;Komai Otojiro, Furumonzen, Yamato-ōji;Inouye, neben Kinkōzan. —Lackwaren:Nishimura Hikobei, Tera Machi Ayanokōji.—Fächer:Hirano Kyūgoro, Tominokōji, Gojō;Nishida, Higashi-no-Tōin, Shichijō— Puppen:Shimizu Katsuzō, Tominokōji, Shijō.—Farbenholzschnitte:Matzuki, Shimmonzen.—Alte Kunstsachen:Ikeda Seisuke, Shimmonzen 114; *Benten Co., Shimmonzen;Hayashi Shinsuke, Furumonzen 39;Yamanaka, Sanjō Goten mae. Viele andre in der Straße Manjūji-dōri.—Man besuche in Kyōto die Hauptwerkstätten der größern Geschäfte!Zeiteinteilung: 1. Tag: Kaiserpalast, Nijōburg und Katsura-rikyū-Sommerpalast. —2. Tag: Tempel Higashi-Hongwanji, Nishi-Hongwanji, Sanjūsangendō, Hōkōji, Yasakapagode, Giontempel. —3. Tag: Hōzugawa-Stromschnellen, Arashiyama, Kinkakuji, Kitano Tenjin.—4. Tag: Shugakuin-Sommerpalast, Hiyeisan, Chūdōkloster, Sannōtempel, Sakamoto-Karasaki-Ōtsu. —5. Tag: Museum, Gewerbeausstellung, Sporthalle, Kaufläden in der Stadt.—6. Tag: Tempel: Inari, Kiyomizudera, Chion-in, Awatapalast, Maruyamapark.—7. Tag: Keage, Nanzenji, Eikwandō, Ginkakuji; Shinnyodō, Yoshidayama, Kurodani; abds. Shijōbrücke und Kyōgoku.—HandBei nur kurzem Aufenthalt nehme man einen Führer, gebe ihm aber genau an, was man sehen will, damit man durch allzuviele Tempelbesichtigungen nicht ermüdet wird; die im Text mit * bezeichneten Tempelanlagen genügen, um ein Bild des japanischen Rom zu geben.Festlichkeiten und Sehenswürdigkeiten nach der Jahreszeit.Beste Besuchszeit für Kyōto ist Anfang März bis Ende Mai sowie von Mitte September bis Mitte November; Pflaumenblüten sieht man Anfang März in Momoyama, in Fushimi, im Kaiserpark; dann folgt bis Mitte April die Pfirsichblüte im Maruyamapark, in Momoyama; in der *Kirschblütenzeitim April besuche man den Kaiserpark, den Maruyamapark, Arashiyama, den Hiranotempelgarten und andre Plätze sowie das Theater, um den »Kirschblütentanz« zu sehen. Im Mai Päonien- und Azaleenblüte, im Herbst Chrysanthemumblüte. —Gewerbe-und Kunstausstellungin Okazakichō ist 2 Monate im Frühjahr geöffnet.—*Miyako-odori(Residenztanz) findet in der Sing-und Tanzschule Kaburenjō in Hanami-kōji, Gion Machi vom 1. April an 4 Wochen lang tägl. von 5 Uhr Nm. bis 10 Uhr abds. statt; 36 Geisha tanzen in seltsamen Kostümen, andre Mädchen spielen dazu »shamizen« und »tsuzuki«.—Kamogawa-odori, ein ähnlicher Tanz im Teehausviertel zwischen Shijō und Sanjō, beginnt 1. Mai und dauert 16 Tage.—*Aoifestder Kamotempel am 15. Mai ist die größte Shintōfeierlichkeit (besteht seit dem 6. Jahrh.); 8 Uhr morgens Prozession in alten Kostümen vom Haupttor des Kaiserpalastes; bei Ankunft des Festzugs in Shimo-gamo religiöses Konzert mit Tempeltanz, später ebenso in Kami-gamo.