Chapter 33

Vor dem Nordende der Stadt liegt nicht weit vom Kaiserpark der alte ShintōtempelShimogamo(Unterer Kamo, eigentlichKamo-Mi-oya-jinja, »Schrein der Kamo-Ahnen«, CD 1), vom kaiserl. Haushalt unterhalten, eine vornehme Anlage, gegründet 677, mit prächtigem uralten Park, worin zwei heilige, durch einen Ast miteinander verwachsene Sakakibäume von Frauen viel besucht werden, um Ehefrieden zu erflehen.—Eine schöne Kiefernallee führt zu dem 3 km nördlichern TempelKamigamo(Oberer Kamo), der in der Kirschblüte viel besucht wird. Das große Aoifest wird am 15. Mai in Shimogamo und Kamigamo glänzend gefeiert.Vor dem NW.-Ende der Stadt liegt dicht am Hanazonobahnhof der große TempelMyōshinji(1 der Umgebungskarte) der Zensekte, früher Altenteil des Mikado Hanazono im 14. Jahrh. Die Tempelhallen enthalten wertvolle Wandschirme, Kakemonos, Lackbüchsen etc.; im Park stehen prächtige alte Kiefern, eine vom Jahre 1462.— In der Nähe derKitano Temmangū(Tenjin), kaiserlicher Tempel (2 der Umgebungskarte), 947 gegründet, 1605 neugebaut, architektonisch schön mit heiligem Garten.—Gegenüber der sehr alte ShintōtempelHirano-jinja(3 der Umgebungskarte), fünf Göttern geweiht, mit zur Kirschblütenzeit vielbesuchtem Park.—Nahe nördl. liegt in waldgrüner Umgebung derGoldene Pavillon, *Kinkakuji(eigentlichRokuon-ji), 1397 vom abgedankten Shōgun Ashikaga Yoshimitsu erbaut als Buen retiro, dann buddhistischer Tempel der Zensekte, steht zum Teil im Wasser eines Sees in schönem Garten und hat eine dreistöckige Pagode mit vergoldeten Statuen von Amida, Kwannon und Seishi, von Unkei geschnitzt, in der Mitte des Unterstocks. Mönchsstatuen des Musōkokushi und Yoshimitsu auf den Seitenaltären. Im Mittelstock eine Kwannonfigur und vier Dämonenkönige. Der Oberstock war innen ganz vergoldet, wovon nur noch Spuren sichtbar. Reizender Blick vom Pavillon auf den Garten; der »Spiegelsee« (Kyōko) ist mit dichtem Gehölz umgeben. Man beachte die von den größten Meistern gemalten Schiebetüren, Faltschirme und Kakemono. Auf dem Hügel im nördlichen Garten steht ein Teezeremonienhäuschen vorbildlichen Stils, dasSekka-tei.Ausflüge von Kyōto.Vgl. Karte auf demPlan von Kyōto.1)Über den Hiyei-zan zum Biwasee, lohnende Tagestour, etwas Mundvorrat mitnehmen. Vom Kyōtohotel (C 3) fährt man mit Rikscha über die *Sanjōbrücke(CD 3/4; hölzern mit Steinpfeilern in rein japanischem Stil), vorbei an der Universität und durch das DorfShirakawa(E1/2) auf gutem Weg, etwa 6 km zum kaiserlichen SommerschloßShūgakuin-rikyū(nur mit Erlaubnisschein, wie Kaiserpalast, S.371, zu besichtigen, der Schein gilt nur für die Schlösser, die auf ihm verzeichnet sind!), 1629 dem abgedankten Mikado Gomizunoo vom Tokugawa-Shōgunat angewiesen. In dem prächtigen Park liegen drei feine kleine Paläste,Ochaya(»erlauchte Teehäuser«, wegen ihres Baustils) genannt, jedes mit Garten für sich. Das mittlere ist am reichsten mit Kunstschätzen ausgestattet. Das oberste liegt nahe dem Drachenteich,Yokuryōchi, umgeben von einem Labyrinth von Inseln, Halbinseln, Klippen, Brücken, Gehölzen. In den reizenden Anlagen mit Treppen und Pavillons am Berghang sieht man den größern »männlichen« und den »weiblichen« Wasserfall,OdakiundMedaki. Eine Hofdame leitete die Anlage des Parks.—Nö. von den Sommerpalästen steigt man steil zu Fuß oder mit Tragstuhl mit zwei Kulis, etwa 4 km auf den Gipfel des *Hiyei-zan(580 m), wo prachtvolle *Aussicht auf den Biwasee und das Tal von Kyōto (oben sollte man frühstücken!).

