The Project Gutenberg eBook ofZu Guter Letzt

The Project Gutenberg eBook ofZu Guter LetztThis ebook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this ebook or online atwww.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook.Title: Zu Guter LetztAuthor: Wilhelm BuschRelease date: June 27, 2010 [eBook #32989]Most recently updated: January 6, 2021Language: GermanCredits: Produced by The Online Distributed Proofreading CanadaTeam at http://www.pgdpcanada.net (This file was producedfrom images generously made available by The InternetArchive/Canadian Libraries)*** START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK ZU GUTER LETZT ***

This ebook is for the use of anyone anywhere in the United States and most other parts of the world at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this ebook or online atwww.gutenberg.org. If you are not located in the United States, you will have to check the laws of the country where you are located before using this eBook.

Title: Zu Guter LetztAuthor: Wilhelm BuschRelease date: June 27, 2010 [eBook #32989]Most recently updated: January 6, 2021Language: GermanCredits: Produced by The Online Distributed Proofreading CanadaTeam at http://www.pgdpcanada.net (This file was producedfrom images generously made available by The InternetArchive/Canadian Libraries)

Title: Zu Guter Letzt

Author: Wilhelm Busch

Author: Wilhelm Busch

Release date: June 27, 2010 [eBook #32989]Most recently updated: January 6, 2021

Language: German

Credits: Produced by The Online Distributed Proofreading CanadaTeam at http://www.pgdpcanada.net (This file was producedfrom images generously made available by The InternetArchive/Canadian Libraries)

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BUSCH

Verlag von Fr. Bassermann.1905.

Verlag von Fr. Bassermann.1905.

Halt dein Rösslein nur im Zügel,Kommst ja doch nicht allzuweit.Hinter jedem neuen HügelDehnt sich die Unendlichkeit.Nenne Niemand dumm und säumig,Der das Nächste recht bedenkt.Ach, die Welt ist so geräumig,Und der Kopf ist so beschränkt.

Dies für Den und Das für Jenen.Viele Tische sind gedeckt.Keine Zunge soll verhöhnen,Was der andern Zunge schmeckt.Lasse Jedem seine Freuden,Gönn ihm, daß er sich erquickt,Wenn er sittsam und bescheidenAuf den eignen Teller blickt.Wenn jedoch bei deinem Tisch erUnverschämt dich neckt und stört,Dann so gieb ihm einen Wischer,Daß er merkt, was sich gehört.

Nirgend sitzen todte Gäste.Allerorten lebt die Kraft.Ist nicht selbst der Fels, der feste,Eine Kraftgenossenschaft?Durch und durch aus Eigenheiten,So und so zu sein bestrebt,Die sich lieben, die sich streiten,Wird die bunte Welt gewebt.Hier gelingt es, da mißglückt es.Wünsche finden keine Rast.Unterdrücker, Unterdrücktes,Jedes Ding hat seine Last.

Der Fährmann lag in seinem SchiffBeim Schein des Mondenlichts,Als etwas kam und rief und pfiffDoch sehen that er nichts.Ihm war, als stiegen hundert ein.Das Schifflein wurde schwer.Flink, Fährmann, fahr uns übern Rhein,Die Zahlung folgt nachher.Und als er seine Pflicht gethan,Da ging es klinglingling,Da warf ein Goldstück in den KahnJedwedes Geisterding.Husch, weg und weiter zog die Schar.Verwundert steht der Mann:So Seelen sind zwar unsichtbarUnd doch ist etwas dran.

Ob er gleich von hinnen schied,Ist er doch geblieben,Der so manches schöne LiedEinst für uns geschrieben.Unser Mund wird ihn entzücktLange noch erwähnen,Und so lebt er hochbeglücktZwischen hohlen Zähnen.

Ein Künstler auf dem hohen Seil,Der alt geworden mittlerweil,Stieg eines Tages vom GerüstUnd sprach: Nun will ich unten bleibenUnd nur noch Hausgymnastik treiben,Was zur Verdauung nöthig ist.Da riefen alle: Oh, wie schad!Der Meister scheint doch allnachgradZu schwach und steif zum Seilbesteigen!Ha! denkt er, dieses wird sich zeigen!Und richtig, eh der Markt geschlossen,Treibt er auf's neu die alten PossenHoch in der Luft und zwar mit Glück,Bis auf ein kleines Mißgeschick.Er fiel herab in großer EileUnd knickte sich die Wirbelsäule.Der alte Narr! Jetzt bleibt er krummSo äußert sich das Publikum.