—AndreTempelfesteam 15. März (Gedächtnistag Buddhas), 8. April (Geburtstag Buddhas), Anfang Mai zweitägigesInarifest, am 3. März das Puppenfest (Hina-matsuri) für Mädchen, am 5. Mai das Knabenfest (Tango-sekku).—Im Juli und August Lotosblüte im Kaiserpark, Ogurasee, Tōji.—Im Sommer die beliebte VolksunterhaltungShijō-Suzumi, am Westufer des Kamogawa auf hölzernen Plattformen im Flusse gesellige Zusammenkünfte mit Geishatänzen. —InArashiyamaBauerntänze 14.-16. Aug.—Am 17. und 24. Juli *Gionfest(seit 870 jährlich) im Tempelbezirk der innern Stadt.—Am Abend des 16. Aug. Illumination (Daimonji) der Berghöhe Nioi-ga-dake östl. von Kyōto.—Auch der Herbst ist sehr schön in Kyōto.Vollmondfestim September oder Oktober, in Momoyama, Arashiyama oder Uji. 15. Sept.Hachimanfest, Otokoyama; 1.-4. Okt.Zuikifestim Kitanotempel; 12. Okt.Ochsenfestin Uzumasa; 20. Okt.Ebisufestin Kenninji Machi.—Heianjingūfestmit historischem Festzug am 22. Okt.—

*Chrysanthemumblüteim Oktober und November.—Neujahrsfestdauert sieben Tage, manche Tempelfeste währen sogar zehn Tage.—Sportklub(E3), Nm. belebt; Bogenschießen; Schwerterfechten und Jūjitsu.

Kyōto, Hauptstadt der Provinz Yamashiro, mit (1908) 408410 Einw., Hauptsehenswürdigkeit Japans, liegt in einer fruchtbaren Ebene, durchflossen vom Kamogawa, über den mehrere schöne Brücken führen. Die Stadt ist sehr regelmäßig gebaut, hat gerade, reinliche Straßen, innerhalb des Weichbildes 82 Shintō-Schreine und 878 vielfach verfallene Buddhatempel (Kyōto wird das »Rom Japans« genannt), zwei große hölzerne Paläste des Mikado und der Shōgune und bedeutende Industrie in Seidengeweben, Silber-, Bronze-und Emailwaren, Porzellan und Steingut, die den ersten Rang in Japan behauptet. Kyōto ist die geeignetste Stadt zum Studium japanischer Kunst und Kultur sowie der feinsten Erzeugnisse des Kunsthandwerks, daher auch am geeignetsten zum Einkauf guter (meist freilich kostbarer) Japansachen.—Kyōto gilt als eine der gesündesten Städte Ostasiens, mit mildem Klima. Das Straßenleben ist noch altjapanisch, ebenso das Sommerleben an und auf dem Flusse Kamogawa. Die Umgebung der Stadt ist reich an schönen Landschaftsbildern, die Bevölkerung im allgemeinen fremdenfreundlicher als z. B. in Tōkyō und Ōsaka.

Geschichtliches.Kyōto war von 794 n. Chr. bis 1868 Residenz des Mikado von Japan, ehe dieser nach Tōkyō übersiedelte, von 1336-1572 auch Residenz der Shōgune aus dem Hause Ashikaga, denen es die Blüte seiner Metall-, Papier-und Lackindustrien verdankte. Bei den Portugiesen und Holländern hieß Kyōto im 16. und 17. Jahrh.Meaco(Japan.Miyako= Hauptstadt). Nach der Verlegung der Residenz des Mikado nach Yedo, das deshalb den Namen Tōkyō (»Ostresidenz«) erhielt, kam für Kyōto die Bezeichnung Saikyō (»Westresidenz«) in Anwendung. 1895 fand in Kyōto eine Landesausstellung statt. 1899 wurde dort eine Universität gegründet.