Die Steinfigur auf dem Berggipfel stellt den ersten buddhistischen Abt von Hiyei-zan,Dengyo Daishi, dar (lebte um 800), der nach dem Kaiserpalast in Kyōto hinstarrt. Bei ungünstigem Wetter Unterkunft in einer Teehütte auf dem Abstieg nach Sakamoto; östl. vom Gipfel liegen die alten buddhistischen KlösterKompon-chūdōundKōdō, deren Mönche in den Bürgerkriegen des Mittelalters so mächtig waren, daß der Mikado Shirakawa den Ausspruch tat: »Nur dreierlei in meinem Reich kann ich nicht meistern: die Gewässer des Kamogawa, Glücksspiele und die Bergmönche!« In Kyōto zwangen die bewaffneten Mönche den Hofstaat, ihre Forderungen anzunehmen. Die alten Bergtempel sind nur noch zum Teil erhalten.—Auf dem Abstieg nach Sakamoto (5 km vom Hiyei-zan) trifft man auf die große ShintōtempelanlageSannō(Hiyoshi), in stiller, romantischer Lage. Einige Minuten weiter erreicht man das DorfKami Sakamoto(Speisehaus Fuyō-en) und südl. davon am Biwasee das DorfShimo Sakamoto. Von da südl. weiter längs des Westufers des *Biwasees(Biwa-ko), von der Größe des Genfer Sees, etwa 100 m ü. M., ein Einbruchsbecken füllend, berühmt durch landschaftliche Schönheit. [Die japanische Poesie spricht von den acht Schönheiten von Ōmi (Ōmi Hak-kei) des Landes, worin der Biwasee liegt: Herbstmond vom Ishiyama gesehen; Abendschnee auf dem Hirayama; Abendrot zu Seta; Abendglocke von Miidera; von Yabase zurücksegelnde Boote; heller Himmel mit Brise in Awazu; Nachtregen in Karasaki; Wildgänseflug in Katata.] Kleine Dampfer verkehren auf dem Biwasee zwischen den Ortschaften.Etwa 2 km südl. vom Dorf Shimo Sakamoto steht beim DorfeKarasakieine tausendjährige heilige Riesenkiefer von 11 m Umfang und 88 m Ausdehnung der Zweige, doch nur 27 m Höhe. Hütte (Genji-no-ma) der Dichterin Murasaki Shikibu (lebte um das Jahr 1000) und Teehaus nahebei. Weiter längs des Seeufers 4 km nachŌtsu(Gasthof:Hakkeikan, halbeurop.), größte Stadt am Biwasee, mit 39595 Einw., an der Tōkaidōstaatsbahn (1/2St. Fahrt bis Kyōto), BahnhofBabaam Ostende der Stadt. Auf einem Hügel westl. der Stadt steht der buddhistische Tempel *Miidera, 675 begründet und der Kwannon geweiht. Oberhalb davon ein Kriegerdenkmal (Obelisk) aus dem Satsuma-Aufstand 1877; dort *Aussicht über den See. Die Glocke im Tempelpark soll einst ein Riese auf den Hiyei-zan getragen haben.— Von Ōtsu führt der 1885-94 vom Baron Kitagaki erbaute, 11 km langeBiwaseekanalnach Kyōto durch einen 2436 m langen und zwei kürzere Tunnel. Die etwa 11/4stündige Bootsfahrt auf dem Kanal von Ōtsu nach Kyōto ist zu empfehlen; oder man fahre mit Rikscha (10 km) auf der alten HeerstraßeTōkaidōin 2 St., vorbei am Grabhügel des Kaisers Tenji, bewachsen mit Kiefern, mitten in Reisfeldern, dann südl. am Kanal entlang nach Kyōto zurück. Statt der Bergtour über den Hiyei-zan kann man auch mit Rikscha (2 Mann) nach (15 km) Miidera fahren, von da zur (4 km) Karasaki-Kiefer (s. oben), auf dem See mit Dampfer nachIshiyamadera, mit schöner *Aussicht vom Tempelplatz auf hohem Felsabhang; dann mit Rikscha oder zu Fuß zum (5 km) Bahnhof Ishiyamadera und zurück mit Bahn.2)Zu den Stromschnellen des Hōzugawa(früher meistKatsuragawagenannt). Man fahre mit Rikscha zum Bahnhof Nijō(A 3, 4) am Westende der Stadt, von da mitEisenbahndurch sehr malerisches Gelände in etwa3/4St. nachKameoka, dann in 10 Min. mit Rikscha zum DorfeHōzu, wo man ein Boot besonderer Bauart mit 4-5 Ruderern für 6,50 Yen (für 6 Pers.) mietet (Nm. für jeden Mann 50 sen mehr!). Über die Fahrt schreibtJulius Meurer: »Die Fahrt selbst ist hochinteressant, aber nicht ganz harmlos, denn der Wildbach ist reißend und sein Bett voller Felsblöcke und Steine, zwischen denen hindurchzusteuern nur der Kraft und Geschicklichkeit der japanischen Bootsführer, dieser gebornen Schiffer, möglich ist. Es soll bei diesen tollen Fahrten fast nie ein Unglück vorkommen. Landschaftlich ist die Fahrt entzückend, wir glaubten uns in unsre Alpen versetzt.«

Man fährt etwa 11/2St. bis zu dem dreistöckigen TeehauseSangenya-Arashiyama(gute Küche). Von hier Rückfahrt mit Rikscha (zwei Kulis) in 1 St. nach Kyōto oder in1/4St. zum BahnhofSaga, von da mit Bahn nach Nijōbahnhof oder mit der Elektrischen zum Westende der Stadt. Wenn Zeit, lasse man sich mit dem Boot zur Bergseite hinübersetzen, wo hübsche Teehäuser liegen.3) Zum kaiserlichen Sommerpalast *Katsura no Rikyū, nahe dem untern Hōzugawa, fährt man in etwa 1 St. von Kyōto auf der Straße westl. vom Nishi Hongwanjitempel (S.373; Erlaubnis wie für den Kaiserpalast erforderlich!), mit prachtvollem Landschaftspark, umgeben von uralten Bäumen und Bambuswald. Die Sommerhäuser im Park sind im vornehmsten Cha-no-yu-Stil (Teezeremoniell) ausgeführt. Durch drei Tore gelangt man in die EmpfangshalleOkuruma-yose, dann zur alten HalleKosho-in, dann zur MittelhalleChūsho-in, mit feinstem Bilderschmuck in drei Räumen. Unter den Pavillons sind der des »glitzernden Mondes« (Geppa-rō), der der »Blumenbewunderung« (Shōkwa-tei), der der »Harfe in der Kiefer« (Shōkin-tei), dann die WartehalleMachiaiund der InselpavillonEnrin-dōsowie die VillaShōikenzu bewundern. Der Park gilt als schönste Zieranlage Japans, er enthält 7 Pavillons, 16 Brücken, 25 Steinlaternen.4) ZumMomoyamafährt man von Kyōto, Shichijōbahnhof (B 6), in1/2St. nachFushimi, der Flußhafenvorstadt von Kyōto, oder besser bis zum BahnhofMomoyama; noch besser benutzt man die Elektrische, die von der Gojobrücke nach Ōsaka fährt. Man besteigt den kleinen Hügel, auf dem früher ein großes Kaiserschloß lag;Kinjō-Kaku(Pavillon des Goldenen Schlosses) auf dem Gipfel desMomoyamaist noch teilweise erhalten, von hier *Aussicht. In der Nähe nw. der Grabhügel des Kaisers Kwammu, Gründers von Kyōto.5) Vom Bahnhof Nijō (A 3) in 3 St. nachMaizuru(Photographieren verboten!), Marinestation am Japanischen Meer, von da mit Dampfer in 1 St. (Fahrpreis 50 sen), oder mit Rikscha in 21/2St. auf schönen (der Riviera ähnlich) Wegen nachMiyazu(Hotel Araki), gutem Seehafen, in dessen Nähe (2 km) eins der drei berühmtesten Landschaftsbilder Japans liegt, die *Ama no Hashidate, »Himmelsbrücke«, eine schmale, mit Bäumen bewachsene felsige Riffbrücke; man fahre mit Boot (60 sen) von Miyazu nachIchinomiyaund steige 10 Min. nachIpponmatsuhinauf, dort beste *Aussicht.

Die Bahn Kyōto-Nagoya kreuzt das Becken des Biwasees, übersteigt sodann den Bergzug, der die nur 90 km breite Einschnürung Hondos zwischen der Wakasa-und der Owaribai nordsüdl. durchzieht und erreicht die Deltaebene des Kisogawa, in der Nagoya liegt. —Mit der Tōkaidōstaatsbahn fährt man (l. sitzen!) vom KyōtohauptbahnhofShichijō(Bahnwirtschaft) über (3 km)Inari(S.376), (8 km)Yamashinanach (16 km)Baba, Bahnhof fürŌtsu(S.378), dann über das Südende des Biwasees, wobei man r. die alte berühmte lange Brücke (Seta no Nagahashi) beiSetasieht, dann nordöstl. nahe dem Seeufer über (26 km)Kusatsuund (66 km)Hikone(Gasthof Rakuraku-tei, mit europäischem Essen) mit Daimyōburg l. auf bewaldetem Hügel, weiter durch schöne Berglandschaft mit vielen Ausblicken auf den Biwasee nach (72 km)Maibara, wo die Bahn den See verläßt, sich östl. ins Gebirge wendend.

