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Ein hässlich Wetter heut! Ganz grau die Welt!In dichten Strömen fliesst der Regen nieder,Scharf weht der Wind, kaum schützt das leichte Zelt,Und kalter Schauer rieselt hin und wiederDurch Mark und Bein. Noch aber weicht man nicht,Nur fester hüllt man in sein Plaid die Glieder.Mir gegenüber sitzt sie, das GesichtDem aufgeschlagnen Buche zugewendet.Doch liest sie kaum; die Seite rührt sich nicht,Ob sie gleich fünfzigmal schon sie beendet.Was denkt sie wohl? Die finstre Stirne sagt,Dass hinter ihr sich ein Entschluss vollendet.Nun schaut sie auf: allein das Auge zagtMich anzusehen. Fremd mit toten SternenStarrt sie ins Leere und die Lippe wagtSich nicht zu öffnen. ›Soll ich's wirklich lernen,Begann ich endlich, einzusehn, dass ichDie bösen Geister nicht mehr kann entfernen,Dass du unglücklich dennoch bist – durch mich?‹Sie schüttelte betrübt das Haupt und wandteJetzt voll den Blick mir zu: »Du täuschest dich,Ich bin ganz glücklich!« ›Aber dennoch kannteIch diese Augen froher einst.‹ »VielleichtBis heut! Allein in dieser Stunde sandteMein Gott Erleuchtung mir. Nun ist's mir leichtDie Zukunft anzuschauen, die mich quälte.So einfach scheint's und ist so schwer erreicht,Gradaus des Wegs zu gehen, den man wählte.«›Und wohin führt er dich?‹ »Zurück! Hinaus!«›Du willst nach Haus?!‹ »An unsrer Liebe stählteSich meine Kraft. Jetzt halt ich alles aus.«
Ein hässlich Wetter heut! Ganz grau die Welt!In dichten Strömen fliesst der Regen nieder,Scharf weht der Wind, kaum schützt das leichte Zelt,Und kalter Schauer rieselt hin und wiederDurch Mark und Bein. Noch aber weicht man nicht,Nur fester hüllt man in sein Plaid die Glieder.Mir gegenüber sitzt sie, das GesichtDem aufgeschlagnen Buche zugewendet.Doch liest sie kaum; die Seite rührt sich nicht,
Ein hässlich Wetter heut! Ganz grau die Welt!In dichten Strömen fliesst der Regen nieder,Scharf weht der Wind, kaum schützt das leichte Zelt,
Ein hässlich Wetter heut! Ganz grau die Welt!
In dichten Strömen fliesst der Regen nieder,
Scharf weht der Wind, kaum schützt das leichte Zelt,
Und kalter Schauer rieselt hin und wiederDurch Mark und Bein. Noch aber weicht man nicht,Nur fester hüllt man in sein Plaid die Glieder.
Und kalter Schauer rieselt hin und wieder
Durch Mark und Bein. Noch aber weicht man nicht,
Nur fester hüllt man in sein Plaid die Glieder.
Mir gegenüber sitzt sie, das GesichtDem aufgeschlagnen Buche zugewendet.Doch liest sie kaum; die Seite rührt sich nicht,
Mir gegenüber sitzt sie, das Gesicht
Dem aufgeschlagnen Buche zugewendet.
Doch liest sie kaum; die Seite rührt sich nicht,
Ob sie gleich fünfzigmal schon sie beendet.Was denkt sie wohl? Die finstre Stirne sagt,Dass hinter ihr sich ein Entschluss vollendet.Nun schaut sie auf: allein das Auge zagtMich anzusehen. Fremd mit toten SternenStarrt sie ins Leere und die Lippe wagtSich nicht zu öffnen. ›Soll ich's wirklich lernen,Begann ich endlich, einzusehn, dass ichDie bösen Geister nicht mehr kann entfernen,Dass du unglücklich dennoch bist – durch mich?‹Sie schüttelte betrübt das Haupt und wandteJetzt voll den Blick mir zu: »Du täuschest dich,Ich bin ganz glücklich!« ›Aber dennoch kannteIch diese Augen froher einst.‹ »VielleichtBis heut! Allein in dieser Stunde sandteMein Gott Erleuchtung mir. Nun ist's mir leichtDie Zukunft anzuschauen, die mich quälte.So einfach scheint's und ist so schwer erreicht,
Ob sie gleich fünfzigmal schon sie beendet.Was denkt sie wohl? Die finstre Stirne sagt,Dass hinter ihr sich ein Entschluss vollendet.
Ob sie gleich fünfzigmal schon sie beendet.
Was denkt sie wohl? Die finstre Stirne sagt,
Dass hinter ihr sich ein Entschluss vollendet.
Nun schaut sie auf: allein das Auge zagtMich anzusehen. Fremd mit toten SternenStarrt sie ins Leere und die Lippe wagt
Nun schaut sie auf: allein das Auge zagt
Mich anzusehen. Fremd mit toten Sternen
Starrt sie ins Leere und die Lippe wagt
Sich nicht zu öffnen. ›Soll ich's wirklich lernen,Begann ich endlich, einzusehn, dass ichDie bösen Geister nicht mehr kann entfernen,
Sich nicht zu öffnen. ›Soll ich's wirklich lernen,
Begann ich endlich, einzusehn, dass ich
Die bösen Geister nicht mehr kann entfernen,
Dass du unglücklich dennoch bist – durch mich?‹Sie schüttelte betrübt das Haupt und wandteJetzt voll den Blick mir zu: »Du täuschest dich,
Dass du unglücklich dennoch bist – durch mich?‹
Sie schüttelte betrübt das Haupt und wandte
Jetzt voll den Blick mir zu: »Du täuschest dich,
Ich bin ganz glücklich!« ›Aber dennoch kannteIch diese Augen froher einst.‹ »VielleichtBis heut! Allein in dieser Stunde sandte
Ich bin ganz glücklich!« ›Aber dennoch kannte
Ich diese Augen froher einst.‹ »Vielleicht
Bis heut! Allein in dieser Stunde sandte
Mein Gott Erleuchtung mir. Nun ist's mir leichtDie Zukunft anzuschauen, die mich quälte.So einfach scheint's und ist so schwer erreicht,
Mein Gott Erleuchtung mir. Nun ist's mir leicht
Die Zukunft anzuschauen, die mich quälte.
So einfach scheint's und ist so schwer erreicht,
Gradaus des Wegs zu gehen, den man wählte.«›Und wohin führt er dich?‹ »Zurück! Hinaus!«›Du willst nach Haus?!‹ »An unsrer Liebe stählteSich meine Kraft. Jetzt halt ich alles aus.«
Gradaus des Wegs zu gehen, den man wählte.«›Und wohin führt er dich?‹ »Zurück! Hinaus!«›Du willst nach Haus?!‹ »An unsrer Liebe stählte
Gradaus des Wegs zu gehen, den man wählte.«
›Und wohin führt er dich?‹ »Zurück! Hinaus!«
›Du willst nach Haus?!‹ »An unsrer Liebe stählte
Sich meine Kraft. Jetzt halt ich alles aus.«
Sich meine Kraft. Jetzt halt ich alles aus.«