Rundfahrt.Wer den Erlaubnisschein hat, ausgestellt vom kaiserl. Hausministerium in Tōkyō, für Deutsche auf Empfehlung ihrer Botschaft in Tōkyō oder von Konsulaten in Japan (Antrag mit Angabe der Namen der Schlösser, deren Besichtigung erbeten wird,schriftlich frühzeitigstellen!), besucht zunächst den *Kaiserpalast(Gosho; BC2) im nördl. Teil Kyōtos, eine große Anlage hölzerner, einstöckiger Bauten, umgeben von Gärten und Plätzen mit Bäumen. Die Palastanlage ist mit einer hohen Mauer mit Ziegeldach umgeben, die ringsum das Abzeichen der kaiserlichen Parkmauern, fünf weiße Linien, trägt; die Mauern umschließen ein 250 m breites und 450 m langes Viereck mit sechs Toren. Durch den Erlaubnisschein erhält man bei der Schloßverwaltung einen Führer, der zu einem der kleinen Westtore führt (Mi Daidokoro Gomon), wo man im alten Wartezimmer der Daimyō sich im Palastfremdenbuch einschreibt und die Führung durch die Paläste, Hallen und Pavillons beginnt.

Dem Südtor (Kenreimon) zunächst liegt der große ThronsaalShishinden, wo 1868 der jetzige Kaiser gekrönt wurde: in der Mitte der Thron mit Silberdraperien, an der Hinterwand die Bilder von 32 chinesischen Gelehrten. Dr. G. Wegener empfiehlt, alle Bilder im Palast nach japanischer Art auf den Matten sitzend zu beschauen, weil sie für niedrigen Augenpunkt bestimmt sind.—Dann zur FesthalleSeiryō-den; im MittelraumHirugozaein Thron mit Seidenvorhängen, in den Nebenräumen des Kaisers Schlafkammer, Eßzimmer, Baderaum etc. nach alten Vorbildern eingerichtet mit seidenen Paneelen und schönen Malereien.

—Nun folgtTsune-goten, »gewöhnliche Residenz« (die in der Regel nicht gezeigt wird), der Wohnpalast vieler Generationen von Mikados seit dem 13. Jahrh. (der Neubau von 1854 entspricht genau der alten Bauweise), dessen Mittelraum drei übereinander liegende Zimmer hat, das oberste für den Mikado, die untern für die Leibdienerinnen, an die sich jeder erst wenden mußte, um den Herrscher zu sprechen. Alle diese und die Nebenräume sind reich an stilvollen Wandschirmgemälden. Das Schlafzimmer des Mikados zeigt Bambus-Tigerdekoration. —Ein langer Gang führt nun zumKo-Gosho, dem »kleinern Palast« für Empfänge von Fürsten und intime poetische Festlichkeiten; darin sind drei sehr geschmackvoll geschmückte Räume, mit Aussicht auf einen Landschaftsgarten.— Nun folgt dasO Gakumon-jo, des Mikados Arbeitszimmer, mit reichen Malereien; dannGoryōden, eine Speisehalle, undOn Mima, »erlauchte drei Zimmer«, die Halle für den Hofstaat, mit Gemälden im Tosastil; schöner Blick auf den Garten mit Lotosteich, reichgeschmückten Pavillons und Felsenhügel. —Am nördlichsten liegt derPalast der Kaiserin, am TorSakuheimon; auch in dessen vornehm-einfachen Räumen bilden die Wandschirmgemälde den Hauptschmuck.— Im östlichen Teil des Parks liegt der PalastSentō-Gosho(C 2), seit 1629, zuerst vom Mikado Go-Mi-no-o benutzt, für abgedankte Herrscher bestimmt; der *Park zeigt hier mächtige Baumriesen, einen See mit Inseln und Brücken und Felsen mit Wasserfällen, eine wildromantische Anlage.—In der Nähe liegt der PalastŌmiya-Gosho. —Andre Bauten in der Umgebung des Kaiserpalastes sind die Paläste des Prinzen Kuni no miya im W., des Prinzen Katsura no miya im N.; die Verwaltung der kaiserlichen Schlösser im SW. und im S. das meteorologische Observatorium (C 2, 3).