Wenn die Tante AdelheideAls Logierbesuch erschien,Fühlte Fritzchen große Freude,Denn dann gab es was für ihn.Immer hat die liebe GuteTief im Reisekorb verstecktEine angenehme Tute,Deren Inhalt köstlich schmeckt.Täglich wird dem braven KnabenDraus ein hübsches Stück beschert,Bis wir schließlich nichts mehr habenUnd die Tante weiter fährt.Mit der Post fuhr sie von hinnen.Fritzchens Trauer ist nur schwach.Einer Tute, wo nichts drinnen,Weint man keine Thräne nach.

Gestützt auf seine beiden Krücken,Die alte Kiepe auf dem Rücken,Ging durch das Dorf ein BettelmannUnd klopfte stets vergeblich an.Erst aus dem allerletzten HausKam eine gute Frau heraus,Die grad den dritten Mann begraben,Daher geneigt zu milden Gaben,Und legt in seines Korbes GrundEin Brod von mehr als sieben Pfund.Ein schmaler Steg führt gleich danachIhn über einen Rauschebach.Jetzt hab ich Brod, jetzt bin ich glücklich!So rief er froh, und augenblicklichFiel durch den Korb, der nicht mehr gut,Sein Brod hinunter in die Fluth.Das kommt von solchem Übermuth.

In der ersten Nacht des MaienLäßt's den Hexen keine Ruh.Sich gesellig zu erfreuen,Eilen sie dem Brocken zu.Dorten haben sie ihr Kränzchen.Man verleumdet, man verführt,Macht ein lasterhaftes Tänzchen,Und der Teufel präsidiert.

Willst du gelobt sein, so verzichteAuf kindlich blödes Wesen.Entschließ dich, deine himmlischen GedichteDen Leuten vorzulesen.Die Welt ist höflich und gesellig,Und eh man dich beleidigt,Sagt wohl ein jeder leicht, was dir gefällig,Denn keiner ist beeidigt.

Sie ist ein reizendes Geschöpfchen,Mit allen Wassern wohl gewaschen;Sie kennt die süßen SündentöpfchenUnd liebt es, häufig draus zu naschen.Da bleibt den sittlich HochgestelltenNichts weiter übrig, als mit FreudenAuf diese Schandperson zu scheltenUnd sie mit Schmerzen zu beneiden.

Ganz unverhofft, an einem Hügel,Sind sich begegnet Fuchs und Igel.Halt, rief der Fuchs, du Bösewicht.Kennst du des Königs Ordre nicht?Ist nicht der Friede längst verkündigt,Und weißt du nicht, daß jeder sündigt,Der immer noch gerüstet geht?Im Namen seiner Majestät,Geh her und übergieb dein Fell.Der Igel sprach: Nur nicht so schnell.Lass' dir erst deine Zähne brechen,Dann wollen wir uns weiter sprechen.Und allsogleich macht er sich rund,Schließt seinen dichten StachelbundUnd trotzt getrost der ganzen Welt,Bewaffnet, doch als Friedensheld.

Der Bauer sprach zu seinem Jungen:Heut in der Stadt da wirst du gaffen.Wir fahren hin und seh'n die Affen.Es ist gelungenUnd um sich schief zu lachen,Was die für Streiche machenUnd für Gesichter,Wie rechte Bösewichter.Sie krauen sich,Sie zausen sich,Sie hauen sich,Sie lausen sich,Beschnuppern dies, beknuppern das,Und Keiner gönnt dem Andern was,Und essen thun sie mit der Hand,Und alles thun sie mit Verstand,Und Jeder stiehlt als wie ein Rabe.Paß auf, das siehst du heute.Oh Vater, rief der Knabe,Sind Affen denn auch Leute?Der Vater sprach: Nun ja,Nicht ganz, doch so beinah.

Zwiefach sind die Phantasieen,Sind ein Zauberschwesternpaar,Sie erscheinen, singen, fliehenWesenlos und wunderbar.Eine ist die himmelblaue,Die uns froh entgegen lacht,Doch die andre ist die graue,Welche angst und bange macht.Jene singt von lauter Rosen,Singt von Liebe und Genuß;Diese stürzt den HoffnungslosenVon der Brücke in den Fluß.