Zweigbahn: Von Maibara nördl. in 2 St. nach (67 km)Tsuruga(Tsuruga Hôtel), einem sehr lebhaften, wichtigen Seehandelshafen, von wo dreimal wöchentlich Dampfer der Ōsaka Shōsen Kaisha und der Russischen Freiwilligen Flotte (Agentur N. Federoff, Tel.-Adr. »Flot«) nach Wladiwostok laufen, mit Anschluß an die Sibirischen Luxuszüge (S.301); Fahrkarten für alle europäischen Hauptstädte sind in der Agentur Tsuruga zu bekommen.

(Fahrzeit bis Wladiwostok zwei Nächte und einen Tag.) Sehenswert ist in Tsuruga der große ShintōtempelKebi-jinjamit schönem Torii; Ausflüge zumKanagasaki-jinjaund zur InselBentenjima(4 km).

Von Maibara weiterfahrend, sieht man l. öfter den Gipfel desIbuki-yama(etwa 1300 m), eines der »Sieben hohen Berge« Mitteljapans. Starke Steigung bis (83 km)Nagaoka, dann bergab bis (94 km)Seki-ga-hara(altes Schlachtfeld und Sperrfeste der Heerstraße) und weiter in ebenem, gut bebautem Lande über (108 km)Ogaki, mit Daimyōburg r. und Blick auf den fernenHakusan(2680 m) l., nach

(122 km)Gifu(Gasthöfe:Tamaiya;Tsu-no-kuni-ya, beide 20 Min. vom Bahnbof), Hauptstadt der Provinz Gifu mit 40168 Einw., berühmt durch seine Fabrikation von Papierlaternen und Papier (Minogami); vom Hügel nö. der Stadt *Aussicht; in der Umgegend viel Seidenraupenzucht. In der Nähe, auf dem Nagarafluß, *Fischfang mit Kormoranen.—Hinter Gifu kreuzt die Bahn denKisogawaund läuft durch fruchtbare Reisfelder nach

(153 km)Nagoya(Nagoya Hôtel, 30 Z., Pens. 6-10 Yen tägl., europ., gut; jap. GasthofShinachū; schöne Teehäuser:Tōyō-kwan;Shin Kimpa; Theater:Misono-za,Suehiro-za; Porzellan:Tashiroya,Suzuki,Katō; Cloisonnéarbeiten:Hayashi,Kumeno,Andō,Kawaguchi; Curios:Nakarin,Asahina), Hauptort des Aichi Ken und der Provinz Owari, an der seichten Bucht von Owari, Bahnknotenpunkt, in der Tokugawazeit Sitz der Daimyō von Owari. Die Stadt hat ein großes Schloß des frühern Daimyō (jetzt Kaserne), Präfektur, Hospital, Postamt in europäischem Baustil, großen Tempel und nahezu 400000 Einw., die Rohseide, schöne Stickereien, Emaillierung von Kupfer und Porzellan anfertigen, auch das Porzellan von Seto vertreiben.

Rundfahrt.Mit Rikscha zur großartigen *DaimyōburgRikyū(O Shiro), umgeben von Zyklopenmauern mit seltsam bedachtem, fünfstöckigem Hauptbau, 1610 erbaut, eine der Hauptsehenswürdigkeiten Japans. Die geschweiften Dächer sind gekupfert, der Bau ist aus Holz. Oben *Aussicht auf Stadt und Meer. Wer mit Erlaubnisschein (S.371) versehen, kann die kaiserlichen Gemächer besichtigen, mit kostbaren Goldlackschiebewänden, Alkoven (Tokonoma), Wandschirmen, Kakemono erster Künstler, mit geschnitzten Kasten etc. aus Kampfer-und Kamelienholz, und schönsten Bronzekunstwerken (Malerei meist Kanōschule). Den von Tan-yū mit chinesischen Szenerien dekorierten prächtigsten Raum benutzte der Shōgun, wenn er den Daimyō des Owarigeschlechts besuchte. Die Anlage der Burg erkennt man vom Oberstock; im Schloßgraben wird zahmes Wild gehegt. (Trinkgeld wird vom Schloßwart meist nicht angenommen.)— Sehenswert ist auch der vornehm-stolze buddhistische Tempel *Higashi Hongwanji, abgeschlossen von hohen Mauern, mit uralten Kiefern im Tempelhof. Das doppeldachige Torhaus hat drei reichgeschmückte Portale, die Haupthalle ist ein Meisterwerk modernen Tempelbaues mit vielen Kunstschätzen im Innern.—An der NO.- Grenze der Stadt liegt der Tempel derGo-hyaku Rakan, beachtenswertwegen einer ergötzlichen Sammlung von 500 etwa 60 cm hohen Holzfiguren, Jünger Buddhas (Rakan) darstellend, auf einer Hintergalerie aufgestellt, alle in Ausdruck, Haltung und Attributen voneinander verschieden.

Plan von Nagoya.Plan von Nagoya.

Ausflug nach Yamada(Ise) nach S., entlang der Westseite der großen Owaribucht. Mit der Kwansaibahn 60 km bisKameyama(Wirtschaft Arakiya am Bahnhof, mit europ. Essen); dann umsteigen in die Sangubahn nach(117 km)Yamada(Gonikaihotel, ganz gut;Yamadahôtel, beide 10 Min. vom Bahnhof, europäisch, Pens. 4-5 Yen; Japan. GasthofAburaya; Museum, Besuch empfohlen; schöne Teehäuser, dort graziöse und religiöse Tänze »Ise Ondo« 3,50 Yen, »Shō Kagura« 5 Yen, »Dai Kagura« 10 Yen, »Dai-dai Kagura« 20 Yen; in den Straßen wird »O Sugi O Tama« für 5 sen getanzt), stark besuchter Wallfahrtsort mit 29000 Einw., den am 17. Febr., 14. Mai, 17. Juni, 14. und 17. Okt., 23. Nov., 17. Dez. Tausende von Pilgern besuchen. Reinigungsfest (Ō-barai) am Letzten jeden Monats.