Sw. vom Kaiserpalast liegt das berühmte Shōgunschloß*Nijō no Shiro(Nijō-jō; AB 3), 1603 von Tokugawa Ieyasu erbaut, in dem die Beherrscher des Mikados hausten. In den ersten Jahren nach der Restauration wurde es zu Verwaltungszwecken benutzt und die künstlerische Ausschmückung vielfach rücksichtslos beschädigt; 1883 aber wurde es unter dem NamenNijō no Rikyū(Nijō-Sonderpalast) in die Zahl der kaiserlichen Schlösser aufgenommen und seitdem sorgfältig erhalten. Eine hohe steinerne Zyklopenmauer nebst 10 m breitem Graben umgibt die Nijōburg. Das Haupttor an der Ostseite (Higashi Otemon) ist von dunkeln Pinien beschattet und mit reichvergoldeter Schnitzerei geziert (Kraniche, Schmetterlinge, Drachen, Phönixe und Päonien-Ornamentik). Innen ist noch eine zweite Mauer,Ninomarūmit Bauten, deren HaupttorKaramonaus der Palastruine auf dem Momoyama (S.379) stammt und nach S. liegt; seine reichen Schnitzereien und Metallzierate sind vom Künstler Hidari Jingorō. Der zweite innere Eingang,Okuruma-yose, ist grotesk gemalt.

Cäcilie von Rodtschreibt über den Stil dieser prächtigen Burg:»In dem Palast sind es die Ramma, eine Art Fries, die Seitenwände und Decke verbindet, die meine volle Bewunderung erregten. Aufs reichste und durchsichtigste geschnitzt, zeigen sie auf der einen Seite eine Pfauengruppe, auf der andern einen Päonienzweig, und das, ohne die eine oder andre Zeichnung im mindesten zu beeinträchtigen oder zu verwirren. Die Wände leuchten in Goldgrund. Tiger stürzen aus hohen Bambusbüschen hervor, lebensgroße Adler thronen auf weitästigen Matsu, Palmen scheinen ihre Federkronen leise zu neigen, Reiher gravitätisch einherzuwandeln. Alles ist in kühnen, großen Zügen entworfen, ganz verschieden von der gewohnten japanischen Miniaturmalerei.

Saal reiht sich an Saal, Zimmer an Zimmer, überall Goldmalerei, überall vergoldete Beschläge, denen meistens noch die drei Asarumblätter, das Wappen der Tokugawa-Shōgune, eingraviert sind. Die Decken sind alle kassettiert und aus dem dunkeln schönen Holze der Kryptomerien gefügt.« Die Gemälde stammen meist vonKanō Tan-yūund seinen Schülern. Der 1. Palast ist der größte, neben dem obern Saal ist ein Jungpinienzimmer und ein Lotoszimmer.—Im 2. Palast bilden große Pinien und wilde Tiere den Schmuck.—Im 3. Palast ist die EmpfangshalleOhiroma, wo auf dem toko (erhöhtem Fußboden) der Shōgun die Daimyō empfing. Die Ramma der Halle ist hervorragend. Daneben liegt das Sagopalmenzimmer. —Der 4. Palast ist der prächtigste; in der erhöhten »Schwarzen Halle«,Kuroshoin, fanden große Empfänge statt.—Der 5. Palast am Nordende war die Wohnung des Shōguns. Hauptraum ist die »Weiße Halle«,Shiroshoin, mit Landschaften von Kanō Sadanobu; daneben liegen vier ähnliche Zimmer, in deren einem das berühmte Bild »die schlafenden Finken« ist.—Der prächtige Garten hat schöne Kaskaden.—Der HauptwachtturmHommaruliegt westl. von der Mauer Ninomaru: in seiner Nähe ist der Palast der Prinzessin Katsura-no-miya. Vgl. die Angaben über Japanische Kunst, S.340.