Rötlich dämmert es im WestenUnd der laute Tag verklingt,Nur daß auf den höchsten ÄstenLieblich noch die Drossel singt.Jetzt in dichtbelaubten Hecken,Wo es still verborgen blieb,Rüstet sich das Volk der SchneckenFür den nächtlichen Betrieb.Tastend streckt sich ihr Gehörne.Schwach nur ist das Augenlicht.Dennoch schon aus weiter FerneWittern sie ihr Leibgericht.Schleimig, säumig, aber stete,Immer auf dem nächsten Pfad,Finden sie die GartenbeeteMit dem schönsten Kopfsalat.Hier vereint zu ernsten Dingen,Bis zum Morgensonnenschein,Nagen sie geheim und dringenTief ins grüne Herz hinein.Darum braucht die Köchin JettchenDieses Kraut nie ohne Arg.Sorgsam prüft sie jedes Blättchen,Ob sich nichts darin verbarg.Sie hat Furcht, den Zorn zu weckenIhres lieben gnädgen Herrn.Kopfsalat, vermischt mit Schnecken,Mag der alte Kerl nicht gern.

Schon viel zu langHab ich der Bosheit mich ergeben.Ich lasse tödten, um zu leben,Und bös macht bang.Denn niemals ruhtDie Stimme in des Herzens Tiefe,Als ob es zärtlich klagend riefe:Sei wieder gut.Und frisch vom BaumDen allerschönsten Apfel brach ich.Ich biss hinein, und seufzend sprach ich,Wie halb im Traum:Du erstes Glück,Du alter Paradiesesfrieden,Da noch kein Lamm den Wolf gemieden,Oh komm zurück.

Wohl tausendmal schon ist er hierGestorben und wiedergeboren,Sowohl als Mensch, wie auch als Thier,Mit kurzen und langen Ohren.Jetzt ist er ein armer blinder Mann,Es zittern ihm alle Glieder,Und dennoch, wenn er nur irgend kann,Kommt er noch tausendmal wieder.

Es giebt ja leider Sachen und Geschichten,Die reizend und pikant,Nur werden sie von Tanten und von NichtenNiemals genannt.Verehrter Freund, so sei denn nicht vermessen,Sei zart und schweig auch du.Bedenk: Man liebt den Käse wohl, indessenMan deckt ihn zu.

Auguste, wie fast jede Nichte,Weiß wenig von Naturgeschichte.Zu bilden sie in diesem Fache,Ist für den Onkel Ehrensache.Auguste, sprach er, glaub es mir,Die Meise ist ein nettes Thier.Gar zierlich ist ihr Leibesbau,Auch ist sie schwarz weiß gelb und blau.Hell flötet sie und klettert munterAm Strauch kopfüber und kopfunter.Das härtste Korn verschmäht sie nicht,Sie hämmert, bis die Schale bricht.Mohnköpfen bohrt sie mit VerstandEin Löchlein in den Unterrand,Weil dann die Sämerei gelindVon selbst in ihren Schnabel rinnt.Nicht immer liebt man Fastenspeisen,Der Grundsatz gilt auch für die Meisen.Sie gucken scharf in alle Ritzen,Wo fette Käferlarven sitzen,Und fangen sonst noch MyriadenInsekten, die dem Menschen schaden,Und hieran siehst du außerdem,Wie weise das Natursystem. —So zeigt er, wie die Sache lag.Es war kurz vor Martinitag.Wer dann vernünftig ist und kann'sSich leisten, kauft sich eine Gans.Auch an des Onkels AußengiebelHing eine solche, die nicht übel,Um, nackt im Freien aufgehangen,Die rechte Reife zu erlangen.Auf diesen Braten freute sichDer Onkel sehr und namentlichVor allem auf die braune Haut,Obgleich er sie nur schwer verdaut.Martini kam, doch kein AromVon Braten spürt der gute Ohm.Statt dessen trat voll UngestümDie Nichte ein und zeigte ihmDie Gans, die kaum noch Gans zu nennen,Ein Scheusal, nicht zum Wiederkennen,Zernagt beinah bis auf die Knochen.Kein Zweifel war, wer dies verbrochen,Denn deutlich lehrt der Augenschein,Es konnten nur die Meisen sein.Also ade! du braune Kruste.Ja, lieber Onkel, sprach Auguste,Die gern, nach weiblicher Manier,Bei einem Irrthum ihn ertappt:Die Meise ist ein nettes Thier.Da hast du wieder recht gehabt.