Man nehme Rikscha für den ganzen Tag (etwa 1,70 Yen), fahre vom Gasthof zum *Gekū(»äußerer Schrein«), einer großen shintōistischen Tempelanlage in schönem Park, der Erd-und NahrungsgöttinUkemochi-no-Kainigeweiht, mit vielen Heiligtümern; die Hallen zeigen noch die älteste und einfachste japanische Tempelbauart, unbeeinflußt vom chinesischen Stil. (HandMan hüte sich, den weißen Vorhang an dem strohgedeckten Tor, gegenüber dem Eingangstor, zu berühren, durch den Vorhang dürfen nur Mitglieder der Kaiserfamilie gehen; der japanische Minister Freiherr Mori hob den Vorhang 1888 mit seinem Stock und wurde deshalb in Tōkyō kurz darauf von dem strengen Shintōisten Nishino Buntarō ermordet; das Grab des sofort erschlagenen Mörders aber ist eine Pilgerstätte ihm Gleichgesinnter geworden.) Die ganze Tempelanlage wird alle 20 Jahre abgebrochen und nebenan auf freiem Platz wieder aufgebaut (letzter Neubau und Einweihung [Sengū] im Oktober 1909). Die eigentliche Tempelanlage liegt hinter der Halle für die Kaguratänze. Die Pilger, die täglich Lebensmittel als Opfer bringen, erhalten Amulette, —Vom Tempel fährt man weiter auf bequemem Weg etwa 8 km nach *Futami-ga-ura(Gasthöfe:Taiyōkan,Futami Hotel, 50 Z. mit Seebad), Dorf in malerischster Lage an der Owaribucht; hier sieht man die KlippenMe-oto-ishi(Mann und Frau Fels), verbunden durch ein Strohseil, das die eheliche Vereinigung symbolisiert, aber auch Seuchen fernhalten soll.—Nach erfrischendem Seebad 8 km weiter auf schönem, hügeligem Weg nachToba(Gasthöfe:Ōsaka-ya, 20 Z., einfach;Kinbokan), stillem Hafenstädtchen, von wo man den nicht hohen *Hiyori-yamabesteigt, dessen Aussicht über das Meer, den Fuji-no-yama, Hakusan und viele andre Berge berühmt ist.— Gegenüber von Toba, auf der InselTōshi-jima, wie auch an andern Orten derselben Inselprovinz, sind die Weiber als Taucherinnen tätig, um Quallen und Seegras zu fischen.—Gute Fußgänger sollten auf dem Rückweg den *Asama-yama(400 m) besteigen; auf dem Gipfel, beim TeehausTōfuya, wundervolle Aussicht auf Meer und die Berge Mitteljapans. Man steige bis zumOku-no-indes heiligen Berges, der Aussieht wegen, dann sehr schöner Abstieg, wieder am Teehaus vorbei, in der Richtung auf das DorfUjizu und zum *Naigūtempel, dem heiligsten Tempel Japans, der Sonnengöttin Amaterasu geweiht, mitten in einem *Hain alter Kryptomerien u. Kampferbäume am Isuzuflüßchen. Eine große, in Weihaiwei erbeutete Kanone liegt dort als Weihgeschenk für die Göttin. Die Tempelanlage ist ähnlich dem Gekūtempel, aber größer; sie wurde 1909 umgebaut.Ausflug in die Japanischen Alpen.Die sogen.Japanischen Alpen(der Ausdruck ist insofern recht unglücklich, als das Gebirge weder im Aufbau noch nach den äußern Formen mit unsern europäischen Alpen Ähnlichkeit hat) sind für den Geologen und Geographen besonders interessant, weil sie in dem Teile Hondos liegen, wo die »sinische« und die »sachalinische« Streichrichtung in der Gebirgsauffaltung einander begegnen. Die ältern Gesteine von Nordhondo sind von Kräften zusammengepreßt und aufgefaltet, die von W. und O. her wirkten, so daß nordsüdlich verlaufende Gebirgszüge entstanden; in Westhondo wirkten die gebirgsbildenden Kräfte in andrer Richtung, so daß hier von WNW. nach OSO. (wie in Südchina, daher sinische Streichrichtung) gerichtete Bergzüge entstanden. Sehr verwickelt ist die Gestaltung des Gebirgsbaues natürlich in Mittelhondo, zwischen Nagoya und Tōkyō, um so mehr, als in diesem Gebiet auch eine sehr starke vulkanische Tätigkeit einsetzte. Von den unten genannten Hauptgipfeln der Japanischen Alpen sind der Ontake und der Norikura aus jungvulkanischem Gestein (Trachyt) aufgebaut, der Yarigatake im Hidagebirge aus Granit. Auch pflanzengeographisch ist das hohe Gebirgsland im N. von Nagoya sehr interessant. Die höchsten Gipfel und selbst die hohen Pässe werden selten ganz frei von Schnee, doch gibt es keine Gletscher.Man fährt mit der neuen Nakasendōbahn nordostwärts durch hügeliges Gelände über eine niedrige Wasserscheide ins Tal des Kisogawa und in diesem aufwärts überNakatsu-gawaund Oukushima, dann über einen Paß ins Tal des Saikawa nachShiojiri(Gasthof Kawakami), dort schließt die Kōbulinie an, die überKōfu(Präfekturstadt mit 44188 Einw.) laufend in Tōkyō, Bahnhof Iidamachi, endet.

Gute Unterkunft inFukushima(Gasthöfe: Tawaraya und Tsudaya); von hier schöner Weg (9 km) nachAgematsu(Gasthof Hakuchi) in sehr schöner Berglandschaft; von hier oder von Fukushima überŌtakiErsteigung des *Ontake(3185 m), des zweithöchsten Gipfels Japans; Entfernung von Fukushima bis zur Unterkunftshütte nahe beim Gipfel etwa 37 km, bei Frühaufbruch in einem Tag zu machen. Im Juli bis September (beste Zeit zur Besteigung) sind viele Hütten für Pilger auf dem Bergweg, ähnlich wie auf dem Fuji-no-yama (vgl. wegen Ausrüstung etc. S.384). Ein andrer schöner Weg führt vonTsumagōbei Nakatsugawa überHiroseundŌdaira-tōgeüber einen Gebirgszug nachIida(Gasthöfe: Shōgodō, Ryūshi-kwan), eine blühende Landstadt; von da mit Rikscha (10 km) nachTokimata(GasthofUmenoya); dann mit Boot die *Tenryugawa-Stromschnellenin großartiger Landschaft in 10-20 St. etwa 150 km stromab bis nahe zur Stat.Hamamatsu(Gasthof Ōgomeya) der Tōkaidōbahn. Besonders großartig, aber beschwerlich, nur im Sommer und mit wenig Gepäck ausführbar ist die Partie durch das Herz der Japanischen Alpen: 1. Tag: Von Shimashima bei Matsumoto (nördl. von Shiojiri im Saikawatal; Gasthof Marumo, gelobt) überShirahoneund denAbotōge(1840 m) nach dem BadeortHirayu, mit Besteigung desNorikura(3075 m, sehr lohnend); 2. Tag: Von Hirayu nachFunatsu(Nakaya Hotel, Gasthof Ōya); von hier Rikschaweg nachToyama(Toyama Hotel) an der Westküstenbahu; 3. Tag: Von Funatsu nach (28 km)Gamada; 4. Tag: Von Gamada nachKamikoji(mit Besteigung des Yarigatake und Hodakayama); 5. Tag: Von Kamikoji über den Tokugotōge (2400 m) nach Shimashima zurück. Näheres vgl.W. Weston, Mountaineering and Exploring in the Japanese Alps 1891 till 1894, Preis 0,50 sen.