Man fahre nun südl. zur Anlage des TempelsHonkokuji(AB 5), der als Hauptsitz der Hokke-oder Nichirensekte im 14. Jahrh. von Kamakura hierher verlegt wurde; in der Haupthalle ein Schrein mit dem heiligen Kanon der Sekte, von ihrem Gründer Nichiren geschrieben, auf dem Altar Buddha und andre Götter; im Tempelpark der Schrein des tapfern Kriegshelden Katō Kiyomasa, daneben die Gräber seiner Frau und seiner Tochter. Im Kloster am Nordende die uralte BibliothekKyōzōmit sämtlichen heiligen Schriften des Buddhismus (Issaikyō). Hauptschatz des Tempels ist ein mythologisches Bild,Mandara, mit Mandarinenten (oshidori), dessen Brokatfassung von einem Kleid der berühmten chinesischen Favoritin Yōki Hi stammen soll.—Südl. gegenüber liegt der prachtvolle Doppeltempel *Nishi-Hongwanji(d. h. Westlicher H.) (AB 5), der, 1272 von der Tochter des Stifters Shinran-Shōnin der Shin-oder Montosekte erbaut, einen Stadtteil mit schönen Anlagen für sich bildet; die HaupthalleHondōenthält im Hauptschrein ein Bild des Buddha Amida, daneben Inschriften mit den Namen des Kaisers und seines kaiserlichen Vaters. In der TempelhalleDaishidō, 1645 erbaut, ist ein Bild des Kenshin-Daishi (diesen Titel erhielt Shinran-Shōnin nach seinem Tode), daneben hängen die Bilder aller Erbäbte des Tempels. In der großen Halle (mit 300 Matten)Ohiromahält der Abt (jetzt Graf Otani) Empfänge. Die einflußreiche Shinsekte strebt vor allem den Zusammenschluß aller Buddhisten in China, der Mongolei und Tibet, Hinterindien etc. unter japanischer Führung an und entfaltet zu diesem Zweck eine umfangreiche Missionstätigkeit. Sehenswert ist der NaturparkTekisui-enin der SO.-Ecke der Tempelanlage; über ihrem Teich erhebt sich der dreistöckige »Pavillon der treibenden Wolken«Hiunkakumit schönem Bild des Berges Fuji im Oberstock.—Östl. liegt die Tempelanlage *Higashi-Hong-wanji(B 5), deren Riesenbauten mit geschweiften Doppeldächern schon bei der Ankunft am Bahnhof auffallen; die Haupthalle ist der größte Tempel Japans, 64 m lang, 58 m breit und 38 m hoch und ruht auf 96 mächtigen Holzsäulen von 0,5 m Durchmesser. Die innere Halle,Sakunai(d. h. »innerhalb der Absteckung«), ist nur für diePriester und Betende hohen Ranges, das Volk muß außerhalb des Geländers, imGwaijin, bleiben. Im innersten Allerheiligsten,Naijin, ist eine kleine geschnitzte Figur des Kenshin-Daishi in einem goldenen Schrein; der Altar zeigt Bilder der Erbäbte.Hondō, die kleinere Tempelhalle, hat eine geschnitzte Amidafigur auf dem Mittelaltar. Der Tempel ist seit dem ersten Bau von 1602 viermal vom Feuer zerstört, aber stets schöner aufgebaut worden; zum letzten Bau wurde von frommen Frauen Haar zu mehreren Tauen gestiftet, mit denen die mächtigen Balken hochgezogen wurden; eins dieser Taue aus Frauenhaaren, das im Tempel gezeigt wird, ist 110 m lang und hat 40 cm Umfang! Östl. vom Haupteingang zur Tempelanlage liegt der hübsche ParkShōsei-en, meistKikokutei(C 5) genannt, umgeben von einer Kikokuhecke.