Von Fruchtomletts da mag berichtenEin Dichter aus den höhern Schichten.Wir aber, ohne Neid nach oben,Mit bürgerlicher Zunge lobenUns Pfannekuchen und Salat.Wie unsre Liese delikatSo etwas backt und zubereitet,Sei hier in Worten angedeutet.Drei Eier, frisch und ohne Fehl,Und Milch und einen Löffel Mehl,Die quirlt sie fleißig durcheinandZu einem innigen Verband.Sodann, wenn Thränen auch ein Übel,Zerstückelt sie und mengt die ZwiebelMit Öl und Salz zu einer Brühe,Daß der Salat sie an sich ziehe.Um diesen ferner herzustellen,Hat sie Kartoffeln abzupellen.Da heißt es, fix die Finger brauchen,Den Mund zu spitzen und zu hauchen,Denn heiß geschnitten nur alleinKann der Salat geschmeidig sein.Hierauf so geht es wieder heiterMit unserm Pfannekuchen weiter.Nachdem das Feuer leicht geschürt,Die Pfanne sorgsam auspoliert,Der Würfelspeck hinein geschüttelt,So daß es lustig brät und brittelt,Pisch, kommt darüber mit GezischDas ersterwähnte Kunstgemisch.Nun zeigt besonders und apartSich Lieschens Geistesgegenwart,Denn nur zu bald, wie allbekannt,Ist solch ein Kuchen angebrannt.Sie prickelt ihn, sie stockert ihn,Sie rüttelt, schüttelt, lockert ihnUnd lüftet ihn, bis augenscheinlichDie Unterseite eben bräunlich,Die umgekehrt geschickt und promptJetzt ihrerseits nach oben kommt.Geduld, es währt nur noch ein bissel,Dann liegt der Kuchen auf der Schüssel.Doch späterhin die Einverleibung,Wie die zu Mund und Herzen spricht,Das spottet jeglicher Beschreibung,Und darum endet das Gedicht.

Stark in Glauben und Vertrauen,Von der Burg mit festen ThürmenKannst du dreist herniederschauen,Keiner wird sie je erstürmen.Lass sie graben, lass sie schanzen,Stolze Ritter, grobe Bauern,Ihre Flegel, ihre LanzenPrallen ab von deinen Mauern.Aber hüte dich vor ZügenIn die Herrschaft des Verstandes,Denn sogleich sollst du dich fügenDen Gesetzen seines Landes.Bald umringen dich die Haufen,Und sie ziehen dich vom Rosse,Und du mußt zu Fuße laufenSchleunig heim nach deinem Schlosse.

Wie es scheint, ist die MoralNicht so bald beleidigt,Während Schlauheit allemalWüthend sich vertheidigt.Nenn den Schlingel liederlich,Leicht wird er's verdauen;Nenn ihn dumm, so wird er dich,Wenn er kann, verhauen.

Ich bin mal so, sprach Förster Knast,Die Flunkerei ist mir verhasst,Doch sieht man oft was Sonderbares.Im Frühling vor fünf Jahren war es,Als ich stockstill, den Hahn gespannt,Bei Mondschein vor dem Walde stand.Da läßt sich plötzlich flügelsausendEin Kranichheer, wohl an die tausend,Ganz dicht zu meinen Füßen nieder.Sie kamen aus Egypten wiederUnd dachten auf der Reise nunSich hier ein Stündchen auszuruhn.Ich selbstverständlich, schlau und sacht,Gab sehr genau auf alles acht.Du, Hans, so rief der Oberkranich,Hast heut die Wache, drum ermahn ichDich ernstlich, halt dich stramm und passGehörig auf, sonst giebt es was.Bald schlief ein Jeder ein und sägte.Hans aber stand und überlegte.Er nahm sich einen Kieselstein,Erhob ihn mit dem rechten BeinUnd hielt sich auf dem linken nurIn Gleichgewicht und Positur.Der arme Kerl war schrecklich müd,Erst fiel das linke Augenlid,Das rechte blinzelt zwar noch schwach,Dann aber folgt's dem andern nach.Er schnarcht sogar. Ich denke schon:Wie wird es dir ergehn, mein Sohn?So denk ich, doch im Augenblick,Als ich es dachte, geht es klick!Der Stein fiel Hänschen auf die Zeh,Das weckt ihn auf, er schreit auweh!Er schaut sich um, hat mich gewittert,Pfeift, daß es Mark und Bein erschüttert,Und allsogleich im WinkelflugEntschwebt der ganze HeereszugIch rief hurrah! und schwang den Hut.Der Vogel der gefiel mir gut.Er lebt auch noch. Schon oft seitherSah man ihn fern am schwarzen MeerAuf einem Bein auf Posten stehn.Dies schreibt mein Freund, der Kapitän,Und was er sagt, ist ohne FrageSo wahr, als was ich selber sage.