Von Nagoya führt die Bahn durch wildes Gebirge mit vielen Tunneln, häufig Fernblicke auf den Fuji, nach (193 km)Okazaki, Geburtsort des großen Shōguns Ieyasu; zwischen (225 km)Toyohashiund (231 km)Futagawasteht ein Bronzebild der Kwannori l. auf einer Felsenspitze. Bei (241 km)Maizakaerreicht die Bahn die hier flache Küste, l. liegt eine große Lagune, im Hintergrund Berge, r. sieht man die Brandung des Stillen Ozeans. Dann über (261 km)Hamamatsu(gute Gasthöfe am Bahnhof) und (290 km)Kakegawanach

(354 km)Shizuoka(Daitōkwan Hotel, europ., gelobt, Pens. 7 Yen tägl.;Kiyō-kwan), Hauptstadt der Provinz Suruga mit 48744 Einw. und bedeutender Lackindustrie, Bambusflechtwerk und Teebau in der Umgegend. Sehenswert sind die buddhistischen TempelRinzaiji,Sengen(von dessen 105 Stufen hohem Oku-no-in *Aussicht) u.Hodai-in.

Ausflug mit Rikscha nach (12 km) *Kunō-zan, einer sehr alten Tempelanlage auf einem Hügel, nicht weit vom Meere, zu der etwa 1000 steile Stufen hinaufführen (bei heißem Wetter trotz des Baumwuchses unbequem). Man glaubt eine Bergfestung zu sehen; Führer ist für den Zickzackweg nötig. Oben großartige *Aussicht. Die erste Tempelhalle ist der Stall des heiligen (hölzernen) Pferdes, davor ein heiliger Brunnen, weiter r. ein Trommelturm, l. ehemaliger Standort einer von den Shintōeiferern entfernten fünfstöckigen Pagode; noch höher der Kaguratanzplatz und die Schatzkammer mit kostbaren Rüstungen und Priestergewändern, dann die außen rote Haupthalle, innen gold und schwarz, mit Bildern der 36 Dichterheiligen (die Bonzen erwarten Geldgeschenke).

Auf der höchsten Höhe der achteckige Grabstein des Shōguns Ieyasu, der hier begraben lag, ehe das Mausoleum zu Nikkō für ihn errichtet wurde.—Abstieg zum DorfNekoya(Gasthof Ishibashi), dann mit Rikscha 11 km zum BahnhofOkitsu(Tōkai Hotel, halbeurop.).

VonShizuokamit der Bahn weiter überOkitsu(s. oben) längs der Küste der schönen *Surugabuchtüber (364 km)Kambara, dann durch Zuckerrohrfelder und bei (368 km)Iwabuchiüber die Brücke desFuji-kawa(hier schönster *Anblick des Fuji) durch Marschland längs des Strandes bis (393 km)Numazu(Seebad); dann biegt die Bahn nördl. nach (402 km)Sano(1,6 km vom Bahnhof ein Gasthof am schönen WasserfallSano-no-taki) und erreicht

(417 km)Gotemba(Gasthof Furokan, am BahnhofGotembakwan; beide europ. Essen), alte Stadt in dem Plateau, das vom Fuji-no-yama zum Hakonegebirge herüberführt, Station für die Besteigung des Fuji (von Yokohama mit der Bahn in 3 St. zu erreichen).— Der berühmte Vulkan *Fuji-no-yama(oderFuji-san, kurzFuji; das von den Fremden allgemein gebrauchte WortFuji-yamaist unjapanisch!), der höchste und heiligste Berg Japans, oft als Motiv der japanischen Malerei (Hokusai) und Dekorationskunst verwendet, erhebt sich als regelmäßige Pyramide mit abgestumpfter Spitze bis 3778 m. Die ebenmäßige Form des Berges wird nur durch einige kleine parasitäre Krater und durch radiale Wasserrinnen etwas gegliedert. In den Gipfel ist ein Krater von 500 m Durchmesser und 180 m Tiefe eingesenkt. Seit 1708 ruht der Vulkan, darf aber keineswegs als ganz erloschen gelten. Der letzte Ausbruch von 1707/08 war sehr heftig und lieferte in der Hauptsache Asche, die namentlich das ganze südwärts gelegene Gebiet bis 3 m hoch bedeckte. An der Südostseite des Berges öffnete sich eine Spalte, der Lava entquoll; sie bildete den parasitären KegelHōei-zan, an dem man beim Aufstieg von Gotemba aus vorüberkommt. Die Kultur steigt in Suruga auf der Südseite (viel Teebau) 600-700 m hoch; dann folgt blumenreiches, baumloses Gebiet (Hara) bis 1500 m, Wald bis 2400 m, dann die Krummholzregion bis 2600 m und schließlich die Region der Hochgebirgsflora, die aus arktischen und alpinen Pflanzenarten gemischt ist. Der Gipfel ist nur im Juli und August schneefrei und wird dann jährlich von 16-20000 buddhistischen Pilgern erstiegen. Der Berg und Umgebung sollen in einen Staatspark umgewandelt werden. Der Fuji-no-yama ist der auffallendste Gipfel in einer Reihe von Vulkanen und aus jungvulkanischem Material aufgebauten Bergen, die sich, längs einer Gebirgsspalte emporgequollen, durch Mittelhondo von SW. nach NO. hindurchzieht und südwestwärts bis zu den Bonininseln und den Marianen zu verfolgen ist. In nächster Nähe des Fuji-san gehören zu diesen vulkanischen Erhebungen der Ashitakayama und das Hakonebergland, weiterhin die Halbinsel Izu zwischen der Suruga-und der Odawarabucht und die Shitshito (7 Inseln) südl. der letztern, von denen mehrere tätige Vulkane sind.

DieBesteigung des Fujivon Gotemba aus erfordert zwei Tage Zeit; nur vom 15. Juli bis 10. Sept. sind die Unterkunftshütten (Nachtlager 1 Yen) geöffnet; beste Zeit 25. Juli bis 10. Aug. Europäische Lebensmittel: Konserven, Tee, Schokolade, Hartbrot und Wein bringe man aus Kobe oder Yokohama reichlich mit (weil man bei Nebel tagelangen Aufenthalt haben kann); auch warme Kleidung und Wolldecken (letztere kann man auch in Gotemba mieten, aber sie sind vielbenutzt!).