—Nun fahre man über die südlichste Kamogawabrücke zum Kwannontempel *Sanjūsangendō(CD 6), »Halle der 33 Ken oder Zwischenräume«(zwischen den Pfeilern der langgestreckten Halle, Länge 121 m, Breite 17,5 m), erbaut 1132 vom abgedankten Mikado Goshirakawa in seinem Palastviertel mit 1001 Statuen der 1000äugigen und 1000händigen Kwannon. Der erste Tempel verbrannte 1248 und wurde 1266 vom Mikado Kameyama wieder erbaut und 1662 vom Shōgun Ietsuna erneuert. In Reih' und Glied (elf Reihen hintereinander) stehen jetzt gut ausgerichtet auf schräg ansteigendem Podium in der düstern Halle tausend 5 Fuß hohe vergoldete Statuen der sogen. elfgesichtigen 1000händigen Kwannon; zählt man die kleinen Götzen in den Heiligenschreinen, auf Stirn und Händen der großen mit, so soll man auf 33333 Bilder kommen. Die 5 m hohe sitzende Mittelfigur stellt ebenfalls die 1000händige Kwannon dar; um sie herum steht ihr Gefolge von 28 Untergöttern (Bushū). Früher trieben die Samurai Bogenschießsport in der langen Halle; ihre Treffertafeln hängen noch im Tempeleingang. —Neben diesem seltsamen Tempel liegt das *Kaiserliche Museum(Teikoku Kyōto Hakubutsukwan; CD 5), ein moderner Bau von 1895, mit sehr alten historischen Kunstschätzen, tägl. geöffnet von 8-4 Uhr im Winter, 71/2-51/2im Sommer, außer am 10., 20. und Letzten jeden Monats und 20. Dez. bis 1. Jan.; im Vorraum alte buddhistische Figuren und Masken, im nächsten Raum hölzerne und bronzene Statuen; l. vom Eingang Stickereien und Verschiedenes; r. vom Eingang alte Lacksachen, Porzellan; in den andern Räumen: kaiserliche Gewänder, Sänften, der Mikadothron Michōdai, Musikinstrumente, Münzen, Priester-und Schauspielerroben, Teezeremoniegerätschaften, Rüstungen und Waffen, besonders Schwerter; alte Handschriften, Kakemonos und Wandschirme.—Westl. vor dem Museum liegt der runde, mit Steinmonument gekrönteMimizuka, »Ohrenhügel«, wo Tausende von Koreanern abgeschnittene Ohren aus dem Feldzug von Hideyoshi (1592 u. ff.) ruhen. Östl. hinter dem Museum liegt der ShintōtempelToyokuni-jinja(D 5), in dem der Geist des berühmten Taikō Toyotomi Hideyoshi verehrt wird (geb. 1535, unterwarf die rebellischen Provinzen, wurde Regent, eroberte Korea und starb 1598).—Nahebei liegt die Tempelanlage *Hōkōji(CD 5), 1586 von Hideyoshi gegründet, mit riesiger *Buddhabüsteaus Holz, 13 m hoch, die Nase 2 m lang, eine geschmacklose, unvollendeteSchnitzarbeit. Im Vorhof hängt eine *Riesenglocke; das Läuten mit Schwingklotz kostet 2 sen für jede Person.—Nördl. liegt die *Yasakapagode(D 5), fünfstöckig, 50 m hoch auf einer Anhöhe in schöner Landschaft am Ostende der Stadt (Aufstieg unbequem, oben *Aussicht auf die Stadt), 1618 erbaut mit sehr originellem Dach; sie diente früher als Wachtturm und enthält ein sehr altes Bild Shakas.—Etwas nördl. liegt der berühmte *Giontempel(D 4; richtigerYasakajinjagenannt), 869 gegründet, in demSusano-o no Mikoto, der unbändige Bruder der Sonnengöttin Ama-terasu, verehrt wird. Dieser buddhistisch beeinflußte Shintōtempel ist der besuchteste von Kyōto, daher von vielen Verkaufsbuden umgeben; Tempelfeste am 1. und 15. jedes Monats, das große Gionfest am 17. und 24. Juli. Der Haupttempel, 1654 erbaut, hat in der SO.-Ecke eineKagura-dō(Halle für die an Götterfesten aufgeführten Pantominen, den Tanz Kagura). Im Anbau am Westende,Ema-dō, hängen Weihbilder für die Götter. Im Tempelpark steht zwischen alten Bäumen ein großer heiliger Kirschbaum.—Das Stadtviertel in der Umgebung des Tempels,Gion Machi, ist voller Vergnügungshäuser, Teehäuser etc.