Auf leichten Schwingen frei und flinkZum Lindenwipfel flog der FinkUnd sang an dieser hohen StelleSein Morgenlied so glockenhelle.Ein Frosch, ein dicker, der im GraseAm Boden hockt, erhob die Nase,Strich selbstgefällig seinen BauchUnd denkt: Die Künste kann ich auch.Alsbald am rauhen Stamm der LindeBegann er, wenn auch nicht geschwinde,Doch mit Erfolg, empor zu steigen,Bis er zuletzt von Zweig zu Zweigen,Wobei er freilich etwas keucht,Den höchsten Wipfelpunkt erreichtUnd hier sein allerschönstes QuackenErtönen läßt aus vollen Backen.Der Fink, dem dieser WettgesangNicht recht gefällt, entfloh und schwangSich auf das steile Kirchendach.Wart, rief der Frosch, ich komme nach.Und richtig ist er fortgeflogen,Das heißt, nach unten hin im Bogen,So daß er schnell und ohne SäumenNach mehr als zwanzig Purzelbäumen,Zur Erde kam mit lautem Quack,Nicht ohne großes Unbehagen.Er fiel zum Glück auf seinen Magen,Den dicken weichen Futtersack,Sonst hätt er sicher sich verletzt.Heil ihm! Er hat es durchgesetzt.

Geld gehört zum Ehestande,Hässlichkeit ist keine Schande,Liebe ist beinah absurd.Drum, du nimmst den Junker JochenInnerhalb der nächsten Wochen.Also sprach der Ritter Kurt.Vater, flehte Kunigunde.Schone meine Herzenswunde,Ganz umsonst ist dein Bemühn.Ja, ich schwör's bei Erd und Himmel,Niemals nehm ich diesen Lümmel,Ewig, ewig hass ich ihn.Nun, wenn Worte nicht mehr nützen,Dann so bleibe ewig sitzen,Marsch mit dir in's Burgverließ.Zornig sagte dies der Alte,Als er in die feuchte kalteKammer sie hinunterstieß.Jahre kamen, Jahre schwanden,Nichts im Schlosse blieb vorhandenAußer Kunigundens Geist.Dort, wo graue Ratten rasseln,Sitzt sie zwischen Kellerasseln,Von dem Feuermolch umkreist.Heut noch ist es nicht geheuerIn dem alten BurggemäuerUm die Mitternacht herum.Wehe, ruft ein weißes Wesen,Will denn Niemand mich erlösen?Doch die Wände bleiben stumm.

Sei es freundlich, sei es böse,Meist genügend klar und scharfKlingt des Mundes WortgetöseFür den täglichen Bedarf.Doch die Höchstgefühle heischenIhren ganz besondern Klang;Dann sagt grunzen oder kreischenMehr als Rede und Gesang.

Wie hat sich sonst so schön der HahnAuf unserm Thurm gedrehtUnd damit Jedem kund gethan,Woher der Wind geweht.Doch seit dem letzten Sturme hatEr keinen rechten Lauf;Er hängt so schief, er ist so matt,Und Keiner schaut mehr drauf.Jetzt leckt man an den Finger haltUnd hält ihn hoch geschwind.Die Seite, wo der Finger kalt,Von daher weht der Wind.

Er liebte sie in aller Stille.Bescheiden, schüchtern und von fernSchielt er nach ihr durch seine BrilleUnd hat sie doch so schrecklich gern.Ein Mücklein, welches an der NaseDes schönen Kindes saugend saß,Ertränkte sich in seinem Glase.Es schmeckt ihm fast wie Ananas.Sie hatte Haare, wie 'ne Puppe,So unvergleichlich blond und kraus.Einst fand er eines in der SuppeUnd zog es hochbeglückt heraus.Er rollt es auf zu einem Löckchen,Hat's in ein Medaillon gelegt.Nun hängt es unter seinem RöckchenDa, wo sein treues Herze schlägt.

Ein eigner Kerl war Krischan Bolte.Er that nicht gerne, was er sollte.Als Kind schon ist er so gewesen.Religion, Rechtschreiben und LesenFielen für ihn nicht ins Gewicht:Er sollte zur Schule und wollte nicht.Später kam er zu Meister Pfriem.Der zeigte ihm redlich und sagte ihm,Jedoch umsonst, was seine Pflicht:Er sollte schustern und wollte nicht.Er wollte sich nun mal nicht quälen,Deßhalb verfiel er auf das Stehlen.Man fasst ihn, stellt ihn vor Gericht:Er sollte bekennen und wollte nicht.Trotzdem verdammt man ihn zum Tode.Er aber blieb, nach seiner Mode,Ein widerspänstiger Bösewicht:Er sollte hängen und wollte nicht.


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