TOKYO-FUJI-NOYAMA.

Auf dem Gipfel friert es nachts im heißesten Sommer! Führer (gōriki) tägl. 11/2-3 Yen, Träger, Pferde mit europ. Sattel erhält man in Gotemba (von Gotemba ein Pferd bis Umagaeshi 1,50, bis Tarōbō 2,10, bis Nigōme 2,50 Yen). Wenn Zeit, braucht man nicht in Gotemba zu übernachten, sondern kann mit Straßenbahn noch 10 km weiter nachSubashiri, am Osthang des Fuji, fahren, von wo der Aufstieg etwas bequemer sein soll. Sowohl von Gotemba als von Subashiri breche man sehr früh (gegen 2 Uhr) auf, um beim Aufstieg den Sonnenaufgang zu genießen. Von Gotemba reitet man bisTarōbō(1830 m) oder bisNigōme(d. h. »Zweite Station«); von Subashiri reitet man bis zumUmagaeshi(d. h. »Pferde zurücklassen«), läßt die Pferde dort, die besonders nach dem anstrengenden Abstieg auf dem Rückweg sehr zustatten kommen. Am meisten benutzt wird jetzt der Weg von Gotemba überNakabataund Tarōbō; er ist in zehn Stationen geteilt, Tarōbō (16 km von Gotemba) ist Nr. 1 in etwa 1830 m ü. M. In Tarōbō rüste man sich mit Bergstock (Fujistock), hohen Gamaschen, Strohsandalen (unter die eignen Bergschuhe gebunden!) und bei unsicherm Wetter mit Strohregenmantel (Bauerntracht) aus. Nun langsam stetiger Aufstieg. Man beachte, daß die besten Unterkunftshütten des Gotembaweges auf Nr. 5, 6, 8 und 10 (Gipfelstation) sind (Übernachten kostet 1-1,20 Yen). Station Nr. 3 liegt 2160 m ü. M., von da über Nr. 4 (2420 m) bis Nr. 5 (2640 m) führt der Weg um denHōei-zan-Gipfel; auf Nr. 5 halte man Mittagsrast. Nun beginnt der mühsame und steile Aufstieg; statt der bisher feinkörnigen Lava steigt man über große lose Brocken; bei Nr. 6 (2840 m) führt ein Seitenweg auf denHōei-zan(nicht verlaufen!). Bei Hütte Nr. 8 (3230 m) stärke man sich mit heißem Tee für den letzten, anstrengendsten Aufstieg über lose Asche und Lavablöcke; in den Spalten findet man Schneereste, Schneefelder fehlen. Auf Nr. 10 (3778 m), dem Gipfel, sind drei bequeme steinerne Hütten, wo man sich sofort Schlafplätze sichere; sind alle besetzt, muß man um den Gipfel herum nach der Subashiri-Wegseite, etwa1/2km nördl. gehen, um dort Schlafplätze zu suchen. Wenn Zeit, steige man noch in den Krater hinab, wo noch heißes Wasser fließt und Dämpfe aufsteigen. Der Abstieg in den Krater erfordert1/2St., der Aufstieg3/4St.; man nehme Führer mit! Vor Sonnenuntergang ziehe man warme Kleidung in der Hütte an und beobachte dann von einer Kuppe den Sonnenuntergang, ebenso den Sonnenaufgang am nächsten Morgen. Bester Aussichtspunkt (auch für den Sonnenaufgang) ist der höchste GipfelKenga-mine; die *Aussichtauf Hakonesee (S.386), Fujikawa, Surugabucht etc. ist großartig.—Dann Abstieg (nicht rutschen, wie die Japaner!) auf demselben Wege in 5 St. überTarōbō(Pferde besteigen) nach Gotemba.— Auf dem Subashiriweg sind die besten StationenChujiki-ba, 1 km unterhalb Nr. 1, ferner Nr. 2, 6 und der Gipfel. Bei Nr. 9 ist der HeiligenschreinMukai-Sengen(»Willkommen heißende Sengen [Göttin des Fuji-Berges]«).

VonGotembaführt die Bahn im Bogen um das Hakonegebirge durch wilde Gebirgslandschaft mit vielen Tunneln und Brücken über (436 km)Yamakita(Gasthof Asahiya;1/2St. vom Bahnhof der 60 m hohe WasserfallHirayama-no-taki), dann bergab im Tal des Sakawa-gawa nach

(452 km)Kōzu(GasthofKōzu-kwan), Ort am Strande der schönenOdawarabucht(von Yokohama 11/2St. Fahrzeit), r. die HalbinselIzu, im Meere die VulkaninselŌshimaund l. das KüsteninselchenEnoshima(S.392).—Man fährt von hier mit elektrischer Straßenbahn in 1 St. auf der alten Heerstraße Tōkaidō vorbei an dem freundlich am Seebadestrand gelegenen, aus einer ganzen Häusergruppe bestehenden GasthofShōtō-en(jap. und europ.) und über die Brücke des breitenSakawa-gawazur geschichtlich berühmten SeestadtOdawara(GasthofKoiseya), wo die Straßenbahn vor der Mauerruineder alten Burg hält. Im malerischen Burghain liegt ein 1900 erbautes Schloß des Kronprinzen (kein Zutritt). 10 Min. weiter im Hayakawatal erreicht die BahnYumoto(GasthofFukuzumi, zum Übernachten wähle man den GasthofSuzuki, 45 Z., Pens. 3-5 Yen, im benachbarten Dorfe Tōnosawa,1/2km talaufwärts, beide Orte mit heißen Bädern). Nun mit Rikscha in 1 St. (mit zwei Kulis etwa 50 sen) oder zu Fuß, Gepäck tragen lassen, in anmutiger Berglandschaft, zuletzt mit starker Steigung überDōgashima(heiße Quellen und Wasserfall) nach

Miyanoshita(420 m;Fujiya Hôtel, europ., gut, Pens. tägl. 7 Yen, für 2 Pers. 11 Yen, heiße Bäder frei, sehr geeignet zum Erholungsaufenthalt;Hôt. Naraya;Umeya Hotel, jap.; PhotographShima, neben Fujiya Hôtel), beliebter Sommerfrische für Europäer im Talkessel desHayakawa, in schöner Umgebung mit vielen Spazierwegen, reinster Luft, schwach salzhaltigen heißen Quellen (für Rheumatiker).