—Nahe nö. vom Giontempel liegt der *Chion-in-Tempel(DE 4), eine der größten Tempelanlagen der Gegend, nördl. vom Maruyamapark, errichtet von der Jōdosekte, begründet 1211 von Enkō Daishi, und von Tokugawa Ieyasu und Iemitsu zur jetzigen Anlage ausgebaut. Die HaupthalleHondōenthält im Mittelschrein ein geschnitztes Buddhabild; hinter ihr die VersammlungshalleSenjōjiki(»Halle der 1000 Matten«); östl. davon das Kloster Hōjō, durch einen prächtigen Garten in zwei Teile geteilt; seine Zimmer sind nach den sie schmückenden Meisterbildern der Kanōschule (Storch, Kranich, Pflaume, Chrysanthemum etc.) benannt. Die Gänge,uguisu-bari(Nachtigallfluren), geben beim Gehen melodische Geräusche.Seishidōist der ursprüngliche Chion-in-Tempel,Soshi-byōdas Grab des Gründers; imKwachōbunkosind die Tempelschätze aufbewahrt. ImGongendōsind Bilder von Shōgunen. Der Glockenturm enthält die 1633 gegossene größte *Glocke Japans, 5,5 m hoch, 3 m Durchmesser, 30 cm dick und 7400 kg schwer. Das HaupttorSammondes Tempels ist reich geschmückt; von seiner Galerie *Aussicht auf Stadt und Umgegend. Der Tempelgarten ist voller Kirschbäume.—Nördl. vom Chion-in-Tempel liegt der kleineShōren-in-Tempel(D 4), dessen Leiter früher stets ein Prinz als Haupt der Tendaisekte war; viele alte Schriftstücke von Mikados sind im Schatze des Tempels.—Nahebei liegt derAwatapalast(E 4), erbaut 879 und bis 1868 von einem kaiserlichen Prinzen als Abt bewohnt.—Nahe nördl. unterhalb des Miyakohotels liegt derZoologische Garten(E 3), ferner ein stets geöffnetesGewerbemuseum,Shōhin-shinretsujō(E 3; Malereien, Stickereien, Porzellan-, Bronze-und andre meist neue Kunstsachen mit Angabe des Preises und Verkäufers), die neue städtische Bibliothek und das Gebäude der jährlich im April und Mai geöffneten *Gewerbeausstellung(E 3). Zwischen beiden dieSporthalle des SportklubsBushū-Kwai (Präsident ein kaiserl. Prinz), wo Bogenschießen, Schwerterfechten, Jūjitsu geübt wird; Nachm. sehr belebt, Eintritt erlaubt; vom 4.-7. Mai dort große Wettkämpfe. Nahebeidie große Anlage desDaikyoku-denoderHeian-jingū, eine getreue Nachbildung des Tempels im ersten Kaiserpalast zu Kyōto vor 1100 Jahren.—Weiter nördl. die Gebäude derKaiserlichen Universität(D 2; mit vier Fakultäten: Medizin, Literatur, Rechts-und Ingenieurwesen) und andrer Schulen im alten Samuraiviertel Yoshida, dabei der niedrigeYoshidayamamit Shintōtempeln und prächtigem Rundblick.—Östl. davon liegt am Fuße des Daimonjiyama derGinkaku-ji(E 1) am NO.-Ende der Stadt, 1479 als Landsitz vom abgedankten Shōgun Ashikaga Yoshimasa erbaut (dort entwickelte er das heute noch übliche Teezeremoniell,Cha-no-yu, zur höchsten Vollendung), nach seinem Tode 1490 in einen buddhistischen Tempel umgewandelt. Im alten GebäudeTōkyū-dōist der berühmteste Teezeremoniellraum Japans (nach dem Kanon 41/2Matten groß); Wände und Schieber tragen berühmte Gemälde von Kanō Motonobu, Ōkyo, Sōami und Kanō Einō. Im Mittelraum Bilder der Kwannon und des Yoshimasa in Priestergewändern. Paneele von Buson und Taigadō in andern Räumen; prächtige Kakemonos, Kuriositäten und Zeremoniellteegerät in einem Pavillon. Daneben eine Buddhahalle.— Im südlichen Garten steht der feine SilberpavillonGinkaku, eine Nachbildung des von Yoshimitsu (Großvater Yoshimasas) erbautenKinkaku, in einem der schönsten Landschaftsgärten Japans mit Teich, Insel, Brücken, ausgewählten Pflanzen und Felsen.

Zwischen Ginkaku-ji und dem Miyakohotel liegen am östl. Bergrand die sehenswerten Tempelanlagen vonShishigatani,EikwandōundNanzenji; bei letztermKeage, die schiefe Ebene zwischen dem obern und untern Kanal, wo Boote auf Schienen hinaufgezogen werden. Zwischen dem östl. Bergrand und dem Yoshidayama die schönen Anlagen der TempelKurodani(»dunkles Tal«, ein Kloster, im 12. Jahrh. von Hōnen Shōnin gegründet, mit der historischen FichteYoroikake no Matsu) undShinnyodō(mit wertvollen Gemälden). Um den Yoshidayama viele Grabhügel früherer Kaiser (Misasagi).

Am Abhange desHigashi-yama(E 4, 5) liegt nahe südl. vom Awatapalast der reizendeMaruyamapark(D 4) mit vielen Teehäusern und mehreren Tempeln.—Südl. liegt in malerischer Landschaft auf Pfahlunterbau am Berghang der größte Kwannontempel *Kiyomizudera(DE 5), 780 vom Priester Enchin gegründet; durch das rote HaupttorNiō-monsteigt man auf Treppen hinauf, beim obern Tor *Aussicht auf die Stadt. Zwei dreistöckige Pagoden und eine grüne große Glocke stehen neben dem Tor. Die Haupthalle,Hondō, steht auf hohem Holzpfeilergerüst; in ihrem Schrein ist das Bild der elfgesichtigen, 1000händigen und 1000äugigen Kwannon; eine breite Veranda,Butai, schwebt über dem Abhang. Östl. vom Haupttempel der schöne ParkNan-enoderShin Takaomit Wasserfall zum Baden der Wallfahrer, an der Nordseite der GartenHoku-en, beide mit vielen schönen Plätzen; die Straße zum Tempel enthält lauter Porzellanläden. —Etwa 3 km südl. liegt derInaritempel(kaiserlicher Shintōtempel 2. Grades), mit der elektr. Straßenbahn bequem zu erreichen; um die ganze Anlage zu sehen, ist über 1 St. Weg durch Torii zu machen, doch kann man abkürzen. Der Tempel ist der ReisgottheitInarigeweiht, 711 gegründet und das Urbild aller andernInaritempel des Landes, die, wie er, sämtlich rot gestrichen sind. Sein Park erstreckt sich über einen Hügel mit zahllosen Heiligtümern und einigen Fuchsbauten. Am innern Eingang zwei große steinerne Füchse (Diener und Boten Inaris). Vom Gipfel *Aussicht auf Stadt und Umgegend. Die Tempelfeste im Februar und April sind sehr sehenswert.—DerTōji-inoderOsttempelmit Pagode rührt noch aus der Zeit der Stadtgründung her.


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