Miyanoshita liegt mitten imHakone-Gebirge, das durch den Sattel von Gotemba mit dem Fuji-no-yama zusammenhängt. Wie unsre Karte sehr schön zeigt, besteht es in der Hauptsache aus einem großen Ringwall, einer alten Vulkanruine, in dem wieder ein kleineres Vulkangebirge aufsteigt, ähnlich wie der heutige Vesuvgipfel innerhalb der Somma. Der ringförmige Graben zwischen beiden ist im W. vom Hakonesee ausgefüllt. Nach O. gegen Odewara hat der Ringwall eine Öffnung, durch die die Straße über Yumoto heraufführt.Umgebung von Miyanoshita.NachKiga(1/4St. talauf) zumGoldfischteehaus, oberhalb davon an steilem Hang das TeehausMiharashi, d. h. »schöne Aussicht«;1/4St. weiter das DorfMiyaginoan beiden Ufern des Hayakawa; auf den *Sengenyamahinter dem Fujiya Hôtel1/4St. bis zum Gipfel (mit Teehaus u. *Aussicht); nachKowaki-dani(Mikawaya Hôtel, halbeurop., 78 Z., Pens. von 5 Yen an, verhältnismäßig gute Küche, Schwefel-u. Eisenbäder; Kaikatei Hotel)1/2St.; nachGora(heiße Quellen).—Ausflüge(1/2Tag}: Auf denMyōjōgatake(Mukōyama) gegenüber Miyanoshita (anstrengend). —Auf den *Kamiyama(1440 m), den höchsten Gipfel desHakone-Gebirges; Aufstieg 21/2St., zum Teil ohne Weg (für Damen nicht geeignet); großartige *Aussicht auf die Surugabucht, die Sagamibucht und den Fuji.— Auf denOtome-tōge(Jungfernpaß) zu Pferd (1/2Tag 2 Yen, 1 Tag 3 Yen), in Sänfte (mit 4 Kulis hin und zurück 3,20 Yen) oder zu Fuß 12 km bergauf über das DorfSengoku(von hier Aufstieg in 1 St. zumKintokisanmit schöner Aussicht), wo der Aufstieg zum Paß beginnt; oben Blick auf die Ebene vor dem Fuji.NB. Wer von Miyanoshita aus den Fuji besteigen will, reitet über diesen Paß nach Gotemba (S.384).Von Miyanoshita über den Hakonesee nach Atami(Pferd 31/2Yen, Kuliträger je 1,50 Yen, Fußgänger nehmen Strohsandalen unter die Stiefel), etwa 25 km, wofür 7 St. Zeit mit Ruhepausen nötig. Der steile Bergpfad führt anKowaki-daniund amBentenyama(*Aussicht) vorbei nach (6 km)Ashinoyu(874 m; Gasthöfe:Matsuzakaya, europ. Betten und Essen;Kinokuniya), besuchter Badeort mit heißen Schwefelquellen (gegen Hautleiden und Rheumatismus), öde Umgebung, kühl und nebelreich im Sommer. —Der Weg ist weiterhin eben, l. drei Steindenkmäler für die beiden Nationalhelden Gebrüder Soga und die schöne Kurtisane Tora Gozen, und nahebei r. halb vom Gebüsch verdeckt ein Felsblock mit den Bildern der *Ni-jū-go Bosatsu(25 buddhistische Heilige), 1293 in den Stein gehauen. Etwas weiterhin liegt am Wege ein Felsen mit dem Riesenrelief *Rokudō no Jizō(Schutzheiliger der Reisenden etc.), vor dem am 23. Aug. ein Fest gefeiert wird.—Nun bergab zum

*Hakonesee(Ashi no ko), ein 6 km langer Bergsee am SW.-Abhang des Kamiyama (s. oben); man erreicht zuerst das kleine DorfMoto-Hakone(GasthofMatsuzakayaauf einer Terrasse am See, europ., empfohlen; Pens. 4-5 Yen tägl., in dessen Nähe am Tōkaidō Teehäuser und der japanische GasthofTsujiya. Dann auf einer hügeligen Halbinsel ein kaiserliches Sommerschloß (Rikyū) in europ. Bauart (kein Zutritt), mit bestem Blick über den See zum Fuji. Die Kryptomerienallee des Tōkaidō führt vom Schloß zum Ort *Hakone-machi(725 m;Hakone Hôtel, halb europ.), mit fleißigen Holzschnitzkünstlern, in herrlicher Lage am See, 11 km von Miyanoshita. Man suche die See-Ecke, in der sich der Fuji spiegelt (Hakone no saka-Fuji) auf. Europäische Familien nehmen Sommerwohnung im Ort, führen Hausstand mit eigner Dienerschaft. —Seitwärts vom Tōkaidō liegt1/4St. von Hakone der stimmungsvolle Tempel *Gongen, zu dem Stufen mit prächtiger Kryptomerienallee hinanführen, in uraltem Wald von Pinien, Eichen, Föhren, Ahorn, Kastanien, mit Farren; viele Torii und Steinlaternen. Unterhalb des Tempels stand am Tōkaidō bis 1871 das alte Straßensperrtor (Hakone no seki), wo die nach Yedo (Tōkyō) Reisenden (auch der erste europäische Japanreisende Kaempfer 11. März 1691) die Pässe vorzeigen mußten. —Von Hakone kann man auf dem alten Tōkaidō über das DorfHata(Wirtschaft) zu Pferd oder in Sänfte bequem in 4 St., zuletzt durch schöne Landschaft zurück nachYumoto(S.386), gelangen. Auf dem Hakonesee Bootsfahrten.Nach der Mittagsrast in Hakone südl. bergauf und bergab (Führer unentbehrlich) zum *Jikkoku-tōge(Zehnprovinzenpaß), 980 m, mit prächtiger *Aussicht auf den Stillen Ozean und zehn japanische Provinzen sowie auf den Fuji. Die Paßhöhe liegt etwa 10 km von Hakone, etwas weiter unterhalb ein Teehaus; dann folgt steiler Abstieg etwa 4 km nachAtami(Atami Hôtel, europ.;Fujiyaund andre jap.), besuchtem Badeort (Hauptzeit im Winter) an der Meeresküste, mit heißen Quellen und einem *Geiser(Oyu); er sprudelt alle 4 St. mitten im Ort aus der Erde hoch, ist aber gefaßt und hat eine Inhalationshalle (Kyūkikwan) für Kehlkopf-und Lungenleidende. Der Geiser wurde schon 749 vom buddhistischen Abt Mangwan besucht. Vor Atami liegt die InselŌshimamit Vulkan. —Von Atami am nächsten Tage mit Kleinbahn (Keiben Tetsudō) in etwa 3 St. 28 km längs derJapanischen Rivieraan der gebirgigen Küste der schönen Odawarabucht, vorbei an den malerischen FischerdörfernIzusan,Yugawara(4 km landein heilkräftige Thermen gleichen Namens),Yoshihama,Fukuura,Manazuru(am gleichnamigen Kap),Enoura,NebukawaundKomekami(sämtlich mit Teehäusem zum Erfrischen) nachOdawara(S.385): von da in1/2St. mit elektr. Straßenbahn nachKōzu.

VonKōzu(S.385) führt die Tōkaidōstaatsbahn über (484 km)Ōfuna(Zweigbahn nach Kamakura, S.391) nach (502 km)Yokohama(S.388), wo Fernschnellzüge nicht am Hauptbahnhof, sondern auf dem VorortbahnhofHiranuma, 3 km nördl. von der Stadt, halten.

Dampferfahrt Kōbe-Yokohamain etwa 28 St. VonKōbe(S.361) mit SW.-Kurs durch die Idzumi Nada (S.358) und die malerischeYurastraßezwischen dem Ostkap vonAwaji-shimaund der kleinen InselTomoga-shimahindurch, dann südl. bis KapHiino Misaki, von da durch den Kiikanal sö. längs der Küste nach (100 Seem.) KapShiwo Misakimit Leuchtturm; nahebei die mit Fischerdörfern dicht besetzte InselŌshima, Mittelpunkt des japanischen Walfischfanges, von der ab durch den Stillen Ozean auf KapIrosaki(Südspitze der Halbinsel Izu an der Ostseite des Surugagolfs) mit ONO.-Kurs gesteuert wird, bis der Leuchtturm der (174 Seem.) FelseninselMikomotoumsteuert ist; diese Fahrt wird oft durch Seegang unbequem. Nun läuft der Dampfer zwischen der Ostküste von Izu und der vulkanischenVriesinsel(Oshima) mit dem 760 m hohen, stets rauchendenVulkanMiharadurch und mit nö. Kurs in den Uragakanal ein, der in den Golf von Tōkyō führt; in ihm liegt der (348 Seem.) Hafen von Yokohama.

Plan von Yokohama.Plan von Yokohama.

Vgl. denbeifolgenden Plan.

Ankunft zur See.VonKannonsaki, dem Kap am NW.-Ende des Uragakanals, in dessen Nähe die SeestadtUraga(S.392) liegt, steuert man am KriegshafenYokosuka(S.392) l. vorbei mit nw. Kurs in den Hafen Yokohama, wobei man öfter den Fuji (S.384) sieht. Der Dampfer läuft dann durch die großartigen Molenbauten in den gut geschützten Hafen. Die Postdampfer des Nordd. Lloyd und der Canadian Pacific legen an dem neuerbauten Kai und neuen Zollschuppen (Zolldurchsicht; vgl. S.349) der Nippon Hatoba, die der Messageries Maritimes an der etwa 600 m langen Pier im südl. Teil des Hafens an, was bequemes Ausschiffen der Reisenden ermöglicht; Aus-und Einbooten fällt weg. An der Wurzel dieser Brücke liegt an derEnglish Hatoba(Bootshafen) das alteZollamt(hier Zolldurchsicht für an der Pier anlegende Dampfer). Ausschiffung mit Sampan von nicht am Kai oder Pier anlegenden Dampfern etwa 25 sen 1 Pers., mit Gepäck 50 sen.Ankunft mit der Bahn, von Kōbe kommend (S.361), am Hauptbahnhof der Tōkaidōbahn nahe der Nippon Hatoba und der neuen Zollschuppen; Fernschnellzüge halten nur auf dem VorortsbahnhofHiranuma.Gasthöfe:Oriental Palace Hôtel, Bund 11 (Pl. a, E 3), gut eingerichtet, gutes Essen; 80 Z. mit Bad, Ged. 1, 1,50 u. 2, Pens. von 7 Yen an; Dampfpinasse zu jedem Dampfer, Wagen zu haben.—Grand Hôtel(A.-G., amerikan. Manager), Bund 18-20 (Pl. b, E 3), Dampfpinasse zu jedem Dampfer, Pens. 7-10 Yen.—Club Hôtel, Bund 5 (Pl. c, D 3), älter und weniger gut eingerichtet (Neubau beabsichtigt), Pens. 5-10 Yen; Dampfpinasse zu jedem Dampfer.—Royal, Mainstreet 87 (Pl.a, E 3); 50 Z., Pens. 4-5 Yen; Kegelbahn. —De Paris, Mainstreet 80 (Pl. d, D 3), gute Küche, deutscher Verkehr. —Wright's Hotel, Waverley House Nr. 40 (Pl. f, D 3); 30 Z., Pens. 4,50-6 Yen; Dampfpinasse zu jedem Dampfer.—The Pleasanton, Nr. 17 (Pl. g, E 3).—Windsor, Nr. 32.—Imperial(A. Richter), Yama-shita-cho 133a (Pl. h, D 3), 10 Z. zu 1, F. 0,80, Ged. 1,20, Pens. 4 Yen; bescheiden (Seeleute). —Bluff Hôtel, Bluff 2 (Pl. i, E 5). —Mankako, Sakai-chō 36, japan., billig.Restaurantsin den meisten Gasthöfen; außerdem am Hauptbahnhof, 1 Treppe.—Japanisches Essen:Chitose, in Sumiyoshi-chō, Roku-chōme undYaomasa, in Aioi-chō, San-chōme.—Teehaus»Zu den 101 Stufen«, sehenswerte Fremdenbücher; altberühmt.Brauerei:Kirin, Bluff 123, die bedeutendste Brauerei Japans, deutscher Braumeister (E. Eichelberg).Post, Telegr. und Fernspr.: Hauptamt und Präfektur (Kencho) im Raum zwischen dem Fremdenviertel und der japanischen Stadt, nahe beim Zollamt. —Kabel über Bonininseln nach Guam (Marianen).Rikschasnach fester Taxe, stündl. 30 sen mit 1, 60 sen mit 2 Kulis.—Straßenbahnenmehrere Linien, eine über Kanagawa bis Tōkyō, vgl. den Plan.—Reitpferdezu haben.Eisenbahnen.Die Tōkaidōstaatsbahn führt nach Tōkyō und Kōbe mit Zweiglinie nach Yokosuka und Anschlüssen an das japanische Bahnnetz; vgl. S.345.Dampfer:Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloydalle 14 Tage Sa. über Kōbe und Nagasaki oder Tsingtau nach Schanghai und Europa; Agentur: H. Ahrens & Co. Nachf., Waterstreet 29; (Tel.-Adresse: Nordlloyd); Spediteure: Helm Brothers, Bund 43, und Nickel & Co., Nr. 40.—Hamburg-Amerika Linie(Agentur: C. Illies & Co.), Tel.-Adr.: »Paketline«.—Österreichischer Lloyd, monatlich über Kōbe nach Europa; Agenten Samuel Samuel & Co., Nr. 27. —Messageries Maritimes, alle 14 Tage über Kōbe nach Europa; Agent P. de Champmorin, Bund 9.—Chargeurs Réunis, etwa alle vier Wochen nach San Francisco, Mexiko etc.; Agent Oppenheimer Co., Yamashita-chō 167.—Peninsular & Oriental Co., etwa alle 14 Tage bis 4 Wochen über Schanghai nach Europa; Agent Abbot, Bund 15.


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